Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der mikro-elektromechanischen Systeme (MEMS),
insbesondere auf eine MEMS-Kontaktanordnung gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches
1 und auf ein MEMS-Schaltgerät gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 16.
Stand der Technik
[0002] Eine derartige mikro-elektromechanische (MEMS) Kontaktanordnung und ein derartiges
MEMS-Schaltgerät ist beispielsweise aus der Offenlegungsschrift DE 10040867 A1 bekannt.
Dort ist ein substratparallel, also lateral arbeitender Mikroschalter offenbart, welcher
mittels lonentiefätzen (DRIE, deep reactive ion etching) aus einem Silizium-Substrat
gefertig ist und drei Kontaktstücke umfasst. Zwei der drei Kontaktstücke sind auf
dem Substrat festgesetzt (Fixkontakte). Das andere, bewegliche Kontaktstück ist Betandteil
eines beweglichen Kontaktträgers. Dieser Kontaktträger ist substratparallel biegbar
und an seinen zwei Enden auf dem Substrat festgesetzt. Die beiden Fixkontakte sind
bezüglich der beiden Enden des beweglichen Kontaktträgers unsymmetrisch angeordnet,
so dass der bewegliche Kontaktträger zwei stabile Positionen (Schaltzustände) aufweist.
Im ausgeschalteten Zustand hat der bewegliche Kontaktträger die Form eines symmetrischen
Schwingungsbauches, im eingeschalteten Zustand die Form eines asymmetrischen Schwingungsbauches.
Im eingeschalteten Zustand kontaktiert das bewegliche Kontaktstück die beiden Fixkontakte.
Mittels mindestens eines elektrostatischen Antriebs ist der bewegliche Kontaktträger
von einem Schaltzustand in den anderen Schaltzustand schaltbar.
[0003] Die Fixkontakte sind massiv und starr. Sie sind fingerkuppenförmig und in Richtung
des beweglichen Kontaktstücks gerundet geformt. Das bewegliche Kontaktstück ist, auch
im eingeschalteten Zustand, trotz der Biegbarkeit des Kontaktträgers starr. Denn der
an seinen beiden Enden auf dem Substrat festgesetzte Kontaktträger muss in der Lage
sein, grosse Andruckkräfte auf die Fixkontake auszuüben. Beim Erstellen der Kontakte
zwischen dem beweglichen Kontaktstück und den Fixkontakten kommen darum die drei Kontaktstücke
sofort zur Ruhe, und es ergibt sich pro Fixkontakt je ein punktförmiger oder zum Substrat
senkrechter linienförmiger Kontakt mit dem beweglichen Kontaktstück, nämlich an den
Stellen der ersten Berührung des beweglichen Kontaktstücks mit den Fixkontakten.
[0004] Ein solcher punktförmiger oder zum Substrat senkrechter linienförmiger Kontakt weist
einen grossen elektrischen und thermischen Widerstand auf, da die Kontaktfläche oder
die Anzahl von Kontaktpunkten sehr gering ist. Hinzu kommt, dass Verschmutzungen der
sich kontaktierenden Flächen den Kontaktwiderstand weiter erhöhen, insbesondere wenn
kleine Ströme geschaltet werden, bei denen kein Lichtbogen entsteht, der Kontaminationen
von den Kontaktflächen entfernen könnte.
[0005] Ausser dem geschilderten bistabil schaltbaren Aufbau ist in DE 10040867 A1 auch ein
monostabiler Aufbau offenbart, bei dem nur ein Fixkontakt aufgewiesen wird, welcher
von den beiden Enden des beweglichen Kontaktträgers gleich weit entfernt angeordnet
ist. Die Kontaktierungsprobleme sind aber in diesem Fall dieselben wie im bistabilen
Fall.
[0006] Aus US 6,057,520 ist ein MEMS-Schalter bekannt, der einen vertikal, also senkrecht
zum Substrat beweglichen Kontaktträger aufweist. Dieser Kontaktträger ist zungenförmig
ausgebildet und an einem Ende auf dem Substrat festgesetzt. An dem freien Ende des
Kontaktträgers sind mehrere massive, starre Kontaktstücke angebracht, welche nach
einem Schalten des Schalters in den eingeschalteten Zustand eine entsprechende Anzahl
auf dem Substrat fixierte starre Kontaktstücke kontaktieren. Auch hier treten die
oben genannten Kontaktierungsprobleme zwischen den starren Kontaktstücken auf.
[0007] Weiterhin ist aus der DE 19950964 ist eine MEMS-Kontaktanordnung gemäss dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bekannt, beim der zum Herstellen einer elektrischen Verbindung ein
beweglicher Kontaktbügel auf eine brückenförmig nach oben gewölbte Kontaktfläche gedrückt
wird. Durch den aufdrückenden Kontaktbügel biegt sich die elastisch reversibel verformbare
Kontaktfläche nach unten durch. Als nachteilig für eine sichere Kontaktierung hat
sich herausgestellt, dass beim Lösen der elektrischen Verbindung keine Rückhaltekraft
zwischen Kontaktbügel und Kontaktfläche auftritt, welche den Ausschaltvorgang erschwert.
Darstellung der Erfindung
[0008] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine mikro-mechanische oder mikro-elektromechanische
(MEMS-) Kontaktanordnung und ein mikro-mechanisches oder mikro-elektromechanisches
(MEMS-) Schaltgerät der eingangs genannten Art zu schaffen, welche die oben genannten
Nachteile nicht aufweisen. Insbesondere soll eine verbesserte und sichere Kontaktierung
erreicht werden.
[0009] Diese Aufgabe löst eine MEMS-Kontaktanordnung mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 und ein MEMS-Schaltgerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs 16.
[0010] Die erfindungsgemässe MEMS-Kontaktanordnung weist mindestens ein erstes Kontaktstück
und ein zweites Kontaktstück auf, wobei mindestens eines der beiden Kontaktstücke
antreibbar ist, und wobei die MEMS-Kontaktanordnung mittels des antreibbaren Kontaktstücks
zwischen einem ersten Schaltzustand und mindestens einem zweiten Schaltzustand schaltbar
ist, wobei die beiden Kontaktstücke in dem ersten Schaltzustand voneinander getrennt
sind und in dem zweiten Schaltzustand einander kontaktierend sind.
Weiterhin weist die erfindungsgemässe MEMS-Kontaktanordnung mindestens ein erstes
Kontaktstück auf, welches ein flexibles Kontaktsegment und einen Kontaktsegment-Träger
besitzt, und wobei das mindestens eine flexible Kontaktsegment mittels mindestens
des zweiten Kontaktstücks bei einem Schaltvorgang von dem ersten Schaltzustand in
den zweiten Schaltzustand und/oder von dem zweiten Schaltzustand in den ersten Schaltzustand
elastisch verformbar ist. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass zur elastischen Verformung
des mindestens einen flexiblen Kontaktsegments mittels mindestens des zweiten Kontaktstücks
bei einem Schaltvorgang von dem ersten Schaltzustand in den zweiten Schaltzustand
beziehungsweise von dem zweiten Schaltzustand in den ersten Schaltzustand eine Einführungsenergie
beziehungsweise eine Ausführungsenergie aufzubringen ist, und dass im zweiten Schaltzustand
von dem flexiblen Kontaktsegment auf das zweite Kontaktstück eine Rückhaltekraft ausgeübt
wird, durch welche Rückhaltekraft ein Schaltvorgang von dem zweiten Schaltzustand
in den ersten Schaltzustand erschwert wird. Zur Durchführung eines Schaltvorgangs
muss also ein Potentialberg überwunden werden. Die zum Schalten benötigte Energie
wird im allgemeinen von einem Antrieb aufgebracht, mittels dessen das antreibbare
Kontaktstück angetrieben wird. In dem zweiten Schaltzustand wird eine sichere und
gute Kontaktierung dadurch unterstützt, dass das flexible Kontaktstück durch die in
ihm aufgrund der Verformung beim Übergang von dem ersten in den zweiten Schaltzustand
gespeicherte Deforma tionsenergie eine Druckkraft auf das zweite Kontaktstück ausübt.
Diese Druckkraft kann auch als Rückhaltekraft bezeichnet werden. Im zweiten Schaltzustand
kann eine klemmende Verbindung zwischen den beiden Kontaktstücken vorliegen.
[0011] Dadurch wird eine sichere Kontaktierung erreicht. Kontaktierungsprobleme aufgrund
von Fertigungstoleranzen werden verringert, da fertigungstoleranzbedingte Ungenauigkeiten
ausgeglichen werden. Eventuelle Verformungen sind ausgleichbar. Der Einfluss eventueller
Verschmutzungen auf die Güte der Kontaktierung kann deutlich verringert werden.
[0012] Insbesondere ist das mindestens eine flexible Kontaktsegment mittels mindestens des
zweiten Kontaktstücks bei einem Schaltvorgang elastisch derart verformbar, dass das
mindestens eine flexible Kontaktsegment mit dem zweiten Kontaktstück in dem zweiten
Schaltzustand mindestens einen flächigen Berührungsbereich oder eine vorgebbare Mehrzahl
von Berührungspunkten aufweist. Die Kontaktierung ist dadurch besser und sicherer.
Die effektive Grösse von Kontaktflächen und/oder die Anzahl von Kontaktpunkten ist
vergrössert, so dass der elektrische und/oder thermische Widerstand an der Kontaktstelle
verringert ist oder ein mit der Kontaktanordnung versehenes Mikro-Ventil dichter schliesst.
[0013] Vorteilhaft ist das flexible Kontaktsegment im zweiten Schaltzustand dem zweiten
Kontaktstück angeformt. Das heisst, dass im zweiten Schaltzustand die Form des flexiblen
Kontaktsegments in Bereichen, in denen sich das erste und das zweite Kontaktstück
berühren, an die Form des zweiten Kontaktstücks angepasst ist. Aufgrund der elastischen
Deformation, die das flexible Kontaktsegment durch den Schaltvorgang erfährt, ist
die Form des flexiblen Kontaktsegments im ersten Schaltzustand verschieden von der
Form des flexiblen Kontaktsegments im zweiten Schaltzustand. Dadurch wird eine sichere,
da grosse Kontaktflächen und/oder viele Kontaktpunkte aufweisende Kontaktierung erreicht.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes weisen das flexible
Kontaktsegment und das zweite Kontaktstück im zweiten Schaltzustand mindestens einen
flächigen Berührungsbereich auf, wobei im zweiten Schaltzustand das zweite Kontaktstück
in dem Berührungsbereich von dem ersten Kontaktstück flächig umschlossen ist. Dadurch
wird ein sicherer, weil grossflächiger Kontakt erzielt.
[0015] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist das
zweite Kontaktstück gegenüber dem flexiblem Kontaktsegment bei einem Schaltvorgang
gleitreibend beweglich. Vorteilhaft ist dies der Fall sowohl bei Schaltvorgängen vom
ersten in den zweiten als auch bei Schaltvorgängen vom zweiten in den ersten Schaltzustand
der Fall. Beim Herstellen und/oder Lösen eines Kontaktes bewegen sich das flexible
Kontaktsegment und das zweite Kontaktstück also relativ zueinander, während sie sich
dabei berühren. Durch die gegenseitge Reibung der beiden Kontaktstücke können Verschmutzungen
der Kontaktstücke entfernt werden. Dadurch reinigt sich die Kontaktanordnung selbsttätig
durch Schaltvorgänge. Saubere Kontakte bedeuten sichere Kontakte. Die Zuverlässigkeit
der Kontaktierung ist dadurch sehr hoch. Besonders vorteilhaft ist diese Ausführungsform
bei elektrischen Anwendungen und insbesondere, wenn Ströme geschaltet werden, die
keinen Lichtbogen erzeugen, der eine kontaktreinigende Wirkung haben könnte.
[0016] In besonders vorteilhaften Ausführungsformen ist das flexible Kontaktsegment aufgrund
seiner Dünnwandigkeit flexibel und elastisch verformbar. Das flexible Kontaktsegment
weist mindestens einen flexiblen Abschnitt auf, der so dünn oder schmal ausgebildet
ist, dass er dadurch eine Flexibilität aufweist. Insbesondere kann von dem flexiblen
Kontaktsegment vorteilhaft ein flexibler Abschnitt mit einer Wanddicke zwischen 1
µm und 60 µm, vorzugsweise zwischen 5 µm und 25 µm aufgewiesen werden. Typischerweise
verwendete Materialien weisen dann eine geeignete Flexibilität und Verformbarkeit
auf, wobei trotzdem eine ausreichende Bruchfestigkeit gegeben ist. Die elastischen
Verformungen, die ein flexibler Abschnitt eines flexiblen Kontaktsegments typischerweise
durch das zweite Kontaktstück bei einem Schaltvorgang erfährt, ist vorteilhaft mindestens
von der Grössenordnung der Wanddicke des flexiblen Abschnitts des flexiblen Kontaktsegments
und/oder im Bereich des 0.1- bis 20-fachen, insbesondere des 1- bis 5-fachen der Wanddicke
des flexiblen Abschnitts des flexiblen Kontaktsegments.
[0017] Vorteilhaft ist mindestens das erste Kontaktstück einstückig ausgebildet. Dadurch
ist die Herstellbarkeit des ersten Kontaktstücks verbessert, und die Stabilität und
Zuverlässigkeit des ersten Kontaktstücks ist besonders gross.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes weist
das flexible Kontaktsegment zusätzlich zu mindestens einem flexiblen Abschnitt noch
eine dem Kontaktsegment-Träger zugewandte Basis auf. Diese Basis weist vorteilhaft
eine grössere Wanddicke auf als der mindestens eine flexible Abschnitt des flexible
Kontaktsegments. Dadurch weist die Basis eine geringere Flexibilität auf. Für eine
Verformung der Basis würde mehr Energie benötigt als für eine Verformung des mindestens
einen flexiblen Abschnitts. Die Basis ist stabiler als der flexible Abschnitt. Die
Basis weist eine grössere elektrische und/oder thermische Leitfähigkeit auf. Beispielsweise
kann anfallende Wärme besser abgeführt werden, und bei kurzzeitigen grossen thermischen
Lasten ist eine vergrösserte Wärmekapazität von Vorteil. Es wird eine verbesserte
Kontaktierung realisiert.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wirken das flexible Kontaktsegment
und das zweite Kontaktstück nach Art des Druckknopf-Prinzip derart zusammen, dass
der Kontaktsegment-Träger mindestens eine zusätzliche stabile Position aufweist. Wenn
der Kontaktsegment-Träger ein monostabiles Schaltelement ist, kann dadurch ein bistabiles
Schaltelement (und eine bistabile Kontaktanordnung) oder auch ein tristabiles Schaltelement
geschaffen werden. Und aus einem bistabil schaltbaren Kontaktsegment-Träger kann ein
tristabil schaltbares Schaltelement werden.
[0020] In weiteren vorteilhaften Ausführungsformen sind das flexible Kontaktsegment und
das zweite Kontaktstück nach Art eines Stecker-Steckdosen-Paares ineinanderfügbar.
[0021] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist das flexible Kontaktsegment
mindestens zwei, vorteilhaft vier, sechs oder mehr elastisch verformbare Kontaktfinger
auf. Diese vorteilhaft länglich und dünn ausgebildeten, vorteilhaft spazierstockartig
gekrümmten Teilsegmente sind derart geformt und angeordnet, dass jedes (oder wenigstens
die meisten) der Teilsegmente im zweiten Schaltzustand das zweite Kontaktstück berührt.
Dadurch ergeben sich zumindest eine (ungefähr) der Anzahl von Teilsegmenten entsprechende
vorgebbare Anzahl von Kontaktpunkten oder auch eine entsprechende Mehrzahl von Kontaktflächen.
Dadurch wird eine sichere Kontaktierung mit geringem Kontaktwiderstand erreicht.
[0022] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform weist das mindestens eine
flexible Kontaktsegment in dem zweiten Schaltzustand mindestens einen flächigen Berührungsbereich
mit dem zweiten Kontaktstück auf, und die Richtung der Relativbewegung von dem flexiblen
Kontaktsegment und dem zweiten Kontaktstückm bei einem Schaltvorgang schliesst mit
dem flächigen Berührungsbereich im wesentlichen einen Winkel α ein mit α = 45° ± 30°,
insbesondere α = 45° ± 15°. Der Winkel α liegt dabei in einer Ebene, die auf der Ebene
des flächigen Berührungsbereichs senkrecht steht. Und diejenigen Flächen des flexiblen
Kontaktsegments und des zweiten Kontaktstücks, die im zweiten Schaltzustand im wesentlichen
parallel zueinander ausgerichtet sind und einander in dem flächigen Berührungsbereich
berühren, sind im ersten Schaltzustand im wesentlichen bis auf einen Winkel mit 0°
≤ ε ≤ 30°, insbesondere 0° ≤ ε ≤ 10°, parallel zueinander ausgerichtet. Insbesondere
kann der Winkel ε vorteilhaft zusätzlich noch mindestens 1° gross, mindestens 2° gross
oder mindestens 4° gross gewählt werden. Bei einem Schaltvorgang vom ersten in den
zweiten und/oder vom zweiten in den ersten Schaltzustand reiben die genannten Flächen
aneinander, wodurch kontaktverschlechternde Verunreinigungen entfernt werden können.
Auf diese Weise wird eine sichere, da grossflächige und selbstreinigende Kontaktierung
erzielt.
[0023] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform beinhaltet das flexible
Kontaktsegment einen membranartigen Abschnitt, der bei einem Schaltvorgang elastisch
verformt wird. Eine derartige Membran passt sich flächig der Form des zweiten Kontaktstücks
an und gleicht Fertigungstoleranzen aus. Geringe Kontaktwiderstände und eine sichere
Kontaktierung können erzielt werden.
[0024] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform wird von dem flexiblen
Kontaktsegment oder von dem flexiblen Kontaktsegment gemeinsam mit dem ersten Kontaktstück
ein Volumen umschlossen wird, welches im wesentlichen mit einer elektrisch und thermisch
leitfähigen, elastisch verformbaren Füllung gefüllt ist. Dadurch wird die elektrische
und/oder thermische Leitfähigkeit des flexiblen Kontaktsegments erhöht.
[0025] Ein MEMS-Schaltgerät, beispielsweise ein Mikro-Relais, das eine erfindungsgemässe
Kontaktanordnung beinhaltet, weist oben genannte Vorteile auf.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen und Vorteile gehen aus den abhängigen Patentansprüchen
und den Figuren hervor.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0026] Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen,
welche in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigen
schematisch und in Aufsicht:
- Fig. 1
- ein MEMS-Relais mit membranförmigem flexiblen Kontaktsegment und elektrostatischen
Antrieben;
- Fig. 2a
- eine MEMS-Kontaktanordnung mit zwei Kontaktstücken und mit membranförmigem flexiblen
Kontaktsegment, geöffnet;
- Fig. 2b
- wie Fig. 2a, geschlossen;
- Fig. 3a
- eine MEMS-Kontaktanordnung mit drei Kontaktstücken, mit membranförmigem flexiblen
Kontaktsegment, geöffnet;
- Fig. 3b
- wie Fig. 3a, geschlossen;
- Fig. 4a
- eine MEMS-Kontaktanordnung mit zwei Kontaktstücken und mit asymmetrischem membranförmigem
flexiblen Kontaktsegment, geöffnet;
- Fig. 4b,4c
- wie Fig. 4a, geschlossen;
- Fig. 5
- eine MEMS-Kontaktanordnung mit drei Kontaktstücken und mit membranförmigem flexiblen
Kontaktsegment auf einer Basis, geöffnet;
- Fig. 6
- wie Fig. 5, zusätzlich noch mit Federmechanismus;
- Fig. 7a
- eine erfindungsgemässe MEMS-Kontaktanordnung mit zwei Kontaktstücken nach Art eines
Stecker-Steckdosenpaares und mit zwei Kontaktfingern, geöffnet;
- Fig. 7b
- wie Fig. 7a, geschlossen;
- Fig. 8a
- eine erfindungsgemässe MEMS-Kontaktanordnung mit zwei Kontaktstücken nach Art eines
Stecker-Steckdosenpaares und mit zwei Kontaktfingern, geöffnet;
- Fig. 8b
- wie Fig. 8a, geschlossen;
- Fig. 9a
- wie Fig. 8a, zusätzlich noch mit Basis;
- Fig. 9b
- wie Fig. 9a, geschlossen;
- Fig. 10a
- eine MEMS-Kontaktanordnung mit zwei Kontaktstücken und mit einer Mehrzahl von spiegelsymmetrisch
angeordneten Kontaktfingern, geöffnet;
- Fig. 10b
- wie Fig. 10a, geschlossen;
- Fig. 11a
- eine MEMS-Kontaktanordnung mit drei Kontaktstücken und mit gewinkelten, reibungserzeugenden
Berührungsflächen, geöffnet;
- Fig. b
- wie Fig. 11a, geschlossen;
- Fig. 12a
- ein erfindungsgemässes MEMS mit zwei Kontaktstücken, wobei mittels des Druckknopf-Prinzips
eine bistabile Schaltbarkeit erreicht wird, geöffnet;
- Fig. 12b
- wie Fig. 12a, geschlossen;
[0027] In den Figuren 1-6, 10a, 10b, 11a und 11b handelt es sich nicht um Ausführungsbeispiele
der Erfindung, sondern um Beispiele, die das Verständnis der Erfindung erleichtern.
Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung sind in der Bezugszeichenliste
zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche oder zumindest
gleichwirkende Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Die beschriebenen Ausführungsbeispiele
stehen beispielhaft für den Erfindungsgegenstand und haben keine beschränkende Wirkung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0028] Fig. 1 zeigt schematisch ein mikro-elektromechanisches Relais (MEMS-Relais, Mikro-Relais)
in Aufsicht. Der Aufbau dieses MEMS-Schaltgerätes entspricht in weiten Teilen dem
eingangs beschriebenen MEMS-Relais, wie es in der genannten Offenlegungsschrift DE
10040867 A1 beschrieben ist. Ein derartiges MEMS-Relais ist mittels lonentiefätzen
(DRIE) aus einem Halbleitermaterial, vorzugsweise einkristallinem Silizium, herstellbar.
Die Lineardimension eines solchen MEMS-Schaltgerätes ist typischerweise von der Grössenordnung
0.4 mm bis 5 mm. Die mittels DRIE erstellten Strukturen sind meist prismenförmig,
wobei die Prismen-Seitenflächen sich senkrecht zu der Oberfläche des Substrates erstrecken,
aus dem sie mittels Ätzen und gegebenenfalls Opferschicht-Technologie geformt wurden.
Die Höhe der Prismen ist typischerweise von der Grössenordnung 50 µm bis 500 µm. In
dem genannten Dokument DE 10040867 A1 sind weitere Details zu derartigen und ähnlichen
MikroSchaltern beschrieben.
[0029] Das in Fig. 1 dargestellte MEMS-Relais weist ein erstes Kontaktstück 1, ein zweites
Kontaktstück 2 und ein drittes Kontaktstück 3 auf. Das erste Kontaktstück 1 umfasst
ein flexibles Kontaktsegment 11 und einen mit dem flexiblen Kontaktsegment verbundenen
Kontaktsegment-Träger 12. Der Kontaktsegment-Träger 12 ist horizontal, also senkrecht
zur Substrat-Normalen biegbar und weist zwei stabile Positionen auf. An seinen beiden
Enden ist der Kontaktsegment-Träger 12 auf dem Substrat festgesetzt. In der ersten,
durch durchgezogene Linien dargestelleten Position des Kontaktsegment-Trägers befindet
sich das Relais in einem ersten Schaltzustand A, in welchem das Relais geöffnet ist:
Die Kontaktstücke 2 und 3 sind nicht leitend miteinander verbunden. Mittels des oben
rechts in Fig. 1 angedeuteten elektrostatischen Antriebs kann der Kontaktsegment-Träger
12 in seine zweite bistabile Position gebracht werden, in welcher sich das Relais
in einer zweiten, geschlossenen Position B befindet: Mittels des flexiblen Kontaktsegments
11, welches eine metallische Beschichtung aufweist, werden die ebenfalls metallisch
beschichteten Kontaktstücke 2 und 3 leitend miteinander verbunden. Mittels des unten
rechts in Fig. 1 dargestellten Antriebs 4 kann das Relais wieder im den geöffneten
Schaltzustand 2 geschaltet werden.
[0030] Details zu dem erfindungwesentlichen flexiblen Kontaktsegment 11 werden im Zusammenhang
mit den weiteren Figuren diskutiert. In den weiteren Figuren ist meist jeweils nur
die Kontaktanordnung und kein komplettes Schaltgerät dargestellt.
[0031] In der noch unveröffentlichten europäischen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen
02405334.0 sind verschiedene mikro-elektromechanische Systeme, insbesondere Schalter
und Relais beschrieben, die mit einer erfindungsgemässen Kontaktanordnung ausgestattet
werden können. Es wird an dieser Stelle auf die Aufführung der in dieser unveröffentlichten
europäischen Patentanmeldung genannten Einzelheiten verzichtet.
[0032] In Fig. 2a,b ist schematisch eine Kontaktanordnung dargestellt, die ähnlich der in
Fig. 1 dargestellten ist. Sie weist aber nur ein erstes Kontaktstück 1 und ein zweites
Kontaktstück 2 auf. In dem ersten Schaltzustand A (Fig. 2a) sind die beiden Kontaktstücke
1 und 2 voneinander getrennt, im zweiten Schaltzustand B berühren (kontaktieren) sich
die beiden Kontaktstücke 1 und 2 (Fig. 2b). Das erste Kontaktstück 1 ist einstückig
ausgebildet und weist ein flexibles Kontaktsegment 11 und einen Kontaktsegment-Träger
12 auf. Letzterer kann beispielsweise ausgebildet sein wie in Fig. 1. Das flexible
Kontaktsegment 11 ist membranartig ausgebildet. Es stellt eine dünne Wandung dar,
die mit dem Kontaktsegment-Träger 12 ein Volumen 114 umschliesst. Da das flexible
Kontaktsegment 11 und der Kontaktsegment-Träger 12 wie praktisch alle mittels DRIE
hergestellten Mikro-Elemente prismenartig sind, wobei sich die Prismen-Seitenwände
senkrecht zur Substratebene erstrecken, ist auch das umschlossene Volumen 114 prismenartig
und wird seitlich umschlossen, während es in substratparalleler Richtung nicht umschlossen
ist. Dieses nicht-eingeschlossene, aber umschlossene Volumen 114 kann mit einer leitfähigen
Füllung ganz oder teilweise gefüllt werden. Oberflächeneffekte tragen dazu bei, dass
die Füllung in dem Volumen 114 verbleibt. Je nach Anwendung kann die Füllung beispielsweise
eher eine gute elektrische und/oder gute thermische Leitfähigkeit aufweisen. Als Füllung
eignen sich unter anderem Flüssigmetalle, beispielsweise Quecksilber, Indium, Gallium
oder Legierungen dieser Metalle, oder auch (elektrisch) leitfähige Polymere, beispielsweise
konjugierte Polymere. Mittels einer derartigen Füllung kann ein verringerter Kontaktwiderstand
erzielt werden. Vorteilhaft weisen auch die ungefüllten Kontaktstücke schon eine gute
Leitfähigkeit auf, beispielsweise im Falle von halbleitenden Materialien durch entsprechende
Dotierung.
[0033] Im ersten Schaltzustand A weist das flexible Kontaktsegment 11 (in Aufsicht) etwa
die Form eines unten konkav eingebogenen Buchstaben "U" auf. Bei einem Schaltvorgang
in den zweiten Schaltzustand B wird das flexible Kontaktsegment 11 durch das vorn
fingerkuppenförmige zweite Kontaktstück 2 elastisch verformt. Das flexible Kontaktsegment
1 ist flexibel und elastisch verformbar weil es dünnwandig ausgebildet ist. Im Falle
von Silizium haben die Wandflächen dann typischerweise eine Dicke d von 1 µm bis 60
µm; beste Ergebnisse wurden im Dickenbereich von 5 µm bis 25 µm erzielt. Im zweiten
Schaltzustand B weisen die beiden Kontaktstücke 1,2 einen flächigen Berührungsbereich
5 auf. In dem Berührungsbereich 5 passt sich die Form des flexiblen Kontaktsegments
1 1 der Form des zweiten Kontaktstücks 2 an. Die Form des flexiblen Kontaktsegments
11 ist im zweiten Schaltzustand B anders als im ersten Schaltzustand A. Im Berührungsbereich
5 ist das zweite Kontaktstück 2 von dem flexiblen Kontaktsegment 11 und somit von
dem ersten Kontaktstück 1 flächig umschlossen. Durch die Formgebung der zwei Kontaktstücke
1,2 wird weiterhin ein Zentrierungseffekt erzielt, wodurch Fertigungstoleranzen ausgeglichen
werden können. Bei einem Wechsel der Schaltzustände kommt es zu einer leichten Gleitreibung
zwischen dem flexiblen Kontaktsegment 11 und dem zweiten Kontaktstück 2. Dadurch kann
eine Reinigungwirkung der Kontaktstücke 1,2 erzielt werden.
[0034] An den Stellen, an denen dünnwandige Abschnitte des flexiblen Kontaktsegments 11
befestigt sind oder in einen breiteren Abschnitt übergehen, wie beispielsweise in
Fig. 2a und b an den Übergängen von dem flexiblen Kontaktsegment 11 zu dem Kontaktsegment-Träger
12, werden vorteilhaft allmähliche, beispielsweise ungefähr parabelförmige Übergänge
gewählt (siehe Fig. 2a,b). Dadurch wird eine verbesserte Stabilität und Haltbarkeit
erreicht.
[0035] Fig. 3a und 3b zeigen eine ähnliche Kontaktanordnung wie die aus den Fig. 1 und Fig.
2a,b. Die Kontaktanordnung entspricht der aus Fig. 2, nur dass statt eines zweiten
Kontaktsegments 2 zwei Kontaktstücke 2 und 3 aufgewiesen werden. Jedes der beiden
Kontaktstücke 2 und 3 weist die Form einer abgerundeten Hälfte eines der Länge nach
geteilten, in Fig. 2a,b dargestellten, fingerkuppenförmigen Kontaktstücks auf. Die
oben erwähnte gleitreibungsbedingte Selbstreinigungswirkung ist bei dieser Ausführungsform
noch stärker als bei der Ausführungsform von Fig. 2. Denn für jedes der Kontaktstücke
2 und 3 ergibt sich bei einem Einschaltvorgang (A nach B) ein deutlich asymmetrisch,
seitlich (nicht frontal) liegender erster Berührungpunkt mit dem flexiblen Kontaktsegment
11. Bis dann eine Endposition der Kontaktstücke 1,2,3 erreicht ist, erfolgt eine reibende
Relativbewegung der Kontaktstücke 2 und 3 gegenüber dem flexiblen Kontaktsegment 11.
[0036] Generell ist bei den meisten elektrischen Anwendungen eine gerundete Ausführung der
Kontaktstücke ohne Spitzen bevorzugt, da dadurch elektrischer Feldstress und Spitzeneffekte
vermieden werden.
[0037] Fig. 4a, b und c is eine weitere vorteilhafte Ausführungsform dargestellt. Sie entspricht
weitgehend der in Fig. 2a,b dargestellten Ausführungsform und wird ausgehend davon
beschrieben. Das membranartige flexible Kontaktsegment 11 ist in Fig. 4 nicht, wie
in Fig. 2 im wesentlichen symmetrisch geformt, sondern hat eine asymmetrische Form
in Bezug auf die Richtung der gegenseitigen Bewegung von dem flexiblen Kontaktsegment
11 und dem zweiten Kontaktstück 2. Dadurch ergibt sich, wie im Zusammenhang mit Fig.
3 beschrieben, eine intensive Reibung des zweiten Kontaktstücks 2 mit dem flexiblen
Kontaktsegment 11, welche zur Entfernung etwaiger Verunreinigungen im Berührungsbereich
5 führen kann.
[0038] Fig. 4a skizziert den ersten Schaltzustand A. Fig. 4b zeigt einen Schaltzustand während
eines Schaltvorgangs von A nach B. Das erste Kontaktstück 1 kontaktiert bereits das
zweite Kontaktstück 2. Man kann die Kontaktanordnung so gestalten, dass der in Fig.
4b gezeigte Schaltzustand dem letzendlich erreichten Schaltzustand B entspricht. Vorteilhaft
kann aber die Kontaktanordnung so dimensioniert werden, dass erst die in Fig. 4c dargestellte
Position die Endposition, also der Schaltzustand B ist. Dann weist das flexible Kontaktsegment
11 nicht nur an den zwei Enden der Membran je eine Kontakstelle mit dem Kontaktsegment-Träger
12 auf, sondern zusätzlich noch einen weiteren, im ersten Schaltzustand A nicht vorhandenen
Berührungspunkt 6 (oder eine Berührungsfläche 6). Daraus ergibt sich ein geringerer
Kontaktwiderstand. Eventuelle Kontaktierungsprobleme aufgrund von Fertigungstoleranzen
können unter anderem dadurch zumindest vermindert werden, dass dasjenige Kontaktstück,
das angetrieben ist, stets eine Restbeweglichkeit, meist durch eine federartige Aufhängung,
aufweist. Überträgt man den Aufbau aus Fig. 4 auf das Schaltgerät von Fig. 1, so ist
das erste Kontaktstück 1 das angetriebene Kontaktstück.
[0039] Fig. 5 zeigt eine weitere Kontaktanordnung, welche der aus Fig. 3 ähnlich ist und
ausgehend davon beschrieben wird. Das flexible Kontaktsegment 11 weist in Fig. 5 ausser
einem membranartigen flexiblen Abschnitt noch eine Basis 113 auf. Und das flexible
Kontaktsegment 11 weist ungefähr die Form eines gleichschenkligen Dreiecks auf, wobei
die Grundseite des Dreiecks von dem zweiten Kontaktstück 2 und dem dritten Kontaktstück
3 abgewandt ist und von der Basis 113 gebildet wird. Es ist der erste Schaltzustand
A dargestellt. Das von dem flexiblen Kontaktsegment 11 umschlossene Volumen 114 kann
bei Bedarf, wie im Zusammenhang mit Fig. 2 beschrieben, mit einer Füllung gefüllt
werden.
[0040] Vorzugsweise ist das flexible Kontaktsegment 11, insbesondere an der den Kontaktstücken
2 und 3 zugewandten Seite (Spitze des Dreiecks), abgerundet (nicht dargestellt). Durch
einen Schaltvorgang wird der flexible Abschnitt des flexiblen Kontaktsegments 11 elastisch
verformt, und es kommt zu einer gleitreibenden Bewegung zwischen den flexible Kontaktsegment
11 und den Kontaktstücken 2 und 3.
Die Basis 113 des flexiblen Kontaktsegments 11 vergrössert die Leitfähigkeit der Kontaktanordnung.
Elektrische und/oder thermische Widerstände werden dadurch reduziert. Und es wird
eine grössere Wärmekapazität realisiert.
[0041] Fig. 6 zeigt eine Kontaktanordnung, die weitgehend der aus Fig. 5 entspricht. Es
ist zusätzlich noch ein Mittel zur Federung 13 zwischen dem flexiblen Kontaktsegment
11 und dem Kontaktsegment-Träger 12 angeordnet. Dadurch werden Kontaktierungsprobleme
aufgrund von Fertigungstoleranzen verringert. Das Kontaktsegment 11 kann sich optimal
an die Kontaktstücke 2 und 3 anschmiegen
[0042] In Fig. 7 ist eine Kontaktanordnung mit einem ersten Kontaktstück 1 und einem zweiten
Kontaktstück 2 dargestellt, bei denen die beiden Kontaktstücke 1,2 nach Art eines
Stecker-Buchse-Paares zusammenwirken. Das zweite Kontaktstück 2 weist eine Nase auf,
die ungefähr die Form eines abgerundeten Rechtecks hat, das zudem eine kleine Taillierung
aufweist.
[0043] Das erste Kontaktstück 1 beinhaltet ausser dem Kontaktsegment-Träger 12 noch ein
flexibles Kontaktsegment 11, das zwei flexible Kontaktfinger 111,112 aufweist. Die
Kontaktfinger 111,112 sind jeweils an einem Ende mit dem Kontaktsegment-Träger 12
verbunden und an einem anderen Ende frei, und dem zweiten Kontaktsegment 2 zugewandt.
Die länglichen Kontaktfinger 111, 112 sind im wesentlichen parallel zueinander sowie
senkrecht zum Kontaktsegment-Träger 12 ausgerichtet. Sie sind leicht S-förmig gekrümmt,
wobei die freien Enden voneinander weggebogen sind.
[0044] Im zweiten Schaltzustand B (Fig. 7b) ist das steckerartige zweite Kontaktstück 2
mit seiner Nase zwischen den beiden Kontaktfingern 111,112 angeordnet. Mit jedem der
beiden Kontaktfinger 111,112 weist das Kontaktstück 2 einen flächigen Berührungsbereich
5 auf. Ausserdem weist das Kontaktstück 2 vorteilhaft auch noch einen flächigen Berührungsbereich
5 ' mit dem Kontaktsegment-Träger 12 auf. Im zweiten Schaltzustand B sind die Kontaktfinger
111,112 ausser an ihren am Kontaktsegment-Träger 12 befestigten Ende weiter voneinander
beabstandet als im ersten Schaltzustand A.
[0045] Bei einem Schaltvorgang von A nach B werden die Kontaktfinger 111, 112 elastisch
verformt, und es findet eine gleitreibende Bewegung zwischen dem zweiten Kontaktstück
2 und dem flexiblen Kontaktsegment 11 statt. Dazu muss eine Einführungsenergie oder
Kontaktfinder-Deformationsenergie aufgebracht werden. Diese Einführungsenergie wird
im allgemeinen von einem Antrieb geliefert. Im zweiten Schaltzustand B üben die Kontaktfinger
111, 112 eine Rückhaltekraft auf das zweite Kontaktstück 2 aus. Sie drücken das zweite
Kontaktstück 2 seitlich zusammen und halten es dadurch fest in der kontaktierenden
Position. Dadurch ist eine minimale zur Trennung der Kontaktstücke 1 und 2 erforderliche
Kraft vorgebbar. Bei einem Schaltvorgang B nach A muss eine Ausführungsenergie aufgebracht
werden, um die Kontakte voneinander zu trennen. Die Kontaktanordnung ist in der oben
bereits beschriebenen Weise selbstreinigend.
[0046] Die Formen der Kontaktstücke 1,2 sind derart gewählt, dass das flexible Kontaktsegment
11 im zweiten Schaltzustand dem ersten Kontaktstück 1 angeformt ist.
[0047] In Fig. 8a,b ist eine Kontaktanordnung gezeigt, die der aus Fig. 7a,b ähnlich ist
und ausgehend von dieser beschrieben wird. Statt dass das zweite Kontaktstück 2 im
zweiten Schaltzustand B zwischen den beiden Kontaktfingern 111,112 angeordnet ist
(Fig. 7b), kontaktiert es in Fig. 8b die beiden Kontaktfinger 111,112 von aussen,
also von denjenigen Seiten der Kontaktfinger 1 1 1 ,1 12, die dem jeweils anderen
Kontaktfinger 112, 111 abgewandt sind. Dazu weist das zweite Kontaktstück 2 eine ungefähr
U-förmige, dem ersten Kontaktstück zugewandte Ausnehmung auf.
[0048] Fig. 9a, b zeigt eine Kontaktanordnung, die der aus Fig. 8a,b ähnlich ist und ausgehend
von dieser beschrieben wird. Statt eines zweiten Kontaktstücks 2 wird im zweiten Schaltzustand
B das erste Kontaktstück 1 von einem zweiten Kontaktstück 2 und einem weiteren Kontaktstück
3 kontaktiert. Jedes der beiden Kontaktstücke 2 und 3 weist die Form einer abgerundeten
Hälfte eines der Länge nach geteilten in Fig. 8a,b dargestellten Kontaktstücks auf.
Zusätzlich ist das flexible Kontaktsegment 11 auch noch mit einer Basis 1 13 ausgestattet,
die gleichwirkend ist wie die Basen 113 in Fig. 5 und Fig. 6. Im zweiten Schaltzustand
B (Fig. 9b) werden Berührungsflächen 5 der Kontaktstücke 2 und 3 mit dem flexiblen
Abschnitt des flexiblen Kontaktsegments 11 und auch Berührungsflächen 5' der Kontaktstücke
2 und 3 mit der Basis 113 aufgewiesen. Vorteilhaft können die freien Enden der Kontaktfinger
111,112 auch noch weiter zueinander hingebogen sein als in Fig. 9a,b dargestellt.
Dadurch wird bei elektrischen Anwendungen der Einfluss von Feldstress und Spitzeneffekten
reduziert.
[0049] Fig. 10a,b zeigt eine Kontaktanordnung mit einem ersten Kontaktstück 1 und einem
zweiten Kontaktstück 2. Das erste Kontaktstück 1 weist ein flexibles Kontaktsegment
11 auf, das eine Mehrzahl nebeneinander angeordneter flexibler Kontaktfinger 111,112
umfasst. Die in Fig. 10a,b dargestellten sechs Kontaktfinger 111,112 sind (hälftig)
in zwei Gruppen aus je drei Kontaktfingern 111 beziehungsweise 112 aufgeteilt, die
vorzugsweise im wesentlichen spiegelbildlich angeordnet sind. Es können aber auch
2, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 10 oder mehr, beispielsweise 12, 14, 16 oder 18 Kontaktfinger
111, 112 aufgewiesen werden. Die Kontaktfinger 111, 112 sind länglich ausgebildet
und spazierstockförmig oder nach Art eines gekrümmten Fingers gebogen. Das Verhältnis
von Länge zu Wanddicke der Kontaktfinger 111, 112 liegt vorteilhaft im Bereich von
5:1 bis 100:1, insbesondere vorteilhaft im Bereich von 12: 1 bis 40:1 oder vorteilhaft
auch im Bereich von 20:1 bis 30:1. Diese Längen-zu-Wanddicken-Verhältnisse sind auch
für die anderen in dieser Beschreibung dargestellten Kontaktfinger (siehe Figs. 7,
8, 9, 12). An einem Ende sind die Kontaktfinger 111,112 mit dem Kontaktsegment-Träger
12 verbunden. An ihrem anderen Ende (entsprechend dem Griff des Spazierstocks oder
der Spitze des Fingers) sind sie frei. Die Richtung der Krümmung der Kontaktfinger
111 (an ihrem freien Ende) ist vorteilhaft der Krümmung der Kontaktfinger 112 entgegengesetzt.
In Fig. 10a ist der erste Schaltzustand A (geöffnet) dargestellt. Die Länge der einzelnen
Kontaktfinger 111, 112 ist vorteilhaft derart gewählt, dass eine Einhüllende ihrer
freien Enden im wesentlichen der den Kontaktfingern111, 112 zugewandten Oberfläche
des zweiten Kontaktstücks 2 entspricht. Zumindest hat die genannte Einhüllende im
zweiten Schaltzustand (Fig. 10b) vorteilhaft eine solche Form, so dass sich die Kontaktfinger
111,112 dann an das zweite Kontaktstück 2 anschmiegen.
[0050] Im zweiten Schaltzustand B (Fig. 10b, geschlossen) weisen das erste Kontaktstück
1 und das zweite Kontaktstück 2 eine Mehrzahl von Kontaktpunkten 5 auf. Es kann sich
auch um eine Mehrzahl von Kontaktflächen 5 handeln. Die einzelnen Kontaktfinger 111,112
des flexiblen Kontaktsegments 11 sind durch das zweite Kontaktstück 2 elastisch verformt.
Das flexible Kontaktsegment 11 ist dem zweiten Kontaktstück 2 angeformt. Bei einem
Schaltvorgang bewegen sich die Kontaktfinger 111,112 des flexiblen Kontaktsegments
11 gleitreibend gegenüber dem zweiten Kontaktstück 2, so dass es zu dem oben erwähnten
Selbstreinigungseffekt kommt.
[0051] Eine Kontaktanordnung entsprechend Fig. 10a,b hat den Vorteil, dass eine minimale
Anzahl von Kontaktpunkten 5 oder Kontaktflächen 5 vorgebbar ist, so dass stets ein
sicherer Kontakt mit geringem Kontaktwiderstand erzielbar ist.
[0052] Fig. 11a,b veranschaulicht eine weitere vorteilhafte Ausführungsform. In Fig. 11a
dargestellt ist der erste Schaltzustand A, in Fig. 11 b der zweite Schaltzustand B.
Die Kontaktanordnung weist drei Kontaktstücke 1,2,3 auf. Das erste Kontaktstück 1
umfasst ein flexibles Kontaktsegment 11 und einem Kontaktsegment-Träger 12. Das dritte
Kontaktstück 3 umfasst ein flexibles Kontaktsegment 31 und einem Kontaktsegment-Träger
32. Das dritte Kontaktstück 3 ist vorzugsweise spiegelsymmetrisch zum ersten Kontaktstück
1 ausgebildet und angeordnet. Das zweite Kontaktstück 2 umfasst einen starren Abschnitt
und einen mit dem starren Abschnitt verbundenen Kontakt-Träger 22.
[0053] In Fig. 11a,b ist das zweite Kontaktstück 2 das angetriebene Kontaktstück. Die Richtung
der relativen Bewegung des zweiten Kontaktstücks 2 gegenüber den Kontaktstücken 2
und 3 ist durch eine gestrichelte Linie dargestellt. Der starre Abschnitt des zweiten
Kontaktstücks 2 weist zwei im wesentlichen ebene Flächen auf, die mit der Richtung
der relativen Bewegung des zweiten Kontaktstücks 2 gegenüber den Kontaktstücken 1
und 3 einen Winkel α' einschliessen. Im zweiten Schaltzustand B (Fig. 11b) weisen
das erste und das dritte Kontaktstück 1,3 an ihren flexiblen Kontaktsegmenten 11,31
Berührungsflächen 5 mit dem zweiten Kontaktstück 2 auf. Diese Berührungsflächen 5
im zweiten Schaltzustand B schliessen mit der Richtung der relativen Bewegung des
zweiten Kontaktstücks 2 gegenüber den Kontaktstücken 1 und 3 einen Winkel α ein. Dieser
Winkel α liegt vorzugsweise im Bereich von etwa 45° ± 30°, insbesondere im Bereich
von 45° ± 15°. Aufgrund der Starrheit des starren Abschnitts des zweiten Kontaktstücks
2 wird der starre Abschnitt bei Schaltvorgängen im wesentlichen nicht elastisch verformt.
Darum sind die Winkel α und α ' im wesentlichen gleich gross.
[0054] Im ersten Schaltzustand A (Fig. 11a) sind diejenigen Flächen des zweiten Kontaktstücks
2 und des ersten beziehungsweise dritten Kontaktstücks 1,3, die im zweiten Schaltzustand
die flächigen Berührungsbereich 5 bilden, in einem Winkel ε zueinander angeordnet.
Für diesen Winkel ε gilt vorzugsweise 0° ≤ ε ≤ 30° und insbesondere 0° ≤ ε ≤ 10°.
Besonders vorteilhaft sind auch kleine Winkel mit 0° ≤ ε ≤ 5°. Durch die beschriebene
Anordnung und mit den angegebenen Winkeln kann ein sicherer, grossflächiger Kontakt
mit ausgeprägter Reib- und entsprechend guter Reinigungswirkung realisiert werden.
[0055] Zumindest für elektrische Anwendungen werden bevorzugt Kontaktanordnungen eingesetzt,
die stärker abgerundete Ecken und Kanten aufweisen als in Fig. 11 dargestellt.
[0056] In Fig. 12a,b ist eine Kontaktanordnung gezeigt, die ähnlich der in Fig. 7a,b dargestellten
ist. Sie wird ausgehend davon beschrieben. In Fig. 12 weist das zweite Kontaktstück
2 eine deutliche Verjüngung, insbesondere eine Taille auf. Die Kontaktfinger 111,112
des flexiblen Kontaktsegments 11 sind deutlich S-förmig gebogen, und zwar so, dass
die von dem Kontaktsegment-Träger 12 weiter entfernt liegenden Bäuche der beiden "S"
im zweiten Schaltzustand B (Fig. 12b) in die genannte Verjüngung eingreifen. Die zum
Einschalten (A nach B) aufzubringende Einführungsenergie und auch die zum Ausschalten
(B nach A) aufzubringende Ausführungsenergie ist gross. Die Ausführungsenergie ist
so gross, dass ein monostabil schaltbarer Kontaktsegment-Träger 12, wie der in Fig.
12a,b dargestellte, dadurch bistabil schaltbar wird. Die erste stabile Position ist
dabei die natürliche, herstellungsbedingte stabile Position des an sich monostabilen
biegbaren Kontaktsegment-Trägers 12 (Fig. 12a, Schaltzustand A). Die zweite stabile
Position (Fig. 12b, zweiter Schaltzustand) ist die an sich nicht-stabile, gebogene
Position des biegbaren Kontaktsegment-Trägers 12, in welcher die Kontaktanordnung
allerdings verbleibt, bis in geeigneter Weise die Ausführungsenergie aufgebracht wird.
Durch das flexible Kontaktsegment 11 wird die Kontaktanordnung also in der zweiten
stabilen Schaltposition B gehalten. Mittels des Druckknopf-Prinzips wird eine bistabil
schaltbare Kontaktanordnung realisiert. Die Zahl der stabilen Positionen für den Kontaktsegment-Träger
kann also um mindestens eins erhöht werden. Ein nicht-dargestelltes Beispiel für eine
Erhöhung um zwei stabile Positionen ist ein an einem Ende eingespannter Balken, der
an seinem freien Ende auf jeder Seite ein flexibles Kontaktsegments nach Art des in
Fig. 12a,b dargestellten flexiblen Kontaktsegments aufweist, wobei jedes dieser flexiblen
Kontaktsegmente mit je einem weiteren Kontaktstück nach Art des Druckknopf-Prinzips
zusammenwirkt. So ergeben sich drei stabile Positionen des Kontaktsegment-Trägers
statt nur einer einzigen.
[0057] In den vorgestellten Ausführungsformen werden dadurch verbesserte, sicherere Kontaktanordnungen
geschaffen, dass ein aufgrund seiner Dünnwandigkeit flexibles Kontaktsegment 11 bei
einem Schaltvorgang mittels des meist starren zweiten Kontaktsegments 2 elastisch
verformt wird. Im allgemeinen ist das flexible Kontaktsegment 11 von dem Antrieb 4
verschieden und wird auch nicht direkt durch den Antrieb 4 verformt. Im allgemeinen
wird sich das flexible Kontaktsegment sowohl bei einem Schaltvorgang von dem ersten
in den zweiten also auch bei einem Schaltvorgang von dem zweiten in den ersten Schaltzustand
elastisch deformieren. Es ist aber auch denkbar, dass eine dieser (Re-) Deformationen
erst (kurz) nach dem Schaltvorgang (und vor einem weiteren Schaltvorgang) stattfindet,
wobei eine solche (Re-) Deformation auch induziert sein kann, also nicht von selbst,
sondern stimuliert, beispielsweise durch elektrostatische Kräfte, passiert.
[0058] Die weiter oben und im folgenden aufgeführten alternativen oder zusätzlichen Merkmale
sind optional und untereinander sowie mit den in der Beschreibung dargestellten Ausführungsbeispielen
beliebig kombinierbar.
[0059] Die Kontaktanordnungen können mittels einer oder mehrerer Strukturierungsverfahren,
wie beispielsweise DRIE, 3D-UV-Tiefenlithographie, LIGA-Technik oder sonstigen Strukturierungsverfahren
aus der Halbleiter-Herstellung (Beschichten, Ätzen) hergestellt werden.
[0060] Als Materialien, aus denen die Kontaktanordnungen oder MEMS hergestellt werden, kommen
ausser Silizium (Si) noch weitere Materialien, vor allem Halbleitermaterialien in
Frage. Insbesondere geeignet sind Siliziumkarbid (SiC), Germanium (Ge), Galliumarsenid
(GaAs), Galliumnitrid (GaN), InSb (Indiumantimonid), InP (Indiumphosphid), Quarz und
Diamant. Wichtig ist eine hohe Zugfestigkeit, eine hohe Abriebfestigkeit und eine
geringe mechanische Ermüdung.
[0061] Vorzugsweise werden Materialien mit einer Zugfestigkeit von mindestens 40 N/m
2, besser mindestens 50 N/m
2 oder noch besser mindestens 60 N/m
2 eingesetzt. Silizium hat eine Zugfestigkeit von 69 N/m
2, während Stahl typischerweise 21 N/m
2, maximal 42 N/m
2 aufweist. Wolfram (W): 40 N/m
2, Aluminium (AI): 1.7 N/m
2.
[0062] Zur Vergrösserung der Zugfestigkeit können auch Beschichtungen auf die Kontaktstücke,
insbesondere auf das flexible Kontaktsegment aufgebracht werden. Dafür kommen insbesondere
Karbide, Nitride und Oxide in Frage. SiC weist eine Zugfestigkeit von 210 N/m
2, Si
3N
4 eine von 140 N/m
2 und SiO
2 eine von 84 N/m
2 auf.
[0063] Die Härte ist bezüglich der Abriebfestigkeit eine wichtige Grösse. Silizium hat eine
Knoop-Härte von 850 kg/mm
2, während rostfreier Stahl 660 kg/mm
2, Wolfram 400 kg/mm
2 und Aluminium nur 130 kg/mm
2 hat. Beschichtungen können auch zur Erzielung einer verbesserten Abriebfestigkeit
vorteilhaft sein, zum Beispiel mit SiC (Knoop-Härte 2480 kg/mm
2) oder Si
3N
4 (3486 kg/mm
2).
[0064] In dem Fall, dass die Kontaktanordnung elektrische Ströme schaltet, sind metallische
Beschichtungen zur Reduktion des Kontaktwiderstandes (elektrisch, aber auch thermisch)
von Vorteil. Die Kontaktstücke 1,2 weisen dann metallische Oberflächen auf, welche
einander im zweiten Schaltzustand B berühren. Vorteilhaft sind halbleitende Materialien
dotiert, so dass sie eine gute elektrische Leitfähigkeit aufweisen.
[0065] Weiter ist es vorteilhaft, Material einzusetzen, dass eine geringe mechanische Ermüdung
aufweist. Ermüdungsbrüche werden fast ausschliesslich an Oberflächen initiiert. Ein
Material mit einer rauhen Oberfläche ermüdet sehr viel schneller als ein Material
mit einer glatten (polierten) Oberfläche. Massgeblich für die Materialermüdung ist
die Defektdichte an der Oberfläche. Darum wird vorteilhaft einkristallines oder hochkristallines
Material eingesetzt. Und es werden vorteilhaft glatte Oberflächen hergestellt, was
beispielsweise mittes Ätzverfahren einfach zu erzielen ist.
[0066] Einkristallines Silizium hat aufgrund seiner Herstellung eine extrem kleine Defektdichte.
Dazu kommt, dass die Erzeugung glatter Oberflächen bei einkristallinem Silizium simpel
ist. So kann eine, mit gewöhnlichen Metallen wie mit polykristallinem Stahl oder Aluminium
verglichen, extrem geringe Materialermüdung erzielt werden.
[0067] Die Kontaktanordnungen können vorteilhaft zwei, drei, vier, fünf, sechs oder mehr
Kontaktstücke umfassen. Davon können eines, zwei oder mehr angetrieben oder beweglich
sein. Eines, zwei oder mehr weisen je eines oder mehrere flexible Kontaktsegmente
11 auf, wobei es sich dabei um angetriebene (bewegliche) oder auch nicht-angetriebene
(nicht-bewegliche) Kontaktstücke handeln kann, und wobei auch eines oder mehrere angetrieben
(beweglich) sein kann, während eines oder mehrere andere nichtangetrieben (nicht-beweglich)
sein können. Vorteilhaft berühren sich im zweiten Schaltzustand B ein erstes, mit
einem flexiblen Kontaktsegment versehenes Kontaktstück und ein zweites, im wesentlichen
nicht verformbares Kontaktstück. Anstelle eines starren zweiten Kontaktstücks kann
aber auch ein solches zweites Kontaktstück eingesetzt werden, das ein flexibles Kontaktsegment
oder einen elastisch verformbaren Abschnitt aufweist. Vorzugsweise sind die mit einem
flexiblen Kontaktsegment versehenen Kontaktstücke jeweils einstückig ausgebildet.
[0068] Eine erfindungsgemässe Kontaktanordnung kann auch mehrere erste Schaltzustände A
und/oder mehrere zweite Schaltzustände B aufweisen. Beispielsweise im Falle eines
Wechselschalt-Relais mit einer geöffneten und zwei geschlossenen Zuständen, siehe
beispielsweise auch die erwähnte unveröffentlichte europäische Patentanmeldung mit
dem Aktenzeichen 02405334.0.
[0069] Der Antrieb 4 sowie eventuelle weitere Antriebe 4 können elektrostatisch, beispielsweise
aber auch elektromagnetisch, piezoelektrisch oder thermisch arbeiten.
[0070] Bei der Kontaktanordnung beziehungsweise dem MEMS kann es sich um einen lateralen
Aufbau handeln, bei dem Bewegungen im wesentlichen substratparallel (horizontal) verlaufen.
Es kann aber auch ein vertikaler Aufbau sein, bei dem Bewegungen im wesentlichen senkrecht
zum Substrat verlaufen.
[0071] Die Kontaktanordnungen können vorteilhaft in Schaltgeräten eingesetzt werden, die
einen hohen Kontaktdruck zu erzeugen in der Lage sind, wie es beispielsweise bei den
genannten biegbaren Kontaktsegment-Trägern der Fall ist.
[0072] Vorteilhaft können elektrische Mikro-Schalter und Mikro-Relais mit einer erfindungsgemässen
Kontaktanordnung ausgestattet werden. Mit solchen Schaltern können vorteilhaft Automatisierte
Testvorrichtungen (ATE, automated test equipment) ausgrüstet werden. Es ist auch möglich,
mechanische Schalter oder Unterbrecher oder Mikro-Ventile mit einer erfindungsgemässen
Kontaktanordnung zu versehen.
[0073] Die genannten Merkmale können gemeinsam oder auch einzeln oder in beliebiger Kombination
vorteilhaft sein.
Bezugszeichenliste
[0074]
- 1
- erstes Kontaktstück
- 11
- flexibles Kontaktsegment
- 111,112
- Kontaktfinger des flexiblen Kontaktsegments
- 113
- Basis des flexiblen Kontaktsegments
- 114
- Volumen
- 12
- Kontaktsegment-Träger
- 13
- Mittel zur Federung
- 2
- zweites Kontaktstück
- 22
- Kontakt-Träger des zweiten Kontaktstücks
- 3
- drittes Kontaktstück
- 31
- flexibles Kontaktsegment des dritten Kontaktstücks
- 32
- Kontaktsegment-Träger des dritten Kontaktstücks
- 4
- Antrieb
- 5,5'
- Berührungsbereich, Berührungsfläche, Berührungspunkt zwischen erstem Kontaktstück
und zweitem Kontaktstück
- 6
- zusätzlicher Berührungspunkt im zweiten Schaltzustand zwischen flexiblem Kontaktsegment
und Kontaktsegment-Träger oder Basis
- A
- erster Schaltzustand (geöffnet)
- B
- zweiter Schaltzustand (geschlossen)
- d
- Wanddicke (des flexiblen Abschnitts) des flexiblen Kontaktsegments
- α
- Winkel
- ε
- Winkel
1. MEMS-Kontaktanordnung, mit mindestens einem ersten Kontaktstück (1) und einem zweiten
Kontaktstück (2), wobei mindestens eines der beiden Kontaktstücke (1;2) antreibbar
ist, und wobei die MEMS-Kontaktanordnung mittels des antreibbaren Kontaktstücks (1;2)
bei einem Schaltvorgang zwischen einem ersten Schaltzustand (A) und mindestens einem
zweiten Schaltzustand (B) schaltbar ist, wobei die beiden Kontaktstücke (1,2) in dem
ersten Schaltzustand (A) voneinander getrennt sind und in dem zweiten Schaltzustand
(B) einander kontaktierend sind, wobei mindestens das erste Kontaktstück (1) mindestens
ein flexibles Kontaktsegment (11) und einen Kontaktsegment-Träger (12) aufweist, und
wobei das mindestens eine flexible Kontaktsegment (11) mittels mindestens des zweiten
Kontaktstücks (2) bei dem Schaltvorgang elastisch verformbar ist, dadurch gekennzeichnet,
dass zur elastischen Verformung des mindestens einen flexiblen Kontaktsegments (11) mittels
mindestens des zweiten Kontaktstücks (2) bei einem Schaltvorgang von dem ersten Schaltzustand
(A) in den zweiten Schaltzustand (B) eine Einführungsenergie aufzubringen ist,
dass zur elastischen Verformung des mindestens einen flexiblen Kontaktsegments (11) mittels
mindestens des zweiten Kontaktstücks (2) bei einem Schaltvorgang von dem zweiten Schaltzustand
(B) in den ersten Schaltzustand (A) eine Ausführungsenergie aufzubringen ist, und
dass im zweiten Schaltzustand (B) von dem flexiblen Kontaktsegment (11) auf das zweite
Kontaktstück (2) eine Rückhaltekraft ausübbar ist, durch welche Rückhaltekraft ein
Schaltvorgang von dem zweiten Schaltzustand (B) in den ersten Schaltzustand (A) erschwert
ist.
2. MEMS-Kontaktanordnung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine flexible Kontaktsegment (11) mittels mindestens des zweiten Kontaktstücks
(2) bei einem Schaltvorgang von dem ersten Schaltzustand (A) in den zweiten Schaltzustand
(B) elastisch derart verformbar ist, dass das mindestens eine flexible Kontaktsegment
(11) mit dem zweiten Kontaktstück (2) in dem zweiten Schaltzustand (B) mindestens
einen flächigen Berührungsbereich (5) oder eine vorgebbare Mehrzahl von Berührungspunkten
(5,5') aufweist.
3. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im ersten Schaltzustand (A) die Form des flexiblen Kontaktsegments (11) verschieden
ist von der Form des flexiblen Kontaktsegments (11) im zweiten Schaltzustand (B),
und
dass im zweiten Schaltzustand (B) das flexible Kontaktsegment (11) dem zweiten Kontaktstück
(2) angeformt ist.
4. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im ersten Schaltzustand (A) die Form des flexiblen Kontaktsegments (11) verschieden
ist von der Form des flexiblen Kontaktsegments (11) im zweiten Schaltzustand (B),
dass das mindestens eine flexible Kontaktsegment (11) mit dem zweiten Kontaktstück (2)
in dem zweiten Schaltzustand (B) mindestens einen flächigen Berührungsbereich (5)
aufweist,
dass im zweiten Schaltzustand (B) das flexible Kontaktsegment (11) in dem Berührungsbereich
(5) dem zweiten Kontaktstück (2) angeformt ist, und
dass im zweiten Schaltzustand (B) das zweite Kontaktstück (2) in dem Berührungsbereich
(5) von dem ersten Kontaktstück (1) flächig umschlossen ist.
5. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem Schaltvorgang das zweite Kontaktstück (2) gegenüber dem flexiblen Kontaktsegment
(11) gleitreibend beweglich ist.
6. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das flexible Kontaktsegment (11) aufgrund seiner Dünnwandigkeit flexibel und elastisch
verformbar ist,
insbesondere dass das flexible Kontaktsegment (11) einen flexiblen Abschnitt mit einer
Wanddicke zwischen 1 µm und 60 µm, vorzugsweise mit einer Wanddicke zwischen 5 µm
und 25 µm, aufweist, und
insbesondere dass die elastischen Verformungen mindestens von der Grössenordnung der
Wanddicke des flexiblen Abschnitts des flexiblen Kontaktsegments (11) sind und/oder
im Bereich des 0.5- bis 20-fachen, insbesondere des 1- bis 5-fachen der Wanddicke
eines flexiblen Abschnitts des flexiblen Kontaktsegments (11) liegen.
7. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kontaktstück (1) einstückig ausgebildet ist.
8. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Kontaktsegment (11) zusätzlich zu mindestens einem flexiblen Abschnitt
noch eine dem Kontaktsegment-Träger (12) zugewandte Basis (113) beinhaltet, welche
Basis (113) eine grössere Wanddicke aufweist als der mindestens eine flexible Abschnitt.
9. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kontaktsegment-Träger (12) ein Schaltelement mit mindestens einer stabilen Position
ist, und
dass das flexible Kontaktsegment (11) und das zweite Kontaktstück (2) nach Art des Druckknopf-Prinzips
derart zusammenwirken, dass der Kontaktsegment-Träger (12) mindestens eine weitere
stabile Position aufweist.
10. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Kontaktsegment (11) und das zweite Kontaktstück (2) nach Art eines Stecker-Steckdosen-Paares
ineinanderfügbar sind.
11. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Kontaktsegment (11) eine Mehrzahl von elastisch verformbaren Kontaktfingern
(111,112) aufweist.
12. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine flexible Kontaktsegment (11) in dem zweiten Schaltzustand (B)
mindestens einen flächigen Berührungsbereich (5) mit dem zweiten Kontaktstück (2)
aufweist,
dass die Richtung der Relativbewegung von dem flexiblen Kontaktsegment (11) und dem zweiten
Kontaktstück (2) bei dem Schaltvorgang mit dem flächigen Berührungsbereich (5) im
wesentlichen einen Winkel α = 45° ± 30°, insbesondere α = 45° ± 15°, einschliesst,
und
dass diejenigen Flächen des flexiblen Kontaktsegments (11) und des zweiten Kontaktstücks
(2), die im zweiten Schaltzustand (B) im wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet
sind und einander in dem flächigen Berührungsbereich (5) berühren, im ersten Schaltzustand
(A) im wesentlichen bis auf einen Winkel ε mit 0° ≤ ε ≤ 30°, insbesondere 0° ≤ ε ≤
10°, parallel zueinander ausgerichtet sind.
13. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Kontaktsegment (11) einen membranartigen Abschnitt beinhaltet, der bei
dem Schaltvorgang elastisch verformbar ist.
14. MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass von dem flexiblen Kontaktsegment (11) oder von dem flexiblen Kontaktsegment (11)
gemeinsam mit dem ersten Kontaktstück (1) ein Volumen (114) umschlossen wird, welches
im wesentlichen mit einer elektrisch und thermisch leitfähigen, elastisch verformbaren
Füllung gefüllt ist.
15. MEMS-Schaltgerät dadurch gekennzeichnet, dass das MEMS-Schaltgerät eine MEMS-Kontaktanordnung gemäss einem der vorangehenden Ansprüche
beinhaltet.
16. MEMS-Schaltgerät gemäss Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das MEMS-Schaltgerät ein Mikro-Relais mit einem Antrieb (4) ist, und insbesondere
dass der Antrieb (4) ein elektrostatischer Antrieb (4) ist.
1. MEMS contact arrangement having at least one first contact piece (1) and one second
contact piece (2), at least one of the two contact pieces (1; 2) being able to be
driven, and the contact piece (1; 2) which can be driven being able to be used to
switch the MEMS contact arrangement between a first switching state (A) and at least
one second switching state (B) during a switching operation, the two contact pieces
(1, 2) being separate from one another in the first switching state (A) and being
in contact with one another in the second switching state (B), at least the first
contact piece (1) having at least one flexible contact segment (11) and a contact
segment carrier (12), and at least the second contact piece (2) being able to be used
to elastically deform the at least one flexible contact segment (11) during the switching
operation,
characterized
in that input energy needs to be applied in order to use at least the second contact piece
(2) to elastically deform the at least one flexible contact segment (11) during a
switching operation from the first switching state (A) to the second switching state
(B),
in that execution energy needs to be applied in order to use at least the second contact
piece (2) to elastically deform the at least one flexible contact segment (11) during
a switching operation from the second switching state (B) to the first switching state
(A), and
in that the flexible contact segment (11) can exert a restraining force on the second contact
piece (2) in the second switching state (B), which restraining force hinders a switching
operation from the second switching state (B) to the first switching state (A).
2. MEMS contact arrangement according to Claim 1, characterized in that at least the second contact piece (2) can be used to elastically deform the at least
one flexible contact segment (11), during a switching operation from the first switching
state (A) to the second switching state (B), in such a manner that the at least one
flexible contact segment (11) has at least one areal region of contact (5) with the
second contact piece (2) or a prescribable plurality of contact points (5, 5') in
the second switching state (B).
3. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized
in that, in the first switching state (A), the shape of the flexible contact segment (11)
is different to the shape of the flexible contact segment (11) in the second switching
state (B), and
in that the flexible contact segment (11) is integrally moulded to the second contact piece
(2) in the second switching state (B).
4. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized
in that, in the first switching state (A), the shape of the flexible contact segment (11)
is different to the shape of the flexible contact segment (11) in the second switching
state (B),
in that the at least one flexible contact segment (11) has at least one areal region of contact
(5) with the second contact piece (2) in the second switching state (B),
in that the flexible contact segment (11) is integrally moulded to the second contact piece
(2) in the region of contact (5) in the second switching state (B), and
in that the second contact piece (2) is surrounded by the first contact piece (1) in an areal
manner in the region of contact (5) in the second switching state (B).
5. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the second contact piece (2) can be moved relative to the flexible contact segment
(11) with sliding friction during the switching operation.
6. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized
in that the flexible contact segment (11) can be deformed flexibly and elastically on account
of the fact that it has thin walls,
in that, in particular, the flexible contact segment (11) has a flexible section having a
wall thickness of between 1 µm and 60 µm, preferably having a wall thickness of between
5 µm and 25 µm, and
in that, in particular, the elastic deformation is at least of the order of magnitude of
the wall thickness of the flexible section of the flexible contact segment (11) and/or
is in the range of 0.5 to 20 times, in particular 1 to 5 times, the wall thickness
of a flexible section of the flexible contact segment (11).
7. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the first contact piece (1) is integrally formed.
8. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the flexible contact segment (11) also comprises, in addition to at least one flexible
section, a base (113) which faces the contact segment carrier (12) and has a greater
wall thickness than the at least one flexible section.
9. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized
in that the contact segment carrier (12) is a switching element having at least one stable
position, and
in that the flexible contact segment (11) and the second contact piece (2) interact in the
manner of the pushbutton principle such that the contact segment carrier (12) has
at least one further stable position.
10. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the flexible contact segment (11) and the second contact piece (2) can be fitted
into one another in the manner of a plug-socket pair.
11. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the flexible contact segment (11) has a plurality of elastically deformable contact
fingers (111, 112).
12. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized
in that the at least one flexible contact segment (11) has at least one areal region of contact
(5) with the second contact piece (2) in the second switching state (B),
in that the direction of the relative movement between the flexible contact segment (11)
and the second contact piece (2) essentially includes an angle of α = 45° ± 30°, in
particular α = 45° ± 15°, with the areal region of contact (5) during the switching
operation, and
in that those areas of the flexible contact segment (11) and of the second contact piece
(2) which are oriented essentially parallel to one another in the second switching
state (B) and touch one another in the areal region of contact (5) are essentially
oriented parallel to one another at an angle of up to ε in the first switching state
(A), where 0°≤ ε ≤ 30°, in particular 0° ≤ ε ≤ 10°.
13. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the flexible contact segment (11) comprises a diaphragm-type section which can be
elastically deformed during the switching operation.
14. MEMS contact arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that a volume (114) which is essentially filled with an electrically and thermally conductive,
elastically deformable filling is enclosed by the flexible contact segment (11) or
by the flexible contact segment (11) together with the first contact piece (1).
15. MEMS switching device, characterized in that the MEMS switching device comprises a MEMS contact arrangement according to one of
the preceding claims.
16. MEMS switching device according to Claim 15, characterized in that the MEMS switching device is a microrelay having a drive (4), and in that, in particular, the drive (4) is an electrostatic drive (4).
1. Dispositif de contact SMEM, comportant au moins une première pièce de contact (1)
et une deuxième pièce de contact (2), au moins une des deux pièces de contact (1 ;
2) étant activable et le dispositif de contact SMEM étant commutable au moyen de la
pièce de contact activable (1 ; 2) lors d'une opération de commutation entre un premier
état de commutation (A) et au moins un deuxième état de commutation (B), les deux
pièces de contact (1, 2) étant séparées l'une de l'autre dans le premier état de commutation
(A) et étant en contact mutuel dans le deuxième état de commutation (B), au moins
la première pièce de contact (1) présentant au moins un segment de contact souple
(11) et un support de segment de contact (12) et l'au moins un segment de contact
souple (11) étant déformable élastiquement au moyen d'au moins la deuxième pièce de
contact (2) lors de l'opération de commutation, caractérisé en ce que,
pour la déformation élastique de l'au moins un segment de contact souple (11) au moyen
d'au moins la deuxième pièce de contact (2) lors d'une opération de commutation du
premier état de commutation (A) au deuxième état de commutation (B), il faut appliquer
une énergie d'introduction,
en ce que, pour la déformation élastique de l'au moins un segment de contact souple (11) au
moyen d'au moins la deuxième pièce de contact (2) lors d'une opération de commutation
du deuxième état de commutation (B) au premier état de commutation (A), il faut appliquer
une énergie de sortie et
en ce que, dans le deuxième état de contact (B), une force de retenue peut être exercée par
le segment de contact souple (11) sur la deuxième pièce de contact (2), laquelle force
de retenue rend difficile une opération de commutation du deuxième état de commutation
(B) au premier état de commutation (A).
2. Dispositif de contact SMEM selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins un segment de contact souple (11) peut être déformé élastiquement au moyen
d'au moins la deuxième pièce de contact (2) lors d'une opération de commutation du
premier état de commutation (A) au deuxième état de commutation (B) de manière à ce
que l'au moins un segment de contact souple (11) présente dans le deuxième état de
commutation (B) au moins une zone de contact de surface (5) ou une pluralité prescriptible
de points de contact (5, 5') avec la deuxième pièce de contact (2).
3. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
dans le premier état de commutation (A), la forme du segment de contact souple (11)
est différente de la forme du segment de contact souple (11) dans le deuxième état
de commutation (B) et
en ce que, dans le deuxième état de commutation (B), le segment de contact souple (11) est
formé sur la deuxième pièce de contact (2).
4. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
dans le premier état de commutation (A), la forme du segment de contact souple (11)
est différente de la forme du segment de contact souple (11) dans le deuxième état
de commutation (B),
en ce que l'au moins un segment de contact souple (11) présente, dans le deuxième état de commutation
(B), au moins une zone de contact de surface (5) avec la deuxième pièce de contact
(2),
en ce que, dans le deuxième état de commutation (B), le segment de contact souple (11) est
formé dans la zone de contact (5) sur la deuxième pièce de contact (2) et en ce que, dans le deuxième état de commutation (B), la deuxième pièce de contact (2) est entourée
en surface dans la zone de contact (5) par la première pièce de contact (1).
5. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, lors de l'opération de commutation, la deuxième pièce de contact (2) est mobile
par frottement coulissant par rapport au segment de contact souple (11).
6. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le segment de contact souple (11), en raison de la minceur de sa paroi, est déformable
de manière souple et élastique,
notamment en ce que le segment de contact souple (11) présente une section souple ayant une épaisseur
de paroi allant de 1 µm à 60 µm, de préférence une épaisseur de paroi allant de 5
µm à 25 µm, et
notamment en ce que les déformations élastiques sont au moins de l'ordre de grandeur de l'épaisseur de
paroi de la section souple du segment de contact souple (11) et/ou se situent dans
la plage de 0,5 à 20 fois, notamment de 1 à 5 fois, l'épaisseur de paroi d'une section
souple du segment de contact souple (11).
7. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la première pièce de contact (1) est réalisée en une seule pièce.
8. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le segment de contact souple (11) comporte, en plus d'au moins une section souple,
également une base (113) tournée vers le support de segment de contact (12), laquelle
base (113) présente une plus forte épaisseur de paroi que l'au moins une section souple.
9. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le support de segment de contact (12) est un élément de commutation avec au moins
une position stable et
en ce que le segment de contact souple (11) et la deuxième pièce de contact (2) coopèrent à
la manière du principe du bouton-poussoir de manière à ce que le support de segment
de contact (12) présente au moins une autre position stable.
10. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le segment de contact souple (11) et la deuxième pièce de contact (2) peuvent être
assemblés l'un dans l'autre à la manière d'une paire constituée d'une prise mâle et
d'une prise femelle.
11. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le segment de contact souple (11) présente une pluralité de doigts de contact déformables
élastiquement (111, 112).
12. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'au moins un segment de contact souple (11) présente, dans le deuxième état de commutation
(B), au moins une zone de contact de surface (5) avec la deuxième pièce de contact
(2),
en ce que, lors de l'opération de commutation, le sens de mouvement relatif du segment de contact
souple (11) et de la deuxième pièce de contact (2) circonscrit avec la zone de contact
de surface (5) sensiblement un angle α = 45° ± 30°, notamment α = 45° ± 15°, et
en ce que les surfaces du segment de contact souple (11) et de la deuxième pièce de contact
(2), qui, dans le deuxième état de commutation (B), sont sensiblement orientées parallèlement
les unes aux autres et se touchent mutuellement dans la zone de contact de surface
(5), sont, dans le premier état de commutation (A), sensiblement orientées parallèlement
les unes aux autres jusqu'à un angle ε, sachant que 0° ≤ ε ≤ 30°, notamment 0° ≤ ε
≤ 10°.
13. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le segment de contact souple (11) comporte une section de type membrane qui est élastiquement
déformable lors de l'opération de commutation.
14. Dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le segment de contact souple (11) ou le segment de contact souple (11) entoure avec
la première pièce de contact (1) un volume (114) qui est rempli substantiellement
d'un remplissage conducteur électrique et thermique et déformable élastiquement.
15. Appareil commutateur SMEM, caractérisé en ce que l'appareil commutateur SMEM comprend un dispositif de contact SMEM selon l'une quelconque
des revendications précédentes.
16. Appareil commutateur SMEM selon la revendication 16, caractérisé en ce que l'appareil commutateur SMEM est un micro-relais à propulsion (4) et notamment en ce que la propulsion (4) est une propulsion (4) électrostatique.