| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 395 755 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
13.12.2006 Patentblatt 2006/50 |
| (22) |
Anmeldetag: 24.05.2002 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/DE2002/001887 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2002/095227 (28.11.2002 Gazette 2002/48) |
|
| (54) |
MEHRSTUFIGER KOLBENVERDICHTER
MULTI-STAGE PISTON-TYPE COMPRESSOR
COMPRESSEUR DE PISTON À PLUSIEURS ÉTAGES
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR |
| (30) |
Priorität: |
25.05.2001 DE 10125420
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
10.03.2004 Patentblatt 2004/11 |
| (73) |
Patentinhaber: Continental Aktiengesellschaft |
|
30165 Hannover (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- ANTUFJEW, Iwan
19386 Lübz (DE)
- SCHRÖDTER, Marko
18209 Parkentin (DE)
- BEETZ, Stefan
19089 Barnin (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Jaap, Reinhard et al |
|
Buchholzallee 32 19370 Parchim 19370 Parchim (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 19 715 291 US-A- 2 430 401 US-A- 4 450 860 US-B1- 6 234 774
|
US-A- 2 403 814 US-A- 3 192 953 US-A- 4 931 000 US-I4- T 883 011
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Kolbenverdichter nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
Derartige Kolbenverdichter werden in allen technischen Bereichen eingesetzt, wo ein
Bedarf an Druckluft besteht. In erster Linie kommen solche Kolbenverdichter in der
Fahrzeugindustrie für die Luftfederung und/oder Luftdämpfung zur Anwendung.
[0002] Ein solcher, Kolbenverdichter in einer zweigestuften Ausführung ist beispielsweise
in der DE 197 15 291 A1 beschrieben. Dieser Kolbenverdichter besteht aus einem Verdichtergehäuse,
in dem eine zylindrische Niederdruckkammer mit einem größeren Niederdmckkolben und
eine zylindrische Hochdruckkammer mit einem kleineren Hochdruckkolben ausgebildet
sind. Dabei befinden sich die Niederdruckkammer und die Hochdruckkammer auf einer
gemeinsamen Achse und der Niederdruckkolben und der Hochdruckkolben sind zu einem
einstückigen Druckkolben mit einer gemeinsamen Kolbenstange ausgeformt. Die Niederdruckkammer
besitzt einen Einlass mit einem Einlassrückschlagventil, die Hochdruckkammer besitzt
einen Auslass mit einem Auslassrückschlagventil und beide Druckkammern sind durch
einen Überströmkanal verbunden, in dem ein Überströmrückschlagventil angeordnet ist.
In die gemeinsame Kolbenstange des Niederdruckkolbens und des Hochdruckkolbens greift
in rechtwinkliger Ausrichtung ein Kurbelzapfen einer Kurbelwelle ein, die beispielsweise
von einem Elektromotor angetrieben wird und die ihre rotierende Bewegung in eine lineare
Bewegung am einteiligen Druckkolben umwandelt. Aus dieser linearen Bewegung ergibt
sich am Druckkolben eine oszillierende Bewegung.
Das Einlassrückschlagventil, das Auslassrückschlagventil und das Überströmrückschlagventil
besitzen Dichtscheiben aus Federstahl, die, wie im Falle des Einlassrückscklagventiles
und des Überströmrückschlagventiles, durch eine mittige Schraube befestigt sind und
die in dichtender Weise mehrere auf einem Teilkreis angeordnete Strömungskanäle überdecken,
oder die, wie im Fall des Auslassrückschlagventiles, durch eine seitlich versetzte
Schraube gehalten wird und die einen daneben liegenden Strömungskanal abdichten.
Diese Rückschlagventile erfüllen ihre Aufgabe nur unzureichend. So ist festzustellen,
dass die metallischen Dichtscheiben nicht ausreichend abdichten. Das ist darauf zurückzuführen,
dass die Schließkraft der Dichtscheiben ausschließlich durch die Eigenspannungen des
Federstahles aufgebracht wird. Dieser Schließkraft wirkt oftmals noch eine Spannkraft
entgegen, die von der Befestigungsschraube ausgeht und die im druckausgeglichenen
Zustand eine glatte Auflage der Dichtscheibe verhindert. Undichtigkeiten treten auch
dadurch auf, dass mit der Zeit Ermüdungserscheinungen an der Dichtscheibe auftreten
und dass die Dichtscheiben aus diesem Grund nicht einwandfrei an der Dichtfläche anliegen.
Zum Ausgleich dieser nachteiligen Wirkungen werden die Dichtscheiben in der Regel
stärker ausgeführt. Das erhöht aber wiederum den Einbauraum einer solchen Dichtscheibe
und verringert das Volumen der entsprechenden Druckkammer. Solche Kolbenverdichter
sind dann nicht sehr leistungsfähig. Die durch die Verstärkung der Dichtscheibe erzielte
höhere Schließkraft erhöht aber gleichzeitig die erforderliche Öffnungskraft für den
freien Durchfluss, die vom Systemdruck aufgebracht werden muss. Auch das verringert
den Wirkungsgrad des Kolbenverdichters erheblich.
Es hat sich auch gezeigt, dass das Material der Dichtscheiben wegen der hohen Frequenzen
des Kolbenverdichters recht schnell ermüdet und daher nur eine geringe Lebensdauer
der Dichtscheiben zu verzeichnen ist.
[0003] Letztlich ist auch die Herstellung der Dichtscheiben aus Federstahl sehr aufwendig,
da einerseits das Material schwer zu bearbeiten ist und andererseits hohe Anforderungen
an die Qualität der Dichtfläche an der Dichtscheibe gestellt werden.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, einen gattungsgemäßen Kolbenverdichter
zu entwickeln, dessen Rückschlagventile eine sehr geringe Schließkraft aufweisen und
gleichzeitig eine hohe Dichtigkeit gewährleisten.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Weitere
Ausgestaltungsmöglichkeiten ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 bis 7. Der neue
Kolbenverdichter beseitigt die genannten Nachteile des Standes der Technik.
[0006] Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden.
Dazu zeigen:
- Fig. 1:
- einen zweistufigen Kolbenverdichter in einer schematischen Schnittdarstellung,
- Fig. 2:
- eine Einzelheit des Kolbenverdichters mit der Darstellung des Einlassrückschlagventiles,
- Fig. 3:
- eine Einzelheit des Kolbenverdichters mit der Darstellung des Überströmrückschlagventiles
und des Auslassrückschlagventiles und
- Fig. 4:
- eine Draufsicht zum Überströmrückschlagventil gehörenden Ventileinsatzes.
[0007] Nach der Fig. 1 besteht ein zweistufiger Kolbenverdichter in seinen Hauptbestandteilen
aus dem eigentlichen Kolbenverdichter 1, einem Antriebsmotor 2 und einer Lufttrocknereinheit
3.
Zum Kolbenverdichter 1 gehört ein Ventilgehäuse 4 mit einem zylindrischen, im Durchmesser
gestuften Innenraum, der sich in eine Niederdruckkammer 5 mit einem größeren Durchmesser
und in eine Hochdruckkammer 6 mit einem kleineren Durchmesser aufteilt. Die Niederdruckkammer
5 ist mit einem Ventilgehäuseboden 7 und die Hochdruckkammer 6 mit einem Ventilgehäusedeckel
8 dichtend nach außen verschlossen. Dabei ist der Ventilgehäusedeckel 8 mit dem Gehäuse
der Lufttrocknereinheit 3 verbunden oder einstückig ausgeführt. In den Innenraum des
Ventilgehäuses 4 ist ein einstückiger Verdichterkolben 9 eingepasst, der dementsprechend
aus einem Niederdruckkolben 10 mit einem größeren Durchmesser, einem Hochdruckkolben
11 mit einem kleineren Durchmesser und einer gemeinsamen Kolbenstange 12 besteht.
Im äußeren Bereich der Kolbenstange 12 ist ein Kurbelgehäuse ausgebildet, in das in
rechtwinkliger Ausrichtung das Pleuel 13 der Kurbelwelle 14 des Antriebsmotors 2 eingreift.
[0008] Die Niederdruckkammer 5 und die Hochdruckkammer 6 besitzen Verbindungen untereinander
und nach außen.
[0009] So befindet sich gemäß der Fig. 2 im Ventilgehäuseboden 7 des Kolbenverdichters 1
ein Einlassrückschlagventil 15, das die Niederdruckkammer 5 mit der Atmosphäre verbindet.
Zu diesem Einlassrückschlagventil 15 gehören mehrere, auf einer gemeinsamen Kreisbahn
angeordnete Einlassöffnungen 16 und eine, alle Einlassöffnungen 16 abdeckende, erste
Verschlussmembran 17. Dabei ist die Verschlussmembran 17 in eine innenliegende Senkbohrung
eingepasst, die einen balligen oder einen winkligen Bohrungsgrund aufweist. Ein mittig
angesetztes und pilzartiges Befestigungselement 18 fixiert die Verschlussmembran 17
und hält die Verschlussmembran 17 unter einer leichten Spannung auf den Grund der
Senkbohrung. Dabei ist diese durch das Befestigungselement 18 eingebrachte Spannung
so gewählt, dass die erste Verschlussmembran 17 in ihrer Position drehfähig ist und
sich im druckausgeglichenen Zustand nicht von den Einlassöffnungen 16 abhebt. Außerdem
sind die Verschlussmembran 17 und das Befestigungselement 18 bündig in die Senkbohrung
eingelassen, damit kein Volumen der Niederdruckkammer 5 verloren geht.
[0010] So befindet sich weiterhin im Verdichterkolben 9 ein durchgängiger Überströmkanal
19, der die Niederdruckkammer 5 und die Hochdruckkammer 6 miteinander verbindet. Gemäß
der Fig. 3 ist im hochdruckseitigen Mündungsbereich dieses Überströmkanals 19 ein
Überströmrückschlagventil 20 angeordnet, das die Niederdruckkammer 5 und die Hochdruckkammer
6 funktionsbedingt miteinander verbindet oder trennt. Dazu ist die Mündung des Überströmkanals
19 zu einer im Querschnitt nierenförmigen Kammer 21 aufgeweitet, wobei die Nierenform
einer Kreisbahn folgt.
Das Überströmrückschlagventil 20 besteht aus einer Topfmanschette 22 aus Kunststoff,
die mit ihrem Boden auf die Stirnfläche des Hochdruckkolben 11 aufliegt und an der
Innenwand der Hochdruckkammer 6 dichtend anliegt. Im Bereich des Überströmkanals 19
ist die Topfmanschette 22 durchbrochen.
Zum Überströmrückschlagventil 20 gehört weiterhin ein besonders ausgeführter Ventilhalter
23, der passend in den Innenraum der Topfmanschette 22 eingesetzt ist und der in der
Fig. 4 näher gezeigt wird. Dieser Ventilhalter 23 besitzt demnach eine äußere Form,
die auf den Innenraum der Topfmanschette 22 ausgerichtet ist. Von der Seite der Hochdruckkammer
6 ist eine zylindrische Ausnehmung 24 eingebracht, deren Achse um einen bestimmten
Exzentrizitätsbetrag von der Achse des Hochdruckkolbens 11 entfernt angeordnet ist.
Dieser Exentrizitätsbetrag sowie die Größe und die radiale Lage der zylindrischen
Ausnehmung 24 gewährleisten, dass die zylindrische Ausnehmung 24 in Überdeckung mit
der nierenförmigen Kammer 21 des Überströmkanals 19 liegt. Der Ventilhalter 23 ist
außerhalb der zylindrischen Ausnehmung 24 mit verteilt angeordneten Befestigungselementen
25 zur lagebestimmenden Verankerung mit dem Hochdruckkolben 11 ausgerüstet.
Im äußeren radialen Bereich der zylindrischen Ausnehmung 24 befinden sich eine erste
Durchgangsbohrung 26 mit einem kleineren Durchmesser und eine zweite Durchgangsbohrung
27 mit einem größeren Durchmesser, die einen gleichen oder unterschiedlichen Abstand
zur Achse der zylindrischen Ausnehmung 24 aufweisen und die in ihrer Lage und in ihrer
Ausdehnung so ausgelegt sind, dass sie mit der nierenförmigen Kammer 21 des Überströmkanals
19 in Überdeckung liegen. Neben der ersten Durchgangsbohrung 26 und der zweiten Durchgangsbohrung
27 können in gleicher Art weitere Durchgangsbohrungen eingesetzt werden. In die zylindrische
Ausnehmung 24 ist eine frei aufliegende zweite Verschlussmembran 28 mit einem solchen
Spiel eingepasst, dass sie in Drehrichtung und in axialer Richtung frei beweglich
ist und der ringförmige Zwischenraum zwischen der zweiten Verschlussmembran 28 und
der Innenwand der zylindrischen Ausnehmung 24 als Luftdurchtritt geeignet ist. Zur
Verringerung der Reibungswiderstände sind die benachbarten Kanten der zylindrischen
Ausnehmung 24 und der zweiten Verschlussmembran 28 abgerundet bzw. gebrochen ausgeführt.
Die zylindrische Ausnehmung 24 ist weiterhin mit einem Anschlaggitter 29 abgedeckt,
das einerseits den axialen Hub der zweiten Verschlussmembran 28 begrenzt und andererseits
dem freigegebenen Druckluftstrom einen weitestgehend freien Durchtritt gewährt. Dabei
ist die Struktur der Gitterstreben frei gewählt, wobei die Durchbrüche im Anschlaggitter
29 so klein ausgeführt sind, dass sich die zweite Verschlussmembran 28 nicht verklemmen
kann. Die Durchbrüche können auch unterschiedlich groß sein.
[0011] Weiterhin besitzt die Hochdruckkammer 6 ein Auslassrückschlagventil 30 zur Verbindung
der Hochdruckkammer 6 mit einer Verbraucherleitung. Dieses Auslassrückschlagventil
30 ist nach der Fig. 3 zwischen dem Ventilgehäuse 4 und dem Ventilgehäusedeckel 8
angeordnet und besteht aus einer am Umfang eingespannten Ventilplatte 31 und einer
dritten Verschlussmembran 32. Die Ventilplatte 31 ist gegenüber dem Ventilgehäuse
4 und gegenüber dem Ventilgehäusedeckel 8 abgedichtet ausgeführt und besitzt mehrere
auf einem gemeinsamen Teilkreis angeordnete Auslassöffnungen 33. Die dritte Verschlussmembran
32 ist als ein Ring gestaltet und besitzt demnach eine mittige Durchflussbohrung 34.
Mit ihrem Umfang ist die dritte Verschlussmembran 32 zwischen der Ventilplatte 31
und dem Ventilgehäusedeckel 8 festgehalten, während die Durchflussbohrung 34 mit ihrem
Durchmesser so ausreichend kleiner als der Teilkreisdurchmesser der Durchmesser der
Auslassöffnungen ausgelegt ist, dass die Auslassöffnungen 33 von der dritten Verschlussmembran
32 voll überdeckt werden.
[0012] Die dritte Verschlussmembran 32 ist ohne konstruktive Vorspannung eingebaut, so dass
sich die Schließkraft nur aus der materialspezifischen Eigenspannung ergibt.
Die erste Verschlussmembran 17 des Einlassrückschlagventiles 15, die zweite Verschlussmembran
28 des Überströmrückschlagventiles 28 und die dritte Verschlussmembran 32 des Auslassrückschlagventiles
30 bestehen aus Kunststoff, insbesondere aus einem elastischen Polymer, das in der
Hauptsache eine hohe Durchschlagsfestigkeit besitzt, hoch temperaturbeständig ist
und elastische Eigenschaften mit Memory-Effekt aufweist.
[0013] Während des Betriebes wird die drehende Bewegung der vom Antriebsmotor 2 angetriebenen
Kurbelwelle 14 über das Pleuel 13 in eine oszillierende Linearbewegung umgewandelt
und auf den Ventilkolben 9 übertragen. Damit bewegen sich gleichermaßen der Niederdruckkolben
10 und der Hochdruckkolben 11 zwischen zwei gegenüberliegenden Umkehrpunkten und bilden
so zwei sich im Volumen wechselweise verändernde Niederdruckkammer 5 und Hochdruckkammer
6.
Dabei entsteht bei einer sich vergrößernden Niederdruckkammer 5 ein solcher Unterdruck,
der die erste Verschlussmembran 17 an seinem äußeren Umfang anheben und Außenluft
durch die Einlassöffnungen 16 einströmen lässt. Dieser Öffnungsdruck ergibt sich aus
der Summe der Materialspannung der Verschlussmembran 17 und der einbaubedingten Vorspannung
an der Verschlussmembran 17. Gleichzeitig schließt der Unterdruck die zweite Verschlussmembran
28 des Überströmrückschlagventiles 20.
Am oberen Umkehrpunkt der Bewegung des Ventilkolbens 9 stellt sich an der ersten Verschlussmembran
17 ein ausgeglichener Druck zwischen der Niederdruckkammer 5 und der Atmosphäre ein,
wodurch die Verschlussmembran 17 durch die genannten Kräfte der Vorspannung auf die
Einlassöffnungen 16 gedrückt wird und diese verschließt. Auf Grund der optimalen Auswahl
der Material- und Einbauspannungen treten einerseits beim Ansaugen geringste Durchflusswiderstände
auf und schließt andererseits die erste Verschlussmembran 17 in kürzester Zeit nach
dem Erreichen des oberen Umkehrpunktes. Das verbessert den Wirkungsgrad des Kolbenverdichters
erheblich.
[0014] Mit der umgekehrten Bewegung des Ventilkolbens 9 wird die Niederdruckkammer 5 verkleinert,
sodass die dort eingespannte Luft unter Druck durch den Überströmkanal 19 zur Hochdruckkammer
6 befördert wird. Dabei strömt die Luft zunächst in die nierenförmige Kammer 21 des
Überströmkanales 19 und belastet von dort die zweite Verschlussmembran 28 im Bereich
und im Umfang der ersten Durchgangsbohrung 26 und der zweiten Durchgangsbohrung 27.
Damit wirkt über die erste Durchgangsbohrung 26 eine erste Öffnungskraft und über
die zweite Durchgangsbohrung 27 eine zweite Öffnungskraft auf die zweite Verschlussmembran
28 ein, die beide parallel zueinander wirken. Diese beiden Kräfte sind so unterschiedlich,
wie die Querschnitte der beiden Durchgangsbohrungen 26 und 27. Damit kommt die freiliegende
zweite Verschlussmembran 28 in eine Schieflage und durch radiale Kraftkomponenten
in eine radiale Drehbewegung, die von der kleineren Durchflussbohrung 26 zur größeren
Durchflussbohrung 27 gerichtet ist und die die Lage der zweiten Verschlussmembran
28 zu den beiden Durchgangsbohrungen 26, 27 stetig verändert. Das verlängert die Lebensdauer
der zweiten Verschlussmembran 28 entscheidend, da die Belastung des Materials der
Verschlussmembran 28 umlaufend verteilt wird und somit eine vorzeitige Überlastung
nur einer bestimmten Stelle der Verschlussmembran 28 vermieden wird. Eine solche Überlastung
führt schnell zum Durchschlagen und zu einem Ausfall des Überströmrückschlagventiles
20. Die freiliegende zweite Verschlussmembran 28 setzt dem durchfließenden Druckluftstrom
nur einen geringsten Widerstand entgegen.
Am unteren Umkehrpunkt der Bewegung des Ventilkolbens 9 stellt sich wieder ein ausgeglichener
Druck zwischen der Niederdruckkammer 5 und der Hochdruckkammer 6 ein, der das Überströmrückschlagventil
20 schließen lässt. Durch die freie und reibungsarme Führung der zweiten Verschlussmembran
28 erfolgt die Schließung äußerst reaktionsschnell.
Mit der die Hochdruckkammer 6 verkleinernden Bewegung des Ventilkolbens 9 wird die
in der Hochdruckkammer 6 eingeschlossene Druckluft über das Auslassrückschlagventil
30 verdrängt. Dabei passiert die Druckluft die von der dritten Verschlussmembran 32
freigegebenen Auslassöffnungen 33. Am oberen Umkehrpunkt der Bewegung des Ventilkolbens
9 schließt das Auslassrückschlagventil 30 wiederum äußerst reaktionssclmell.
Liste der Bezugszeichen
[0015]
- 1
- Kolbenverdichter
- 2
- Antriebsmotor
- 3
- Lufttrocknereinheit
- 4
- Ventilgehäuse
- 5
- Niederdruckkammer
- 6
- Hochdruckkammer
- 7
- Ventilgehäuseboden
- 8
- Ventilgehäusedeckel
- 9
- Verdichterkolben
- 10
- Niederdruckkolben
- 11
- Hochdruckkolben
- 12
- Kolbenstange
- 13
- Pleuel
- 14
- Kurbelwelle
- 15
- Einlassrückschlagventil
- 16
- Einlassöffnungen
- 17
- Erste Verschlussmembran
- 18
- Befestigungselement
- 19
- Überströmkanal
- 20
- Überströmrückschlagventil
- 21
- Nierenförmige Kammer
- 22
- Topfmanschette
- 23
- Ventilhalter
- 24
- Zylindrische Ausnehmung
- 25
- Befestigungselement
- 26
- Erste Durchgangsbohrung
- 27
- Zweite Durchgangsbohrung
- 28
- Zweite Verschlussmembran
- 29
- Anschlaggitter
- 30
- Auslassrückschlagventil
- 31
- Ventilplatte
- 32
- Dritte Verschlussmembran
- 33
- Auslassöffnung
- 34
- Durchflussbohrung
1. Mehrstufiger Kolbenverdichter, bestehend aus einem Ventilgehäuse (4) und einem verschiebbaren,
von einem Antriebsmotor (2) linear oszillierend angetriebenen und einstückig ausgebildeten
Ventilkolben (9) mit einem Niederdruckkolben (10) und einem Hochdruckkolben (11),
die zusammen mindestens eine volumenveränderliche Niederdruckkammer (5) mit einem
Einlassrückschlagventil (15) und mindestens eine volumenveränderliche Hochdruckkammer
(6) mit einem Auslassrückschlagventil (30) ausbilden, wobei jeweils eine Niederdruckkammer
(5) und eine Hochdruckkammer (6) über einen Überströmkanal (19) miteinander verbunden
sind, in dem ein in Richtung zur Hochdruckkammer (6) öffnendes Überströmrückschlagventil
(20) eingesetzt ist, wobei das Überströmrückschlagventil (20) mit einer Dichtscheibe
ausgerüstet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Überströmkanal (19) in mindestens zwei Durchgangsbohrungen (26, 27) mündet und
die Dichtscheibe des Überströmrückschlagventiles (20) als eine lose geführte und hubbegrenzte
Verschlussmembran (28) ausgebildet ist, wobei die Durchgangsbohrungen (26, 27) des
Überströmkanals (19) unterschiedliche Durchmesser aufweisen und sich auf einem gemeinsamen
Teilkreis mit einem radialen Abstand zur Achse der Verschlussmembran (28) angeordnet
sind und von der Verschlussmembran (28) vollständig abgedeckt sind.
2. Mehrstufiger Kolbenverdichter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussmembran (28) in eine Ausnehmung (24) eines Ventilhalters (23) eingepasst
und durch ein Anschlaggitter (29) abgedeckt ist.
3. Mehrstufiger Kolbenverdichter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Durchflussbohrungen (26, 27) mit unterschiedlichen Durchmessers in die
zylindrische Ausnehmung (24) des Ventilhalters (23) eingebracht sind und Verbindung
zum Überströmkanal (19) besitzen, wobei der Überströmkanal (19) im Mündungsbereich
als eine nierenförmige Kammer (21) ausgebildet ist.
4. Mehrstufiger Kolbenverdichter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussmembran (28) aus einem elastischen Polymer mit einer hohen Durchschlagsfestigkeit,
mit einer hohen Temperaturverträglichkeit und mit Memoryeigenschaften besteht.
5. Ein- oder mehrstufiger Kolbenverdichter nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Einlassrückschlagventil (15) mit einer ersten Verschlussmembran (17) und das
Ausgangsrückschlagventil (30) mit einer dritten Verschlussmembran (32) ausgerüstet
sind, die ebenfalls aus einem elastischen Polymer mit gleichen Eigenschaften bestehen.
6. Ein- oder mehrstufiger Kolbenverdichter nach Anspruch 5, bei dem das Einlassrückschlagventil
(15) mit mehreren auf einem Teilkreis angeordneten Einlassöffnungen (16) ausgerüstet
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Verschlussmembran (17) des Einlassrückschlagventiles (15) in eine Senkbohrung
des Ventilgehäusebodens (7) mit einem balligen oder winkligen Bohrungsgrund eingepasst
ist und durch ein mittig angesetztes und pilzartiges Befestigungselement (18) unter
Spannung fixiert ist, wobei das Befestigungselement (18) nur soweit in die Senkbohrung
eintaucht, dass es mit der Innenfläche des Ventilgehäusebodens (7) bündig abschließt
und die erste Verschlussmembran (17) nur soweit vorspannt, dass die Verschlussmembran
(17) noch drehbar bleibt.
7. Ein- oder mehrstufiger Kolbenverdichter nach Anspruch 5, bei dem das Ausgangsrückschlagventil
(30) mehrere auf einem gemeinsamen Teilkreis angeordneten Auslassöffnungen (33) besitzt,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auslassöffnungen (33) in eine Ventilplatte (31) eingebracht sind, die zwischen
dem Ventilgehäuse (4) und einem Ventilgehäusedeckel (8) eingespannt ist und die dritte
Verschlussmembran (32) als Ring ausgebildet ist und mit ihrem äußeren Umfang ohne
Spannung zwischen der Ventilplatte (31) und dem Ventilgehäusedeckel (8) gehalten ist,
wobei die dritte Verschlussmembran (32) die Auslassöffnungen (33) mit seinem inneren
Umfang überdeckt.
1. Multi-stage piston compressor, consisting of a valve housing (4) and of a displaceable
valve piston (9) driven in linear oscillation by a drive motor (2) and produced in
one piece, with a low-pressure piston (10) and a high-pressure piston (11) which together
form at least one variable-volume low-pressure chamber (5) having an inlet non-return
valve (15) and at least one variable-volume high-pressure chamber (6) having an outlet
non-return valve (30), in each case a low-pressure chamber (5) and a high-pressure
chamber (6) being connected to one another via an overflow duct (19) in which an overflow
non-return valve (20) opening in the direction of the high-pressure chamber (6) is
inserted, the overflow non-return valve (20) being equipped with a sealing disc, characterized in that the overflow duct (19) issues into at least two passage bores (26, 27), and the sealing
disc of the overflow non-return valve (20) is designed as a loosely guided and stroke-limited
closing diaphragm (28), the passage bores (26, 27) of the overflow duct (19) having
different diameters and being arranged on a common reference circle at a radial distance
from the axis of the closing diaphragm (28) and being covered completely by the closing
diaphragm (28).
2. Multi-stage piston compressor according to Claim 1, characterized in that the closing diaphragm (28) is fitted into a recess (24) of a valve holder (23) and
is covered by an abutment grid (29).
3. Multi-stage piston compressor according to Claim 2, characterized in that the two throughflow bores (26, 27) of different diameter are introduced into the
cylindrical recess (24) of the valve holder (23) and possess a connection to the overflow
duct (19), the overflow duct (19) being designed in the region of issue as a kidney-shaped
chamber (21).
4. Multi-stage piston compressor according to Claim 1, characterized in that the closing diaphragm (28) consists of an elastic polymer with a high puncture strength,
with high temperature compatibility and with memory properties.
5. Single-stage or multi-stage piston compressor according to Claim 4, characterized in that the inlet non-return valve (15) is equipped with a first closing diaphragm (17) and
the outlet non-return valve (30) is equipped with a third closing diaphragm (32),
the said closing diaphragms likewise consisting of an elastic polymer with identical
properties.
6. Single-stage or multi-stage piston compressor according to Claim 5, in which the inlet
non-return valve (15) is equipped with a plurality of inlet ports (16) arranged on
a reference circle, characterized in that the first closing diaphragm (17) of the inlet non-return valve (15) is fitted into
a countersunk bore of the valve-housing bottom (7), with a cambered or angled bore
base, and is fixed under tension by means of a centrally attached mushroom-like fastening
element (18), the fastening element (18) penetrating into the countersunk bore only
to an extent such that it is flush with the inner face of the valve-housing bottom
(7) and pretensions the first closing diaphragm (17) only to an extent such that the
closing diaphragm (17) still remains rotatable.
7. Single-stage or multi-stage piston compressor according to Claim 5, in which the outlet
non-return valve (30) possesses a plurality of outlet ports (33) arranged on a common
reference circle, characterized in that the outlet ports (33) are introduced into a valve plate (31) which is tension-mounted
between the valve housing (4) and a valve-housing cover (8), and the third closing
diaphragm (32) is designed as a ring and is held with its outer circumference, without
tension, between the valve plate (31) and the valve-housing cover (8), the third closing
diaphragm (32) covering the outlet ports (33) with its inner circumference.
1. Compresseur de piston à plusieurs étages, constitué d'un logement de soupape (4) et
d'un piston de soupape (9) déplaçable, entraîné suivant un mouvement d'oscillation
linéaire par un moteur d'entraînement (2) et réalisé d'une seule pièce, avec un piston
basse pression (10) et un piston haute pression (11), qui constituent ensemble au
moins une chambre basse pression de volume variable (5) avec une soupape d'entrée
antiretour (15) et au moins une chambre haute pression de volume variable (6) avec
une soupape de sortie antiretour (30), une chambre basse pression (5) et une chambre
haute pression (6) étant à chaque fois connectées l'une à l'autre par le biais d'un
canal de débordement (19) dans lequel est insérée une soupape de débordement antiretour
(20) s'ouvrant dans la direction de la chambre haute pression (6), la soupape de débordement
antiretour (20) étant munie d'une rondelle d'étanchéité,
caractérisé en ce que le canal de débordement (19) débouche dans au moins deux alésages traversants (26,
27) et la rondelle d'étanchéité de la soupape de débordement antiretour (20) est réalisée
sous forme de membrane de fermeture guidée librement et de course limitée (28), les
alésages traversants (26, 27) du canal de débordement (19) présentant des diamètres
différents et étant disposés sur un cercle partiel commun à une distance radiale de
l'axe de la membrane de fermeture (28) et étant complètement recouverts par la membrane
de fermeture (28).
2. Compresseur de piston à plusieurs étages selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la membrane de fermeture (28) est ajustée dans un évidement (24) d'un support de
soupape (23) et est recouverte par une grille de butée (29).
3. Compresseur de piston à plusieurs étages selon la revendication 2,
caractérisé en ce que les deux alésages de passage (26, 27) sont pratiqués avec des diamètres différents
dans l'évidement cylindrique (24) du support de soupape (23) et possèdent une liaison
avec le canal de débordement (19), le canal de débordement (19) étant réalisé dans
la région de son embouchure sous forme de chambre en forme de haricot (21).
4. Compresseur de piston à plusieurs étages selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la membrane de fermeture (28) est constituée d'un polymère élastique ayant une haute
résistance au perçage, avec une grande tenue à la température et avec des propriétés
de mémoire.
5. Compresseur de piston à un ou plusieurs étages selon la revendication 4,
caractérisé en ce que la soupape d'entrée antiretour (15) est munie d'une première membrane de fermeture
(17) et la soupape de sortie antiretour (30) est munie d'une troisième membrane de
fermeture (32), lesquelles se composent également d'un polymère élastique avec les
mêmes propriétés.
6. Compresseur de piston à un ou plusieurs étages selon la revendication 5, dans lequel
la soupape d'entrée antiretour (15) est munie de plusieurs ouvertures d'entrée (16)
disposées sur un cercle partiel,
caractérisé en ce que la première membrane de fermeture (17) de la soupape d'entrée antiretour (15) est
ajustée dans un alésage borgne du fond du logement de soupape (7) avec un fond d'alésage
bombé ou angulaire et est fixée sous contrainte par un élément de fixation disposé
centralement en forme de champignon (18), l'élément de fixation (18) plongeant dans
l'alésage borgne uniquement dans une mesure telle qu'il se termine en affleurement
avec la surface interne du fond du logement de soupape (7) et qu'il exerce une précontrainte
sur la membrane de fermeture (17) uniquement dans une mesure telle que la membrane
de fermeture (17) puisse encore tourner.
7. Compresseur de piston à un ou plusieurs étages selon la revendication 5, dans lequel
la soupape de sortie antiretour (30) possède plusieurs ouvertures de sortie (33) disposées
sur un cercle partiel,
caractérisé en ce que les ouvertures de sortie (33) sont pratiquées dans une plaque de soupape (31) qui
est serrée entre le logement de soupape (4) et un couvercle de logement de soupape
(8) et la troisième membrane de fermeture (32) est réalisée sous forme de bague et
est maintenue avec sa périphérie extérieure sans contrainte entre la plaque de soupape
(31) et le couvercle de logement de soupape (8), la troisième membrane de fermeture
(32) recouvrant avec sa périphérie interne les ouvertures de sortie (33).

