[0001] Die Erfindung betrifft eine Biegemaschine zum Biegen von stängen- und/oder stabartigen
Werkstücken, insbesondere von Rohren, mit einer Biegeeinrichtung, die wahlweise nutzbare
Biegewerkzeuge umfasst, von denen wenigstens eines an einer Seite und wenigstens eines
an der gegenüberliegenden Seite eines Werkzeugträgers vorgesehen ist und die jeweils
wenigstens eine Biegematrize sowie zumindest ein Druckstück aufweisen, welches zur
Überführung in eine Funktions-oder in eine Außerfunktionsstellung in Werkstückquerrichtung
angetrieben hin und her bewegbar ist, wobei die Biegematrizen entlang einer in Werkstückquerrichtung
verlaufenden Biegeachse angeordnet sind, einer Funktionsstellung wenigstens eines
Druckstückes an der einen Seite des Werkzeugträgers eine Außerfunktionsstellung wenigstens
eines Druckstückes an der anderen Seite des Werkzeugträgers zuordenbar ist und wobei
das Werkstück an dem genutzten Biegewerkzeug unter in Werkstückquerrichtung wirksamer
Beaufschlagung mittels wenigstens eines seine Funktionsstellung einnehmenden Druckstücks
um die Biegematrize biegbar ist. Die Erfindung betrifft insbesondere eine derartige
Biegemaschine mit Druckstücken in Form von Gleitschienen, wobei das Werkstück an dem
genutzten Biegewerkzeug beim Biegen um die Biegematrize mittels wenigstens einer ihre
Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung einnehmenden Gleitschiene in Werkstückquerrichtung
abstützbar ist.
[0002] Biegemaschinen der vorstehendew Art sind bekannt aus EP-B-0 538 207. Im Falle des
Standes der Technik sind an einander gegenüberliegenden Seiten eines Werkzeugträgers
angeordnete Mehrniveau-Biegewerkzeuge vorgesehen, die jeweils mehrere in Richtung
einer Biegeachse übereinander angeordnete Biegematrizen sowie mit den Biegematrizen
zusammenwirkende Spannbacken und Gleitschienen umfassen. Es handelt sich dabei um
herkömmliche Drehbiegewerkzeuge, deren Spannbacken und Gleitschienen, mittels hydraulischer
Antriebe zwischen Funktions- und Außerfunktionsstellungen hin und her bewegbar sind.
Im Falle des Standes der Technik werden die Spannbacken und die Gleitschienen an der
einen Seite des Werkzeugträgers unabhängig von den Spannbacken und Gleitschienen an
der gegenüberliegenden Seite des Werkzeugträgers angetrieben und bewegt. Zu diesem
Zweck besitzen die Spannbacken und Gleitschienen beidseits des Werkzeugträgers jeweils
eigene hydraulische Antriebseinrichtungen in Form von hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheiten.
[0003] Eine gattungsfremde Biegemaschine ist offenbart in DE-A-33 02 888. Diese Maschine
weist einen Biegekopf zur gemeinschaftlichen Bearbeitung zweier Rohre auf. Zu diesem
Zweck ist der Biegekopf mit zwei gleichzeitig nutzbaren Drehbiegewerkzeugen versehen.
Die Spannbacken der beiden Drehbiegewerkzeuge sind mittels einer einzigen Kolben-Zylinder-Einheit
jeweils gemeinschaftlich in eine Funktions- oder in eine Außerfunktionsstellung überführbar.
Entsprechend werden die Gleitschienen der beiden vorbekannten Drehbiegewerkzeuge durch
eine einzige Kolben-Zylinder-Einheit gemeinschaftlich in Werkstückquerrichtung zwischen
einer werkstücknahen Funktions- und einer werkstückfernen Außerfunktionsstellung hin
und her bewegt. In Werkstücklängsrichtung werden die Gleitschienen der beiden Biegewerkzeuge
beim Biegen der zu bearbeitenden Rohre von diesen mitgenommen. Ein Vorschubantrieb
zur Bewegung der Gleitschienen bei der Rohrbearbeitung ist dementsprechend nicht vorgesehen.
Nach dem Biegen der beiden zu bearbeitenden Rohre werden die Gleitschienen beider
Biegewerkzeuge durch eine gemeinsame Kolben-Zylinder-Einheit zusammen in ihre Ausgangslage
zurückgezogen.
[0004] Den gattungsgemäßen Stand der Technik unter Gewährleistung einer optimalen Funktionssicherheit
konstruktiv zu vereinfachen, hat sich die vorliegende Erfindung zum Ziel gesetzt.
[0005] Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe durch die Biegemaschinen gemäß den unabhängigen
Patentansprüchen 1 und 8.
[0006] Ausweislich Patentanspruch 1 sind im Falle der Erfindung Druckstücke beidseits des
Werkzeugträgers zur Bewegung in Werkstückquerrichtung antriebsmäßig miteinander gekoppelt.
Dementsprechend wird wenigstens ein Druckstück an der einen gemeinschaftlich mit wenigstens
einem Druckstück an der anderen Seite des Werkzeugträgers in Werkstückquerrichtung
bewegt. Dieses Antriebskonzept gestattet es, ein und dieselben Antriebselemente zum
Bewegen von Druckstücken zu nutzen, die beidseits des Werkzeugträgers unterschiedliche
Stellungen, nämlich zum einen eine Funktions- und zum andern eine Außerfunktionsstellung
einnehmen. Es ergibt sich dadurch eine konstruktiv einfach gestaltete Antriebskonfiguration
ungeachtet der Verschiedenheit der von den Druckstücken beidseits des Werkzeugträgers
eingenommenen Positionen. Insbesondere ist mit der Mehrfachnutzung ein und derselben
Antriebselemente ein kleines Bauvolumen des Gesamtantriebes verbunden. Dies wiederum
gestattet es, den Antrieb für die Druckstücke in unmittelbarer Nähe der Biegewerkzeuge
unterzubringen. Daraus resultieren kurze Antriebsstränge mit geringen Massen. Entsprechend
stellen sich die Vorteile der in Patentanspruch 8 beschriebenen antriebsmäßigen Kopplung
der Gleitschienen beidseits des Werkzeugträgers zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung
dar. Gemäß Patentanspruch 8 sind an erfiridungsgemäßen Biegemaschinen Gleitschienen
beidseits des Werkzeugträgers zwar in Werkstückquerrichtung und dabei in unterschiedliche
Stellungen bewegbar; gleichwohl erfolgt die Bewegung der Gleitschienen in Werkstücklängsrichtung
antriebsmäßig gekoppelt.
[0007] Zur Gewährleistung einer optimalen Funktionssicherheit ungeachtet der vorteilhaften
Antriebskonfiguration dient gemäß Patentanspruch 1 die Gegenläufigkeit der Bewegung
der antriebsmäßig gekoppelten Druckstücke in Werkstückquerrichtung. Aufgrund dieses
Merkmals lassen sich die betreffenden Druckstücke beidseits des Werkzeugträgers quer
zu dem Werkstück in Sollpositionen bewegen, ohne dass zu diesem Zweck eine besondere
gegenseitige Justage der Druckstücke erforderliche wäre. Wird etwa ein Druckstück
an einem genutzten Biegewerkzeug in seine Funktionsstellung bewegt, in welcher es
das zu biegende Werkstück beaufschlagt, so wird damit zwangsweise das oder die zugeordneten
Druckstücke an der gegenüberliegenden Seite des Werkzeugträgers in Gegenrichtung und
damit in einen Bereich bewegt, welcher von demjenigen Bereich, welcher an dem betreffenden
Biegewerkzeug dem Werkstück zugeordnet ist, abliegt und in welchem folglich keine
Kollisionen mit irgendwie gearteten Hindernissen zu befürchten sind. Eine besondere
Bedeutung erlangt die erfindungsgemäße Gegenläufigkeit im Falle von Spannbacken zur
klemmenden Fixierung zu biegender Werkstücke an der Biegematrize. Würden derartige,
beidseits des Werkzeugträgers angeordnete Spannbakken abweichend von der Erfindung
gleichsinnig in Werkstückquerrichtung bewegt, so bestünde die Gefahr, dass noch bevor
die Spannbacke des genutzten Biegewerkzeuges ihre Funktionsstellung erreicht, die
ungenutzte Spannbacke an der gegenüberliegenden Seite des Werkzeugträgers auf die
zugehörige Biegematrize aufläuft. Aufgrund der antriebs- bzw. bewegungsmäßigen Kopplung
der Spannbacken würde dann die zum Biegen einzusetzende Spannbacke am Erreichen ihrer
Funktionsstellung gehindert. Dies wäre insbesondere in Fällen zu befürchten, in denen
an den einander gegenüberliegenden Seiten des Werkzeugträgers Biegematrizen mit unterschiedlichen
Biegeradien vorgesehen sind. Fehlfunktionen der vorstehenden Art und daraus resultierende
Betriebsstörungen ließen sich nur durch aufwändige Maßnahmen zur gegenseitigen Justage
der beidseits des Werkzeugträgers angeordneten Spannbacken in Werkstückquerrichtung
vermeiden.
[0008] Ausweislich Patentanspruch 8 wird die erforderliche Funktionssicherheit bei gleichzeitig
einfacher Antriebskonfiguration erfindungsgemäßer Biegemaschinen dadurch erreicht,
dass wenigstens eine ihre Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung einnehmende Gleitschiene
des genutzten Biegewerkzeuges beim Biegen des Werkstücks mit diesem in Werkstücklängsrichtung
angetrieben bewegt wird. Auf diese Art und Weise kann beispielsweise eine für das
Bearbeitungsergebnis ungünstige Relativbewegung von Gleitschiene und Werkstück reduziert
bzw. vollständig vermieden werden. Gleichzeitig befindet sich wenigstens eine Gleitschiene
an der dem genutzten Biegewerkzeug gegenüberliegenden Seite des Werkzeugträgers in
der Außerfunktionsstellung und somit in Werkstückquerrichtung gesehen in einer Position,
in welcher insbesondere Kollisionen mit der zugehörigen Biegematrize ausgeschlossen
sind.
[0009] Besondere Ausführungsarten der Erfindung nach den Patentansprüchen 1 und 8 ergeben
sich aus den abhängigen Patentansprüchen 2 bis 7 und 9 bis 20.
[0010] Die Patentansprüche 2 und 3 betreffen die Anwendung des erfindungsgemäßen Konzeptes
gemäß Patentanspruch 1 auf Biegemaschinen mit Druckstücken in Form von Spannbacken
und/oder in Form von Gleitschienen. Auf die besondere Zweckmäßigkeit der Umsetzung
der Erfindung durch antriebsmäßig gekoppelte und dabei gegenläufig bewegte Spannbacken
wurde vorstehend bereits eingegangen.
[0011] Die Erfindungsbauart nach Patentanspruch 4 verbindet die Vorteile einer antriebsmäßigen
Kopplung von Spannbacken beidseits des Werkzeugträgers sowie einer gegenläufigen Beweglichkeit
dieser Spannbacken in Werkstückquerrichtung mit den Vorteilen von in Werkstücklängsrichtung
angetrieben bewegbaren Gleitschienen.
[0012] Ausweislich Patentanspruch 5 sind an Biegemaschinen gemäß Patentanspruch 1 Gleitschienen
beidseits des Werkzeugträgers zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung antriebsmäßig
gekoppelt. Die Vorzüge einer derartigen antriebsmäßigen Kopplung wurden vorstehend
zu Patentanspruch 8 dargelegt.
[0013] Im Falle einer weiteren bevorzugten Variante der Erfindung gemäß Patentanspruch 1
sind die zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung miteinander antriebsmäßig gekoppelten
Gleitschienen beidseits des Werkzeugträgers gleichgerichtet in Werkstücklängsrichtung
bewegbar (Patentanspruch 6). Auf diese Art und Weise ist sichergestellt, dass die
einander zugeordneten Gleitschienen des genutzten und des ungenutzten Biegewerkzeuges
in Werkstücklängsrichtung gesehen stets einander entsprechende Stellungen einnehmen.
Die betreffenden Gleitschienen befinden sich sämtlich entweder in der vorgeschobenen
oder in der zurückgezogenen Stellung. Nimmt die Gleitschiene an dem genutzten Biegewerkzeug
in Werkstücklängsrichtung ihre zurückgezogene Ausgangsposition ein, so kann sich die
zugeordnete Gleitschiene an dem ungenutzten Biegewerkzeug nicht in einer vorgeschobenen
Stellung befinden, in welcher sie die zur Werkstückbearbeitung auszuführende Schwenkbewegung
des Biegearms um die Biegeachse blockieren würde.
[0014] Besondere Vorteile bringt die Realisierung der erfindungsgemäßen Grundidee nach Patentanspruch
1 auch im Falle der in Patentanspruch 7 beschriebenen Maschinenbauart mit sich. Derartige
Biegemaschinen weisen beidseits des Werkzeugträgers Biegewerkzeuge bzw. Biegematrizen
mit unterschiedlichen Biegeradien auf. Jeder dieser Biegematrizen sind als weitere
Biegewerkzeugteile wenigstens eine Spannbacke sowie wenigstens eine Gleitschiene zugeordnet.
Die in Funktionsstellung an dem zu verformenden Werkstück befindliche Gleitschiene
des genutzten Biegewerkzeuges wird beim Biegen mit dem zu verformenden Werkstück in
Werkstücklängsrichtung bewegt. Antriebsmäßig gekoppelt ist diese Gleitschiene mit
wenigstens einer Gleitschiene eines ungenutzten Biegewerkzeuges auf der gegenüberliegenden
Seite des Werkzeugträgers. Infolge dieser antriebsmäßigen Kopplung bewegt sich die
ungenutzte Gleitschiene zeitgleich mit der in Funktionsstellung befindlichen Gleitschiene
in Werkstücklängsrichtung. Sowohl die Gleitschiene des genutzten Biegewerkzeuges als
auch die Gleitschiene des ungenutzten Biegewerkzeuges eilen dabei der oder den zugehörigen
Spannbacken nach. Die Spannbacken des genutzten Biegewerkzeugs und die Spannbacken
des ungenutzten Biegewerkzeugs sind an ein und demselben Schwenkarm angeordnet und
führen daher beim Biegen des Werkstücks gemeinschaftlich eine Schwenkbewegung um die
Biegeachse aus. Aufgrund der unterschiedlichen Biegeradien an den beidseits des Werkzeugträgers
angeordneten Biegewerkzeugen ergeben sich unterschiedliche Radien der von den in Funktionsstellung
befindlichen Spannbacken bei der Werkstückbearbeitung beschriebenen Kreisbogen um
die Biegeachse. Die Geschwindigkeit, mit welcher sich die in der Funktionsstellung
befindliche Gleitschiene in Werkstücklängsrichtung bewegt, ist abgestimmt auf die
Geschwindigkeit der zugehörigen, das zu bearbeitende Werkstück beaufschlagenden Spannbacke.
Die Gleitschiene folgt der voreilenden Spannbacke insbesondere in der Anfangsphase
des Biegevorgangs mit möglichst geringem Abstand in Werkstücklängsrichtung.
[0015] Wird nun ein Werkstück an dem Biegewerkzeug mit größerem Biegeradius gebogen, so
schwenkt die betreffende Spannbacke um die Biegeachse auf einer Bewegungsbahn mit
verhältnismäßig großem Radius. Über den Schwenkwinkel gesehen bewegt sich die Spannbacke
dementsprechend über eine relativ große Bogenlänge. Entsprechend bewegt sich die zugehörige
Gleitschiene mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit in Werkstücklängsrichtung.
Nur bei entsprechend hoher Geschwindigkeit kann die Gleitschiene der Spannbacke in
der Anfangsphase des Biegevorgangs mit dauerhaft geringem Abstand folgen.
[0016] Im Falle der einfachsten Art der antriebsmäßigen Kopplung der Gleitschienen beidseits
des Werkzeugträgers stimmt die Geschwindigkeit der Gleitschiene des ungenutzten, einen
relativ kleinen Biegeradius ausbildenden Biegewerkzeuges betragsmäßig mit der Geschwindigkeit
der Gleitschiene des genutzten, einen größeren Biegeradius ausbildenden Biegewerkzeuges
überein. Das heißt, auch die Gleitschiene des Biegewerkzeuges mit kleinerem Biegeradius
bewegt sich mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit in Werkstücklängsrichtung. Ist
die Spannbacke des ungenutzten Biegewerkzeuges mit kleinerem Biegeradius nahe der
zugehörigen Biegematrize angeordnet, so bewegt sie sich bei dem an dem genutzten Biegewerkzeug
von Statten gehenden Biegevorgang um die Biegeachse auf einem Kreisbogen mit relativ
kleinem Radius und somit über eine nur verhältnismäßig kurze Bogenlänge. Gleichzeitig
folgt ihr die zugehörige Gleitschiene aber mit verhältnismäßig hoher, auf die Verhältnisse
an dem genutzten Biegewerkzeug mit größerem Biegeradius abgestimmter Geschwindigkeit.
An dem ungenutzten Biegewerkzeug mit kleinerem Biegeradius kann es folglich zu einer
Kollision von Gleitschiene und Spannbacke kommen.
[0017] Vermieden wird eine derartige Kollision durch die erfindungsgemäße Gegenläufigkeit
der Gleitschienen und/oder der Spannbacken der beidseits des Werkzeugträgers angeordneten
Biegewerkzeuge. Aufgrund dieser Gegenläufigkeit ist sichergestellt, dass mit Überführen
der Gleitschiene des genutzten Biegewerkzeuges und/ oder mit Überführen der Spannbacke
des genutzten Biegewerkzeuges in die Funktionsstellung die Gleitschiene und/oder die
Spannbacke an dem ungenutzten Biegewerkzeug mit kleinem Biegeradius in Werkstückquerrichtung
so weit bewegt werden, dass beim Biegevorgang, d.h. beim Schwenken des Schwenkarms
mit den Spannbacken der beiderseitigen Biegewerkzeuge, eine Kollision von Gleitschiene
und Spannbacke an dem ungenutzten Biegewerkzeug mit kleinem Biegeradius vermieden
wird. Zu diesem Zweck kann lediglich die Gleitschiene an dem ungenutzten Biegewerkzeug
in Werkstückquerrichtung und dabei in eine Position bewegt werden, in welcher sie
die zugeordnete Spannbacke während des Biegevorgangs "überholen" kann. Ebenso ist
es denkbar, lediglich die Spannbacke des ungenutzten Biegewerkzeuges mit kleinem Biegeradius
so weit von der Biegeachse wegzubewegen, dass sie sich bei dem anschließenden Biegevorgang
auf einer Bahn mit großem Radius und folglich mit einer Geschwindigkeit bewegt, aufgrund
derer sie von der nachfolgenden Gleitschiene nicht "eingeholt" werden kann. Erfindungsgemäß
bevorzugt wird eine bezüglich der Bewegungen an dem genutzten Biegewerkzeug gegenläufige
Bewegung sowohl der Gleitschiene oder Gleitschienen als auch der Spannbacke oder Spannbacken
des ungenutzten Biegewerkzeuges.
[0018] Die Patentansprüche 9 bis 11 betreffen Varianten der erfindungsgemäßen Biegemaschine
nach Patentanspruch 8, deren Vorzüge sich entsprechend aus den vorstehenden Ausführungen
ergeben.
[0019] Die Erfindungsbauart nach Patentanspruch 12 zeichnet sich durch eine besonders weitgehende
Vereinfachung der an den Biegewerkzeugen der Maschine vorzusehenden Antriebe aus.
Antriebsmäßig gekoppelt sind Gleitschienen beidseits des Werkzeugträgers sowohl zur
Bewegung in Werkstücklängs- als auch zur Bewegung in Werkstückquerrichtung. Eine antriebsmäßige
Kopplung ist außerdem vorgesehen zur Bewegung von Spannbacken beidseits des Werkzeugträgers
in Werkstückquerrichtung.
[0020] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist zur antriebsmäßigen Kopplung von Druckstücken,
gegebenenfalls von Spannbacken und/oder von Gleitschienen, zur Bewegung in Werkstüdkquerrichtung
wenigstens ein gemeinschaftlicher Querantriebsmotor vorgesehen (Patentanspruch 13).
Entsprechend weist eine weitere bevorzugte Bauart der erfindungsgemäßen Biegemaschinen
zur antriebsmäßigen Kopplung von in Werkstücklängsrichtung zu bewegenden Gleitschienen
wenigstens einen gemeinschaftlichen Längsantriebsmotor auf. Sowohl im Falle der Erfindungsbauart
nach Patentanspruch 13 als auch im Falle der Erfindungsbauart nach Patentanspruch
14 wird insbesondere auf klein bauende und dessen ungeachtet leistungsfähige Elektromotoren
zurückgegriffen.
[0021] Im Falle der Erfindungsbauart nach Patentanspruch 15 werden die antriebsmäßige Kopplung
sowie die Gegenläufigkeit von Druckstücken beidseits des Werkzeugträgers bei der Bewegung
in Werkstückquerrichtung genutzt für eine konstruktiv einfache Dämpfung der Antriebsstränge
der Druckstücke. Anspruchsgemäß lassen sich mittels lediglich zweier Dämpfungseinrichtungen
zwei Antriebsstränge in jeweils zwei Bewegungsrichtungen von Antriebselementen bzw.
von Druckstücken dämpfen.
[0022] Gemäß Patentanspruch 16 werden als gegenläufige Antriebselemente zur Dämpfung der
Antriebsstränge von Druckstücken erfindungsgemäßer Biegemaschinen Spindeln und/oder
Spindelmuttern von die Druckstücke in Werkstückquerrichtung antreibenden Spindeltrieben
verwendet. Derartige Spindeltriebe bieten sich aufgrund ihrer Robustheit und Funktionssicherheit
ebenso wie aufgrund ihrer Positioniergenauigkeit zum Antrieb erfindungsgemäßer Druckstücke
an.
[0023] Eine erfindungsgemäß, bevorzugte Konfiguration des Antriebes zur gekoppelten Bewegung
von Gleitschienen beidseits des Werkzeugträgers in Werkstücklängsrichtung ist in Patentanspruch
17 beschrieben. Der nach Art eines Dreigelenkes aufgebaute Antrieb zeichnet sich durch
eine hohe Funktionssicherheit bei einem gleichzeitig verhältnismäßig einfachen konstruktiven
Aufbau aus. Der gemeinschaftliche Längsantriebsmotor für die einander zugeordneten
Gleitschienen beidseits des Werkzeugträgers ist "schwimmend" gelagert.
[0024] Eine besonders zweckmäßige Form der schwimmenden Lagerung des gemeinschaftlichen
Längsantriebsmotors ergibt sich aus Patentanspruch 20. Die Patentansprüche 18 und
19 betreffen weitere bevorzugte Merkmale des erfindungsgemäßen Längsantriebes für
Gleitschienen beidseits des Werkzeugträgers.
[0025] Nachfolgend wird die Erfindung anhand schematischer Darstellungen zu einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Gesamtansicht einer Biegemaschine zum Biegen von Rohren,
- Figur 2
- eine Schnittdarstellung mit dem durch die Linie II-II in Figur 1 angedeuteten Schnittverlauf,
- Figur 3
- eine Schnittdarstellung mit dem durch die Linie III-III in Figur 1 angedeuteten Schnittverlauf,
- Figur 4
- die Biegeeinrichtung der Biegemaschine gemäß Figur 1 in der Ansicht in Richtung des
Pfeils IV in Figur 1,
- Fign. 5a, 5b
- schematisierte Darstellungen zum Biegen von Rohren mit der Biegeeinrichtung der Biegemaschine
gemäß Figur 1,
- Fign. 6a, 6b
- schematisierte Darstellungen entsprechend den Figuren 5a, 5b bei gegenüber diesen
Figuren veränderter Bewegungssteuerung der Biegewerkzeuge der Biegeeinrichtung,
- Figur 7
- eine gegenüber den vorstehenden Figuren modifizierte Biegeeinrichtung für die Biegemaschine
gemäß Figur 1 zu Beginn eines Biegevorgangs und in der perspektivischen Ansicht in
Richtung auf das Maschinengestell,
- Figur 8
- die Biegeeinrichtung gemäß Figur 7 in der perspektivischen rückwärtigen Ansicht von
dem Maschinengestell her,
- Fign.9, 10
- die Biegeeinrichtung gemäß den Figuren 7, 8 nach Beendigung eines Biegevorgangs,
- Figur 11
- die Biegeeinrichtung gemäß den Figuren 7 und 8 in der senkrechten rückwärtigen Draufsicht
und
- Figur 12
- die Biegeeinrichtung gemäß den Figuren 7 bis 11 in einem gegenüber Figur 11 geänderten
Betriebszustand.
[0026] Gemäß Figur 1 besitzt eine Biegemaschine 1 zum Biegen von Rohren ein Maschinengestell
2, an dessen Oberseite ein Rohrvorschubwagen 3 in Rohrlängsrichtung bewegbar ist und
das an einer vorderen Stirnseite 4 eine Biegeeinrichtung 5 lagert.
[0027] An dem Rohrvorschubwagen 3 angebracht ist eine Spannzange 6 zur Fixierung des von
der Biegeeinrichtung 5 abliegenden Endes von zu bearbeitenden Rohren. In bekannter
Weise sind die Rohre mittels des Rohrvorschubwagens 3 bzw. der Spannzange 6 gegenüber
der Biegeeinrichtung 5 sowohl in Rohrlängsrichtung translatorisch bewegbar als auch
um die Rohrachse drehbar. Von der Darstellung eines zu biegenden Rohres ist in Figur
1 aus Gründen der Übersichtlichkeit abgesehen worden.
[0028] Die Biegeeinrichtung 5 ist um eine Drehachse 7 drehbar an einem Tragarm 8 gelagert.
Der Tragarm 8 ist seinerseits um eine Schwenkachse 9 gegenüber dem Maschinengestell
2 schwenkbar. Biegewerkzeuge 10, 11 sind an einander gegenüberliegenden Seiten eines
Werkzeugträgers 12 der Biegeeinrichtung 5 angeordnet. Je nach Drehstellung der Biegeeinrichtung
5 bezüglich der Drehachse 7 kann entweder das Biegewerkzeug 10 oder das Biegewerkzeug
11 zur Werkstückbearbeitung genutzt werden. Mit der Biegemaschine 1 lassen sich dementsprechend
wahlweise Rechts- oder Linksbiegungen erzeugen. Abweichend von den dargestellten Verhältnissen
ist die Verwendung von Mehrniveaubiegewerkzeugen möglich.
[0029] Das Biegewerkzeug 10 umfasst wie üblich eine Biegematrize 13, eine Spannbacke 14
sowie eine Gleitschiene 15. Entsprechend sind als Teile des Biegewerkzeuges 11 eine
Biegematrize 16, eine Spannbacke 17 sowie eine Gleitschiene 18 vorgesehen. Dabei übersteigt
der Durchmesser der Biegematrize 13 und somit deren Biegeradius den Durchmesser und
den Biegeradius der Biegematrize 16. Beide Biegematrizen 13, 16 sind um eine gemeinsame
Biegeachse 19 drehbar.
[0030] Um die Biegeachse 19 schwenkbar ist ein Schwenkarm 20 des Werkzeugträgers 12, der
an der einen Seite die Spannbacke 14 des Biegewerkzeuges 10 und an der gegenüberliegenden
Seite die Spannbacke 17 des Biegewerkzeuges 11 in radialer Richtung der Biegeachse
19 führt.
[0031] An einem bezüglich der Biegeachse 19 stationären Teil 21 des Werkzeugträgers 12 sind
Supporte 22, 23 der Gleitschienen 15, 18 translatorisch in Werkstückquerrichtung bewegbar.
Im Einzelnen sind die Supporte 22, 23 in Figur 2 dargestellt. Die Richtungen der Beweglichkeit
der Supporte 22, 23 und somit der Gleitschienen 15, 18 in Querrichtung des zu biegenden
Rohres sind in Figur 2 durch den Doppelpfeil 24 veranschaulicht. In Rohrlängsrichtung
(Doppelpfeil 25 in Figur 1) sind die Gleitschienen 15, 18 bei in dieser Richtung stationären
Supporten 22, 23 verschiebbar.
[0032] Ausweislich Figur 2 dient zum Antrieb der Supporte 22, 23 mit den Gleitschienen 15,
18 in Richtung des Doppelpfeils 24, also in Werkstückquerrichtung, ein gemeinschaftlicher
Querantriebsmotor 26, bei dem es sich in dem gezeigten Beispielsfall um einen Elektromotor
handelt. Aufgrund seines kleinen Bauvolumens lässt sich der Querantriebsmotor 26 ohne
weiteres in dem Teil 21 des Werkzeugträgers 12 unterbringen. Auf einer Abtriebswelle
27 des Querantriebsmotors 26 sitzt ein Ritzel 28 auf, das mit achsparallelen Ritzeln
29, 30 kämmt. Mit dem Ritzel 29 ist eine Spindel 31, mit dem Ritzel 30 ist eine Spindel
32 drehfest verbunden. Die Spindel 31 bildet mit einer Spindelmutter 33 einen Spindeltrieb
34, die Spindel 32 mit einer Spindelmutter 35 einen Spindeltrieb 36.
[0033] Die Spindelmutter 33 ist mit dem Support 22 und der Gleitschiene 15, die Spindelmutter
35 mit dem Support 23 und der Gleitschiene 18 bewegungsverbunden. Hergestellt werden
diese Verbindungen über supportseitige Mitnehmer 37, 38. In einer ihrer Bewegungsrichtungen,
d.h. in einer der Richtungen des Doppelpfeils 24, sind die Spindelmuttern 33, 35 über
Dämpfungselemente 39, 40 von Dämpfungseinrichtungen 41, 42 an den supportseitigen
Mitnehmern 37, 38 abgestützt. Diese Abstützung erfolgt über Schieber 43, 44 der Dämpfungseinrichtungen
41, 42. Dabei werden die Spindelmuttern 33, 35 mit einem Spalt 45 bzw. mit einem Spalt
46 von den supportseitigen Mitnehmern 37, 38 beabstandet gehalten. Die Schieber 43,
44 sind gegen eine von den Dämpfungselementen 39, 40 ausgeübte elastische Rückstellkraft
in Achsrichtung der Spindeln 31, 32 und dabei in Richtung auf die supportseitigen
Mitnehmer 37, 38 verschiebbar.
[0034] Aufgrund der realisierten Antriebskonfiguration werden die Supporte 22, 23 und mit
diesen die daran angebrachten Gleitschienen 15, 18 bei Betätigen des gemeinschaftlichen
Querantriebsmotors 26 zeitgleich und dabei gegenläufig in Werkstückquerrichtung bewegt.
Nimmt etwa die Gleitschiene 15 ihre in Figur 2 gezeigte Funktionsstellung ein, in
welcher sie das zu bearbeitende Rohr während des Biegevorgangs in gewohnter Weise
in radialer Richtung stützt, so ist die Gleitschiene 18 an der gegenüberliegenden
Seite des Werkzeugträgers 12 in eine von dem zu bearbeitenden Rohr beabstandete Position
verfahren. Entsprechende Verhältnisse ergeben sich, wenn anstelle des Biegewerkzeuges
10 das Biegewerkzeug 11 zur Werkstückbearbeitung genutzt wird und zu diesem Zweck
die Gleitschiene 18 in Werkstückquerrichtung in ihre werkstücknahe Funktionsstellung
überführt ist.
[0035] Die Dämpfungseinrichtungen 41, 42 dienen zum Schutz der Antriebsstränge der Supporte
22, 23 bei Überlast.
[0036] Läuft etwa der Support 22 und mit dieser die Gleitschiene 15 in Werkstückquerrichtung
in die werkstücknahe Endstellung ein, so kommt der supportseitige Mitnehmer 37 mit
seiner in Figur 2 rechten Seite zur Anlage an der ihm in seiner Bewegungsrichtung
gegenüberliegenden Fläche des an dem Werkzeugträger 12 ausgebildeten Antriebsgehäuses.
Wird der Querantriebsmotor 26 dessen ungeachtet weiterbetrieben und folglich die Spindelmutter
33 fortgesetzt in Längsrichtung der Spindel 31 bewegt, so schließt sich der Spalt
45 vor der Spindelmutter 33 bis hin zum Auflaufen der Spindelmutter 33 auf die ihr
zugewandte Seite des supportseitigen Mitnehmers 37. Der supportseitige Mitnehmer 37
wirkt dabei als Endanschlag für die Spindelmutter 33. Das Auflaufen der Spindelmutter
33 auf diesen Endanschlag wird durch die Dämpfungseinrichtung 41 gedämpft. Das Schließen
des Spaltes 45 durch die Spindelmutter 33 erfolgt nämlich gegen die Wirkung des Dämpfungselementes
39, welches von der Spindelmutter 33 durch Verlagern des Schiebers 43 zu komprimieren
ist.
[0037] Gleichzeitig übernimmt die Dämpfungseinrichtung 41 auch die Funktion einer Überlastsicherung
bei Bewegung des Supportes 23 bzw. der Gleitschiene 18 in die werkstückferne Endstellung.
Aufgrund der antriebsmäßigen Kopplung der Spindelmuttern 33, 35 wird mit überlastbedingtem
Auflaufen der mit dem Support 23 und der Gleitschiene 18 bewegungsverbundenen Spindelmutter
35 auf den an ihrer in Figur 2 linken Seite angeordneten und von einer Lagerung der
Spindel 32 gebildeten Endanschlag der Spalt 45 zwischen der Spindelmutter 33 und dem
supportseitigen Mitnehmer 37 geschlossen. Aufgrund der dämpfungsübertragenden Verbindung
der Spindelmuttern 33, 35 ist folglich auch das Auflaufen der Spindelmutter 35 auf
ihren in Figur 2 linken Endanschlag gedämpft, ohne dass zu diesem Zweck eine separate
Dämpfungseinrichtung zwischen der Spindelmutter 35 und ihrem linken Endanschlag vorzusehen
wäre. Entsprechend dient die Dämpfungseinrichtung 42 zum Überlastschutz sowohl bei
der Bewegung des Supportes 23 bzw. der Gleitschiene 18 in die in Figur 2 rechte Endstellung
als auch bei Bewegung des Supportes 22 bzw. der Gleitschiene 15 in die in Figur 2
linke Endstellung.
[0038] Zusätzlich werden die Dämpfungseinrichtungen 41, 42 auch dann wirksam, wenn die Gleitschienen
15, 18 bei ihrer Bewegung aus einer werkstückfernen Außerfunktions- in die werkstücknahe
Funktionsstellung unerwünschterweise in Werkstückquerrichtung, auf ein Hindernis auflaufen.
Wird die Gleitschiene 15 blokkiert, so spricht die Dämpfungseinrichtung 41 an. Bei
Blockieren der Gleitschiene 18 tritt die Dämpfungseinrichtung 42 in Funktion.
[0039] In Figur 2 ebenfalls dargestellt sind Spindeln 47, 48, mittels derer die Gleitschienen
15, 18 bei in Werkstücklängsrichtung ortsunveränderlichen Supporten 22, 23 gleichsinnig
in Werkstücklängsrichtung bewegt werden können. Diese Längsbewegung dient an der ihre
Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung einnehmenden Gleitschiene 15, 18 beispielsweise
dazu, eine Relativbewegung zwischen der Gleitschiene 15, 18 und dem zu biegenden Werkstück
bei der Werkstückbearbeitung zu vermeiden.
Die antriebsmäßige Kopplung der ungenutzten mit der in Funktionsstellung befindlichen
Gleitschiene 15, 18 gestattet es, die beiden Gleitschienen 15, 18 mit einem einfach
konf igurierten Antrieb, insbesondere mit einem einzigen, gemeinschaftlichen Längsantriebsmotor,
in Werkstücklängsrichtung zu bewegen. Die antriebsmäßige Kopplung der Gleitschienen
15, 18 bei ihrer Bewegung in Werkstücklängsrichtung setzt nicht notwendigerweise voraus,
dass - wie in Figur 2 dargestellt - die Supporte 22, 23 und Gleitschienen 15, 18 auch
in Werkstückquerrichtung antriebsmäßig gekoppelt bzw. gegenläufig bewegbar sind.
[0040] In Figur 3 ist ein Schnitt durch den Schwenkarm 20 mit den daran in radialer Richtung
der Biegeachse 19 geführten Spannbacken 14, 17 gezeigt. Dabei nimmt die Spannbacke
14 ihre Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung ein, in welcher sie das zu biegende
Rohr (nicht dargestellt) gegen die zugehörige Biegematrize 13 beaufschlagt. Die Spannbacke
17 ist in eine Position verfahren, in welcher sie von der zugehörigen Biegematrize
16 verhältnismäßig weit abliegt. Die Spannbacken 14, 17 sind ebenso wie die Gleitschienen
15, 18 zur Bewegung in Werkstückquerrichtung antriebsmäßig gekoppelt und gegenläufig
bewegbar. Der zu diesem Zweck vorgesehene Antrieb ist entsprechend dem Querantrieb
der Supporte 22, 23 bzw. Gleitschienen 15, 18 konfiguriert. Im Einzelnen vorgesehen
ist ein gemeinschaftlicher elektrischer Querantriebsmotor 49, der über einen Spindeltrieb
50 mit Spindel 51 und Spindelmutter 52 die Spannbacke 14 und über einen Spindeltrieb
53 mit Spindel 54 und Spindelmutter 55 die Spannbacke 17 in Werkstückquerrichtung
antreibt. Zwischen der Spindelmutter 52 und einem Spannbackenmitnehmer 56 ist eine
Dämpfungseinrichtung 57 mit Dämpfungselement 58 und Schieber 59 vorgesehen. Entsprechend
ist eine Dämpfungseinrichtung 60 mit Dämpfungselement 61 und Schieber 62 zwischen
der Spindelmutter 55 und einem mit der Spannbacke 17 bewegungsverbundenen Spannbackenmitnehmer
63 wirksam. Jede der Dämpfungseinrichtungen 57, 60 bildet entsprechend den Dämpfungseinrichtungen
41, 42 eine Überlastsicherung bei der Bewegung der Spannbacken 14, 17 senkrecht zu
der Biegeachse 19.
[0041] In Figur 4 sind die Verhältnisse an der vorderen Stirnseite 4 des Maschinengestells
2 der Biegemaschine 1 in der Draufsicht dargestellt. Im Einzelnen zu erkennen sind
insbesondere die Spannzange 6 zur Fixierung des biegewerkzeugfernen Endes zu bearbeitender
Rohre sowie das Biegewerkzeug 10 mit den vorstehend im Einzelnen beschriebenen Werkzeugteilen.
[0042] Durch eine vergleichende Betrachtung der Figuren 5a, 5b einerseits und der Figuren
6a, 6b andererseits werden die Vorteile der an der Biegemaschine 1 vorgesehenen Kinematik
der Spannbakken 14, 17 sowie der Gleitschienen 15, 18 besonders deutlich.
[0043] In den Figuren 5a, 5b sind schematisiert die an der Biegemaschine 1 tatsächlich realisierten
Verhältnisse in der Draufsicht auf die Biegeeinrichtung 5 gezeigt. Das Biegewerkzeug
10 mit der Biegematrize 13, der Spannbacke 14 sowie der Gleitschiene 15 wird für die
Bearbeitung genutzt und ist mit ausgezogenen Linien, das Biegewerkzeug 11 mit der
Biegematrize 16, der Spannbacke 17 sowie der Gleitschiene 18 bleibt ungenutzt und
ist gestrichelt wiedergegeben.
[0044] Gemäß Figur 5a nehmen die Spannbacke 14 an der Biegematrize 13 sowie die Gleitschiene
15 ihre Funktionsstellungen ein. In diese Positionen sind die Spannbacke 14 sowie
die Gleitschiene 15 ausgehend von einer in Figur 5a nach rechts versetzten Außerfunktionsstellung
in Werkstückquerrichtung bewegt worden. Mit der Bewegung der Spannbacke 14 sowie der
Gleitschiene 15 in die Funktionsstellung verbunden war eine gegenläufige Bewegung
der Spannbacke 17 sowie der Gleitschiene 18 des Biegewerkzeuges 11 in die dargestellte
werkstückferne Außerfunktionsstellung.
[0045] In der gezeigten Funktionsstellung beaufschlagt die Spannbacke 14 das zu verformende
Rohr gegen die Biegematrize 13. Das Rohr ist folglich zwischen der Biegematrize 13
und der Spannbacke 14 klemmend fixiert. Die Gleitschiene 15 liegt an dem Werkstück
an und stützt es gegen eine in Figur 5a nach rechts gerichtete Bewegung ab.
[0046] Zur Herstellung der gewünschten Biegung wird in gewohnter Weise der Schwenkarm 20
mit den Spannbacken 14, 17 um die Biegeachse 19 geschwenkt. Damit einher geht eine
Drehbewegung der Biegematrizen 13, 16 um die Biegeachse 19. An dem zur Werkstückbearbeitung
genutzten Biegewerkzeug 10 wird dabei das zwischen der Biegematrize 13 und der Spannbacke
14 eingespannte Rohr um die Biegematrize 13 gebogen. Der um die Biegeachse 19 bewegten
Spannbacke 14 folgt die Gleitschiene 15 gemeinsam mit dem unverformten Teil des Werkstückes
auf einer geradlinigen Bewegungsbahn in Werkstücklängsrichtung, d.h. in der nach unten
weisenden Richtung des Doppelpfeils 25.
[0047] An dem ungenutzten Biegewerkzeug 11 dreht sich die Biegematrize 16 gemeinschaftlich
mit der Biegematrize 13 des Biegewerkzeüges 10 um die Biegeachse 19. Die Spannbacke
17 des Biegewerkzeugs 11 führt mit der Spannbacke 14 des Biegewerkzeugs 10 eine Schwenkbewegung
um die Biegeachse 19 aus. Die Gleitschiene 18 des Biegewerkzeuges 11 bewegt sich aufgrund
der bestehenden antriebsmäßigen Kopplung gleichsinnig mit der Gleitschiene 15 in Werkstücklängsrichtung.
Die Geschwindigkeit der Gleitschiene 18 in Werkstücklängsrichtung entspricht dabei
der Geschwindigkeit der Gleitschiene 15. Im Interesse eines optimalen Bearbeitungsergebnisses
hat die Gleitschiene 15 der Spannbacke 14 des im Einsatz befindlichen Biegewerkzeuges
10 mit geringem Abstand zu folgen.
[0048] Die Verhältnisse bei Biegung des Werkstückes um einen Winkel α sind in Figur 5b gezeigt.
Die Gleitschiene 15 des Biegewerkzeuges 10 ist der zugehörigen Spannbacke 14 nach
wie vor eng benachbart. Der Abstand zwischen der Spannbacke 17 und der Gleitschiene
18 des Biegewerkzeuges 11 hat sich hingegen vergrößert. Grund hierfür ist der Umstand,
dass die Spannbacke 17 mit einem größeren Radius um die Biegeachse 19 bewegt wird
als die Spannbacke 14 und folglich eine größere Bogenlänge zurücklegt als die Spannbacke
14, während gleichzeitig die Gleitschienen 15, 18 mit übereinstimmender Geschwindigkeit
bewegt werden. Ungeachtet der antriebsmäßigen Kopplung der Gleitschienen, 15, 18 bei
ihrer Bewegung in Werkstücklängsrichtung und ungeachtet der Reduzierung des Biegeradius
an der Biegematrize 16 gegenüber dem Biegeradius an der Biegematrize 13 werden so
Kollisionen zwischen der Spannbacke 17 und der Gleitschiene 18 des momentan nicht
genutzten Biegewerkzeuges 11 vermieden.
[0049] Anders würden sich die Verhältnisse im Falle der an der Biegemaschine 1 nicht realisierten
und in den Figuren 6a, 6b veranschaulichten Kinematik der Biegewerkzeugteile darstellen.
[0050] Die Positionen der Spannbacke 14 sowie der Gleitschiene 15 in Figur 6a entsprechen
denjenigen Positionen, welche diese Biegewerkzeugteile in Figur 5a einnehmen. Die
Spannbacke 17 sowie die Gleitschiene 18 sind gemäß Figur 6a in Werkstückquerrichtung
jedoch nicht gegenläufig zu der Spannbacke 14 und der Gleitschiene 15 in eine Außerfunktionsstellung
verfahren, in welcher die Spannbacke 17 bezüglich der Biegeachse 19 radial außerhalb
der Spannbacke 14 liegen würde. Vielmehr befinden sich die Spannbacke 17 und die Gleitschiene
18 des nicht im Einsatz befindlichen Biegewerkzeuges 11 in Werkstückquerrichtung ebenfalls
in ihren Funktionsstellungen.
[0051] Wird nun mittels des Biegewerkzeuges 10 das betreffende Rohr gebogen, so bewegt sich
die Spannbacke 17 an der gegenüber der Biegematrize 13 durchmesserreduzierten Biegematrize
16 auf einer Kreisbahn um die Biegeachse 19, deren Radius wesentlich kleiner ist als
der Radius der Bewegungsbahn der Spannbacke 14. Folglich legt die Spannbacke 17 eine
kleinere Bogenlänge zurück als die Spannbacke 14. Gleichzeitig bewegt sich aber die
Gleitschiene 18, welche der Spannbacke 17 folgt, mit derselben Geschwindigkeit, mit
welcher die Gleitschiene 15 der ihr zugeordneten Spannbacke 14 nachläuft. Dies hat
zur Folge, dass die Gleitschiene 18 bestrebt ist, die Spannbacke 17 zu überholen.
Die Gleitschiene 18 läuft dementsprechend auf die Spannbacke 17 auf. Diese Kollision
ist in Figur 6b durch die dort dargestellte Ineinanderverschachtelung von Spannbacke
17 und Gleitschiene 18 veranschaulicht.
[0052] Die Figuren 7 bis 12 zeigen eine Biegeeinrichtung 105, die sich von der zuvor beschriebenen
Biegeeinrichtung 5 durch die Bauart der verwendeten Biegewerkzeuge unterscheidet.
So sind an einem Werkzeugträger 112 der Biegeeinrichtung 105 als Biegewerkzeuge 110,
111 Mehrniveaubiegewerkzeuge vorgesehen, die jeweils zwei Einzelwerkzeuge umfassen.
Von den somit vorhandenen vier Einzelwerkzeugen werden vier verschiedene Biegeradien
ausgebildet.
[0053] Das Biegewerkzeug 110 umfasst entlang einer Biegeachse 119 übereinander angeordnete
Biegematrizen 113, 164. Entsprechend weist das Biegewerkzeug 111 Biegematrizen 116,
165 auf. Den Biegematrizen 113, 164 sind als weitere Werkzeugteile Spannbacken 114,
166 und Gleitschienen 115, 167 zugeordnet. Das Biegewerkzeug 111 umfasst neben den
Biegematrizen 116, 165 Spannbacken 117, 168 und Gleitschienen 118, 169. Durch entsprechende
Positionierung gegenüber dem Maschinengestell 2 der Biegemaschine 1 lässt sich wahlweise
eine der Biegematrizen 113, 116, 164, 165 mit den jeweils zugehörigen Biegewerkzeugteilen
zur Bearbeitung eines der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellten Rohres einsetzen.
[0054] In den Figuren 7 und 8 befindet sich die Biegeeinrichtung 105 in ihrem dem Beginn
einer Rohrbearbeitung zugeordneten Betriebszustand. Zur Rohrbearbeitung genutzt werden
die Biegematrize 113, die Spannbacke 114 sowie die Gleitschiene 115. Dementsprechend
ist die Spannbacke 114 in Werkstückquerrichtung in ihre Funktionsstellung verfahren,
bei deren Einnahme sie das zu bearbeitende Rohr gegen die Biegematrize 113 beaufschlagt.
[0055] Ebenfalls in der werkstücknahen Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung befindet
sich die Gleitschiene 115.
[0056] Mit der Spannbacke 114 ist die Spannbacke 166 bewegungsmäßig verbunden. In entsprechender
Weise bilden die Gleitschienen 115, 167 eine Bewegungseinheit. Ebenso wie die Spannbacke
114 und die Gleitschiene 115 nehmen folglich auch die Spannbacke 166 und die Gleitschiene
167 eine werkstücknahe Position ein.
[0057] Mit den Spannbacken 114, 166 antriebsmäßig gekoppelt und gegenläufig in Werkstückquerrichtung
verschoben sind die Spannbacken 117, 168 des Biegewerkzeuges 111. Entsprechend sind
die Gleitschienen 118, 169 des Biegewerkzeuges 111 mit den Gleitschienen 115, 167
des Biegewerkzeuges 110 antriebsmäßig gekoppelt in Werkstückquerrichtung in eine werkstückferne
Position überführt. Zur antriebsmäßigen Kopplung und gegenläufigen Bewegung der einander
zugeordneten Biegewerkzeugteile beidseits des Werkzeugträgers 112 dienen Querantriebsmotoren,
die im Innern eines Schwenkarms 120 sowie eines stationären Teils 121 des Werkzeugträgers
112 untergebracht sind und die in Aufbau und Funktionsweise den Querantriebsmotören
26, 49 der Figuren 2 und 3 entsprechen.
[0058] Zur Bearbeitung des betreffenden Rohres unter Einsatz der Biegematrize 113, der Spannbacke
114 und der Gleitschiene 115 des Biegewerkzeuges 110 wird ausgehend von den Verhältnissen
gemäß den Figuren 7, 8 der Schwenkarm 120 um die Biegeachse 119 in die Position gemäß
den Figuren 9, 10 bewegt. Das mittels der Biegematrize 113 und der Spannbacke 114
geklemmte Rohr wird dabei um die Biegematrize 113 gebogen. Die Gleitschiene 115 stützt
das Rohr seitlich.
[0059] Mit der Bewegung des Schwenkarms 120 mit der Spannbacke 114 und der Biegematrize
113 um die Biegeachse 119 verbunden ist eine Bewegung der Einheit aus Gleitschiene
115 und Gleitschiene 167 in Werkstücklängsrichtung (Doppelpfeil 170). Auf diese Art
und Weise wird eine Relativbewegung zwischen dem um die Biegematrize 113 gezogenen
Rohr und der Gleitschiene 115 und somit auch aus einer derartigen Relativbewegung
resultierende Beanspruchungen der Rohr-Außenwand vermieden. Bei der Bewegung in Werkstücklängsrichtung
ist die Baueinheit aus Gleitschiene 115 und Gleitschiene 167 antriebsmäßig gekoppelt
mit der Baueinheit aus Gleitschiene 118 und Gleitschiene 169 an der gegenüberliegenden
Seite des Werkzeugträgers 112. Infolge der antriebsmäßigen Kopplung bewegen sich die
Gleitschienenanordnungen beidseits des Werkzeugträgers 112 gleichgerichtet in Längsrichtung
des zu bearbeitenden Rohres. Ihre Bewegungs-Endstellung in Werkstücklängsrichtung
haben die Gleitschienenanordnungen bei dem in den Figuren 9, 10 veranschaulichten
Betriebszustand der Biegeeinrichtung 105 erreicht.
[0060] Bewirkt wird die antriebsmäßige Kopplung der Gleitschienen 115, 167 einerseits sowie
der Gleitschienen 118, 169 andererseits mittels eines gemeinschaftlichen Längsantriebsmotors
171, der im Einzelnen in den Figuren 8 und 10 zu erkennen ist und bei dem es sich
in dem dargestellten Beispielsfall um einen Elektromotor handelt. Der Längsantriebsmotor
171 ist mittels einer Dreigelenkanordnung 172 an dem Werkzeugträger 112 gelagert.
Die Dreigelenkanordnung 172 umfasst eine lange Schwinge 173 sowie eine kurze Schwinge
174. Die lange Schwinge 173 ist gleitschienenseitig um eine Schwenkachse 175, die
kurze Schwinge 174 ist gleitschienenseitig um eine Schwenkachse 176 schwenkbar gelagert.
An ihren von den Schwenkachsen 175, 176 abliegenden Enden sind die lange Schwinge
173 sowie die kurze Schwinge 174 gelenkig miteinander verbunden. Eine gemeinsame Gelenkachse
177 der langen Schwinge 173 sowie der kurzen Schwinge 174 verläuft parallel zu den
Schwenkachsen 175, 176 und fällt mit der geometrischen Achse der Motorwelle des Längsantriebsmotors
171 zusammen.
[0061] Zum Antrieb der Gleitschienen 115, 167 in Werkstücklängsrichtung ist zwischen den
Gleitschienen 115, 167 und dem Längsantriebsmotor 171 ein Längsvorschubgetriebe 178
vorgesehen. Dieses umfasst einen Spindeltrieb 179 sowie einen Riementrieb 180. Der
Spindeltrieb 179 wiederum weist eine an einem Support 122 für die Gleitschienen 115,
167 drehbar gelagerte Spindelmutter 181 sowie eine damit zusammenwirkende Getriebespindel
182 auf.
[0062] Die Drehachse der Spindelmutter 181, die Längsachse der Getriebespindel 182 und die
Schwenkachse 175 der langen Schwinge 173 der Dreigelenkanordnung 172 fallen miteinander
zusammen. Mit dem Support 122 ist die daran angebrachte Spindelmutter 181 in Werkstückquerrichtung
bewegbar. Die Getriebespindel 182 des Spindeltriebs 179 ist mit den Gleitschienen
115, 167 in Werkstücklängsrichtung verschieblich an dem stationären Teil 121 des Werkzeugträgers
112 geführt. Insgesamt ergibt sich eine nach Art eines Kreuzschlittens ausgebildete
Führungseinheit für die Gleitschienen 115, 167.
[0063] Zum Antrieb der Getriebespindel 182 bzw. der Gleitschienen 115, 167 in Werkstücklängsrichtung
ist die Spindelmutter 181 um ihre Achse zu drehen. Zu diesem Zweck dient ein endlos
umlaufender Antriebsriemen 183 des Riementriebes 180. Der Antriebsriemen 183 wird
seinerseits durch den Längsantriebsmotor 171 angetrieben und bildet eine getriebliche
Verbindung zwischen dem Längsantriebsmotor 171 und der als gleitschienenseitiges Getriebeelement
dienenden Spindelmutter 181. Mit der langen Schwinge 173 ist der Antriebsriemen 183
um die Schwenkachse 175 schwenkbar.
[0064] Den Gleitschienen 115, 167 entsprechend werden die Gleitschienen 118, 169 an der
gegenüberliegenden Seite des Werkzeugträgers 112 in Werkstücklängsrichtung bewegt.
Ein Längsvorschubgetriebe 184 umfasst dabei einen Spindeltrieb 185 sowie einen Riementrieb
186. Eine Spindelmutter 187 des Spindeltriebes 185 ist an einem in Werkstückquerrichtung
beweglichen Support 123 gelagert und wirkt mit einer gemeinschaftlich mit den Gleitschienen
118, 169 in Werkstücklängsrichtung beweglichen Getriebespindel 188 zusammen. Ein Antriebsriemen
189 des Riementriebes 186 bildet eine getriebliche Verbindung zwischen dem Längsantriebsmotor
171 und dem Spindeltrieb 185 und ist mit der kurzen Schwinge 174 um die Schwenkachse
176 schwenkbar. Die Spindelmutter 187 bildet ein gleitschienenseitiges Getriebeelement.
[0065] Die Dreigelenkstruktur der Lagerung des Längsantriebsmotors 171 sowie der Längsvorschubgetriebe,178,
184 gestattet es, die Gleitschienen 115, 167 einerseits sowie die Gleitschienen 118,
169 andererseits, ungeachtet ihrer Beweglichtkeit in Werkstückquerrichtung mittels
eines einzigen Antriebsmotors, nämlich mittels des gemeinschaftlichen Längsantriebsmotors
171, in Werkstücklängsrichtung zu verfahren.
[0066] In Abhängigkeit von den Positionen der Gleitschienen 115, 167 und der Gleitschienen
118, 169 in Werkstückquerrichtung ergeben sich unterschiedliche Öffnungswinkel zwischen
der langen Schwinge 173 und der kurzen Schwinge 174 der Dreigelenkanordnung 172 sowie
voneinander abweichende Positionen des "schwimmend" gelagerten Längsantriebsmotors
171. Beispielhaft verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf die Figuren 11 und 12.
[0067] Aufgrund der in dem gezeigten Beispielsfall realisierten Antriebskonfiguration reichen
insgesamt vier Antriebsmotoren an den Biegeeinrichtungen 5, 105 aus, um Rohre mit
unterschiedlichen Biegeradien sowie in einander entgegengesetzten Richtungen zu biegen.
Im Einzelnen benötigt werden zwei Querantriebsmotoren, ein Längsantriebsmotor sowie
ein Schwenkmotor. Die Querantriebsmotoren dienen zur gegenläufigen Bewegung der sich
an den Werkzeugträgern 12, 112 gegenüberliegenden Spannbacken 14, 17; 114, 166; 117,
168 sowie der an den beiden Seiten der Werkzeugträger 12, 112, vorgesehenen Gleitschienen
15, 18; 115, 167; 118, 169. Mittels des Längsantriebsmotors werden die Gleitschienen
15, 18; 115, 167; 118, 169 gleichgerichtet in Werkstücklängsrichtung verschoben. Der
Schwenkantriebsmotor schließlich dient zur Ausführung der Schwenkbewegung der Schwenkarme
20, 120 um die Biegeachsen 19, 119. Sämtliche Antriebsmotoren sind in einer Baugröße
verfügbar, die eine Unterbringung der Antriebsmotoren unmittelbar an den Werkzeugträgern
12, 112 zulässt.
1. Biegemaschine zum Biegen von stangen- und/oder stabartigen Werkstücken, insbesondere
von Rohren, mit einer Biegeeinrichtung (5, 105), die wahlweise nutzbare Biegewerkzeuge
(10, 11; 110, 111) umfasst, von denen wenigstens eines an einer Seite und wenigstens
eines an der gegenüberliegenden Seite eines Werkzeugträgers (12, 112) vorgesehen ist
und die jeweils wenigstens eine Biegematrize (13, 16; 113, 164; 116, 165) sowie zumindest
ein Druckstück aufweisen, welches zur Überführung in eine Funktions- oder in eine
Außerfunktionsstellung in Werkstückquerrichtung angetrieben hin und her bewegbar ist,
wobei die Biegematrizen (13, 16; 113, 164; 116, 165) entlang einer in Werkstückquerrichtung
verlaufenden Biegeachse (19, 119) angeordnet sind, einer Funktionsstellung wenigstens
eines Druckstückes an der einen Seite des Werkzeugträgers (12, 112) eine Außerfunktionsstellung
wenigstens eines Druckstückes an der anderen Seite des Werkzeugträgers (12, 112) zuordenbar
ist und wobei das Werkstück an dem genutzten Biegewerkzeug (10, 11 ; 110, 111) unter
in Werkstückquerrichtung wirksamer Beaufschlagung mittels wenigstens eines seine Funktionsstellung
einnehmenden Druckstücks um die Biegematrize (13, 16; 113, 164; 116, 165) biegbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Druckstück an der einen und wenigstens ein Druckstück an der anderen
Seite des Werkzeugträgers (12, 112) zur Bewegung in Werkstückquerrichtung antriebsmäßig
gekoppelt sind, wobei mit der in Werkstückquerrichtung ausgeführten Bewegung zur Überführung
des oder der Druckstücke an der einen Seite des Werkzeugträgers (12, 112) in die Funktionsstellung
das oder die zugeordneten Druckstücke an der anderen Seite des Werkzeugträgers (12,
112) in Werkstückquerrichtung gegenläufig bewegbar sind.
2. Biegemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als einander zugeordnete, in Werkstückquerrichtung gegenläufig bewegbare Druckstücke
Spannbacken (14, 17 ; 114, 166; 117, 168) vorgesehen sind, von denen wenigstens eine
an der einen und wenigstens eine an der anderen Seite des Werkzeugträgers (12, 112)
angeordnet ist und die an einem um die Biegeachse (19, 119) schwenkbaren Schwenkarm
(20, 120) vorgesehen sind, wobei das Werkstück an dem genutzten Biegewerkzeug (10,
11; 110, 111) zwischen der Biegematrize (13, 16; 113, 164 ; 116, 165) und wenigstens
einer ihre Funktionsstellung einnehmenden und dabei das Werkstück gegen die Biegematrize
(13, 16; 113, 164; 116, 165) beaufschlagenden Spannbacke (14, 17; 114, 166; 117, 168)
einspannbar und eingespannt unter Schwenken des Schwenkarms (20, 120) mit der oder
den Spannbacken (14, 17; 114, 166 ; 117, 168) um die Biegematrize (13, 16; 113, 164
; 116, 165) biegbar ist.
3. Biegemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als einander zugeordnete, in Werkstückquerrichtung gegenläufig bewegbare Druckstücke
Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) vorgesehen sind, von denen wenigstens eine
an der einen und wenigstens eine an der anderen Seite des Werkzeugträgers (12, 112)
angeordnet ist und die in Werkstücklängsrichtung gesehen an der von der zu erstellenden
Biegung abliegenden Seite von Spannbacken (14, 17 ; 114, 166; 117, 168) der betreffenden
Biegewerkzeuge (10, 11; 110, 111) vorgesehen sind, wobei das Werkstück an dem genutzten
Biegewerkzeug (10, 11; 110, 111) beim Biegen um die Biegematrize (13, 16; 113, 164;
116, 165) mittels wenigstens einer ihre Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung
einnehmenden Gleitschiene (15, 18; 115, 167; 118, 169) in Werkstückquerrichtung abstützbar
ist.
4. Biegemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Biegewerkzeuge (10, 11;
110, 111) an beiden Seiten des Werkzeugträgers (12, 112) als Druckstücke jeweils wenigstens
eine Spannbacke (14, 17; 114, 166; 117, 168) sowie wenigstens eine Gleitschiene (15,
18; 115, 167; 118, 169) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Spannbacke (14, 17; 114, 166; 117, 168) an der einen und wenigstens
eine Spannbacke (14, 17; 114, 166; 117, 168) an der anderen Seite des Werkzeugträgers
(12, 112) zur Bewegung in Werkstückquerrichtung antriebsmäßig gekoppelt gegenläufig
bewegbar sind und dass wenigstens eine ihre Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung
einnehmende Gleitschiene (15, 18; 115, 167; 118, 169) des genutzten Biegewerkzeugs
(10, 11; 110, 111) beim Biegen des Werkstücks mit diesem in Werkstücklängsrichtung
angetrieben bewegbar ist.
5. Biegemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit wenigstens einer bei Einnahme ihrer Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung
mit dem Werkstück in dessen Längsrichtung bewegbaren Gleitschiene (15, 18; 115, 167;
118, 169) des genutzten Biegewerkzeuges (10, 11; 110, 111) zumindest eine Gleitschiene
(15, 18; 115, 167; 118, 169) eines Biegewerkzeuges (10, 11; 110, 111) an der gegenüberliegenden
Seite des Werkzeugträgers (12, 112) zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung antriebsmäßig
gekoppelt ist.
6. Biegemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung miteinander antriebsmäßig gekoppelten
Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) beidseits des Werkzeugträgers (12, 112)
gleichgerichtet in Werkstücklängsrichtung bewegbar sind.
7. Biegemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer der Seiten des Werkzeugträgers (12, 112) wenigstens ein Biegewerkzeug (10,
11; 110, 111) mit einer Biegematrize (13, 16; 113, 164; 116, 165) vorgesehen ist,
welche einen größeren Biegeradius ausbildet als die Biegematrize (13, 16 ; 113, 164
; 116, 165) wenigstens eines Biegewerkzeuges (10, 11; 110, 111) an der gegenüberliegenden
Seite des Werkzeugträgers (12, 112), dass als einander zugeordnete, in Werkstückquerrichtung
gegenläufig bewegbare Druckstücke gegenläufige Spannbacken (14, 17; 114, 166; 117,
168) und/oder gegenläufige Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) vorgesehen sind,
dass an dem genutzten Biegewerkzeug (10, 11; 110, 111) wenigstens eine ihre Funktionsstellung
in Werkstückquerrichtung einnehmende Gleitschiene (15, 18; 115, 167; 118, 169) beim
Biegen des Werkstücks mit diesem in Werkstücklängsrichtung angetrieben bewegbar ist
und dass mit dieser oder diesen Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) wenigstens
eine Gleitschiene (15, 18; 115, 167; 116, 169) eines Biegewerkzeuges (10, 11; 110,
111) an der gegenüberliegenden Seite des Werkzeugträgers (12, 112) zur Bewegung in
Werkstücklängsrichtung antriebsmäßig gekoppelt und gleichgerichtet in Werkstücklängsrichtung
bewegbar ist.
8. Biegemaschine nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 mit Druckstücken in Form von Gleitschienen
(15, 18 ; 115, 167; 118, 169), wobei das Werkstück an dem genutzten Biegewerkzeug
(10, 11; 110, 111) beim Biegen um die Biegematrize (13, 16; 113, 164 ; 116, 165) mittels
wenigstens einer ihre Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung einnehmenden Gleitschiene
(15, 18; 115, 167; 118, 169) in Werkstückquerrichtung abstützbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine ihre Funktionsstellung in Werkstückquerrichtung einnehmende Gleitschiene
(15, 18; 115, 167; 118, 169) des genutzten Biegewerkzeuges (10, 11; 110, 111) beim
Biegen des Werkstücks mit diesem in Werkstücklängsrichtung angetrieben bewegbar ist
und dass mit dieser oder diesen Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) wenigstens
eine in einer Außerfunktionsstellung befindliche Gleitschiene (15, 18; 115, 167; 118,
169) eines Biegewerkzeuges (10, 11; 110, 111) an der gegenüberliegenden Seite des
Werkzeugträgers (12, 112) zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung antriebsmäßig gekoppelt
ist.
9. Biegemaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung miteinander antriebsmäßig gekoppelten
Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) beidseits des Werkzeugträgers (12, 112)
gleichgerichtet in Werkstücklängsrichtung bewegbar sind.
10. Biegemaschine nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung miteinander antriebsmäßig gekoppelten
Gleitschienen (15, 18 ; 115, 167 ; 118, 169) beidseits des Werkzeugträgers (12, 112)
auch zur Bewegung in Werkstückquerrichtung miteinander antriebsmäßig gekoppelt sind.
11. Biegemaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung miteinander antriebsmäßig gekoppelten
Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) beidseits des Werkzeugträgers (12, 112)
in Werkstückquerrichtung gegenläufig bewegbar sind.
12. Biegemaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei Biegewerkzeuge (10, 11; 110,
111) an beiden,Seiten des Werkzeugträgers (12, 112) als Druckstücke jeweils wenigstens
eine Gleitschiene (15, 18, 115, 167; 118, 169) und zumindest eine Spannbacke (14,
17 ; 114, 166 ; 117; 168) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) beidseits des Werkzeugträgers (12, 112)
zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung und in Werkstückquerrichtung und Spannbacken
(14, 17; 114, 166; 117, 168) beidseits des Werkzeugträgers (12, 112) zur Bewegung
in Werkstückquerrichtung miteinander antriebsmäßig gekoppelt sind.
13. Biegemaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur antriebsmäßigen Kopplung von Druckstücken, gegebenenfalls von Spannbacken (14,
17; 114, 166; 117, 168) und/oder von Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169), beidseits
des Werkzeugträgers (12, 112) zur Bewegung in Werkstückquerrichtung wenigstens ein
gemeinschaftlicher Querantriebsmotor (26, 49) vorgesehen ist.
14. Biegemaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur antriebsmäßigen Kopplung von Gleitschienen (15, 18; 115, 167 ; 118, 169) beidseits
des Werkzeugträgers (12, 112) zur Bewegung in Werkstücklängsrichtung wenigstens ein
gemeinschaftlicher Längsantriebsmotor (171) vorgesehen ist.
15. Biegemaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einander zugeordnete Druckstücke beidseits des Werkzeugträgers (12, 112) mittels
gegenläufig antreibbarer und miteinander bewegungsverbundener Antriebselemente in
Werkstückquerrichtung gegenläufig bewegbar sind, dass für die Antriebselemente jeweils
in beiden ihrer Bewegungsrichtungen wirksame Endanschläge vorgesehen sind, auf welche
die Antriebselemente bei Bewegungsverzögerung, insbesondere bei Stillstand, des oder
der zugeordneten Druckstücke und dessen ungeachtet fortgesetzter Bewegung der Antriebselemente
auflaufen und dass zwischen jedem Antriebselement und einem seiner Endanschläge eine
Dämpfungseinrichtung (41, 42; 57, 58) vorgesehen ist, mittels derer das Auflaufen
des Antriebselementes auf den Endanschlag dämpfbar ist, wobei in übereinstimmender
Bewegungsrichtung der Antriebselemente wirksame Endanschläge gedämpft sind und wobei
bei Auflaufen eines der Antriebselemente auf einen ungedämpften Endanschlag das jeweils
andere, gegenläufig bewegte Antriebselement auf den in dessen Bewegungsrichtung wirksamen
und mittels der Dämpfungseinrichtung (41, 42; 57, 58) gedämpften Endanschlag aufläuft
und die gegenläufig bewegten Antriebselemente dämpfungsübertragend miteinander in
Verbindung stehen.
16. Biegemaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als gegenläufige Antriebselemente Spindeln (31, 32; 51, 54) und/oder Spindelmuttern
(33, 35; 52, 55) von die Druckstücke in Werkstückquerrichtung antreibenden Spindeltrieben
(34, 36; 50, 53) vorgesehen sind.
17. Biegemaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein gemeinschaftlicher Längsantriebsmotor (171) zur Bewegung von antriebsmäßig miteinander
gekoppelten Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) in Werkstücklängsrichtung mit
den Gleitschienen (15, 18; 115, 167; 118, 169) beidseits des Werkzeugträgers (12,
112) jeweils über ein Längsvorschubgetriebe (178, 184) in Antriebsverbindung steht,
welches ein an dem Werkzeugträger (12, 112) in Werkstückquerrichtung bewegbares gleitschienenseitiges
Getriebeelement (181, 187) und zwischen diesem und dem Längsantriebsmotor (171) eine
getriebliche Verbindung (183, 189) umfasst und dass die getrieblichen Verbindungen
(183, 189) zwischen dem Längsantriebsmotor (171) und den gleitschienenseitigen Getriebeelementen
(181, 187) beidseits des Werkzeugträgers (12, 112) jeweils mit ihrer Antriebsmotorseite
gemeinschaftlich mit dem Längsantriebsmotor (171) um das zugeordnete gleitschienenseitige
Getriebeelement (181, 187) schwenkbar und an ihren Antriebsmotorseiten gelenkig miteinander
verbunden sind, wobei die gemeinsame Gelenkachse (177) der getrieblichen Verbindungen
(183, 189) an der Antriebsmotorseite und die Schwenkachsen (175, 176) der getrieblichen
Verbindungen (183, 189) an den gleitschienenseitigen Getriebeelementen (181, 187)
parallel zueinander in Werkstücklängsrichtung verlaufen.
18. Biegemaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Gelenkachse (177) der getrieblichen Verbindungen (183, 189) an der
Antriebsmotorseite von der Motorwelle des Längsantriebsmötors (171) ausgebildet ist.
19. Biegemaschine nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Längsvorschubgetriebe (178, 184) zwischen dem gemeinschaftlichen Längsantriebsmotor
(171) und den Gleitschienen (15, 18; 115; 167; 118 ; 169) einen Spindeltrieb (179,
185) umfasst mit Spindeltriebelementen in Form einer sich in Werkstücklängsrichtung
erstreckenden Getriebespindel (182, 188) und einer auf dieser aufsitzenden Spindelmutter
(181, 187), wobei wenigstens eine Gleitschiene (15, 18; 115, 167; 118, 169) mit einem
der Spindeltriebelemente gekoppelt in Werkstücklängsrichtung bewegbar ist und das
andere Spindeltriebelement ein gleitschienenseitiges Getriebeelement ausbildet und
dass als getriebliche Verbindung zwischen dem gemeinschaftlichen Längsantriebsmotor
(171) und dem das gleitschienenseitige Getriebeelement bildenden Spindeltriebelement
ein durch den gemeinschaftlichen Längsantriebsmotor (171) antreibbares und endlos
umlaufendes Antriebselement, insbesondere ein Antriebsriemen (183, 189) vorgesehen
ist, mittels dessen das das gleitschienenseitige Getriebeelement bildende Spindeltriebelement
um die Achse der Getriebespindel (182, 188) antreibbar ist.
20. Biegemaschine nach-wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gleitschienenseitigen Getriebeelemente an beiden Seiten des Werkzeugträgers (12,
112) jeweils an einer an dem Werkzeugträger (12, 112) in Werkstückquerrichtung bewegbaren
Trageinrichtung vorgesehen sind, dass an den Trageinrichtungen jeweils eine Schwinge
(173, 174) um die Schwenkachse (175, 176) der betreffenden getrieblichen Verbindung
(183, 189) schwenkbar gelagert ist und dass die Schwingen (173, 174) mit Abstand von
ihrer Lagerung an den Trageinrichtungen gelenkig miteinander verbunden sind und den
gemeinschaftlichen Längsantriebsmotor (171) lagern, wobei die gemeinsame Gelenkachse
(177) der Schwingen (173, 174) und deren Schwenkachsen (175, 176) an den Trageinrichtungen
parallel zueinander in Werkstücklängsrichtung verlaufen.