[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Hilfsbedienung von Fahrwegelementen.
[0002] Unter Fahrwegelementen im Sinne dieser Erfindung werden diejenigen im Bahn- bzw.
Schienenverkehr verwendeten Elemente verstanden, welche zur gezielten Abwicklung des
Schienenverkehrs unterschiedliche, vorgebbare Zustände einnehmen können. Fahrwegelemente
im Sinne dieser Erfindung sind dabei insbesondere Weichen, Gleissperren, Signale,
Gleisabschnitte, Zugstraßen und Bahnübergangsanlagen.
[0003] Bei der Abwicklung des Schienenverkehrs in einem Streckennetz wird zwischen zwei
verschiedenen Arten der Bedienung der Fahrwegelemente unterschieden. Die sogenannten
Regelbedienungen, wie Weichenumstellung, Fahrstraßenstellung, Signalstellung usw.,
werden üblicherweise vom Fahrdienstleiter über den Stelltisch ausgeführt. Diese Bedienungen
sind nicht sicherheitsrelevant, da ihre Zulässigkeit durch das Sicherungssystem geprüft
wird. Unzulässige Bedienhandlungen sind nicht möglich oder werden durch das Sicherungssystem
abgewiesen.
[0004] Hilfsbedienungen, wie Fahrstraßenhilfsauflösung, Achszählgrundstellung, Ersatzsignalstellung
usw., werden vom Fahrdienstleiter in besonderen betrieblichen Situationen oder bei
Störungen über den Stelltisch ausgeführt. Die sicherungstechnische Verantwortung liegt
hierbei ganz oder zumindest teilweise auf dem Fahrdienstleiter, da signaltechnische
Abhängigkeiten des Sicherungssystems zur Durchführung von Hilfsbedienungen unter Umständen
außer Kraft gesetzt sein müssen. Bei der Ausführung von Hilfsbedienungen kann sich
der Fahrdienstleiter auf die sichere Anzeige des Sicherungssystems stützen. Im Störungsfall
kann der Fahrbetrieb entweder durch Signalisierung von Ersatz- bzw. Vorsichtssignal
oder durch Befehl (schriftlich und/oder fernmündlich) mit Einschränkungen aufrechterhalten
werden. Bei Verfügbarkeit von Zugbahnfunk erfolgt die Befehlsübermittlung in der Regel
fernmündlich.
[0005] Bei diesem aus dem Stand der Technik bekannten Konzept zur Durchführung von Hilfsbedienungen
ist zur Wahrung der Sicherheit auch im Hilfsbetrieb stets ein Rückgriff auf den Fahrdienstleiter
erforderlich. Eine dezentralisierte Durchführung der Handlungen ist nicht möglich.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es
Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Hilfsbedienung von Fahrwegelementen anzugeben, welches
die Vornahme von Hilfsbedienungen auch ohne Einschaltung des Fahrdienstleiters, beispielsweise
durch Zusammenwirken von Zugleiter und Triebfahrzeugführer, ermöglicht. Des weiteren
soll mit der Erfindung ein System zur Durchführung eines solchen Verfahrens angegeben
werden.
[0007] Hinsichtlich des Verfahrens wird zur
Lösung dieser Aufgabe mit der Erfindung angegeben ein Verfahren zur Hilfsbedienung von Fahrwegelementen,
wobei zur Anfrage einer Hilfsbedienung eines Fahrwegelementes aus einer diesem Fahrwegelement
individualisierend zugeordneten Elementkennung und einem Systemschlüssel nach einer
vorgegebenen Rechenvorschrift ein Anfragecode gebildet und gespeichert wird, die Elementkennung
und der Systemschlüssel einer Leitstelle übermittelt werden, in der Leitstelle aus
der empfangenen Elementkennung und dem empfangenen Systemschlüssel nach derselben
Rechenvorschrift ein Quittungscode gebildet wird, der Quittungscode bei Freigabe der
angefragten Hilfsbedienung von der Leitstelle zu einer Hilfsbedieneinrichtung übermittelt,
in die Hilfsbedieneinrichtung eingegeben und mit dem gespeicherten Anfragecode verglichen
wird und bei festgestellter Übereinstimmung zwischen Qittungscode und Anfragecode
die angefragte Hilfsbedienung ausgeführt wird.
[0008] Mit einem solchen, erfindungsgemäßen Verfahren ist im Störungsfall bei einer Hilfsbedienung
abhängig von der Situation entweder nur die Mitwirkung des Zugleiters oder die komplette
Abwicklung des Betriebes mittels Befehl erforderlich. Eine Hilfsbedienung mit bloßer
Mitwirkung des Zugleiters ist dabei dann möglich, wenn das Sicherungssystem grundsätzlich
noch funktionsfähig ist. Durch die Erstellung eines Anfragecodes, die Übermittlung
eines Quittungscode und den Vergleich zwischen Anfragecode und Quittungscode wird
sichergestellt, daß die angeforderte Hilfsbedienung nur ausgeführt wird, wenn sie
sicher ist. Auf diese Weise kann beispielsweise ein Zugleiter Hilfsbedienungen genehmigen,
obwohl er im Gegensatz zum Fahrdienstleiter keine sichere Bedienung und Anzeige besitzt
und damit das Stellen von Ersatz- bzw. Vorsichtssignalen nicht ohne weiteres durchführen
kann. Die Übermittlung der Elementkennung und des Systemschlüssels von der Hilfsbedieneinrichtung
zur Leitstelle und des Quittungscodes von der Leitstelle zurück zur Hilfsbedieneinrichtung
kann dabei automatisch auf einer Sendestrecke, beispielsweise über Funk, Kabelverbindung,
Internet oder andere Verbindungen erfolgen, sie können jedoch auch vom Bedienungspersonal
vorgenommen werden. So kann beispielsweise ein Fahrzeugführer die Elementkennung und
den Systemschlüssel fernmündlich einem Mitarbeiter einer Leitstelle, beispielsweise
einem Zugleiter, übermitteln und von dem Letztgenannten den Quittungscode wiederum
fernmündlich in Empfang nehmen. Die Anfrage für eine Hilfsbedienung kann, sofern ein
Überwachungssystem einen Fehler sicher erkennen kann, von dem System automatisch ausgelöst
werden. Störzustände können durch das System beispielsweise für die Fahrwegelemente
Weiche, Signal oder Bahnübergang erkannt werden. Für andere Fahrwegelemente, beispielsweise
Gleisabschnitte, Streckenblöcke oder Fahrstraßen, für die ein Sicherheitssystem einen
Störzustand nicht eindeutig erkennen kann, muß bei Bedarf eine Hilfsbedienung manuell
angefordert werden. In diesem Fall wird das Betriebspersonal nach Rücksprache mit
der Leitstelle, beispielsweise einem Zugleiter, zum Anstoß einer Hilfsbedienung aufgefordert.
[0009] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Elementkennung Informationen
über die Art sowie den Standort des mit der Elementkennung versehenen Fahrwegelementes
enthält. Eine mit derartigen Informationen gebildete Elementkennung kann auf einfache
Weise hinsichtlich der einzelnen Fahrwegelemente individualisiert werden. So kann
beispielsweise eine Weiche durch Angabe des Streckenkilometers eindeutig zugeordnet
werden. Die Elementkennung enthält dann Informationen aus denen sich ableiten läßt,
daß es sich bei dem Fahrwegelement um eine Weiche handelt sowie Informationen betreffend
den Streckenkilometer, an dem die Weiche liegt.
[0010] Gemäß einer weiteren Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Elementkennung
weiterhin Informationen über den Schaltzustand des Fahrwegelementes enthält. Zusätzlich
zu den Angaben über Art und Ort des Fahrwegelementes enthält eine Elementkennung im
Falle der beschriebenen Weiche beispielsweise Informationen über die jeweilige Endlage
der Weichenzunge. Es ist mit anderen Worten also möglich, daß einem Fahrwegelement
mehr als eine Elementkennung zugeordnet ist, im Falle einer Weiche beispielsweise
zwei. Wichtig ist lediglich, daß Elementkennungen nicht doppelt vergeben werden, um
aus einer Elementkennung eindeutig das damit bezeichnete Fahrwegelement ermitteln
zu können.
[0011] Die Elementkennung besteht im Rahmen der Erfindung vorzugsweise aus einer festgelegten
Anzahl, vorzugsweise 35, ASCII-Zeichen.
[0012] In einer weiteren Weiterbildung wird für das Verfahren vorgeschlagen, daß der Systemschlüssel
nach vorgegebenen Kriterien bei Anfrage einer Hilfsbedienung festgelegt wird. Mit
anderen Worten ist der Systemschlüssel nicht vorab festgelegt, sondern wird erst bei
Anfrage einer Hilfsbedienung gebildet. Dabei kann der Systemschlüssel je nach Anfragezeitpunkt
ein unterschiedlicher sein. So kann nach einer Weiterbildung der Erfindung der Systemschlüssel
beispielsweise unter Zuhilfenahme der ggf. synchronisierten Systemzeit festgelegt
werden.
[0013] Nach einer weiteren Weiterbildung der Erfindung werden der Anfragecode und der Quittungscode
als CRC-Rest aus der Elementkennung und dem Systemschlüssel nach dem gleichen Verfahren
berechnet. Dabei wird dieser CRC-Rest vorzugsweise unter Verwendung des CRC-12 Generatorpolynoms
gebildet. Das verwendete Generatorpolynom lautet dabei wie folgt:

[0014] Zur Erhöhung der Sicherheit des erfindungsgemäßen Verfahrens wird gemäß einer Weiterbildung
vorgeschlagen, daß bei Anfrage einer Hilfsbedienung die Elementkennung und der Systemschlüssel
mehrkanalig, mindestens zweikanalig festgestellt werden und in allen Kanälen eine
Berechnung und Speicherung des Anfragecodes erfolgt. Diese Berechnung und Speicherung
ermöglicht das sichere Erkennen einer Störung, entsprechende Maßnahmen können getroffen
werden. Wichtig ist hierbei lediglich, daß bei Festlegung des Systemschlüssels erst
bei Anfrage der Systemschlüssel in allen Kanälen gleich gebildet wird.
[0015] Bei einer mehrkanaligen Erzeugung und Speicherung der Elementkennung und des Systemschlüssels
ist es von Vorteil, wenn, wie gemäß einer weiteren Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen,
der übermittelte und in die Hilfsbedieneinrichtung eingegebene Quittungscode in allen
Kanälen mit dem gespeicherten Anfragecode verglichen wird.
[0016] Um beispielsweise einem Zug- oder Triebwagenführer eine fernmündliche Übermittlung
der Elementkennung und des Systemschlüssels an die Leitstelle zu ermöglichen, ist
bei einer Weiterbildung des Verfahrens vorgesehen, daß an der Hilfsbedieneinrichtung
die Elementkennung und der Systemschlüssel, nicht jedoch der Anfragecode zur Anzeige
gebracht werden. Bei mehrkanaliger Bildung und Speicherung der Elementkennung und
des Systemschlüssels genügt eine einkanalige Anzeige der Elementkennung und des Systemschlüssels.
Der Anfragecode darf an der Hilfsbedieneinrichtung nicht zur Anzeige gebracht werden,
da ansonsten das Sicherheitssystem umgangen werden könnte. Die Bedienperson darf lediglich
den Systemschlüssel und die Elementkennung kennen, diese der Leitstelle übermitteln
und den von der Leitstelle übermittelten Quittungscode in die Hilfsbedieneinrichtung
eingeben. Stimmt der Quittungscode mit dem in der Hilfsbedieneinrichtung generierten
und gespeicherten Anfragecode überein, erfolgt die Hilfsbedienung.
[0017] Durch die mit dem Verfahren gewählte Absicherung über den Abgleich des Anfragecodes
und des in die Hilfsbedieneinrichtung eingegebenen Quittungscodes kann zur Übermittlung
des Quittungscodes ein nicht sicherer Übertragungsweg gewählt werden. Auf diese Weise
ist das Verfahren flexibler und mit beliebigen Übertragungswegen einsetzbar. Eine
kostspielige und die Flexibilität beschränkende Nutzung eines sicheren Übertragungsweges
ist nicht erforderlich.
[0018] In Bezug auf das System wird die erfindungsgemäße Aufgabe durch ein System zum Durchführen
eines vorstehend beschriebenen Verfahrens gelöst, welches gekennzeichnet ist durch
mindestens ein mittels einer Elementkennung individualisiertes Fahrwegelement, mindestens
eine ein Speichermodul und eine Prozessoreinheit aufweisende Verarbeitungseinheit
und eine prozessorgesteuerte Hilfsbedieneinrichtung zur Bedienung des Fahrwegelementes
sowie einer Kommunikationseinrichtung zum Übertragen der Elementkennung und eines
Systemschlüssels eines zur Hilfsbedienung vorgesehenen Fahrwegelementes zu einer Leitstelle
und Rückübertragung des Quittungscodes. Die Verarbeitungseinheit kann dabei mit Vorteil
mehrkanalig ausgebildet sein.
[0019] Die Kommunikationseinrichtung kann dabei mit Vorteil durch eine Mobilfunkverbindung
zwischen einem Bediener der Hilfseinrichtung und einem Bediener der Leitstelle gebildet
sein. Gleichermaßen kann die Kommunikationseinrichtung jedoch auch in einer direkten
Draht- oder Funkverbindung zwischen der Hilfsbedieneinrichtung und der Leitstelle
oder auch durch eine Internet-Verbindung oder ähnliches gebildet sein.
[0020] Um es einer Bedienperson, beispielsweise einem Führer eines Schienenfahrzeuges zu
ermöglichen, Daten aus der Hilfsbedieneinrichtung, insbesondere die Elementkennung
und den Systemschlüssel, auszulesen und Daten, insbesondere den Quittungscode, in
die Hilfsbedieneinrichtung einzugeben, kann diese gemäß einer Weiterbildung eine Anzeige
und eine Eingabeeinrichtung aufweisen.
[0021] Um eine einfache und drahtlose Kommunikation mit der Hilfsbedieneinrichtung zu ermöglichen,
kann diese gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung eine Funkeinrichtung,
beispielsweise ein Blue-Tooth, aufweisen. Auf diese Weise kann beispielsweise einer
ortsfest an der Gleisanlage angeordnete Hilfsbedieneinrichtung von einem Führer eines
Schienenfahrzeuges bequem z. B. mit einem Blue-Tooth fähigen Mobiltelefon bedient
werden. Hierbei ist lediglich darauf zu achten, daß die Hilfsbedieneinrichtung innerhalb
der Reichweite der Funkverbindung, also ca. 10 m ohne und ca. 100 m mit Verstärker,
aufgestellt ist.
[0022] Mit Vorteil ist das System dabei so eingerichtet, daß es auch für die Ausführung
von Regelbedienungen von Fahrwegelementen nutzbar ist.
[0023] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Figuren. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- schematisch den Ablauf in einer Hilfsbedieneinrichtung bei Anforderung einer Hilfsbedienung,
- Fig. 2
- schematisch die Übertragung der Elementkennung und eines Systemschlüssels zu einem
Zugleiter sowie die Rückübertragung des Quittungscodes über Mobiltelefon,
- Fig. 3
- schematisch den Ablauf in der Hilfsbedieneinrichtung nach Erhalt des Quittungscodes,
- Fig. 4
- ein Beispiel für Anzeigen der Hilfsbedieneinrichtung in unterschiedlichen Menüebenen
bei der Einstellung einer Zugstraße (Regelbedienung) und
- Fig. 5
- ein Beispiel für die Anzeige der Hilfsbedieneinrichtung bei Vorliegen einer Bahnübergangsstörung
(Hilfsbedienung).
In Fig. 1 ist schematisch der nach einer Anfrage für eine Hilfsbedienung folgende
Ablauf in einer Hilfsbedieneinrichtung 1 gezeigt. In einem Sicherungssystem 2 wird
in zwei Teilanlagen 21 und 22 aus der dem Fahrwegelement, für das eine Hilfsbedienung
angefordert ist, zugeordneten Elementkennung sowie einer aktuell gebildeten Systemzahl
mit Hilfe eines Algorithmuses, hier mit dem CRC-12 Generatorpolynom, G(x) = z
12 + z
11 + z
3 + z
2 + z +1, ein CRC-Rest (Anfragecode) ermittelt. Die in den beiden Teilanlagen 21 und
22 ermittelten CRC-Reste werden jeweils gespeichert. Beide Teilanlagen 21 und 22 sind
mit einem Gateway 3 verbunden, welches einen Übergang von zweikanalig auf einkanalig
schafft, indem nur die Telegramme einer Teilanlage an die Anzeige 4 der Hilfsbedieneinrichtung
übergeben werden. Auf der Anzeige 4 werden dann die Elementkennung sowie die Systemzahl
angezeigt. Eine Bedienperson, beispielsweise ein Triebfahrzeugführer, liest die Elementkennung
sowie die Systemzahl von der Anzeige 4 ab und übermittelt sie an eine Leitstelle 6,
in diesem Falle einen Zugleiter. Dies ist in Figur 2 schematisch dargestellt. Über
die Kommunikationseinrichtung 5 in Form eines Mobiltelefons übermittelt die Bedienperson
die von der Anzeige der Hilfsbedieneinrichtung 1 ausgelesene Elementkennung sowie
Systemzahl an die Leitstelle 6. Dort werden die aufgenommene Elementkennung sowie
die Systemzahl von einer verantwortlichen Person, beispielsweise dem Zugleiter, einem
Algorithmus zur Berechnung eines CRC-Restes (Quittungscode) zugeführt. Dies erfolgt
zweckmäßiger Weise durch Eingabe der genannten Daten in einen Computer. Der Algorithmus
bei der Leitstelle 6 ist identisch dem Algorithmus in den Teilanlagen 21 und 22 des
Sicherungssystems 2, in dem genannten Beispiel ist somit auch der Algorithmus bei
Leitstelle 6 das CRC-12-Generatorpolynom: G(x) = z
12 + z
11 + z
3 + z
2 + z +1. Der an der Leitstelle 6 mit dem Algorithmus ermittelte CRC-Rest (Quittungscode)
wird der verantwortlichen Person zur Anzeige gebracht. Bei Freigabe der Hilfsbedienung
übermittelt diese Person den CRC-Rest über die Kommunikationseinrichtung, das Mobiltelefon
5, an die Bedienperson an der Hilfsbedieneinrichtung. Diese gibt den CRC-Rest (Quittungscode)
in die Hilfsbedieneinrichtung ein.
[0024] In der Hilfsbedieneinrichtung 1 ergibt sich dann der in Fig. 3 schematisch dargestellte
Ablauf. Über das Gateway wird der in der Hilfsbedieneinrichtung 1 eingegebene CRC-Rest
von einkanalig auf zweikanalig aufgeteilt und den beiden Teilanlagen 21 und 22 des
Sicherungssystems 2 zugeführt. Dort wird jeweils der von der Leitstelle 6 übermittelte,
in die Hilfsbedieneinrichtung 1 eingegebene CRC-Rest (Quittungscode) mit dem in der
jeweiligen Teilanlage gespeicherten, eingangs der Abfrage ermittelten CRC-Rest (Anfragecode)
verglichen. Sind die CRC-Reste identisch, wird die angeforderte Hilfshandlung ausgeführt.
[0025] Die Bestimmung des CRC-Restes als Anfragecode in der Hilfsbedieneinrichtung sowie
die weitere Bestimmung des CRC-Restes in der Leitstelle 6 als Quittungscode und Übermittlung
desselben bietet die ansonsten bei Durchführung der Hilfsbedienung allein durch einen
Zugleiter nicht zu gewährleistende Sicherheit. Insbesondere werden auch Anzeige- und
Ablesefehler sowie Übertragungsfehler über die Kommunikationsverbindung 5, beispielsweise
Versprecher am Mobiltelefon, aufgedeckt, indem bei nicht übereinstimmenden CRC-Resten
(Anfragecode und Quittungscode) die Hilfsbedienung nicht erfolgt.
[0026] In den Figuren 4 und 5 sind Beispiele für eine vierzeilige Anzeige der Hilfsbedieneinrichtung
für eine Regelbedienung bzw. eine Hilfsbedienung in unterschiedlichen Menüebenen dargestellt.
[0027] In Fig. 4 ist die Anzeige bei der Einstellung einer Zugstraße (Regelbedienung) über
die Hilfsbedieneinrichtung dargestellt. Durch Auswahl der mit 1, 2, 3 und 0 bezeichneten
Menüpunkte wird jeweils in die nächste Menüebene geschaltet. So wird von der obersten
Anzeigendarstellung in die mittlere Anzeigendarstellung geschaltet, indem die Menüauswahl
"1" angewählt wird. Durch nochmaliges Anwählen der Menüauswahl "1" wird die mit Kürzeln
bezeichnete Zugstraße "1A.1N1" ausgewählt. Zum Einstellen der Zugstraße ist nun lediglich
eine Bestätigung erforderlich.
[0028] In Fig. 5 (Hilfsbedienung) ist ein Beispiel für eine Anzeigedarstellung bei einem
gestörten Bahnübergang dargestellt, bei dem das System eine automatische Hilfsbedienungsanfrage
abgeben kann. In der oberen Darstellung wird der Bedienperson mitgeteilt, daß der
Bahnübergang gestört ist. Eine Bestätigungseingabe führt in die untere Anzeige, in
welcher an der obersten Zeile die Elementkennung dargestellt ist. Diese setzt sich
zusammen aus den Buchstaben "Bue" für Bahnübergang sowie einer Angabe des Streckenkilometers
"km 143,913". Weiterhin wird der aktuell ermittelte Systemschlüssel (Bestätigung)
angezeigt. In diesem Stadium wartet die Hilfsbedieneinrichtung auf eine Eingabe des
von der Leitstelle übermittelten CRC-Restes zur Freigabe der angeforderten Hilfsbedienung.
[0029] Das beschriebene Ausführungsbeispiel dient lediglich der Erläuterung und ist nicht
beschränkend.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Hilfsbedieneinrichtung
- 2
- Sicherungssystem
- 3
- Gateway
- 4
- Anzeige
- 5
- Kommunikationseinrichtung
- 6
- Leitstelle
- 21
- Teilanlage des Sicherungssystems
- 22
- Teilanlage des Sicherungssystems
1. Verfahren zur Hilfsbedienung von Fahrwegelementen, wobei zur Anfrage einer Hilfsbedienung
eines Fahrwegelementes aus einer diesem Fahrwegelement individualisierend zugeordneten
Elementkennung und einem Systemschlüssel nach einer vorgegebenen Rechenvorschrift
ein Anfragecode gebildet und gespeichert wird, die Elementkennung und der Systemschlüssel
einer Leitstelle übermittelt werden, in der Leitstelle aus der empfangenen Elementkennung
und dem empfangenen Systemschlüssel nach derselben Rechenvorschrift ein Quittungscode
gebildet wird, der Quittungscode bei Freigabe der angefragten Hilfsbedienung von der
Leitstelle zu einer Hilfsbedieneinrichtung übermittelt, in die Hilfsbedieneinrichtung
eingegeben und mit dem gespeicherten Anfragecode verglichen wird und wobei bei festgestellter
Übereinstimmung zwischen Quittungscode und Anfragecode die angefragte Hilfsbedienung
ausgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elementkennung Informationen über die Art sowie den Standort des mit der Elementkennung
versehenen Fahrwegelementes enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elementkennung weiterhin Informationen über den Schaltzustand des Fahrwegelementes
enthält.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Elementkennung aus einer festgelegten Anzahl, vorzugsweise 35, ASCII-Zeichen
gebildet ist.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Systemschlüssel nach vorgegebenen Kriterien bei Anfrage einer Hilfsbedienung
festgelegt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Systemschlüssel als unter Zuhilfenahme einer Systemzeit des Zeitpunktes der Anfrage
gebildete Systemzahl festgelegt wird.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Anfragecode und Quittungscode als CRC-Rest aus der Elementkennung und dem Systemschlüssel
berechnet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der CRC-Rest unter Verwendung des CRC-12 Generatorpolynoms gebildet wird.
9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Anfrage einer Hilfsbedienung die Elementkennung und der Systemschlüssel mindestens
zweikanalig gebildet werden und in allen Kanälen eine Berechnung und Speicherung des
Anfragecodes zwecks späteren Vergleichs erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der in die Hilfsbedieneinrichtung eingegebene Quittungscode mit dem gespeicherten
Anfragecode in allen Kanälen verglichen wird.
11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der Hilfsbedieneinrichtung die Elementkennung und der Systemschlüssel, nicht jedoch
der Anfragecode zur Anzeige gebracht werden.
12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Übermittlung des Quittungscodes ein nicht sicherer Übertragungsweg genutzt wird.
13. System zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens ein mittels einer Elementkennung individualisiertes Fahrwegelement, mindestens
eine ein Speichermodul und eine Prozessoreinheit aufweisende Verarbeitungseinheit
und eine prozessorgesteuerte Hilfsbedieneinrichtung zur Bedienung des Fahrwegelementes
sowie eine Kommunikationseinrichtung zum Übertragen der Elementkennung und eines Systemschlüssels
eines zur Hilfsbedienung vorgesehenen Fahrwegelementes zu einer Leitstelle und Rückübertragung
des Quittungscodes.
14. System nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsbedieneinrichtung eine Anzeige und eine Eingabeeinrichtung aufweist.
15. System nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsbedieneinrichtung eine Funkeinrichtung, beispielsweise ein Blue-Tooth zur
Fernbedienung aufweist.
16. System nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Kommunikationseinrichtung durch eine Mobilfunkverbindung zwischen einem Bediener
der Hilfsbedieneinrichtung und einem Bediener der Leitstelle gebildet ist.
17. System nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß es auch für die Durchführung von Regelbedienungen von Fahrwegelementen ausgelegt
ist.