[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines wasserabweisend
ausgerüsteten Aramidgewebes und dessen Verwendung.
[0002] Wasserabweisend ausgerüstete Aramidfasern und -gewebe und Verfahren zu deren Herstellung
sind bekannt.
[0003] WO 95/04854 beschreibt ein Verfahren zur Plasmabehandlung antiballistisch wirksamer
Materialien wie z.B. von Aramiden, wobei in einer ersten Stufe eine Plasmabehandlung
mit ≥ 50 % eines anorganischen Gases oder Gemisches anorganischer Gase und in einer
zweiten Stufe eine Plasmabehandlung mit einem hydrophobierend wirkenden organischen
Gas oder mit Mischungen solcher Gase aus der Gruppe der gesättigten Kohlenwasserstoffe,
ungesättigten Kohlenwasserstoffe, gesättigten Fluorkohlenwasserstoffe, ungesättigten
Fluorkohlenwasserstoffe, Siloxane oder Vinylverbindungen ggf. in Gegenwart eines oder
mehrerer anorganischer Gase durchgeführt wird.
[0004] US 4 232 087 offenbart die Beschichtung von Aramidfasern und/oder Aramidgeweben (z.B.
von Nomexfasern) mit einer wässrigen Dispersion von Polytetrafluorethylen-Partikeln
und einem wasserlöslichen Chrom-Koordinationskomplex mit einer fluorsubstituierten
Kohlenwasserstoffverbindung, die amin- und sulfonylaminsubstituierte Alkylgruppen
mit ≥ 6 Kohlenstoffatomen enthält. Das behandelte Gewebe wird getrocknet. Nach dem
Trocknen des Gewebes wird vorzugsweise eine Vernetzung durch Wärmebehandlung durchgeführt.
[0005] WO 92/01108 beschreibt die Beschichtung von Aramidfasern mit einer wässrigen Fluorpolymerdispersion,
welche auf die Faser entweder im nassen oder im getrockneten Zustand aufgebracht wird,
wobei vorzugsweise die noch nicht getrocknete Faser in ein Beschichtungsbad mit der
Fluorpolymerdispersion eingetaucht wird. Anschließend wird die beschichtete Faser
getrocknet, wobei die Beschichtung auf der Faseroberfläche vernetzt wird.
[0006] US 5 116 682 beschreibt die Herstellung von anti-wicking und wasserabweisenden wärmebeständigen
Garnen, wie z.B. von Polyestergarnen oder von Garnen aus Glas, Nylon oder Aramid.
Das Garn wird mit einer Fluorcarbonemulsion oder - dispersion beschichtet, getrocknet
und anschließend unter Wärme vernetzt.
[0007] Aramid-Gewebe zeigen bekanntlich eine hohe antiballistische Wirkung im trockenen
Zustand. Jedoch lässt die antiballistische Wirkung erheblich nach, wenn das Gewebe
im nassen Zustand vorliegt. Daher werden Aramidgewebe oftmals wasserabweisend ausgerüstet.
Jedoch hat es sich gezeigt, dass die in bekannter Weise wasserabweisend ausgerüsteten
Aramidgewebe immer noch deutlich in ihrer antiballistischen Schutzwirkung nachlassen,
wenn sie im nassen Zustand vorliegen.
[0008] Daher stellt sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung
eines wasserabweisend ausgerüsteten Aramidgewebes zur Verfügung zu stellen, das auch
im nassen Zustand eine gute antiballistische Wirkung aufweist.
[0009] Ferner sollte die antiballistische Wirkung des mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
wasserabweisend ausgerüsteten Aramidgewebes im trockenen Zustand mindestens ebenso
hoch und möglichst noch höher sein als die eines in bekannter Weise wasserabweisend
ausgerüsteten Aramidgewebes im trockenen Zustand.
[0010] Daher stellt sich die vorliegende Erfindung ferner die Aufgabe, ein Verfahren zur
Herstellung eines wasserabweisend ausgerüsteten Aramidgewebes zur Verfügung zu stellen,
dessen antiballistische Wirkung auch im trockenen Zustand gut ist.
[0011] Diese Aufgaben werden gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines wasserabweisend
ausgerüsteten Aramidgewebes umfassend die Schritte
a) Vorlegen eines Aramidgarns,
b) Applizieren eines wasserabweisenden Mittels auf das Aramidgarn,
c) Trocknen des in Schritt b) resultierenden Aramidgarns,
d) Herstellen eines Gewebes aus dem in Schritt c) resultierenden Aramidgarn und
e) Wärmebehandlung des Gewebes.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren liefert überraschenderweise wasserabweisend ausgerüstete
Aramidgewebe, deren antiballistische Wirkung im nassen Zustand höher ist als bei einem
in bekannter Weise wasserabweisend ausgerüsteten Aramidgewebe im nassen Zustand.
[0013] Ferner liefert das erfindungsgemäße Verfahren überraschenderweise wasserabweisend
ausgerüstete Aramidgewebe, deren antiballistische Wirkung im trockenen Zustand mindestens
ebenso hoch und in einigen Ausführungsformen sogar noch höher ist als bei einem in
bekannter Weise wasserabweisend ausgerüsteten Aramidgewebe im trockenen Zustand.
[0014] In Schritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens kann das Aramidgarn beispielsweise
durch Abwickeln des Garns von einer Spule vorgelegt werden, wonach das Garn mit einem
Mittel befeuchtet werden kann, welches das Aufziehen des wasserabweisenden Mittels
in Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens erleichtert. In einer anderen Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Aramidgarn im Spinnprozess nach Verlassen
des Waschbades vorgelegt, wobei das Garn im feuchten Zustand vorliegt und die Feuchte
im Wesentlichen aus Wasser und - je nach der Effizienz der vorangegangen Wäsche -
aus mehr oder weniger geringen Anteilen an Schwefelsäure besteht. Diese Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens verursacht im Vergleich zum ohnehin zu durchlaufenden
Aramidgarn - Spinnverfahren nur einen geringfügigen Mehraufwand und ist daher bevorzugt.
[0015] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet der Begriff "Aramidgarn" ein Garn,
dessen faserbildende Substanz ein langkettiges synthetisches Polyamid ist, worin mindestens
85 % der Amidbindungen direkt an zwei aromatische Ringe geknüpft sind. Besonders bevorzugt
wird in Schritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens als Aramidgarn ein Garn aus Poly-p-phenylenterephthalamid
vorgelegt, insbesondere ein unter der Bezeichnung Twaron® von Teijin Twaron erhältliches
Garn, dessen Titer vorzugsweise im Bereich von 200 bis 5000 dtex, besonders bevorzugt
im Bereich von 550 bis 3360 dtex liegt und das vorzugsweise aus 100 bis 3000 Filamenten,
besonders bevorzugt aus 500 bis 2000 Filamenten besteht.
[0016] Der Begriff "Garn" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein linienförmiges
textiles Gebilde aus der wie vorstehend definierten faserbildenden Substanz, wie z.B.
Stapelgarn, gezwirntes Stapelgarn, gezwirntes Filamentgarn, ungezwirntes verschlungenes
Garn (auch als interlaced Garn bekannt) und vorzugsweise ungezwirntes Filamentgarn.
[0017] Als wasserabweisendes Mittel ist in Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens im
Prinzip jedes Mittel einsetzbar, das Wasser abweist und das auf das Aramidgarn aufgebracht
werden kann, wobei vorzugsweise ein Mittel eingesetzt wird, das Fluorund Kohlenstoffatome
umfaßt.
[0018] Insbesondere wird in Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens als wasserabweisendes
Mittel ein Mittel eingesetzt, das ein Fluorpolymer und ganz besonders bevorzugt ein
Gemisch aus Fluoracrylatpolymeren umfaßt, wie z.B. OLEOPHOBOL SM® von Ciba Spezialitätenchemie
Pfersee GmbH, Langweid, DE.
[0019] Ferner kann das wasserabweisende Mittel ein Antistatikum enthalten, wie z.B. Leomin
AN® von CLARIANT GmbH, Division Textile Leather Products, BU Textile Chemicals, Frankfurt
Main, DE.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens enthält das wasserabweisende
Mittel zusätzlich ein Schmiermittel, wobei als Schmiermittel ein Gemisch aus einem
1,3-Dihydroxyalkyl-5,5-Dialkyl - Hydantoin und einem Ester aus Ölsäure und Ethylenoxid
und insbesondere ein Gemisch aus einem 1,3-Dihydroxyethyl-5,5-Dimethyl - Hydantoin
und einem Ester aus 1 Mol Ölsäure und 17 Mol Ethylenoxid bevorzugt ist, weil sich
damit die Bildung von Ablagerungen an statischen Fadenführungsorganen verhindern läßt.
Ein derartiges Gemisch ist unter der Bezeichnung Hymo 90 von Goulston Technologies,
Inc, Monroe, NC, USA erhältlich.
[0021] Das in Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens auf das Aramidgarn applizierte
wasserabweisende Mittel kann - sofern es die vorstehend genannten Kriterien erfüllt
- als Reinsubstanz eingesetzt werden. Jedoch ist es wegen der einfacheren Dosierbarkeit
einer gewünschten Menge an wasserabweisendem Mittel auf dem Garn vorteilhaft, in Schritt
b) des erfindungsgemäßen Verfahrens das wasserabweisende Mittel in Form einer Lösung
oder einer Dispersion oder vorzugsweise einer wässrigen Emulsion auf das Aramidgarn
zu applizieren, wobei das wasserabweisende Mittel in der wässrigen Emulsion vorzugsweise
in einer Konzentration im Bereich von 20 bis 300 g/l enthalten ist.
[0022] Zum Applizieren des wasserabweisenden Mittels auf das Aramidgarn in Schritt b) des
erfindungsgemäßen Verfahrens sind im Prinzip alle Verfahren geeignet, mit denen sich
das wasserabweisende Mittel in der jeweils gewählten Formulierung gleichmäßig auf
der Garnoberfläche verteilen läßt. Beispielsweise kann man die Formulierung des wasserabweisenden
Mittels als dünnen Film auf eine Walze auftragen und das Aramidgarn durch den Film
führen. Ferner kann man die Formulierung des wasserabweisenden Mittels auf das Aramidgarn
sprühen. Auch kann man die Formulierung des wasserabweisenden Mittels mit einer Pumpe
und mit einem Stift-, Schlitzoder Block-Applikator auf das Garn applizieren.
[0023] Vorzugsweise geschieht in Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens das Applizieren
durch Führen des Aramidgarns über eine Walze, die in ein Bad eintaucht, welches die
wässrige Emulsion des wasserabweisenden Mittels enthält, wobei die Emulsion vorzugsweise
eine Temperatur im Bereich von 15 bis 35°C hat.
[0024] Das Trocknen des Aramidgarns in Schritt c) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
in einem Temperatur- und Zeitbereich durchgeführt, der ausreicht, damit das in Schritt
b) resultierende Aramidgarn beim anschließenden Aufwickeln nicht verklebt. Zusätzlich
richten sich die Parameterbereiche für Temperatur und Zeit der Trocknung nach den
Erfordernissen des gewählten Applikationsverfahrens in Schritt b) des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Führt man das Applizieren des wasserabweisenden Mittels auf das Aramidgarn
z.B. im Aramidgarn - Spinnprozess durch, nachdem das Garn das Waschbad verlassen hat,
richten sich die Bereiche für Temperatur und Zeit der Trockung nach der Spinngeschwindigkeit
und den baulichen Gegebenheiten der Spinnanlage. Wird dabei das in Schritt b) resultierende
Aramidgarn bei einer Temperatur im Bereich von 130 bis 210 °C und während einer Trocknungszeit
im Bereich von 5 bis 15 Sekunden getrocknet, wird ein sehr gutes Trocknungsergebnis
erzielt, weshalb besagte Bereiche bevorzugt sind.
[0025] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird aus dem in Schritt c) resultierenden Aramidgarn
in Schritt d) ein Gewebe, vorzugsweise in Leinwandbindung, hergestellt, insbesondere
ein Gewebe mit einer Fadendichte in Kette und Schuß im Bereich von 3 bis 20 Fäden/cm.
[0026] In Schritt e) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das in Schritt d) resultierende
Gewebe wärmebehandelt, vorzugsweise bis die Wasseraufnahme des Gewebes sinkt. Dabei
richten sich die für die Wärmebehandlung benötigten Bereiche von Zeit und Temperatur
im wesentlichen nach dem in Schritt b) applizierten wasserabweisenden Mittel. In vielen
Fällen ist eine Wärmebehandlungstemperatur im Bereich von 120 bis 200 °C und eine
Wäremebehandlungszeit von 30 bis 120 Sekunden ausreichend.
[0027] Bei einem Anteil des wasserabweisenden Mittels von 0,001 bis 0,02 g an wasserabweisenden
Mittel / g Gewebe und insbesondere von 0,006 bis 0,015 g an wasserabweisenden Mittel
/ g Gewebe nach Schritt e) des erfindungsgemäßen Verfahrens resultiert eine besonders
hohe wasserabweisende Wirkung gepaart mit hoher antiballistischer Wirkung im trockenen
und im nassen Zustand.
[0028] Die der Erfindung zugrunde liegenden Aufgaben werden ferner gelöst durch ein gemäß
dem erfindungsgemäßen Verfahren wasserabweisend ausgerüstetes Aramidgewebe, das sich
- wie die folgenden Beispiele zeigen - vorteilhaft zur Herstellung von antiballistisch
wirksamen Artikeln, wie z.B. von Schutzwesten und Helmen verwenden lässt.
Beispiel 1
[0029] Als wasserabweisendes Mittel wird OLEOPHOBOL SM® von Ciba Spezialitätenchemie Pfersee
GmbH, Langweid am Lech, DE, eingesetzt. OLEOPHOBOL SM® ist eine wässrige Emulsion,
die Fluoracrylatpolymere und nichtionische/kationische Tenside umfaßt, wobei der Anteil
an Fluoracrylatpolymeren 19,5 Gew.% und der Fluor-Anteil 5,3 Gew.% beträgt. Zur Herstellung
der auf das Aramidgarn zu applizierenden Avivage werden 74 Gewichtsteile demineralisiertes
Wasser vorgelegt. Dazu werden 25,5 Gewichtsteile OLEOPHOBOL SM® und 0,25 Gewichtsteile
Leomin AN® von CLARIANT GmbH, Division Textile Leather Products, BU Textile Chemicals,
Frankfurt Main, DE, hinzugefügt, so dass die Avivage 5,0 Gew.% an Fluoracrylatpolymeren
enthält.
[0030] Die in solcher Weise erhaltene Avivage wird auf Twaron® -Garn der Type 2000 (930
dtex f1000) von Teijin Twaron integriert im Spinnprozess appliziert. Dazu läuft das
Aramidgarn nach dem Verlassen des Waschbades mit einer Geschwindigkeit von 325 m/min
über eine sich drehende Walze, die in ein Bad eintaucht, worin sich die wie vorstehend
beschrieben hergestellte Avivage befindet. Danach durchläuft das mit der Avivage versehene
Aramidgarn eine Trocknungszone, worin das Garn bei einer Temperatur von 170 °C 10
Sekunden lang getrocknet wird. Dann wird das Garn aufgewickelt.
[0031] Anschließend wird das Aramidgarn zu einem Gewebe mit Leinwandbindung (9,4 Fäden/cm
in Kette und Schuss, 180 g/m
2) verwebt (Gewebekonstruktion I).
[0032] Schließlich wird das Gewebe 90 Sekunden lang einer Temperatur von 170 °C ausgesetzt.
Danach enthält das Gewebe 0,01 g an wasserabweisendem Mittel / g Gewebe.
Vergleichsbeispiel 1a
[0033] Ein Aramidgewebe der Gewebekonstruktion I aus Twaron®-Garn der Type 2000 (930 dtex
f1000) von Teijin Twaron wird mit einer Avivage foulardiert, zu deren Herstellung
40 Gewichtsteile demineralisiertes Wasser vorgelegt und 60 Gewichtsteile OLEOPHOBOL
SM® hinzugefügt wurden.
[0034] Das Aramidgewebe wird durch ein Bad geführt, das die wie eben beschreiben hergestellte
Avivage enthält, und nach dem Verlassen des Bades mit einem Walzenpaar so abgequetscht,
dass die Flottenaufnahme 35 Gewichtsprozent beträgt. Anschlieβend wir das Gewebe 90
Sekunden lang einer Temperatur von 170 °C ausgesetzt. Danach enthält das Gewebe 0,042
g an wasserabweisendem Mittel / g Gewebe.
Beispiel 2
[0035] Beispiel 2 wird wie Beispiel 1 ausgeführt mit dem Unterschied, dass als Garn Twaron®
-Garn der Type 2000 von Teijin Twaron (930 dtex f1000) eingesetzt wird und ein Gewebe
mit Leinwandbindung (10,5 Fäden/cm in Kette und Schuss, 200 g/m
2) hergestellt wird (Gewebekonstruktion II). Danach enthält das Gewebe 0,01 g an wasserabweisendem
Mittel / g Gewebe.
Vergleichsbeispiel 2a
[0036] Auf das Twaron®-Garn von Beispiel 2 wird wie in Beispiel 1 die dort beschriebene
Avivage appliziert und das Garn 10 Sekunden lang einer Temperatur von 170 °C ausgesetzt.
Danach wird aus dem in solcher Weise behandelten Garn ein Gewebe der Gewebekonstruktion
II hergestellt, das 0,01 g an wasserabweisendem Mittel / g Gewebe enthält.
Vergleichsbeispiel 2b
[0037] Ein Gewebe der Gewebekonstruktion II aus den Twaron® -Garnen von Beispiel 2 wird
wie im Vergleichsbeispiel 1 a mit der dort beschriebenen Avivage foulardiert. Das
Gewebe wird 90 Sekunden lang einer Temperatur von 170 °C ausgesetzt. Danach enthält
das Gewebe 0,042 g an wasserabweisendem Mittel / g Gewebe.
Beispiel 3
[0038] Als wasserabweisendes Mittel wird OLEOPHOBOL SL® von Ciba Spezialitätenchemie Pfersee
GmbH, Langweid am Lech, DE, eingesetzt. OLEOPHOBOL SL® ist eine wässrige Emulsion,
die Fluoracrylatpolymere und nichtionische/kationische Tenside umfaßt, wobei der Anteil
an Fluoracrylatpolymeren 20,0 Gew.% und der Fluor-Anteil 5,6 Gew.% beträgt. Zur Herstellung
der auf das Aramidgarn zu applizierenden Avivage werden 73,25 Gewichtsteile demineralisiertes
Wasser vorgelegt. Dazu werden 25 Gewichtsteile OLEOPHOBOL SL® , 0,25 Gewichtsteile
Leomin AN® von CLARIANT GmbH, Division Textile Leather Products, BU Textile Chemicals,
Frankfurt Main, DE, und 2,5 Gewichtsteile Hymo 90 von Goulston Technologies, Inc,
Monroe, NC, USA hinzugefügt, so dass die Avivage 5,0 Gew.% an Fluoracrylatpolymeren
enthält.
[0039] Die in solcher Weise erhaltene Avivage wird auf Twaron®-Garn der Type 2000 (930 dtex
f1000) von Teijin Twaron integriert im Spinnprozess appliziert. Dazu läuft das Aramidgarn
nach dem Verlassen des Waschbades mit einer Geschwindigkeit von 325 m/min über eine
sich drehende Walze, die in ein Bad eintaucht, worin sich die wie vorstehend beschrieben
hergestellte wässrige Avivage befindet. Danach durchläuft das mit der Avivage versehene
Aramidgarn eine Trocknungszone, worin das Garn bei einer Temperatur von 170 °C 10
Sekunden lang getrocknet wird. Dann wird das Garn aufgewickelt.
[0040] Anschließend wird das Aramidgarn zu einem Gewebe mit Leinwandbindung (9,4 Fäden/cm
in Kette und Schuss, 180 g/m
2) verwebt (Gewebekonstruktion I).
[0041] Schließlich wird das Gewebe 90 Sekunden lang einer Temperatur von 170 °C ausgesetzt.
Danach enthält das Gewebe 0,01 g an wasserabweisendem Mittel / g Gewebe.
Testverfahren
Antiballistische Wirkung
[0042] Die antiballistische Wirkung wurde durch Messung des v
50-Wertes eines Gewebepakets aus 15 Geweben (Beispiel 1 und Vergleichsbeispiel 1a) bzw.
14 Geweben (Beispiel 2 und Vergleichsbeispiele 2a und 2b) mit der Testmethode STANAG
2920 (1,1 g Splitter) bestimmt. Der damit ermittelte v
50-Wert bezeichnet die Geschossgeschwindigkeit, bei welcher die Hälfte der Geschosse
durch das Gewebepaket gehalten wird, und bei der die andere Hälfte der Geschosse das
Gewebepaket vollständig durchschlägt.
[0043] Vor der Messung von v
50 im trockenen Zustand wurde das Gewebepaket im ISO 139 Normalklima, d.h. 24 h lang
bei 20 ± 2 °C und 65 ± 2 % relativer Feuchte konditioniert.
[0044] Vor der Messung von v
50 im nassen Zustand wurde das Gewebepaket 1 h lang in Wasser getaucht und 3 Minuten
abtropfen gelassen.
Wasserabweisende Wirkung
[0045] Die wasserabweisende Wirkung wird durch Messung der Wasseraufnahme eines Gewebepakets
aus 15 Geweben (Beispiel 1 und Vergleichsbeispiel 1a) bzw. 14 Geweben (Beispiel 2
und Vergleichsbeispiele 2a und 2b) gemessen. Dazu wird das trockene Gewebepaket gewogen
(= w
1), 1 h lang in Wasser getaucht, 3 Minuten abtropfen gelassen, nochmals gewogen (=
w
2) und die prozentuale Wasseraufnahme W gemäß

berechnet.
[0046] In Beispiel 3 wurde die wasserabweisende Wirkung zusätzlich mit der Beregnungsprüfung
nach Bundesmann (ISO 9865) gemessen. Die damit bestimmte Wasseraufnahme nach 10 Minuten
ist in der folgenden Tabelle mit einem * gekennzeichnet.
[0047] Die antiballistische und die wasserabweisende Wirkung der erfindungsgemäß wasserabweisend
ausgerüsteten Gewebe (Beispiele 1 und 2) und der nicht erfindungsgemäß wasserabweisend
ausgerüsteten Gewebe (Vergleichsbeispiele 1 a, 2a und 2b) sind in der folgenden Tabelle
zusammengefasst.
[0048] Die Tabelle zeigt, das bei erfindungsgemäßer wasserabweisender Ausrüstung des Gewebes
die v
50-Werte
- im nassen Zustand in jedem Fall höher und
- im trockenen Zustand zumindest gleich hoch oder höher
sind als bei nicht erfindungsgemäßer wasserabweisender Ausrüstung des Gewebes.
| Beispiel |
Gewebekonstruktion |
Aufbringen des wasserabweisenden Mittels |
v50 trocken m/s |
v50 naß m/s |
W % |
| 1 |
I |
Garnbeschichtung Garntrocknung Herstellung des Gewebes Wärmebehandlung des Gewebes |
500 |
477 |
21 |
| 1a |
I |
Gewebebeschichtung Wärmebehandlung des Gewebes |
480 |
467 |
26,6 |
| 2 |
II |
Garnbeschichtung Garntrocknung Herstellung des Gewebes Wärmebehandlung des Gewebes |
480 |
458 |
21 |
| 2a |
II |
Garnbeschichtung Garntrocknung Gewebeherstellung |
480 |
383 |
27,7 |
| 2b |
II |
Gewebebeschichtung Wärmebehandlung des Gewebes |
478 |
453 |
21,5 |
| 3 |
I |
Garnbeschichtung Garntrocknung Herstellung des Gewebes Wärmebehandlung des Gewebes |
500 |
469 |
29,8
22,2* |
1. Verfahren zur Herstellung eines wasserabweisend ausgerüsteten Aramidgewebes umfassend
die Schritte
a) Vorlegen eines Aramidgarns,
b) Applizieren eines wasserabweisenden Mittels auf das Aramidgarn,
c) Trocknen des in Schritt b) resultierenden Aramidgarns,
d) Herstellen eines Gewebes aus dem in Schritt c) resultierenden Aramidgarn und
e) Wärmebehandlung des Gewebes.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt a) das Aramidgarn im Spinnprozess nach Verlassen des Waschbades vorgelegt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt a) als Aramidgarn ein Garn aus Poly-p-phenylenterephthalamid vorgelegt
wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) als wasserabweisendes Mittel ein Mittel eingesetzt wird, das Fluor-
und Kohlenstoffatome umfaßt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) als wasserabweisendes Mittel ein Mittel eingesetzt wird, das ein Gemisch
aus Fluoracrylatpolymeren umfaßt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das wasserabweisende Mittel ein Antistatikum enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das wasserabweisende Mittel ein Schmiermittel enthält.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens das wasserabweisende Mittel in Form
einer wässrigen Emulsion auf das Aramidgarn appliziert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) das wasserabweisende Mittel in der wässrigen Emulsion in einer Konzentration
im Bereich von 20 bis 300 g/l enthalten ist.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) das Applizieren durch Führen des Aramidgarns über eine Walze geschieht,
die in ein Bad eintaucht, welches die wässrige Emulsion des wasserabweisenden Mittels
enthält.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) die wässrige Emulsion eine Temperatur im Bereich von 15 bis 35 °C hat.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) das in Schritt b) resultierende Aramidgarn bei einer Temperatur im
Bereich von 130 bis 210 °C getrocknet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) die Trocknungszeit des in Schritt b) resultierenden Aramidgarns im
Bereich von 5 bis 15 Sekunden liegt.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt d) ein Gewebe in Leinwandbindung hergestellt wird.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) die Wärmebehandlungstemperatur im Bereich von 120 bis 200 °C liegt.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) die Wärmebehandlungszeit im Bereich von 30 bis 120 Sekunden liegt.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt e) das Gewebe 0,001 bis 0,02 g an wasserabweisendem Mittel / g Gewebe
enthält.
18. Wasserabweisend ausgerüstetes Aramidgewebe hergestellt nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 17.
19. Verwendung des wasserabweisend ausgerüsteten Aramidgewebes nach Anspruch 18 zur Herstellung
von antiballistisch wirksamen Artikeln.