[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschine zum Abbau eines alten und Verlegen eines neuen
Gleises, mit einer ersten, an eine Schwellenaufnahmevorrichtung anschließenden Fördereinrichtung
zum Abtransport von Altschwellen und einer zweiten Fördereinrichtung zum Transport
von Neuschwellen zu einer Schwellenablagevorrichtung sowie ein Verfahren.
[0002] Eine Maschine zum Abbau eines alten Gleises und Verlegen eines neuen Gleises ist
aus EP 1 179 635 A2 bekannt. An der aus einem schienenverfahrbaren, gelenkigen Maschinenrahmen
bestehenden Maschine sind Vorrichtungen zur Schwellenaufnahme und -ablage sowie Schwellenfördereinrichtungen
zum Transport von Alt- bzw. Neuschwellen angeordnet.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer Maschine
der gattungsgemäßen Art, mit der eine einfache und kostensparende Einbringung und
Wiederverwendung von gut erhaltenen Altschwellen in das neu zu verlegende Gleis gewährleistet
wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Maschine der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, daß eine Übergabevorrichtung mit einem durch einen Antrieb höhenverstellbaren
Übergabeorgan zur wahlweisen Übergabe von Altschwellen von der ersten auf die zweite
Fördereinrichtung vorgesehen ist.
[0005] Mit dieser Ausbildung ist es nun möglich, brauchbare Altschwellen ohne großen Aufwand
wiederzuverwenden. Dabei müssen nicht erst alle Altschwellen auf Waggons abgelegt
und gespeichert werden, um dann die noch verwendungsfähigen Schwellen zeit- und kostenaufwendig
auszusortieren, zwischenzulagern und wieder zur Einbaustelle zu transportieren. Die
Wiedereinbringung der Altschwellen wird unter minimalem konstruktivem Aufwand direkt
in den Verlegevorgang der Neuschwellen eingebunden. Die unbrauchbar gewordenen Altschwellen
werden auf Waggons gespeichert und fachgerecht entsorgt.
[0006] Weitere Vorteile und Ausbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der Zeichnung.
[0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben.
[0008] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Maschine zur Gleiserneuerung in Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine vereinfachte Draufsicht auf eine, und
- Fig. 3
- ein weiteres Beispiel einer Übergabevorrichtung in einer vereinfachten Seitenansicht.
[0009] Eine in Fig. 1 dargestellte Maschine 1 besteht im wesentlichen aus einem Maschinenrahmen
2 der sowohl auf Schienenfahrwerken 3 gleisverfahrbar, als auch durch Raupenfahrwerke
4 gleisunabhängig verfahrbar ausgebildet ist. Aufgrund der großen Baulänge der Maschine
1 ist der Maschinenrahmen 2 zweiteilig und mit einer Gelenkstelle 5 ausgestattet.
Am Maschinenrahmen 2 sind eine Schwellenaufnahmevorrichtung 6 und eine - bezüglich
einer Arbeitsrichtung 7 (Pfeil) - dahinter befindliche Schwellenablagevorrichtung
8 angeordnet. Der Schwellenaufnahmevorrichtung 6 ist eine erste Fördereinrichtung
9 zum Transport von Altschwellen 10, der Schwellenablagevorrichtung 8 ist eine zweite
Fördereinrichtung 11 zum Transport von Neuschwellen 12 zugeordnet. Beide untereinander
angeordnete Fördereinrichtungen 9, 11 bestehen aus mehreren, in Maschinenlängsrichtung
bzw. Arbeitsrichtung 7 hintereinander angeordneten Förderbändern 13.
[0010] Zur wahlweisen Übergabe von Altschwellen 10 auf die zweite Fördereinrichtung 11 ist
eine Übergabevorrichtung 14 vorgesehen. Diese setzt sich aus zwei, gemeinsam ein Übergabeorgan
15 bildenden Übergabeförderern 16, 17 zusammen, die jeweils - in ihrer Normalposition
- einen Abschnitt der ersten bzw. zweiten Fördereinrichtung 9, 11 bilden. Jeder einen
Rotationsantrieb 18 aufweisende Übergabeförderer 16, 17 ist durch einen Antrieb 19
um eine querverlaufende Horizontalachse 20 von der Normalposition (in strichpunktierten
Linien dargestellt) in eine Übergabeposition (in vollen Linien dargestellt) verschwenkbar.
[0011] Im folgenden wird nun die Arbeitsweise der Maschine 1 kurz beschrieben. Nach der
Entfernung der Altschwellen 10 durch die Schwellenaufnahmevorrichtung 6 aus einer
Gleisbettung 21 werden die Altschwellen 10 mit der ersten Fördereinrichtung 9 entgegen
der Arbeitsrichtung 7 abtransportiert. Gleichzeitig werden Neuschwellen 12 durch die
zweite Fördereinrichtung 11 in Arbeitsrichtung 7 zur Schwellenablagevorrichtung 8
transportiert, wo sie anschließend auf die mittlerweile planierte Gleisbettung 21
abgelegt werden. Bei diesem Vorgang befinden sich die verschwenkbaren Übergabeförderer
16, 17 in der strichpunktiert eingezeichneten Normalposition, in der sie jeweils einen
Abschnitt der ersten bzw. zweiten Fördereinrichtung 9, 11 bilden.
[0012] Sobald nun eine Gruppe von wiederverwendbaren Altschwellen 10 aufgenommen wird und
sich am verschwenkbaren Übergabeförderer 16 der ersten Fördereinrichtung 9 befindet,
werden beide Übergabeförderer 16, 17 in die Übergabeposition verschwenkt. Damit entsteht
gleichsam eine Übergabebrücke (s. Fig. 2). Gleichzeitig wird die die Laufrichtung
des Rotationsantriebes des zweiten Übergabeförderers 17 umgekehrt (entgegen der Arbeitsrichtung
7) und die weitere Zufuhr von Neuschwellen 12 eingestellt.
[0013] Sobald die erwähnte Gruppe von Altschwellen 10 auf den unteren Übergabeförderer 17
gelangt, wird dieser wieder in die Normalposition zurückgeschwenkt und die Laufrichtung
erneut geändert (nunmehr in Arbeitsrichtung 7). Die Altschwellen 10 gelangen somit
zur Schwellenablagevorrichtung 8, um dort erneut zur Wiederverwendung auf die Gleisbettung
21 abgelegt zu werden. Dieser Vorgang der gruppenweisen Übergabe von Altschwellen
10 kann beliebig oft wiederholt werden. Sind die Altschwellen 10 unbrauchbar, werden
beide Übergabeförderer 16, 17 in die jeweilige Normalposition zurückverschwenkt.
[0014] Gemäß Fig. 3 ist alternativ auch eine Ausführung denkbar, bei als Übergabeorgan 15
lediglich der obere Übergabeförderer 16 dient. Dieser wird zur Übergabe der Altschwellen
10 auf die zweite Fördereinrichtung 11 höhenverstellt. Der untere Übergabeförderer
17 wird geringfügig in eine Außerbetriebsstellung abgesenkt.
1. Maschine (1) zum Abbau eines alten und Verlegen eines neuen Gleises, mit einer ersten,
an eine Schwellenaufnahmevorrichtung (6) anschließenden Fördereinrichtung (9) zum
Abtransport von Altschwellen (10) und einer zweiten Fördereinrichtung (11) zum Transport
von Neuschwellen (12) zu einer Schwellenablagevorrichtung (8) dadurch gekennzeichnet, daß eine Übergabevorrichtung (14) mit einem durch einen Antrieb (19) höhenverstellbaren
Übergabeorgan (15) zur wahlweisen Übergabe von Altschwellen (10) von der ersten auf
die zweite Fördereinrichtung (9, 11) vorgesehen ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Fördereinrichtung (9, 11) als Übergabeorgan (15) einen Übergabeförderer (16,
17) aufweist, der jeweils durch einen Antrieb (19) um eine querverlaufende Horizontalachse
(20) von einer einen Abschnitt der jeweiligen Fördereinrichtung (9, 11) bildenden
Normalstellung in eine Übergabeposition verstellbar ist.
3. Maschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rotationsantrieb (18) des der zweiten Fördereinrichtung (11) zugeordneten Übergabeförderers
(17) für eine wahlweise Beaufschlagung in zwei entgegengesetzte Transportrichtungen
ausgebildet ist.
4. Verfahren zum Abbau eines alten und Verlegen eines neuen Gleises, wobei in einem kontinuierlichen
Arbeitsprozeß Altschwellen (10) in Maschinenlängsrichtung ab- und parallel dazu Neuschwellen
(12) in einer entgegengesetzten Richtung zu einer Schwellenablagevorrichtung (8) transportiert
werden, dadurch gekennzeichnet, daß Altschwellen (10) wahlweise während des Abtransportes für einen Transport in Richtung
zur Schwellenablagevorrichtung (8) umgelenkt werden.