Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung eines Injektors.
[0002] Aus der nicht vorveröffentlichten EP 11 38 914 ist ein Verfahren zur Steuerung eines
Injektors bekannt, bei dem die Temperatur berücksichtigt wird. Dabei wird die Temperatur
des Aktors ausgehend von der elektrischen und der thermischen Energiebilanz ermittelt.
Die Erfassung der hierfür notwendigen Größen ist sehr aufwendig und kostspielig.
Vorteile der Erfindung
[0003] Dadurch, dass die Temperatur des Aktors ausgehend von der elektrischen Energie, die
dem Injektor zugeführt wird, einem Wärmeübergangsfaktor und der Kraftstofftemperatur
ermittelt wird, ist eine recht einfache und zuverlässige Ermittlung der Aktortemperatur
möglicht. Als elektrische Energie wird dabei die Energie bezeichnet die der Differenz
zwischen der beim Laden zugeführten und beim Entladen abgeführten Energie, wobei diese
Differenz um die mechanische Energie vermindert wird, die der Injektor benötigt.
[0004] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die obigen Größen aus anderen Größen, die in der
Steuereinheit vorliegen bzw. für andere Steueraufgaben benötigt werden zur Ermittlung
der elektrischen Energie, des Wärmeübergangsfaktors und/oder der Kraftstofftemperatur
verwendet werden.
[0005] Vorzugsweise wird dabei die elektrische Energie, die dem Injektor zugeführt wird
ausgehend von ersten Betriebsparametern (AN, U, N) ermittelt. Diese ersten Betriebskenngrößen
sind vorzugsweise die Anzahl der Ansteuerungen AN pro Zeiteinheit, die Drehzahl N
und/oder die Aktorspannung U. Neben einzelnen oder mehreren dieser Größen können auch
noch weitere Größen verwendet werden.
[0006] Der Wärmeübergangsfaktor wird ausgehend von zweiten Betriebsparametern (P) ermittelt.
Vorzugsweise wird der Raildruck oder der Raildruck und weitere Größen verwendet.
Zeichnung
[0007] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen
erläutert.
[0008] Die Figuren 1 und 2 zeigen jeweils ein Blockdiagramm einer erfindungsgemäßen Ausführungsform.
[0009] Im Folgenden wird die erfindungsgemäße Vorgehensweise anhand eines Piezoinjektors
beschrieben. Piezoinjektoren weisen üblicher Weise einen hydraulischen Koppler auf,
um den Aktor und das eigentliche Steuerventil voneinander zu entkoppeln. Damit wird
gewährleistet, dass sich das unterschiedliche thermische Verhalten der beiden Elemente
nicht auf das Öffnungsverhalten des Steuerventils auswirkt. Bei der Ansteuerung des
Aktors wird Druck im Koppler aufgebaut, um das Steuerventil zu positionieren. Über
Leckspalte wird dabei ein Teil des im Koppler befindlichen Kraftstoffs aus diesem
herausgedrückt. Solche Piezoaktoren weisen, je nach Wahl der verwendeten Piezokeramik,
ein temperaturabhängiges Hubvermögen auf. Als Folge des geänderten Hubvermögens wird
die Ansteuerspannung des Aktors nachgeführt. Dies bedeutet, bei der Ansteuerung des
Aktors ist die Temperatur des Aktors zu berücksichtigen. Problematisch ist die Ermittlung
der Temperatur, da diese in der Regel nicht unmittelbar am Aktor messbar ist bzw.
nur mit einem erheblichen technischen Aufwand eine Messung möglich ist.
[0010] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass es einen linearen Zusammenhang zwischen der Verlustleistung
QZ des Piezoaktors und der Temperaturdifferenz zwischen der Aktortemperatur TA und
der Kraftstofftemperatur TD am Leckageanschluss des Injektors besteht. Im Umkehrschluss
kann aus der Verlustleistung QZ, sowie der Temperatur TD des Kraftstoffrückflusses
im Bereich des umströmten Aktormoduls des Rails auf die Aktortemperatur TA berechnet
werden. Hierbei gilt die folgende Beziehung:

[0011] Die Verlustleistung QZ entspricht dem Aktor durch Energieverluste zugeführte Energie.
[0012] In Figur 1 ist eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorgehensweise dargestellt.
In einem ersten Kennfeld 100 ist abhängig von verschiedenen Eingangsgrößen, die dem
Aktor zugeführte Wärmeenergie QZ abgelegt. In einem zweiten Kennfeld 110 ist der Wärmeübergangsfaktor
KW abhängig von verschiedenen Betriebskenngrößen abgelegt. Diese beiden Größen gelangen
zu einem Verknüpfungspunkt 115, dessen Ausgangssignal DT der Temperaturdifferenz zwischen
dem Ausgang des Piezoaktors und dem Piezoaktor entspricht. Dieses Signal gelangt zu
dem Verknüpfungspunkt 120, an dessen zweiten Eingang das Ausgangssignal eines dritten
Kennfeldes 130 anliegt. Das Ausgangssignal des dritten Kennfeldes 130 entspricht der
Kraftstofftemperatur TD. Durch Verknüpfen der beiden Temperaturwerte ergibt sich die
Temperatur des Aktors TA. Dieses Signal gelangt von dem Verknüpfungspunkt 120 zu einer
Steuerung 140, die dieses Signal TA weiter verarbeitet.
[0013] Als Eingangsgrößen werden dem ersten Kennfeld 100 insbesondere Größen zugeführt,
die den Energieeintrag in den Aktor pro Zeiteinheit beeinflussen. Diese Größe entspricht
den Energieverlusten. Als solche Größe wird u.a. die Drehzahl verwendet. Als weitere
wesentliche Größe wird vorzugsweise zusätzlich oder alternativ die Spannung U, die
am Aktor anliegt, verwendet. Neben diesen Größen können ergänzend die Anzahl der Zylinder,
der Raildruck und/oder die Anzahl der Teileinspritzungen dem ersten Kennfeld zugeführt
werden. Ausgehend von diesen Größen ist in dem ersten Kennfeld 100 die Wärme QZ, die
dem Aktor zugeführt wird, abgelegt. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um das
Produkt der Verlustenergie für eine Ansteuerung und der Anzahl der Ansteuerungen pro
Zeit. Bei der Ermittlung der Verlustenergie wird üblicherweise die Differenz zwischen
der beim Ladevorgang zugeführten Energie und der beim Entladevorgang abgeführten Energie
korrigiert, um den mechanischen Energiebedarf pro Ansteuerung, bestimmt.
[0014] Der Wärmeübergangsfaktor ist in dem zweiten Kennfeld 110 üblicherweise abhängig vom
Raildruck P und einer Konstanten K abgelegt. Die Konstante K berücksichtigt im Wesentlichen
die Geometrie und Materialkenngrößen, die den Wärmeübergang zwischen dem Aktormodul
und dem Kraftstoff bestimmen. Der Raildruck P beeinflusst die Strömungsgeschwindigkeit
des Kraftstoffes, die wiederum den Wärmeübergang beeinflusst.
[0015] Das dritte Kennfeld 130 beinhaltet im Wesentlichen ein Korrekturmodell für die Kraftstofftemperatur,
dem die Kraftstofftemperatur TK und die Drehzahl zugeführt werden. Des weiteren können
noch andere Größen, wie beispielsweise die Umgebungstemperatur und/oder die Fahrgeschwindigkeit
berücksichtigt werden. Das Istkennfeld bzw. dieses Korrekturmodell ist vorgesehen,
wenn die Kraftstofftemperatur TD nicht unmittelbar gemessen, sondern ausgehend von
anderen Temperaturwerten, wie beispielsweise der Kraftstofftemperatur im Rail ermittelt
wird.
[0016] Alternativ zu den Kennfeldem 100, 110 und 130 können die entsprechenden Größen auch
in anderer Weise ausgehend von den Eingangsgrößen bestimmt werden.
[0017] Durch Quotientenbildung im Verknüpfungspunkt 115 ergibt sich ausgehend von der Wärme,
die dem Injektor zugeführt wird, und dem Wärmeübergangsfaktor KW die Temperaturdifferenz
zwischen der Aktortemperatur und der Kraftstofftemperatur. Durch Verknüpfung in dem
Verknüpfungspunkt 120 ergibt sich hieraus die tatsächliche Aktortemperatur TA. Diese
wird dann von der Steuerung 140 bei der Ansteuerung der Aktoren berücksichtigt.
[0018] Die Größen, die dem ersten, dem zweiten und dem dritten Kennfeld zugeführt werden,
können zum einen mittels Sensoren direkt erfasst werden bzw. liegen in der Steuereinheit
140 zur Steuerung der Brennkraftmaschine vor.
[0019] In Figur 2 ist eine weitere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorgehensweise dargestellt.
Hierbei handelt es sich um eine vereinfachte Ausführungsform, bei der für den Wärmeübergangsfaktor
KW ein konstanter Wert und für die Temperatur TD des Kraftstoffes ein Messwert verwendet
wird. Die Wärmeenergie QZ ergibt sich durch Multiplikation der Anzahl der Ansteuerungen
pro Zeiteinheit mit der Verlustenergie pro Ansteuerung, die vorzugsweise abhängig
von der Ansteuerspannung U vorgegeben wird.
[0020] Bereits in Figur 1 beschriebene Elemente sind mit entsprechenden Bezugszeichen bezeichnet.
An Stelle des ersten Kennfeldes 100 tritt im Wesentlichen ein Verknüpfungspunkt 200,
dem zum einen die Anzahl AN der Ansteuerungen pro Zeit und das Ausgangssignal einer
Kennlinie 210 zugeführt wird. Die Kennlinie 210 ermittelt die Verlustenergie pro Ansteuerung
ausgehend von wenigstens der Aktorspannung U. Des weiteren ist das zweite Kennfeld
110 durch einen Festwertspeicher 220 und das dritte Kennfeld 130 durch einen Sensor
230 ersetzt, der unmittelbar ein Signal bereit stellt, das die Temperatur am Ausgang
des Aktors ermittelt.
[0021] Diese beiden Ausführungsformen können beliebig miteinander kombiniert werden. So
kann wahlweise der Block 110 durch den Festwertspeicher 220, das Korrekturmodul 130
durch den Sensor 230 und/oder das erste Kennfeld 100 durch die Blöcke 200 und 210
ersetzt werden.
1. Verfahren zur Steuerung eines Injektors, bei dem ein Temperaturgröße (TA), die die
Temperatur des Injektors charakterisiert, bei der Steuerung berücksichtigt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von einer ersten Größe (QZ), die die elektrische Energie charakterisiert,
die dem Injektor zugeführt wird, einem Wärmeübergangsfaktor (KW), und einer zweiten
Größe, die die Kraftstofftemperatur (TD) charakterisiert, die Temperaturgröße (TA)
ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von ersten Betriebsparametern (AN, U, N) die erste Größe (QZ) ermittelt
wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von zweiten Betriebsparametern (P) der Wärmeübergangsfaktor (KW) ermittelt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Größe ausgehend von einem Messwert der Temperatur (TK) und wenigstens
einem weiteren Betriebsparameter (N) ermittelt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, - dass die dritte Größe (TD) mittels eines Sensors erfasst wird.
6. Vorrichtung zur Steuerung eines Injektors, bei der eine Temperaturgröße (TA), die
die Temperatur des Injektors charakterisiert, bei der Steuerung berücksichtigt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, die ausgehend von einer ersten Größe (QZ), die die elektrischen
Energie charakterisiert, die dem Injektor zugeführt wird, einem Wärmeübergangsfaktor
(KW), und einer zweiten Größe, die die Kraftstofftemperatur (TD) charakterisiert,
die Temperaturgröße (TA) ermitteln.