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EP 1 398 416 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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29.11.2006 Patentblatt 2006/48 |
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Anmeldetag: 09.07.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verlegeverfahren für eine zerlegbare Brücke
Process for placing a dismountable bridge
Procédé pour la pose d'un pont démontable
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
14.09.2002 DE 10242836
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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17.03.2004 Patentblatt 2004/12 |
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Patentinhaber: EADS Deutschland GmbH |
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85521 Ottobrunn (DE) |
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Erfinder: |
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- Füssinger, Reinhold
88045 Friedrichshafen (DE)
- Dürr, Werner
88697 Bermatingen (DE)
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Vertreter: Meel, Thomas |
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Patentassessor
EADS Deutschland GmbH
Patentabteilung, DSLA IP1 88039 Friedrichshafen 88039 Friedrichshafen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
FR-A- 2 758 835
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US-A- 4 920 595
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verlegeverfahren gemäß Oberbegriff des Patentanspruch
1 für eine zerlegbare Brücke, d.h. einer transportablen Brücke für den mobilen Einsatz.
[0002] Die Strukturen transportabler Brücken müssen beim Verlegen der Brücke möglichst leicht
sein. Vor allem im freien Vorbau wirkt sich das Gewicht des zu verlegenden Brückenträgers
sehr stark auf die zu beherrschenden Kräfte und auf das Gegengewicht für die erforderliche
Standsicherheit aus und somit insgesamt auf das zu transportierende Gewicht des Brückensystems.
[0003] Es gibt zwei prinzipielle Methoden, einen Träger über ein Hindernis zu verlegen (beide
sind in der US 4,920,595 beschrieben):
1. Rollen am Ufer (montiert am Verlegebalken), Schiene am Brückenträger.
Vorteil: kein Rollengewicht beim Verlegen der Brücke.
Nachteil: Schiene mit hoher Rollenpressung ist zugleich hochbelasteter Ober- und Untergurt
beim Verlegen und beim Befahren der Brücke.
2. Rollen am Brückenträger, Schiene am Ufer (montiert am Verlegebalken).
Vorteil: Hochbelastete Gurte werden nicht durch Rollenpressung beaufschlagt.
Nachteil: Das Rollengewicht muss mitverlegt werden.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verlegeverfahren zu schaffen, dass die Vorteile
der beiden bekannten Verlegeverfahren aufweist, jedoch ohne die mit diesen Verfahren
verbundenen Nachteilen.
[0005] Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren nach Patentanspruch 1 gelöst. Ein für das erfindungsgemäße
Verfahren geeigneter Brückenträger ist Gegenstand weiterer Patentansprüche.
[0006] Erfindungsgemäß werden während des Verlegevorgangs die die Schiene des Verlegebalkens
verlassenden Rollen mit zugehörigem Rollenträger von dem zu verlegenden Brückenträger
abgenommen und an einer andereren Stelle des Brükkenträgers, die sich momentan vor
dem Eintritt in die Schiene des Verlegebalkens befindet, wieder angebracht.
[0007] Die Erfindung kombiniert die Vorteile der beiden beschriebenen Verlegeverfahren gemäß
Stand der Technik, in dem die Rollen mit ihrer Tragstruktur nur so lange am zu verlegenden
Träger montiert sind, wie es der Verlegevorgang erfordert.
[0008] Als zu verlegende Brückenträger kommen sowohl Brückenspurträger, Vorbauträger als
auch sonstige Brückenträger in Frage.
[0009] Der zu verlegende Brückenträger kann insbesondere als Fachwerkträger oder als Vollwand-
oder Kastenträger ausgebildet sein.
Vorteile der Erfindung:
[0010] Die Erfindung erlaubt es, einen Brückenträger zu verlegen, ohne ihn durch zusätzliche
Gewichte (Rollen sowie Bauteile zur Einbindung der Rollen in die Struktur des Brückenträgers)
zu belasten, die nur für den Verlegevorgang erforderlich sind.
[0011] Die Erfindung erlaubt es, einen Brückenträger zu verlegen, ohne dass die Gurte des
Trägers durch Rollenpressung belastet werden.
[0012] Die Erfindung erlaubt es, einen leichteren, einfacheren und kostengünstigeren Brückenträger
zu realisieren, da sowohl die Rollen als auch deren Einbindung in die Struktur entfallen.
[0013] Die Erfindung erlaubt im freien Vorbau ein geringeres Gegengewicht zur Realisierung
der erforderlichen Standsicherheit. Dadurch wird das Transportgewicht des Systems
über die Gewichtsreduzierung des Brückenträgers hinaus weiter reduziert.
[0014] Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf Figuren
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- den Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens in mehreren Momentaufnahmen;
- Fig. 2
- einen Brückenträger mit daran angeordneten Rollen;
- Fig. 3
- einen Verlegebalken mit darauf befindlichem Brückenträger während des Verlegvorgangs.
[0015] In Fig. 1 ist am Beispiel eines Brückenspurträgers 3, der als Fachwerkträger 3 mit
dreieckförmigen Querschnitt ausgebildet ist, der Ablauf des Verlegeverfahrens dargestellt.
[0016] Vor dem zu überbrückenden Hindernis ist ein Verlegebalken V mit daran angebrachter
Schiene zum Verschieben des Trägers 3 positioniert. Bezugsziffer VS bezeichnet eine
Stütze am Verlegebalken V.
[0017] Im ersten Bild sind bereits zwei Abschnitte 31,32 des Trägers 3 miteinander gekuppelt
(Kuppelstellen 11) und vier Rollenträger mit zugehörigen Rollen R (in dieser Ausführung
trägt jeder Rollenträger genau zwei Rollen - siehe Fig. 3) in den unteren Knoten des
Trägerfachwerks montiert. Die mittleren beiden Rollen befinden sich in der Schiene
des Verlegebalkens V, welche die Rollen R U-förmig umschließt. Der große Pfeil zeigt
an, dass bei diesem Bauzustand die vordere Rolle R, die den Verlegebalken V bereits
verlassen hat, abmontiert wird und an dem Fachwerkknoten des Trägers 3 hinter dem
Verlegebalken V montiert werden muss.
[0018] Das nächste Bild in Fig. 1 zeigt im wesentlichen die gleiche Situation, nur dass
hier ein weiterer Brückenabschnitt 33 angekuppelt wurde und der Brückenträger bereits
eine Rollenteilung weiter über das Hindernis verschoben wurde, so dass auch hier der
Rollenträger mit Rolle R, der den Verlegebalken V zuletzt verlassen hat, abmontiert
und hinten, vor Eintritt in den Verlegebalken, wieder montiert werden kann.
[0019] Im dritten Bild wiederholt sich dieser Vorgang bei der bereits weit über das Hindernis
geschobenen Brücke.
[0020] Die detaillierte Skizze gemäß Fig. 2 zeigt einen Brückenspurträger 3 mit zwei in
den unteren Fachwerkknoten montierten Rollenträgern RT mit zugehörigen Rollen R.
[0021] Das Schnittbild gemäß Fig. 3 zeigt den Rollenträger RT, der den Untergurt U des Brückenträgers
3 umschließt und so Kräfte nach oben als Kontaktkräfte in den Untergurt U einleitet.
Die seitlichen Laschen L umschließen den Fachwerkknoten. Durch zwei Bolzen B, die
jeweils durch die beiden seitlichen Laschen L gesteckt werden, wird der Kraftschluss
für nach unten gerichtete Kräfte hergestellt, die auch wieder als Kontaktkräfte direkt
in den Fachwerkknoten des Trägers 3 eingeleitet werden.
[0022] Die seitlich angebrachten Rollen R werden durch die Schiene des Verlegebalkens V
umschlossen, die die Rollenkräfte in allen Richtungen aufnimmt.
1. Vertegeverfahren für eine zerlegbare Brücke, wobei die Brückenträger (3) über einen
vor dem zu überbrückenden Hindernis positionierten Verlegebalken (V) über das Hindernis
geschoben werden, wobei an den Brückenträgern Rollen (R) und diese tragenden Rollenträger
(RT) befestigt sind, wobei die Rollen (R) in am Verlegebalken (V) angeordneten Schienen
laufen, dadurch gekennzeichnet, dass während des Verlegevorgangs die die Schiene des Verlegebalkens verlassenden Rollen
(R) mit zugehörigem Rollenträger (RT) vom Brückenträger (3) abgenommen werden und
an einer andereren Stelle des Brückenträgers (3), die sich momentan vor dem Eintritt
in die Schiene des Verlegebalkens (V) befindet, wieder angebracht werden.
2. Brückenträger (3) zur Verlegung einer Brücke nach dem Verlegeverfahren gemäß Anspruch
1, wobei an der Unterseite des Brückenträgers Rollen (R) sowie diese tragenden Rollenträger
(RT) befestigt sind, wobei die Rollen (R) in an einem Verlegebalken (V) angeordneten
Schienen laufbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (R) sowie diese tragenden Rollenträger derart wiederlösbar befestigt sind,
dass während des Verlegevorgangs die die Schiene des Verlegebalkens verlassenden Rollen
(R) mit zugehörigem Rollenträger (RT) vom Brückenträger (3) abnehmebar und an einer
anderen Stelle des Brückenträgers (3), die sich momentan vor dem Eintritt in die Schiene
des Verlegebalkens (V) befindet, wieder anbringbar sind.
3. Brückenträger (3) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass er als Fachwerkträger ausgebildet ist.
4. Brückenträger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass er als Vollwandträger oder Kastenträger ausgebildet ist.
1. Laying method for a collapsible bridge, wherein the bridge girders (3) are slid over
an obstacle by way of a laying beam (V) positioned in front of the obstacle to be
bridged, wherein rollers (R) and roller carriers (RT) carrying the latter are fastened
to the bridge girders, the rollers (R) running in rails disposed on the laying beam
(V), characterized in that, during the laying operation, the rollers (R) with associated roller carrier (RT)
leaving the rail of the laying beam are removed from the bridge girder (3) and refitted
at a different point on the bridge girder (3) which is momentarily located in front
of the entry into the rail of the laying beam (V).
2. Bridge girder (3) for laying a bridge according to the laying method as defined in
Claim 1, wherein rollers (R) and roller carriers carrying the latter are fastened
to the bottom side of the bridge girder, the rollers (R) being able to run in rails
disposed on a laying beam (V), characterized in that the rollers (R) and the roller carriers carrying the latter are fastened redetachably
in such a way that, during the laying operation, the rollers (R) with associated roller
carrier (RT) leaving the rail of the laying beam can be removed from the bridge girder
(3) and refitted at a different point on the bridge girder (3) which is momentarily
located in front of the entry into the rail of the laying beam (V).
3. Bridge girder (3) according to Claim 2, characterized in that it is configured as a truss girder.
4. Bridge girder according to Claim 2, characterized in that it is configured as a plate girder or box girder.
1. Procédé de pose d'un pont démontable, les poutres de pont (3) étant glissées au-dessus
de l'obstacle sur une poutre de pose (V) positionnée devant l'obstacle à franchir,
des galets (R) et des porte-galets (RT) supportant ceux-ci étant fixés aux poutres
de pont, les galets (R) se déplaçant dans un rail disposé sur la poutre de pose (V),
caractérisé en ce que pendant le processus de pose, les galets (R) quittant le rail de la poutre de pose
(V) sont retirés de la poutre de pont (3) conjointement avec les porte-galets (RT)
correspondants et replacés à un autre endroit de la poutre de pont (3) qui se trouve
à ce moment devant l'entrée dans le rail de la poutre de pose (V).
2. Poutre de pont (3) destinée à poser un pont suivant le procédé de pose selon la revendication
1, des galets (R) ainsi que des porte-galets (RT) supportant ceux-ci étant fixés du
côté inférieur de la poutre de pont, les galets (R) pouvant se déplacer dans un rail
disposé sur une poutre de pose (V), caractérisée en ce que les galets (R) ainsi que les porte-galets (RT) supportant ceux-ci sont fixés de manière
amovible, de telle sorte que pendant le processus de pose, les galets (R) quittant
le rail de la poutre de pose (V) puissent être retirés de la poutre de pont (3) conjointement
avec les porte-galets (RT) correspondants et replacés à un autre endroit de la poutre
de pont (3) qui se trouve à ce moment devant l'entrée dans le rail de la poutre de
pose (V).
3. Poutre de pont (3) selon la revendication 2, caractérisée en ce que celle-ci est conformée en tant que poutre en treillis.
4. Poutre de pont selon la revendication 2, caractérisée en ce que celle-ci est conformée en tant que poutre à âme pleine ou en tant que poutre en caisson.

