[0001] Die Erfindung betrifft Naßfestausrüstungsmittel für Papier und ein Verfahren zur
Herstellung von naßfest ausgerüstetem Papier.
[0002] Aus der
US-A-2,926,154 sind wasserlösliche Reaktionsprodukte aus einem Epihalohydrin und Polyamidoaminen
bekannt. Die Reaktionsprodukte werden bei der Papierherstellung zum Papierstoff als
Naßverfestigungsmittel zugesetzt.
[0003] Aus der
WO-A-98/32798 ist eine Polymerkombination bekannt, die durch Vernetzen einer Polymermischung aus
einem Polyamidoamin und einem Vinylaminpolymer mit einem Epihalohydrin hergestellt
wird. Solche Reaktionsprodukte werden bei der Herstellung von Papier dem Papierstoff
zugesetzt, um die Trocken- und Naßfestigkeit von Papier zu erhöhen.
[0004] Aus der
US-A-4,880,497 sind Vinylamineinheiten enthaltende Copolymerisate bekannt, die durch Hydrolyse von
Copolymerisaten aus N-Vinylformamid und anderen ethylenisch ungesättigten Monomeren
hergestellt werden. Die Vinylamineinheiten enthaltenden Copolymerisate werden bei
der Papierherstellung dem Papierstoff zur Erhöhung der Trocken- und Naßfestigkeit
von Papier zugesetzt.
[0005] Die Reaktionsprodukte, die bei der Umsetzung von Epihalohydrinen mit Aminogruppen
enthaltenden Verbindungen entstehen, haben den Nachteil, daß sie größere Mengen an
chlorhaltigen Nebenprodukten aufweisen.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, gegenüber dem bekannten Stand
der Technik verbesserte Naßfestausrüstungsmittel für Papier zur Verfügung zu stellen.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit Naßfestausrüstungsmittel für Papier,
die Mischungen aus
- (a) 1 bis 99,9 Gew.-% eines wasserlöslichen, mit einem Epihalohydrin vernetzten Polyamidoamins
und
- (b) 0,1 bis 20 Gew.-% mindestens eines anderen kationischen Polymers
aus der Gruppe der
- Vinylamineinheiten enthaltenden Polymerisate und/oder
- Dicyandiamid-Formaldehyd-Kondensate
enthalten.
[0008] Besonders bevorzugt sind solche Naßfestausrüstungsmittel, die
- (a) ein wasserlösliches, mit Epichlorhydrin vernetztes Polyamidoamin und
- (b) ein zu 1 bis 100 Mol-% hydrolysiertes Polyvinylformamid
enthalten.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein Verfahren zur Herstellung von Papier durch
Entwässern eines Papierstoffs in Gegenwart eines Naßfestausrüstungsmittels, wobei
man als Naßfestausrüstungsmittel Mischungen aus
- (a) 1 bis 99,9 Gew.-% eines wasserlöslichen, mit einem Epihalohydrin vernetzten Polyamidoamins
und
- (b) 0,1 bis 20 Gew.-% mindestens eines anderen kationischen Polymers aus der Gruppe
der
- Vinylamineinheiten enthaltenden Polymerisate und/oder
- Dicyandiamid-Formaldehyd-Kondensate
einsetzt. Bei diesem Verfahren zur Herstellung von Papier dosiert man zum Papierstoff
zunächst (a) ein wasserlösliches, mit Epihalohydrin vernetztes Polyamidoamin und anschließend
(b) mindestens ein anderes kationisches Polymer. Ebenso ist es möglich, die Reihenfolge
der Zugabe der Komponenten (a) und (b) zum Papierstoff umzukehren oder die Komponenten
(a) und (b) gleichzeitig zu dosieren, wobei die Komponenten (a) : (b) jeweils im Gewichtsverhältnis
1 bis 99,9 zu 0,1 bis 20 eingesetzt werden.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist weiterhin die Verwendung der oben beschriebenen Naßfestausrüstungsmittel
bei der Herstellung von Papier als Zusatz zum Papierstoff vor der Blattbildung in
Mengen von 0,1 bis 4 Gew.-%, bezogen auf trockenen Faserstoff.
[0011] Als Komponente (a) der erfindungsgemäßen Naßfestausrüstungsmittel für Papier kommen
wasserlösliche, mit einem Epihalohydrin vernetzte Polyamidoamine in Betracht. Polyamidoamine
werden beispielsweise durch Kondensation von Dicarbonsäuren mit Polyalkylenpolyaminen
hergestellt, vgl.
US-A-2,926,154 und
WO-A-98/32798. Pro Mol Dicarbonsäure verwendet man beispielsweise 0,8 bis 1,4 Mol eines Polyalkylenpolyamins.
[0012] Bei der Herstellung der Polyamidoamine werden vorzugsweise aliphatische Dicarbonsäuren
mit 2 bis 10 C-Atomen eingesetzt, z.B. Oxalsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure, Maleinsäure,
Glutarsäure, Adipinsäure, Azelainsäure und Laurinsäure. Bevorzugt verwendete Dicarbonsäuren
sind Adipinsäure und Glutarsäure.
[0013] Beispiele für Polyalkylenpolyamine sind Diethylentriamin, Tripropylentetramin, Tetraethylenpentamin,
Methyl-bis-(3-aminopropyl)amin, Diaminopropylethylendiamin, Bis-Aminopropylethylendiamin
und Aminopropylethylendiamin.
[0014] Die Kondensation der Dicarbonsäuren mit den Polyalkylenpolyaminen erfolgt bei höheren
Temperaturen, z. B. bei 110 bis 220°C. Das bei der Kondensation entstehende Wasser
wird aus dem Reaktionsgemisch abdestilliert. Die Kondensation kann gegebenenfalls
auch in Gegenwart von Lactonen oder Lactamen von Carbonsäuren mit 4 bis 8 C-Atomen
vorgenommen werden. Die Umsetzung mit Epihalohydrinen, vorzugsweise Epichlorhydrin,
erfolgt in wäßriger Lösung bei Temperaturen von z.B. 20 bis 100°C, vorzugsweise 30
bis 80°C. Die Reaktion der Polyamidoamine mit Epihalohydrinen wird nur so weit geführt,
daß die entstehenden Reaktionsprodukte in Wasser gelöst bleiben. Sobald die Viskosität
der Reaktionslösung den gewünschten Wert erreicht hat, wird die weitere Umsetzung
durch Zugabe einer Säure, z.B. Essigsäure oder Ameisensäure, gestoppt. Man erhält
wäßrige Lösungen eines mit Epichlorhydrin vernetzten Polyamidoamins mit einer Viskosität
von beispielsweise 50 bis 2000 mPas, vorzugsweise 60 bis 400 mPas (bestimmt in einem
Brookfield-Viskosimeter bei 20°C, Spindel 2, 20 Umdrehungen pro Minute, Konzentration
der wäßrigen Polymerlösung 12,5 Gew.-%).
[0015] Die kationischen Polymeren können sich z.B. von synthetischen und natürlichen kationischen
Polymeren ableiten. Geeignete natürliche Polymere sind beispielsweise kationische
Polysaccharide, kationische Stärke, kationische Amylose und Derivate davon, kationisches
Amylopektin und deren Derivate sowie kationische Guar-Derivate.
[0016] Zu den synthetischen kationischen Polymeren gehören beispielsweise Polyethylenimine.
Sie werden z. B. durch Polymerisation von Ethylenimin in wässriger Lösung in Gegenwart
von säureabspaltenden Verbindungen, Säuren oder Lewissäuren hergestellt. Polyethylenimine
sind im Handel erhältlich, sie haben beispielsweise Molmassen von 200 bis 2 000 000,
vorzugsweise von 200 bis 1 000 000. Besonders bevorzugt werden bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren Polyethylenimine mit Molmassen von 500 bis 800 000 eingesetzt.
[0017] Eine weitere Klasse von synthetischen kationischen Verbindungen sind Vinylamineinheiten
enthaltende Polymerisate. Zu ihrer Herstellung geht man beispielsweise von offenkettigen
N-Vinylcarbonsäureamiden der Formel

aus, in der R
1 und R
2 gleich oder verschieden sein können und für Wasserstoff und C
1- bis C
6-Alkyl stehen. Geeignete Monomere sind beispielsweise N-Vinylformamid (R
1=R
2=H in Formel I) N-Vinyl-N-methylformamid, N-Vinylacetamid, N-Vinyl-N-methylacetamid,
N-Vinyl-N-ethylacetamid, N-Vinyl-N-methylpropionamid und N-Vinylpropionamid. Zur Herstellung
der Polymerisate können die genannten Monomeren entweder allein, in Mischung untereinander
oder zusammen mit anderen monoethylenisch ungesättigten Monomeren polymerisiert werden.
Vorzugsweise geht man von Homo- oder Copolymerisaten des N-Vinylformamids aus.
[0018] Als monoethylenisch ungesättigte Monomere, die mit den N-Vinylcarbonsäureamiden copolymerisiert
werden, kommen alle damit copolymerisierbaren Verbindungen in Betracht. Beispiele
hierfür sind Vinylester von gesättigten Carbonsäuren von 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
wie Vinylformiat, Vinylacetat, Vinylpropionat und Vinylbutyrat. Weitere geeignete
Comonomere sind ethylenisch ungesättigte C
3- bis C
6-Carbonsäuren, beispielsweise Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Crotonsäure,
Itaconsäure und Vinylestersäure sowie deren Alkalimetall- und Erdalkalimetallsalze,
Ester, Amide und Nitrile der genannten Carbonsäuren, beispielsweise Methylacrylat,
Methylmethacrylat, Ethylacrylat und Ethylmethacrylat. Weitere geeignete Carbonsäureester
leiten sich von Glykolen oder bzw. Polyalkylenglykolen ab, wobei jeweils nur eine
OH-Gruppe verestert ist, z.B. Hydroxyethylacrylat, Hydroxyethylmethacrylat, Hydroxypropylacrylat,
Hydroxybutylacrylat, Hydroxypropylmethacrylat, Hydroxybutylmethacrylat sowie Acrylsäuremonoester
von Polyalkylenglykolen einer Molmasse von 500 bis 10000. Weitere geeignete Comonomere
sind Ester von ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren mit Aminoalkoholen wie beispielsweise
Dimethylaminoethylacrylat, Dimethylaminoethylmethacrylat, Diethylaminoethylacrylat,
Diethylaminoethylmethacrylat, Dimethylaminopropylacrylat, Dimethylaminopropylmethacrylat,
Diethylaminopropylacrylat, Dimethylaminobutylacrylat und Diethylaminobutylacrylat.
Die basischen Acrylate können in Form der freien Basen, der Salze mit Mineralsäuren
wie Salzsäure, Schwefelsäure oder Salpetersäure, der Salze mit organischen Säuren
wie Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure oder der Sulfonsäuren oder in quaternierter
Form eingesetzt werden. Geeignete Quaternierungsmittel sind beispielsweise Dimethylsulfat,
Diethylsulfat, Methylchlorid, Ethylchlorid oder Benzylchlorid.
[0019] Weitere geeignete Comonomere für die Monomeren der Formel I sind Amide ethylenisch
ungesättigter Carbonsäuren wie Acrylamid, Methacrylamid sowie N-Alkylmono- und Diamide
von monoethylenisch ungesättigten Carbonsäuren mit Alkylresten von 1 bis 6 C-Atomen,
z.B. N-Methylacrylamid, N,N-Dimethylacrylamid, N-Methylmethacrylamid, N-Ethylacrylamid,
N-Propylacrylamid und tert. Butylacrylamid sowie basische (Meth)acrylamide, wie z.B.
Dimethylaminoethylacrylamid, Dimethylaminoethylmethacrylamid, Diethylaminoethylacrylamid,
Diethylaminoethylmethacrylamid, Dimethylaminopropylacrylamid, Diethylaminopropylacrylamid,
Dimethylaminopropylmethacrylamid und Diethylaminopropylmethacrylamid.
[0020] Weiterhin sind als Comonomere für die Monomeren der Formel 1 geeignet N-Vinylpyrrolidon,
N-Vinylcaprolactam, Acrylnitril, Methacrylnitril, N-Vinylimidazol sowie substituierte
N-Vinylimidazole wie z.B. N-Vinyl-2-methylimidazol, N-Vinyl-4-methylimidazol, N-Vinyl-5-methylimidazol,
N-Vinyl-2-ethylimidazol und N-Vinylimidazoline wie N-Vinylimidazolin, N-Vinyl-2-methylimidazolin
und N-Vinyl-2-ethylimidazolin. N-Vinylimidazole und N-Vinylimidazoline werden außer
in Form der freien Basen auch in mit Mineralsäuren oder organischen Säuren neutralisierter
oder in quaternierter Form eingesetzt, wobei die Quaternierung vorzugsweise mit Dimethylsulfat,
Diethylsulfat, Methylchlorid oder Benzylchlorid vorgenommen wird. In Frage kommen
auch Diallyldialkylammoniumhalogenide wie z.B. Diallyldimethylammoniumchloride.
[0021] Außerdem kommen als Comonomere für N-Vinylcarbonsäureamide Sulfogruppen enthaltende
Monomere wie beispielsweise Vinylsulfonsäure, Allylsulfonsäure, Methallylsulfonsäure,
Styrolsulfonsäure, die Alkalimetall- oder Ammoniumsalze dieser Säuren oder Acrylsäure-3-sulfopropylester
in Frage.
[0022] Die Copolymerisate enthalten beispielsweise
- 99 bis 1 mol-% N-Vinylcarbonsäureamide der Formel I und
- 1 bis 99 mol-% andere, damit copolymerisierbare monoethylenisch ungesättigte Monomere
in einpolymerisierter Form.
[0023] Um Vinylamineinheiten enthaltende Polymerisate herzustellen, geht man vorzugsweise
von Homopolymerisaten des N-Vinylformamids oder von Copolymerisaten aus, die durch
Copolymerisieren von
- N-Vinylformamid mit
- Vinylformiat, Vinylacetat, Vinylpropionat, Acrylnitril oder N-Vinylpyrrolidon
und anschließende Hydrolyse der Homo- oder der Copolymerisate unter Bildung von Vinylamineinheiten
aus den einpolymerisierten N-Vinylformamideinheiten erhältlich sind, wobei der Hydrolysegrad
z.B. 1 bis 100 mol-% beträgt. So erhält man z:b: Polyvinylamin durch vollständige
Hydrolyse (Hydrolysegrad 100 mol-%) von Homopolymerisaten des N-Vinylformamids.
[0024] Die Hydrolyse der oben beschriebenen Polymerisate erfolgt nach bekannten Verfahren
durch Einwirkung von Säuren, Basen oder Enzymen. Hierbei entstehen aus den einpolymerisierten
Monomeren der oben angegebenen Formel I durch Abspaltung der Gruppierung

wobei R
2 die dafür in Formel I angegebene Bedeutung hat, Polymerisate, die Vinylamineinheiten
der Formel

enthalten, in der R
1 die in Formel I angegebene Bedeutung hat.
[0025] Die Homopolymerisate der N-Vinylcarbonsäureamide der Formel I und ihre Copolymerisate
können zu 1 bis 100, vorteilhaft 5 bis 100, vorzugsweise 10 bis 100 mol-% hydrolysiert
sein. In den meisten Fällen beträgt der Hydrolysegrad der Homo- und Copolymerisate
20 bis 95 mol-%. Der Hydrolysegrad der Homopolymerisate ist gleichbedeutend mit dem
Gehalt der Polymerisate an Vinylamineinheiten.
[0026] Bei Copolymerisaten, die z.B. Vinylester einpolymerisiert enthalten, kann neben der
Hydrolyse der N-Vinylformamideinheiten eine Hydrolyse der Estergruppen unter Bildung
von Vinylalkoholeinheiten eintreten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man
die Hydrolyse der Copolymerisate in Gegenwart von Natronlauge durchführt. Einpolymerisiertes
Acrylnitril wird ebenfalls bei der Hydrolyse chemisch verändert. Hierbei entstehen
beispielsweise Amidgruppen oder Carboxylgruppen. Die Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymerisate können gegebenenfalls bis zu 20 mol-% Amidineinheiten enthalten, die
z. B. durch intramolekulare Reaktion einer Aminogruppe mit einer benachbarten Amidgruppe
z. B. von einpolymerisiertem N-Vinylformamid entsteht.
[0027] Zu den Vinylamineinheiten enthaltenden Polymeren gehören auch hydrölysierte Pfropfpolymerisate
von N-Vinylfomamid auf Polysacchriden, Polyalkylenglykolen und Polyvinylacetat. Die
auf die Polymeren aufgepfropften N-Vinylformamideinheiten werden durch Hydrolyse unter
Abspaltung von Formylgruppen in die entsprechenden Vinylamineinheiten enthaltenden
Polymerisate überführt. Vinylamineinheiten enthaltende Pfropfpolymerisate werden beispielsweise
in
US-A-5,334,287,
US-A-6,048,945 und
US-A-6,060,566 beschrieben.
[0028] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden die kationischen Polymerisate
in Form von salzfreien wäßrigen Lösungen oder in salzarmen wäßrigen Lösungen, die
höchstens bis zu 5 Gew.-%, vorzugsweise höchstens bis zu 2 Gew.-% eines anorganischen
Salzes enthalten, eingesetzt. Solche salzfreien bzw. salzarmen Lösungen sind beipielsweise
durch Ultrafiltration oder durch Ausfällen der Neutralsalze mit organischen Lösemitteln
wie Aceton, Methylethylketon oder Alkoholen herstellbar.
[0029] Bevorzugt verwendete kationische Polymere sind
- Vinylamineinheiten enthaltende Polymerisate.
[0030] Die Molmasse M
w der kationischen Polymeren beträgt mindestens 15.000 und liegt vorzugsweise in dem
Bereich von 50.000 bis 10 Millionen . Die Molmasse M
w der kationischen Polymeren wird durch Lichtstreuung bestimmt. Die kationischen Polymeren
haben z.B. eine Ladungsdichte von mindestens 1,5, vorzugsweise 4 bis 15 meq/g (gemessen
bei pH 7).
[0031] Als Faserstoffe zur Herstellung der Pulpen kommen sämtliche dafür gebräuchlichen
Qualitäten in Betracht, z. B. Holzstoff, gebleichter und ungebleichter Zellstoff sowie
Papierstoffe aus allen Einjahrespflanzen. Zu Holzstoff gehören beispielsweise Holzschliff,
thermomechanischer Stoff (TMP), chemothermomechanischer Stoff (CTMP), Druckschliff,
Halbzellstoff, Hochausbeute-Zellstoff und Refiner Mechanical Pulp (RMP). Als Zellstoffe
kommen beispielsweise Sulfat-, Sulfit und Natronzellstoffe in Betracht. Vorzugsweise
verwendet man die ungebleichten Zellstoffe, die auch als ungebleichter Kraftzellstoff
bezeichnet werden. Geeignete Einjahrespflanzen zur Herstellung von Papierstoffen sind
beispielsweise Reis, Weizen, Zuckerrohr und Kenaf. Zur Herstellung der Pulpen wird
auch Altpapier allein oder in Mischung mit anderen Fasern verwendet. Zu Altpapier
gehört auch sogenannter gestrichener Ausschuß, der aufgrund des Gehalts an Bindemittel
für Streich- und Druckfarben Anlaß für den White Pitch gibt. Anlaß zur Bildung von
sogenannten Stickies geben die aus Haftetiketten und Briefumschlägen stammenden Kleber
sowie Klebstoffe aus der Rückenleimung von Büchern sowie sogenannte Hotmelts. Die
genannten Faserstoffe können allein oder in Mischung untereinander verwendet werden.
[0032] Die erfindungsgemäßen Naßfestausrüstungsmittel aus den Komponenten (a) und (b) enthalten
beispielsweise 0,1 bis 20, vorzugsweise 0,2 bis 5 Gew.-% eines kationischen natürlichen
und/oder synthetischen Polymeren. Die Naßfestmittel werden bei der Herstellung von
Papier zum Papierstoff in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 4 Gew.-%,
jeweils bezogen auf trockenen Faserstoff, dosiert. Die Komponenten (a) und (b) können
jedoch auch getrennt voneinander in dem oben beschriebenen Verhältnis bei der Papierherstellung
zum Papierstoff gegeben werden. So ist es beispielsweise möglich, dem Papierstoff
zuerst die Komponente (a) zuzusetzen und dann die Komponente (b) beispielsweise kurz
vor dem Stoffauflauf zu dosieren. Die Reihenfolge der Komponenten kann jedoch auch
umgekehrt werden, ebenso können beide Komponenten gleichzeitig durch eine Zweistoffdüse
oder durch zwei getrennt voneinander angeordnete Dosierstellen in den Papierstoff
gegeben werden.
[0033] Während die Naßfestigkeit von Papier durch Erhöhung der zum Papierstoff dosierten
Menge eines üblichen Naßfestausrüstungsmittels, z.B. ein mit Epichlorhydrin vernetztes
Polyamidoamin gemäß Komponente (a), nicht über einen bestimmten Wert gesteigert werden
kann, erhält man mit dem erfindungsgemäßen Naßfestausrüstungsmittel eine weitergehende
Erhöhung der Naßfesstigkeit des Papiers.
[0034] Die Prozentangaben in den Beispielen bedeuten Gewichtsprozent. Die Naßreißlänge wurde
nach DIN ISO 3781 nach einer Wasserlagerung von 15 Minuten bestimmt.
Beispiele
[0035] Als Stoffmodell diente ein Faserstoff mit einer Stoffdichte von 3,3 g/l aus 100 %
gebleichtem Kiefernsulfat vom Mahlgrad 32°SR und einem pH-Wert von 7,1. Zu Proben
dieses Faserstoffs dosierte man jeweils die in der Tabelle angegebenen Naßfestmittel
und entwässerte die jeweils erhaltene Mischung auf einem Rapid-Köthen-Blattbildner.
Das Flächengewicht der Papierblätter betrug jeweils 55 g/m2. Die Papierblätter wurden
5 Minuten bei einer Temperatur von 110°C gelagert. Danach bestimmte man die Naßreißfestigkeit
der Blätter nach der oben angegebenen Methode. Die Einsatzstoffe und die damit erhaltenen
Ergebnisse sind in der Tabelle angegeben.
- Naßfestmittel 1:
- handelsübliches wasserlösliches, mit Epichlorhydrin vernetztes Polyamidoamin (Luresin
® KNU), Polymerkonzentration 13,5 Gew.-%
- Naßfestmittel 2:
- handelsübliches wasserlösliches, mit Epichlorhydrin vernetztes Polyamidoamin (Kymene
® G 3), Polymerkonzentration 16 Gew.-%
- PVAm:
- wäßrige Lösung eines Polyvinylamins mit einer Molmasse Mw von 400 000 g/mol, Polymerkonzentration
11,8 Gew.-%
[0036] Naßreißlänge [m] bei Einsatz von Naßfestmittel 1, 2 oder PVAm
| |
Zugabe zum Papierstoff |
Naßfestmittel 1 |
Naßfestmittel 2 |
PVAm |
| Vergleich 1 |
2 % HW1) |
912 m |
872 m |
480 m |
| Vergleich 2 |
5 % HW |
1550 m |
1492 m |
1328 m |
| Vergleich 3 |
10 % HW |
2165 m |
1935 m |
1459 m |
| Beispiel 1 |
5 % HW + 2 % PVAm |
2161 m |
2094 m |
- |
| Vergleich 4 |
5 % HW + 2 % PVAm |
2030 m |
1972 m |
- |
1. Naßfestausrüstungsmittel für Papier,
dadurch gekennzeichnet, daß sie Mischungen aus
(a) 1 bis 99,9 Gew.-% eines mit einem Epihalohydrin vernetzten Polyamidoamins und
(b) 0,1 bis 20 Gew.-% mindestens eines anderen kationischen Polymers
aus der Gruppe der
- Vinylamineinheiten enthaltenden Polymerisate
- und/oder
- Dicyandiamid-Formaldehyd-Kondensate
enthalten.
2. Naßfestausrüstungsmittel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sie als
(a) ein mit Epichlorhydrin vernetztes Polyamidoamin und
(b) ein zu 1 bis 100 Mol-% hydrolysiertes Polyvinylformamid
enthalten.
3. Verfahren zur Herstellung von Papier durch Entwässern eines Papierstoffs in Gegenwart
eines Naßfestausrüstungsmittels,
dadurch gekennzeichnet, daß man als Naßfestausrüstungsmittel Mischungen aus
(a) 1 bis 99,9 Gew.-% eines mit einem Epihalohydrin vernetzten Polyamidoamins und
(b) 0,1 bis 20 Gew.-% mindestens eines anderen kationischen Polymers aus der Gruppe
der
- Vinylamineinheiten enthaltenden Polymerisate und/oder
- Dicyandiamid-Formaldehyd-Kondensate
einsetzt.
4. Verfahren zur Herstellung von Papier nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Papierstoff zunächst (a) ein mit Epihalohydrin vernetztes Polyamidoamin und
anschließend (b) mindestens ein anderes kationisches Polymer dosiert, die Reihenfolge
der Zugabe der Komponenten zum Papierstoff umkehrt oder die Komponenten (a) und (b)
gleichzeitig dosiert, wobei die Komponenten (a) : (b) jeweils im Gewichtsverhältnis
1 bis 99,9 zu 0,1 bis 20 eingesetzt werden.
5. Verwendung der Naßfestausrüstungsmittel nach den Ansprüchen 1 bis 2 bei der Herstellung
von Papier als Zusatz zum Papierstoff vor der Blattbildung in Mengen von 0,1 bis 4
Gew.-%, bezogen auf trockenen Faserstoff.
1. Apprêts pour papier conférant une résistance à l'humidité,
caractérisés en ce qu'ils contiennent des mélanges de
(a) 1 à 99,9 % en poids d'une polyamidoamine réticulée avec une épihalohydrine et
(b) 0,1 à 20 % en poids d'au moins un autre polymère cationique du groupe des
- polymères contenant des unités vinylamine et/ou
- condensés de dicyandiamide-formaldéhyde.
2. Apprêts conférant une résistance à l'humidité selon la revendication 1,
caractérisés en ce qu'ils contiennent en tant que
(a) une polyamidoamine réticulée avec de l'épichlorhydrine et
(b) un polyvinylformamide hydrolysé à hauteur de 1 à 100 % en moles.
3. Procédé de fabrication de papier par déshydratation d'une pâte à papier en présence
d'un apprêt conférant une résistance à l'humidité,
caractérisé en ce que des mélanges de
(a) 1 à 99,9 % en poids d'une polyamidoamine réticulée avec une épihalohydrine et
(b) 0,1 à 20 % en poids d'au moins un autre polymère cationique du groupe des
- polymères contenant des unités vinylamine et/ou
- condensés de dicyandiamide-formaldéhyde sont utilisés en tant qu'apprêt conférant
une résistance à l'humidité.
4. Procédé de fabrication de papier selon la revendication 3, caractérisé en ce que tout d'abord (a) une polyamidoamine réticulée avec une épihalohydrine, puis (b) au
moins un autre polymère cationique sont ajoutés à la pâte à papier, l'ordre d'ajout
des composants à la pâte à papier est inversé ou les composants (a) et (b) sont ajoutés
simultanément, les composants (a):(b) étant à chaque fois utilisés en un rapport en
poids de 1 à 99,9 sur 0,1 à 20.
5. Utilisation des apprêts conférant une résistance à l'humidité selon les revendications
1 à 2 lors de la fabrication de papier en tant qu'additif pour la pâte à papier avant
la formation de feuilles en quantités de 0,1 à 4 % en poids, par rapport à la matière
fibreuse sèche.