[0001] Die Erfindung betrifft eine maschinelle Biegevorrichtung zum Biegen von plattenartigen
Werkstücken, insbesondere von Blechen, mit zumindest einem Biegewerkzeug, das wenigstens
einen mittels eines Biegeantriebs bewegbaren Werkzeugteil aufweist, wobei das Werkstück
unter Beaufschlagung mittels des bewegten Werkzeugteils entlang einer Biegelinie biegbar
ist und der bewegbare Werkzeugteil in Richtung der Biegelinie aufeinanderfolgende
Werkzeugteilsegmente umfasst. Die Erfindung betrifft des Weiteren eine maschinelle
Anordnung mit einer vorstehend beschriebenen Biegevorrichtung.
[0002] Gattungsgemäßer Stand der Technik ist das Dokument DE 196 40 124 A1. Diese Vorveröffentlichung
offenbart eine Biegemaschine mit einem Schwenkbiegewerkzeug. Eine Biegewange des Schwenkbiegewerkzeuges
ist dabei mit einem Biegewangenwerkzeug versehen; das seinerseits aus in Richtung
der Biegelinie aneinander gereihten Werkzeugabschnitten zusammengesetzt ist. Einzelne
Werkzeugabschnitte können zwischen einer Funktions- und einer Außerfunktionsstellung
hin und her bewegt werden. Befinden sich die Werkzeugabschnitte in der Funktionsstellung,
so beaufschlagen sie beim Schwenken der Biegewange das Werkstück und tragen so zu
dessen Biegung bei. Bei Einnahme der Außerfunktionsstellung bewegen sich die Werkzeugabschnitte
an dem Werkstück vorbei, ohne dieses zu verformen. Zur Werkstückbearbeitung ist stets
die Biegewange mit sämtlichen, also sowohl mit den in Funktionsstellung als auch mit
den in Außerfunktionsstellung befindlichen Werkzeugabschnitten zu schwenken.
[0003] Den Stand der Technik dahingehend weiterzubilden, dass eine verbesserte Abstimmung
auf wechselnde Anwendungsfälle möglich ist, hat sich die vorliegende Erfindung zum
Ziel gesetzt.
[0004] Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe durch die maschinelle Biegevorrichtung
gemäß Patentanspruch 1 sowie die maschinelle Anordnung gemäß Patentanspruch 10.
[0005] Im Falle der Erfindung wird demnach wenigstens ein Werkzeugteilsegment verwendet,
das wahlweise mit dem Biegeantrieb antriebsverbindbar ist. Stets sind nur diejenigen
Werkzeugteilsegmente unter Beaufschlagung des zu verformenden Werkstückes zu bewegen,
die für die Erstellung der gewünschten Biegung tatsächlich benötigt werden. Die übrigen
Werkzeugteilsegmente können in Ruhelage verbleiben. Für jeden Biegevorgang steht somit
das passende Biegewerkzeug zur Verfügung, ohne dass zu diesem Zweck ein Werkzeugwechsel
durchzuführen wäre.
[0006] Besondere Ausführungsarten der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen
2 bis 9.
[0007] Im Falle der Erfindungsbauart nach Patentanspruch 2 ist als Biegewerkzeug ein Schwenkbiegewerkzeug
mit bedarfsabhängig antreibbaren Biegewangensegmenten vorgesehen. Die erfindungsgemäße
Verwendung eines Schwenkbiegewerkzeuges bietet den Vorteil, dass bei der Werkstückbearbeitung
lediglich der abgebogene Werkstückschenkel seine Ausgangslage verlässt. Das restliche
Werkstück kann während des Bearbeitungsvorganges - anders als beispielsweise beim
Gesenkbiegen - seine Ausgangslage beibehalten.
[0008] Im Interesse einer wirksamen und mit konstruktiv einfachen Mitteln zu realisierenden
Einleitung der für die Werkstückbearbeitung benötigten Biegekräfte ist an der erfindungsgemäßen
Biegevorrichtung nach Patentanspruch 3 wenigstens ein Biegewangensegment als zweiarmiger
Schwenkhebel mit einem Biegearm sowie einem Antriebsarm ausgebildet.
[0009] Konstruktiv einfach umzusetzende Möglichkeiten zur wahlweisen Herstellung oder Trennung
der Antriebsverbindung zwischen bewegbaren Werkzeugteilsegmenten des Biegewerkzeuges
und dem Biegeantrieb sind im Falle der Erfindungsbauarten nach den Patentansprüchen
4 bis 6 vorgesehen.
[0010] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist ausweislich Patentanspruch
7 nicht nur der unter biegender Beaufschlagung des zu verformenden Werkstückes bewegbare
Werkzeugteil sondern darüber hinaus auch ein diesem Werkzeugteil zugeordneter Niederhalter
in Segmente unterteilt. Die Niederhaltersegmente können wahlweise mit einem Niederhalterantrieb
antriebsverbunden werden. Eine Verbindung mit dem zugehörigen Antrieb hergestellt
wird dabei für diejenigen Niederhalter- und Biegewangensegmente, welche bei der Werkstückbearbeitung
miteinander zusammenwirken. Dementsprechend wird das Werkstück nur in demjenigen Bereich
von dem Niederhalter bzw. von Niederhaltersegmenten beaufschlagt, in welchem die gewünschte
Biegung zu erstellen ist. In anderen, etwa in angrenzenden Werkstückbereichen angeordnete
Niederhaltersegmente können von dem Werkstück beabstandet sein. Diese Möglichkeit
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn an dem Werkstück eine Biegung nahe einer bereits
existierenden Biegung zu erstellen ist. Beschränkt sich die Beaufschlagung des Werkstückes
mit Niederhaltersegmenten auf den Werkstückbereich der zusätzlichen Biegung, so wird
eine unerwünschte Deformierung der bereits existierenden Biegung durch Niederhaltersegmente
vermieden.
[0011] Im Falle der Erfindungsbauart nach Patentanspruch 8 besteht die Möglichkeit, an dem
zu bearbeitenden Werkstück wahlweise Biegungen in entgegengesetzten Richtungen zu
erstellen. Im Interesse einer kompakten und kostengünstigen Bauweise ist dabei ausweislich
Patentanspruch 9 vorgesehen, dass wenigstens an einer Seite des zu bearbeitenden Werkstückes
der Biegeantrieb des einen und der Niederhalterantrieb des anderen Biegewerkzeuges
zumindest ein gemeinsames Antriebselement aufweisen.
[0012] Nachstehend wird die Erfindung anhand beispielhafter und stark schematisierter Darstellungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Biegemaschine bei der biegenden Bearbeitung eines Bleches,
- Figuren 2 bis 6
- den Ablauf eines Biegevorganges anhand der sich dabei ergebenden Betriebszustände
eines an der Biegemaschine gemäß Figur 1 einsetzbaren Biegewerkzeuges erster Bauart,
- Figuren 7a bis 7d und 8a bis 8d
- Darstellungen zu der Funktionsweise eines an der Biegemaschine gemäß Figur 1 einsetzbaren
Biegewerkzeuges zweiter Bauart,
- Figur 9
- ein an der Biegemaschine gemäß Figur 1 einsetzbares Doppelwerkzeug und
- Figur 10
- eine maschinelle Anordnung zum Bearbeiten von Blechen mit einer Biege- sowie mit einer
Trennstation.
[0013] Gemäß Figur 1 besitzt eine Biegemaschine 1 ein C-förmiges Maschinengestell 2 mit
einem oberen Gestellschenkel 3 und einem unteren Gestellschenkel 4. Im Rachenraum
der Biegemaschine 1 zwischen dem oberen Gestellschenkel 3 und dem unteren Gestellschenkel
4 ist eine herkömmliche Koordinatenführung 5 untergebracht. Ein zu bearbeitendes Werkstück
in Form eines Bleches 6 ist an der Koordinatenführung 5 mittels nicht gezeigter Spannpratzen
gehalten und durch entsprechende Verfahrbewegung der Koordinatenführung 5 in der horizontalen
Blechebene beweglich. Bei seiner Bewegung mittels der Koordinatenführung 5 ruht das
Blech 6 auf einem Werkstücktisch 7 üblicher Bauart, der an der Oberseite des unteren
Gestellschenkels 4 angebracht ist.
[0014] Zweck der mittels der Koordinatenführung 5 ausgeführten Bewegung des Bleches 6 ist
dessen Positionierung gegenüber einer an dem freien Ende des oberen Gestellschenkels
3 vorgesehenen maschinellen Biegevorrichtung in Form einer Biegestation 8. An der
Biegestation 8 werden mittels eines Biegewerkzeuges 9 Abkantungen 10 erstellt, die
in Richtung von Biegelinien 11 unterschiedliche Längen besitzen. Abgekantete Laschen
12 wurden in einem der biegenden Bearbeitung des Bleches 6 vorausgegangenen Bearbeitungsgang
an dem ebenen Blech 6 an drei Seiten freigeschnitten. Entsprechende noch in der Ebene
des Bleches 6 liegende Laschen 13 sind in Figur 1 ebenfalls dargestellt. Die Abkantung
einer dieser Laschen 13 entlang einer Biegelinie 11 wird nachstehend beschrieben.
[0015] Gemäß den Figuren 2 bis 6 handelt es sich bei dem Biegewerkzeug 9 um ein Schwenkbiegewerkzeug
mit einer Biegewange 14, einem Niederhalter 15 sowie einer Werkstückauflage 16. Die
Biegewange 14 ist aus fünf Biegewangensegmenten 17, der Niederhalter 15 aus fünf Niederhaltersegmenten
18 zusammengesetzt. Sowohl die Biegewangensegmente 17 als auch die Niederhaltersegmente
18 sind in Richtung der von der Biegewange 14 im Zusammenwirken mit dem Niederhalter
15 definierten Biegelinie 11 aneinandergereiht.
[0016] Die Biegewangensegmente 17 sind als Schwenkhebel ausgeführt und besitzen jeweils
einen Biegearm 19 sowie einen Antriebsarm 20. Sie sind um eine Schwenkachse 21 schwenkbar
an einer Biegewangenhalterung 22 der Biegestation 8 gelagert. Die Antriebsarme 20
stützen sich mit ihren freien Enden jeweils auf einer Steuerbahn 23 ab, die ihrerseits
an einem Steuerelement 24 vorgesehen ist. Die Steuerelemente 24 sind an der Biegewangenhalterung
22 linear verschiebbar geführt. Über Kupplungsteile 25 können die Steuerelemente 24
mit einem Kolben 26 eines Biegeantriebes 27 antriebsverbunden werden. Jedem Steuerelement
24 ist ein einzelnes Kupplungsteil 25 zugeordnet. Die Kupplungsteile 25 können mittels
nicht gezeigter Stelleinrichtungen einzeln zwischen den Steuerelementen 24 und dem
Kolben 26 des Biegeantriebes 27 ein- oder ausgerückt werden. Alternativ können die
Steuerelemente 24 und der Kolben 26 des Biegeantriebes 27 auch über ein Kupplungsteil
kuppelbar sein, welches in Richtung der Schwenkachse 21 zwischen die Steuerelemente
24 und den Kolben 26 einschiebbar ist und dessen Länge derart bemessen ist, dass es
je nach Einschubposition zwischen einem oder mehreren, maximal allen Steuerelementen
24 einerseits und dem Kolben 26 andererseits angeordnet werden kann. Auch ist es denkbar,
zur Kupplung der Steuerelemente 24 und des Kolbens 26 ein wellenartiges Bauteil vorzusehen,
dessen Achsrichtung parallel zu der Schwenkachse 21 verläuft und das in dieser Richtung
aufeinander folgende Wellenabschnitte aufweist, die unterschiedlichen Steuerelementen
24 zugeordnet sind und in Umfangsrichtung der Welle gegeneinander versetzte radiale
Vorsprünge ausbilden, wobei in Abhängigkeit von der Drehstellung der Welle bezüglich
ihrer Achse eine unterschiedliche Anzahl von Wellenabschnitten wirksam ist und dementsprechend
eine unterschiedliche Anzahl von Steuerelementen 24 über radiale Wellenvorsprünge
mit dem Kolben 26 antriebsverbunden ist.
[0017] Ähnlich wie an der Biegewange 14 stellen sich die Verhältnisse an dem Niederhalter
15 dar. Jedem der Niederhaltersegmente 18 ist ein Kupplungsteil 28 zugeordnet. Mittels
einer ebenfalls nicht gezeigten Stelleinrichtung lassen sich die Kupplungsteile 28
einzeln zwischen den Niederhaltersegmenten 18 und einem Kolben 29 eines Niederhalterantriebes
30 ein- oder ausrücken. Die Niederhaltersegmente 18 sind in der Bewegungsrichtung
des Kolbens 29 an einem Niederhalterträger 31 linear beweglich geführt. Entsprechend
den Kupplungsteilen 25 können die Kupplungsteile 28 durch konstruktiv andersartige
Bauteile zur Herstellung einer Antriebsverbindung zwischen dem Kolben 29 des Niederhalterantriebes
30 und den Niederhaltersegmenten 18 ersetzt sein.
[0018] Die Ausgangssituation vor Beginn der biegenden Bearbeitung des Bleches 6 ist in Figur
2 dargestellt. Das gestrichelt angedeutete Blech 6 ruht auf der Werkstückauflage 16.
Die Biegewange 14 bzw. die Biegewangensegmente 17 nehmen ihre Ausgangsstellung ein.
Der Niederhalter 15 bzw. die Niederhaltersegmente 18 sind gegenüber dem Blech 6 zurückgezogen.
Die Kupplungsteile 25, 28 sind ausgerückt. Es besteht folglich weder eine Antriebsverbindung
zwischen den Biegewangensegmenten 17 und dem Biegeantrieb 27 noch eine Antriebsverbindung
zwischen den Niederhaltersegmenten 18 und dem Niederhalterantrieb 30.
[0019] Zur Vorbereitung des Biegevorganges ist eine auf die Länge der zu erstellenden Abkantung
abgestimmte Anzahl von Kupplungsteilen 25, 28 zwischen dem Kolben 26 des Biegeantriebes
27 und den Steuerelementen 24 bzw. zwischen den Niederhaltersegmenten 18 und dem Kolben
29 des Niederhalterantriebes 30 einzurücken.
[0020] In dem gezeigten Beispielsfall werden zu diesem Zweck jeweils zwei Kupplungsteile
25, 28 aus ihrer Außerfunktionsstellung gemäß Figur 2 in ihre Funktionsstellung gemäß
Figur 3 überführt.
[0021] Werden nun der Kolben 26 des Biegeantriebes 27 und der Kolben 29 des Niederhalterantriebes
30 in Richtung von Pfeilen 32, 33 verschoben, so kommen die beiden eingerückten Kupplungsteile
25 an den beiden zugeordneten Steuerelementen 24, die beiden eingerückten Kupplungsteile
28 an den beiden zugehörigen Niederhaltersegmenten 18 zur Anlage. Damit sind die beiden
Niederhaltersegmente 18 mit dem Niederhalterantrieb 30 und die beiden Steuerelemente
24 und mit diesen die beiden zugehörigen Biegewangensegmente 17 mit dem Biegeantrieb
27 antriebsverbunden. Es besteht der in Figur 4 veranschaulichte Betriebszustand.
[0022] Wird ausgehend von diesen Verhältnissen der Niederhalterantrieb 30 betätigt, so senken
sich die zuvor aktivierten, d.h. mit dem Niederhalterantrieb 30 antriebsverbundenen
Niederhaltersegmente 18 auf das Blech 6 ab. Infolge einer entsprechenden Positionierung
des Bleches 6 gegenüber der Biegestation 8 kommen dabei die aktivierten Niederhaltersegmente
18 mit ihren vorspringenden Enden in demjenigen Bereich des Bleches 6 zur Auflage,
in welchem die abzukantende ebene Lasche 13 an das restliche Blech 6 anschließt (Figur
5). Aufgrund des mittels des Niederhalterantriebes 30 aufgebrachten Anpressdruckes
ist das Blech 6 zwischen den wirksamen Niederhaltersegmenten 18 und der Werkstückauflage
16 gegen jegliche Bewegung gesichert fixiert.
[0023] Wird nun der Kolben 26 des Biegeantriebes 27 ausgehend von seiner Stellung gemäß
den Figuren 4, 5 in Richtung des Pfeils 32 bewegt, so verlagern sich die beiden aktivierten
Steuerelemente 24 in den Abbildungen nach oben. Dabei gleiten die zugehörigen Biegewangensegmente
17 mit ihren Antriebsarmen 20 an den Steuerbahnen 23 der beiden Steuerelemente 24
entlang. Die beiden aktivierten Biegewangensegmente 17 verschwenken folglich um die
Schwenkachse 21 und biegen mit ihren Biegearmen 19 die Lasche 13 des Bleches 6 wie
in Figur 6 gezeigt nach oben. Damit ist die gewünschte Abkantung erstellt und das
Biegewerkzeug 9 kann durch Rückhub der Kolben 26, 29 und entsprechende Rückstellbewegungen
der zur Durchführung der Werkstückbearbeitung genutzten Biegewangensegmente 17 und
Niederhaltersegmente 18 in den Ausgangszustand gemäß Figur 2 rücküberführt werden.
[0024] Ein in den Figuren 7a bis 7d und 8a bis 8d dargestelltes Biegewerkzeug 9a unterscheidet
sich von dem Biegewerkzeug 9 gemäß den Figuren 2 bis 6 im Wesentlichen bezüglich der
Aktivierung und Betätigung einer Biegewange 14a. So dient zur Aktivierung und Deaktivierung
von schwenkhebelartigen Biegewangensegmenten 17a eine Schalteinrichtung 34 in Form
eines Stellzylinders. Dabei ist jedem Biegewangensegment 17a eine eigene Stelleinrichtung
34 zugeordnet.
[0025] Biegewangensegmente 17a, die bei der nachfolgenden Werkstückbearbeitung genutzt werden
sollen, werden mittels der Schalteinrichtung 34 an einem Antriebsarm 20a in eine Aufnahme
35 an einem Mitnehmer 36 eines Biegeantriebes 27a eingerückt. Wird der Mitnehmer 36
anschließend aus seiner Ausgangsstellung gemäß Figur 7a in seine Endstellung gemäß
Figur 7d verschoben, so nimmt er den Antriebsarm 20a des oder der eingerückten Biegewangensegmente
17a mit. In der Folge schwenken die betreffenden Biegewangensegmente 17a um ihre Schwenkachse
21 und verformen das Blech 6 mittels eines Biegearms 19a in der gewünschten Weise.
Biegewangensegmente 17a, die bei der Bearbeitung des Bleches 6 außer Funktion bleiben
sollen, werden mittels der jeweiligen Schalteinrichtung 34 aus der Aufnahme 35 an
dem Mitnehmer 36 des Biegeantriebes 27a ausgerückt bzw. in einer ausgerückten Stellung
gehalten. Wie in den Figuren 8a bis 8d dargestellt kann dann der Mitnehmer 36 horizontal
verschoben werden, ohne dass die ausgerückten Biegewangensegmente 17a um die Schwenkachse
21 schwenken und das Blech 6 verformen würden.
[0026] Ein in Figur 9 dargestelltes Doppelwerkzeug 37 umfasst zwei einander in Aufbau und
Funktionsweise entsprechende Biegewerkzeuge 9, die um 180° gegeneinander verdreht
angeordnet sind. Auf ein und derselben Seite des zu bearbeitenden Bleches 6 liegen
daher jeweils ein Niederhalter 15 des einen und eine Biegewange 14 des anderen Biegewerkzeuges
9. Aufgrund des gegebenen Aufbaues können an den Biegewerkzeugen 9 Abkantungen mit
einander entgegengesetzten Richtungen erstellt werden. In Figur 9 angedeutet ist eine
nach unten abgekantete Lasche des Bleches 6.
[0027] Kupplungsteile 25, 28 sind an beiden Seiten des Bleches 6 wahlweise zur Aktivierung
einer Biegewange 14 oder zur Aktivierung eines Niederhalters 15 verwendbar. Ein hydraulischer
Antrieb fungiert, je nachdem welcher der Biegewerkzeugteile aktiviert ist, als Biegeantrieb
27 mit Kolben 26 oder als Niederhalterantrieb 30 mit Kolben 29.
[0028] Ausweislich Figur 10 ist die Biegestation 8 integriert in eine maschinelle Anordnung
38 zum Bearbeiten des Bleches 6, die zusätzlich eine maschinelle Trennvorrichtung
39 zum trennenden Bearbeiten des Bleches 6 umfasst. Bei der Trennvorrichtung 39 handelt
es sich im gezeigten Beispielsfall um eine Stanzvorrichtung. Ohne weiteres denkbar
sind beispielsweise auch eine Wasser-, eine Plasma- und/oder eine Laserschneideinrichtung.
Mittels der Trennvorrichtung 39 werden zunächst an dem ebenen Blech 6 Laschen an drei
Seiten freigeschnitten. Anschließend wird das Blech 6 mittels der Koordinatenführung
5 gegenüber der Biegestation 8 derart positioniert, dass mittels der Biegestation
8 die ebenen Laschen in der gezeigten Weise abgekantet werden können.
[0029] Die Maschinenfunktionen sind bei sämtlichen vorstehend beschriebenen Bearbeitungsvorrichtungen
CNC-gesteuert.
1. Maschinelle Biegevorrichtung zum Biegen von plattenartigen Werkstücken, insbesondere
von Blechen (6), mit zumindest einem Biegewerkzeug (9, 9a), das wenigstens einen mittels
eines Biegeantriebs (27, 27a) bewegbaren Werkzeugteil aufweist, wobei das Werkstück
unter Beaufschlagung mittels des bewegten Werkzeugteils entlang einer Biegelinie (11)
biegbar ist und der bewegbare Werkzeugteil in Richtung der Biegelinie (11) aufeinanderfolgende
Werkzeugteilsegmente umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Werkzeugteilsegment wahlweise mit dem Biegeantrieb (27, 27a) antriebsverbindbar
ist.
2. Maschinelle Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Biegewerkzeug (9, 9a) ein Schwenkbiegewerkzeug vorgesehen ist mit einem bewegbaren
Werkzeugteil in Form einer um eine in Richtung der Biegelinie (11) verlaufende Schwenkachse
(21) schwenkbaren Biegewange (14, 14a) und dass die Biegewange (14, 14a) Werkzeugteilsegmente
in Form von Biegewangensegmenten (17, 17a) umfasst, von denen wenigstens eines wahlweise
mit dem Biegeantrieb (27, 27a) antriebsverbindbar und bei hergestellter Antriebsverbindung
unter biegender Beaufschlagung des Werkstücks um die Schwenkachse (21) schwenkbar
ist.
3. Maschinelle Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Biegewangensegment (17, 17a) als zweiarmiger Schwenkhebel ausgebildet
ist mit einem an der einen Seite der Schwenkachse (21) vorgesehenen Biegearm (19,
19a) zur biegenden Beaufschlagung des Werkstücks sowie mit einem an der anderen Seite
der Schwenkachse (21) vorgesehenen Antriebsarm (20, 20a), zur wahlweisen Herstellung
der Antriebsverbindung mit dem Biegeantrieb (27, 27a).
4. Maschinelle Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Schwenkhebel mittels einer Schalteinrichtung (34) antriebsarmseitig
wahlweise in eine Aufnahme (35) an einem Mitnehmer (36) des Biegeantriebes (27a) einrückbar
oder aus dieser Aufnahme (35) ausrückbar ist, wobei die Antriebsverbindung zwischen
dem Schwenkhebel und dem Biegeantrieb (27a) bei eingerücktem Zustand hergestellt und
bei ausgerücktem Zustand getrennt ist.
5. Maschinelle Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen wenigstens einem Schwenkhebel und dem Biegeantrieb (27) ein Steuerelement
(24) mit einer Steuerbahn (23) vorgesehen ist, wobei der Schwenkhebel antriebsarmseitig
an der Steuerbahn (23) des Steuerelementes (24) abgestützt ist und dieses biegeantriebsseitig
mittels einer Schalteinrichtung wahlweise mit dem Biegeantrieb (27) antriebsverbindbar
ist, wobei der Schwenkhebel bei hergestellter Antriebsverbindung zwischen dem Steuerelement
(24) und dem Biegeantrieb (27) von dem Steuerelement (24) über dessen Steuerbahn (23)
antriebsarmseitig beaufschlagt und dadurch unter biegender Beaufschlagung des Werkstücks
um die Schwenkachse (21) schwenkbar ist.
6. Maschinelle Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtung zur wahlweisen Antriebsverbindung von Steuerelement (24) und
Biegeantrieb (27) wenigstens ein wahlweise zwischen dem Steuerelement (24) und dem
Biegeantrieb (27) ein- oder ausrückbares Kupplungsteil (25) aufweist, wobei die Antriebsverbindung
zwischen dem Steuerelement (24) und dem Biegeantrieb (27) bei eingerücktem Kupplungsteil
(25) hergestellt und bei ausgerücktem Kupplungsteil (25) getrennt ist.
7. Maschinelle Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das als Schwenkbiegewerkzeug ausgebildete Biegewerkzeug (9, 9a) einen sich entlang
der Biegelinie (11) erstreckenden Niederhalter (15) aufweist, mittels dessen das Werkstück
in Querrichtung seiner flächigen Erstreckung beaufschlagbar und dadurch zwischen dem
Niederhalter (15) und einer Werkstückauflage (16) an der dem Niederhalter (15) gegenüberliegenden
Werkstückseite fixierbar ist und dass der Niederhalter (15) in Richtung der Biegelinie
(11) aufeinanderfolgende Niederhaltersegmente (18) umfasst, von denen wenigstens eines
wahlweise mit einem Niederhalterantrieb (30) antriebsverbindbar und durch Herstellung
der Antriebsverbindung in eine das Werkstück beaufschlagende Position überführbar
ist, wobei beim Biegen des Werkstückes miteinander zusammenwirkende Niederhaltersegmente
(18) und Biegewangensegmente (17, 17a) zeitgleich mit dem Niederhalterantrieb (30)
oder mit dem Biegeantrieb (27, 27a) antriebsverbunden sind.
8. Maschinelle Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Biegewerkzeuge (9) in Form von Schwenkbiegewerkzeugen vorgesehen sind,
von denen jedes eine schwenkbare Biegewange (14) mit wenigstens einem wahlweise mit
dem Biegeantrieb (27) antriebsverbindbaren Biegewangensegment (17) sowie einen Niederhalter
(15) aufweist, wobei jeweils die Biegewange (14) des einen und der Niederhalter (15)
des anderen Biegewerkzeuges (9) an ein und derselben Seite des Werkstückes angeordnet
sind.
9. Maschinelle Biegevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens an einer Seite des Werkstücks der Niederhalter (15) einen Niederhalterantrieb
(30) aufweist und der Biegeantrieb (27) des einen und der Niederhalterantrieb (30)
des anderen Biegewerkzeuges (9) zumindest ein gemeinsames Antriebselement aufweisen.
10. Maschinelle Anordnung zum Bearbeiten von plattenartigen Werkstücken, insbesondere
von Blechen (6), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine maschinelle Biegevorrichtung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 9
und außerdem wenigstens eine maschinelle Trennvorrichtung (39) zur trennenden Werkstückbearbeitung
vorgesehen sind, wobei an der maschinellen Biegevorrichtung (8) mittels der maschinellen
Trennvorrichtung (39) trennend bearbeitete Werkstückteile biegend bearbeitbar sind.