[0001] Die Erfindung bezieht sich zunächst auf einen für eine pharmazeutische Anwendung
dienenden Spritzling wie einen Verschlussstopfen für pharmazeutische Flaschen, eine
Schutzkappe für medizinische Spritzen oder ein Dichtungselement für ein pharmazeutisches
Behältnis.
[0002] Weiter bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung eines solchen
Spritzlings.
[0003] Spritzlinge dieser Art weisen nicht selten ästhetische Fehler auf. Solche, das optische
Erscheinungsbild beeinträchtigende Unregelmäßigkeiten können in Form von Vlieszungenrändern
auftreten und bilden sich vornehmlich auch im Bereich des Anspritzpunktes aus. Man
ist daher bereits dazu übergegangen, bei Verschlussstopfen etwa, den Anspritzpunkt
in einer Verdecktlage, beispielsweise in einem Höhlungsbereich eines Verschlussstopfens,
anzuordnen. Eine solche Anordnung ist aber mit Schwierigkeiten verbunden, da auch
die Düse der Spritzvorrichtung einen gewissen Raumbedarf hat. Fließfehler an Abdichtungsstellen,
beispielsweise an einem flanschartigen Randbereich eines solchen Verschlussstopfens,
dem Stirnrand der Flansche zugewandt, können sogar Dichtungsprobleme verursachen.
[0004] Darüber hinaus werden an derartige Spritzlinge auch hohe sonstige technische Anforderungen
gestellt. So darf es beim Durchstechen möglichst nicht zum Abbröckeln von Materialteilen,
die mitgerissen werden könnten, kommen. Auch muss ein Durchstechen behinderungsfrei
möglich sein. Im Fall von Schutzkappen wird etwa auch ein guter Materialzusammenhalt,
der etwa auch bei den anderen Ausführungen des Spritzlings wesentlich ist, gefordert.
[0005] Hiervon ausgehend beschäftigt sich die Erfindung mit der Aufgabe, einen für pharmazeutische
Anwendungen geeigneten, möglichst homogenen und möglichst fehlerfreien Spritzling
anzugeben. Weiter beschäftigt sich die Erfindung mit der Aufgabe ein hierzu geeignetes
Herstellungsverfahren bereit zu stellen.
[0006] Hinsichtlich des Spritzlings ist die Aufgabe zunächst und im Wesentlichen mit den
Gegenständen der Ansprüche 1 bzw. 2 gelöst, wobei zunächst, Anspruch 1, ergänzend
zu den bereits angegebenen Merkmalen von Bedeutung ist, dass der Spritzling zumindest
in einem Teilbereich aus einem thermoplastischen Elastomerkunststoff mit einem mineralischen
Füllstoffanteil von 30 % oder mehr besteht und dieser Teilbereich einen Heißkanal-Anspritzpunkt
aufweist, der als glattflächiger Abdruck gebildet ist. Darüber hinaus, Anspruch 2,
ist auch von Bedeutung, dass im Falle eines zweiten Teils des Spritzlings dieser aus
einem anderen Kunststoff besteht, insbesondere einem herkömmlichen Spritz-Kunststoff
wie PP, PE oder dergleichen, mit welchem dann der Anspritzpunkt des ersten Teilbereichs
überspritzt ist. In einem solchen Fall kann dann insbesondere auch der Anspritzpunkt
der aus dem elastischen Elastomerkunststoff gebildeten Teilbereichs als Heißkanal-Anspritzpunkt
gebildet sein, der dann auch weiter vorzugsweise als glattflächiger Abdruck ausgebildet
ist. Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass den Materialanforderungen derartiger
pharmazeutischer Spritzlinge ein thermoplastischer Elastomerkunststoff mit einem mineralischen
Füllstoffanteil von 30 % oder mehr gerecht wird. Dies dann, wenn jedenfalls im Falle
des Freiliegens nach außen an dem Spritzling der Anspritzpunkt durch einen Heißkanal-Anspritzpunkt
gebildet ist und ein glattflächiger Abdruck geschaffen ist. Störende Schlieren oder
Materialunebenheiten, insbesondere im Bereich des Anspritzpunktes, können nicht mehr
festgestellt werden. Gleichwohl ist ein solcher Spritzling mit üblichen Kunststoffspritzverfahren,
jedoch Heißkanal-Anspritzung, rationell herstellbar. Bevorzugt ist in diesem Zusammenhang,
dass der Abdruck, der durch den Heißkanal-Anspritzpunkt an dem Spritzling geschaffen
ist, ohne Versetzung nach außen in die ihn umgebende Spritzlingswandung übergeht.
Insbesondere ist bevorzugt, dass der glattflächige Abdruck ebenengleich in die ihn
umgebende Spritzlingswandung übergeht. Im Weiteren kann sich aber auch in besonderen
Fällen empfehlen, dass der Abdruck gegenüber der ihn umgebenden Spritzlingswandung
erhaben ist, also nach außen versetzt ist. Dies bspw., wenn, worauf auch der zuvor
erläuterte Anspruch 2 abzielt, im Zweikomponentenspritzverfahren gearbeitet wird oder
der aus dem Elastomerkunststoff bestehende Spritzling Teil eines mehrteiligen Gegenstandes
ist, bei welchem der Anspritzpunkt von einem weiteren Teil überdeckt oder darin gar
gefangen ist. Denn ein erhabener Abdruck kann sich auch für eine formschlüssige Aufnahme
in einem weiteren Teil empfehlen.
[0007] Der Spritzling kann insgesamt mehrteilig dadurch sein, dass er etwa im Mehrkomponentenspritzverfahren
hergestellt ist, wobei die Einzelteile unmittelbar nach Art einer Verschweißung aneinander
haften können, oder aber auch voneinander trennbar oder getrennt sich nach Vollendung
des Spritzvorganges vorfinden. In einem solchen mehrteiligen Spritzling, wie er weiter
unten noch im Einzelnen beschrieben ist, ist dann der aus thermoplastischem Elastomerkunststoff
bestehende Teil ein Teilbereich desselben.
[0008] Im Weiteren ist auch bevorzugt, dass ein solcher Spritzling, bzw. der entsprechende
Teilbereich des Spritzlings, jedenfalls im Bereich des Anspritzpunktes, dickwandig
ausgebildet ist. Dickwandigkeit ist hierbei insbesondere im Hinblick auf eine Länge
des Fließweges des eingespritzten Materiales zu der Wandstärke verstanden. Es wird
die Länge vom Einspritzpunkt ab gemessen. Als Wandstärke ist hierbei weiter ein Mittelwert
über den gesamten Spritzling eingesetzt. Wenn sich ein Wert < 5 ergibt, ist Dickwandigkeit
im Sinne vorliegender Anmeldung gegeben.
[0009] Der Spritzling, bzw. der entsprechende Teilbereich des Spritzlings, liegt als homogener
Körper vor. Die angegebene Mischung erbringt eine gummielastische Struktur mit gutem
Durchstechverhalten. Auch den Anforderungen an ein Nachdichten, etwa bei herausgezogener
Kanüle, ist genügt.
[0010] Der beigegebene mineralische Füllstoff-Anteil wirkt fließbremsend, was eine erstrebte
gleichmäßige Verteilung des Kunststoffes im Zuge des Spritzvorganges vorteilhaft unterstützt.
Die Heißkanal-Anspritzung, die vorzugsweise auch in einem zentralen Bereich, weiter
vorzugsweise auch an einer Außenfläche, also nicht in einem Höhlungsbereich des Spritzlings,
vorgenommen ist, begünstigt gleichfalls eine ausgewogene Verteilung des Kunststoffes
im Zuge eines Spritzgussvorganges. Die überwiegend dickwandige Ausbildung des Spritzlings,
bzw. der entsprechende Teilbereich des Spritzlings, führt auch zu im Wesentlichen
gleichen Verhältnis bezüglich eines, wenn auch bei dem angegebenen Werkstoff vergleichsweise
sehr geringen Schrumpfverhaltens. Der Füllstoff ist vorzugsweise ein Silikat. Es kann
sich beispielsweise um Magnesiumsilikat (Talg) handeln. Dieser Füllstoff wirkt sich
im Sinne einer vorteilhaften Fließhemmung aus. Gleichwohl geschieht die Füllung eines
entsprechenden Formnestes absolut gesehen sehr rasch. Bei der üblichen Größenordnung
etwa hier betroffener Verschlussstopfen oder sonstiger Gegenstände vergleichbarer
Größenordnung beträgt die Füllzeit ca. 0,1 Sekunde. Es ist zudem bezüglichen des beschriebenen
thermoplastischen Elastomerkunststoffes, dem gegebenenfalls noch ein Weichmacher beigegeben
ist, eine überraschend geringe Abhängigkeit seiner Eigenschaften von der Temperatur
gegeben. Die Füllung einer Kavität lässt sich weitestgehend unabhängig von der Fülltemperatur
ohne Auftreten eines sogenannten Spagetti-Effektes erreichen. Die Shore-Härte A liegt
zwischen 45 und 60, bevorzugt bei 55.
[0011] Konkreter bezüglich eines hier betroffenen Verschlussstopfens ist im Hinblick auf
eine gute Penetrierbarkeit mit der Kanüle einer Spritze vorgesehen, dass die Stopfendecke
einen zentralen Bereich geringerer Wandstärke und einen Randbereich größerer Wandstärke,
gemessen in Vertikalrichtung, aufweist. Der Randbereich ist im Anwendungsfall von
einer Bördelkappe entsprechender Infusionsflaschen-Sicherung umfasst. Gegebenenfalls
unter Spannwirkung umfasst.
[0012] An die Verschlussdecke schließt sich nach unten in Vertikalrichtung ein Stopfenkragen
an. Dieser Stopfenkragen weist gleichfalls bevorzugt jedenfalls in seinem anfänglichen,
an die Stopfendecke anschließenden, Bereich eine größere Wandstärke auf als die Stopfendecke
in ihrem zentralen Bereich. Zugleich schließt damit der Stopfenkragen bevorzugt an
den Bereich größerer Wandstärken des Randbereichs des Verschlussstopfens an. Weiter
ist bevorzugt, dass die Heißkanal-Anspritzung hinsichtlich des Spritzkanal-Verschlusses
mit einem stempelartigen Nadelkopf vorgenommen ist, wobei die ebenflächige Stirnfläche
des Nadelkopfes im Verschlusszustand der Spritzgießform ebenengleich in die die Spritzlingswandung
mitbildende, umgebende Düsenwandung übergeht. Entsprechend lässt sich auch formulieren,
dass der glattflächige Anspritzpunkt, das heißt, die Angussfläche, ebenengleich in
die umgebende Spritzlingsfläche übergeht. Es ergibt sich ein glattflächiger Abdruck
des stempelartigen Nadelkopfes am Spritzling, wobei wirksam selbst kleinste Rauhungen
oder Zerklüftungen vermieden sind. Der Spritzling ist nacharbeitungsfrei hergestellt.
Die genannte Ausgestaltung hat im Falle des Verschlussstopfens den besonderen Vorteil,
dass durch die Kanüle keinerlei etwa durch Ungenauigkeiten hervorgehobene Fraktionierungspartikel
abgetragen werden können und in die Flasche gelangen können. Die formvollendete glatte
Fläche besteht somit auch und insbesondere bezüglich des etwa stecknadelkopfgroßen
Anspritzpunktes selbst.
[0013] Eine weitere Ausführungsform eines solchen Spritzlings für pharmazeutische Anwendungen
ist eine Schutzkappe für medizinische Spritzen. Diese Schutzkappe wird über die Kanüle
einer Spritze gesteckt, um diese hinsichtlich mechanischer Beeinträchtigungen oder
auch Verschmutzungen zu schützen. Entsprechend besteht auch eine solche Schutzkappe
aus einem thermoplastischen Elastomerkunststoff, der einen mineralischen Füllstoffanteil
von 30 % oder mehr aufweist. Es ist eine Heißkanal-Anspritzung im Bereich eines Kappenhutes
der Schutzkappe gegeben. Hier werden die gleichen Eigenschaften erreicht, insbesondere
hinsichtlich des Äußeren der Schutzkappe, die zuvor auch in Bezug auf den Verschlussstopfen
erläutert worden sind. Auch der als Schutzkappe ausgebildete Spritzling kann hinsichtlich
des Werkstoffes einen Anteil an Weichmacher enthalten. Die Heißkanal-Anspritzung ist
auch hier bevorzugt zentral, im Bereich der Kappenhut-Spitze, vorgenommen. Auch bezüglich
der Schutzkappe trifft damit die Erläuterung zu, wie sie zuvor im Einzelnen hinsichtlich
des stempelartigen Nadelkopfes, der bevorzugt spritzgießmaschinenseitig eingesetzt
wird, und der hiermit erreichten Vorteile gegeben ist.
[0014] Ein weiterer Gegenstand, der durch einen solchen, für pharmazeutische Anwendungen
dienenden Spritzling verkörpert sein kann, ist ein Dichtungselement, wie es bei sogenannten
"Bottle-Pack"-Flaschen zur Anwendung kommt. Diesbezüglich ist insbesondere auf den
Offenbarungsgehalt der Deutschen Patentanmeldungen 195 00 460 und 196 20 196 verwiesen,
deren Inhalte hiermit auch vollständig, auch zum Zwecke Merkmale dieser Vorveröffentlichung
in Ansprüche vorliegender Anmeldung aufzunehmen, einbezogen werden. Ein solches Dichtungselement
besitzt gewöhnlich einen umlaufenden Flansch geringerer Wandstärke oder ober- und/oder
unterseitig eine dem Rand zugeordnete umlaufende Nut und einen mittleren Bereich großer
Wandstärke. Auch hier erfolgt die Anspritzung vorzugsweise zentral in der oberen Außenfläche.
Im Übrigen treffen auch hier die beschriebenen geometrischen Merkmale, etwa hinsichtlich
der Dickwandigkeit, und die Merkmale hinsichtlich der Reinheit und Schlierenfreiheit
zu, wie sie zuvor im Bezug auf den Spritzling allgemein und die weiteren Anwendungsfälle
bereits erläutert sind. Insbesondere kann ein solcher Gegenstand auch im Mehrkomponenten-Spritzverfahren
hergestellt sein, wobei dann der eine Teilbereich, etwa der die Außenkappe bildende
Teilbereich aus Hartkunststoff, die Form bildet (wiederum zumindest teilweise) für
den nachträglich gespritzten Elastomerkunststoff-Teilbereich. Es kann aber auch umgekehrt
vorgegangen werden. Besonders in letzterem Fall ist es möglich und ggf. sogar angezeigt,
den Heißkanal-Anspritzpunkt erhaben bzgl. der umgebenden Spritzlingswandung aus Elastomerkunststoff
herzustellen, jedoch letztlich versenkt bzgl. der Spritzlingswandung eines zweiten
Teilbereichs aus einer anderen Kunststoffkomponente, insbesondere einer Hartkunststoffkomponente.
[0015] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung eines für pharmazeutische
Anwendungen dienenden Spritzlings, wie etwa eines Verschlussstopfens für pharmazeutische
Flaschen, einer Schutzkappe für medizinische Spritzen oder eines Dichtungselementes
für pharmazeutische Behältnisse. Hierbei ist in einer Ausführungsform darauf abgestellt,
dass als Werkstoff ein thermoplastischer Elastomerkunststoff verwendet wird, dem zu
30 % oder mehr ein mineralischer Füllstoffanteil beigemischt ist und dass eine zentrale
Heißkanal-Anspritzung im Bereich einer Spritzlingsdecke oder einer Spritzlingsspitze
vorgenommen wird. In einer weiteren Ausführungsform ist darauf abgestellt, dass jedenfalls
ein Teilbereich aus einem thermoplastischen Elastomerkunststoff mit einem mineralischen
Füllstoffanteil von 30 % oder mehr hergestellt wird und dieser Teilbereich mit einer
einen Anspritzpunkt aufweisenden Anspritzung ausgeführt wird, welcher Anspritzpunkt
mit einem einen zweiten Teilbereich des Spritzlings bildenden anderen Kunststoff überspritzt
wird. Hier kommt insbesondere ein üblicher Kunststoff für Spritzteile zur Anwendung
wie etwa PP, PE usw. Konkret, wie auch zuvor bei den gegenständlichen Merkmalen ist
auf einen entsprechenden Füllstoffanteil in Gewichtsprozenten abgestellt. Vorteilhaft
wird dem thermoplastischen Elastomerkunststoff auch ein Anteil an Weichmachern beigegeben.
Hinsichtlich eines Verschlussstopfens kann vorgesehen sein, dass die zentrale Heißkanal-Anspritzung
im Bereich der Stopfendecke des überwiegend dickwandig ausgebildeten Verschlussstopfens
vorgenommen wird. Auch kann der Stopfenkragen mit einer größeren Wandstärke ausgebildet
werden als die Stopfendecke in ihrem zentralen Bereich. In Bezug auf eine Dichtung
kann die Anspritzung in der oberen Außenfläche, bevorzugt dort zentral, vorgenommen
werden. Weiter bevorzugt, betreffend alle Ausführungsformen, kann der Heißkanalverschluss
in Form eines stempelartigen Nadelkopfes verwendet werden, dessen ebenflächige Stirnfläche
im Verschlusszustand ebenengleich oder in das Spritzlingsinnere versetzt bezüglich
der in die Spritzlingswandung mit bildenden, umgebenden Düsenwandung in diese übergeht.
So wird ermöglicht, dass ein glattflächiger Anspritzpunkt erreicht wird und die Angussfläche
des Anspritzpunktes ebenengleich oder tiefenmäßig versetzt in die umgebende Spritzlingswandung
übergeht.
[0016] Bei Ausbildung einer Schutzkappe für medizinische Spritzen in den vorstehend angegebenen
Kunststoff-Spritzverfahren wird ein massiver Kappenhut und ein demgegenüber dünnwandiger
Kappenhals ausgeformt. In vorteilhafter Weise erfolgt die Heißkanalanspritzung zentral
am Kappenhut. Im Übrigen werden verfahrenstechnisch die gleichen Merkmale bevorzugt,
wie sie auch im Bezug auf die Herstellung des Verschlussstopfens bzw. der Dichtung
bereits vorstehend beschrieben sind.
[0017] Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand zweier zeichnerisch veranschaulichter
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen im Kunststoff-Spritzverfahren hergestellten Verschlussstopfen in Seitenansicht,
das erste Ausführungsbeispiel darstellend;
- Fig. 2
- die Draufsicht hierzu;
- Fig. 3
- die Unteransicht;
- Fig. 4
- einen Vertikalschnitt durch eine Infusionsflasche mit zugeordnetem Verschlussstopfen,
unter Aufbringen einer Bördelkappe gesichert;
- Fig. 5
- einen Schnitt durch den Formnestbereich einer Spritzgießvorrichtung, unverfüllt;
- Fig. 6
- eine gleiche Darstellung, jedoch bei verfülltem Formnest;
- Fig. 7
- eine im Kunststoff-Spritzverfahren erzeugte Schutzkappe für eine Spritze, in Seitenansicht;
- Fig. 8
- einen Vertikalschnitt durch die Schutzkappe, stark vergrößert, zusammen das zweite
Ausführungsbeispiel verkörpernd;
- Fig. 9
- in Seitenansicht einen dichtungsverschlossenen Behälter, wie er als Infusionsflasche
Verwendung findet;
- Fig. 10
- einen Querschnitt durch den Gegenstand gemäß Fig. 9, im Bereich der Verschlussvorrichtung,
in einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 11
- eine Darstellung gemäß Fig. 10 einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 12
- eine vergrößerte Querschnittsdarstellung des Anspritzbereiches bei bezüglich umgebender
Spritzlingswandung in das Innere versetztem Nadelkopf;
- Fig. 13
- eine Darstellung gemäß Fig. 6, jedoch mit gegenüber der umgebenden Spritzlingswandung
nach außen versetztem Anspritzpunkt; und
- Fig. 14
- eine Darstellung des Gegenstandes gemäß Fig. 11, wobei der Anspritzpunkt des Elastomerkunststoff-Teilbereiches
gegenüber der umgebenden Spritzlingswandung erhaben ist und zugleich in einem weiteren
Teilbereich des Spritzlings aufgenommen ist.
[0018] Der in Fig. 1 dargestellte Verschlussstopfen 1 und die in den Fig. 10 und 11 dargestellten
Dichtungen 38, 39 und die in Fig. 7 wiedergegebene Schutzkappe 2 sind im Kunststoff-Spritzverfahren
hergestellt.
[0019] Verwendung findet ein thermoplastischer Elastomer-Kunststoff in gummiartiger Elastizität
und trotzdem ausreichender Eigensteifigkeit.
[0020] Der Verschlussstopfen 1 lässt sich inhaltschützend einer Flasche 3 zuordnen. Es handelt
sich im pharmazeutischen Bereich einsetzbare Flasche 3, wie beispielsweise eine Infusionsflasche.
[0021] Die in Fig. 4 dargestellt Flasche 3 zeigt den Verschlussstopfen 1 dem Hals 4 der
Flasche 3 zugeordnet, stopfengesichert durch eine metallische Bördelkappe 5. Die nimmt
noch eine Innenkappe 6 auf. Die demgegenüber als Außenkappe zu bezeichnende Bördelkappe
5 ist, um einen Bund 7 des Flaschenhalses 4 gehend, angerollt.
Die Bördelstelle trägt das Bezugszeichen 8.
[0022] Die Flasche 3 besteht beispielsweise aus Glas.
[0023] Der Verschlussstopfen 1 ist als Hohlstopfen realisiert. Der sitzt dichtend in einer
im Wesentlichen zylindrischen Mündung 10 des Halses 4. Die zum Flascheninnenraum hin
öffnende Höhlung des Hohlstopfens 9 trägt das Bezugszeichen 11.
[0024] Der Verschlussstopfen 1 ist als durchstechbarer Verschlusskörper realisiert. Hierzu
wird der im Wesentlichen zentral liegende Durchstechbereich 12 des Verschlussstopfens
1 freigelegt. Diesbezügliche Einzelheiten ergeben sich aus der nicht vorveröffentlichten
deutschen Patentanmeldung 100 05 833. Der Offenbarungsinhalt dieser Anmeldung wird
hier vollinhaltlich mit einbezogen, auch zu dem Zweck, Merkmale der in Bezug genommenen
Anmeldung in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
[0025] Den Durchstechbereich 12 stellt eine Stopfendecke 13, die sich flaschenseitig in
einen Stopfenkragen 14 fortsetzt.
[0026] Beispielsweise aus Fig. 4 ist entnehmbar, dass die Stopfendecke 13 einen zentralen
Bereich, stellend den Durchstechbereich 12, geringerer Wandungsstärke x und einen
Randbereich 15 größerer Wandstärke y aufweist.
Das Verhältnis von X : Y liegt bei 3 : 4 und in Fig. 5 eher bei 2 : 3 und stellt auf
eine etwas geringere, zentrale Materialanhäufung ab, die das Durchstechverhalten begünstigt.
[0027] Unter Betrachtung der Verhältnisse beispielsweise in Fig. 5, wird deutlich, dass
auch der Stopfenkragen zumindest in seinem Wurzelbereich zur Stopfendecke 13 hin eine
größere Wandstärke z aufweist als die Stopfendecke 13 in ihrem zentralen Bereich,
also Durchstechbereich 12.
[0028] Trotz dieser partiellen Unterschiede in den Wandstärken liegt insgesamt eine überwiegend
dickwandige Ausbildung des Verschlussstopfens 1 vor. Dieser insgesamt dickfleischige
Spritzling ist von guter Gebrauchsfestigkeit und auch stabil genug für den Auswerfer
16 der in den Fig. 5 und 6 partiell dargestellten Spritzgießvorrichtung 17.
[0029] Die in den Fig. 7 und 8 dargestellte Schutzkappe 2 für Spritzen im medizinischen
Bereich ist wandungsmäßig unter Berücksichtigung anderer Schwerpunkte gestaltet. So
weist der lange, außen zylindrische Körper einen Kappenhut 18 größerer Materialanhäufung
auf, welcher Kappenhut sich in Längsrichtung in einen dünnwandigen Kappenhals 19 fortsetzt.
Die die Kanüle schützend umgebende Wandung des Kappenhalses 19 ist innen gestuft gehöhlt;
die entsprechende Höhlung 20 geht in eine engste Zone 21 über, ausgestaltet als Einstechzone
zum Schutz und Zuhalten des dortigen Endes des Nadelkörpers.
[0030] Das Halsende weist die geringste Wandungsdicke auf. In diesem Bereich besitzt der
mantelwandseitig im Wesentlichen zylindrisch gehaltene Spritzling einen auftragenden
Ringbund 22.
[0031] Der Anspritzpunkt liegt an exponierter Stelle des Kappenhutes 18, nämlich an der
Kappenhut-Spitze. Die recht dickwandige Decke ist flachkonvex verrundet.
[0032] In Fig. 9 ist eine Transfusionsflasche 40 dargestellt, die an ihrem Boden eine Öse
41 besitzt, zur stürzenden Anordnung der Transfusionsflasche 40. Der Flaschenkopf
42 weist dann nach unten.
[0033] Der Flaschenkörper besteht aus Kunststoff, beispielsweise PE in durchdringbarer Wandungsdicke.
Bis zur Durchdringung mittels beispielsweise Kanülen oder Spikes.
[0034] Diese der Flasche 40 eigene Verschlusswand ist im Einzelnen nicht dargestellt. Der
Verschlusswand übergestülpt ist eine Kappe 43, wie sie in den Fig. 10 und 11 in unterschiedlichen
Ausführungsformen in Einzelheit dargestellt ist. Innerhalb der Kappe 43 ist ein Spritzling
44 angeordnet, der eine Dichtung darstellt. Die Dichtung ist durchstechbar und befindet
sich der nicht dargestellten Verschlusswand der Flasche 40 vorgelagert. Die Dichtung
44 besitzt, beim Ausführungsbeispiel der Fig. 10, einen umlaufenden Flansch 45, der
auf einem zugeordneten Flansch 46 der Kappe 43 aufliegt.
Der Flansch 45 hat eine deutlich geringere Wandstärke als ein mittlerer Bereich der
Dichtung 44.
[0035] Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 11 besitzt die Dichtung 44 Durchstechbereiche 47,
die dickenverkleinert sind. Von der Ober- und Unterseite ausgehend sind rückenzueinanderliegende,
halbkugelförmige Mulden 48 ausgeformt. Die Mulden 48 führen im Bereich ihrer größten
vertikalen Erstreckung dazu, dass die Dicke der Dichtung 44 auf etwa 1/5 gegenüber
ihrer größten Dicke reduziert ist.
[0036] Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 11 sind überdies noch umlaufend ober- und unterseitig
der Dichtung 44, Nuten 49 vorgesehen, wo hingegen der Randbereich 50 wiederum eine
vertikale Erstreckung aufweist, wie sie auch der Mittelbereich der Dichtung 44, in
welchem bevorzugt an eine Außenfläche auch der Anspritzpunkt ist, aufweist.
[0037] Die Spritzlinge in Form des Verschlussstopfens 1, der Schutzkappe 2 und der Dichtungen
44 sind nicht nur jeweils im Kunststoff-Spritzverfahren erzeugt, sondern auch unter
Verwendung gleichen Werkstoffes. Zur Anwendung kommt ein thermoplastischer Elastomerkunststoff
(TPE). Der Werkstoff enthält eine Beimischung aus mineralischem Füllstoff. Der diesbezügliche
Füllstoffanteil beträgt 30 % oder mehr. Zur Anwendung kommt als Füllstoff bevorzugt
Magnesiumsilikat. Der mineralische Füllstoff hat gewisse fließbremsende Eigenschaft,
so dass es zu einem Strömungszusammenhalt beim Befüllung des Formnestes 23 der Spritzgießvorrichtung
17 kommt. Anhand der Fig. 5 und 6 sind die spritztechnischen Besonderheiten, vorrangig
am Beispiel als Verschlussstopfens, erläutert:
[0038] Der Anspritzpunkt A (vgl. etwa Fig. 6 und 13) der Heißkanal-Anspritzung ist an den
Spritzling (vgl. bspw. Fig. 2, 4, 7, 8, 14) mit 24 bezeichnet. Er kann an der Schutzkappe
2 zentral liegen und liegt am Verschlussstopfen 1, wie auch bei den Dichtungen 44
bevorzugt zentral. Erreicht wird dadurch eine gleichmäßige Verteilung bei hoher Fließgeschwindigkeit.
Ästhetische Fehler treten nicht auf. Selbst optische Unregelmäßigkeiten wie farbliche
Abweichungen entfallen. Außerdem kann in gängigen Spritzgießformen gearbeitet werden.
Dabei ist die Kavitätenfüllung weitgehend temperaturunabhängig. Sie kann zwischen
200 und 280°C, ohne dass sich größere Unterschiede in der Qualität abzeichnen würden.
[0039] Der zentrale Zugang der Spritzgießmasse M (vgl. Fig. 5, 6, dargestellt am Beispiel
der Verspritzung eines Verschlussstopfens) erfolgt über eine Düse 25 eines Formoberteils
26. Das zugehörige Formunterteil ist mit 27 bezeichnet. Das Formnest 23 ist anteilig
verteilt. Im Zentrum des Formunterteils 27 befindet sich ein vertikal bewegbarer Formvorsprung,
gestellt durch den Auswerfer 16.
[0040] Die Füllgabe ist jeweils ventilkontrolliert. Hierzu befindet sich im Formoberteil
26 eine vertikal bewegbare Nadel 28. Deren Nadelkopf 29 tritt schließend in die Mündung
der Düse 25 ein (vgl. Fig. 5).
[0041] Der stempelartige Nadelkopf 29 der Heißkanal-Anspritzung A weist eine ebenflächige
Stirnfläche 30 auf. Die Stirnfläche erstreckt sich im Verschlusszustand der Heißkanalanspritzung
A ebenengleich in die die Spritzlingswandung mitbildende, die Mündung der Düse 25
umgebende Düsenwandung 31. Die Spritzlingswandung kann die Oberseite der Stopfendecke
13 des Verschlussstopfens 1 sein oder die korrespondierende Oberfläche des Kappenhutes
18 der Schutzkappe 2 bzw. der Dichtung 38 oder 39 der Fig. 10 und 11.
[0042] Verweisend auf die Figuren 5 und 6 ist erkennbar, dass zwischen Formoberteil 26 und
Formunterteil 27 eine horizontale Fuge besteht, bildend eine erste Luftabführung 32
bei eindringendem Spritzmaterial, der Spritzgießmasse M also. Eine zweite Luftabführung
33 besteht in vertikaler Richtung, und zwar in Form einer Ringfuge zwischen dem Auswerfer
16 und einer formpassenden Aufnahme des Formunterteils 27 für diesen. Hierdurch ist
eine vollständige Befüllung des Formnestes 23 in der vorgesehenen Zeit erreicht, ohne
dass an dem Spritzling außenseitig Markierungen wie Fließschlieren oder dergleichen
entstehen. Das von der Düse 25 unter Druck ausgehende Material wird durch keine Sacköffnung
unentlüftbar getrennt. Legt man den durch Bogenlinien B in Fig. 5 dargestellten Fließweg
zugrunde, so würde ein Ausweichen aus den dargestellten Endzonen a und b an Luft nicht
gehindert sein zufolge der beschriebenen Luftabführungen 32, 33. Bei den Gegenständen
gemäß den Fig. 7 und 10 sind entsprechende Taschungen auch nicht möglich. Dort weicht
die verdrängte Luft über die der ersten Luftabführung 32 entsprechende ab.
[0043] Beim Gegenstand der Fig. 11 kann es wieder günstig sein, mehrere derartige Luftabführungen
werkzeugmäßig vorzunehmen.
[0044] Bezüglich der beschriebenen Spritzlinge ist auch werkstoffmäßig das Anforderungsprofil
dahingehen beachtet, dass solche Spritzlinge autoklavbeständig sind. Sie ertragen
Temperaturen von 120° über einen längeren Zeitraum. Trotz der erläuterten Beimischung
bleibt der Werkstoff hervorragend spritzfähig. Es ist der erforderliche Kompromiss
gefunden. Im Übrigen ist dem thermosplastischen Elastomerkunststoff auch noch Weichmacher
beigegeben.
[0045] Die zentral in dem Spritzkanal 35 stehende Nadel 28 ist kanalwandungsseitig von einem
Heizelement 36 umgeben.
[0046] Die Düsenwandung 31 des Formoberteils 26 weist im Falle des Verschlussstopfens 1
oder einer Dichtung 44 eine Ringnut 37 auf. Die Ringnut verläuft konzentrisch zur
Düse 25, ist dreieckigen Querschnitts und formt auf der Oberseite der Stopfendecke
13 gleichsam einen Zielring 38 aus für das korrekte Ansetzen der Kanüle oder eines
Spikes.
[0047] Zufolge der geschilderten Ebenflächigkeit der Stirnfläche 30 der Nadel 28 kommt es
nach dem Entformen zu einem glatten Abtrennen der Nadel, d.h., ohne einen rauen, sandstrukturartigen
Abdruck zu hinterlassen. Insoweit werden auch keine abragenden Partikel bei Ingebrauchnahme
durch die Kanüle in das Innere der Flasche 3 eingetragen. Der in Fig. 2 dargestellte
Abdruck ist einerseits nur zeichnerisch hervorgehoben. Andererseits kann sich ein
solcher Abdruck auch ergeben, wenn entsprechend Fig. 12 vorgegangen wird. Hier überragt
im Verschlusszustand die Stirnfläche 30 der Nadel 28 die umgebende Düsenwandung. Entsprechend
ist an dem Spritzling der Anspritzbereich in das Innere des Spritzlings versetzt ausgebildet.
Die Versetzung in das Innere kann beispielsweise bei einem Nadeldurchmesser von 1,5
mm insgesamt 0,3 mm betragen. Hierbei kann die Nadelspitze auch im Einzelnen zunächst
zylindrisch und dann mit einer balligen Stirnfläche ausgebildet sein, wobei der zylindrische
Bereich beispielsweise 0,05 mm und der ballige Stirnflächenbereich weitere 0,3 mm
in das Innere des Spritzlings versetzt sein kann. Trotzdem bleibt es aber bei der
glatten, auch ziehfadenfreien Ablösung. Übliche Entformungsschrägen am Spritzling
sind berücksichtigt.
[0048] In Fig. 13 ist eine Darstellung gemäß Fig. 6 wiedergegeben, bei welcher der Anspritzpunkt
A des Spritzlings, hier des Verschlussstopfens 13, gegenüber der umgebenden Spritzlingswandung
nach außen versetzt gebildet ist. Ersichtlich ist der Nadelkopf 29 hier im Verschlusszustand
bzgl. der umgebenden Düse 25 soweit zurückgezogen, dass sich ein innerhalb der Düse
25 verbleibender zylindrischer Ansatz des Spritzlings 13 ergibt.
[0049] Bei der Ausführungsform der Fig. 14 ist der Gegenstand gemäß Fig. 11 im Zweikomponenten-Spritzverfahren
hergestellt, wobei der Anspritzpunkt 24 gegenüber der umgebenden Spritzlingswandung
nach außen versetzt geformt ist, entsprechend einer formtechnischen Gestaltung gemäß
Fig. 13. Nachfolgend zu dem hier als Dichtung 44 ausgebildeten Spritzling aus Elastomerkunststoff
ist die umgebende Kappe 44 einschließlich eines, hier als Steg 51 ausgebildeten Kappenteiles
gespritzt worden, das den Anspritzpunkt 24 überfängt. Das Merkmal, dass der Anspritzpunkt
24 des Teilbereichs des (Gesamt-) Spritzlings, bei Herstellung im Zweikomponenten-Spritzverfahren,
der aus thermoplastischem Elastomerkunststoff besteht, von dem weiteren Teilbereich
des Spritzlings aus Kunststoff zweiter Komponente überfangen ist, hat auch unabhängig
davon Bedeutung, wie der Anspritzpunkt 24 ausgebildet ist.
[0050] Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswesentlich. In die Offenbarung
der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten
Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch
zu dem Zweck, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. Für pharmazeutische Anwendungen dienender Spritzling wie Verschlussstopfen (1) für
pharmazeutische Flaschen, Schutzkappe (2) für medizinische Spritzen oder Dichtungselement
(38, 39) für pharmazeutische Behälter, wobei der Spritzling (1, 2, 38, 39, 44) zumindest
in einem Teilbereich aus einem thermoplastischen Elastomerkunststoff mit einem mineralischen
Füllstoffanteil von 30 % oder mehr besteht und dieser Teilbereich einen Heißkanal-Anspritzpunkt
aufweist, der als glattflächiger Abdruck gebildet ist.
2. Für pharmazeutische Anwendungen dienender Spritzling wie Verschlussstopfen (1) für
pharmazeutische Flaschen, Schutzkappe (2) für medizinische Spritzen oder Dichtungselement
(38, 39) für pharmazeutische Behälter, wobei der Spritzling (1, 2, 38, 39, 44) in
einem Teilbereich aus einem thermoplastischen Elastomerkunststoff mit einem mineralischen
Füllstoffanteil von 30 % oder mehr besteht und dieser Teilbereich einen Anspritzpunkt
aufweist, der von einem zweiten Teil des Spritzlings, bestehend aus einem anderen
Kunststoff, überspritzt ist.
3. Spritzling nach Anspruch 2 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Anspritzpunkt des aus dem elastischen Elastomerkunststoff gebildeten Teilbereich
als Heißkanal-Anspritzpunkt gebildet ist.
4. Spritzling nach Anspruch 3 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Heißkanal-Anspritzpunkt als glattflächiger Abdruck gebildet ist.
5. Spritzling nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Spritzling insgesamt aus dem Elastomerkunststoff besteht.
6. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Heißkanal-Anspritzpunkt ohne Versetzung nach außen in die umgebende Spritzlingswandung
übergeht.
7. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass ein bzgl. der umgebenden Spritzlingswandung nach außen versetzter Heißkanal-Anspritzpunkt
von einem Kunststoffteil überfangen ist.
8. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dass der glattflächige Abdruck des Heißkanal -Anspritzpunktes ebenengleich
in die ihn umgebende Spritzlingswandung übergeht.
9. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Spritzling überwiegend dickwandig ausgebildet ist.
10. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle des Verschlussstopfens (1) eine Stopfendecke (13) und ein Stopfenkragen
(14) ausgebildet ist und dass eine zentrale Heißkanal-Anspritzung (A) im Bereich der
Stopfendecke (13) gegeben ist.
11. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle des Verschlussstopfens die Stopfendecke (13) einen zentralen Bereich (12)
geringerer Wandstärke (x) und einen Randbereich (15) größerer Wandstärke (y) aufweist.
12. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausbildung als Schutzkappe (2) für medizinische Spritzen gegeben ist und dass
die Schutzkappe (2) eine Heißkanal-Anspritzung (A) im Bereich des Kappenhutes (18)
aufweist.
13. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass der thermoplastische Elastomerkunststoff einen Anteil an Weichmachern enthält.
14. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, gekennzeichnet durch eine Ausbildung als Dichtungselement für eine pharmazeutische Flasche, wobei eine
zentrale Heißkanal-Anspritzung (A) in einer Außenfläche vorgesehen ist.
15. Spritzling nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle eines Verschlussstopfens der Stopfenkragen (14) eine größere Wandstärke
(z) aufweist als die Stopfendecke (13) in ihrem zentralen Bereich.
16. Im Kunststoff-Spritzverfahren hergestellte Schutzkappe (2) für medizinische Spritzen,
mit massivem Kappenhut (18) und einem demgegenüber dünnwandigen Kappenhals (19), dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzkappe (2) aus thermoplastischem Elastomerkunststoff besteht mit einem mineralischen
Füllstoffanteil von 30 % oder mehr und dass eine Heißkanal-Anspritzung (A) im Bereich
des Kappenhuts (18) gegeben ist.
17. Schutzkappe nach Anspruch 16 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der thermoplastische Elastomerkunststoff einen Anteil an Weichmacher enthält.
18. Schutzkappe nach Anspruch 16 oder 17 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass eine zentrale Heißkanal-Anspritzung (A) im Bereich der Kappenhut-Spitze vorgenommen
ist.
19. Verfahren zur Herstellung eines Spritzlings für eine pharmazeutische Anwendung, wie
einen Verschlussstopfen (1) für pharmazeutische Flaschen, eine Schutzkappe (2) für
medizinische Spritzen oder ein Dichtungselement (38, 39) für pharmazeutische Behältnisse,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spritzling zumindest in einem Teilbereich aus einem thermoplastischen Elastomerkunststoff
mit einem mineralischen Füllstoffanteil von 30 % oder mehr hergestellt wird und dieser
Teilbereich mit einer Heißkanal-Anspritzung ausgeführt wird, wobei der Anspritzpunkt
als glattflächiger Abdruck ausgebildet wird.
20. Verfahren zur Herstellung eines Spritzlings für eine pharmazeutische Anwendung, wie
einen Verschlussstopfen (1) für pharmazeutische Flaschen, eine Schutzkappe (2) für
medizinische Spritzen oder ein Dichtungselement (38, 39) für pharmazeutische Behältnisse,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spritzling in einem Teilbereich aus einem thermoplastischen Elastomerkunststoff
mit einem mineralischen Füllstoffanteil von 30 % oder mehr hergestellt wird und dieser
Teilbereich mit einer einem Anspritzpunkt aufweisenden Anspritzung ausgeführt wird,
welcher Anspritzpunkt mit einem einen zweiten Teilbereich des Spritzlings bildenden
anderen Kunststoff überspritzt wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Verspritzung des thermoplastischen Elastomerkunststoffs mit einer Heißkanal-Anspritzung
durchgeführt wird.
22. Verfahren nach Anspruch 21 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Anspritzpunkt der Heißkanal-Anspritzung als glattflächiger Abdruck ausgebildet
ist.
23. Verfahren nach Anspruch 19 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Spritzling insgesamt aus dem Elastomerkunststoff hergestellt wird.
24. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Heißkanalanspritzpunkt ohne Versetzung nach außen in die umgebende Spritzlingswandung
übergehend hergestellt wird.
25. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Anspritzpunkt unter Versetzung nach außen gegenüber der umgebenden Spritzlingswandung
hergestellt wird.
26. Verfahren zur Herstellung eines Verschlussstopfens (1) für pharmazeutische Flaschen
(3), wie bspw. Infusionsflaschen im Kunststoff-Spritzverfahren, mit einer Stopfendecke
(13) und einem Stopf enkragen (14), dadurch gekennzeichnet, dass ein thermoplastischer Elastomerkunststoff verwendet wird, dem ein mineralischer Füllstoffanteil
von 30 % oder mehr beigemischt ist und dass eine zentrale Heißkanal-Anspritzung (A)
im Bereich der Stopfendecke (13) des überwiegend dickwandig ausgebildeten Verschlussstopfens
(1) vorgenommen wird.
27. Verfahren nach Anspruch 26 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass der Stopfenkragen (14) mit einer größeren Wandstärke (z) ausgebildet wird als die
Stopfendecke (13) in ihren zentralen Bereich.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 oder 27 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Stopfendecke (13) mit einem zentralen Bereich geringerer Wandstärke (x) und einem
Randbereich (15) größerer Wandstärke (y) ausgebildet wird.
29. Verfahren zur Herstellung einer Schutzkappe (2) für medizinische Spritzen im Kunststoff-Spritzverfahren,
mit massivem Kappenhut (18) und einem demgegenüber dünnwandigen Kappenhals (19), dadurch gekennzeichnet, dass ein thermoplastischer Elastomerkunststoff verwendet wird, dem ein mineralischer Füllstoffanteil
von 30 % oder mehr beigemischt wird und dass eine zentrale Heißkanal-Anspritzung (A)
im Bereich des Kappenhuts (18) vorgenommen wird.
30. Verfahren nach Anspruch 29 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Heißkanal-Anspritzung (A) zentral am Kappenhut (18) vorgenommen wird.
31. Verfahren nach einem der Ansprüche 29 oder 30 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass dem thermoplastischen Elastomerkunststoff ein Anteil an Weichmacher beigegeben wird.