[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einem Verfahren zum Öffnen von Bobinen, die jeweils
aus mindestens einer gewickelten Materialbahn mit einer Vielzahl übereinander liegender
Lagen gebildet sind, wobei jede Bobine von einer geschlossenen äußeren Umhüllung umgeben
ist. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Öffnen von Bobinen,
wobei die Vorrichtung im wesentlichen aus einer Öffnungseinheit besteht.
[0002] Vorrichtungen der gattungsgemäßen Art dienen u.a. im Bereich von tabakverarbeitenden
Maschinen sowie in der Verpackungstechnik dazu, Bobinen für die weitere Verarbeitung
vorzubereiten. Üblicherweise ist jede Bobine mit einer Umhüllung versehen, die die
Bobine vollständig umschließt. Die Umhüllung hält die Bobine vor der Verarbeitung
zusammen und kann aus einem separaten Schutz- oder Hüllelement bestehen. Vorwiegend
wird die Umhüllung aber aus der obersten Lage der zur Bobine gewickelten fortlaufenden
Materialbahn selbst gebildet, wobei das freie Ende der Materialbahn durch Kleben oder
dergleichen mit der benachbarten Lage verbunden ist. Die üblicherweise einen Kern
aufweisenden Bobinen kommen im Bereich der tabakverarbeitenden Industrie insbesondere
für Zigarettenpapier, Filterumhüllungspapier. Belagpapier aber auch für separate Verpackungsmaterialien
aus verschiedenen Werkstoffen, wie z.B. Papier, Staniol, Kunststoff oder dergleichen
zum Einsatz.
[0003] Für die Weiterverarbeitung solcher Bobinen, insbesondere das Spleißen einer neuen
vollen Bobine an eine weitestgehend abgewickelte Bobine, das einen kontinuierlichen
Betrieb der Maschinen gewährleistet. ist es erforderlich, daß die Bobine geöffnet
wird. Das bedeutet, daß die Umhüllung beseitigt bzw. geöffnet wird. um mindestens
ein freies Ende der gewickelten Materialbahn zu erzeugen.
[0004] Es sind bereits Vorrichtungen bekannt, die Öffnungseinheiten mit Schneidwerkzeugen
aufweisen, mittels derer die Umhüllung, die die oberste Lage der Bobine darstellt,
vollständig durchtrennt wird. Dabei besteht die Gefahr, daß durch die Schneidwerkzeuge
auch darunter liegende Lagen beschädigt werden können, was zu einer erhöhten Ausschußbildung
führt. Andere bekannte Vorrichtungen weisen thermische Trennwerkzeuge auf. Gerade
im Bereich der Bobinen, die üblicherweise aus sehr dünnem Material gebildet sind,
führt dies jedoch zu unerwünschten Beschädigungen oder Verfärbungen. Bei anderen bekannten
Vorrichtungen bzw. Verfahren wird ein Trennwerkzeug zwischen die beiden obersten Lagen
geführt. Hierzu ist es jedoch erforderlich, die oberste Lage durch zusätzliche Vorrichtungen
anzuheben bzw. anzusaugen. Derartige Vorrichtungen bzw. Verfahren sind zum einen sehr
komplex und damit kostenintensiv, zum anderen besteht beim vollständigen Durchschneiden
der obersten Lage mit einem einzigen Schnitt bzw. beim Einfädeln des Trennwerkzeuges
zwischen die obersten Lagen die Gefahr, daß die unterhalb der obersten Lage befindlichen
Lagen beschädigt werden.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein einfaches und universell einsetzbares
Verfahren vorzuschlagen, mit dem Bobinen automatisiert und zuverlässig für die weitere
Verarbeitung vorbereitet werden können, ohne die unterhalb der Umhüllung befindlichen
Lagen zu beeinträchtigen. Des weiteren ist es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung
zu schaffen, die das automatisierte und zuverlässige Öffnen von Bobinen auf einfache
und schonende Weise gewährleistet.
[0006] Die Aufgabe wird zum einen durch das eingangs genannte Verfahren gelöst, das durch
folgende Schritte gekennzeichnet ist:
- Spannen der Umhüllung der Bobine, indem eine Zugkraft in Umfangsrichtung der Bobine
auf die Umhüllung aufgebracht wird, und
- Schwächen der Umhüllung, bis diese durch die Zugkraft reißt.
[0007] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich Bobinen automatisiert und zuverlässig
für die weitere Verarbeitung vorbereiten, indem die Umhüllung geöffnet wird, ohne
die unterhalb der Umhüllung befindlichen Lagen zu beeinträchtigen. Das beanspruchte
Verfahren ist universell einsetzbar. so daß Bobinen aus unterschiedlichem Material,
unterschiedlicher Größe und unabhängig von Material-, Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen
vorbereitet, nämlich geöffnet werden können. Mit diesem Verfahren lassen sich sämtliche
Varianten von Bobinen, also z.B. Bobinen mit und ohne Bobinenschloß, insbesondere
beim Betrieb in vollautomatischen Bobinenwechslern verarbeiten.
[0008] Eine bevorzugte Weiterbildung des Verfahrens sieht vor, daß das Mittel zum Schwächen
der Umhüllung und das Mittel zum Aufbringen der Zugkraft über einen Regelkreis gesteuert
und/oder geregelt werden. Dadurch ist die universelle Verwendung noch verbessert.
Des weiteren kann auf materialabhängige und verschleißbedingte Einstellungen verzichtet
werden, so daß der Bedienungsaufwand maßgeblich reduziert ist. Durch den integrierten
Regelungsprozeß paßt sich das Verfahren ohne Eingriff von außen an unterschiedliche
Randbedingungen an.
[0009] Die Aufgabe wird zum anderen mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, daß die Öffnungseinheit aus einem Mittel zum Aufbringen einer Zugkraft auf
die Umhüllung in Umfangsrichtung der Bobinen und einem Mittel zum Schwächen der Umhüllung
besteht. Dadurch ist gewährleistet, daß die Bobine bzw. die Umhüllung geöffnet wird,
ohne die darunter befindlichen Lagen zu beeinträchtigen. Das Mittel zum Schwächen
wirkt nach und nach auf die Umhüllung, und zwar solange, bis die aufgebrachte Zugkraft
ausreicht, das geschwächte Material zu reißen. Das Mittel zum Schwächen trennt die
Umhüllung also gar nicht vollständig, sondern schafft mit der Schwächung lediglich
eine Sollbruchstelle, an der die Umhüllung durch Beaufschlagung mit der Zugkraft dann
reißt. Die unterhalb der Umhüllung angeordneten Lagen sind damit sicher gegen jegliche
Art der Beeinträchtigung geschützt.
[0010] Vorteilhafterweise sind das Mittel zum Schwächen der Umhüllung und das Mittel zum
Aufbringen der Zugkraft über einen Regelkreis zur Bildung eines geschlossenen Systems
miteinander verbunden. Dadurch kann das Öffnen der Bobinen vollautomatisch erfolgen,
wobei über den Regelkreis u.a. die Dauer und Intensität der Schwächung der Umhüllung
sowie die Größe der Zugkraft. die auf die Umhüllung wirkt, steuerund/oder regelbar
sind. Der Regelkreis ermöglicht ein Öffnen der Bobinen. das unempfindlich gegenüber
Material-, Temperatur- und/oder Feuchtigkeitsschwankungen ist, da eine selbsttätige
Adaption an die unterschiedlichen Verhältnisse gegeben ist. Durch den Regelkreis ist
auch das Nachstellen bzw. Justieren der Vorrichtung insgesamt entbehrlich, da die
erfindungsgemäße Vorrichtung die Randbedingungen erfaßt und selbsttätig umsetzt.
[0011] In einer bevorzugten Weiterbildung der Vorrichtung ist das Mittel zum Schwächen der
Umhüllung ein Messer. Das Messer ist auf einfache Weise über der Bobine kraftschlüssig
hin und her bewegbar, so daß die Umhüllung nach und nach an einer definierten Position
kontrolliert zerstört wird.
[0012] In einer anderen vorteilhaften Weiterbildung ist das Mittel zum Schwächen der Umhüllung
ein thermisches Element zur Wärmeerzeugung, nämlich z.B. eine Lasereinheit. Durch
das thermische Element zum Schwächen der Umhüllung lassen sich besonders präzise auch
dünnste Materialien schwächen. Durch die berührungslose und verschleißfreie Funktionsweise
der Lasereinheit werden die unterhalb der Umhüllung befindlichen Lagen in besonderer
Weise geschont. Eine besonders einfache und daher ebenfalls bevorzugte Ausführung
sieht als thermisches Element einen Heizdraht vor, der auf die Umhüllung gedrückt
wird und somit die Schwächung herbeiführt.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform ist das Mittel zum Aufbringen der Zugkraft eine
Andrückrolle, die rotierend antreibbar ist. Die Andrückrolle ist besonders geeignet,
eine Zugkraft auf die Umhüllung in Umfangsrichtung der Bobine aufzubringen, die einerseits
groß genug ist, die geschwächte Umhüllung zu zerreißen, die andererseits jedoch nicht
ausreicht, die Andrückrolle in Drehung zu versetzen, bevor die Umhüllung getrennt
wurde. Mittels der Andrückrolle läßt sich im weiteren besonders einfach feststellen.
wann die Umhüllung gerissen ist. da die rotierend angetriebene Andrückrolle solange
ruht, wie die Umhüllung noch nicht geöffnet ist, und damit die Zugkraft auf die Umhüllung
zur Spannung der Umhüllung ausübt. Sobald aber die Umhüllung reißt. rotiert die Andrückrolle.
Der Übergang vom Ruhen zum Rotieren läßt sich besonders einfach innerhalb des Regelkreises
ermitteln. so daß dann das Mittel zum Schwächen der Umhüllung gestoppt werden kann.
[0014] Weitere bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der Figurenbeschreibung. Besonders bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sowie das Verfahren werden im folgenden anhand der beigefügten Zeichnung
beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform der Erfindung in Vorderansicht,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung von Teilen einer zweiten Ausführungsform der Erfindung
in Vorderansicht,
- Fig. 3a
- eine schematische Darstellung von Teilen einer dritten Ausführungsform der Erfindung
in Vorderansicht außer Eingriff, und
- Fig. 3b
- eine schematische Darstellung der Ausführungsform gemäß Figur 3a in Eingriff.
[0015] Die in den Figuren dargestellten Vorrichtungen dienen zum Öffnen von Bobinen, insbesondere
zum Öffnen bzw. Trennen der Umhüllung einer zu einer Bobine gewickelten fortlaufenden
Materialbahn, die an ihrem freien Ende verklebt ist. Im beschriebenen Fall ist die
Umhüllung aus einer gewickelten Lage der Materialbahn selbst gebildet. Die Erfindung
ist jedoch auch zum Öffnen von Bobinen geeignet, die eine separate Umhüllung aufweisen.
[0016] Die Vorrichtung 10 gemäß Figur 1 besteht im wesentlichen aus einem Mittel 11 zum
Schwächen der Umhüllung 12 einer Bobine 13 sowie aus einem Mittel 14 zum Aufbringen
einer Kraft in Umfangsrichtung der Bobine 13. Optional ist das Mittel 11 durch einen
Regelkreis 15 mit dem Mittel 14 verbunden. Der Regelkreis 15 weist zusätzlich zu einer
Steuerung 16 einen Antrieb 17 für das Mittel 14 sowie ein Detektionselement, z.B.
einen Sensor 18 auf. Weiterhin ist ein Hubzylinder 19 Bestandteil des Regelkreises
15. wobei der Hubzylinder 19 zur Auf- und Abbewegung des Mittels 11 dient und mit
dem Mittel 14 in Wirkverbindung steht. Sämtliche Elemente des Regelkreises 15 sind
mittels Strom-, Signal- oder anderen Leitungen miteinander verbunden.
[0017] In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform ist das Mittel 11 zum Schwächen der Umhüllung
12 als Kreismesser 20 ausgebildet. Das Kreismesser 20 ist frei drehbar an einem Halteelement
21 angeordnet. Das Halteelement 21 ist in Axialrichtung der Bobine 13 bewegbar, derart,
daß das Kreismesser 20 über der Bobine 13 hin und her bewegbar ist. Mittels des Hubzylinders
19 ist das Kreismesser 21 zum anderen quer zur Axialrichtung der Bobine 13, also senkrecht
in Richtung der Oberfläche der Bobine 13 und von dieser weg bewegbar. Es ist alternativ
auch vorstellbar, daß das Halteelement 21 bzw. das Kreismesser 20 frei im Raum bewegbar
ausgebildet ist, um die verschiedensten Bearbeitungspositionen einzunehmen. Das Kreismesser
20 aber auch jedes andere Messer oder jede andere Klinge könnte in einer weiteren
Ausführung auch feststehend sein, so daß die Schwächung der Umhüllung 12 dann durch
eine Relativbewegung der Bobine 13 gegenüber dem Kreismesser 20 erreicht wird. Zusammen
mit der Bobine 13 könnte dann vorzugsweise auch das Mittel 14 mit bewegt werden, um
eine Relativbewegung zwischen Bobine 13 und Mittel 14 zu vermeiden. Anstatt des Kreismessers
20 könnten auch Elemente zum Prägen vorgesehen sein, die durch Druck senkrecht zur
Oberfläche der Bobine 13 eine Schwächung durch Materialreduzierung und/oder Perforation
erzeugen.
[0018] Das Mittel 14 zum Aufbringen der Kraft auf die Umhüllung 12 in Umfangsrichtung der
Bobine 13 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel als Andrückrolle 22 ausgebildet. In
weiteren nicht gezeigten Ausführungen kann das Mittel 14 jedoch auch als Schuh, Platte
oder dergleichen ausgebildet sein. Wichtig ist, daß mit dem Mittel 14 eine Kraftkomponente
als Zugkraft in Umfangsrichtung der Bobine 13 auf die Umhüllung 12 übertragen werden
kann. Das Mittel 14 ist weiterhin auch höhenverstellbar ausgebildet, so daß eine Anpassung
an unterschiedliche Bobinendurchmesser oder dergleichen möglich ist. Vorzugsweise
ist das Mittel 14 federbelastet, um einen permanenten Kontakt zur Bobine 13 bzw. zur
Umhüllung 12 zu gewährleisten.
[0019] Die Andrückrolle 22 ist durch den Antrieb 17 rotierend antreibbar und liegt im Betriebszustand
an der Bobine 13 bzw. der Umhüllung 12 an. Durch die rotierend angetriebene Andrückrolle
22 wird eine Zugkraft auf die Umhüllung 12 aufgebracht, deren Hauptkomponente durch
den Rotationsantrieb in Umfangsrichtung der Umhüllung 12 wirkt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
ist die Andrückrolle 22 mit einer Rotationsrichtung gegen den Uhrzeigersinn angetrieben.
Für den Fall, daß die Andrückrolle 22 auf der entgegengesetzten Seite des Kreismessers
20 angeordnet ist, erfolgt der Antrieb der Andrückrolle 22 im Uhrzeigersinn.
[0020] Die Kraft ist allerdings so definiert, daß sie in der Regel nicht ausreicht, um die
Umhüllung 12 in unbeschädigtem bzw. ungeschwächtem Zustand zu trennen. Vielmehr dient
die Zugkraft zunächst zum Spannen der Umhüllung 12, und zwar insbesondere im Bereich
zwischen dem Kreismesser 20 und der Andrückrolle 22. In einer nicht dargestellten
Ausführungsform können auch mehrere Mittel 14 zum Aufbringen einer Kraft vorgesehen
sein. Bevorzugt sind in einem solchen Fall zu beiden Seiten des Mittels 11 zum Schwächen
der Umhüllung 12 Andrückrollen 22 angeordnet, die dann gegenläufig angetrieben sind,
so daß der Bereich zwischen den Andrückrollen 22 gespannt ist, insbesondere dann,
wenn das Mittel 11 eine berührungslose Funktionsweise hat. Die Zugkraft ist allerdings
ausreichend, die geschwächte Umhüllung 12 zu trennen bzw. zu zerreißen, und zwar bevor
die Umhüllung 12 vom Kreismesser 20 vollständig getrennt wurde. Die Kraft ist in Abhängigkeit
der zu öffnenden Materialien einstellbar, beispielsweise indem die Leistungszufuhr
vom Antrieb 17 gesteuert und/oder geregelt wird.
[0021] Durch den Sensor 18, der im gezeigten Ausführungsbeispiel als Element zur Lageerkennung
der Andrückrolle 22 ausgebildet ist, kann insbesondere festgestellt werden, ob die
Andrückrolle 22 rotiert oder still steht. Der Sensor 18 ist hierzu im Bereich des
Antriebes 17 oder der Andrückrolle 22 angeordnet. Als Sensor 18 kommen alle üblichen
Mittel zur Lageerkennung in Frage. Der Sensor 18 meldet über die Steuerung 16 an das
Mittel 11 zum Schwächen der Umhüllung 12, daß es den Schwächungsvorgang beenden kann.
[0022] Die einzelnen Komponenten des Regelkreises 15 bilden zusammen mit dem Mittel 11 und
dem Mittel 14 quasi ein geschlossenes System, mit dem Bobinen 13 zur weiteren Verarbeitung
automatisiert vorbereitet werden können. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist im übrigen
universell einsetzbar, und zwar nicht nur im Bereich der tabakverarbeitenden Industrie
und der Verpackungstechnik, sondern in sämtlichen vorstellbaren Fällen, in denen eine
obere Lage von bahnförmigem oder flächigem Material geöffnet werden muß, ohne die
darunter befindlichen Lagen in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen.
[0023] Anstatt des Kreismessers 20 können auch thermische Trennmittel vorgesehen sein. In
Figur 2 ist eine Lasereinheit 23 gezeigt. Die Lasereinheit 23 besteht im wesentlichen
aus der Laserquelle 24 sowie einer Linse 25 zum Fokussieren des Laserstrahls 26. Der
Abstand zwischen der Laserquelle 24 und der Oberfläche der Bobine 13, nämlich der
Umhüllung 12, ist einstellbar. Auch ist die Position der Linse 25 variabel. Es können
auch andere Linsen oder Linsenkombinationen verwendet werden. Die Erfindung beschränkt
sich auch nicht auf den Einsatz von Laser als thermisches Trennmittel. Andere Strahlungen
oder Anordnungen zur Erzeugung von Wärme sind ebenfalls geeignet.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Mittel 11 zum Schwächen der
Umhüllung 12 als Heizdraht 27 ausgebildet. Der Heizdraht 27 ist im Bereich einer Isolations-
bzw. Autlageplatte 28 angeordnet. Die Dicke bzw. der Durchmesser des Heizdrahtes 27
entspricht üblicherweise maximal der Materialstärke der Umhüllung 12, ist vorzugsweise
jedoch geringfügig kleiner ausgebildet. Der Heizdraht 27 ist über die Auflageplatte
28 mindestens in vertikaler Richtung zur Umhüllung 12, also senkrecht zur Axialrichtung
der Bobine 13 bewegbar. Die Auflageplatte 28 dient gleichzeitig als Anschlag, so daß
die Zustellung des Heizdrahtes 27 in Richtung der Bobine 13 durch die Anlage der Auflageplatte
28 an der Umhüllung 12 begrenzt ist. Die Heizleistung des beispielsweise als elektrischer
Glühdraht ausgebildeten Heizdrahtes 27 ist einstellbar.
[0025] Grundsätzlich sind die in den Figuren 2 und 3 beschriebenen Ausführungsformen in
vergleichbarer Weise wie die mechanischen Mittel zum Schwächen der Umhüllung 12 in
den Regelkreis 15 eingebunden. Das bedeutet. daß sämtliche zu Figur 1 beschriebenen
Ausführungsformen und Abwandlungen in gleicher Weise für die in den Figuren 2 und
3 gezeigten Ausführungsformen gelten, so daß zur Vermeidung von Wiederholungen hinsichtlich
der Beschreibung auf die in Figur 1 beschriebenen Ausführungsformen hingewiesen wird.
Sämtliche beschriebenen Vorrichtungen können als Einzeleinrichtungen aber auch als
(integraler) Bestandteil von Maschinen, beispielsweise von Handhabungsvorrichtungen
oder Bobinenwechslern, eingesetzt werden.
[0026] Das Verfahren zum Öffnen der Bobine 13, nämlich zum Öffnen bzw. Trennen der Umhüllung
12, läuft beispielsweise wie folgt ab:
An der Oberfläche der Bobine 13 liegt das Mittel 14, nämlich die Andrückrolle 22 an
der Umhüllung 12 an. Mittels des Antriebs 17 wird die Andrückrolle 22 rotierend angetrieben.
Durch das Moment wirkt eine Zugkraft auf die äußerste Lage der Bobine 13, also die
Umhüllung 12, die mindestens eine Komponente in der Umfangsrichtung des bahnförmigen
Materials aufweist. Die Zugkraft ist jedoch durch Einstellung der Leistungszufuhr
an den Antrieb 17 derart definiert, daß die anliegende Andrückrolle 22 - solange die
Umhüllung 12 geschlossen ist - nicht dreht sondern lediglich die Oberfläche der Bobine
13, insbesondere also die Umhüllung 12 als oberste Lage spannt. Das benachbart zur
Andrückrolle 22 angeordnete Mittel 11 zum Schwächen der Umhüllung wird ebenfalls nahe
der Krafteinleitungszone auf die Oberfläche der Bobine 13 abgesenkt und quer zur Materialbahn,
also in Axialrichtung der Bobine 13 bewegt bzw. mit einer Kraft in Richtung der Bobine
13 gedrückt. Indem das Mittel über die Bobine 13 bzw. Umhüllung 12 unter Anlage an
dieser hin und her bewegt bzw. auf die Bobine gedrückt wird. führt dies zu einer Schwächung
des Materials durch Ritzen, Schneiden, Prägen oder dergleichen. Gleichzeitig wirkt
die aufgebrachte Zugkraft auf die geschwächte Sollbruchstelle. Ab einer bestimmten
Schwächung, die üblicherweise erreicht ist, bevor die Umhüllung 12 vollständig durch
das Mittel 11 getrennt ist, reißt die Zugkraft die Umhüllung 12 im Bereich der Sollbruchstelle
auseinander und öffnet damit die Bobine 13. Im gleichen Moment, also unmittelbar mit
Aufhebung der Spannung dreht sich die angetriebene Andrückrolle 22. Diese Drehung
wird über den Sensor 18 detektiert und an die Steuerung 16 weitergeleitet. Mittels
der Steuerung 16 erhält das Mittel 11 dann ein Signal zum Stoppen bzw. zur Aufwärtsbewegung.
Der Hubzylinder 19 wird automatisch betätigt und bringt das Mittel 11 außer Eingriff.
Mit dem Öffnen der Bobine 13 ist diese für die Weiterverarbeitung vorbereitet und
kann beispielsweise mit einem freien Ende an eine alte abgewickelte Bobine 13 gespleißt
werden.
[0027] Beim Einsatz thermischer Trennmittel ist das Prinzip mit dem oben beschriebenen vergleichbar.
Mit dem Heizdraht 27 wird die Bobine 13 thermisch bearbeitet, und zwar durch Aufbringen
einer Kraft F auf die Auflageplatte 28, bis eine Schwächung des Materials erreicht
ist, bei der die Umhüllung 12 durch die Zugkraft reißt. Die Dicke bzw. der Durchmesser
des Heizdrahtes 27 kann geringer gewählt sein als die Dicke einer Lage des aufgewickelten
Materials, so daß sichergestellt ist, das die zweite und alle weiteren Lagen nicht
durch den Heizdraht 27 in Mitleidenschaft gezogen werden. Beim Öffnen der Bobine 13
mittels der Lasereinheit 23 wird der Laserstrahl 26 derart fokussiert, daß die Umhüllung
12 geschwächt wird, indem sie lediglich angeritzt wird. Diese Schwächung durch berührungsloses
thermisches Bearbeiten führt wiederum dazu, daß die Umhüllung 12 durch die Zugkraft
reißt. Mittels Abstandseinstellung der Lasereinheit 23 einerseits oder Einstellung
der Linse 25 andererseits kann die Schnittiefe sehr präzise bestimmt werden. Selbstverständlich
sind auch andere übliche Trennverfahren zur Erzeugung einer Sollbruchstelle einsetzbar.
Es kommt lediglich darauf an, daß die oberste Lage in irgendeiner Form geschwächt
wird, damit die Zugkraft die Umhüllung definiert aufreißen kann.
[0028] Das Schwächen erfolgt üblicherweise über die gesamte Breite der Bobine 13. Es ist
aber auch möglich, lediglich einzelne Segmente der Umhüllung 12 zu schwächen. Durch
Einstellbarkeit der Intensität und Dauer der Mittel 11 zum Schwächen der Umhüllung
12 ist es selbstverständlich auch möglich, die Umhüllung 12 nicht nur zu schwächen
und damit eine Sollbruchstelle zu schaffen, sondern die Umhüllung 12 -wenn dies erforderlich
sein sollte - auch vollständig zu trennen, so daß nur eine äußerst geringe Kraft in
Umfangsrichtung erforderlich ist, um die beiden freien Enden auseinander zu ziehen.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 10
- Vorrichtung
- 11
- Mittel zum Schwächen der Umhüllung
- 12
- Umhüllung
- 13
- Bobine
- 14
- Mittel zum Aufbringen einer Zugkraft
- 15
- Regelkreis
- 16
- Steuerung
- 17
- Antrieb
- 18
- Sensor
- 19
- Hubzylinder
- 20
- Kreismesser
- 21
- Haltelement
- 22
- Andrückrolle
- 23
- Lasereinheit
- 24
- Laserquelle
- 25
- Linse
- 26
- Laserstrahl
- 27
- Heizdraht
- 28
- Auflageplatte
1. Verfahren zum Öffnen von Bobinen (13), die jeweils aus mindestens einer gewickelten
Materialbahn mit einer Vielzahl übereinander liegender Lagen gebildet sind, wobei
jede Bobine (13) von einer geschlossenen äußeren Umhüllung (12) umgeben ist,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Spannen der Umhüllung (12) der Bobine (13), indem eine Zugkraft in Umfangsrichtung
der Bobine (13) auf die Umhüllung (12) aufgebracht wird, und
- Schwächen der Umhüllung (12), bis diese durch die Zugkraft reißt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwächen der Umhüllung (12) durch Materialreduzierung im Bereich der Krafteinleitungszone
der Zugkraft zur Bildung einer Sollbruchstelle mit einem Mittel (11) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugkraft durch ein an der Umhüllung (12) anliegendes Mittel (14) erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) und das Mittel (14) zum Aufbringen
der Zugkraft in Intensität und Dauer über einen Regelkreis ( 15) gesteuert und/oder
geregelt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Sensor (18) das Reißen der Umhüllung (12) erkennt und das Mittel (11) zum Schwächen
der Umhüllung (12) stoppt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwächen der Umhüllung (12) mechanisch und/oder thermisch erfolgt.
7. Vorrichtung zum Öffnen von Bobinen (13), die jeweils aus mindestens einer gewickelten
Materialbahn mit einer Vielzahl übereinander liegender Lagen gebildet sind, wobei
jede Bobine (13) von einer geschlossenen äußeren Umhüllung (12) umgeben ist, im wesentlichen
bestehend aus einer Öffnungseinheit, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungseinheit aus einem Mittel (14) zum Aufbringen einer Zugkraft auf die Umhüllung
(12) in Umfangsrichtung der Bobinen (13) und einem Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung
(12) besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) und das Mittel (14) zum Aufbringen
der Zugkraft über einen Regelkreis (15) zur Bildung eines geschlossenen Systems miteinander
verbunden sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8 , dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) als thermisches und/oder mechanisches
Element ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) ein Messer (20) ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) eine Lasereinheit (23) ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) ein Heizdraht (27) ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (14) zum Aufbringen der Zugkraft eine Andrückrolle (22) ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Andrückrolle (22) rotierend antreibbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14. dadurch gekennzeichnet, daß die Andrückrolle (22) senkrecht zur Axialrichtung der Bobinen (13) bewegbar ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) in Axialrichtung der Bobinen (13)
und senkrecht zu dieser bewegbar ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (11) zum Schwächen der Umhüllung (12) mit einem Hubzylinder ( 19) verbunden
ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Regelkreis (15) eine Steuerung (16), einen Antrieb ( 17) sowie einen Sensor (
18) aufweist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung (16) mit dem Hubzylinder (19), mit dem Antrieb (17) und mit dem Sensor
(18) verbunden ist.