[0001] Die Erfindung betrifft eine Fanghakeneinrichtung für eine Fronthaube eines Kraftfahrzeugs,
mit den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Eine derartige Fanghakeneinrichtung ist in der DE 100 19 587 A1 beispielsweise an
einer klappbaren Fronthaube eines Kraftfahrzeugs vorgesehen und weist einen Fanghaken
auf, der bei geschlossener oder in einer Spaltöffnungslage befindlicher Fronthaube
von einem Arretierteil in einer Fanglage festgehalten ist, wodurch sich die Fronthaube
nicht vollständig öffnen lässt. Wird der Fanghaken über einen in der Spaltöffnungslage
schwenkbaren Entriegelungshebel manuell entriegelt, kann die Fronthaube über die Spaltöffnungslage
hinaus geöffnet werden. Der Beschreibung ist entnehmbar, dass durch eine schräge Ausbildung
der Unterkannte des Fanghakens erreicht werden soll, dass sich beim Schließen der
geöffneten Fronthaube der Fanghaken im Zusammenwirken mit dem Schließbügel selbsttätig
von dem Schließbügel weg verlagern soll, um dann durch Federkraft ein selbsttätiges
Hintergreifen des Schließbügels durch den Fanghaken zu ermöglichen. Dies dürfte jedoch
nicht möglich sein, da nach dem Entriegeln und Öffnen der Fronthaube der Entriegelungshebel
losgelassen wird und sich dann der Fanghaken durch Federkraft in seine der Fanglage
entsprechende Ausgangslage verstellt, in der ein selbsttätiges Verriegeln des Fanghakens
erfolgt. Bei einem Versuch, die geöffnete Fronthaube zu schließen, dürfte der verriegelte
Fanghaken mit seiner Anlaufschräge an dem Schließbügel zur Anlage kommen bzw. bei
einem schwungvollen Schließen der Fronthaube hart anschlagen, wodurch der Schließbügel
und/oder der Fanghaken bzw. damit verbundene Bauteile beschädigt werden können. Ein
Schließen der Motorhaube dürfte erst dann möglich sein, wenn der Entriegelungshebel
nochmals betätigt und dann die Frontklappe geschlossen wird.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Fanghakeneinrichtung mit den Merkmalen
im Oberbegriff des Patentanspruches 1 anzugeben, die beim Schließen der geöffneten
Fronthaube einerseits den in der Öffnungslage der Fronthaube arretierten Fanghaken
selbsttätig entriegelt und andererseits ein selbsttätiges Hintergreifen des Schließbügels
oder dergleichen durch den Fanghaken ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe ist durch die Merkmale im Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind den Unteransprüchen entnehmbar.
[0005] Mit der Verwendung des schwenkbaren Steuerhebels, der beim Schließen der geöffneten
Fronthaube an dem Schließbügel oder an einem anderen Anlageteil zur Anlage kommt und
damit zusammenwirkend in eine die Sperreinrichtung des Fanghakens entriegelnde Entriegelungslage
verschwenkt, kann beim weiteren Schließen der Fronthaube durch ein Zusammenwirken
einer Anlaufschräge oder dergleichen am Fanghaken mit dem Schließbügel der federbelastete
Fanghaken den Schließbügel selbsttätig hintergreifen. Um dies zu ermöglichen, ist
der Steuerhebel nach seinem Verschwenken in die Entriegelungslage noch so lange in
der Entriegelungslage festzuhalten, bis nachfolgend der Fanghaken den Schließbügel
erreicht und hintergriffen hat. Dies kann in einfacher Weise dadurch erfolgen, dass
an dem Steuerhebel eine entsprechende, mit dem Schließbügel oder dem anderen Anlageteil
zusammenwirkende Steuerfläche ausgebildet ist.
[0006] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel mit zwei um eine gemeinsame Schwenkachse schwenkbaren
Fanghaken bei über die Spaltöffnungslage angehobener Fronthaube und in Sperrlage befindlicher
Sperreinrichtung,
- Fig. 2
- die Figur 1 entsprechenden Fanghaken in einer Ansicht bei geschlossener Fronthaube,
ohne den Entriegelungshebel,
- Fig. 3
- eine Figur 2 entsprechende Ansicht ohne Steuerhebel, ohne Führungshebel und ohne Schließbügel,
- Fig. 4
- eine Figur 1 entsprechende Ansicht bei manuell betätigtem Entriegelungshebel und dadurch
in die Entriegelungslage geschwenktem Steuerhebel,
- Fig. 5
- ein zweites Ausführungsbeispiel in einer Figur 1 entsprechenden Ansicht, mit zwei
um separate Achsen schwenkbaren Fanghaken, von denen ein Fanghaken von einer Sperrklinke
verriegelbar ist,
- Fig. 6
- das in Figur 5 dargestellte Ausführungsbeispiel in Sperrlage des Steuerhebels, ohne
den Entriegelungshebel,
- Fig. 7
- eine Figur 6 entsprechende Ansicht ohne den Steuerhebel und
- Fig. 8
- eine Figur 5 entsprechende Ansicht bei durch manuelle Betätigung des Entriegelungshebels
in die Entriegelungslage geschwenktem Steuerhebel.
[0007] Die in Figur 1 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel in einer Vorderansicht auf
ein Kraftfahrzeug dargestellte Fanghakeneinrichtung ist an der nicht dargestellten
Fronthaube eines Kraftfahrzeugs vorgesehen und weist eine mit der Fronthaube beispielsweise
über Nieten verbundene Grundplatte 1 auf. An der Grundplatte 1 sind um eine gemeinsame
Schwenkachse 2 zwei Fanghaken 3, 4 mit entgegengesetzt zu den Fahrzeugseiten gerichteten
Fangnasen 5, 6 schwenkbar befestigt. Die Fanghaken 3, 4 stehen von der Schwenkachse
2 nach unten ab und hintergreifen bei geschlossener Fronthaube jeweils einen zugeordneten,
an der Karosserie des Kraftfahrzeugs befestigten Schließbügel 7, 8 oder dergleichen.
In der Figur befindet sich die nicht dargestellte und an ihrem hinteren Bereich um
eine ortsfeste oder verlagerbare reelle oder virtuelle Fahrzeugquerachse schwenkbare
Fronthaube in einer vorne über eine Spaltöffnungslage hinaus angehobenen Schwenklage.
Die beiden Fanghaken 3, 4 sind in die dargestellte Fanglage federbelastet. Bei geschlossener
Fronthaube sowie beim Anheben des vorderen Bereiches der Fronthaube in die Spaltöffnungslage
und bei über die Spaltöffnungslage hinaus angehobener Fronthaube sind die beiden Fanghaken
3, 4 von einer lösbaren Sperreinrichtung arretiert. Bei geschlossener oder in die
Spaltöffnungslage angehobener Fronthaube befinden sich die Fangnasen 5, 6 jeweils
unterhalb den zugeordneten Schließbügeln 7, 8 und verhindern im Zusammenwirken mit
den Schließbügeln 7, 8 in der Spaltöffnungslage ein weiteres Anheben der Fronthaube,
wobei die nicht gelöste Sperreinrichtung zusätzlich sichernd wirkt.
[0008] Wie Figur 2 zu entnehmen ist, weist ein ebenfalls um die gemeinsame Schwenkachse
2 der Fanghaken 3, 4 schwenkbarer Steuerhebel 9, der von einem Federelement in die
dargestellte, von einem Anschlag begrenzte Sperrlage belastet ist, ein winkelförmiges
Langloch 10 auf, das von einem Bolzen 11 durchsetzt ist. Der Bolzen 11 ist mit einem
um eine Achse 12 schwenkbaren Führungshebels 13 verbunden und durchgreift jeweils
ein Langloch 14, 15 in den in Richtung der Schwenkachse 2 axial versetzt angeordneten
Fanghaken 3 und 4. Das Langloch 15 im Fanghaken 4 ist lediglich in Figur 4 erkennbar.
Das winkelförmige Langloch 10 weist wie in Figur 2 erkennbar einen ersten Langlochbereich
16 auf, der zur Schwenkachse 2 des Steuerhebels 9 etwa radial und in der Figur 4 entsprechenden
Entriegelungslage des Steuerhebels 9 um die Achse 12 des Führungshebels 13 kreisbogenförmig
verläuft. An das von der Schwenkachse 2 des Steuerhebels 9 radial entfernte Ende des
ersten Langlochbereiches 16 schließt sich ein zweiter Langlochbereich 17 an, der um
die Schwenkachse 12 des Steuerhebels 9 kreisbogenförmig ausgebildet ist. Die Sperreinrichtung
befindet sich wie in Figur 2 dargestellt in ihrer Sperrlage, wenn sich der Bolzen
11 am unteren Ende des ersten Langlochbereiches 16 und seitlich im äußeren Endbereich
des zweiten Langlochbereiches 17 befindet.
[0009] Die Fanghakeneinrichtung ist in Figur 3 ohne den Führungshebel 13 und ohne den Steuerhebel
9 sowie ohne einen lediglich in den Figuren 1 und 4 angegebenen Entriegelungshebel
18 dargestellt. Der Bolzen 11 ist jeweils seitlich mit einem Schwenkhebel 19, 20 verbunden,
die um eine von dem Bolzen 11 und der Achse 12 des Führungshebels 13 entfernte Schwenkachse
21 bzw. 22 an einem Hebelarm des jeweils zugeordneten Fanghakens 3 bzw. 4 schwenkbar
befestigt sind.
[0010] Der in den Figuren 1 und 4 dargestellte Entriegelungshebel 18 ist um die Achse 12
schwenkbar an der Grundplatte 1 befestigt und in eine Figur 1 entsprechende und von
einem Anschlag begrenzte Normallage federbelastet. Bei geschlossener Fronthaube ist
diese von einem nicht dargestellten Haubenschloss verriegelt. Nach dem Entriegeln
des Haubenschlosses bewirkt wenigstens eine vorgespannte Feder ein Anheben der Fronthaube
in die Spaltöffnungslage, in der die in Fanglage befindlichen und von der Sperreinrichtung
arretierten Fanghaken 3, 4 im Zusammenwirken mit den zugeordneten Schließbügeln 7,
8 ein weiteres Anheben der Fronthaube verhindern. In der Spaltöffnungslage kann der
Entriegelungshebel 18 manuell ergriffen und im Gegenuhrzeigersinn um die Achse 12
in eine Fanghaken-Entriegelungslage verschwenkt werden. Dabei kommt zunächst ein Mitnehmerarm
23 des Entriegelungshebels 18 an einer Stützschulter 24 des Steuerhebels 9 zur Anlage
und verschwenkt den Steuerhebel 9 in seine Entriegelungslage, in der sich der Bolzen
11 am unteren Ende des ersten Langlochbereiches 16 und am inneren Ende des zweiten
Langlochbereiches 17 befindet. Etwa in dieser Entriegelungslage des Bolzens 11 kommt
ein zweiter Mitnehmerarm 25 an der Unterseite 26 des Führungshebels 13 zur Anlage
und verschwenkt diesen nachfolgend nach oben, wobei die beiden Schwenkhebel 19, 20
in eine zueinander etwa gestreckte Lage verschwenken. Die Langlöcher 14, 15 in den
Fanghaken 3, 4 sind so etwas zueinander geneigt, dass sich bei dieser Verstellbewegung
des Zapfens 11 und der Schwenkhebel 19, 20 die beiden Fanghaken 3, 4 in die in Figur
4 dargestellte Lage von den Schließbügeln 7, 8 weg in den Zwischenraum zwischen den
Schließbügeln 7, 8 in die Entriegelungslage verstellen. Die Fronthaube kann in dieser
Entriegelungslage der Fanghaken 3, 4 und des Steuerhebels 9 nach oben über die Spaltöffnungslage
hinaus geöffnet werden, wobei nach dem Loslassen des Entriegelungshebels 18 eine durch
die Federkraft selbsttätige Rückverlagerung der Teile in die Figur 1 entsprechende
Ausgangslage erfolgt, in der sich die Fanghaken 3, 4 in ihrer von der Sperreinrichtung
arretierten Fanglage befinden.
[0011] Beim Schließen der über die Spaltöffnungslage hinaus geöffneten Fronthaube kommt
zunächst eine Steuerkontur 27 an dem Schließbügel 8 zur Anlage und wird von diesem
in die Figur 4 entsprechende Entriegelungslage geschwenkt. Die Steuerkontur 27 am
Steuerhebel 9 verläuft über einen solchen Bereich, dass der Steuerhebel 9 so lange
in seiner Entriegelungslage verbleibt, bis beim weiteren Schließen der Fronthaube
jeweils eine an den Fanghaken 3, 4 eben oder gekrümmt ausgebildete Anlauffläche 28,
29 im Zusammenwirken mit den Schließbügeln 7, 8 die Fanghaken 3, 4 in ihre Figur 4
entsprechende Entriegelungslage von den Schließbügeln 7, 8 weg verstellt. Dies wird
von dem Bolzen 11 nicht verhindert, der sich bei in Entriegelungslage verstelltem
Steuerhebel 9 im ersten Langlochbereich 16 befindet.
[0012] Das in den Figuren 5 bis 8 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel ist ähnlich wie
das erste Ausführungsbeispiel gebildet. Zur Vermeidung einer wiederholten Beschreibung
sind zwischen den beiden Ausführungsbeispielen vergleichbare Bauteile mit gleichen
Bezugszahlen und beim zweiten Ausführungsbeispiel zusätzlich mit einem hochgestellten
Zeichen versehen.
[0013] Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel ist die Sperreinrichtung gegenüber dem ersten
Ausführungsbeispiel anders gebildet und weist eine Sperrklinke 31 auf, die um eine
Klinkenachse 30 schwenkbar ist und in der Fanglage des Fanghakens 3' durch Federkraft
vor eine Sperrschulter 32 an dem Fanghaken 3' einfällt und dadurch den Fanghaken 3'
in seiner Fanglage arretiert. Der Steuerhebel 9' ist über eine Zapfen-Langloch-Verbindung
33 begrenzt gegenüber den beiden Fanghaken 3', 4' schwenkbar. Die Zapfen-Langloch-Verbindung
33 weist eine im Steuerhebel 9' ausgebildete, um die Schwenkachse 12' des Steuerhebels
9' kreisbogenförmig verlaufende Langlochausnehmung 34 auf. Der Zapfen 35 der Zapfen-Langloch-Verbindung
33 Steg von dem Fanghaken 4' seitlich ab und durchsetzt einerseits die Langlochausnehmung
34 und andererseits ein Ausgleichslangloch 36 im anderen Fanghaken 3'. Das Ausgleichslangloch
36 verläuft etwa parallel zur ideellen Verbindungsgeraden zwischen der Schwenkachse
12' und der Klinkenachse 30. Diese Achsen 12' und 30 sind jeweils über dem mittleren
Steg des zugeordneten Schließbügels 7', 8' angeordnet und bilden die Schwenkachsen
für die Fanghaken 3', 4'. Durch diese Anordnung ist die Momentenbelastung der Fanghaken
3', 4' minimiert, wenn diese mit den Schließbügeln 7', 8' zusammenwirken. Durch den
das Ausgleichslangloch 36 durchsetzenden Zapfen 35 sind die beiden Fanghaken 3', 4'
in ihren Schwenkbewegungen gekoppelt.
[0014] Der in die Figur 5 entsprechende Normallage federbelastete Entriegelungshebel 18'
ist in der Spaltöffnungslage ergreifbar und manuell in die Figur 8 entsprechende Fanghaken-Entriegelungslage
schwenkbar. Dabei wird zunächst im Zusammenwirken eines Mitnehmerarmes 23' am Entriegelungshebel
18' mit einem Stützbolzen 37 der Sperrklinke 31 diese von der Sperrschulter 32 des
Fanghakens 3' weg geschwenkt. Danach werden beim weiteren Verschwenken des Entriegelungshebels
18' in die Fanghaken-Entriegelungslage im Zusammenwirken eines zweiten Mitnehmerarmes
25' am Entriegelungshebel 18' mit dem Zapfen 35 die beiden Fanghaken 3', 4' von den
Schließbügeln 7', 8' weg in die Figur 8 entsprechende Entriegelungslage verstellt,
wodurch sich die Fronthaube über die Spaltöffnungslage hinaus öffnen lässt.
[0015] Der Schließvorgang läuft analog zum ersten Ausführungsbeispiel ab. Bei dem zweiten
Ausführungsbeispiel weist jeder Fanghaken 3', 4' einen Stützschenkel 38, 39 und der
Steuerhebel 9' einen Stützhebel 44 auf, die jeweils in einem zur Fangnase 5', 6' des
betreffenden Fanghakens 3', 4' bzw. zur Steuerkontur 27' radial geringeren Abstand
zur jeweiligen Schwenkachse 12', 30 des betreffenden Fanghakens 3', 4' bzw. des Steuerhebels
9' ausgebildet sind. Die beiden Stützschenkel 38, 39 begrenzen seitlich eine etwa
radial zur Schwenkachse 12', 30 des betreffenden Fanghakens 3' bzw. 4' verlaufende
Vertiefung 40, 41 in den Fanghaken 3', 4'. Analog hierzu begrenzt der Stützschenkel
44 seitlich eine Vertiefung, die in der Figur 1 entsprechenden Sperrlage der Sperreinrichtung
deckungsgleich mit der Vertiefung 40 im Fanghaken 3' ist. In dieser Sperrlage ist
der Stützschenkel 38 des Fanghakens 3' deckungsgleich mit dem Stützschenkel 44 des
Steuerhebels 9' angeordnet. Der jeweils mittlere Steg der Schließbügel 7', 8' befindet
sich bei geschlossener Fronthaube in der zugeordneten Vertiefung 40, 41 und ist in
der Spaltöffnungslage der Fronthaube aus der zugeordneten Vertiefung 40, 41 heraus
vor eine jeweils seitliche Öffnung 42, 43 des betreffenden Fanghakens 3', 4' verstellt.
In der Schließlage der Fronthaube verhindern die Schließbügel 7', 8' jeweils im Zusammenwirken
mit einer Seitenwand der Vertiefungen 40, 41 ein Verschwenken der Fanghaken 3', 4'
weg von den Schließbügeln 7', 8'.
[0016] Bei den beiden Ausführungsbeispielen sind jeweils zwei weitgehend als Gleichteile
ausgebildete Fanghaken verwendet, denen ein gemeinsamer Steuerhebel zugeordnet ist.
Ebenso kann jedem Fanghaken ein separater Steuerhebel zugeordnet sein, die unterschiedlich
ausgebildet sein können. Bei einer einfachen Ausführung ist lediglich ein Fanghaken
vorgesehen, dem ein Steuerhebel zugeordnet ist. Beispielsweise in diesem Fall kann
an dem den Fanghaken schwenkbar abstützenden Teil, an der Fronthaube oder Karosserie
des Kraftfahrzeugs, eine Stützwand vorgesehen sein, die im Zusammenwirken mit einer
Gegenstützwand an dem anderen Teil, an der Karosserie des Kraftfahrzeugs oder der
Fronthaube, ein unfallbedingtes seitliches Verschieben der Fronthaube verhindert.
Die Stützwand bzw. Gegenstützwand kann durch den Schließbügel gebildet sein. Die Sperreinrichtung
kann von den Ausführungsbeispielen abweichend gebildet und von einem Steuerhebel direkt
oder über dazwischen angeordnete Teile lösbar sein. Die bei dem ersten Ausführungsbeispiel
verwendeten Schwenkhebel 19, 20 können entfallen. Sollte sich das nicht näher angegebene
Haubenschloss an der Fronthaube während der Fahrt unbeabsichtigt lösen und dadurch
die Fronthaube in ihre Spaltöffnungslage verstellt werden, ist die Fronthaube auch
dann zuverlässig in der Spaltöffnungslage festgehalten, wenn ein größerer Spalt zwischen
der Fronthaube und der Karosserie des Kraftfahrzeugs gebildet ist und dadurch eine
größere Luftkraft an der Fronthaube in ihre Öffnungsrichtung wirkt. Eine größere Spaltsbildung
in der Spaltöffnungslage kann beispielsweise vorgesehen sein, um bei Verwendung einer
Sicherungseinrichtung, die eine bevorstehende Kollision mit einem Fußgänger erfasst
und in diesem Fall das Haubenschloss löst, die Fronthaube in eine höhere Höhenlage
verstellen zu können, in der die elastisch abgestützte Fronthaube einen Aufprall des
Fußgängers über einen größeren Federweg dämpfen kann.
1. Fanghakeneinrichtung für eine Fronthaube eines Kraftfahrzeugs, mit einem in eine Fanglage
federbelasteten Fanghaken, der nach dem Entriegeln eines Haubenschlosses und durch
Federkraft bewirkten Anheben der Fronthaube in eine Spaltöffnungslage mit einem Schließbügel
oder dergleichen zusammenwirkend ein weiteres Anheben der Fronthaube verhindert und
der in seiner Fanglage von einer lösbaren Sperreinrichtung arretiert und in der Spaltöffnungslage
manuell von dem Schließbügel weg verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperreinrichtung einen schwenkbaren Steuerhebel (9, 9') aufweist, der in eine
Sperrlage federbelastet ist, in der die Sperreinrichtung den Fanghaken (3, 4, 3',
4') arretiert, und beim Schließen der über die Spaltöffnungslage angehobenen Fronthaube
der Steuerhebel (9, 9') mit dem Schließbügel (7, 8, 7', 8') oder einem anderen Anlageteil
zusammenwirkend in eine die Sperreinrichtung lösende Entriegelungslage schwenkt und
verbleibt, bis nachfolgend der Fanghaken (3, 4, 3', 4') mit dem Schließbügel (7, 8,
7', 8') zusammenwirkend von diesem entgegen der Federbelastung weg schwenkt, und der
federbelastete Fanghaken (3, 4, 3', 4') nach dem Erreichen der Spaltöffnungslage den
Schließbügel (7, 8, 7', 8') hintergreift und der Steuerhebel (9, 9') eine Schwenkbewegung
in seine Sperrlage ausführt.
2. Fanghakeneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerhebel (9, 9') eine Steuerkontur (27, 27') und der Fanghaken (3, 4, 3',
4') eine ebene oder gekrümmte Anlauffläche (28, 29, 28', 29') aufweisen, die jeweils
zumindest bereichsweise zur Verstellbewegung der Fronthaube geneigt ausgebildet sind
und der Steuerhebel (9, 9') bzw. der Fanghaken (3, 4, 3', 4') über die Steuerkontur
(27, 27') bzw. die Anlauffläche (28, 29, 28', 29') mit dem Schließbügel (7, 8, 7',
8') bzw. dem Anlageteil zusammenwirken.
3. Fanghakeneinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperreinrichtung ein winkelförmiges Langloch (10) im Steuerhebel (9) aufweist,
das von einem Bolzen (11) durchsetzt ist, der ein Langloch (14, 15) im Fanghaken (3,
4) durchgreift und mit einem um eine Achse (12) schwenkbaren Führungshebel (13) verbunden
ist.
4. Fanghakeneinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das winkelförmige Langloch (10) einen ersten Langlochbereich (16) aufweist, der zur
Schwenkachse (2) des Steuerhebels (9) etwa radial und bei in Entriegelungslage befindlichem
Steuerhebel (9) um die Achse (12) des Führungshebels (13) kreisbogenförmig verläuft,
und der erste Langlochbereich (16) an dem von der Schwenkachse (2) des Steuerhebels
(9) radial entfernten Bereich in einen zweiten Langlochbereich (17) übergeht, der
um die Schwenkachse (2) des Steuerhebels kreisbogenförmig ausgebildet ist.
5. Fanghakeneinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Bolzen (11) bei in Sperrlage befindlichem Steuerhebel (9) im äußeren Endbereich
des zweiten Langlochbereiches (17) und bei in Entriegelungslage befindlichem Steuerhebel
(9) im ersten Langlochbereich (16) befindet.
6. Fanghakeneinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (11) an einem Schwenkhebel (19, 20) befestigt ist, der um eine von dem
Bolzen (11) und der Achse (12) des Führungshebels (13) entfernte Schwenkachse (21,
22) an dem Fanghaken (3, 4) schwenkbar befestigt ist.
7. Fanghakeneinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein in eine Normallage federbelasteter Entriegelungshebel (18) in der Spaltöffnungslage
manuell in eine Fanghaken-Entriegelungslage schwenkbar ist und dabei zunächst den
Steuerhebel (9) in seine Entriegelungslage schwenkt, danach den Führungshebel (13)
verschwenkt und dabei den mit dem Führungshebel (13) verbundenen Bolzen (11) im zweiten
Langlochbereich (17) des Langloches (10) verstellt, wodurch sich der Fanghaken (3,
4) von dem Schließbolzen (7, 8) entfernt.
8. Fanghakeneinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperreinrichtung eine schwenkbare Sperrklinke (31) aufweist, die in der Fanglage
des Fanghakens (3') durch Federkraft vor eine Sperrschulter (32) an dem Fanghaken
(3') einfällt und dadurch den Fanghaken (3') in seiner Fanglage arretiert.
9. Fanghakeneinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerhebel (9') über eine Zapfen-Langloch-Verbindung (33) begrenzt gegenüber
den beiden Fanghaken (3', 4') verschwenkbar ist.
10. Fanghakeneinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zapfen-Langloch-Verbindung (33) eine im Steuerhebel (9') ausgebildete, um die
Schwenkachse (12') des Steuerhebels (12') kreisbogenförmig verlaufende Langlochausnehmung
(34) aufweist und der Zapfen (35) der Zapfen-Langloch-Verbindung (33) die Langlochausnehmung
(34) durchsetzt und entweder von dem Fanghaken (4') absteht oder ein Ausgleichslangloch
(36) im Fanghaken oder in einem zweiten Fanghaken (3') durchdringt.
11. Fanghakeneinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein in eine Normallage federbelasteter Entriegelungshebel (18') in der Spaltöffnungslage
manuell in eine Fanghaken-Entriegelungslage schwenkbar ist und dabei zunächst die
Sperrklinke (31) von der Sperrschulter (32) des Fanghakens (3') weg schwenkt und danach
den Fanghaken (3', 4') von dem Schließbügel (7', 8') weg verstellt.
12. Fanghakeneinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Fanghaken (3', 4') einen Stützschenkel (38, 39) aufweist, der in einem zur Fangnase
(5', 6') des Fanghakens (3', 4') radial geringeren Abstand zur Schwenkachse (12',
30) des Fanghakens (3', 4') ausgebildet ist und eine etwa radial zur Schwenkachse
(12', 30) verlaufende Vertiefung (40, 41) im Fanghaken (3', 4') seitlich begrenzt,
wobei sich der Steg des Schließbügels (7', 8') bei geschlossener Fronthaube in der
Vertiefung (40, 41) befindet und in der Spaltöffnungslage außerhalb der Vertiefung
(40, 41) vor einer seitlichen Öffnung (42, 43) im Fanghaken (3', 4') angeordnet ist.
13. Fanghakeneinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Fanghaken (3, 4 bzw. 3', 4') mit entgegengesetzt angeordneten Fangnasen (5,
6 bzw. 5', 6') vorgesehen sind, die in der Spaltöffnungslage mit jeweils einem Schließbügel
(7, 8 bzw. 7', 8') zusammenwirken und den beiden Fanghaken ein gemeinsamer Steuerhebel
(9 bzw. 9') zugeordnet ist.
14. Fanghakeneinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachsen (12', 30) der Fanghaken (3', 4') jeweils über dem Steg des dem
betreffenden Fanghaken (3', 4') zugeordneten Schließbügels (7', 8') angeordnet sind.