[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abgasanlage für eine Brennkraftmaschine,
insbesondere eines Kraftfahrzeugs.
[0002] Die während des Betriebs einer Brennkraftmaschine entstehenden Geräusche werden vor
allem in die Abgasanlage eingeleitet, wobei die Abgasanlage einen oder mehrere Schalldämpfer
enthält, um das mit den Abgasen mitgeführte Abgasgeräusch zu bedämpfen. Üblicherweise
werden derartige Schalldämpfer für bestimmte Frequenzen oder Frequenzbänder ausgelegt,
in denen sie ihre Häuptdämpfungswirkung zeigen, während sie bei anderen Frequenzen
keine oder nur eine relativ geringe Dämpfungswirkung entfalten können. Insbesondere
bei einem Kraftfahrzeug ist der Betrieb der Brennkraftmaschine dynamisch, so dass
bei der Brennkraftmaschine vor allem Drehzahl und Leistung stark variieren können.
Damit geht in der Regel eine Veränderung des von der Brennkraftmaschine abgestrahlten
Geräuschspektrums einher, wobei sich insbesondere die Hauptstörfrequenzen oder Hauptstörfrequenzbereiche
verschieben können. Um die Abgasgeräusche in einem relativ großen Betriebsbereich
der Brennkraftmaschine optimal bedämpfen zu können, ist daher ein relativ großer Aufwand
erforderlich.
[0003] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für eine Abgasanlage
der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, die insbesondere
die Bedämpfung von Abgasgeräuschen für einen relativ großen Betriebsbereich der Brennkraftmaschine
vereinfacht.
[0004] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0005] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, bei einer Abgasanlage, die mit
zwei separaten Abgassträngen ausgestattet ist, eine Schallübertragungseinrichtung
vorzusehen, die es ermöglicht, gezielt die Abgasgeräusche des einen Abgasstrangs in
den anderen Abgasstrang und vice versa zu übertragen oder zu sperren. Die Erfindung
nutzt dabei die Erkenntnis, dass das Abgasgeräusch der Brennkraftmaschine über einen
weiten Drehzahlbereich durch das bei der Zündfrequenz und deren ganzzahligen vielfachen
entstehende Geräusch geprägt ist. Diese dominierende Frequenz beträgt bei M Zylindern
und einem Viertakt-Motor M/2 mal der Drehzahl der Brennkraftmaschine. Die Zündfrequenz
ist außerdem wesentlich für den subjektiven Klangcharakter des Abgasgeräusches verantwortlich.
[0006] Wenn nun die Abgasanlage zweiflutig, also mit zwei separaten Abgassträngen ausgeführt
ist, sind dementsprechend für jeweils eine möglichst gleich große Gruppe von Zylindern
ein vollständiger Abgasstrang, einschließlich eigener Schalldämpferanordnung, vorgesehen.
Vereinfacht dargestellt wirkt dann eine derartige Abgasanlage bei einer Brennkraftmaschine
mit M Zylindern wie zwei völlig unabhängige Abgasanlagen für eine Brennkraftmaschine
mit K Zylindern und für eine Brennkraftmaschine mit L Zylindern, wobei gilt: K + L
= M. Folglich wird bei der Brennkraftmaschine mit M Zylindern in dieser speziellen
zweiflutigen Abgasanlage das Abgasgeräusch durch die Zündfrequenz von Brennkraftmaschinen
mit K und L Zylindern bestimmt. Beispielsweise verhält sich bei einem 6-Zylinder-Motor
das Abgasgeräusch bei einer zweiflutigen Abgasanlage wie bei einem 3-Zylinder-Motor.
Der sich dabei bildende Geräuscheindruck ist somit durch die beiden parallel wirkenden
Zylindergruppen der Brennkraftmaschine geprägt. Mit anderen Worten: Bei einem M-Zylinder-Motor
mit einflutiger Abgasanlage ist das Abgasgeräusch im wesentlichen durch die M/2-Ordnung
der Motordrehzahl geprägt, während es bei einer zweiflutigen Abgasanlage im wesentlichen
durch die K/2-Ordnung und die L/2-Ordnung der Motordrehzahl geprägt ist, wobei wieder
gilt: K + L = M.
[0007] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Schallübertragungseinrichtung ist es nun möglich,
die beiden separaten Abgasanlagen, die an sich hinsichtlich einer gegenseitigen Schallübertragung
voneinander entkoppelt sind, bedarfsabhängig hinsichtlich einer gegenseitigen Schallübertragung
zu koppeln. Durch diese Kopplung wandelt sich der Klangcharakter der einzelnen Abgasstränge,
da nun wieder die Zündfrequenz des M-Zylinder-Motors hauptsächlich das Abgasgeräusch
bestimmt, während das Geräusch der Zündfrequenzen bei den den einzelnen Abgassträngen
zugeordneten Zylindergruppen, also die Zündfrequenz des K- bzw. L-Zylinder-Motors
vergleichsweise stark zurückgeht.
[0008] Mit Hilfe der Erfindung ist es somit möglich, eine Schalldämpferanordnung, die für
einen bestimmten Drehzahlbereich ausgelegt ist, durch eine entsprechende Ansteuerung
der Schallübertragungseinrichtung nun auch für einen weiteren Drehzahlbereich mit
im wesentlichen verdoppelter Drehzahl nutzen zu können. Hierzu ist beim niedrigeren
Drehzahlbereich die Schallübertragungseinrichtung aktiv, so dass die M/2-Ordnung der
Drehzahl das Abgasgeräusch prägt. Bei größeren Drehzahlen kann dann die Schallübertragungseinrichtung
deaktiviert werden, so dass dann die K/2-Ordnung und die K/2-Ordnung das Abgasgeräusch
bestimmen. Da die Zylinderzahlen K und L jeweils halb so groß oder etwa halb so groß
sind wie die Zylinderzahl M, kann mit der erfindungsgemäßen Schallübertragungseinrichtung
bei höheren Drehzahlbereichen etwa dieselbe Klangcharakteristik wie bei der halben
Drehzahl eingestellt werden. Dementsprechend sind die für einen bestimmten Drehzahlbereich
ausgelegten Schalldämpfer doppelt bzw. in einem größeren Frequenzbereich nutzbar,
ohne dass hierzu eine bauliche Veränderung der Schalldämpfer erforderlich ist.
[0009] Dabei kann es, insbesondere im Hinblick auf erhöhte Stückzahlen, von Vorteil sein,
die erste Schalldämpferanordnung des ersten Abgasstrangs und die zweite Schalldämpferanordnung
des zweiten Abgasstrangs hinsichtlich Dämpfungswirkung und/oder Durchströmungswiderstand
gleich oder im wesentlichen gleich auszubilden. Die insoweit quasi identischen Abgasstränge
bzw. Schalldämpferanordnungen können relativ preiswert realisiert werden.
[0010] Entsprechend einer besonders vorteilhaften Ausführungsform, kann vorgesehen sein,
eine Steuereinrichtung, welche die Schallübertragungseinrichtung zwischen einem Zustand
mit minimaler Schallübertragung und einem Zustand mit maximaler Schallübertragung
umschalten kann, so auszugestalten, dass das Umschalten zwischen den genannten Extremzuständen
kontinuierlich oder mehrstufig durchführbar ist, so dass wenigstens ein Zwischenzustand
einstellbar ist. Durch diese Maßnahme kann zwischen der Prägungswirkung der einzelnen
Zylindergruppen (K/2-Ordnung und L/2-Ordnung) und der Prägungswirkung aller Zylinder
(M/2-Ordnung) mehrstufig oder kontinuierlich umgeschaltet werden, wodurch es bei einer
entsprechenden Ausgestaltung der Schalldämpferanordnungen möglich ist, den Drehzahlbereich,
in dem die Schalldämpferanordnungen die gewünschte Dämpfungswirkung erzielen können,
deutlich zu vergrößern.
[0011] Zweckmäßig kann die Schallübertragungseinrichtung zumindest ein hohles Übertragungsrohr
aufweisen, das einenends in den einen Abgasstrang einmündet und anderenends in den
anderen Abgasstrang einmündet. Durch dieses Übertragungsrohr können die sich in den
einzelnen Abgassträngen ausbreitenden Schallwellen besonders leicht und quasi ungedämpft
von dem einen zum anderen Abgasstrang und umgekehrt übertreten.
[0012] Grundsätzlich sind jedoch beliebige andere Schallübertragungseinrichtungen möglich.
[0013] Bei einer einfachen Bauweise können die beiden Abgasstränge über das Übertragungsrohr
miteinander kommunizieren, das heißt, das Übertragungsrohr ermöglicht bei aktivierter
Schallübertragungseinrichtung einen Gasaustausch zwischen den beiden Abgassträngen.
Für den Fall, das ein derartiger Gasaustausch nicht erwünscht ist, möglicherweise
bei ungerader Gesamt-Zylinderzahl, kann es vorteilhaft sein, die Schallübertragungseinrichtung
so auszugestalten, dass darüber kein Gasaustausch zwischen den Abgassträngen erfolgen
kann. Bei einem Übertragungsrohr kann dies beispielsweise durch eine durch Schall
anregbare, gasdichte Membran erreicht werden, die in das Übertragungsrohr eingebaut
ist.
[0014] Vorteilhaft erfolgt die Anbringung und Ausgestaltung der Schallübertragungseinrichtung
so, dass sie unabhängig von ihrem Schaltzustand sowohl in dem einen Abgasstrang als
auch im anderen Abgasstrang keinen oder im wesentlichen keinen Druckverlust erzeugt.
[0015] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0016] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0017] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0018] Die einzige Fig. 1 zeigt eine stark vereinfachte Prinzipdarstellung einer erfindungsgemäßen
Abgasanlage.
[0019] Entsprechend Fig. 1 ist eine Brennkraftmaschine 1, insbesondere eines Kraftfahrzeugs,
mit einer Abgasanlage 2 nach der Erfindung ausgestattet. Die Abgasanlage 2 ist mit
zwei separaten und parallel laufenden Abgassträngen, nämlich einem ersten Abgasstrang
3 und einem zweiten Abgasstrang 4, ausgestattet. Während der erste Abgasstrang 3 einer
ersten Gruppe 5 von Zylindern 6 zugeordnet ist, führt der zweite Abgasstrang 4 die
Abgase einer zweiten Zylindergruppe 7 ab. Im vorliegenden Beispiel handelt es sich
bei der Brennkraftmaschine 1 um einen 6-Zylinder-Motor, der als V-Motor ausgestaltet
ist und dementsprechend zwei Zylinderbänke 8 und 9 mit jeweils drei Zylindern 6 besitzt.
Die drei Zylinder 6 jeder Zylinderbank 8, 9 bilden dann jeweils eine Zylindergruppe
5 bzw. 7. Insbesondere aus Bauraumgründen werden die Abgase der ersten Zylindergruppe
5 der ersten Zylinderbank 8 unabhängig von den Abgasen der zweiten Zylindergruppe
7 der zweiten Zylinderbank 9 über die beiden separaten Abgasstränge 3, 4 abtransportiert.
Bei einer geradzahligen Zylinderzahl ist jedem Abgasstrang 3, 4 zweckmäßig die Hälfte
der Gesamt-Zylinderzahl zugeordnet, während bei einer ungeraden Zylinderzahl einem
der Abgasstränge 3, 4 ein Zylinder 6 mehr zugeordnet ist. Grundsätzlich ist daher
die erfindungsgemäße Abgasanlage 2 bei Brennkraftmaschinen 1 mit beliebiger Zylinderzahl
anwendbar.
[0020] Entsprechend Fig. 1 enthält jeder Abgasstrang 3, 4 beispielsweise einen Katalysator
10. Der erste Abgasstrang 3 enthält außerdem eine erste Schalldämpferanordnung 11
und der zweite Abgasstrang 4 enthält eine zweite Schalldämpferanordnung 12. Jede Schalldämpferanordnung
11, 12 umfasst wenigstens einen Schalldämpfer 13. In der vorliegenden Ausführungsform
umfasst jede Schalldämpferanordnung 11, 12 beispielsweise zwei nacheinander durchströmte
Schalldämpfer 13. Stromab der Schalldämpferanordnungen 11, 12 führen die Abgasstränge
3, 4 jeweils zu einer eigenen, hier nicht gezeigten Abgasaustrittsmündung.
[0021] Erfindungsgemäß umfasst die Abgasanlage 2 eine Schallübertragungseinrichtung 14,
die eine steuerbare Übertragung des sich in den einzelnen Abgassträngen 3, 4 ausbreitenden
Schalls ermöglicht. Zur Steuerung der Schallübertragungseinrichtung 14 ist eine Steuereinrichtung
15 vorgesehen. Bei der hier gezeigten, bevorzugten Ausführungsform besteht die Schallübertragungseinrichtung
14 im wesentlichen aus einem hohlen Übertragungsrohr 16, das einenends in den ersten
Abgasstrang 3 und anderenends in den zweiten Abgasstrang 4 einmündet. Diesem Übertragungsrohr
16 ist ein Steuerglied 17 zugeordnet, das von der Steuereinrichtung 15 ansteuerbar
ist. Das Steuerglied 17 umfasst hier eine Klappe 18, die um eine Schwenkachse 19 verschwenkbar
ist. In Fig. 1 ist mit durchgehender Linie eine Schließstellung und mit unterbrochener
Linie eine Offenstellung für die Klappe 18 wiedergegeben. Auf diese Weise kann die
Schallübertragungseinrichtung 14 zwischen einem Zustand mit minimaler Schallübertragung,
der bei geschlossener Klappe 18 vorliegt, und einem Zustand mit maximaler Schallübertragung,
der bei (vollständig) geöffneter Klappe 18 vorliegt, umgeschaltet werden.
[0022] Im Zustand minimaler Schallübertragung sind die beiden Abgasstränge 3, 4 hinsichtlich
einer gegenseitigen Schallübertragung voneinander entkoppelt, so dass in den einzelnen
Abgassträngen 3, 4 die Abgasgeräusche im Bereich der Zündfrequenzen der jeweils zugeordneten
Zylindergruppen 5, 7 dominieren. Im Zustand maximaler Schallübertragung sind die beiden
Abgasstränge 3, 4 hinsichtlich einer gegenseitigen Schallübertragung miteinander gekoppelt,
so dass sich die Abgasgeräusche zwischen den beiden Abgassträngen 3, 4 übertragen
und sich überlagern, mit der Folge, dass dann insgesamt die Zündfrequenz aller Zylinder
6 dominiert.
[0023] Die Erfindung nutzt nun diese Erkenntnis, in dem die Schalldämpferanordnungen 11,
12, die zur Vereinfachung zweckmäßig identisch ausgebildet sind und die z.B. hinsichtlich
Dämpfungswirkung und/oder Durchströmungswiderstand gleich oder im wesentlichen gleich
ausgebildet sind, für wenigstens eine Störfrequenz bzw. für ein Störfrequenzband ausgelegt
werden. Da die Abgasgeräusche drehzahlabhängig sind, kann durch eine geeignete Ansteuerung
der Schallübertragungseinrichtung 14 die für das Hauptstörgeräusch verantwortliche
Zündfrequenz umgeschaltet werden, nämlich von der höheren Zündfrequenz aller Zylinder
6 bei geöffneter Klappe 18 und der halbierten Zündfrequenz der einzelnen Zylinderbände
8, 9 bei geschlossener Klappe 18. Dementsprechend kann die Steuereinrichtung 15 bei
niedrigen Drehzahlen die Klappe 18 öffnen, das heißt die Schallübertragungseinrichtung
14 aktivieren, und bei höheren Drehzahlen die Klappe 18 schließen, um dadurch die
Schallübertragungseinrichtung 14 zu deaktivieren. Für die Geräuschemission der Abgasstränge
3, 4 ergibt sich dadurch ein Frequenzsprung, so dass es grundsätzlich möglich ist,
die Schalldämpferanordnungen 11, 12 nochmals zu nutzen, wodurch der Drehzahlbereich,
in dem die Schalldämpferanordnungen 11, 12 effektiv eine Schalldämpfung erzielen können,
erheblich vergrößert werden kann.
[0024] Zweckmäßig erfolgt die Betätigung der Schallübertragungseinrichtung 14 drehzahlabhängig
und/oder lastabhängig, wozu die Steuereinrichtung 15 z.B. auf Kennfelder zugreifen
kann.
[0025] Bei einer Weiterbildung kann es vorgesehen sein, das Umschalten der Schallübertragungseinrichtung
14 zwischen den Extremzuständen (vollständig geschlossen und vollständig geöffnet)
kontinuierlich oder mehrstufig, also mit einem oder mit mehreren Zwischenzuständen
durchzuführen. Dabei kann auch dieser Schaltvorgang von der Steuereinrichtung 15 drehzahlabhängig
durchgeführt werden. Durch diese Maßnahme wird ein abruptes Umschalten der von der
Abgasanlage 2 emittierten Abgasgeräusche vermieden, was insbesondere bei einer in
einem Fahrzeug eingebauten Brennkraftmaschine 1 zu Irritationen des Fahrzeugführers
führen könnte. Darüber hinaus kann das kontinuierliche oder mehrstufige Umschalten
auch für die bessere Ausnutzung der Schalldämpferanordnungen 11, 12 vorteilhaft sein,
wodurch deren Dämpfungswirkung zusätzlich verbessert wird.
[0026] Anstelle der hier beispielhaft gezeigten Klappe 18 kann das Steuerglied 17 auch einen
Schieber oder eine Blende oder ein anderes geeignetes Bauteil aufweisen.
[0027] Das Steuerglied 17 bzw. die Klappe 18 ist hier (mittig) zwischen den Enden des Übertragungsrohrs
16 angeordnet, so dass eine Wechselwirkung der Klappe 18 mit den Abgasströmungen in
den Abgassträngen 3, 4 vermieden werden kann.
[0028] Die Schallübertragungseinrichtung 14 ist außerdem so ausgestaltet bzw. an die Abgasstränge
3, 4 so angeschlossen, dass sie keinen oder nur einen vernachlässigbar geringen Einfluss
auf die Gasströmungen in den Abgassträngen 3, 4 erzeugt. Insbesondere soll jeglicher
Druckverlust in den Abgassträngen 3, 4 vermieden werden. Eine besonders gute Schallübertragung
zwischen den beiden Abgassträngen 3, 4 kann mit Hilfe des Übertragungsrohrs 16 dann
gewährleistet werden, wenn das Übertragungsrohr 16 in beide Abgasstränge 3, 4 offen
einmündet, so dass die beiden Abgasstränge 3, 4 bei aktivierter Schallübertragungseinrichtung
14 bzw. bei geöffneter Klappe 18 durch das Übertragungsrohr 16 miteinander kommunizieren,
wodurch grundsätzlich auch ein Gasaustausch zwischen den beiden Abgassträngen 3, 4
möglich ist. Wenn ein derartiger Gasaustausch vermieden werden soll, ist auch denkbar,
im Übertragungsrohr 16 eine entsprechend gasdichte, flexible Membran anzuordnen, die
durch die Schallwellen zu Schwingungen anregbar ist.
[0029] Obwohl die Schallübertragungseinrichtung 14 im hier gezeigten Ausführungsbeispiel
stromauf der Schalldämpferanordnungen 11, 12 angeordnet ist, kann die Schallübertragungseinrichtung
14 grundsätzlich an einer beliebigen Stelle der Abgasstränge 3, 4 angeordnet sein.
Beispielsweise kann die Schallübertragungseinrichtung 14 bzw. das Übertragungsrohr
16 zwischen den Schalldämpfern 13 der Schalldämpferanordnungen 11, 12 oder stromab
der Schalldämpferanordnungen 11, 12 angeordnet sein.
[0030] Zusammenfassend beruht die vorliegende Erfindung auf der Überlegung, einerseits die
zwei separaten Abgasstränge 3, 4 so auszugestalten, dass zwischen ihnen keine oder
im wesentlichen keine Schallübertragung stattfindet, so dass jeder Abgasstrang 3,
4 im wesentlichen nur das von den jeweils zugeordneten Zylindergruppen 5, 7 jeweils
unabhängig voneinander erzeugte und/oder dominierte Abgasgeräusch in die Umgebung
abstrahlt. Andererseits wird die Schallübertragungseinrichtung 14 dazu genutzt, gezielt
eine Schallübertragung zwischen den beiden Abgassträngen 3, 4 herbeizuführen, so dass
die Abgasstränge 3, 4 dann hinsichtlich der gegenseitigen Schallübertragung miteinander
gekoppelt sind. Dies hat zur Folge, dass beide Abgasstränge 3, 4 dann jeweils ein
von beiden Zylindergruppen 5, 6 durch Überlagerung gemeinsam erzeugtes und/oder dominiertes
Abgasgeräusch in die Umgebung abstrahlen.
1. Abgasanlage für eine Brennkraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs
- mit einem ersten Abgasstrang (3), der von einer ersten Zylindergruppe (5) der Brennkraftmaschine
(1) zu einer Abgasmündung führt und eine erste Schalldämpferanordnung (11) enthält,
- mit einem vom ersten Abgasstrang (3) separaten zweiten Abgasstrang (4) der von einer
zweiten Zylindergruppe der Brennkraftmaschine (1) zu einer Abgasmündung führt und
eine zweite Schalldämpferanordnung (12) enthält,
- mit einer steuerbaren Schallübertragungseinrichtung (14), die sich in den Abgassträngen
(3, 4) ausbreitenden Schall gesteuert vom Inneren des einen Abgasstrangs (3, 4) in
das Innere des anderen Abgasstrangs (3, 4) überträgt und umgekehrt,
- mit einer Steuereinrichtung (15) zur Steuerung der Schallübertragungseinrichtung
(14),
- wobei die Schallübertragungseinrichtung (14) einen Schaltzustand ermöglicht, bei
dem keine oder im wesentlichen keine Schallübertragung zwischen den Abgassträngen
(3, 4) erfolgt.
2. Abgasanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Schalldämpferanordnung (11) und die zweite Schalldämpferanordnung (12)
hinsichtlich Dämpfungswirkung und/oder Durchströmungswiderstand gleich oder im wesentlichen
gleich ausgebildet sind.
3. Abgasanlage nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (15) die Schallübertragungseinrichtung (14) zwischen einem
Zustand mit minimaler Schallübertragung und einem Zustand mit maximaler Schallübertragung
umschalten kann.
4. Abgasanlage nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Umschalten zwischen den Extremzuständen kontinuierlich oder mehrstufig durchführbar
ist, so dass wenigstens ein Zwischenzustand einstellbar ist.
5. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schallübertragungseinrichtung (14) wenigstens ein hohles Übertragungsrohr (16)
aufweist, das einenends in den einen Abgasstrang (3, 4) einmündet und anderenends
in den anderen Abgasstrang (3, 4) einmündet.
6. Abgasanlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass im oder am Übertragungsrohr (16) ein Steuerglied (17) angeordnet ist, das von der
Steuereinrichtung (15) betätigbar ist und zur Steuerung der Schallübertragung durch
das Übertragungsrohr (16) dient.
7. Abgasanlage nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steuerglied (17) einen Schieber oder eine Klappe (18) oder eine Blende aufweist.
8. Abgasanlage nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steuerglied (17) zwischen oder mittig zwischen den Enden des Übertragungsrohrs
(16) angeordnet ist.
9. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 5 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Abgasstränge (3, 4) über das Übertragungsrohr (16) miteinander kommunizieren.
10. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schallübertragungseinrichtung (14) so ausgebildet ist, dass sie unabhängig von
ihrem Schaltzustand sowohl in dem einen Abgasstrang (3, 4) als auch im anderen Abgasstrang
(3, 4) keinen oder im wesentlichen keinen Druckverlust erzeugt.
11. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schallübertragungseinrichtung (14) stromauf der ersten Schalldämpferanordnung
(11) und stromauf der zweiten Schalldämpferanordnung (12) angeordnet ist.
12. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (15) die Schallübertragungseinrichtung (14) in Abhängigkeit
der Drehzahl und/oder Last der Brennkraftmaschine (1), insbesondere kennfeldmäßig,
betätigt.