[0001] Die Erfindung betrifft eine Gasdruckwaffe mit einer zum Aufnehmen eines unter Druck
stehenden Fluids aufgelegten Druckkammer, einem zum dichten Verschieden der Druckkammer
ausgelegten Ventilkörper, einer längs einer vorgegebenen Auslösestrecke von einer
Bereitschaftsstellung in einer Auslöserichtung auf den Ventilkörper zu bewegbaren
Schlagstückanordnung und einer zum Beschleunigen der Schlagstückanordnung in der Auslöserichtung
betreibbaren Vorspanneinrichtung.
[0002] Bei Gasdruckwaffen der vorstehend beschriebenen Art wird das in der Druckkammer aufgenommene
Fluid zum Austreiben eines Geschosses aus dem Lauf eingesetzt. Zu diesem Zweck wird
der Ventilkörper mit Hilfe des von der Vorspanneinrichtung beschleunigten Schlagstücks
von einem Ventilsitz abgehoben, so daß das unter Druck stehende Fluid durch einen
in der Waffe vorgesehenen Kanal in Richtung auf das in dem Lauf der Waffe aufgenommene
Geschoß strömen und dieses Geschoß beschleunigen kann.
[0003] Nachstehend wird der Aufbau herkömmlicher Gasdruckwaffen der vorstehend beschriebenen
Art anhand der Figur 4 erläutert. Bei der in Fig. 4 dargestellten Gasdruckwaffe ist
eine Druckkammer mit Hilfe eines Ventilkörpers 110 gegenüber der Atmosphäre abgedichtet.
Der Ventilkörper 110 wird mittels einer Feder 112 gegen einen Dichtsitz 114 gedrückt,
so daß eine gute Dichtfunktion erhalten wird. In Verlängerung der Ventilkörperachse
befindet sich ein Schlagstück 120. Dem Schlagstück 120 ist eine als Druckfeder 130
verwirklichte Vorspanneinrichtung zugeordnet. Die Druckfeder 130 stützt sich einerseits
an einem Gegenlager 132 und andererseits an einer Schulter 122 des Schlagstücks ab.
Dabei kann das Gegenlager 132 zur Einstellung der Federkraft entlang der Längsachse
des Schlagstücks 120 verstellbar ausgeführt sein. Durch eine bekannte Spanneinrichtung
kann das Schlagstück 120 in die in Fig. 4 dargestellte Bereitschaftsstellung gebracht
werden, in der es von einem Fanghebel 140 arretiert wird. In dieser Stellung ist die
Druckfeder 130 stark vorgespannt und speichert die zum Abheben des Ventilkörpers 110
vom Ventilsitz 114 benötigte Energie. In dieser Stellung ist die Gasdruckwaffe schußbereit.
Durch Betätigen des Abzugs 144 wird eine Unterstützung 142 des Fanghebels 140 weggeschwenkt.
Durch unter definierten Winkeln gefertigte Rastflächen an Fanghebel 140 und Schlagstück
120 wird nach Wegschwenken der Unterstützung 142 eine Kraftsituation geschaffen, die
den Fanghebel 140 zu einer Drehbewegung im Uhrzeigersinn veranlaßt. Damit wird die
Rastfunktion des Fanghebels 140 aufgehoben, so daß sich die Druckfeder 130 entspannen
und das Schlagstück 120 in Richtung auf den Ventilkörper 110 beschleunigen kann. Der
Ventilkörper 110 wird durch den Impuls beim Auftreffen des Schlagstücks 120 aus dem
Dichtsitz 140 bewegt. Das in der Druckkammer aufgenommene unter Druck stehende Gas
expandiert und strömt durch den Gaskanal 116 in Richtung auf das hintere Ende des
Laufes 118 und treibt das dort aufgenommene Geschoß aus dem Lauf 118. Bei herkömmlichen
Gasdruckwaffen kann in der Druckkammer ein Überdruck von etwa 60 bar mit handbetätigten
Kolbenpumpensystemen erzeugt werden. Bei diesen Gasdruckwaffen muß der Überdruck für
jeden einzelnen Schuß mechanisch von Hand erzeugt werden. Bei modernen Gasdruckwaffen
werden Druckgasvorratsbehälter eingesetzt, aus denen über ein Druckregelventil das
Druckgas in die Druckkammer einströmt.
[0004] Insbesondere bei den zuletzt beschriebenen modernen Gasdruckwaffen hat es sich gezeigt,
däß der Druckgasvorratsbehälter in vielen Fällen für weniger Schüsse ausreicht, als
ursprünglich vorgesehen. Ferner hat es sich insbesondere bei diesen modernen Gasdruckwaffen
gezeigt, daß nur wenig zufriedenstellende Schußgenauigkeiten erzielt werden können.
[0005] Angesichts der vorstehend erläuterten Probleme im Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Gasdruckwaffe anzugeben, welche eine höhere Schußgenauigkeit
ermöglicht.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Weiterbildung der bekannten Gasdruckwaffen
gelöst, die im wesentlichen dadurch gekennzeichnet ist, daß die Beschleunigungsstrecke,
längs der die Vorspanneinrichtung die Schlagstückanordnung beschleunigend beaufschlagt,
kürzer als die Auslösestrecke ist.
[0007] Diese Erfindung geht auf die Erkenntnis zurück, daß die unbefriedigende Schußgenauigkeit
bei herkömmlichen Gasdruckwaffen auf die Erzeugung von Schwingungen des Ventilkörpers
bei der Schußabgabe zurückzuführen ist. Diese Schwingungen kommen wie folgt zustande.
[0008] Durch die Bewegung des Ventilkörpers aus dem Dichtsitz wird die den Ventilkörper
in Dichtrichtung drängende Feder stärker vorgespannt. Außerdem wirkt die Druckkraft
des noch in der Druckkammer verbliebenen Gases auf die Fläche des Ventilkörperquerschnitts.
Durch diese beiden Kräfte wird der Ventilkörper nach Energieumsatz der Schlagstückenergie
gegen die Vorspannrichtung der das Schlagstück in Richtung auf den Ventilkörper drängenden
Feder wieder in den Dichtsitz gedrückt. Bei dieser Gegenbewegung, die sehr schnell
erfolgt (etwa 1 bis 2 Millisekunden), wird das Schlagstück in Richtung auf die Bereitschaftsstellung
beschleunigt, ohne diese jedoch zu erreichen. Das Schlagstück wird über den Ventilkörper
mit der den Ventilkörper in den Dichtsitz drängenden Feder beschleunigt. Die dem Schlagstück
so erteilte Energie wird in der das Schlagstück in Richtung auf den Ventilkörper vorspannenden
Feder aufgenommen und anschließend von dieser Feder wieder abgegeben. Dadurch wird
das Schlagstück erneut in Richtung auf den Ventilkörper beschleunigt. Im Verlauf dieser
beschleunigten Bewegung drückt das Schlagstück den Ventilkörper wiederum aus dem Dichtsitz,
in der Druckkammer aufgenommenes Gas strömt ab und so fort. Dauer und Volumen der
Gasströmung werden von Mal zu Mal geringer. Üblicherweise kommt es allerdings zu mehreren
Gasabströmzyklen. Die Bewegung des Schlagstücks erfolgt nach Art einer gedämpften
harmonischen Schwingung. Nutzbar für die Geschoßbeschleunigung ist aber nur die Gasmenge
der ersten Ventilöffnung. Die nachfolgenden Öffnungen bewirken einen unnötigen Gasverlust
und erzeugen zusätzlich unerwünschte Schwingungen im Waffensystem, welche die Schußgenauigkeit
beeinträchtigen.
[0009] Im Rahmen dieser Erfindung wurde erkannt, daß die Ursache für die beobachteten Mängel
darin besteht, daß das Schlagstück im abgeschossenen Zustand Kontakt zum Ventilkörper
hat und weiterhin von der Druckfeder in Richtung auf den Ventilkörper gedrängt wird.
Nur wenn die Federkraft der den Ventilkörper in den Dichtsitz drängenden Feder größer
ist als die Federkraft der das Schlagstück in Richtung auf den Ventilkörper drängenden
Feder im abgeschossenen Zustand, dichtet die Ventileinheit sicher ab. Zum Aufschlagen
des Ventilkörpers muß die das Schlagstück in Richtung auf den Ventilkörper drängenden
Feder aber einen so großen Impuls auf das Schlagstück übertragen, daß die Summe von
Federkraft der den Ventilkörper in den Ventilsitz drängenden Feder und Zuhaltekraft
(Produkt aus Druckkraft x Dichtsitzquerschnittsfläche) nicht ausreicht, um den Ventilkörper
im Dichtsitz zu halten. Die Federkraft der Feder muß also im abgeschossenen Zustand
möglichst gering, im schußbereiten Zustand aber ausreichend hoch sein. Dieser Umstand
bedingt, daß die Feder nicht gut ausgenutzt werden kann, bzw. sehr große Federwege
benötigt werden. Federweg bedeutet bei einem System der beschriebenen Art jedoch auch
Schlagstückweg. Dabei ist zu beachten, daß eine Zunahme des Schlagstückweges auch
eine längere Schußentwicklungszeit zur Folge hat. Dabei bewirken die großen Wege und
die notwendige geringe Vorspannung der das Schlagstück in Richtung auf den Ventilkörper
drängenden Feder im abgeschossenen Zustand, daß das System sehr träge, aber über längere
Zeit schwingt.
[0010] Diese Mängel werden bei einer erfindungsgemäßen Gasdruckwaffe dadurch beseitigt,
daß die Beschleunigungsstrecke, längs der die Vorspanneinrichtung die Schlagstückanordnung
beschleunigend beaufschlagt, kürzer als die Auslösestrecke ist, so daß das Schlagstück
beim Auftreffen auf den Ventilkörper überhaupt nicht mehr von der Vorspanneinrichtung
in Auslöserichtung beschleunigt wird. Der Ventilkörper ist also bei entspannter Vorspanneinrichtung
mit dieser nicht mehr kraftschlüssig verbunden. Dadurch kann erreicht werden, daß
das Schlagstück von der den Ventilkörper nach Schußabgabe wieder in den Dichtsitz
drängenden Feder nicht mehr gegen die das Schlagstück in Auslöserichtung drängenden
Feder beschleunigt wird und somit auch keine Bewegungsumkehr des Schlagstückes mehr
stattfindet, so daß die störenden, einerseits die Schußgenauigkeit reduzierenden und
andererseits den Gasverbrauch erhöhenden Schwingungen des Ventilkörpers nicht mehr
stattfinden. Zur Einstellung der erfindungsgemäßen Gasdruckwaffe auf die Bedürfnisse
des Schützen kann die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung einstellbar sein, damit
die Schußentwicklungszeit an die Bedürfnisse des Schützen angepaßt werden kann. Dabei
kann die Vorspanneinrichtung bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
eine Druckfeder aufweisen, die sich in der Bereitschaftsstellung des Schlagstücks
einerseits an einem feststehenden Widerlagerelement und andererseits zumindest mittelbar
an der Schlagstückanordnung abstützt, wobei die Schlagstückanordnung in der Bereitschaftsstellung
zweckmäßigerweise arretiert ist. Das kann, wie bei den bekannten Gasdruckwaffen, mit
Hilfe eines Fanghebels und einer diesem Fanghebel zugeordneten Unterstützung geschehen.
[0011] Zur Einstellung der Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung und zur Einstellung des
Entspannungshubs der Vorspanneinrichtung kann das Widerlagerelement in Richtung der
Beschleunigungsstrecke verschiebbar und in beliebigen Verschiebestellungen arretierbar
ausgeführt sein.
[0012] Im Hinblick auf den Erhalt einer besonders hohen Wiederholgenauigkeit hat es sich
als zweckmäßig erwiesen, wenn die Druckfeder und/oder das Widerlagerelement in einem
Gehäuse aufgenommen sind, in dem diese Elemente vor Einwirkungen von außen beschützt
sind.
[0013] Die Beaufschlagung des Schlagstückes mit der Vorspannkraft kann bei einer besonders
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in der Bereitschaftsstellung über ein vorzugsweise
ebenfalls in dem Gehäuse aufgenommenes Kopplungselement erfolgen. Dabei wird mit Hilfe
der Druckfeder zunächst das Kopplungselement und darüber auch das Schlagstück in Richtung
auf den Ventilkörper beschleunigt. Dabei kann die Bewegung des in dem Gehäuse aufgenommenen
Kopplungselementes mit Hilfe des Gehäuses geführt werden. Bei dieser Ausführungsform
der Erfindung kann die Beschleunigungsstrecke besonders einfach durch ein an dem Gehäuse
angeordnetes Anschlagelement begrenzt werden, wobei das Kopplungselement in besonders
bevorzugter Ausführungsform der Erfindung im Verlauf seiner beschleunigten Bewegung
in Anlage an das Anschlagelement gelangt. Eine zusätzliche Verstellung des Entspannungshubs
der in dem Gehäuse aufgenommenen Druckfeder kann dabei erreicht werden, wenn das Anschlagelement
in Richtung der Beschleunigungsstrecke verstellbar an dem Gehäuse angeordnet ist.
[0014] Baulich hat es sich jedoch als besonders einfach erwiesen, wenn das Gehäuse in Form
einer die Druckfeder und das Kopplungselement aufnehmenden Hülse gebildet ist und
das Anschlagelement in Form eines von einem vorderen Rand der Hülse radial nach innen
ragenden Flansches ausgeführt ist.
[0015] Wie vorstehend bereits erläutert, kann die Schlagstückanordnung bei einer erfindungsgemäßen
Gasdruckwaffe im Verlauf der Bewegung längs der Auslösestrecke nach Passieren der
Beschleunigungsstrecke in Anlage an den Ventilkörper gelangen, wobei die erfindungsgemäße
Gasdruckwaffe sich von den bekannten Gasdruckwaffen im wesentlichen dadürch unterscheidet,
daß bei Anlage der Schlagstückanordnung an dem Ventilkörper zwischen der Schlagstückanordnung
und der Vorspanneinrichtung bzw. dem Kopplungselement ein Spalt gebildet ist. Die
Schlagstückanordnung ist durch die Vorspanneinrichtung also nicht mehr mit einer Vorspannkraft
beaufschlagt.
[0016] Nach der Schußabgabe kann das Schlagstück, wie bei herkömmlichen Gasdruckwaffen,
mit Hilfe einer geeigneten Spanneinrichtung in einer der Auslöserichtung entgegengesetzten
Richtung wieder in die Bereitschaftsstellung verschoben werden. Bei einer besonders
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Spanneinrichtung auch noch zum Verschieben
der Vorspanneinrichtung in der der Auslöserichtung entgegengesetzten Spannrichtung
betreibbar. Dadurch wird das Erreichen der Bereitschaftsstellung, in der die Schlagstückanordnung
mit Hilfe einer geeigneten Arretieranordnung arretierbar ist, ohne Beaufschlagung
durch die Vorspanneinrichtung ermöglicht. Die zur Schußabgabe benötigte Vorspannung
der Vorspanneinrichtung kann dadurch erzeugt werden, daß die Spanneinrichtung im Anschluß
an die Verschiebung der Schlagstückanordnung in die Bereitschaftsstellung auch noch
zum Verschieben der Vorspanneinrichtung in der Auslöserichtung betreibbar ist, wobei
die Vorspanneinrichtung mit der in der Bereitschaftsstellung arretierten Schlagstückanordnung
vorgespannt wird.
[0017] Bei Einsatz der herkömmlichen Spannhebel, die zum Spannen der Gasdruckwaffe zunächst
von dem Schußwaffenschaft weggeschwenkt und danach wieder in Richtung auf den Schußwaffenschaft
geschwenkt werden, kann dadurch eine zusätzliche Sicherung erfolgen, daß die Vorspanneinrichtung
bei von dem Schußwaffenschaft weggeschwenktem Spannhebel noch nicht vorgespannt ist
und erst durch das Zurückschwenken wieder gespannt wird. Bei geöffnetem Spannhebel
kann es bei dieser Ausführungsform der Erfindung selbst bei unbeabsichtigt ausgelöstem
Abzug nicht zu einem Abschießen des Systems kommen. Bei Systemen, die beim Öffnen
des Ladehebels gespannt werden, ist dies möglich, weshalb zum Schutz vor Verletzungen
oft aufwendige Sicherungssysteme eingebaut werden müssen.
[0018] Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt der Erfindung ist ein die Schlagstückanordnung
in einer quer zur Auslöserichtung verlaufenden Richtung mit einer Stabilisierungskraft
beaufschlagendes Stabilisierungselement vorgesehen. Dadurch wird ein "Klappern" des
Schlagstücks im Baugruppenträger verhindert und andererseits das Schwingungsverhalten
des gesamten Waffensystems positiv beeinflußt.
[0019] Nachstehend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die hinsichtlich
aller erfindungswesentlichen und in der Beschreibung nicht näher herausgestellten
Einzelheiten verwiesen wird, erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung des Schußauslösemechanismus einer erfindungsgemäßen Gasdruckwaffe,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung der Spanneinrichtung einer erfindungsgemäßen Gasdruckwaffe,
- Fig. 3
- eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung nach Schußauslösung und
- Fig. 4
- eine Gasdruckwaffe nach dem Stand der Technik.
[0020] Das in der Zeichnung dargestellte Schußabgabesystem einer erfindungsgemäßen Gasdruckwaffe
umfaßt ein von einem Fanghebel 3 in einer Bereitschaftsstellung arretierbares Schlagstück
2, eine insgesamt mit 5 bezeichnete Vorspanneinrichtung sowie einen Ventilkörper 1.
Die Vorspanneinrichtung 5 umfaßt ein Gehäuse 5b, in dem eine Druckfeder 5a, ein als
Stößel ausgeführtes Kopplungselement 5d und ein Gegenlager 5c für die Druckfeder 5a
aufgenommen ist. Die Druckfeder 5a stützt sich einerseits an dem Gegenlager 5c und
andererseits an dem Stößel 5d ab. Der Stößel ragt aus einer Öffnung des Gehäuses 5b
in Richtung auf das Schlagstück 2 und liegt in der in Fig. 1 dargestellten Bereitschaftsstellung
an der hinteren Begrenzungsfläche des Schlagstücks 2 an. Das Gegenlager 5c ist verstellbar
in dem Gehäuse 5b befestigt. Daher ist die Vorspannkraft der Feder 5a durch das verstellbare
Gegenlager 5c veränderbar.
[0021] Das Schußabgabesystem ist mit Hilfe der in Fig. 2 dargestellten Spanneinrichtung
in die in Fig. 1 dargestellte Bereitschaftsstellung verstellbar. Die Spanneinrichtung
umfaßt einen Ladehebel 6, einen an diesen Ladehebel 6 gekoppelten Hebel 7, einen Ladebolzen
8, einen Schwenkhebel 9 sowie einen Zughebel 10, der einerseits verschwenkbar mit
dem Schwenkhebel 9 und andererseits verschwenkbar mit dem Gehäuse 5b der Vorspanneinrichtung
5 verbunden ist.
[0022] Durch den Ladehebel 6, der zum Laden der Waffe aufgeschwenkt wird, wird der Hebel
7 bewegt. Der Hebel 7 setzt die Rotationsbewegung des Ladehebels 6 in eine lineare
Bewegung des Ladebolzens 8 um. Diese drei Bauelemente sind als Kniehebel ausgeführt,
so daß die zum Spannen des Systems notwendige Kraft minimiert wird. Eine Anlagefläche
8a des Ladebolzens kommt nach einem definierten Schwenkwinkel in Anlage an eine korrespondierende
Anlagefläche 9a des Schwenkhebels 9. Dieser wird nun mitgenommen und in weiterer Folge
bis über eine Spannstellung hinaus geschwenkt. Eine zweite Anlagefläche 9b des Schwenkhebels
9 gelangt im Verlauf der Schwenkbewegung in Anlage an eine Schulter des Schlagstücks
2, so daß diese im Verlauf der Schwenkbewegung in die Fangrast des Fanghebels 3 verschoben
wird. Der schwenkbar mit dem Schwenkhebel 9 und mit dem Gehäuse 5b der Vorspanneinrichtung
5 verbundene Zughebel verschiebt das Gehäuse 5b zusammen mit dem Schlagstück 2 nach
hinten. Daher kann das Schlagstück 2 ohne Behinderung durch die Vorspanneinrichtung
in die Fangrast gelangen. Beim Schließen des Ladehebels 6 ist das Schlagstück 2 in
der Fangrast blockiert. Der Kontakt zwischen den Anlageflächen 8a und 9a wird beim
Schließen des Ladehebels 6 gelöst. Im Verlauf der Schließbewegung bekommt der Ladebolzen
8 über die Anlagefläche 8c Kontakt zur Anlagefläche 9c des Schwenkhebels 9 und bewegt
diesen im Gegenuhrzeigersinn. Der schwenkbar an den Schwenkhebel 9 gekoppelte Zughebel
10 bewegt gleichzeitig das Gehäuse 5b in eine vordere Position. Dabei gelangt der
Stößel 5d in Kontakt mit dem Schlagstück 2 und wird von diesem zurückgehalten, während
sich das Gehäuse 5b und damit auch das Gegenlager 5c weiter nach vorne bewegen. Folglich
wird die Feder 5a im Verlauf der Bewegung des Gehäuses 5b vorgespannt. Wenn der Ladehebel
geschlossen ist, ist die Waffe schußbereit.
[0023] Wird der Abzug betätigt, wird die Rastfunktion, ebenso wie bei den herkömmlichen
Gasdruckwaffen, zwischen Fanghebel 3 und Schlagstück 2 aufgehoben. Dann kann sich
die Feder 5a, die nun kein Gegenlager auf ihrer dem Gegenlager 5c abgewandten Seite
mehr hat, entspannen. Dadurch werden der Stößel 5d und das Schlagstück 2 in Richtung
des Ventilstößels 1 beschleunigt.
[0024] Stößel 5d und Schlagstück 2 sind in dieser Betriebsstellung vergleichbar mit dem
Schlagstück der bekannten Schußabgabesysteme. Nach einem definierten Weg läuft der
Stößel 5d gegen einen Anschlag 5e am Gehäuse 5b, der die weitere Bewegung des Stößels
5d stoppt. Der Anschlag 5e ist in Form eines nach innen ragenden Flansches an dem
Gehäuse 5b ausgeführt.
[0025] Das Schlagstück 2 ist in dieser Betriebsstellung aber noch nicht am Ventilkörper
1 zur Anlage gekommen. Bis zum Auftreffen auf den Ventilkörper 1 legt das Schlagstück
2 eine Wegstrecke ohne Beschleunigung durch die Feder 5a zurück. Die Schlagstückenergie
und der Impuls sind aber ausreichend, um den Ventilkörper 1 aus dem Dichtsitz 1b zu
bewegen. Schlagstück 2 und Ventilkörper haben im abgeschossenen Zustand keinen federbelasteten
Kontakt mehr.
[0026] Die Feder 5a kann bei diesem System wesentlich stärker, da unabhängig von der Federkraft
der Feder 1a, vorgespannt werden. Die erforderliche Federenergie wird mit einem geringeren
Federweg erreicht, da insgesamt das Federkraftniveau höher ist als bei herkömmlichen
Schußabgabesystemen. Der geringere Entspannweg bzw. Federhub der Feder 5a bedeutet
auch einen kürzeren Beschleunigungsweg für das Schlagstück 2. Kürzerer Weg bedeutet
aber geringere Schußentwicklungszeit. Durch die Entkopplung der Federkräfte, die Erhöhung
der Vorspannkraft von Feder 5a und den Freiflugweg des Schlagstücks 2 kann die Neigung
des Systems zur Schwingungsentwicklung deutlich reduziert werden. Die Anzahl der Ventilöffnungsperioden
pro Schußabgabe wird deutlich reduziert. Im Idealfall kann genau eine Öffnung pro
Schuß eingestellt werden. Wie in Fig. 1 dargestellt, weist das erfindungsgemäße Schußabgabesystem
auch noch ein Druckstück 11 auf, das mit einer weiteren Druckfeder radial gegen das
Schlagstück 2 gedrängt wird. Dadurch wird zum einen ein "Klappern" des Schlagstücks
2 im Baugruppenträger 12 verhindert. Zum anderen kann auf diese Weise das Schwingungsverhalten
des Schußabgabesystems weiter positiv beeinflußt werden.
[0027] Wie vorstehend bereits erläutert, wird bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform
der Erfindung ferner eine zusätzliche Schußwaffensicherung geschaffen, weil die Feder
5a erst beim Schließen des Ladehebels 6 gespannt wird. Bei Systemen, die beim Öffnen
des Ladehebels gespannt werden, ist es möglich, durch unbeabsichtigt ausgelösten Abzug
ein Abschießen des Systems zu verursachen. Das ist bei dem in der Zeichnung dargestellten
Schußabgabesystem nicht möglich.
[0028] Die Erfindung ist nicht auf das anhand der Zeichnung erläuterte Ausführungsbeispiel
beschränkt. Vielmehr ist auch daran gedacht, die Feder 5a schon beim Öffnen des Ladehebels
zu spannen. Auch ist an Ausführungsformen gedacht, bei denen sich die Schlagstückanordnung
nicht in einer axialen Verlängerung des Ventilkörpers 1 befindet. Vielmehr kann die
Schlagstückanordnung unter einem Winkel zur Ventilkörperachse angeordnet sein. Bei
der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform der Erfindung wirkt die Schlagstückanordnung
unmittelbar auf den Ventilkörper. Daneben ist auch an Ausführungsformen gedacht, bei
denen die Schlagstückanordnung über ein Zwischenelement auf den Ventilkörper 1 wirkt.
Dabei ist es auch nicht erforderlich, daß das Schlagstück 2 sich in einer axialen
Verlängerung des Ventilkörpers befindet. Vielmehr kann das Schlagstück 2 auch unter
einem Winkel zur Ventilkörperachse angeordnet sein. Auch ist es nicht erforderlich,
daß die Vorspanneinrichtung sich in einer axialen Verlängerung des Ventilkörpers verlängert.
Vielmehr kann die Vorspanneinrichtung auch unter einem Winkel zur Ventilstößelachse
angeordnet sein. Auch ist an Ausführungsformen gedacht, bei denen die Vorspanneinrichtung
unter einem Winkel zur Schlagstückachse angeordnet ist. Ferner kann das Schlagstück
2 auch über ein Zwischenelement auf den Ventilstößel 1 wirken. Zusätzlich oder alternativ
kann die Vorspanneinrichtung 5 über ein Zwischenelement auf das Schlagstück 2 wirken.
Auch ist an Ausführungsformen gedacht, bei denen kein Gehäuse 5b vorgesehen ist. In
diesem Fall kann der Anschlag für den Stößel 5d durch ein anderes Bauteil, z.B. den
Baugruppenträger 12, verwirklicht werden. Die Federvorspannung kann dann durch Bewegen
des Gegenlagers 5c erreicht werden. Auch ist der Einsatz eines Stößels 5d nicht erforderlich.
Wenn der Stößel 5d entfällt, läuft die Feder 5a direkt gegen einen Anschlag. Schließlich
sind auch beliebige Kombinationen der vorstehend angegebenen Änderungen der anhand
der Zeichnung erläuterten Ausführungsform der Erfindung möglich.
1. Gasdruckwaffe mit einer zum Aufnehmen eines unter Druck stehenden Fluids ausgelegten
Druckkammer, einem zum dichten Verschließen der Druckkammer ausgelegten Ventilkörper,
einer längs einer vorgegebenen Auslösestrecke von einer Bereitschaftsstellung in einer
Auslöserichtung auf den Ventilkörper zu bewegbaren Schlagstückanordnung und einer
zum Beschleunigen der Schlagstückanordnung in der Auslöserichtung betreibbaren Vorspanneinrichtung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Beschleunigungsstrecke, längs der die Vorspanneinrichtung die Schlagstückanordnung
beschleunigend beaufschlagt, kürzer als die Auslösestrecke ist.
2. Gasdruckwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung einstellbar ist.
3. Gasdruckwaffe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspanneinrichtung eine Druckfeder aufweist, die sich in der Bereitschaftsstellung
einerseits an einem Widerlagerelement und andererseits zumindest mittelbar an der
Schlagstückanordnung abstützt.
4. Gasdruckwaffe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Widerlagerelement in Richtung der Beschleunigungsstrecke verschiebbar ist.
5. Gasdruckwaffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfeder und/oder das Widerlagerelement in einem Gehäuse aufgenommen ist.
6. Gasdruckwaffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspanneinrichtung die Schlagstückanordnung in der Bereitschaftsstellung über
ein vorzugsweise in dem Gehäuse aufgenommenes Kopplungselement mit der Vorspannkraft
beaufschlagt.
7. Gasdruckwaffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein die Beschleunigungsstrecke begrenzendes, vorzugsweise in Richtung der Beschleunigungsstrecke
verstellbares Anschlagelement.
8. Gasdruckwaffe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlagelement an dem Gehäuse angeordnet ist, wobei vorzugsweise das Kopplungselement
im Verlauf seiner beschleunigten Bewegung in Anlage an das Anschlagelement gelangt.
9. Gasdruckwaffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlagstückanordnung im Verlauf der Bewegung längs der Auslösestrecke in Anlage
an den Ventilkörper gelangt, wobei bei Anlage der Schlagstückanordnung an dem Ventilkörper
zwischen dem Kopplungselement und der Schlagstückanordnung ein Spalt gebildet ist.
10. Gasdruckwaffe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt vorzugsweise durch Längenverstellung des Ventilkörpers oder des Schlagstückes
einstellbar ist.
11. Gasdruckwaffe, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer zum
Aufnehmen eines unter Druck stehenden Fluids ausgelegten Druckkammer, einem zum dichten
Verschließen der Druckkammer ausgelegten Ventilkörper, einer längs einer vorgegebenen
Auslösestrecke von einer Bereitschaftsstellung in einer Auslöserichtung auf den Ventilkörper
zu bewegbaren Schlagstückanordnung, einer zum Beschleunigen der Schlagstückanordnung
längs der Auslösestrecke betreibbaren Vorspanneinrichtung und einer zum Verschieben
der Schlagstückanordnung in einer der Auslöserichtung entgegengesetzten Spannrichtung
betreibbaren Spanneinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Spanneinrichtung zum Verschieben der Vorspanneinrichtung in der Spannrichtung
betreibbar ist.
12. Gasdruckwaffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein die Schlagstückanordnung in der Bereitschaftsstellung haltendes Arretierungselement.
13. Gasdruckwaffe nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Spanneinrichtung zum Verschieben der Vorspanneinrichtung in der Auslöserichtung
betreibbar ist, wobei die Vorspanneinrichtung mit der in der Bereitschaftsstellung
arretierten Schlagstückanordnung vorgespannt wird.
14. Gasdruckwaffe, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer zum
Aufnehmen eines unter Druck stehenden Fluids ausgelegten Druckkammer, einem zum dichten
Verschließen der Druckkammer ausgelegten Ventilkörper, einem längs einer vorgegebenen
Auslösestrecke von einer Bereitschaftsstellung in einer Auslöserichtung auf den Ventilkörper
zu bewegbaren Schlagstückanordnung und einer zum Beschleunigen der Schlagstückanordnung
längs der Auslösestrecke betreibbaren Vorspanneinrichtung, gekennzeichnet durch ein die Schlagstückanordnung in einer quer zur Auslöserichtung verlaufenden Richtung
mit einer Stabilisierungskraft beaufschlagendes Stabilisierungselement.