[0001] Die Erfindung betrifft eine Transportkiste zum Transport hochwertiger, hochempfindlicher
Objekte, insbesondere gerahmter oder anderweitig formstabilisierter Gemälde, mit den
Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1.
[0002] Die Lehre der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend anhand des bevorzugten Anwendungsgebietes
für gerahmte Gemälde erläutert. Dabei ist aber stets im Auge zu behalten, daß die
Lehre der Erfindung auch für andere entsprechend hochwertige und hochempfindliche
Objekte, insbesondere Kunstobjekte wie Holztafeln, Altartafeln, Reliefdarstellungen
und ggf. auch Statuetten, anwendbar ist.
[0003] Zum Transport vom Gemälden in Gemälderahmen werden als Transporthalterungen aus Holz
gefertigte, flache Kisten verwendet, in die das im Rahmen befindliche Gemälde in weichem
Polstermaterial, insbesondere in Schaumkunststoff, eingelegt wird. Transportiert werden
diese Kisten dann stehend. An allen Seiten ist das Gemälde dicht von Polstermaterial
umgeben, um bei Schwingungen und Schlägen beim Transport nicht beschädigt zu werden.
[0004] Die EP 0 636 546 A2 beschreibt als besondere Schutzmaßnahme eine Kombination aus
einer speziellen Transporthalterung für Gemälderahmen und einer separaten Transportkiste,
in die die Transporthalterung eingebaut wird. Eine solche Transportkiste mit innenliegender
Transporthalterung kann dann wiederum in eine äußere Transportkiste eingesetzt werden,
die ihrerseits mit Schockabsorptionsmaterialien, insbesondere Schaumkunststoffmaterialien
ausgekleidet ist. Von dieser bekannten Transportkiste zum Transport hochwertiger,
hochempfindlicher Objekte geht die Erfmdung aus.
[0005] Für sich ist es bekannt, bei Transportkisten der in Rede stehenden Art Schockabsorptionssysteme
unterschiedlicher Art einzusetzen, die alle den Zweck haben, das hochempfindliche
Objekt möglichst geringen mechanischen Belastungen während des Transports auszusetzen.
[0006] Für sich ist es bekannt, das Innere einer Transportkiste mit einem Dämmstoff, z.
B. einer aus gepreßten Holzfasern bestehenden Dämmplatte, einer Faserdämmplatte auszukleiden,
die auch die Luftfeuchte im Inneren der Kiste reguliert.
[0007] Ein besonderes Problem bei den seit Jahrzehnten bekannten Transportkisten zum Transport
hochwertiger, hochempfindlicher Objekte stellt der Hitzeschutz, insbesondere der Brandschutz
dar. Bislang ist man hier über einen Außenanstrich der äußeren Transportkiste mit
Brandschutzfarbe nicht hinausgekommen. Aber auch ohne daß man von einer Brandsituation
ausgeht, sind die bislang bekannten Transportkisten hinsichtlich der Beibehaltung
einer bestimmten Temperatur im Inneren, wo sich das hochempfindliche Objekt befindet,
nach wie vor problematisch. Man muß dabei bedenken, daß solche Transportkisten beim
Transport zwischen den Kontinenten beispielsweise durch Wartezeiten auf Flughäfen
etc. großen Schwankungen der Außentemperatur ausgesetzt sind. Bislang ist es nicht
gelungen, Transportkisten der in Rede stehenden Art derart auszugestalten, daß sie
im Inneren eine hinreichend konstante Temperatur für das hochempfindliche Objekt bereitstellen.
[0008] Der Lehre der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, die bekannte, eingangs
erläuterte Transportkiste derart auszugestalten, daß das zu transportierende, hochwertige
und hochempfindliche Objekt, z. B. ein gerahmtes Gemälde, im Inneren vor der Einwirkung
von extremer Kälte oder Hitze über einen erheblichen Zeitraum hinweg geschützt ist.
[0009] Das zuvor aufgezeigte Problem ist bei einer Transportkiste mit den Merkmalen des
Oberbegriffs von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch
1 gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, die Transportkiste innen mit Vakuumisolationspaneelen
auszukleiden. Als Dämmstoff bei Transportbehältern für tiefgefrorene oder gekühlte
oder für heiße Nahrungsmittel sowie als Dämmstoff zur Wärmedämmung in der Bautechnik
sind diese Vakuumisolationspaneele bekannt. Ein Vakuumisolationspaneel ist eine Platte,
die einen druckstabilen Kern aus einem verpreßten, mikroporösen Material, insbesondere
einem mikroporösen Pulver aufweist, der dann mit einem der Druckverteilung dienenden
Vliesmaterial umhüllt wird und abschließend mit einer hochvakuumdichten, insbesondere
metallisierten Kunststoffolie umhüllt ist. Der Kern des Vakuumisolationspaneels wird
auf einen sehr niedrigen Rest-Luftdruck evakuiert. Die hochvakuumdichte Kunststoffolie,
die vollständig verschweißt ist, verhindert einen erneuten Luftzutritt in den Kern
des Vakuumpaneels. Der Kern selbst hat eine hinreichende mechanische Stabilität, die
gewährleistet, daß sich die Form der Platte durch die Evakuierung nicht ändert (siehe
US 2002/0017841 A1 und dortige Angaben zum seit vielen Jahren bekannten Stand der
Technik).
[0011] Vakuumisolationspaneele sind zwar seit vielen Jahren bekannt, werden aber nur in
den zuvor angegebenen Anwendungsfeldern eingesetzt. Auf dem Gebiet der Transportkisten
zum Transport hochwertiger, hochempfindlicher Objekte haben Vakuumisolationspaneele
bislang keine Anwendung gefunden.
[0012] Vakuumisolationspaneele haben Standarddicken von 10 bis 20 mm bis zu 40 mm. Sie können
aus diesem Grunde platzsparend in den gattungsgemäßen Transportkisten eingesetzt werden.
Bei unbeschädigter Hülle wird eine Wärmeleitfähigkeit unter 0,005 W/mK erzielt. Das
ist ein Zehntel der Wärmeleitfähigkeit herkömmlicher Dämmstoffe. Auch bei Beschädigung
der hochvakuumdichten Hülle ist die Wärmeleitfähigkeit mit ca. 0,02 W/mK noch lediglich
halb so groß wie bei herkömmlichen Dämmstoffen wie Schaumstoff oder Mineralfaser.
Das Innere der Transportkiste, in dem sich das hochempfindliche Objekt befindet, ist
also durch Vakuumisolationspaneele gegen Temperaturänderungen in der Umgebung deutlich
besser geschützt als durch herkömmliche Dämmstoffe.
[0013] Von besonderer Bedeutung ist der Einsatz von Vakuumisolationspaneelen auch unter
dem Aspekt des Brandschutzes. Der Kern von Vakuumisolationspaneelen kann eine erhebliche
Temperaturbeständigkeit aufweisen. Das im Innenraum befindliche hochempfindliche Objekt
ist also über einen erheblichen Zeitraum vor einer unmittelbaren Einwirkung von Flammen
geschützt, auch wenn im Brandfall natürlich ein deutlicher Temperaturanstieg im Innenraum
nicht zu vermeiden ist. Rettungsmaßnahmen für ein solches Objekt können also durchgeführt
werden, bevor das Objekt selbst ernsthaft beschädigt wird.
[0014] Besondere Bedeutung kommt der Ausführung der Vakuumisolationspaneele mit einem Kern
aus mikroporöser Kieselsäure zu. Kieselsäurepulver haben die gleiche chemische Struktur
wie Sand. Durch einen passenden Herstellungsprozeß können extrem feinkörnige Pulverteilchen
mit einer amorphen Struktur erzeugt werden. Ein zu einer Platte verpreßtes Kieselsäurepulver
mit eingebetteten Fasermaterialien weist daher Hohlräume in der hochporösen Struktur
auf, die um den Faktor 20 bis 100 kleiner sind als bei allen anderen Materialien.
Somit sind die Anforderungen an das Vakuum des Vakuumisolationspaneels wesentlich
geringer als im Stand der Technik. Bereits mit einem Grobvakuum von 10 bis 100 mbar
kann man eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit erreichen. Von besonderer Bedeutung
ist dabei die hohe Temperaturbeständigkeit des verpreßten Kieselsäurepulvers, die
mit bis zu 1.000 °C einen ernsthaften Brandschutz für das im Inneren der Transportkiste
befindliche hochempfindliche Objekt auch dann noch gewährleistet, wenn im übrigen
das die Hülle bildende Kunststoffmaterial längst verbrannt ist.
[0015] Für die Lehre der vorliegenden Erfindung ist es nicht von Bedeutung, ob das zu transportierende,
hochwertige und hochempfindliche Objekt unmittelbar in der erfindungsgemäßen Transportkiste
gelagert ist, oder ob sich innerhalb der erfindungsgemäßen Transportkiste noch eine
separate Kiste zur Aufnahme des Objekts befindet. Es kann also auch vorgesehen sein,
daß das Objekt zunächst in einer an sich bekannten Transporthalterung oder -kiste
verpackt wird und diese anschließend von der erfindungsgemäßen Transportkiste aufgenommen
wird.
[0016] Im übrigen sind bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre Gegenstand
der weiteren Unteransprüche.
[0017] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich bevorzugte Ausführungsbeispiele
darstellenden Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- in einer perspektivischen Ansicht eine aus dem Stand der Technik bekannte Holz-Transportkiste
mit eingebauter Transporthalterung,
- Fig. 2
- in einer perspektivischen Ansicht eine teilweise mit Vakuumisolationspaneelen ausgekleidete
Transportkiste in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 3
- in einer Draufsicht eine beispielhafte Anordnung von Vakuumisolationspaneelen,
- Fig. 4 a), b)
- in einer Schnittdarstellung zwei beispielhafte Anordnungen von Vakuumisolationspaneelen
im Bereich der Kanten der erfindungsgemäßen Transportkiste,
- Fig. 5
- die einzelnen Materialschichten bei einem Ausführungsbeispiel eines Vakuumisolationspaneels,
- Fig. 6
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Transportkiste, und zwar
einen besonders großflächigen Deckel mit einer besonderen konstruktiven Ausgestaltung.
[0018] Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine aus dem Stand der Technik
bekannte Transportkiste 1 mit einer darin angeordneten Transporthalterung 2 zur Aufnahme
eines gerahmten Gemäldes (siehe EP 0 636 546 A2). Die in Fig. 1 dargestellte Transportkiste
1 setzt sich zusammen aus einem Rahmen mit vier Wänden 3, einer aus einem Brett und
vier dreieckigen Brettern gebildeten, den Boden bildenden Wand 4, auf der die Transporthalterung
2 gelagert ist, sowie einer (nicht dargestellten) den Deckel bildenden Wand 5. Aus
Gründen der Gewichtsersparnis ist bei der gezeigten Transportkiste 1 kein vollständig
geschlossener Boden 4 vorgesehen. Es sind allerdings auch Transportkisten 1 bekannt,
bei denen der Boden durch eine vollständig geschlossene Wand 4 gebildet wird. Letztere
Ausführungsform stellt den Ausgangspunkt für die vorliegende Erfindung dar.
[0019] Fig. 2 zeigt in perspektivischer Ansicht ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der
erfindungsgemäßen Transportkiste 1. Wie auch die aus dem Stand der Technik bekannte
Transportkiste setzt sich die erfindungsgemäße Transportkiste 1 aus einem aus vier
Wänden 3 bestehenden Rahmen, einer den Boden bildenden Wand 4 und einer (nicht dargestellten)
den Deckel bildenden Wand 5 zusammen. Ob der Rahmen der Transportkiste 1 letztlich
aus genau vier Wänden 3 gebildet ist oder aus einer anderen Anzahl von Wänden 3, ist
nicht von Bedeutung. Da aber ein gerahmtes Gemälde in der Regel rechteckig ist, findet
bevorzugt ein Rahmen mit vier Wänden 3 Anwendung. Entscheidend ist, daß die Transportkiste
vollständig verschließbar ist, die Wände 3, 4 also bündig aneinander angrenzen. Die
in Fig. 2 dargestellte Transportkiste 1 kann sowohl zur Aufnahme einer separaten Transporthalterung
2 als auch einer weiteren Transportkiste dienen, als auch das zu transportierende
Objekt unmittelbar aufnehmen.
[0020] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Transportkiste 1 bereits teilweise an
ihrer Innenseite mit Vakuumisolationspaneelen 6 ausgekleidet. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Vakuumisolationspaneele 6 unmittelbar an den Wänden 3, 4 angeordnet. Es ist
aber denkbar, daß zwischen den Vakuumisolationspaneelen 6 und den Wänden 3, 4 noch
andere Materialien, beispielsweise Dämmstoffplatten oder eine Lage Schaumkunststoff
angeordnet sind.
[0021] Im vorliegenden Fall sind die Vakuumisolationspaneele 6 zweilagig angeordnet, und
zwar derart, daß die Fugen 7 der einen Lage gegenüber den Fugen 7 der angrenzenden
Lage versetzt sind. In besonderen Fällen können auch mehrere Lagen vorgesehen sein.
Es ist auch möglich, den Innenraum der Transportkiste 1 mit nur einer einzigen Lage
von Vakuumisolationspaneelen 6 auszukleiden. Allerdings hat eine mehrlagige Isolationsschicht
mit zueinander versetzten Fugen 7 den Vorteil, daß einerseits thermische Brücken weitgehend
vermieden werden und andererseits das Brandverhalten deutlich verbessert wird. Durch
mehrere Lagen von Vakuumisolationspaneelen 6 kann auch die Dämmsicherheit der Transportkiste
1 gesteigert werden, da bei einem etwaigen Paneeldefekt immer noch die dahinterliegenden
bzw. darunterliegenden Vakuumisolationspaneele 6 dämmen.
[0022] In Fig. 3 ist in einer Draufsicht ein Beispiel gezeigt, wie Vakuumisolationspaneele
6 in der Transportkiste 1 übereinander angeordnet werden können. Die obere Lage von
Vakuumisolationspaneelen 6 ist um einen Winkel von 90° verdreht zu der darunterliegenden
Lage angeordnet. Es ist deutlich zu erkennen, daß die Fuge 7 zwischen den beiden untenliegenden
Vakuumisolationspaneelen 6 nahezu vollständig von der oberen Lage verdeckt ist (gestrichelte
Linie). Es ist aber auch möglich, daß die Vakuumisolationspaneele 6 der oberen Lage
in paralleler Ausrichtung zu denen der unteren Lage angeordnet, aber seitlich dazu
versetzt sind (siehe Fig. 2). Andere Möglichkeiten sind ebenso denkbar, solange die
Fugen 7 einer Lage von den Vakuumisolationspaneelen 6 einer anderen Lage überdeckt
werden.
[0023] Das zuvor Gesagte gilt auch für die Kanten 8 der Transportkiste 1, d. h. den Bereich,
in dem zwei Wände, beispielsweise die den Boden bildende Wand 4 und eine Wand 3 des
Rahmens, aneinander angrenzen. Auch in diesem Bereich sollten die Vakuumisolationspaneele
6 so angeordnet werden, daß thermische Brükken weitgehend vermieden werden. Beispiele
für optimale Anordnungen von Vakuumisolationspaneelen 6 im Bereich der Kanten 8 zeigen
die Fig. 4a) und b).
[0024] In Fig. 4a) ist die Kante 8 zwischen den beiden rechtwinklig zueinander angeordneten
Wänden 3 und 4 im Querschnitt gezeigt. Dort wurde zunächst ein senkrechtes Vakuumisolationspaneel
6 so an der Wand 3 befestigt, daß seine Stirnfläche 9 die den Boden bildende Wand
4 berührt. Anschließend wurde ein weiteres Vakuumisolationspaneel 6 flach auf die
Wand 4 gelegt und so weit nach links geschoben, bis es bündig an der Seitenfläche
des zuerst befestigten Vakuumisolationspaneels 6 anliegt. Anschließend wurde in entsprechender
Weise eine zweite Lage von Vakuumisolationspaneelen 6 angeordnet. Auch hierbei wurde
darauf Wert gelegt, daß die Stirnfläche 9 des an der einen Wand angeordneten Vakuumisolationspaneels
6 die Seitenfläche des an der anderen Wand angeordneten Vakuumisolationspaneels 6
berührt. Auf diese Weise werden also auch im Kanten- und Eckbereich der Transportkiste
1 thermische Brücken vermieden, wodurch die Isolierung und letztlich das Brandverhalten
verbessert werden.
[0025] Fig. 4b) zeigt eine Variante zu der in Fig. 4a) dargestellten Anordnung der Vakuumisolationspaneele
6 im Bereich der Kante 8 zwischen der Wand 3 und der Wand 4. In entsprechender Weise
können die Vakuumisolationspaneele 6 auch an allen übrigen Kanten 8 der Transportkiste
1 angeordnet werden.
[0026] Um die Vakuumisolationspaneele 6 an den Wänden 3, 4, 5 zu befestigen, sind diese
insbesondere dort angeklebt. Ferner ist es zweckmäßig auch die Vakuumisolationspaneele
6 zweier aneinander angrenzender Lagen vor einem Verrutschen zu schützen. Dazu sind
die Lagen vorteilhafterweise fest miteinander verbunden, insbesondere miteinander
verklebt. Dadurch wird außerdem die Stabilität der Transportkiste 1 erhöht.
[0027] In Fig. 5 ist ein Ausführungsbeispiel eines Vakuumisolationspaneels 6 dargestellt.
Deutlich zu erkennen ist der mehrschichtige Aufbau. Der Kern 10 des Vakuumisolationspaneels
6 kann aus einem pyrogenen und/oder einem mikroporösen Material, insbesondere aus
einem Silica-Material (Kieselsäurepulver, verpreßt), bestehen. Die Verwendung dieses
Materials erlaubt es, den Kern 10 zu evakuieren, ohne daß der äußere Belastungsdruck
den Kern 10 zusammenpreßt. Gerade Silica-Material hat den Vorteil, daß durch einen
speziellen Herstellungsprozeß extrem feinkörnige Pulverteilchen mit einer glasartigen
Struktur erzeugt werden, so daß beim Verpressen zu Platten Hohlräume in einer hochporösen
Struktur entstehen, die um den Faktor 20 bis 100 kleiner sind als bei allen anderen
Materialien, wie z. B. organischen Schäumen. Die Verpressung des feinkörnigen Silica-Materials
geschieht zweckmäßigerweise unter Einbettung von Fasermaterial entsprechender Konsistenz,
so daß die Gesamtstruktur kompakt und zusammenhängend ausfällt. Silica-Material hat
im übrigen die im allgemeinen Teil der Beschreibung erläuterten Vorteile hinsichtlich
der Temperaturbeständigkeit.
[0028] Sollen allein die dämmtechnischen Eigenschaften, nicht aber die brandschutztechnischen
Eigenschaften der Transportkiste 1 verbessert werden, so können auch Vakuumisolationspaneele
6 mit einem Kern 10 aus offenporigen Polyurethan- oder Polystyrolschäumen oder aus
Glasfaservliesen gewählt werden. Auch solche Vakuumisolationspaneele 6 haben eine
geringe Wärmeleitfähigkeit und halten den äußeren Belastungsdruck aus.
[0029] Der gepreßte Kern 10 des in Fig. 5 dargestellten Vakuumisolationspaneels 6 ist zunächst
von einer Vliesschicht 11 abgedeckt, die dann von einer metallisierten Kunststoffolie
12 umgeben ist. Bei der Kunststoffolie 12 handelt es sich um eine spezielle gasdichte
Folie, die frei von Wärmebrücken ist.
[0030] Ferner ist in Fig. 5 eine laschenförmige Schweißnaht 13 dargestellt, die herstellungsbedingt
an der Kunststoffolie 12 vorgesehen ist. Damit die Vakuumisolationspaneele 6 in der
Transportkiste 1 optimal aneinander angrenzen, um auch an den Fugen 7 einen möglichst
geringen Wärmeübergang zu erreichen, sollten die Laschen oder Schweißnähte 13 nicht
in dem Bereich angeordnet sein, in dem sich die Vakuumisolationspaneele 6 berühren.
Die Vakuumisolationspaneele 6 sollten also im Bereich des Randes eine weitgehend glatte,
allenfalls eine flächige Schweißnaht zeigende Oberfläche aufweisen. Wesentlich ist,
daß im Bereich des Randes keine abstehenden Laschen vorliegen, die die unmittelbar
angrenzende Anordnung benachbarter Isolationspaneele 6 verhindern würden.
[0031] Damit während des Transports oder der Lagerung das gerahmte Gemälde oder ein sonstiges
hochwertiges, hochempfindliches Objekt optimal vor übermäßiger Feuchtigkeit im Inneren
der Transportkiste 1 geschützt ist, sollte ein Feuchtigkeit aufnehmendes Medium vorgesehen
sein. Dies können poröse, z. B. aus gepreßter Holzfaser bestehende Platten - nämlich
sogenannte Faserdämmplatten 14 - oder sonstige Körper sein. Wenn die Transportkiste
1 längere Zeit einer extrem trokkenen oder warmen Umgebung ausgesetzt ist, kann zur
Vermeidung des Austrocknens des Transportguts auch ein Feuchtigkeit abgebendes Medium
vorgesehen sein. Auf diese Weise kann auch bei sich ändernden Umgebungsbedingungen
die Feuchtigkeit im Inneren der Transportkiste 1 über längere Zeit relativ konstant
gehalten werden.
[0032] Bereits oben ist umfangreich erläutert worden, daß es bei bestimmten hochempfindlichen
Objekten darauf ankommen kann, die Temperatur im Inneren der Transportkiste 1 möglichst
konstant zu halten. Es liegt auf der Hand, daß die Temperaturkonstanz im Inneren der
Transportkiste 1 davon abhängt, wieviel wärmespeichernde Masse im Inneren der Transportkiste
vorhanden ist. Wärmespeichernde Masse kann man durch zusätzlich vorhandene Einbauten,
zusätzliche Materialschichten und natürlich auch durch das Objekt selbst, das beispielsweise
einen massiven Rahmen aufweist, einbringen. Häufig ist aber das hochempfindliche Objekt
auch noch ein sehr kleines, wenig Masse aufweisendes Objekt. Insbesondere in einem
solchen Fall kann es sich empfehlen, gezielt im Inneren zusätzlich ein wärmespeicherndes
Material vorzusehen. Dies ist insbesondere dann sehr effektiv, wenn es sich hier um
ein Material handelt, das als Latentwärmespeicher wirkt, insbesondere auf der Basis
eines Phasenwechsels. Solche Materialien sind an sich am Markt erhältlich, sie werden
erfindungsgemäß gezielt in die Transportkiste eingebracht, um im Inneren für das hochempfindliche
Objekt eine erhöhte Temperaturkonstanz zu gewährleisten.
[0033] Bereits oben ist darauf hingewiesen worden, daß ein Kiste-In-Kiste-System vorgesehen
werden kann. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, daß mindestens eine Platte der
inneren Transportkiste von einer Faserdämmplatte 14 gebildet ist.
[0034] Schließlich sollte im Inneren der Transportkiste 1 auch ein Schockabsorptionssystem
vorgesehen sein, das das Objekt vor Erschütterungen und Schlägen schützt. Dazu können
beispielsweise eine oder mehrere Schaumstofflagen im Inneren der Transportkiste 1
angeordnet sein. Diese können zwischen den Wänden 3, 5 und den Vakuumisolationspaneelen
6 und/oder zwischen den Vakuumisolationspaneelen 6 und dem Transportgut vorgesehen
sein. Die Schaumstofflagen können aber auch zusätzlich noch die Wärmedämmung erhöhen.
Letztlich wird man unter einem Schockabsorptionssystem jede Konstruktion verstehen
können, die auf die eine oder andere Art das hochempfindliche Objekt so lagert, daß
mechanische Beanspruchungen des Objekts minimiert werden.
[0035] Fig. 6 zeigt eine Konstruktion, die dahingehend modifiziert ist, das hohe Eigengewicht
der Platten der Transportkiste 1 bei großen Abmessungen von mehreren Metern konstruktiv
zu berücksichtigen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß bei besonders
großen Flächen insbesondere des Bodens 4 oder des Deckels 5, hier dargestellt, die
Fläche 15 durch Stege 16 in mehrere, insbesondere in drei Felder 17 unterteilt ist,
in denen dann einzelne Vakuumisolationspaneele 6 angeordnet, insbesondere wiederum
eingeklebt sind. Man erkennt in Fig. 6 zwei Stege 16 an der Innenseite des Deckels
5. Die Stege 16 sind hier mit Isoliermaterial 18 umkleidet, um auch hier möglichst
geringe Wärmebrücken zu bilden (Ausschnitt, nicht maßstabgerecht). Im dargestellten
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 ist im übrigen strichpunktiert angedeutet, daß die
Vakuumisolationspaneele 6 hier in den Feldern 17 an der Innenseite des Deckels 5 zwischen
den Stegen 16 dadurch stabilisiert und fixiert sind, daß hier noch an den Stegen 16
eine Faserdämmplatte 14 angebracht ist. Hier hat man gleichzeitig die Feuchtigkeitssteuerung
des Inneren der Transportkiste 1 erreicht und die stabile Fixierung der Vakuumisolationspaneele
6 an der Fläche 15 erreicht.
[0036] Für sich ist es auch bekannt, zur Fixierung der Vakuumisolationspaneele 6, so daß
deren Verrutschen und Verlagern vermieden wird, Spanngurte o. dgl. vorzusehen, die
an den Rändern der Wand, insbesondere des Deckels 5, befestigt sind.
1. Transportkiste zum Transport hochwertiger, hochempfindlicher Objekte, insbesondere
gerahmter oder anderweit formstabilisierter Gemälde, mit einem vorzugsweise aus vier
Wänden (3) bestehenden Rahmen, einer den Boden bildenden Wand (4) und einer den Deckel
bildenden Wand (5), wobei die Transportkiste (1) vollständig verschließbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportkiste (1) innen mit Vakuumisolationspaneelen (6) ausgekleidet ist.
2. Transportkiste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Bereich zweier aneinander angrenzender Wände (3, 4) die Stirnfläche (9) der
an der einen Wand angeordneten Vakuumisolationspaneele (6) die Seitenfläche (9) der
an der anderen Wand angeordneten Vakuumisolationspaneele (6) berührt.
3. Transportkiste nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Lagen von Vakuumisolationspaneelen (6) vorgesehen und derart angeordnet
sind, daß die Fugen (7) der einen Lage gegenüber den Fugen (7) der angrenzenden Lage(n)
versetzt sind und daß, vorzugsweise, die Fugen (7) der einen Lage quer zu den Fugen
(7) der angrenzenden Lage(n) verlaufen.
4. Transportkiste nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vakuumisolationspaneele (6) fest mit den Wänden (3, 4, 5) verbunden, insbesondere
mit diesen verklebt sind und, so vorhanden, daß die aneinander angrenzenden Lagen
fest miteinander verbunden, insbesondere miteinander verklebt sind.
5. Transportkiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vakuumisolationspaneele (6) im Bereich des Randes eine durchgehend weitgehend
glatte Oberfläche aufweisen, also im Bereich ihres Randes keine abstehenden Laschen
oder Schweißnähte (13) aufweisen.
6. Transportkiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vakuumisolationspaneele (6) im Kern (10) aus einem pyrogenen und/oder mikroporösen
Material, insbesondere aus einem Silica-Material, bestehen und/oder daß die Vakuumisolationspaneele
(6) im Kern (10) aus offenporigem Polyurethan- oder Polystyrolschaum bestehen.
7. Transportkiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren der Transportkiste (1) innerhalb des von den Vakuumisolationspaneelen
(6) umschlossenen Innenraums ein Feuchtigkeit aufnehmendes und/oder abgebendes Medium
vorgesehen ist, wobei, vorzugsweise, das feuchtigkeitaufnehmende und/oder abgebende
Medium mindestens eine Faserdämmplatte (14) aufweist.
8. Transportkiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren der Transportkiste (1) innerhalb des von den Vakuumisolationspaneelen
(6) umschlossenen Innenraums hinreichend Wärme speichernde Masse, ggf. zusätzlich
zum Objekt selbst eine zusätzlich Wärme speichernde Masse, ggf. in Form eines Latentwärmespeichers,
vorgesehen ist und/oder daß im Inneren der Transportkiste (1) innerhalb des von den
Vakuumisolationspaneelen (6) umschlossenen Innenraums ein Schockabsorptionssystem
vorgesehen ist, an bzw. in dem das zu transportierende Objekt gelagert ist.
9. Transportkiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren der Transportkiste (1) eine wiederum geschlossene Transportkiste vorgesehen
ist, in der das zu transportierende Objekt gelagert ist, insbesondere, daß das Schockabsorptionssystem
im Inneren der Transportkiste (1) seinerseits als geschlossene Transportkiste ausgeführt
ist, wobei, vorzugsweise, die mindestens eine Faserdämmplatte (14) eine Platte, insbesondere
den Dekkel, der inneren Transportkiste bildet.
10. Transportkiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Wänden (3, 5) der Transportkiste (1) und den Vakuumisolationspaneelen
(6) und/oder an den Innenseiten der Vakuumisolationspaneele (6) mindestens eine Lage
Schaumkunststoff vorgesehen ist.
11. Transportkiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei besonders großen Abmessungen der Wände, insbesondere des Bodens (4) oder des
Deckels (5), die Fläche (15) durch Stege (16) in mehrere, insbesondere drei Felder
(17) unterteilt ist, in denen dann einzelne Vakuumisolationspaneele (6) angeordnet,
insbesondere eingeklebt sind, daß, vorzugsweise, an der Innenseite der besonders großen,
mit Vakuumisolationspaneelen (6) belegten Fläche eine Stabilisierungsplatte, insbesondere
eine Faserdämmplatte (14) angeordnet, insbesondere an den Stegen (16) angebracht ist
und so die Vakuumisolationspaneele (6) zusätzlich fixiert und/oder die Stege (16)
zumindest dreiseitig mit vorzugsweise brandhemmend ausgeführtem oder ausgerüstetem
Isoliermaterial (18) umkleidet sind.