[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Profilschienensystem mit einem Deckprofil und
mit einem Verbindungsteil zur mittelbaren oder unmittelbaren Verankerung des Deckprofils
an einem Boden oder einer Wand.
[0002] Ein derartiges Profilschienensystem dient zum einen zum Einfassen eines Bodenoder
Wandbelages. Ein Boden- oder Wandbelag ist beispielsweise durch Parkettund Laminatboden,
flexible Auslegeware, oder Kacheln dargestellt und wird nachfolgend allgemein als
Flächenbelag bezeichnet. Zum anderen findet ein solches Profilschienensystem Verwendung
zur Überbrückung von Fugen zwischen zwei Flächenbelagstücken, wie sie z.B. bei Parkett-
und Laminatböden erforderlich sind, um ein Reißen oder eine Aufwellung des Flächenbelags
unter Einfluss einer temperatur- oder alterungsbedingten Dehnung oder Schrumpfung
zu verhindern. Insbesondere wenn die zu überbrückenden Flächenbelagsstücke eine unterschiedliche
Stärke aufweisen, ist die Überbrückung durch ein Deckprofil zweckmäßig, zumal die
erhabene Stoßkante zwischen den beiden Flächenbelagsstücken einerseits optisch unschön
ist, und andererseits eine mögliche Stolper- oder Verletzungsgefahr bildet.
[0003] Zum Höhenausgleich zwischen unterschiedlich starken Flächenbelagsstücken wird häufig
ein sogenanntes Ausgleichsprofil verwendet, d.h. ein Deckprofil, das bezüglich der
beiden Profilquerseiten asymmetrisch ausgebildet ist. Ein solches ist z.B. aus der
EP 321 634 B1 bekannt. In nachteiliger Weise muss die Stärke der Asymmetrie des Ausgleichsprofils
dem auszugleichenden Höhenunterschied angepasst sein. Um einen breiten Einsatzbereich
des Profilschienensystems zu gewährleisten, müssen deshalb vergleichsweise viele verschiedene
Deckprofilarten hergestellt und auf Lager gehalten werden. Dies wiederum erhöht, z.B.
für den Endbenutzer, die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Profilauswahl.
[0004] Darüber hinaus sind Systeme bekannt, bei denen der Höhenausgleich in gewissem Rahmen
flexibel einstellbar ist. So ist bei einem aus der DE 201 00 413 U1 bekannten Profilschienensystem
ein leistenartiges Verbindungsteil vorgesehen, das starr mit dem Deckprofil verschraubbar
ist, und das mit einem zylinderartigen Wulst in einer etwa Ω-förmigen Nut eines am
Boden verschraubbaren Basisprofils einliegt. Auf diese Weise wird eine begrenzte Kippbeweglichkeit
des Deckprofils gegenüber dem Basisprofil erreicht. Nachteilig bei diesem System ist
insbesondere, dass stets ein Basisprofil eingesetzt werden muss, und dass aufgrund
der Verschraubung des Deckprofils in äußerst unerwünschter Weise die entsprechenden
Schraubenköpfe unter Bildung scharfer Schraubenkanten aus dem Deckprofil herausragen
können.
[0005] Bei einem weiteren, aus der US 2002/0050109 A1 bekannten Profilschienensystem ist
ein U-förmiges Verbindungsteil mit umfänglich aufgebrachten Rastrippen bekannt, das
auf einen etwa T-förmigen Steg des Deckprofils aufrastbar ist. Das Verbindungsteil
ist wiederum in einer Aufnahme eines Basisprofils verrastbar, die von gegenüberliegenden
Seiten am Umfang des Verbindungsteils angreift. Zum Höhenausgleich kann das Verbindungsteil
aufgrund seines zylinderartigen Umfangs bezüglich seiner Symmetrieebene gerade oder
schief in der Aufnahme des Basisprofils eingesetzt werden, so dass wiederum eine begrenzte
Verkippung des Deckprofils bezüglich des Basisprofils gegeben ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein möglichst einfach aufgebautes Profilschienensystem
anzugeben, das insbesondere im Hinblick auf einen Höhenausgleich zwischen angrenzenden
Flächenbelagsstücken besonders geeignet ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Danach
ist bei einem Profilschienensystem ein etwa stiftartiges Verbindungsteil mit einem
Haltekopf versehen, der zur Herstellung einer nach Art eines Hintergriffs formschlüssigen
Verbindung in eine Haltenut eines Deckprofils derart einschiebbar ist, dass der Schaft
des Verbindungsteils um die Profilachse des Deckprofils verkippbar ist.
[0008] Durch die Verkippbarkeit des Schafts des Verbindungsteils um die Profilachse des
Deckprofils erfolgt der Höhenausgleich zwischen angrenzenden Flächenbelagstücken selbsttätig
bei der Montage des Profilschienensystems, da das Deckprofil aufgrund der vom Flächenbelag
ausgeübten Gegenkräfte in die optimale Schräglage gedrückt wird, die vorteilhafterweise,
z.B. zum Ausgleich einer Bodenunebenheit, auch entlang der Profilachse variieren kann.
Das Profilschienensystem ist dabei äußerst einfach aufgebaut und vielseitig einsetzbar.
Insbesondere ist der Einsatz eines Basisprofils optional.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Kippbeweglichkeit des
Schafts dadurch erreicht, dass der Haltekopf nach Art eines Gelenkkopfs in der Haltenut
gehalten ist. Die zum Höhenausgleich erforderliche Verkippung des Schafts erfordert
dabei nur einen geringen Kraftaufwand. Durch eine gelenkartige Halterung des Schafts
im Deckprofil ist zudem eine ungünstige Materialbelastung bei Verkippung des Deckprofils
vermieden. Dies wiederum sichert eine lange Lebensdauer des Profilschienensystems.
Die Nutzung des Haltekopfs als Gelenkkopf ermöglicht eine materialsparende Realisierung
des Profilschienensystems. Gleichzeitig sind besonders große Verkippungswinkel erreichbar.
[0010] Eine gelenkartige Halterung des Haltekopfs ist auf zweckmäßige Weise durch einen
etwa kugelförmigen Haltekopf gebildet, der in der Haltenut nach Art eines Kugelgelenks
einliegt. Eine ähnliche Beweglichkeit des Haltekopfs in der Haltenut wird alternativ
dadurch erreicht, dass der Haltekopf nach Art einer Senkkopfschraube zum Schaft hin
kegelartig oder kugelabschnittsartig ausgebildet ist. Diese Ausführungsform des Verbindungsteils
ist insbesondere vorteilhaft in Verbindung mit einem in die Haltenut hineinragenden,
in Längsrichtung des Profils ausgerichteten Mittelsteg des Deckprofils als Anschlag
für das Verbindungsteil.
[0011] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform ist das Verbindungsteil
T-förmig ausgebildet, wobei der den Horizontalschenkel der T-Form bildende Haltekopf
etwa die Form eines langgestreckten Zylinders aufweist, dessen Zylinderachse senkrecht
auf die Schaftachse steht. Mit dem zylinderartigen Haltekopf, der parallel zur Längsachse
des Deckprofils in der Haltenut einliegt, bilden der Haltekopf und die Haltenut eine
drehgelenkartige Verbindung aus. Vorteilhafterweise ist bei dieser Ausführung der
Schaft nur um die Längsachse des Deckprofils verkippbar, nicht aber senkrecht dazu.
[0012] In einer preiswerten, lediglich das Deckprofil und das Verbindungsteil umfassenden
Variante des Profilschienensystems ist der Schaft des Verbindungsteils nach Art eines
Lamellendübels mit umlaufenden Lamellen versehen, die zur direkten Verankerung des
Profilschienensystems in in den Boden oder die Wand eingebrachten Bohrungen vorgesehen
sind. Insbesondere für eine großflächige Verlegung ist eine alternative Ausführungsform
vorteilhaft, die zusätzlich ein zunächst auf dem Boden bzw. an der Wand zu verschraubendes
Basisprofil umfasst, an welchem anschließend das mit dem Deckprofil verbundene Verbindungsteil
verrastet wird. Das Basisprofil gewährleistet dabei einen besonders guten Halt des
Profilschienensystems am Boden oder der Wand und erlaubt eine einfache und genaue
Ausrichtung der Profilachse bezüglich der Flächenbelagkante. Ein besonderer Vorteil
liegt darin, dass das Deckprofil in unveränderter Form für beide der genannten Varianten
verwendbar ist. Somit ist z.B. auch eine Nach- oder Aufrüstung des Profilschienensystems
durch einen nachträglichen Einbau des Basisprofils möglich, ohne dass das Deckprofil
ausgetauscht werden muss.
[0013] Zweckmäßigerweise sind der Haltekopf und die Haltenut mit korrespondierenden Führungsmitteln
versehen, die den Schaft in einer eindeutigen, insbesondere senkrechten, Lage bezüglich
der Grundfläche des Deckprofils semipermant halten. Darunter wird eine Führung verstanden,
die einerseits ein druckloses Einschieben eines oder mehrerer Verbindungsteile in
die Haltenut nur in einer bestimmten Orientierung der Verbindungsteile erlaubt. Dadurch
ist sichergestellt, dass die Schäfte mehrerer in das Deckprofil eingeführter Verbindungsteile
parallel stehen, wodurch ein Einführen der Schäfte in die jeweils korrespondierende
Aufnahme erleichtert ist. Erst wenn es für einen Höhenausgleich erforderlich ist,
kann andererseits das oder jedes Verbindungsteil gegen einen geringen Gegendruck der
Führungsmittel aus der senkrechten Ursprungslage verkippt werden. Geeignete semipermanente
Führungsmittel sind durch eine ebene Führungsfläche des Haltekopfs realisiert, die
mit einer ebenen Stützfläche der Haltenut korrespondiert. Alternativ ist der Haltekopf
mit einer Führungsrippe versehen, die beim Einschieben des Verbindungsteils in eine
in der Haltenut angeordneten Längsrippe eingreift. Ein Vorteil dieser Führungsmittel
besteht insbesondere darin, dass die unter Überwindung der Führungsmittel erfolgende
Verkippung des Verbindungsteils dessen Halterung in der Haltenut nicht beeinträchtigt.
[0014] Ein zwischen dem Haltekopf und dem Schaft des Verbindungsteils vorzugsweise angeordneter,
biegsam ausgestalteter Halsbereich dient als seitlicher Toleranzausgleich. Wenn beispielsweise
eine Bohrung bezüglich der Mittelachse des Deckprofils geringfügig dezentriert in
den Boden bzw. in die Wand eingebracht ist, erlaubt der verbiegbare Halsbereich dennoch,
dass der Schaft des Verbindungsteils ohne Verkantung in die Aufnahme hineingleitet.
Diese Biegefähigkeit ist bevorzugt dadurch erreicht, dass der Halsbereich gegenüber
dem Schaft und dem Haltekopf verjüngt oder tailliert ausgebildet ist, und somit eine
Sollbiegestelle darstellt. Durch die Verjüngung im Halsbereich wird zudem ein größerer
Verkippungswinkel ermöglicht.
[0015] Durch jeweils einen Abstandssteg, der an jedem Querende des Deckprofils angeformt
ist und von der Innenseite der Deckplatte abragt, wird vorteilhafterweise der Abstand
zwischen der Innenseite und einem benachbarten Flächenbelagstück erhöht, so dass bei
vergleichsweise geringer Krümmung des Deckprofils ein besonders großer Verkippungswinkel
erreichbar ist.
[0016] Um mit einer Ausführung des Verbindungsteils einerseits sehr starke und andererseits
sehr dünne Flächenbelagsstücke verbinden zu können, ist der Schaft zweckmäßigerweise
mit mindestens einer als Sollschnittstelle dienenden Einkerbung versehen. An einer
solchen Einkerbung kann das Verbindungsteil bei Bedarf leicht verkürzt werden. Zweckmäßigerweise
ist der Schaft zylindersymmetrisch ausgeführt.
[0017] Als Material für das Verbindungsteil ist Kunststoff besonders geeignet. Dadurch ist
zum einen eine preisgünstige Herstellung des Verbindungsteils als Spritzteil möglich.
Zum anderen begünstigen die Materialeigenschaften herkömmlicher Kunststoffe, insbesondere
die hohe Biegsamkeit und die vergleichsweise hohe Bruchfestigkeit, das Einsatzverhalten
des Profilschienensystems. Da das oder jedes Verbindungsteil auf der Unterseite des
Deckprofils an diesem gehalten und somit das Deckprofil schraubenlos verankerbar ist,
sind scharfkantige Oberflächenbereiche an der im Montagezustand sichtbaren Profiloberseite
des Deckprofils vermieden.
[0018] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in einer schematischen Explosionsdarstellung ein Profilschienensystem mit einem Deckprofil,
einem Basisprofil und einem Verbindungsteil,
- Fig. 2
- in einem Querschnitt das zur Überbrückung zweier gleich starker Bodenbelagstücke verwendete
Profilschienensystem gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- das Profilschienensystem gemäß Fig. 2 bei unterschiedlich starken Bodenbelagstücken,
- Fig. 4
- in perspektivischer Darstellung eine alternative Ausführungsform des Verbindungsteils,
- Fig. 5
- in einem Querschnitt eine Ausführungsform des zur Überbrückung zweier gleich starker
Bodenbelagstücke verwendete Profilschienensystem mit einem Verbindungsteil gemäß Fig.
4,
- Fig. 6
- das Profilschienensystem gemäß Fig. 5 bei unterschiedlich starken Bodenbelagstücken,
- Fig. 7
- in perspektivischer Darstellung eine nach Art eines Lamellendübels gestaltete Ausführungsform
des Verbindungsteils,
- Fig. 8
- in einem Querschnitt eine Ausführungsform des Profilschienensystems mit einem Deckprofil
und einem Verbindungsteil gemäß Fig. 7,
- Fig. 9
- das Profilschienensystem gemäß Fig. 8, montiert in einer geringfügig fehlgesetzten
Bohrung eines Bodens,
- Fig. 10
- in einem Querschnitt eine weitere Ausführungsform des Deckprofils mit einer weiteren
Ausführungsform des Verbindungsteils,
- Fig. 11
- in perspektivischer Darstellung das Verbindungsteil gemäß Fig. 10 und
- Fig. 12
- in perspektivischer Darstellung eine weitere Ausführungsform des Verbindungsteils.
[0019] Einander entsprechende Teile sind in den jeweiligen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0020] Das in Fig. 1 vereinfacht dargestellte Profilschienensystem 1 umfasst ein Deckprofil
2, ein Basisprofil 3 sowie eine Anzahl von stift- oder dübelartigen Verbindungsteilen,
von denen nur ein Verbindungsteil 4 gezeigt ist. Das Verbindungsteil 4 dient zur schraubenlosen
Verankerung des Deckprofils 2.
[0021] Das Basisprofil 3 weist eine ebene Grundplatte 5 auf, von der zwei entlang der zur
Längsrichtung des Deckprofils 2 und/oder Basisprofils 3 parallelen Profilachse 6 verlaufende
Längsstege 7 abragen. Die Längsstege 7 verlaufen somit parallel zueinander und bilden
zwischen sich eine nutartige Aufnahme 8 aus. Die beiden einander zugekehrten Innenwände
9 sind dabei mit entlang der Profilachse 6 verlaufenden Halterillen 10 versehen. Das
Freiende 11 jedes Längssteges 7 ist jeweils zur Aufnahme 8 hin abgeschrägt. Die beiden
Freienden 11 der beiden Längsstege 7 bilden somit eine trichterartige Einführhilfe
für das Verbindungsteil 4. Die Bodenplatte 5 ist weiterhin mit einer Anzahl von außenseitig
der Längsstege 7 angeordneten Durchführungen 12 zur Befestigung des Basisprofils 3
mittels Schrauben versehen.
[0022] Das Verbindungsteil 4 ist schraubenähnlich aufgebaut und umfasst einen nach Art einer
Senkkopfschraube konisch oder kugelsegmentartig geformten Haltekopf 13, der über einen
Halsbereich 14 in einen zylindersymmetrischen Schaft 15 übergeht. Wie bei einer Schraube
überragt dabei der Haltekopf 13 in radialer Richtung den Schaft 15. Anders ausgedrückt
weist der Haltekopf 13 einen größeren Durchmesser als der Schaft 15 auf. Der Schaft
15 ist mit mehreren Rastrippen 16 versehen, die entlang der Schaftachse 17 des Verbindungsteils
4 parallel verschoben sind und den Schaft 15 um dessen vollen Umfang umlaufen.
[0023] Das Deckprofil 2 umfasst eine ungelochte Deckplatte 18, die im Querschnitt zu einer
Innenseite 19 schirmartig gewölbt ist. Das Deckprofil 2 ist weiterhin mit zwei Längsstegen
20 versehen, die jeweils etwa senkrecht an die Innenseite 19 der Deckplatte 18 angeformt
sind und deren Freienden 21 aufeinander zu gebogen sind. Die beiden Längsstege 20
bilden somit zwischen sich eine im Querschnitt etwa halbkreisförmige Haltenut 22 aus,
die zur Innenseite 19 hin geöffnet ist.
[0024] Das Deckprofil 2 ist bezüglich einer von der Profilachse 6 und einer auf diese senkrechte
Normalenachse 23 gebildeten Mittelebene 24 spiegelsymmetrisch ausgebildet. Die auf
die Profilachse 6 und die Normalenachse 23 senkrechte Achse wird nachfolgend als Querachse
25 bezeichnet. Die durch die Profilachse 6 und die Querachse 25 aufgespannte Fläche
wird dabei als Grundfläche 26 bezeichnet.
[0025] Fig. 2 zeigt das Profilschienensystem 1 im Einsatz als Übergangsprofil zwischen zwei
gleich starken, auf einem Boden 27 verlegten Bodenbelagstücken 28. Bei den Bodenbelagstücken
28 kann es sich um harte Materialien handeln, wie beispielsweise Parkett, Laminat
oder Kacheln. Des Weiteren kann der Bodenbelag auch durch weiche Auslegeware, wie
beispielsweise Teppichboden oder PVC, realisiert sein. In dem in Fig. 2 gezeigten
Beispiel ist den Bodenbelagstücken 28 und dem Boden 27 je eine Dämmschicht 29 zwischengelagert.
Die Bodenbelagstücke 28 sind derart an das Basisprofil 3 herangeführt, dass der Rand
30 eines jeden Bodenbelagstücks an dem benachbarten Längssteg 7 des Basisprofils 3
anliegt oder unter Bildung einer Fuge 31 in geringem Abstand zu diesem verläuft.
[0026] Zur Montage des Profilschienensystems 1 werden mehrere Verbindungsteile 4 jeweils
mit ihrem Haltekopf 13 in die Haltenut 22 des Deckprofils 2 eingeschoben. Dabei hintergreifen
die Längsstege 20 den Haltekopf 13, so dass das jeweilige Verbindungsteil 4 am Deckprofil
2 bezüglich der durch die Normalenachse 23 gegebenen Richtung formschlüssig gehalten
ist. Der Haltekopf 13 liegt dabei mit seinem Kopfende 32 an einem in die Haltenut
22 hineinragenden Mittelsteg 33 des Deckprofils 2 an, so dass ein annähernd spielfreier
Sitz des Verbindungsteils 4 in der Haltenut 22 sichergestellt ist. Das Deckprofil
2 und ein Verbindungsteil 4 bilden zusammen einen in vereinfachter Sichtweise T-förmigen
Querschnitt aus, dessen Vertikalschenkel durch das Verbindungsteil 4 gebildet wird
und dessen Horizontalschenkel durch die Deckplatte 18 des Deckprofils 2 gebildet wird.
[0027] In einem weiteren Montageschritt wird die Einheit aus dem Deckprofil 2 und den damit
verbundenen Verbindungsteilen 4 gegen das Basisprofil 3 gepresst, so dass der jeweilige
Schaft 15 in die Aufnahme 8 hineingedrückt wird. Dabei verzahnen sich die Rastrippen
16 des Schafts 15 mit den Halterillen 10 der Längsstege 7 und verankern das Deckprofil
2 schraubenlos am Basisprofil 3. Der Schaft 15 wird zweckmäßigerweise so weit in die
Aufnahme 8 hineingepresst, dass beide Querenden 34 der Deckplatte 18 auf dem jeweiligen
Bodenbelagstück 28 unter Vorspannung aufliegen. Das Deckprofil 2 wirkt somit nach
Art einer Blattfeder und bewirkt eine das Deckprofil 2 und das Verbindungsteil 4 nach
oben - also in die vom Boden 27 abgewandte Richtung - ziehende Kraft, die gegen die
Haltekraft der durch die Rastrippen 16 mit den Halterillen 10 gebildeten Verrastung
wirkt. Durch diese Vorspannung im Profilschienensystem 1 wird ein Verrutschen oder
Wackeln des Deckprofils 2 wirksam vermieden und gleichzeitig die Bodenbelagstücke
28 am Boden 27 fixiert.
[0028] Durch den Mittelsteg 33 ist gewährleistet, dass zu dessen beiden Seiten zwischen
dem Kopfende 32 und der Innenseite 19 ein Freiraum gebildet ist. Dies ermöglicht auf
einfache Weise einen in Fig. 3 gezeigten Höhenausgleich zwischen Bodenbelagstücken
28a,28b, die eine unterschiedliche Stärke aufweisen. Beim Eindrükken des Schafts 15
in die Aufnahme 8 berührt die Deckplatte 18 mit dem korrespondierenden Querende 34a
zunächst das stärkere Bodenbelagstück 28a. Wird das Deckprofil 2 und das damit verbundene
Verbindungsteil 4 weiter in Richtung Boden 27 gedrückt, so wird durch das von dem
Bodenbelagstück 28a auf das Deckprofil 2 ausgeübte Drehmoment das Deckprofil 2 so
lange um den Mittelsteg 33 verkippt, bis auch das zweite Querende 34b auf dem korrespondierenden
Bodenbelagstück 28b aufliegt.
[0029] In montiertem Zustand ist im Beispiel gemäß Fig. 3 die Normalenachse 23 also um einen
Verkippungswinkel A gegenüber der Schaftachse 17 verkippt. Bevorzugt sind der Haltekopf
13 und die Haltenut 22 derartig dimensioniert, dass ein Verkippungswinkel von mindestens
10° bestimmungsgemäß erreicht wird, ohne dass eine unerwünschte Verbiegung des Verbindungsteils
4 oder des Deckprofils 2 stattfindet.
[0030] In Fig. 4 ist eine alternative Ausführungsform des Verbindungsteils 4 gezeigt. In
dieser Ausführung ist der Haltekopf 13 in Form eines quer zur Schaftachse 17 liegenden
länglichen Zylinders ausgeführt. Der Haltekopf 13 und der Schaft 15 bilden somit etwa
eine T-Form, dessen Horizontalschenkel durch den Haltekopf 13 gebildet wird, während
der Vertikalschenkel durch den Schaft 15 gebildet wird. Der Haltekopf 13 und der Schaft
15 sind durch einen vergleichsweise dünnen Halsbereich 14 getrennt.
[0031] Zusätzlich zu den Rastrippen 16 trägt der Schaft 15 in regelmäßigen axialen Abständen
eingebrachte Einkerbungen 35, die als Schneidmarkierungen oder Sollschnittstellen
dienen. Jede Einkerbung 35 erlaubt eine einfache Durchtrennung des Schafts 15, wenn
dieser, z.B. bei sehr dünnen zu verbindenden Bodenbelagstücken 28 zu lang ist, um
eine bündige Einfassung der Bodenbelagstücke 28 zu gewährleisten. Das Kopfende 32
ist mit einer parallel zur Zylinderachse 36 des Haltekopfs 13 verlaufenden Führungsrippe
37 versehen.
[0032] Das in Fig. 4 gezeigte Verbindungsteil 4 ist Teil einer in den Figuren 5 und 6 in
montiertem Zustand dargestellten Ausführungsform des Profilschienensystems 1.
[0033] Das zugehörige Deckprofil 2 weist eine Haltenut 22 mit etwa kreisrunden Querschnitt
auf. Die Längsstege 20 umschließen den Haltekopf 13 nach Art der Gelenkkapsel eines
Drehgelenks bündig. Der Schaft 15 ist daher vorteilhafterweise nur um die Profilachse
6 kippbeweglich, nicht aber um die Querachse 25. Infolge des taillienartigen Halsbereichs
14 ist in dieser Ausführung ein sehr großer Verkippungswinkel A von beispielsweise
bis zu ca. 40° erreichbar. Die Führungsrippe 37, die in der Darstellung gemäß Fig.
5 in eine korrespondierende Längsrille 38 des Deckprofils 2 eingreift, bewirkt dabei,
dass beim Einführen der Verbindungsteile 4 in die Haltenut 22 die Verbindungsteile
4 bezüglich der Schaftachse 17 senkrecht zur Grundfläche 26 orientiert sind. Dadurch
sind automatisch alle eingeführten Verbindungsteile 4 parallel zueinander angeordnet,
wodurch die Handhabung des Profilschienensystems 1, insbesondere die Einführung der
Verbindungsteile 4 in die Aufnahme 8 des hier nicht dargestellten Basisprofils 3,
erheblich vereinfacht ist. Eine Verkippung des Schafts 15 gegenüber der Normalenachse
23 erfolgt hier nur, wenn auf den Schaft 15 ein geeignetes Drehmoment ausgeübt wird
und der durch die Führung der Führungsrippe 37 in der Längsrille 38 bewirkte Druckpunkt
überwunden wird. An jedem Querende 34a, 34b des Deckprofils 2 ist ein Abstandssteg
43 angeformt, der zum Boden 27 hin von der Deckplatte 18 absteht. Durch diese Abstandsstege
43 wird der Abstand zwischen der Deckplatte 18 und den anliegenden Bodenbelagstücken
28a, 28b vergrößert, wodurch ein größerer Verkippungswinkel A ermöglicht wird, ohne
dass die Deckplatte 18 an der Kante 44 des stärkeren Bodenbelagstücks 28a anschlägt.
[0034] Bei einer weiteren, in den Figuren 7 bis 9 dargestellten Ausführungsform des Profilschienensystems
1 ist der Schaft 15 des Verbindungsteils 4 nach Art eines Lamellendübels mit umlaufenden
Lamellen 39 versehen. Das Profilschienensystem 1 umfasst hierbei lediglich das Deckprofil
2 und das Verbindungsteil 4, dessen Schaft 15 zur direkten Verankerung des Profilschiensystems
1 in einer in den Boden 27 eingebrachten Bohrung 40 vorgesehen ist. Ein Basisprofil
3 ist in dieser Ausführung nicht vorgesehen.
[0035] Der verjüngte Halsbereich 14 ist in dieser Ausführung biegsam ausgebildet und dient
somit als seitlicher Toleranzausgleich, um eine ordnungsgemäße Montage des Profilschienensystems
1 auch dann zu gewährleisten, wenn die Bohrungen 40 nicht exakt in einer geraden Linie
gesetzt sind, und somit einzelne Bohrungen 40 gegenüber der Mittelebene 24 des Profilschienensystems
1 abweichen. Diese Situation ist in Fig. 9 dargestellt. Beim Eindrücken des Schafts
15 in die fehlgesetzte Bohrung 40 verbiegt sich der Halsbereich 14 derart, dass der
Schaft 15 verkantungsfrei in die Bohrung 40 hineingleitet, wodurch ein sicherer Sitz
des Deckprofils 2 am Boden 27 sichergestellt ist.
[0036] Weitere Ausführungsformen des Verbindungsteils 4 und eine zugehörige Ausbildung des
Deckprofils 2 sind in den Figuren 10 bis 12 gezeigt. Anstelle der Führungsrippe 37
ist hierbei eine ebene Führungsfläche 41 am Kopfbereich des Verbindungsteils 4 vorgesehen.
Beim Einschieben des Verbindungsteils 4 in die Haltenut 22 liegt diese Führungsfläche
41 an einer korrespondierenden, ebenen Stützfläche 42 des Deckprofils 2 an. Auf diese
Weise ist das Verbindungsteil 4 wiederum in einer bezüglich der Grundfläche 26 des
Deckprofils 2 senkrechten Lage geführt und eine Verkippung des Verbindungsteils 4
erst nach Überwindung eines durch diese Führung bewirkten Druckpunktes möglich. Der
Haltekopf 13 hat dabei gemäß Fig. 11 - ähnlich wie in der Ausführung gemäß Fig. 4
- etwa die Form eines quer zur Schaftachse 17 liegenden Zylinders.
[0037] In der in Fig. 12 gezeigten Variante des Verbindungsteils 4 ist der Haltekopf 13
etwa kugelförmig ausgebildet und liegt in der Haltenut 22 nach Art eines Kugelgelenks
ein. Der Querschnitt der letztgenannten Ausführung ist identisch dem in Fig. 10 dargestellten
Querschnitt der Ausführung gemäß Fig. 11.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Profilschienensyster
- 2
- Deckprofil
- 3
- Basisprofil
- 4
- Verbindungsteil
- 5
- Grundplatte
- 6
- Profilachse
- 7
- Längssteg
- 8
- Aufnahme
- 9
- Innenwand
- 10
- Halterille
- 11
- Freiende
- 12
- Durchführung
- 13
- Haltekopf
- 14
- Halsbereich
- 15
- Schaft
- 16
- Rastrippe
- 17
- Schaftachse
- 18
- Deckplatte
- 19
- Innenseite
- 20
- Längssteg
- 21
- Freiende
- 22
- Haltenut
- 23
- Normalenachse
- 24
- Mittelebene
- 25
- Querachse
- 26
- Grundfläche
- 27
- Boden
- 28
- Bodenbelagstück
- 29
- Dämmschicht
- 30
- Rand
- 31
- Fuge
- 32
- Kopfende
- 33
- Mittelsteg
- 34
- Querende
- 35
- Einkerbung
- 36
- Zylinderachse
- 37
- Führungsrippe
- 38
- Längsrille
- 39
- Lamellen
- 40
- Bohrung
- 41
- Führungsfläche
- 42
- Stützfläche
- 43
- Abstandssteg
- 44
- Kante
- A
- Verkippungswinkel
1. Profilschienensystem (1) mit einem Deckprofil (2) und mit einem Verbindungsteil (4)
zur mittelbaren oder unmittelbaren Verankerung des Deckprofils (2) an einem Boden
oder einer Wand (27), wobei das Verbindungsteil (4) einen Haltekopf (13) zur Herstellung
einer nach Art eines Hintergriffs formschlüssigen Verbindung mit einer Haltenut (22)
des Deckprofils (2) sowie einen mit Rastmitteln (16,39) versehen Schaft (15) aufweist,
und wobei bei in die Haltenut (22) eingestecktem Haltekopf (13) der Schaft (15) um
die Profilachse (6) des Deckprofils (2) verkippbar ist.
2. Profilschienensystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Haltekopf (13) nach Art eines Gelenkkopfes in der eine Gelenkkapsel bildenden
Haltenut (22) gehalten ist.
3. Profilschienensystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Haltekopf (13) nach Art einer Senkkopfschraube kegelartig oder kugelabschnittsartig
ausgebildet ist.
4. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch
einen in die Haltenut (22) hineinragenden Mittelsteg (33) des Deckprofils (2).
5. Profilschienensystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Haltekopf (13) kugelartig ausgebildet ist.
6. Profilschienensystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungsteil (4) T-förmig ausgebildet ist mit einem etwa zylinderförmigen
Haltekopf (13), dessen Achse (6) senkrecht auf die Schaftachse (17) steht.
7. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schaft (15) mit umlaufenden Lamellen (39) zur direkten Verrastung des Schafts
(15) in einer Bohrung (40) des Bodens oder der Wand (27) versehen ist.
8. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
gekennzeichnet durch
ein mit dem Boden oder der Wand (27) ortsfest verbindbares Basisprofil (3), welches
mit einer zur Verrastung des Verbindungsteils (4) ausgebildeten Aufnahme (8) für den
Schaft (15) versehen ist.
9. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Haltekopf (13) und die Haltenut (22) korrespondierende Führungsmittel (37,38,41,42)
aufweisen, welche den Schaft (15) in einer eindeutigen Orientierung bezüglich der
Grundfläche (26) des Deckprofils (2) semipermanent halten.
10. Profilschienensystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungsmittel eine ebene Führungsfläche (41) des Haltekopfes (13) und eine ebene
Stützfläche (42) innerhalb der Haltenut (22) umfassen.
11. Profilschienensystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungsmittel eine innerhalb der Haltenut (22) angeordnete Längsrille (38) und
eine am Haltekopf (13) angeordnete Führungsrippe (37) umfassen.
12. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungsteil (4) einen den Haltekopf (13) mit dem Schaft (15) verbindenden,
biegsamen Halsbereich (14) umfasst.
13. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Querenden (34) des Deckprofils (2) mit jeweils einem von der Innenseite (19)
der Deckplatte (18) abstehenden Abstandssteg (43) versehen sind.
14. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schaft (15) mit mindestens einer Sollschnittstelle (35) versehen ist.
15. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schaft (15) zylindersymmetrisch ist.
16. Profilschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungsteil (4) aus Kunststoff besteht.