[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilsteuerung für eine Brennkraftmaschine, enthaltend
a) eine Nockenwelle mit mindestens einem Nocken;
b) einen den Nocken abtastenden Abtastkolben (plunger), welcher bei seiner Abtastbewegung
das Volumen eines mit einem Hydraulikmedium gefüllten Druckraumes verändert;
c) ein in Abhängigkeit vom Druck des Hydraulikmediums im Druckraum bewegliches Ventil;
d) einen in Abhängigkeit vom Druck des Hydraulikmediums im Druckraum gegen die Spannung
eines Federelementes bis zu einem Anschlag beweglichen Leerhubkolben.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung der Öffnungsbewegung eines
Ventils einer Brennkraftmaschine, wobei
a) der Ausschlag des Nockens einer rotierenden Nockenwelle abgetastet und über ein
Hydraulikmedium in die Bewegung des Ventils umgewandelt wird;
b) das Hydraulikmedium auf einen gegen eine Spannung bis zu einem Anschlag beweglichen
Leerhubkolben einwirkt.
[0003] Eine Ventilsteuerung der eingangs genannten Art ist aus der DE 100 13 536 A1 bekannt.
Bei dieser Ventilsteuerung bewegt der rotierende Nocken einer Nockenwelle einen Abtastkolben
in einem zylindrischen, mit einem Hydrauliköl gefüllten Raum hin und her. Das dabei
verdrängte Hydrauliköl wird über ein elektromagnetisches Zweiwegeventil wahlweise
auf einen zweiten linear beweglichen Kolben gelenkt, welcher auf das Ventil eines
Zylinders der Brennkraftmaschine einwirkt, oder auf einen unter der Spannung einer
Feder stehenden Leerhubkolben. In der ersten Stellung des Zweiwegeventils findet über
das Hydraulikmedium eine direkte Kopplung zwischen der Nockenwelle und dem zu betätigenden
Ventil statt, während in der zweiten Stellung des Magnetventils diese Kopplung unterbrochen
und das vom Nocken verdrängte Hydrauliköl auf den Leerhubkolben gelenkt wird, welcher
durch sein Nachgeben für ein konstantes Volumen des Druckraumes sorgt und dabei Energie
in der Federspannung zwischenspeichert. Nachteilig bei diesem und ähnlichen Systemen
ist jedoch, daß diese ein sehr schnell und präzise arbeitendes, elektronisch angesteuertes
Magnetventil benötigen, wodurch diese aufwendig und störanfällig werden.
[0004] Vor diesem Hintergrund war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine einfache und
robuste Ventilsteuerung bereitzustellen, welche insbesondere auch eine variable Einstellung
des Ventilhubs und der Hubdauer ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Ventilsteuerung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0007] Die auf die Einlaß- und/oder Auslaßventile einer Brennkraftmaschine einwirkende erfindungsgemäße
Ventilsteuerung enthält eine Nockenwelle mit mindestens einem daran angebrachten Nocken
sowie einen mit dem Nocken in Kontakt stehenden Abtastkolben, welcher bei einer Drehung
des Nockens eine korrespondierende, vorzugsweise lineare Abtastbewegung ausführt und
durch diese Abtastbewegung das Volumen eines mit einem Hydraulikmedium gefüllten Druckraumes
verändert. Das im Einlaß oder Auslaß der Brennkammer der Brennkraftmaschine angeordnete
bewegliche Ventil ist so mit dem Druckraum gekoppelt, daß es sich in Abhängigkeit
von dem dort herrschenden Druck des Hydraulikmediums bewegt. In ähnlicher Weise ist
ein gegen die Spannung eines Federelementes bis zu einem Anschlag beweglicher Leerhubkolben
derart mit dem Druckraum gekoppelt, daß dieser sich in Abhängigkeit von dem dort herrschenden
Druck des Hydraulikmediums bewegt. Die Ventilsteuerung ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannung des Federelementes und/oder die Position des Anschlags, gegen welchen
der Leerhubkolben läuft, während des Betriebs der Ventilsteuerung veränderlich ist.
[0008] Durch die erfindungsgemäß ermöglichte Änderung der Spannung des Federelementes und/oder
der Position des Anschlags kann das dynamische Verhalten des Leerhubkolbens variiert
werden. Da der Leerhubkolben vom Hydraulikmedium des Druckraumes bewegt wird, haben
diese Veränderungen unmittelbar Auswirkungen auf alle an den Druckraum gekoppelten
Elemente, also insbesondere auf das Brennkammerventil. Auf diese Weise läßt sich mit
verhältnismäßig einfachen mechanischen Mitteln eine variable Ventilsteuerung realisieren.
[0009] Vorzugsweise stehen das Ventil und der Leerhubkolben in einer ständigen beziehungsweise
nicht unterbrechbaren hydraulischen Verbindung zum Druckraum. Das bedeutet, daß die
vom Nocken der Nockenwelle verursachte Verdrängungsbewegung des Hydraulikmediums sich
stets gleichzeitig sowohl auf das Ventil als auch auf den Leerhubkolben auswirkt.
Veränderungen im dynamischen Verhalten des Leerhubkolbens wirken sich daher unmittelbar
auf das Öffnungsverhalten des Ventils aus. Weiterhin kommt diese Ausführungsform ohne
ein aufwendiges und elektronisch zu steuerndes Magnetventil für eine wahlweise Ankopplung
von Ventil oder Leerhubkolben an den Druckraum aus.
[0010] Eine besonders einfache mechanische Realisierung eines positionsveränderlichen Anschlags
für den Leerhubkolben wird durch einen linear verschiebebeweglichen Stellkolben erreicht.
[0011] Der Anschlag, zum Beispiel der vorstehend erwähnte Stellkolben, ist gemäß einer bevorzugten
Ausgestaltung der Ventilsteuerung mit dem Gaspedal der Brennkraftmaschine derart gekoppelt,
daß seine Position durch die Position des Gaspedals festgelegt wird. Über das Gaspedal
kann der Fahrer somit unmittelbar Einfluß auf die Ventilsteuerung und damit das Öffnungsverhalten
der Ventile nehmen. So kann zum Beispiel durch verkürzte Öffnungszeiten der Einlaßventile
die Luftzufuhr zum Motor zur Verringerung der Leistung begrenzt werden. Auf diese
Weise ist es unter Umständen sogar möglich, auf die üblicherweise zur Leistungssteuerung
des Motors verwendete Drosselklappe im Ansaugkrümmer zu verzichten, wodurch sich erhebliche
Vorteile in der Leistungseffizienz des Motors erzielen lassen.
[0012] Das auf den Leerhubkolben mit einer gegen den Druck des Hydraulikmediums gerichteten
Kraft wirkende Federelement erstreckt sich vorzugsweise zwischen dem Leerhubkolben
und dem Anschlag des Leerhubkolbens. Typischerweise wird das Federelement durch eine
Schraubenfeder realisiert. Die genannte Anordnung und Erstreckung des Federelementes
hat zur Folge, daß es sich zusammen mit dem Anschlag bewegt. Eine Positionsveränderung
des Anschlages wirkt sich somit gleichzeitig auf die Vorspannungskraft des Federelementes
aus.
[0013] Das zu steuernde Ventil der Brennkammer ist in der Regel mit einer Ventilfeder gekoppelt,
welche so vorgespannt ist, daß diese gegen den Druck des Hydraulikmediums im Druckraum
wirkt. Die Ventilfeder drückt das Ventil somit in dessen Schließstellung, aus welcher
es jedoch durch einen entsprechend großen Druck des Hydraulikmediums im Druckraum
herausbewegt werden kann.
[0014] Vorzugsweise hat die vorstehend genannte Ventilfeder eine größere Federkonstante,
definiert als Kraftänderung pro Längenänderung der Feder, und/oder eine größere Ruhespannung,
definiert als die in der Schließstellung des Ventils auf das Ventil wirkende Kraft,
als das auf den Leerhubkolben wirkende Federelement. Die auf den Leerhubkolben wirkende
Spannung ist somit "weicher" und/oder in Ruhestellung kleiner, so daß sich ein Druckanstieg
des Hydraulikmediums durch den Ausschlag des Nockens der Nockenwelle zunächst auf
den Leerhubkolben auswirkt. Erst wenn am Federelement des Leerhubkolbens eine Kraft
aufgebaut ist, die größer als die Ruhespannung der Ventilfeder ist, setzt eine Mitbewegung
des Ventils ein. Bei Bedarf können die Federparameter auch so festgelegt werden, dass
sich zunächst nur der Leerhubkolben bewegt, bis er seinen Anschlag erreicht, und dass
erst danach die Bewegung des Ventils einsetzt.
[0015] Gemäß einer Weiterbildung der Ventilsteuerung ist der Druckraum durch mindestens
einen Überströmkanal in zwei oder mehr hydraulisch gekoppelte Volumina unterteilt.
Abtastkolben, Leerhubkolben und Ventil können sich dann in jeweils unterschiedlichen
Teilvolumina des Druckraumes bewegen, wobei die Teilvolumina optimal in Bezug auf
die geometrischen Gegebenheiten der Brennkraftmaschine angeordnet und geformt werden
können. Weiterhin kann durch die Formgebung und Dimensionierung des Überströmkanals
gezielt ein bestimmtes dynamisches Strömungsverhalten des Hydraulikmediums verursacht
werden.
[0016] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Steuerung der Öffnungsbewegung
eines Einlaß- oder Auslaßventils einer Brennkraftmaschine, wobei der Ausschlag des
Nockens einer rotierenden Nockenwelle abgetastet und über ein Hydraulikmedium in die
Bewegung des Ventils umgewandelt wird, und wobei das Hydraulikmedium zusätzlich auf
einen gegen eine Spannung bis zu einem Anschlag beweglichen Leerhubkolben einwirkt.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Größe der auf den Leerhubkolben
einwirkenden (Vor-)Spannung und/oder die Federkonstante dieser Spannung und/oder die
Position des Anschlages des Leerhubkolbens verändert werden können, um auf diese Weise
die Öffnungsbewegung (Beginn und Ende des Schließens, Hub) des Ventils zu steuern.
[0017] Mit dem beschriebenen Verfahren läßt sich in verhältnismäßig einfacher Weise eine
variable Ventilsteuerung verwirklichen, bei welcher lediglich mechanische Größen wie
die Vorspannung und die Position eines Anschlags verändert werden müssen.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung dieses Verfahrens wird die Position des Anschlags des Leerhubkolbens
von der Motorsteuerung und/oder von der Position des Gaspedals bestimmt. Da die Position
des Anschlags darüber entscheidet, welche Amplitude die Bewegung des Leerhubkolbens
hat, kann hierüber unmittelbar Einfluß auf das Öffnungsverhalten der angesteuerten
Ventile genommen werden. Daher ist es von Vorteil, wenn die Position des Anschlags
durch die Motorsteuerung oder das Gaspedal kontrolliert werden kann.
[0019] Im Folgenden wird die Erfindung mit Hilfe der Figuren beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Ventilsteuerung;
- Fig. 2a)-d)
- verschiedene Stadien der Bewegung des Leerhubkolbens der Ventilsteuerung nach Figur
1;
- Fig. 3
- eine alternative Anordnung der Elemente einer erfindungsgemäßen Ventilsteuerung,
- Fig. 4
- eine weitere alternative Anordnung der Elemente einer erfindungsgemäßen Ventilsteuerung,
und
- Fig. 5
- in einem Diagramm den mit einer erfindungsgemäßen Ventilsteuerung einstellbaren Ventilhub
über dem Nockenwellenwinkel.
[0020] In Figur 1 sind in einem schematischen Querschnitt die wesentlichen Elemente einer
erfindungsgemäßen Ventilsteuerung dargestellt. Die Ventilsteuerung ist am Zylinderkopf
5 einer nicht näher dargestellten Brennkraftmaschine herkömmlicher Bauart realisiert,
deren Brennkammern beziehungsweise Zylinder von Einlaßventilen und Auslaßventilen
geöffnet und verschlossen werden. Von einem derartigen Brennkammerventil 7 ist in
Figur 1 nur der obere Abschnitt dargestellt, wobei der benachbarte Doppelpfeil die
lineare reziproke Bewegung des Ventils andeutet. Über eine Ventilfeder 6 wird das
Ventil 7 mit einer nach oben gerichteten und das Ventil in die Schließstellung drängenden
Spannung beaufschlagt.
[0021] Zur Steuerung des Öffnens und Schließens des Ventils 7 ist in bekannter Weise eine
mit halber Motordrehzahl rotierende Nockenwelle vorgesehen, auf welcher unrunde Nocken
angeordnet sind. Der dargestellte Nocken 1 wirkt bei seiner Rotation auf einen linear
in Richtung des zugehörigen Doppelpfeils beweglichen Abtastkolben 2, so daß dieser
entsprechend dem Nockenausschlag ausgelenkt wird.
[0022] Sowohl der Abtastkolben 2 als auch ein am oberen Ende des Ventils 7 sitzendes Tassenstößel
sind in einer Druckkammer 4 linear beweglich geführt, wobei die Druckkammer 4 als
Hydraulikmedium ein Motoröl enthält. Letzteres kann zum Ersatz von Leckageverlusten
über einen Frischölkanal 3 jederzeit vom Ölsystem des Motors nachgeliefert werden.
Dieses nachgelieferte Öl dient auch zur Kühlung des Systems.
[0023] In der bis hierher beschriebenen Anordnung wird das Ventil 7 über Zwischenschaltung
des Hydrauliköls in der Druckkammer 4 entsprechend der Bewegung des Abtastkolbens
2 und damit des Nockens 1 hin und her bewegt.
[0024] Um das Übertragungsverhalten zwischen dem Nocken 1 und dem Ventil 7 variieren zu
können, ist erfindungsgemäß ein Leerhubkolben 9 vorgesehen. Der Leerhubkolben 9 ist
in einer vorzugsweise zylindrischen Nebenkammer 8 horizontal beweglich, wobei die
Nebenkammer 8 über einen Überströmkanal 12 mit der Druckkammer 4 verbunden ist. Nebenkammer
8, Überströmkanal 12 und Druckkammer 4 bilden somit hydraulisch gesehen einen einheitlichen
Druckraum.
[0025] Der Leerhubkolben 9 steht weiterhin unter der Spannung einer Schraubenfeder 10, welche
ihn gegen den Druck des Hydrauliköls mit einer Kraft beaufschlagt. Die Feder 10 ist
mit ihrem anderen Ende an einem Stellkolben 11 abgestützt, welcher entsprechend dem
Leerhubkolben horizontal in der Nebenkammer verschiebbar ist. Die Position dieses
Stellkolbens kann über nicht näher dargestellte Aktuatoren festgelegt werden, welche
zum Beispiel von der Motorsteuerung kontrolliert werden können. Insbesondere ist es
jedoch auch möglich, den Stellkolben mit dem Gaspedal des Kraftfahrzeugs zu koppeln.
[0026] Bei einer durch den Nocken 1 verursachten reziproken Bewegung des Abtastkolbens 2
kommt es zu einer Druckänderung im Druckraum, welche sich gleichzeitig sowohl auf
das Ventil 7 als auch auf den Leerhubkolben 9 auswirkt. Die bei einer Abwärtsbewegung
des Abtastkolbens 2 stattfindende Verdrängung des Hydrauliköls wirkt sich dabei in
der in den Figuren 2a) bis 2c) dargestellten und nachfolgend näher erläuterten Weise
auf den Leerhubkolben aus.
[0027] Figur 2a) zeigt die Situation, daß der Abtastkolben 2 (Figur 1) auf dem Grundkreis
der Nockenwelle abläuft und daher unbewegt in seiner höchsten Position steht. Der
Leerhubkolben 9 befindet sich dann unter dem Druck der Feder 10 in seiner linken Ruhestellung.
Ebenso ist das Ventil 7 der Brennkammer unter der Wirkung der Ventilfeder 6 in seiner
Schließstellung (nicht dargestellt).
[0028] Bei einer einsetzenden Abwärtsbewegung des Abtastkolbens führt die Verdrängung des
Hydraulikmediums dazu, daß der Leerhubkolben 9 gegen die Spannung der Feder 10 nach
rechts getrieben wird, um einen Ausgleich für das verdrängte Volumen des Hydrauliköls
zu schaffen. Ob in diesem Stadium auch eine Abwärtsbewegung des Ventils 7 (Figur 1)
stattfindet oder nicht hängt davon ab, wie groß die Ruhespannungen und Federkonstanten
der auf den Leerhubkolben 9 wirkenden Feder 10 einerseits und der Ventilfeder 6 andererseits
sind. Vorzugsweise ist die auf den Leerhubkolben 9 wirkende Feder 10 weicher und schwächer
vorgespannt, so daß sich zunächst nur der Leerhubkolben 9 bewegt und das Ventil 7
in seiner Schließstellung verharrt. Erst wenn die Kompression der Feder 10 so weit
fortgeschritten ist, daß sie eine der Ruhespannung der Ventilfeder 6 entsprechende
Kraft ausübt, setzt nachfolgend eine Mitbewegung des Ventils 7 ein. Diese Mitbewegung
des Ventils 7 verläuft jedoch langsamer als bei einer Anordnung ohne einen Leerhubkolben
9, da ein Teil des verdrängten Volumens vom Leerhubkolben 9 kompensiert wird.
[0029] In Figur 2c) ist die Situation dargestellt, daß der Leerhubkolben 9 durch eine auf
dem letzten Wegstück wirkende Tellerfeder 13 gedämpft gegen den Anschlag 11 läuft
und dadurch seine Bewegung beendet wird. Ab diesem Zeitpunkt wirkt sich die weitere
Volumenverdrängung des Hydrauliköls unvermindert allein auf das Ventil 7 aus.
[0030] Durch die Vorgabe der Position des Anschlags 11 kann sowohl die in Ruhestellung des
Leerhubkolbens 9 (Figur 2a) wirkende Vor- oder Ruhespannung der Feder 10 als auch
der maximale Hub h des Leerhubkolbens 9 festgelegt werden. Es kann daher in relativ
einfacher mechanischer Weise Einfluß auf die Ventilsteuerung genommen werden.
[0031] Figur 2d) zeigt diesbezüglich den Extremfall, daß der Anschlag 11 so weit links wie
möglich positioniert ist und der Leerhubkolben 9 hierdurch in seiner Ruhestellung
blockiert wird. In diesem Falle wirkt sich die nockengesteuerte Bewegung des Abtastkolbens
2 unvermindert auf das Ventil 7 aus.
[0032] Figur 3 zeigt schematisch eine alternative Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Ventilsteuerung. Das Beispiel verdeutlicht, daß durch eine entsprechende Aufteilung
des Druckraumes in eine Druckkammer 4 für den Abtastkolben 2, eine Nebenkammer 8 für
den Leerhubkolben 9 und eine Ventilkammer 14 für das Ventil 7, welche alle untereinander
durch Überströmkanäle 12 verbunden sind, quasi jede gewünschte geometrische Anordnung
realisiert werden kann.
[0033] Figur 4 zeigt schematisch eine weitere alternative Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Ventilsteuerung. Das Beispiel zeigt dabei ein sehr platzsparende Anordung der erfindungsgemäßen
Ventilsteuerung, wobei der Überstromkanal 12 sehr groß ausfallen kann, um so hydraulische
Verluste zu verringern.
[0034] In Figur 5 ist schließlich in einem Diagramm der mit der erfindungsgemäßen Ventilsteuerung
variabel einstellbare Ventilhub H des Ventils 7 über dem Drehwinkel α der Nockenwelle
aufgetragen.
[0035] Die oberste Kurve 20 entspricht der in Figur 2d) dargestellten Situation der Blokkierung
des Leerhubkolbens. Das Ventil 7 erreicht dann seinen vom Nockenprofil bestimmten
maximalen Hub H
max, und seine Erhebungsdauer E
max ist ebenfalls am längsten.
[0036] Bei Teillast des Motors wird der Anschlag 11 gemäß Figur 1 bzw. 2a)-c) ein Stück
weit nach rechts zurückgezogen, so daß eine gewisse Bewegung des Leerhubkolbens möglich
ist. Das Hydrauliköl kann somit unter Verdrängung des Leerhubkolbens teilweise die
Nebenkammer füllen, so daß der auf der Kurve 30 maximal erreichbare Hub H
T des Ventils 7 kleiner als bei Kurve 20 wird. Des Weiteren findet zu Beginn eines
Nockenausschlages ausschließlich eine Bewegung des Leerhubkolbens statt, so daß sich
die Erhebungsdauer E
T des Ventils am Anfang und am Ende um eine Zeit N
T des Nockenleerhubs verkürzt.
[0037] Bei noch weiterem Zurückziehen des Anschlags 11 kann die für einen Leerlauf des Motors
optimale Kurve 40 des Ventilhubs eingestellt werden, bei der nur noch ein kleiner
Ventilhub H
L und eine kurze Erhebungsdauer E
L (entsprechend einem großen Nockenleerhub N
L) erreicht wird. Das Hydrauliköl füllt in diesem Falle fast ausschließlich die Nebenkammer.
[0038] Ein Ventilhub H
0 von Null, das heißt ein ausschließlicher Nockenleerhub, läßt sich bei entsprechender
Dimensionierung der Nebenkammer 8 durch ein noch weiteres Zurückziehen des Anschlages
11 erzielen, wenn der Leerhubkolben 9 während des gesamten Nockenausschlages seinen
Anschlag 11 nicht berührt. Ebenso ist es denkbar, für diesen Fall den Druckraum des
Hydrauliköls über ein Entlastungsventil zu öffnen.
[0039] Stand der Technik bei Benzinmotoren ist die Verwendung einer Drosselklappe zur Regelung
der Motordrehzahl. Dabei sind jedoch selbst bei geringer Motordrehzahl sehr hohe Betätigungskräfte
für das vollständige Öffnen der Ventile der Bren n-kammern erforderlich. Die geringe
Geschwindigkeit der Einlaßluft führt ferner in diesem Zustand zu einer schlechten
Mischung zwischen Luft und Kraftstoff und daher zu hohen Kohlenwasserstoff-Emissionen.
Weiterhin ist es günstiger, bei geringen Motordrehzahlen die Einlaßventile nur für
eine kurze Zeitdauer und nicht für den gesamten Abwärtshub des Kolbens zu öffnen,
um nur die benötigte Menge an Frischluft zuzuführen. Dies minimiert auch den Luftwiderstand
am Einlaß. Mit der erfindungsgemäßen Ventilsteuerung wird eine Motorsteuerung möglich,
die den genannten Anforderungen genügt. Im Extremfall kann diese daher sogar ohne
eine Drosselklappe auskommen.
1. Ventilsteuerung für eine Brennkraftmaschine, enthaltend
a) eine Nockenwelle mit einem Nocken (1);
b) einen den Nocken (1) abtastenden Abtastkolben (2), welcher bei seiner Abtastbewegung
das Volumen eines mit einem Hydraulikmedium gefüllten Druckraumes (4) verändert;
c) ein in Abhängigkeit vom Druck des Hydraulikmediums im Druckraum (4, 8, 14) bewegliches
Ventil (7);
d) einen in Abhängigkeit vom Druck des Hydraulikmediums im Druckraum (4, 8, 14) gegen
die Spannung eines Federelementes (10) bis zu einem Anschlag (11) beweglichen Leerhubkolben
(9),
dadurch gekennzeichnet, daß
die Spannung des Federelementes (10) und/oder die Position des Anschlags (11) während
des Betriebs der Ventilsteuerung veränderlich ist.
2. Ventilsteuerung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Ventil (7) und der Leerhubkolben (9) in einer ständigen hydraulischen Ankopplung
an den Druckraum (4, 8, 14) stehen.
3. Ventilsteuerung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Anschlag durch einen linear verschiebebeweglichen Stellkolben (11) gebildet
wird.
4. Ventilsteuerung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Anschlag (11) mit dem Gaspedal derart gekoppelt ist, dass dessen Position durch
die Position des Gaspedals festgelegt wird.
5. Ventilsteuerung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich das Federelement (10) zwischen dem Leerhubkolben (9) und dem Anschlag (11)
erstreckt.
6. Ventilsteuerung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Ventil (7) mit einer gegen den Druck des Hydraulikmediums im Druckraum (4)
wirkenden Ventilfeder (6) gekoppelt ist.
7. Ventilsteuerung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ventilfeder (6) eine größere Federkonstante und/oder eine größere Ruhespannung
aufweist als das Federelement (10).
8. Ventilsteuerung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Druckraum durch mindestens einen Überströmkanal (12) in hydraulisch gekoppelte
Volumina (4, 8, 14) unterteilt ist.
9. Verfahren zur Steuerung der Öffnungsbewegung eines Ventils (7) einer Brennkraftmaschine,
wobei
a) der Ausschlag des Nockens (2) einer rotierenden Nockenwelle abgetastet und über
ein Hydraulikmedium in eine Bewegung des Ventils (7) umgewandelt wird;
b) das Hydraulikmedium auf einen gegen eine Spannung bis zu einem Anschlag (11) beweglichen
Leerhubkolben einwirkt,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Größe der in Ruhestellung des Leerhubkolbens wirkenden Spannung, die Federkonstante
der Spannung und/oder die Position des Anschlages (11) zur Steuerung der Öffnungsbewegung
des Ventils (7) verändert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Position des Anschlags (11) von der Motorsteuerung und/oder von der Position
des Gaspedal bestimmt wird.