Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Druckbegrenzungseinrichtung für ein Kraftstoffsystem
einer Brennkraftmaschine, mit einem Gehäuse, welches einen Einlass und einen Auslass
aufweist, und mit einem vorgespannten Element, welches ab einer bestimmten zwischen
Einlass und Auslass vorhandenen Druckdifferenz den Einlass mit dem Auslass fluidisch
verbindet.
[0002] Eine solche Druckbegrenzungseinrichtung ist vom Markt her bekannt. Sie kommt vorzugsweise
in solchen Kraftstoffsystemen zum Einsatz, welche bei Brennkraftmaschinen mit Benzin-Direkteinspritzung
verwendet werden. Derartige Kraftstoffsysteme verfügen üblicherweise über einen Niederdruckbereich
und einen Hochdruckbereich. Eine elektrische Kraftstoffpumpe fördert den Kraftstoff
in den Niederdruckbereich, aus dem der Kraftstoff über eine Hochdruckpumpe in eine
Kraftstoff-Sammelleitung ("Common-Rail genannt) gefördert wird. Der Druck in der Kraftstoff-Sammelleitung
wird üblicherweise durch ein Druckregel- oder ein Mengensteuerventil geregelt.
[0003] Um jedoch eine Absicherung gegen einen zu hohen Druck in der Kraftstoff-Sammelleitung
insbesondere bei Ausfall der Mengen- bzw. Druckregelung zu schaffen, ist im Hochdruckbereich
des Kraftstoffsystems eine Druckbegrenzungseinrichtung vorgesehen. Bei dieser handelt
es sich im Allgemeinen um ein übliches Druckbegrenzungsventil mit einem von einer
Feder gegen einen Ventilsitz beaufschlagten Ventilelement. Übersteigt der Druck in
der Kraftstoff-Sammelleitung.einen bestimmten Grenzwert, hebt das Ventilelement vom
Ventilsitz ab, so dass Kraftstoff vom Einlass des Druckbegrenzungsventils zum Auslass
und von dort zurück zum Niederdruckbereich des Kraftstoffsystems strömen kann.
[0004] Die bekannte Druckbegrenzungseinrichtung arbeitet bereits sehr gut und vor allem
sehr zuverlässig. Allerdings sind den Anordnungsmöglichkeiten des Druckbegrenzungsventils
in dem Kraftstoffsystem Grenzen gesetzt.
[0005] Im Allgemeinen muss die Druckbegrenzungseinrichtung im Bereich der Kraftstoff-Sammelleitung,
also in einer gewissen Entfernung von der Hochdruckpumpe, angeordnet werden. Der Grund
dafür ist, dass die Hochdruckpumpe im Betrieb Druckpulsationen erzeugt, deren Spitzen
den Öffnungsdruck des Druckbegrenzungsventils übersteigen können. Würde das Druckbegrenzungsventil
unmittelbar bei der Hochdruckpumpe angeordnet werden, bestünde die Gefahr, dass das
Druckbegrenzungsventil aufgrund der Druckpulsationen öffnet, obwohl der maximale Systemdruck
noch nicht erreicht ist. Erst in einer gewissen Entfernung von der Hochdruckpumpe
kommt es zu einer Glättung der Druckpulsationen aufgrund der Drosseleffekte in der
Kraftstoffleitung und aufgrund der Kompressibilität des Kraftstoffs.
[0006] Alternativ hierzu wäre es auch möglich, das Druckbegrenzungsventil so auszulegen,
dass sein Öffnungsdruck oberhalb der aufgrund der Druckpulsationen vorhandenen Druckspitzen
liegt. Dieses Druckbegrenzungsventil kann dann in unmittelbarer Nähe der Hochdruckpumpe
angeordnet sein oder sogar in diese integriert werden. Im Notlaufbetrieb, wenn also
die Druckregelung der Kraftstoff-Sammelleitung nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert
und dann ein höherer Druck in der Kraftstoff-Sammelleitung als der normale Systemdruck
herrscht, muss dennoch ein sicherer Betrieb der Brennkraftmaschine sichergestellt
sein. Dies wiederum würde die Auslegung der Komponenten des Hochdruckbereichs des
Kraftstoffsystems auf den hohen Öffnungsdruck des Druckbegrenzungsventil erfordern.
Derartige Komponenten sind jedoch relativ teuer.
[0007] Aus der nachveröffentlichten DE 101 18 936 ist eine Druckbegrenzungseinrichtung bekannt,
bei welcher die Druckpulsationen durch eine Ausgleichskammer abgebaut werden, so dass
die Druckbegrenzungseinrichtung im Normalbetrieb der Kraftstoffpumpe trotz der von
der Hochdruckpumpe verursachten Druckpulsationen nicht öffnet. Dies erlaubt die Anordnung
der Druckbegrenzungseinrichtung auch in der Nähe der Hochdruckpumpe.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung ist vorgesehen, dass der Kolben
der Druckbegrenzungseinrichtung einen ersten Bund aufweist, und dass der Bund als
Drossel zwischen Ausgleichskammer und Hochdruck-Kraftstoffleitung wirkt.
Vorteile der Erfindung
[0009] Durch diese Maßnahme ist es möglich, den Abbau von Druckspitzen in der Hochdruck-Kraftstoffleitung
durch Drosseln und durch Vergrößern des Volumens der Ausgleichskammer abzubauen. Es
hat sich herausgestellt, dass diese Kombination von zwei gleichzeitig wirkenden Maßnahmen
zum Abbau der Druckpulsationen besonders wirkungsvoll ist und somit im Normalbetrieb
der Kraftstoffpumpe die Druckbegrenzungseinrichtung selbst dann nicht öffnet, wenn
die Druckbegrenzungseinrichtung in unmittelbarer Nähe der Hochdruckpumpe angeordnet
ist. Erst wenn die Mengensteuerung der Kraftstoffpumpe einen Defekt hat und die Kraftstoffpumpe
unabhängig vom Betriebspunkt der Brennkraftmaschine die volle Fördermenge fördert,
spricht die Druckbegrenzungseinrichtung an und verhindert unzulässig hohe Drücke in
der Hochdruck-Kraftstoffleitung und dem gesamten Hochdruckbereich des Kraftstoffsystems.
[0010] Diese erfindungsgemäße Druckbegrenzungseinrichtung kann, anders als die aus dem Stand
der Technik bekannte Druckbegrenzungseinrichtung, ohne Anpassungsmaßnahmen in nahezu
allen Kraftstoffpumpen oder Kraftstoffsystemen eingesetzt werden. Dadurch verringert
sich die erforderliche Variantenvielfalt sehr stark, was erhebliche wirtschaftliche
Vorteile bei der Herstellung, Lagerhaltung und Reparatur der mit der erfindungsgemäßen
Druckbegrenzungseinrichtung ausgerüsteten Kraftstoffsysteme mit sich bringt.
[0011] Bei einer weiteren vorteilhaften Variante der Erfindung ist vorgesehen, dass der
Kolben einen zweiten Bund aufweist und an dem zweiten Bund eine Steuerkante ausgebildet
ist, und dass die Steuerkante somit einer Ausnehmung der Bohrung so zusammenwirkt,
dass in geschlossenem Zustand der Druckbegrenzungseinrichtung die hydraulische Verbindung
zwischen Hochdruck-Kraftstoffleitung und Niederdruck-Kraftstoffleitung unterbrochen
ist. Durch die Überdeckung der Steuerkante in der Bohrung kann der mögliche Zuwachs
des Volumens der Ausgleichskammer vor dem Öffnen der Druckbegrenzungseinrichtung in
weiten Grenzen festgelegt werden.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem Kolben und dem Gehäuse eine
Feder eingespannt, welche den Kolben in Richtung der Schließstellung der Druckbegrenzungseinrichtung
beaufschlagt. Dadurch nimmt die Druckbegrenzungseinrichtung in drucklosem Zustand
immer eine definierte Schaltstellung ein.
[0013] Wenn der Kolben an seinem dem ersten Bund abgewandten Ende einen Dichtkegel aufweist
und der Dichtkegel in Schließstellung der Druckbegrenzungseinrichtung auf einem Dichtsitz
des Gehäuses aufliegt, wird bei abgeschalteter Brennkraftmaschine der Druck im Hochdruckbereich
des Kraftstoffsystems aufrechterhalten, was die Bildung von Dampfblasen verhindert.
[0014] Wenn die Aufrechterhaltung des Drucks im Hochdruckbereich des Kraftstoffsystems bei
abgeschalteter Brennkraftmaschine nicht gewünscht wird, kann alternativ vorgesehen
werden, dass im Gehäuse ein Absatz ausgebildet ist, und dass der Kolben in Schließstellung
der Druckbegrenzungseinrichtung an dem Absatz anliegt.
[0015] Eine weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass
der Kolben einen dritten Bund aufweist, und dass die Ausgleichskammer zusätzlich von
dem dritten Bund begrenzt wird, wobei der Durchmesser des dritten Bundes kleiner als
der Durchmesser des ersten Bundes ist. Dadurch wird die resultierende hydraulische
Kraft auf den ersten Bund verringert, was - bei sonst gleichen hydraulischen Randbedingungen
- eine kleinere Feder zwischen Kolben und Gehäuse ermöglicht. Dadurch kann die Feder
kleiner ausgeführt werden, was das Bauvolumen der gesamten Druckbegrenzungseinrichtung
verringern hilft. Dadurch, dass ein teilweiser Ausgleich der hydraulischen Kräfte
zwischen erstem Bund und drittem Bund stattfindet, sind die von dem Kolben auf die
Feder ausgeübten Kräfte sehr klein, ohne dass die Kolbendurchmesser sehr klein werden.
Bei der Serienfertigung von Drehteilen mit Durchmessern kleiner 4 mm und großer Präzision
steigen die Herstellungskosten gegenüber etwas größer dimensionierten Teilen stark
an. Dadurch können die Kosten der erfindungsgemäßen. Druckbegrenzungseinrichtung minimiert
werden.
[0016] Es hat sich weiter als vorteilhaft erwiesen, wenn der dritte Bund mit der Bohrung
einen Raum begrenzt und dieser Raum mindestens mittelbar mit einem Niederdruckbereich
des Kraftstoffsystems hydraulisch in Verbindung steht, so dass eventuell anfallende
Leckagen abgeführt werden können.
[0017] Die erfindungsgemäßen Vorteile können alternativ auch mit einer Druckbegrenzungseinrichtung
für ein Kraftstoffsystem einer Brennkraftmaschine erzielt werden, wobei die Druckbegrenzungseinrichtung
zwischen einer Hochdruck-Kraftstoffleitung und einer Niederdruck-Kraftstoffleitung
angeordnet ist, mit einem Gehäuse, mit einem in einer Bohrung des Gehäuses geführten
Kolben, welcher ab einer bestimmten zwischen Hochdruck-Kraftstoffleitung und Niederdruck-Kraftstoffleitung
vorhandenen Druckdifferenz diese hydraulisch verbindet, und mit einer Ausgleichskammer,
wenn die Ausgleichskammer durch einen in einer Ausgleichsbohrung des Gehäuses geführten
Ausgleichskolben begrenzt wird, wenn die Ausgleichskammer mit dem Förderraum hydraulisch
in Verbindung steht, und wenn der Ausgleichskolben so gegen eine Wegbegrenzung vorgespannt
ist, dass das Volumen der Ausgleichskammer minimal ist. Durch diese Merkmale wird
ein als Federspeicher ausgeführter Zwischenspeicher gebildet, der beim Auftreten von
kurzzeitigen Druckpulsationen, deren Druckenergie in mechanische Energie umwandelt
und nach dem Abklingen der Druckpulsationen diese Energie wieder in Druckenergie umwandelt.
Dadurch werden die Druckspitzen im Hochdruckbereich des Kraftstoffsystems geglättet
und ein unerwünschtes Öffnen des Druckbegrenzungsventils verhindert.
[0018] Die Wirkung dieser Druckbegrenzungseinrichtung kann sich bestmöglich entfalten, wenn
die Ausgleichsbohrung im Gehäuse oder in einem Pumpenkolben der Kraftstoffpumpe angeordnet
ist, da die oben beschriebene Glättung der Druckspitzen in unmittelbarer Nähe ihrer
Entstehung erfolgt.
[0019] Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Kraftstoffsystem zum Zuliefern von Kraftstoff
für eine Brennkraftmaschine, mit einem Vorratsbehälter, mit einer ersten Kraftstoffpumpe,
welche eingangsseitig mit dem Vorratsbehälter verbunden ist, mit einer zweiten Kraftstoffpumpe,
welche eingangsseitig über eine Kraftstoffverbindung mit der ersten Kraftstoffpumpe
verbunden ist, und mit einer Druckbegrenzungseinrichtung, welche den Druck in einer
Kraftstoffverbindung auf der Ausgangsseite der zweiten Kraftstoffpumpe begrenzt.
[0020] Um ein solches Kraftstoffsystem möglichst variabel bauen zu können, ohne dass zusätzliche
Kosten anfallen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass die Druckbegrenzungseinrichtung
in der oben beschriebenen Art ausgebildet ist.
[0021] Dabei wird vorgeschlagen, dass die zweite Kraftstoffpumpe eine 1-Zylinder-Kolbenpumpe
umfasst. Bei einer solchen Kraftstoffpumpe sind die Druckpulsationen besonders ausgeprägt,
so dass hier die erfindungsgemäße Druckbegrenzungseinrichtung sehr wirkungsvoll arbeitet.
[0022] Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Kraftstoffsystems
ist die Druckbegrenzungseinrichtung an die zweite Kraftstoffpumpe angebaut,.vorzugsweise
in diese integriert. Eine derartige Anordnung der Druckbegrenzungseinrichtung innerhalb
des Kraftstoffsystems hat den Vorteil, dass auf eine Rückflussleitung von der Druckbegrenzungseinrichtung
beispielsweise zum Niederdruckbereich des Kraftstoffsystems verzichtet werden kann.
Hierdurch werden die Kosten für das erfindungsgemäße Kraftstoffsystem erheblich gesenkt.
Zeichnung
[0023] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende
Zeichnung im Detail erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1:
- eine Prinzipdarstellung eines Kraftstoffsystems mit einer Kraftstoffpumpe, an die
eine Druckbegrenzungseinrichtung angebaut ist;
- Figur 2:
- einen Schnitt durch einen Bereich der Kraftstoffpumpe und ein erstes Ausführungsbeispiels
einer Druckbegrenzungseinrichtung von Figur 1;
- Figur 3:
- ein Diagramm, in dem der Druck im Bereich des Auslasses der Kraftstoffpumpe von Figur
1 über der Zeit dargestellt ist und
- Fig. 4-7:
- weitere Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer Druckbegrenzungseinrichtungen.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0024] In Figur 1 trägt ein Kraftstoffsystem insgesamt das Bezugszeichen 10. Es umfasst
einen Niederdruckbereich 12 und einen Hochdruckbereich 14.
[0025] Der Niederdruckbereich 12 umfasst einen Vorratsbehälter 16, in dem Kraftstoff 18
bevorratet wird. Der Kraftstoff 18 wird aus dem Vorratsbehälter 16 von einer ersten
Kraftstoffpumpe 20 gefördert. Bei dieser handelt es sich um eine elektrische Kraftstoffpumpe.
Die elektrische Kraftstoffpumpe 20 fördert in eine Niederdruck-Kraftstoffleitung 22.
In dieser ist nach der elektrischen Kraftstoffpumpe 20 in Strömungsrichtung gesehen
zunächst ein Filter 24 vorgesehen. In Strömungsrichtung gesehen noch vor dem Filter
24 zweigt von der Niederdruck-Kraftstoffleitung 22 eine Zweigleitung 26 ab, welche
zum Vorratsbehälter 16 zurückführt. In der Zweigleitung 26 ist ein Druckbegrenzungsventil
28 angeordnet.
[0026] Die Niederdruck-Kraftstoffleitung 22 führt zu einer zweiten Kraftstoffpumpe 30. Diese
wird auf hier nicht näher dargestellte Weise von der Nockenwelle einer Brennkraftmaschine
(nicht dargestellt) angetrieben. Bei der zweiten Kraftstoffpumpe 30 handelt es sich
um eine 1-Kolben-Hochdruckpumpe. Stromaufwärts von der Hochdruckpumpe 30 sind in der
Niederdruck-Kraftstoffleitung 22 noch ein Druckdämpfer 32 und ein Rückschlagventil
34 angeordnet. Zwischen dem Filter 24 und dem Druckdämpfer 32 zweigt von der Niederdruck-Kraftstoffleitung
22 eine Zweigleitung 36 ab, in der ein Niederdruckregler 38 angeordnet ist. Die Zweigleitung
36 führt ebenfalls zum Vorratsbehälter 16 für den Kraftstoff 18 zurück. Von der Hochdruckpumpe
30 führt eine Leckageleitung 40 zur Zweigleitung 36.
[0027] Ausgangsseitig fördert die Hochdruckpumpe 30 in eine Hochdruck-Kraftstoffleitung
42, welche über ein , Rückschlagventil 44 zu einer Kraftstoff-Sammelleitung 46 führt.
An die Kraftstoff-Sammelleitung 46 sind wiederum . Kraftstoff-Einspritzventile 48
angeschlossen, welche den Kraftstoff in einen nicht näher dargestellten Brennraum
der Brennkraftmaschine einspritzen. Der Druck in der Kraftstoff-Sammelleitung 46 wird
von einem Drucksensor 50 erfasst.
[0028] Der Druck in der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 und der Kraftstoff-Sammelleitung
46, also im Hochdruckbereich 14 des Kraftstoffsystems 10, wird über ein Mengensteuerventil
gesteuert und/oder geregelt. Dieses verbindet den zwischen dem Rückschlagventil 44
und der Hochdruckpumpe 30 gelegenen Bereich der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 mit
dem zwischen dem Rückschlagventil 34 und dem Druckdämpfer 32 gelegenen Bereich der
Niederdruck-Kraftstoffleitung 22. Die Verbindung erfolgt über eine Zweigleitung 54.
Das Mengensteuerventil 42 wird von einer in Figur 1 nicht dargestellten Steuer- und
Regeleinheit angesteuert, welche wiederum Signale vom Drucksensor 50 erhält. Auf diese
Weise wird ein geschlossener Regelkreis für die Steuerung des Drucks im Hochdruckbereich
14 des Kraftstoffsystems 10 geschaffen.
[0029] Um bei einem Ausfall des Mengensteuerventils 52 einen Überdruck in der Kraftstoff-Sammelleitung
46 zu vermeiden, welcher die Funktionstüchtigkeit der Einspritzventile 48 beeinträchtigen
könnte, ist mit der Hochdruckpumpe 30 eine Druckbegrenzungseinrichtung 56 kombiniert.
Der genaue Aufbau eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung
56 ist aus Figur 2 ersichtlich:
[0030] Die Hochdruckpumpe 30 und die Druckbegrenzungseinrichtung 56 sind in einem gemeinsamen
Gehäuse 58 untergebracht. Von der Hochdruckpumpe 30 ist in Figur 2 nur ein Bereich
eines Förderraumes 60 und das auslassseitig vom Förderraum 60 angeordnete Auslassventil
44 sichtbar. Das Auslassventil 44 umfasst ein kugelförmiges Ventilelement 64, welches
von einer Feder 66 gegen einen Ventilsitz 68 beaufschlagt wird. Stromabwärts des Auslassventils
44 ist die Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 sichtbar. Während eines Saughubs wird der
in Fig. 2 nur teilweise dargestellte Förderraum 60 gegenüber der Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 durch das Auslassventil 44 abgedichtet.
[0031] In Strömungsrichtung gesehen unmittelbar hinter dem. Auslassventil ist eine Bohrung
70 vorgesehen, in der ein Kolben 72 geführt ist. Der Kolben 72 weist einen ersten
Bund 74 und einen zweiten Bund 76 auf. Der Kolben 72 ist über den ersten Bund 74 und
über den zweiten Bund 76 in der Bohrung 70 geführt. Die Passung von Bohrung 70 und
erstem Bund 74 ist so bemessen, dass der Ringspalt zwischen Bohrung 70 und erstem
Bund 74 als Drossel dient. Die Passung von Bohrung 70 und zweitem Bund 76 ist so bemessen,
dass eine gute Dichtwirkung zwischen Bohrung 70 und zweitem Bund 76 erzielt wird und
der Kolben 72 trotzdem noch in der Bohrung 70 verschiebbar ist.
[0032] Zwischen erstem Bund 74 und zweitem Bund 76 weist der Kolben 72 eine Ringnut 78 auf,
welche mit der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 hydraulisch in Verbindung steht. Ein
Grund 80 der Bohrung 70 sowie der erste Bund 74 des Kolbens 72 begrenzen eine Ausgleichskammer
82, die über den Ringspalt zwischen Bohrung 70 und erstem Bund 74 hydraulisch mit
der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 in Verbindung steht.
[0033] Im Gehäuse 58 ist konzentrisch zur Bohrung 70 eine ringförmige Ausnehmung 84 vorgesehen.
Die Ringnut 78 und der zweite Bund 76 des Kolbens 72 bilden eine Steuerkante 86, welche
mit der Ausnehmung 84 zusammenwirkt. In geschlossenem Zustand der Druckbegrenzungseinrichtung
56, der in Figur 2 dargestellt ist, hat die Steuerkante 86 zu der Ausnehmung 84 eine
Überdeckung, die in Figur 2 durch das Bezugszeichen 88 angedeutet ist. In Folge dessen
ist die hydraulische Verbindung zwischen Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 und Ausnehmung
84 in dieser Stellung des Kolbens 72 unterbrochen.
[0034] Der zweite Bund 76 ist breiter als die Ausnehmung 84, so dass der Kolben 72 unabhängig
von seiner Lage in der Bohrung 70 stets durch den ersten Bund 74 und den zweiten Bund
76 in der Bohrung 70 geführt ist.
[0035] Oberhalb des zweiten Bundes 76 ist ein Dichtkegel 90 am Kolben 72 angeformt. Der
Dichtkegel 90 trennt in der in Figur 2 dargestellten Schließstellung der Druckbegrenzungseinrichtung
56 zusammen mit einem im Gehäuse 58 ausgebildeten Dichtsitz 92 die Ausnehmung 84 von
eine Federkammer 94, die wiederum mit der Niederdruckleitung 22 hydraulisch in Verbindung
steht. Der Dichtkegel 90 und der Dichtsitz 92 dienen der Aufrechterhaltung des Drucks
im Hochdruckbereich 14 bei abgestellter Brennkraftmaschine. In der Federkammer 94
ist eine Druckfeder 96 angeordnet, die sich einenends gegen das Gehäuse 58 und anderenends
gegen den Kolben 72 abstützt und diesen mit seinem Dichtkegel 90 in den Dichtsitz
92 presst.
[0036] Damit bei geöffneter Druckbegrenzungseinrichtung 56, wenn nämlich die Steuerkante
86 des zweiten Bunds 76 eine hydraulische Verbindung zwischen der Ringnut 78 und der
Ausnehmung 84 freigibt, auch eine hydraulische Verbindung zwischen der Ausnehmung
84 und der Federkammer 94 hergestellt wird, sind in dem zweiten Bund 76 über den Umfang
verteilt mehrere Aussparungen 98 eingearbeitet.
[0037] Die Funktionsweise dieser erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung 56 ist wie
folgt:
[0038] Wenn während des Förderhubs der Pumpe 30 der Druck im Förderraum 60 ansteigt und
das Rückschlagventil 44 öffnet, steigt auch der Druck in der Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 und Kraftstoff fließt von der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 in die Ausgleichskammer
82 und der Druck in der Ausgleichskammer 82 steigt zeitlich etwas verzögert an. Die
Verzögerung des Druckanstiegs in der Ausgleichskammer 82 wird durch die Drosselwirkung
des Ringspalts zwischen erstem Bund 74 und Bohrung 70 verursacht. Sobald der Druck
in der Ausgleichskammer 82 ausreichend hoch ist, um die Anpresskraft der Feder 96
zu überwinden, hebt der Kolben 72 vom Dichtsitz 92 ab; das heißt er bewegt sich in
Figur 2 nach oben. Damit nimmt auch das Volumen der Ausgleichskammer 82 zu, so dass
der Druckanstieg in der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 und damit im gesamten Hochdruckbereich
14 (siehe Fig. 1) des Kraftstoffsystems 10 verringert wird. Die Überdeckung 88 und
das Volumen der Ausgleichskammer 88 sind so ausgelegt, dass im Normalbetrieb des Kraftstoffsystems
10 die Druckpulsationen im Hochdruckbereich 14 des Kraftstoffsystems 10 so weit abgebaut
werden, dass sie keine negativen Auswirkungen auf den Betrieb des Kraftstoffsystems
10 mehr haben. Außerdem werden die Überdeckung 88 und das Volumen der Ausgleichskammer
88 so ausgelegt, dass im Normalbetrieb des Kraftstoffsystems 10 die hydraulische Verbindung
zwischen Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 und Niederdruck-Kraftstoffleitung 22 nicht
freigegeben wird. Dies bedeutet, dass durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung
56 der Wirkungsgrad des Kraftstoffsystems 10 im Normalbetrieb nahezu unverändert bleibt.
[0039] Wenn die Fördermengenregelung des Kraftstoffsystems 10 defekt ist, so dass die Kraftstoffpumpe
30 (siehe Fig. 1) immer die volle Fördermenge fördert, steigt der Druck im Hochdruckbereich
14 und damit auch in der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 über einen - verglichen mit
den Druckpulsationen im Normalbetrieb - langen Zeitraum stark an. In Folge dessen
vergrößert sich das Volumen der Ausgleichskammer 82 so stark, dass die Steuerkante
86 die hydraulische Verbindung zwischen Ringnut 78 und Ausnehmung 84 freigibt und
Kraftstoff aus der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 über die Federkammer 94 in die Niederdruck-Kraftstoffleitung
22 strömt, so dass ein Abbau des in der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 herrschenden
Überdrucks stattfindet. Damit wird der Hochdruckbereich 14 des Kraftstoffsystems 10
bei Störungen der Fördermengenregelung wirksam vor unzulässig hohen Drücken geschützt.
[0040] In Figur 3 ist der Druckverlauf über der Zeit t qualitativ dargestellt. Wenn auf
der Auslassseite der Hochdruckpumpe 30, also beispielsweise in der Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 und der Kraftstoff-Sammelleitung 46, ein konstantes Volumen vorhanden wäre, würden
im Hochdruckbereich 14 des Kraftstoffsystems 10 aufgrund der Druckpulsationen der
Hochdruckpumpe 30 Druckspitzen bis zu einem Spitzenwert von ca. 180 bar auftreten.
Eine solche Druckspitze ist in Figur 3 gestrichelt dargestellt. Diese Druckspitze
resultiert aus der Beschleunigung der Kraftstoffsäule in der Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 durch die Hochdruckpumpe 30. Durch die erfindungsgemäße Druckbegrenzungseinrichtung
56 werden diese im Normalbetrieb des Kraftstoffsystems 10 auftretenden Druckspitzen
in der zuvor beschriebenen Weise vermieden. Infolgedessen ist der Druckanstieg in
der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 und der Kraftstoff-Sammelleitung 46 geringer, was
in der Figur 3 durch die durchgezogene Linie qualitativ dargestellt ist. Sobald der
Förderhub der Kraftstoffpumpe 30 beendet ist, schließt das Rückschlagventil 44 und
die Feder 96 drückt den Kolben 72 in Richtung der Ausgleichskammer 82 und verringert
dadurch das Volumen der Ausgleichskammer 82 auf seinen ursprünglichen Wert. Der aus
der Ausgleichskammer 82 verdrängte Kraftstoff strömt über die Ringnut 78 in die Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 und trägt somit zur Druckhaltung im Hochdruckbereich 14 des Kraftstoffsystems 10
bei.
[0041] Die Überdeckung 88 zwischen Steuerkante 86 und Ausnehmung 44, die Vorspannung und
Federrate der Feder 96 sowie das Volumen der Ausgleichskammer 82 und die Drosselwirkung
zwischen erstem Bund 74 und Bohrung 70 müssen, wie bereits erwähnt, so aufeinander
abgestimmt sein, dass bei einem Förderhub der zweiten Kraftstoffpumpe 30 bei ordnungsgemäßem
Betrieb des Kraftstoffsystems 10 die Steuerkante 86 die Ausnehmung 84 nicht freigibt
und somit kein Kraftstoff aus dem Hochdruckbereich 14 in den Niederdruckbereich 12
strömt. Erst wenn die Mengenregelung der Kraftstoffpumpe 30 oder ein anderer Defekt
mit ähnlichen Auswirkungen auftritt, wird das Volumen der Ausgleichskammer 82 so stark
vergrößert, dass die Steuerkante 86 die Ausnehmung 84 freigibt und überschüssiger
Kraftstoff über die Ausnehmung 84, die Aussparungen 98, die Federkammer 94 in die
Niederdruck-Kraftstoffleitung 22 abströmen kann. Dadurch werden unzulässig hohe Drücke
im Hochdruckbereich 14 des Kraftstoffsystems 10 wirkungsvoll unterbunden.
[0042] In Figur 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung
56 dargestellt. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen und es gilt
das bezüglich Figur 2 Gesagte entsprechend.
[0043] Der wesentliche Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 besteht
darin, dass der Kolben 72 unterhalb des ersten Bunds 74 einen dritten Bund 100 aufweist.
Die Ausgleichskammer 82 ist bei diesem Ausführungsbeispiel zwischen dem ersten Bund
74 und dem dritten Bund 100 vorhanden und ist ein ringförmiger Raum, dessen Volumen
sich vergrößert, wenn sich der Kolben 72 in Richtung der Feder 96 bewegt.
[0044] Der Bund 80 der Bohrung 70 und der dritte Bund 100 begrenzen einen Raum 102, der
über eine Bohrung 104 mit der Federkammer 94 und damit mit der Niederdruck-Kraftstoffleitung
22 hydraulisch in Verbindung steht. Damit werden die auf die Stirnflächen des Kolbens
72 wirkenden hydraulischen Kräfte ausgeglichen.
[0045] Da die von der Ausgleichskammer 82 auf den Kolben 72 entgegen der Schließkraft der
Feder 96 auf den Kolben 72 ausgeübte hydraulische Kraft nur noch auf der ringförmigen
Differenzfläche zwischen dem Durchmesser D
1 des ersten Bunds 74 und dem Durchmesser D
3 des dritten Bunds 100 wirksam ist, ist diese Kraft, bei sonst gleichen Abmessungen
der Druckbegrenzungseinrichtung 56, kleiner als die von dem in der Ausgleichskammer
82 befindlichen Kraftstoff auf die Stirnseite des Kolben 72 ausgeübte hydraulische
Kraft gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel (siehe Figur 2). Dies ist insofern vorteilhaft
als man bestrebt ist, die Feder 96 möglichst klein zu bauen und bei Durchmessern unterhalb
von 4 mm der fertigungstechnische Aufwand zur Herstellung der erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtungen
56 sehr hoch wird. Deshalb sind der Miniaturisierung des ersten Ausführungsbeispiels
gemäß Figur 2 fertigungstechnische und wirtschaftliche Grenzen gesetzt sind.
[0046] Mit dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 kann auf fertigungstechnisch relativ einfache
Weise eine kleine hydraulische Kraft, die entgegen der Schließkraft der Feder 96 wirkt,
erzeugt werden, bei Durchmessern des Kolbens 72, die fertigungstechnisch unproblematisch
sind.
[0047] Das hydraulische Verhalten dieses zweiten Ausführungsbeispiels entspricht im Wesentlichen
dem des ersten Ausführungsbeispiels.
[0048] In Figur 5 ist ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung
56 dargestellt. Der wesentliche Unterschied zu dem zweiten Ausführungsbeispiel besteht
darin, dass der Kolben 72 keinen Dichtkegel 90 aufweist. In Schließstellung der Druckbegrenzungseinrichtung
56 liegt der Kolben 72 mit seinem dritten Bund 100 auf einem Absatz 106 des Gehäuses
58 auf und legt damit die maximale Überdeckung 88 der Steuerkante 86 fest.
[0049] Das dritte Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung
56 kommt vorzugsweise in Kraftstoffsystemen 10 zum Einsatz, in denen nach dem Abstellen
des Motors oder im Schubbetrieb der Druck im Hochdruckbereich 14 über eine definierte
Leckage abgesenkt wird. Durch die Passung zwischen zweitem Bund 76 und Bohrung 70
sowie die Dimensionierung der Überdeckung 88 kann die für diesen Betriebszustand der
Brennkraftmaschine erforderliche Leckage eingestellt werden.
[0050] Allgemein wird bei der Auslegung der erfindungsgemäßen Druckbegrenzungsventile 56
darauf geachtet, dass der Öffnungsdruck der Druckbegrenzungseinrichtung 56 möglichst
unabhängig vom Durchfluss durch die Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 ist.
[0051] In Figur 6 wird ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung
56 beschrieben. Bei dieser Druckbegrenzungseinrichtung 56 ist ein herkömmliches, aus
dem Stand der Technik bekanntes Druckbegrenzungsventil 108 so angeordnet, dass es
mit dem Druck der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 beaufschlagt wird. Das Druckbegrenzungsventil
108 kann als Sitzventil oder als Kolbenventil ausgeführt sein.
[0052] Wenn das Druckbegrenzungsventil 108 öffnet, stellt es eine hydraulische Verbindung
zwischen der Hochdruck-Kraftstoffleitung 42 und der Niederdruck-Kraftstoffleitung
22 her. Das Druckbegrenzungsventil 108 ist bei dem dritten Ausführungsbeispiel gemäß
Figur 6 in die Kraftstoffpumpe 30 integriert. Ohne zusätzliche Maßnahmen würde das
Druckbegrenzungsventil 108 bei jedem Förderhub der Kraftstoffpumpe 30 mindestens kurzzeitig
öffnen, da mit jedem Förderhub ein Druckstoß durch die Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 wandert, der größer ist als der Öffnungsdruck des Druckbegrenzungsventils 108.
Nachfolgend werden die Maßnahmen, welche das ungewollte Öffnen des Druckbegrenzungsventils
108 im Normalbetrieb des Kraftstoffsystems 10 verhindern, beschrieben:
[0053] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 6 ist eine Ausgleichsbohrung 110 in dem Gehäuse
58 der Kraftstoffpumpe 30 vorgesehen, in der ein Ausgleichskolben 112 dichtend geführt
ist. Der Ausgleichskolben 112 wird von einer Druckfeder 114, die sich einenends gegen
das Gehäuse 58 und anderenends gegen den Ausgleichskolben 112 abstützt, gegen einen
als erste Wegbegrenzung dienenden Absatz 116 der Ausgleichsbohrung 110 gedrückt. Der
Ausgleichskolben 112 begrenzt eine Ausgleichskammer 82, welche unmittelbar an den
Förderraum 60 der Kraftstoffpumpe 30 anschließt. In Fig. 6 ist der Förderraum 60 vollständig
dargestellt. In dieser Darstellung ist ein Pumpenkolben 118 erkennbar, der in dem
Gehäuse 58 dichtend geführt wird und den Förderraum 60 begrenzt. Der Antrieb des Pumpenkolbens
118 ist nicht dargestellt.
[0054] In der in Figur 6 dargestellten Position des Ausgleichskolbens 112 ist das Volumen
der Ausgleichskammer 82 minimal. Wenn der auf den Ausgleichskolben 112 wirkende Druck
in der Förderkammer 60 während des Förderhubs des Pumpenkolbens 118 der Kraftstoffpumpe
30 die Vorspannung der Druckfeder 114 überwindet, hebt der Ausgleichskolben 112 vom
Absatz 116 ab und entfernt sich vom Förderraum 60. Dadurch nimmt das Volumen der Ausgleichskammer
82 zu, so dass der Druckanstieg im Förderraum und damit auch in der Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 begrenzt wird. Der maximale Hub des Ausgleichskolbens 112 ist in Figur 6 mit "h"
bezeichnet. Der maximale Hub h wird erreicht, wenn der Ausgleichskolben 112 am Grund
120 der Ausgleichsbohrung 110 anliegt. Wenn der Pumpenkolben 118 seinen oberen Totpunkt
erreicht hat und sich danach wieder in Richtung seines unteren Totpunkts bewegt, sinkt
der Druck im Förderraum 60 schnell ab, so dass die Druckfeder 114 den Ausgleichskolben
112 wieder in Anlage an den Absatz 116 bringen kann. Dadurch wird Kraftstoff aus der
Ausgleichskammer 82 in den Förderraum 60 zurückgefördert.
[0055] Die Vorspannung der Druckfeder 114 und der Durchmesser des Ausgleichskolbens 112
werden so bemessen, dass der Ausgleichskolben 112 einerseits erst bei Drücken, die
über dem normalen Betriebsdruck im Hochdruckbereich 14 des Kraftstoffsystems 10 liegen,
öffnet. Andererseits hebt der Ausgleichskolben 112 schon vor Erreichen des Öffnungsdrucks
des Druckbegrenzungsventils 108 von dem Absatz 116 ab. Dadurch ist ein guter Wirkungsgrad
der Kraftstoffpumpe 30 gewährleistet und gleichzeitig wird wirkungsvoll verhindert,
dass kurzzeitige Druckspitzen zu einem Öffnen des Druckbegrenzungsventils 108 führen
können.
[0056] Zwischen dem Förderraum 60 und dem Rückschlagventil 44 ist eine erste Drossel 122
vorgesehen. Diese erste Drossel 122 ist so ausgelegt, dass sie bei hohen Druckgradienten
im Förderraum 60 zur Dämpfung von Druckspitzen in der Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 beiträgt. Allerdings ist bei der Auslegung der ersten Drossel 122 darauf zu achten,
dass die Druckverluste in der ersten Drossel 122 nicht zu groß werden, da die gesamte
Fördermenge der Kraftstoffpumpe 30 durch die erste Drossel 122 strömt.
[0057] Zusätzlich sind in einer Zweigleitung 124, welche die Hochdruck-Kraftstoffleitung
42 mit dem Druckbegrenzungsventil 108 verbindet, eine zweite Drossel 126 und ein Zusatzvolumen
128 angeordnet. Die zweite Drossel 126 und das Zusatzvolumen 128 wirken als Tiefpassfilter
und verhindern somit zusätzlich ein unerwünschtes kurzzeitiges Öffnen des Druckbegrenzungsventils
108 aufgrund von Druckpulsationen, die durch den Förderhub der Kraftstoffpumpe 30
ausgelöst sind.
[0058] Das Druckbegrenzungsventil 108 und die Rückseite des Ausgleichskolbens 112, sind
über Leckageleitungen 130 mit der Niederdruck-Kraftstoffleitung 22 verbunden.
[0059] In Figur 7 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckbegrenzungseinrichtung
56 dargestellt. Der wesentliche Unterschied zu dem dritten Ausführungsbeispiel gemäß
Figur 6 besteht darin, dass der Ausgleichskolben 112 und die Ausgleichsbohrung 110
im Pumpenkolben 118 der Kraftstoffpumpe 30 angeordnet sind. Hydraulisch wirkt der
Ausgleichskolben 112 bei den Ausführungsbeispielen gemäß Figur 6 und Figur 7 gleich.
Die Leckageabfuhr von der Rückseite des Ausgleichskolbens 112 erfolgt über eine Längsbohrung
132 und eine Querbohrung 134 sowie eine Ringnut 136, die mit der Leckageleitung 130
in Verbindung steht.
[0060] Gesichert wird der Ausgleichskolben 118 durch einen Sicherungsring 140, der gleichzeitig
auch als Wegbegrenzung dient. Der Sicherungsring 140 wird in eine Nut 142 in der Ausgleichsbohrung
110 eingelegt.
1. Druckbegrenzungseinrichtung (56) für ein Kraftstoffsystem (10) einer Brennkraftmaschine,
wobei die Druckbegrenzungseinrichtung (56) zwischen einer Hochdruck-Kraftstoffleitung
(42) und einer Niederdruck-Kraftstoffleitung (22) angeordnet ist, mit einem Gehäuse
(58), mit einem in einer Bohrung (70) des Gehäuses (58) geführten Kolben (72), welcher
ab einer bestimmten zwischen Kraftstoffleitung (42) und Niederdruck-Kraftstoffleitung
(22) vorhandenen Druckdifferenz diese hydraulisch verbindet, wobei die Bohrung (70)
und der Kolben (72) eine Ausgleichskammer (82) begrenzen, und mit einer Drossel zwischen
Hochdruck-Kraftstoffleitung (42) und Ausgleichskammer (82), dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (72) einen ersten Bund (74) aufweist, dass der erste Bund (74) als Drossel
zwischen Ausgleichskammer (82) und Hochdruck-Kraftstoffleitung (42) wirkt.
2. Druckbegrenzungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (72) einen zweiten Bund (76) aufweist, und an dem zweiten Bund (76) eine
Steuerkante (86) ausgebildet ist, und dass die Steuerkante (86) so mit einer Ausnehmung
(84) der Bohrung (70) zusammenwirkt, dass in geschlossenem Zustand der Druckbegrenzungseinrichtung
(56) die hydraulische Verbindung zwischen Hochdruck-Kraftstoffleitung (42) und Niederdruck-Kraftstoffleitung
(22) unterbrochen ist.
3. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbegrenzungseinrichtung (56) erst öffnet, wenn die Ausgleichskammer (82)
ein vorgegebenes Mindestvolumen erreicht hat.
4. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mindestvolumen von der Überdeckung (88) der Steuerkante (86) in der Bohrung (70)
in Schließstellung der Druckbegrenzungseinrichtung (56) abhängt.
5. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Kolben (72) und Gehäuse (58) eine Feder (96) eingespannt ist, und dass die
Feder (96) den Kolben (72) in Richtung der Schließstellung beaufschlagt.
6. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (72) an seinem den ersten Bund (74) abgewandten Ende einen Dichtkegel
(90) aufweist, und dass der Dichtkegel (90) in Schließstellung der Druckbegrenzungseinrichtung
(56) auf einem Dichtsitz (92) des Gehäuses (58) aufliegt
7. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (58) ein Absatz (106) ausgebildet ist, und dass der Kolben (72) in Schließstellung
der Druckbegrenzungseinrichtung (56) an dem Absatz (106) anliegt.
8. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (72) einen dritten Bund (100) aufweist, dass die Ausgleichs kammer (82)
zusätzlich von dem dritten Bund (10) begrenzt wird, und dass der Durchmesser (D3) des dritten Bundes (100) kleiner als der Durchmesser (D1) des ersten Bundes (74)ist.
9. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Bund (100) mit der Bohrung (70) einen Raum (102) begrenzt, und dass der
Raum (102) mindestens mittelbar mit einem Niederdruckbereich (12) des Kraftstoffsystems
(10) hydraulisch in Verbindung steht.
10. Druckbegrenzungseinrichtung (56) für ein Kraftstoffsystem (10) einer Brennkraftmaschine,
wobei die Druckbegrenzungseinrichtung (56) zwischen einer Hochdruck-Kraftstoffleitung
(42) und einer Niederdruck-Kraftstoffleitung (22) angeordnet ist, mit einem Gehäuse
(58), mit einem in einer Bohrung (70) des Gehäuses (58) geführten Kolben (72), welcher
ab einer bestimmten zwischen Kraftstoffleitung (42) und Niederdruck-Kraftstoffleitung
(22) vorhandenen Druckdifferenz diese hydraulisch verbindet, und mit einer Ausgleichskammer
(82), dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichskammer (82) durch einen in einer Ausgleichsbohrung (110) des Gehäuses
(58) geführten Ausgleichskolben (112) begrenzt wird, dass die Ausgleichskammer (82)
mit dem Förderraum (60) hydraulisch in Verbindung steht, und dass der Ausgleichskolben
(112) so gegen eine Wegbegrenzung (116) vorgespannt ist, dass das Volumen der Ausgleichskammer
(82) minimal ist.
11. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen der Ausgleichkammer (82) durch eine Bewegung des Ausgleichskolbens (112)
vergrößerbar ist.
12. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsbohrung (110) im Gehäuse (58) angeordnet ist.
13. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsbohrung (110) in einem Pumpenkolben (116) der Kraftstoffpumpe (30)
angeordnet ist.
14. Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgleichskolben (112) durch eine Druckfeder (114) gegen die Wegbegrenzung (106,
140) vorgespannt ist.
15. Kraftstoffsystem (10) zum Zuliefern von Kraftstoff (18) für eine Brennkraftmaschine,
mit einem Vorratsbehälter (16), mit einer ersten Kraftstoffpumpe (20), welche eingangsseitig
mit dem Vorratsbehälter (16) verbunden ist, mit einer zweiten Kraftstoffpumpe (30),
welche eingangsseitig über eine Kraftstoffverbindung (22) mit der ersten Kraftstoffpumpe
(20) verbunden ist, und mit einer Druckbegrenzungseinrichtung (56), welche den Druck
in einer Kraftstoffverbindung (42, 46) auf der Ausgangsseite der zweiten Kraftstoffpumpe
(30) begrenzt, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbegrenzungseinrichtung (56) nach einem der Ansprüche 1 bis 14 ausgebildet
ist.
16. Kraftstoffsystem (10) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Kraftstoffpumpe eine 1-Zylinder-Kolbenpumpe (30) umfasst.
17. Kraftstoffsystem (10) nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbegrenzungseinrichtung (56) an die zweite Kraftstoffpumpe (30) angebaut,
vorzugsweise in diese integriert ist.