[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auf- und Ausspulen eines Seiles einer
Seilwinde unter Zugbeaufschlagung des Seiles sowie eine Seilwinde.
[0002] In verschiedenen technischen Bereichen, beispielsweise im Baubereich, bei temporären
Seilbahnen, beim Holzfällen in schlecht zugänglichen Gebieten werden Seilwinden mit
teilweise erheblichen Seillängen eingesetzt. Hierfür werden in der Regel transportable
Seilwinden verwendet, die sich schnell in einen arbeitsbereiten Zustand versetzen
lassen. Der Transport der Seilwinde an die Arbeitsstelle kann unterschiedlich bewerkstelligt
werden, z.B. als Anbaugerät, auf einem Schlitten, per Hubschrauber etc..
[0003] Derartige Seilwinden werden meist durch eine direkt an der Seilwinde tätige Person
bedient, da bei auftretenden Lastwechselvorgängen am ehesten eine Kontrolle der Seilführung
bzw. der Seilspannung möglich ist. Dies ist in mehrfacher Hinsicht nachteilig. Der
Bediener muss erfahren und während der Betätigung der Seilwinde hochkonzentriert sein,
um eine nichtoptimale Seilspannung und/oder Seilführung zu erkennen und durch eine
entsprechende Bedienung dies auszugleichen. Abweichungen von den Optimalbedingungen
haben einen erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer aller beteiligten Komponenten,
insbesondere des Seiles und stellen Sicherheitsrisiken dar. Während des Beladens oder
Entladens des mit der Seilwinde betriebenen Transportmittels ist der Bediener der
Seilwinde nicht tätig. Dieser Arbeitsablauf ist nicht bedienerfreundlich. Da in der
Regel zwischen dem Standort der Seilwinde und dem Aufnahme- bzw. dem Abladeort des
zu transportierenden Gegenstandes zudem eine erhebliche räumliche Distanz besteht,
ist eine weitere Person für den Betriebsablauf notwendig. Dies führt zu zusätzlichen
Betriebskosten.
[0004] Im Betriebsalltag hat sich weiterhin gezeigt, dass im Hinblick auf die Nutzungsdauer
eines Seiles eine hohe und schmale Seiltrommel vorteilhaft ist. Aufgrund des grösseren
Umfangs der Trommel, unterliegt das Seil einer geringeren mechanischen Belastung (grösserer
Krümmungsradius, geringere Lagenanzahl) und das Seil kann mit einer höheren Geschwindigkeit
von der Trommel auf- bzw. abgespult werden. Derartige Abmessungen erfordern jedoch
angepasste Einrichtungen für die Führung und auch für das Spannen des Seiles beim
Auf- bzw. Ausspulvorgang.
[0005] Entsprechende Vorrichtungen zum Führen und Spannen eines Seiles beim Auf- oder Ausspulen
von einer Seilwinde sind bereits in JP 10-036084 und WO 01/12536 beschrieben.
[0006] In der JP 10-036084 wird eine Vorrichtung beschrieben, die neben einem Schwenkarm
mit Führungsrolle aus einer im Rahmen der Seilwinde fixierten Spanneinrichtung besteht.
Die Spanneinrichtung besteht aus einer Rolle mit Umfangszahnung und zweier seitlich
mit einem Zahnkreis der Rolle kämmenden Zahnräder. Das Seil ist in einer rillenförmigen
Umfangsprofilierung zwischen der Rolle und den beiden Rädern eingespannt. Die Rolle
wird über einen Übertragungsmechanismus von der Seiltrommel angetrieben. Aufgrund
der Seilspannung wird vermieden, dass sich der Schwenkarm unkontrolliert bewegt, wenn
keine Last an der Seilwinde liegt.
[0007] Eine Vorrichtung gemäss WO 01/12536 enthält zwei ineinander kämmende, Stirnräder
bildende Zahnräder, wobei das Seil zwischen den beiden, in federndem Eingriff zueinander
stehenden Rädern in einer mittig angeordneten Umfangsrille geführt und gespannt wird.
Die seitliche Führung des Seiles auf die Trommel wird durch eine parallel zur Trommelachse
erfolgende, angetriebene Bewegung der Spannvorrichtung erzielt. Dieser Antrieb für
die translatorische Bewegung der Spannvorrichtung erfordert einen zusätzlichen Steuerungsaufwand.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden, insbesondere
also eine verbesserte Wickel-Vorrichtung zum Spannen und Führen eines Seiles beim
Auf- oder Ausspulen bereitzustellen.
[0009] Die Aufgabe ist mit einer Wickel-Vorrichtung entsprechend den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs gelöst.
[0010] Eine erfindungsgemässe Wickel-Vorrichtung zum Auf- und Ausspulen eines Seiles auf
eine Seiltrommel einer Seilwinde weist eine Führungsrolle und eine, der angetriebenen
Seiltrommel vorgelagerten, gegenüber der Seiltrommel nach- oder voreilend antreibbare
Seilfördereinrichtung zur Zugbeaufschlagung des Seiles zwischen der Seiltrommel und
der Seilfördereinrichtung auf. Die Seilfördereinrichtung weist wenigstens zwei das
Seil führende Rollen auf, wobei eine der Rollen angetrieben ist. Die Wickel-Vorrichtung
ist gekennzeichnet durch eine derartige Anordnung der angetriebenen Rolle und der
Führungsrolle im Bezug auf das einlaufende Seil, dass das einlaufende Seil in etwa
einer Richtung senkrecht zur Seiltrommelachse zwischen der angetriebenen Rolle und
der Führungsrolle in die Wickel-Vorrichtung geführt wird. Die Wickel-Vorrichtung ist
weiter gekennzeichnet, dass das einlaufende Seil zuerst die angetriebene Rolle zu
etwa 270° umschlingt, nachfolgend die Führungsrolle zu etwa 90° umschlingt und weiter
der Seiltrommel zugeführt wird.
Wesentlich ist dabei, dass der Umschlingungswinkel der angetriebenen Rolle und der
Führungsrolle zusammen etwa 360° beträgt. Das zwischen den Rollen einlaufende Seil
wird dadurch in einer etwa parallelen Ausrichtung zum in die Wickelvorrichtung einlaufenden
Seil von der Führungsrolle abgenommen und auf die Seiltrommel geführt.
[0011] Unter dem Begriff "vorgelagert" ist zu verstehen, dass die Wickel-Vorrichtung beim
Aufwickelvorgang in Richtung der Seilförderung vor der Seiltrommel angeordnet ist.
[0012] Mit dem Begriff Zugbeaufschlagung ist ein Spannen und damit ein Straffen des Seiles
zwischen der Seiltrommel und der erfindungsgemässen Wickel-Vorrichtung zu verstehen.
Die Begriffe nacheilend bzw. voreilend definieren, dass die angetriebene Rolle der
Seilfördereinrichtung und die Seiltrommel unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeiten
aufweisen. Beim Aufspulen wird durch eine geringere Rotationsgeschwindigkeit der angetriebenen
Rolle der Seilfördereinrichtung gegenüber der Seiltrommel die Zugbeaufschlagung des
Seiles erzeugt (nacheilend), beim Ausspulen rotiert die angetriebene Rolle der Seilfördereinrichtung
schneller als die Seiltrommel (voreilend).
[0013] In der Seilfördereinrichtung wird das Seil zwischen mindestens zwei Rollen geführt.
Bevorzugt sind jedoch mehr als zwei Rollen vorgesehen, wobei die weiteren Rollen das
Seil an der antreibbaren Rolle führen. Dem Fachmann sind entsprechende Ausführungsformen
für die jeweiligen Rollen bekannt.
[0014] Die Führungsrolle übernimmt gemäss der Erfindung die Führung des Seiles beim Aufspulen
auf die Seiltrommel bzw. beim Ausspulen die Führung des Seiles zur Seilfördereinrichtung.
Die Führungsrolle stellt im Zusammenspiel mit einem anfangs sorgfältig aufgewickelten
Seil im Betriebseinsatz das kontrollierte Anlegen einer Seilwicklung an die jeweils
vorhergehende sicher. Hierzu ist die Zugbeaufschlagung des Seils notwendig. Ein Übereinanderschlagen
von Seilwicklungen mit den resultierenden negativen Folgen wird so vermieden.
[0015] Unter dem Begriff "einlaufendes" Seil ist die Richtung zu verstehen, in der das mit
dem Anschlagspunkt für die Last versehene Seilende in die Wickel-Vorrichtung und weiter
zur Seiltrommel bewegt wird.
[0016] Als Seiltrommelachse ist die Rotationsachse der Seiltrommel zu verstehen. Eine Richtung
senkrecht zur Seiltrommelachse erstreckt sich damit radial von der Seiltrommelachse
weg. Im Rahmen der Erfindung kann die Richtung des Seiles, wenn es zwischen die angetriebene
Rolle und die Führungsrolle geführt wird, von dieser Richtung um maximal 10° abweichen.
Ebenfalls vorstellbar kann die Zuführung des Seiles zwischen die angetriebene Rolle
und die Führungsrolle in einer Richtung erfolgen, die parallel zu einer der vorher
erläuterten Richtung senkrecht zur Seiltrommelachse verschoben ist. Sowohl die winkelmässige
Abweichung wie auch die Parallelverschiebung der Seileinführungsrichtung kann ihre
Ursache in konstruktiven Details der Seilwinde haben. Sie hängen z.B. ab vom Achsabstand
und vom Durchmesser der Antriebs- und Führungsrolle im Verhältnis zum Durchmesser
der Seiltrommel sowie der Dicke des auf die Trommel gewickelten Seilpakets. Mit steigendem
Aussendurchmesser der Seiltrommel nimmt der Umschlingungswinkel der Führungsrolle
ab. Diese Abweichungen verlassen jedoch nicht den Rahmen der Erfindung. Bevorzugt
ist die Richtung des einlaufenden Seils senkrecht zur Seiltrommelachse ausgerichtet.
[0017] Der Grad der Umschlingung der angetriebene Rolle bzw. der Führungsrolle durch das
Seil ist also nicht als konstant zu verstehen. Die Werte von 270° für die angetriebene
Rolle und 90° für die Führungsrolle sind eher als Mittelwerte mit einer Schwankungsbreite
von +/- 15° (angetriebene Rolle bzw. Führungsrolle) zu verstehen. Die Schwankungsbreite
stellt die Funktionsfähigkeit der Wickel-Vorrichtung trotz eventueller Fertigungsabweichungen
oder konstruktiver Zwänge wie beispielsweise einer gedrängten Bauweise sicher.
[0018] Vorteilhafterweise umfasst die Wickel-Vorrichtung ein Trägerelement, auf dem die
Seilfördereinrichtung und die Führungsrolle angeordnet sind. Die Möglichkeit der gemeinsamen
Anordnung auf dem Trägerelement erlaubt ein koordiniertes Zusammenwirken der Komponenten.
Durch eine geeignete Gestaltung des Trägerelements können die in der Wickel-Vorrichtung
auftretenden Kräfte reduziert oder im besten Fall gegeneinander aufgehoben werden.
Eine technisch einfache Gesamtkonstruktion der Seilwinde ist daher möglich.
[0019] Weiter vorteilhaft ist es dabei, wenn das Trägerelement schwenkbar am Rahmen der
Seilwinde angeordnet ist.
[0020] Der Begriff ,schwenkbar' bezeichnet hierbei eine Drehbewegung des Trägerelements
um eine Achse. Das Ausmass der Schwenkbewegung ist abhängig von den Massen der Seilwinde,
insbesondere der Wickel-Vorrichtung, der Seiltrommel, d.h. der Breite der Seiltrommel
und dem Abstand zwischen der Wickel-Vorrichtung und der Seiltrommel. Die Schwenkung
erfolgt bevorzugt um eine Mittellage der Wickel-Vorrichtung. Vorteilhafterweise fällt
die Mittelstellung der Drehbewegung des Trägerelements mit der Richtung des einlaufenden
Seiles zusammen.
[0021] Vorteilhaft ist es weiter, wenn die Seilfördereinrichtung auf einem ersten Abschnitt
des Trägerelements und die Führungsrolle auf einem zweiten Abschnitt des Trägerelements
angeordnet ist und die Abschnitte in einem Winkel angeordnet sind.
[0022] Aufgrund der Geometrie zwischen der Seileinführung, dem Spannorgan und dem Führungsorgan
kreuzt sich der Verlauf des Seiles. Die Unterteilung des Trägerelements in zwei Abschnitte
und die winkelige Anordnung der beiden Abschnitte zueinander ermöglicht eine berührungsfreie
Kreuzung des Seiles innerhalb der Vorrichtung beim Auf- oder Ausspulen. Als Seileinführung
ist eine Anordnung zu verstehen, die anschlagsseitig das Seil unter eventuell erforderlicher
Richtungsänderung in die Vorrichtung einführt. Das Seil tritt dadurch in einer feststehenden
räumlichen Ausrichtung in die Vorrichtung ein bzw. aus ihr heraus. Die Abwinkelung
ist so gewählt, dass auch bei unterschiedlichen Seilstärken eine berührungsfreie Kreuzung
erfolgt. Unter berührungsfrei ist zu verstehen, dass keine Berührung der sich kreuzenden
Seilabschnitte stattfindet. Der von den beiden Trägerelement-Abschnitten eingeschlossene
Winkel beträgt zwischen 150° und 179°, vorzugsweise zwischen 160° und 175°.
[0023] Bevorzugt ist eine Wickel-Vorrichtung mit einer Seilfördereinrichtung, welche das
Seil in der Seilfördereinrichtung durch mehr als eine Anpressrolle kraft- und reibungsschlüssig
an der angetriebenen Rolle führt. Unterschiedliche Ausführungsformen für die angetriebene
Rolle sowie die Anpressrollen sind dem Fachmann bekannt. So sind die angetriebene
Rolle bzw. die Anpressrollen beispielsweise Räder mit einer im Umfang verlaufenden
Ausnehmung zur Führung des Seiles versehen. Die angetriebene Rolle und die Anpressrollen
können sowohl in direktem Eingriff miteinander stehen als auch ohne Eingriff ausgebildet
sein. Eine ausreichende Zahl an Anpressrollen gewährleistet eine gesicherte Kraftübertragung,
d.h. den Transport des Seiles. Zudem verringert eine grössere Anzahl an Anpressrollen
die Beanspruchung des Seiles aufgrund der Verteilung der Kraftwirkung. Vorzugsweise
sind die Anpressrollen so ausgestaltet, dass sie federnd gelagert sind, d.h. per Federkraft
an die angetriebene Rolle gepresst werden. Damit wird eine übermässige Belastung des
Seiles sowie der Vorrichtung bei eventuell auftretenden Lastwechseln im Seil vermieden.
[0024] Insbesondere ist eine Wickel-Vorrichtung mit einer angetriebenen Rolle versehen,
die hydrostatisch antreibbar ist. Der Antrieb der angetriebenen Rolle führt im Zusammenwirkung
mit den Anpressrollen zum Spannen des Seiles in der Vorrichtung. Der Antrieb ist so
auszugestalten, dass zwar eine Mindestspannung für das Seil aufbaubar ist, der Antrieb
jedoch nicht zu einer Belastung des Seiles über das notwendige Mass hinaus führt.
Hydrostatische Antriebe weisen hierzu eine gute Regelbarkeit auf. Details zu derartige
Steuerungen und Komponenten sind dem Fachmann bekannt.
[0025] Weiterhin vorteilhaft lässt sich eine Wickel-Vorrichtung realisieren, wenn die Seilfördereinrichtung
unabhängig von der Seiltrommel antreibbar ausgebildet ist. Der unabhängige Antrieb
der Seilfördereinrichtung stellt sicher, dass die Seilspannung auch bei Geschwindigkeitswechseln
oder bei Lastwechseln aufrechterhalten bleibt. Auch bei Unterschieden in der Seiltrommel-Ausführung
sowie bei Veränderungen der Seillagen bei beispielsweise annähernd vollständig ausgestossenem
Seil sind keine aufwendigen Anpassungsmassnahmen zwischen der Wikkel-Vorrichtung und
der Seiltrommel im Hinblick auf die Abstimmung der Steuerung und zum Aufrechterhalten
der Zugbeaufschlagung notwendig.
[0026] Ein weiterer Aspekt der Vorrichtung ist einen Sensor, der an dem Trägerelement angebracht
ist. Der Sensor dient als Überwachungsmittel für das Seil, insbesondere um im Falle
eines Seilbruchs einen Not-Stop der Seilwinde, d.h. der Wickel-Vorrichtung bzw. der
Seiltrommel auslösen zu können. Vorzugsweise ist der Sensor eine Tastrolle.
[0027] Ein Aspekt der Vorrichtung ist eine derartige Anordnung des Trägerelementes am Rahmen,
dass das zugbeaufschlagte Seil die Schwenkung des Trägerelements steuert. Aufgrund
der kontinuierlich aufrechterhaltenen Seilspannung wird die Seillänge zwischen der
Wickel-Vorrichtung und der Seiltrommel auf die technisch bedingte Distanz minimiert.
Da das Seil sorgfältig auf der Seiltrommel aufgewickelt ist, folgt das Trägerelement
der Wickel-Vorrichtung der relativen Seillage auf der Trommel. Das Seil übt somit
die Übermittlungsfunktion für die Schwenkbewegung aus. Zusätzlich zu dieser Schwenkbarkeit
des Trägerelements sind die Längenverhältnisse der Abschnitte des Trägerelements zu
beiden Seiten der Schwenkachse auszuwählen. Vorzugsweise sind die Längen unter Berücksichtigung
der Masseverhältnisse so gewählt, dass sich die Hebelkräfte der beiden Abschnitte
im Schwenkpunkt weitgehend aufheben.
[0028] Weiter vorteilhaft ist eine Vorrichtung gestaltet, wenn die Schwenkachse des Trägerelements
mit der Ausrichtung des Seiles beim Eintritt in die Wickel-Vorrichtung zusammenfällt.
Diese Ausrichtung vermeidet eine weitere Beanspruchungen des Seiles und unterstützt
die selbsttätige Schwenkbarkeit der Vorrichtung.
[0029] Das Seil wird durch die Führungsrolle der Wickel-Vorrichtung zwischen den seitlichen
Begrenzungen der Seiltrommel aufgewikkelt. Sobald eine Wicklung des Seiles eine dieser
Begrenzungen erreicht, bewirkt dies eine Umkehrung des Wicklungsverlaufes, d.h. das
seitliche Aneinanderreihen der folgenden Seilwicklungen erfolgt in einer um 180° gedrehten
Richtung.
[0030] Die erläuterte erfindungsgemässe Wickel-Vorrichtung erlaubt einen sicheren und wirtschaftlichen
Betrieb der Seilwinde. Da kontinuierlich eine Seilspannung aufrechterhalten werden
kann, muss der Bediener nicht mehr vor Ort des Systems tätig sein. Seine Tätigkeit
kann von einer entfernten Stelle ausgeübt werden. Dies ist beispielsweise mittels
einer Fernsteuerung möglich. Die Bedienperson kann durch dieses System von der eintönigen
Arbeit entlasten werden und steht phasenweise für andere Tätigkeiten zur Verfügung.
[0031] Vor der Wickel-Vorrichtung ist ein Einführungsorgan für das Seil angeordnet. Dieses
Einführungsorgan übernimmt vorteilhafterweise die Aufgabe, das ausgestossene bzw.
aufzuspulende Seile in einer definierten Richtung der erfindungsmässigen Wickel-Vorrichtung
zuzuführen. In der Regel wird im Betrieb die Seilwinde an einem Ort installiert und
das Seil von dort aus an die Nutzungsorte geführt. Diese Stellen können in unterschiedlichen
Richtungen liegen, so dass das Einführungsorgan erforderlich wird. Das Einführungsorgan
lässt sich verschiedentlich ausgestalten, bespielsweise durch eine Anordnung von Walzen,
durch eine schwenkbaren Räderanordnung oder durch einen trichterförmigen Hohlkörper.
Der Fachmann kennt derartige spezifische Einführungsorgane.
[0032] Ein weiterer Aspekt der Wickel-Vorrichtung ist eine Kontrolleinrichtung zur Überwachung
der ausgestossenen Seillänge. Eine solche Kontrolleinrichtung kann beispielsweise
in Form eines Signalgebers, der auf der angetriebenen Rolle oder der Führungsrolle
platziert ist, und ein auf dem Trägerelement angeordnetem Empfänger ausgebildet sein.
Vorstellbar ist auch ein Sensor am Getriebe der Seiltrommel. Entsprechend weitere
Kontrolleinrichtungen sind dem Fachmann bekannt. Mittels einer derartigen Einrichtung
kann der Bediener unter Nutzung eines Steuerungsprogrammes entlastet werden. Das Seil
kann so beispielsweise mit hoher Geschwindigkeit annähernd bis zu einer zuvor definierten
Seillänge ausgestossen werden und danach vom Bediener mit einer von ihm steuerbaren
Geschwindigkeit langsamer und kontrolliert an den spezifischen Einsatzort des Seiles
geführt werden. Auch ist es möglich, die Ausstoss- oder Aufspulgeschwindigkeit des
Seiles bei vorher definierten Seillängen zu variieren, beispielsweise wenn das Seil
über eine Stütze läuft und sich dort ein Lastwechsel einstellt.
[0033] Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren näher erläutert. Es zeigen :
- Figur 1:
- eine seitliche Ansicht der Wickel-Vorrichtung;
- Figur 2:
- eine Sicht auf die Vorrichtung in Seilrichtung; und
- Figur 3:
- eine Ansicht des Systems aus Seilwinde und Vorrichtung.
[0034] Die Figuren geben eine schematisierte Darstellung der Erfindung wieder und sind nicht
massstäblich.
[0035] Die Wickel-Vorrichtung 1 mit dem Trägerelement 6 und der Seilfördereinrichtung 27
enthaltend die Anpressrollen 9 und die angetriebene Rolle 7, sowie die Führungsrolle
10 zeigt Figur 1. Das Seil 14 wird über die Seileinführung 15, bestehend aus den Seilführungsrollen
2, der Halterung 4 und dem Lager 5, der Wickel-Vorrichtung 1 zugeführt. Die Seileinführung
15 ist mit der Halterung 4 schwenkbar am Rahmen 25 befestigt. Durch die Seilführung
3 gelangt das Seil 14 auf die Seilfördereinrichtung 27 und wird durch die Anpressrollen
9 an die angetriebene Rolle 7 angelegt. Die Anpressrollen 9 sind federnd am Trägerelement
6 befestigt. Das Trägerelement 6 ist mittels der Halterung 17 und den Lagern 16 schwenkbar
am Rahmen 25 befestigt. Die Rolle 7 wird durch einen hydrostatischen Antrieb 8 angetrieben.
Das Seil 14 wird auf der angetriebenen Rolle 7 nach einer Umdrehung von annähernd
270° (ausgehend von der Eintrittsrichtung in die Vorrichtung) von der angetriebenen
Rolle 7 auf die Führungsrolle 10 geführt. Von der Führungsrolle 10 wird das Seil 14
auf die Seiltrommel 22 gewickelt. Eine Tastrolle 11 dient dabei der Seilüberwachung.
Im Falle eines Seilbruches schwenkt die Tastrolle 11 aus und aktiviert einen Kontakt
13, der einen Stillstand der Seilwinde 21, d.h. der Seiltrommel 22 und der Wickel-Vorrichtung
1 herbeiführt. Die Wikkel-Vorrichtung 1 ist so ausgelegt, dass unterschiedliche Seilstärken
durch sie gespannt und geführt werden können.
[0036] In Figur 2 ist deutlich der Knick 18 des Trägerelements 6 erkennbar. Der Knick 18
liegt dabei im Eintrittspunkt des Seiles 14 in die Wickel-Vorrichtung 1. Die Seileinführung
15 ist in dieser Figur nicht gezeigt. Das Seil 14 umläuft die angetriebene Rolle 7,
deren äusserer Umfang im Profilschnitt dargestellt ist. Das Seil 14 wird zwischen
der Anpressrolle 9 und der angetriebenen Rolle 7 gehalten und weiter zur Führungsrolle
10 geführt. Diese übernimmt die Führung des Seiles 14 von oder zur Seiltrommel 22,
von der in der Figur 2 nur die seitlichen Begrenzungen darstellt sind. Das Trägerelement
6 ist über die Halterung 17 am Rahmen 25 befestigt. Der Knick 18 des Trägerelements
6 ermöglicht ein Aneinandervorbeiführen der Seilabschnitte, die sich jeweils zwischen
der Seileinführung 15 und der angetriebenen Rolle 7 bzw. zwischen der angetriebenen
Rolle 7 und der Führungsrolle 10 befinden. Der Knickpunkt 18 des Trägerelements 6
fällt mit der Achse zusammen, durch die das Seil 14 in die Vorrichtung 1 eingeführt
wird. Durch eine geeignete Auswahl der Länge der beiden Abschnitte des Trägerelements
6 (mit der angetriebenen Rolle 7 und den Anpressrollen 9 bzw. der Führungsrolle 10)
kann ein Gleichgewicht der Kräfte, die auf die Abschnitte wirken, eingestellt werden.
Damit wird eine weitgehend belastungsfreie Schwenkbarkeit der Wickel-Vorrichtung 1
erzielt.
[0037] Die Figur 3 zeigt die Seilwinde 21 mit der erfindungsgemässen Wickel-Vorrichtung
1. Sowohl die Seiltrommel 22 wie auch die Wickel-Vorrichtung 1 sind für eine bessere
Stabilität der Seilwinde 21 innerhalb eines Rahmens 25 angeordnet. Zudem bietet der
Rahmen einen gewissen Schutz gegenüber mechanischen Einwirkungen von aussen. Der Rahmen
25 wird mittels Aufnahmen 23 auf einem Unterbau 24 aufgesetzt. Der Unterbau 24 kann
beispielsweise als Schlitten oder als Fundament ausgebildet sein. Die Seilwinde 21
ist fernbedient betreibbar.
1. Wickel-Vorrichtung (1) zum Auf- und Ausspulen eines Seiles (14) einer Seilwinde (21),
welche Vorrichtung (1) eine Führungsrolle (10) und eine der angetriebenen Seiltrommel
(22) vorgelagerten, gegenüber der Seiltrommel (22) nach- oder voreilend antreibbare
Seilfördereinrichtung (27) zur Zugbeaufschlagung des Seiles (14) zwischen der Seiltrommel
(22) und der Seilfördereinrichtung (27) aufweist, wobei die Seilfördereinrichtung
(27) wenigstens zwei das Seil (14) führende Rollen (7, 9) aufweist, und wobei eine
der Rollen angetrieben ist, dadurch gekennzeichnet, dass die angetriebene Rolle (7) und die Führungsrolle (10) im Bezug auf das einlaufende
Seil (14) so angeordnet sind, dass das einlaufende Seil (14) in etwa einer Richtung
senkrecht zur Seiltrommelachse zwischen der angetriebenen Rolle (7) und der Führungsrolle
(10) in die Wickel-Vorrichtung (1) geführt wird, und dass das einlaufende Seil (14)
zuerst die angetriebene Rolle (7) zu etwa 270° umschlingt, nachfolgend die Führungsrolle
(10) zu etwa 90° umschlingt und weiter der Seiltrommel (22) zugeführt wird.
2. Wickel-Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilfördereinrichtung (27) und die Führungsrolle (10) auf einem Trägerelement
(6) angeordnet sind.
3. Wickel-Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (6) schwenkbar am Rahmen (25) der Seilwinde (21) angeordnet ist.
4. Wickel-Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilfördereinrichtung (27) auf einem Abschnitt des Trägerelements (6) und das
Führungsorgan (10) auf einem zweiten Abschnitt des Trägerelements (6) angeordnet ist,
und dass die Abschnitte zueinander abgewinkelt angeordnet sind.
5. Wickel-Vorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Seil (14) in der Seilfördereinrichtung (27) durch mehr als eine Anpressrolle
(9) kraft- und reibungsschlüssig an der angetriebenen Rolle (7) geführt ist.
6. Wickel-Vorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die angetriebene Rolle (7) hydrostatisch antreibbar ist.
7. Wickel-Vorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass je eine separate Antriebseinrichtung (8, 26) für die angetriebene Rolle (7) und die
Seiltrommel (22) vorgesehen sind.
8. Wickel-Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Trägerelement (6) ein Sensor (11), insbesondere eine Tastrolle (11) angeordnet
ist.
9. Wickel-Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (6) durch das zwischen Seilfördereinrichtung (27) und Seiltrommel
(22) zugbeaufschlagte Seil (14) am Rahmen (25) schwenkbar angeordnet ist.
10. Seilwinde (21) mit einer Wickel-Vorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche.