[0001] Die Erfindung betrifft eine Türe mit einem verschiebbaren Türblatt nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und eine Aufzugsanlage mit einer solchen Türe.
[0002] Türen mit verschiebbaren Türblättern, die auch als Schiebetüren bezeichnet werden,
weisen zahlreiche Vorteile auf; insbesondere ist ihr Platzbedarf gegenüber dem Platzbedarf
von Schwingtüren verhältnismässig gering, da die sich öffnenden Türblätter sich parallel
und in unmittelbarer Wandnähe verschieben und somit keinen begehbaren Raum im Bereich
der Türöffnung beanspruchen.
[0003] Die Nachteile solcher Türen mit verschiebbaren Türblättern liegen insbesondere darin,
dass die Türblätter nicht oder unzureichend geführt sind und bei ihrer Verschiebung
Geräusche verursachen, die oftmals in weiten Bereichen der Gebäude hörbar sind, dass
Führungselemente, welche der Führung der Türblätter bei deren Verschiebung dienen,
einem beträchtlichen Verschleiss unterliegen, und dass die Türblätter in geschlossenem
Zustand nur eine nicht dichtende oder schlecht dichtende Trennung der durch die Türöffnung
verbindbaren Räume bilden. Dieser letztgenannte Nachteil fällt insbesondere bei Schachttüren
von Aufzugsanlagen ins Gewicht, da wegen Luftströmungen, die in einem Aufzugsschacht
unvermeidbar sind, eine spürbare, mit einer störenden Geräuschentwicklung verbundene
Zugluft verursacht werden kann, beispielsweise verursacht durch den allgemein bekannten
"Kamineffekt" oder durch Bewegungen einer Aufzugskabine bei einer Fahrt durch den
Schacht.
[0004] Die genannten Nachteile machen sich insbesondere bemerkbar bei einer aus US 4 781
270 bekannten, für eine Verwendung in Aufzugsanlagen konstruierten Schiebetür, deren
Türblätter mittels an den Türblättern befestigten Gleitelementen in Führungsnuten
eines Türschwellenprofils geführt sind. Bei einer Verschiebung eines solchen Türblatts
sind die Gleitelemente einer grossen Gleitreibung ausgesetzt und deshalb verschleissanfällig
und relativ geräuschvoll bewegbar. Einer Optimierung der Reibungsverhältnisse durch
eine geeignete Materialwahl für die einer Reibung unterworfenen Komponenten der Tür
sind allein schon aufgrund einer unvermeidbaren Verschmutzung der Führungsnuten im
Türschwellenprofil Grenzen gesetzt. Weiterhin müssen die Gleitelemente mit einem Mindestmass
an Spiel geführt sein, um ein Verklemmen des Türblatts zu verhindern. Dies ist eine
Ursache für die erwähnten Dichtungsprobleme.
[0005] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Türe der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, welche die oben genannten Nachteile herkömmlicher Schiebetüren
nicht aufweist.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss an einer Türe der eingangs genannten
Art durch die Merkmale des Kennzeichens des Anspruchs 1. Bevorzugte Weiterbildungen
der Erfindung sind durch die von Anspruch 1 abhängigen Ansprüche definiert.
[0007] Gemäss Erfindung wird auch eine Aufzugsanlage mit einer entsprechend geführten Türe
bereitgestellt.
[0008] Die Türe nach der Erfindung weist grundsätzlich zwei Bauteile auf, nämlich ein verschiebbares
Türblatt und ein Bauteil, das eine Führungsfläche zur Führung des Türblattes bei einer
Verschiebung bereit stellt, beispielsweise ein türrahmen- bzw. türzargenartiges Bauteil,
das im Folgenden vereinfachend als Rahmen bezeichnet wird. Das Türblatt ist in einer
Verschiebungsrichtung relativ zum Rahmen hin- und her verschiebbar. Im Weiteren sind
Führungsmittel zur Führung des Türblattes bei seiner seitlichen Verschiebung vorgesehen.
Diese Führungsmittel befinden sich im Bereich einer Kante des Türblattes, welche sich
bei der Verschiebung des Türblattes längs eines benachbarten Teils des Rahmens bewegt.
Die Führungsmittel bestehen im Wesentlichen aus einem Band. Das Band ist so angeordnet,
dass es bei sich verschiebendem Türblatt mitläuft, wobei während der Verschiebung
des Türblattes ein Abschnitt des Bandes an der Führungsfläche anliegt. Das Band ist
so ausgerichtet, dass es sich mit seiner Bandlänge entlang der Führungsfläche für
das Türblatt erstreckt. Eine Fläche des Bandes liegt bei geöffnetem, sich verschiebendem
und geschlossenem Türblatt an der Führungsfläche an.
[0009] Es kann zweckmässig sein, ein oder mehrere Führungselemente für das Band vorzusehen,
um das Band an der Führungsfläche auszurichten. Während einer Verschiebung des Türblatts
ist das Band durch die Führungselemente so ausgerichtet, dass ein Abschnitt des Bandes
an der Führungsfläche anliegt und das Band um mindestens eines der Führungselemente
läuft.
[0010] Die Führungsmittel führen hierbei das Türblatt entlang der Führungsfläche und geben
ihm Stabilität.
[0011] Zusätzlich können die Führungsmittel so ausgeführt sein, dass sie als Dichtmittel
dienen. Dies ist besonders bei Schachttüren eines Aufzugs von Vorteil, da es im Aufzugsschacht
häufig einen Unter- oder Überdruck gibt, der dazu führt, dass Luft durch die Schachttüren
strömt. Neben der Tatsache, dass derartige Luftströme als unangenehm empfunden werden
können, entstehen dadurch auch störende Geräusche. Bei Aufzugsanlagen mit sich schnell
bewegenden Aufzügen werden die Druckdifferenzen zum Teil derart gross, dass die Türblätter
eine Schachttüre nur mit grosser Kraft zu öffnen sind. Derartige Zustände können mit
den erfindungsgemässen Führungselementen vermieden werden.
[0012] Für den Brandfall in einem Gebäude ist es unter Umständen auch wichtig, dass die
Aufzugschächte nicht zu einem Kamineffekt führen, der ein Feuer durch eine starke
Luftströmung weiter anfacht. Auch kann sich bei ungenügender Abdichtung eines Aufzugsschachtes
Rauch über mehrere Etagen ausbreiten.
[0013] Bei der Türe nach der Erfindung wird vorzugsweise ein Band mit elastischen Eigenschaften
benutzt. Unter dem Begriff eines Bandes mit elastischen Eigenschaften sollen im Rahmen
der Erfindung Bänder verstanden werden, die in Bandlängsrichtung und/oder Bandquerrichtung
und/oder quer zur Bandfläche elastisch sind. Insbesondere Bänder, die in Bandlängsrichtung
elastisch sind, müssen nicht oder nicht vollständig aus elastischen Materialien hergestellt
sein; sie können auch einen oder mehrere Abschnitte aus praktisch nichtelastischem
Material aufweisen, die durch Abschnitte aus elastischem Material verbunden sind,
oder die mittels praktisch nichtelastischer Glieder längenveränderlich miteinander
verbunden sind. Bänder, bei deren Verwendung beim Verschieben des Türblattes nicht
nur eine Führung des Türblattes und eine Geräuschverminderung sondern auch eine Dichtung
bei geschlossener Türe beabsichtigt ist, sind im Allgemeinen in Richtung quer zur
Bandfläche elastisch kompressibel; worunter zu verstehen ist, dass sie aus elastisch
kompressiblem Material hergestellt sind; sie können aber auch aus elastischem, jedoch
praktisch inkompressiblem Material hergestellt sein, wenn sie eine Formgebung beispielsweise
mit zwei verbundenen Schenkeln, aufweisen, die in Richtung quer zur Bandfläche elastisch
zueinander bringbar sind. Die verwendeten Bänder müssen jedenfalls eine Flexibilität
aufweisen, die es erlaubt, sie um die Führungselemente umlaufen zu lassen.
[0014] In einer ersten Variante der neuen Türe sind die Führungselemente der Führungsmittel
mit dem Türblatt verbunden, während die Führungsfläche fest am Rahmen oder im Bereich
des Rahmens angeordnet ist, beispielsweise in einer Türschwelle im unteren Teil der
Tür, um eine untere Türführung bereitzustellen.
[0015] In einer zweiten Variante der neuen Türe sind die Führungselemente der Führungsmittel
am Rahmen oder im Bereich des Rahmens angeordnet, während sich die Führungsfläche
am Türblatt im Bereich von dessen Kante befindet.
[0016] Bei beiden Varianten weisen die Führungselemente ein oder mehrere, vorzugsweise zwei
Umlenkelemente auf, die an demjenigen Bauteil der Türe befestigt sind, das nicht die
Führungsfläche aufweist. Das Band kann als endloses Band oder als offenes Band mit
zwei Bandenden ausgebildet sein. Endlose Bänder können mit mindestens einer Bandstelle
in einer Ankerstelle des Bauteiles der Türe verankert sein, das die Führungsfläche
aufweist; offene Bänder können mit je mindestens einer Bandstelle im Bereich ihrer
Bandenden in einer Ankerstelle verankert sein, die sich im Bereich der Führungsfläche
befindet.
[0017] In einer dritten Variante wird ein offenes Band mit zwei Bandenden benutzt. Ein erstes
Bandende ist an einer Bandstelle ortsfest in einem Ankerpunkt verankert, der sich
im Bereich der Führungsfläche befindet; das zweite Bandende ist an einem ersten Führungselement,
das eine Längsführung bildet, geführt. Das Band läuft zwischen der befestigten Bandstelle
und der Längsführung um das zweite Führungselement, das durch einen Umlenkkörper gebildet
ist.
[0018] Im Allgemeinen ist das Türblatt seitlich verschiebbar und in seinem oberen Bereich
aufgehängt; diejenige Kante des Türblattes, in deren Bereich sich die Führungsmittel
befinden, ist dann die untere Kante des Türblattes.
[0019] Das Türblatt kann aber auch in vertikaler Richtung verschiebbar sein; hierbei können
dann Führungsmittel im Sinne der Erfindung im Bereich einer oder beider seitlichen
Kanten des Türblattes vorgesehen sein. Das Türblatt kann das einzige Türblatt bilden
oder Teil eines Türsystems mit mehreren kulissenartig verschiebbaren Türblättern sein.
[0020] Die Bandfläche und die Führungsfläche, an der die Bandfläche anliegt, können so ausgebildet
sein, dass zwischen ihnen entweder ein geringer Schlupf möglich ist, oder dass jeder
Schlupf verhindert wird. Ein relativer Schlupf kann verhindert werden, indem die sich
berührenden Flächen ein geeignetes Profil mit Profilflächen quer zur Verschiebungsrichtung
aufweisen (formschlüssige Verbindung), oder indem die Bandfläche unter genügend hohem
Druck an der Führungsfläche anliegt oder indem Materialien gewählt werden, die eine
genügende Adhäsion gewährleisten.
[0021] Um zu verhindern, dass sich das Band von den Führungselementen entfernt, können diese
mit geeigneten Mitteln wie zum Beispiel mit Endplatten versehen sein, oder die Führungselemente
und das Band können in geeigneter Weise profiliert sein.
[0022] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, die Führungselemente am Türblatt
anzuordnen und so auszubilden, dass sie quer zum Türblatt eine geringere Abmessung
aufweisen als das Türblatt selbst.
[0023] Vorteilhaft ist es auch, mindestens eines der Führungselemente quer zum Türblatt
und quer zur Verschiebungsrichtung des Türblatts elastisch verschiebbar anzuordnen.
Bei einer solchen Anordnung ist es möglich, das Band mit einer Vorspannung, die durch
die Stellung des elastisch verschiebbaren Führungselements kontrollierbar ist, mit
der Führungsfläche in Kontakt zu halten.
[0024] Mindestens eines der Führungselemente kann durch mindestens eine drehbare Rolle gebildet
sein, die über Gleitlager oder Wälzlager mit dem Türblatt verbunden ist.
[0025] Ein Führungselement kann auch mehrere Rollen aufweisen, und es kann ein Lastausgleichselement
in Form eines Sekundärbandes vorgesehen sein, das um diese Rollen umläuft und zwischen
dem Band und dem Führungselement angeordnet ist.
[0026] Das Band kann, insbesondere wenn sich das Türblatt in Schliesslage befindet, in Richtung
der Führungsfläche vorspannbar sein, um einen Dichtungskörper zwischen der Führungsfläche
und einer Fläche des Türblatts zu bilden.
[0027] Die Türe kann nebst der genannten Führungsfläche und den genannten Führungsmitteln
eine weitere Führungsfläche und weitere Führungsmittel aufweisen, die so angeordnet
sind, dass die Türe in beiden Richtungen quer zum Türblatt geführt ist. Auf diese
Weise ist eine Führung des Türblatts realisierbar, die quer zur Bewegungsrichtung
spielfrei ist. Eine Tür mit einem Türblatt, das mit keinem oder nur mit geringem Spiel
geführt ist, kann besonders wirksam abgedichtet werden, da für Luft durchlässige Zonen
im Bereich der Führung weitgehend reduziert oder gar vermieden werden können.
Die Erfindung ist im Folgenden anhand in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
ausführlich beschrieben.
[0028] Es zeigen:
- Fig. 1A
- eine Türe nach der Erfindung, von vorne;
- Fig. 1B
- die in Fig. 1 dargestellte Türe, ausschnittsweise, in vergrössertem Massstab;
- Fig. 1C
- die in den Fig. 1A und 1B dargestellte Türe, in einem seitlichen Schnitt;
- Fig. 2A
- ein Türblatt mit Führungsmitteln für eine Türe nach der Erfindung, wobei das Türblatt
eine erste Lage einnimmt, von oben,
- Fig. 2B
- das in Fig. 2A dargestellte Türblatt mit Führungsmitteln, wobei das Türblatt eine
zweite Lage einnimmt, in gleicher Darstellung wie Fig. 2A;
- Fig. 3A
- ein Türblatt mit Führungsmitteln für eine Türe nach der Erfindung, sowie weitere Führungsmittel,
die ebenfalls Führungselemente und ein Band umfassen, wobei das Türblatt eine erste
Lage einnimmt, in gleicher Darstellung wie die Fig. 2A und 2B;
- Fig. 3B
- die in Fig. 3A dargestellte Türblatt mit Führungsmitteln, wobei das Türblatt eine
zweite Lage einnimmt, in gleicher Darstellung wie die Fig. 2A, 2B und 3A;
- Fig. 4
- ein Türblatt, mit Führungsmitteln, ausschnittsweise, in einem vertikalen Schnitt;
- Fig. 5A
- noch ein weiteres Türblatt mit Führungsmitteln, wobei das Türblatt eine erste Lage
einnimmt, in gleicher Darstellung wie die Fig. 2A, 2B, 3A und 3B;
- Fig. 5B
- das in Fig. 5A dargestellte Türblatt mit Führungsmitteln, wobei das Türblatt eine
zweite Lage einnimmt, in gleicher Darstellung wie die Fig. 2A, 2B, 3A und 3B; und
- Fig. 6
- ein weiteres Türblatt, mit Führungsmitteln, ausschnittsweise, in einem vertikalen
Schnitt.
[0029] Eine erste Ausführungsform der Erfindung ist im Zusammenhang mit den Fig. 1A bis
1C beschrieben. Gezeigt ist eine Türe 10, welche eine Schachttüre eines Aufzugs bildet.
Die Türe 10 weist mindestens einen Rahmen 19 und ein Türblatt 11 auf, das in einer
Verschiebungsrichtung 12 relativ zum Rahmen 19 verschiebbar ist. Am Rahmen 19 ist
eine vertikale Führungsfläche 18 angeordnet (siehe Fig. 1C), an welcher das Türblatt
11 zu führen ist. Die Türe 10 weist Führungsmittel auf, die im Bereich der Unterkante
16 des Türblattes 11 angeordnet sind. Die Führungsmittel umfassen ein (elastisches)
Band 13 und Führungselemente 14 und 15, die am Türblatt 11 angeordnet sind und um
die das Band 13 umläuft.
[0030] Das Band 13 ist durch die Führungselemente 14, 15 so ausgerichtet, dass es sich mit
seiner Bandlänge parallel zur Verschiebungsrichtung 12 des Türblattes 11 erstreckt.
Eine Fläche des Bandes 13 liegt bei geöffnetem, geschlossenem und sich verschiebendem
Türblatt 11 flach an der Führungsfläche 18 an. Zusätzlich kann das Türblatt 11 im
oberen Türbereich eine Aufhängung besitzen.
[0031] In Fig. 1C ist ein schematischer Schnitt dieser Ausführungsform gezeigt. Unterhalb
des Bereichs der Türblatt-Seele bzw. Türblatt-Mittelfläche ist im Rahmen 19, oder
im Bereich des Rahmens, eine Nut vorgesehen, die im dargestellten Ausführungsbeispiel
einen rechteckigen Querschnitt hat. Eine vertikale Seitenfläche dieser Nut bildet
die Führungsfläche 18. Im unteren Bereich des Türblattes 11 sind die Führungselemente
14, 15 befestigt, von denen in Fig. 1C das Führungselement 14 sichtbar ist. Im weiteren
ist in Fig. 1C das elastische Band 13, bzw. der das Führungselement 14 umlaufende
Teil dieses Bandes 13, zu sehen. Der jeweils der Führungsfläche 18 zugewandte Teil
der Aussenfläche des Bandes 13 liegt an der Führungsfläche 18 an, während der jeweils
der Führungsfläche 18 abgewandte Teil der Aussenfläche des Bandes 13 frei und im Wesentlichen
berührungslos verläuft. Die Innenfläche des Bandes 13 ist zur Berührung der Führungselemente
14, 15 bestimmt.
[0032] Die Wirkungsweise der erfindungsgemässen Anordnung basiert gemäss Fig. 2A und Fig.
2B auf dem Prinzip einer Fahrzeugkette, die im Zusammenhang mit der Fortbewegung,
zum Beispiel eines Kettenfahrzeuges, benutzt wird. Ein Band 23 bewegt sich gewissermassen
wie die Fahrzeugkette. Falls sich ein Türblatt 21 einer Türe aus einer Lage gemäss
Fig. 2A um eine Strecke A in eine Lage gemäss Fig. 2B verschiebt, bewegen sich die
Führungselemente 24, 25 solidarisch mit dem Türblatt 21. Der jeweils an der Führungsfläche
28 anliegende Teil des Bandes 23 bleibt während des Verschiebens des Türblattes 21
im Wesentlichen ortsfest. Beim Verschieben des Türblattes 21 in Richtung des Pfeils
22 gelangen nach und nach zuvor berührungsfreie Teile des Bandes 23 in Kontakt mit
dem Führungselement 25, während ursprünglich die Führungsfläche 28 berührende Teile
des Bandes 23 in Kontakt mit dem Führungselement 24 gelangen und dann berührungsfrei
werden. Mit 26 sind Befestigungsmittel (z.B. Achsen oder Schrauben) für die Führungselemente
bezeichnet. Es sei noch erwähnt, dass die mit X und Y bezeichneten Bandstellen nur
zur Verdeutlichung der Wirkungsweise dienen und nicht Stellen sind, an welchen das
Band 23 befestigt ist.
[0033] Bei einer Verschiebung des Türblattes 21 läuft oder/und rutscht das Band 23 um die
Führungselemente 24 und 25 herum. Dadurch, dass es beim Öffnen oder Schliessen des
Türblattes 21 keine oder nur eine geringe Verschiebungsbewegung des Bandes 23 entlang
der Fläche 28 gibt, entstehen kaum Geräusche. Da das Band 23 nicht oder kaum auf der
Fläche 28 gleitet und folglich nur geringe Reibungsverluste auftreten, sind der Energieaufwand
und der Verschleiss des Bandes 23, der Führungskörper 24, 25 und der Führungsfläche
28 sehr gering.
[0034] Bei dieser Art der Anordnung führen die Führungsmittel das Türblatt 21; sie geben
dem Türblatt 21 Stabilität, und sie vermindern oder verhindern eine Bewegung des Türblattes
21 quer zur Türblattfläche und quer zur Bewegungsrichtung bei dessen horizontalen
Verschiebung. Allerdings ist diese Führung nur einseitig. Eine beidseitige Führung
kann mit einer Anordnung gemäss Fig. 3A und Fig. 3B erreicht werden. Bei dieser Anordnung
weist die Türe ein in Richtung des Pfeils 32 verschiebbares Türblatt 31 auf. Im Weiteren
sind erste Führungsmittel und zweite Führungsmittel vorgesehen. Die ersten Führungsmittel
umfassen ein Band 33.1 sowie Führungselemente 34.1, 35.1. Die zweiten Führungsmittel
umfassen ein weiteres Band 33.2 sowie Führungselemente 34.2, 35.2. Mit 36 sind Befestigungsmittel
für die Führungselemente bezeichnet. Es ist eine Führungsfläche 38.1 sowie eine weitere
Führungsfläche 38.2 vorgesehen, wobei die Führungsfläche 38.2 der Führungsfläche 38.1
gegenüberliegt. Das Band 33.1, die Führungselemente 34.1, 35.1 und die Führungsfläche
38.1 wirken in gleicher Weise zusammen wie es weiter oben mit Bezug auf Fig. 2A und
2B für das Band 23, die Führungselemente 24, 25 und die Führungsfläche 28 beschrieben
ist. Das weitere Band 33.2, die weiteren Führungselemente 34.2, 35.2 und die weitere
Führungsfläche 38.2 wirken ebenfalls in gleicher Weise zusammen wie es weiter oben
mit Bezug auf Fig. 2A und 2B für das Band 23, die Führungselemente 24, 25 und die
Führungsfläche 28 beschrieben ist; das weitere Band 33.2 hat aber bei einer Bewegung
des Türblattes 31 jeweils einen Umlaufsinn, der umgekehrt zum Umlaufsinn des Bandes
33.2 ist. Da das Türblattes beidseitig geführt ist, kann diese Führung ohne Spiel
quer zur Bewegungsrichtung ausgebildet sein. Da die Bänder 33.1 und 33.2 flach auf
den jeweiligen Führungsflächen 38.1 und 38.2 anliegen, liegt eine wirksame Türabdichtung
im Bereich der Führungsflächen vor. Bei einer einseitigen Führung, beispielsweise
gemäss der in den Fig. 1C, 2A und 2C dargestellten Ausführungsformen, kann eine wirksame
Türabdichtung auch erreicht werden, wenn die Tür so bewegt wird, dass das jeweilige
Band flach an der jeweiligen Führungsfläche anliegt. In jedem dieser Fälle sind luftdurchgängige
Zonen im Bereich der Führungsflächen ganz oder zumindest weitgehend vermeidbar.
[0035] Fig. 4 zeigt eine Einzelheit einer Türe nach der Erfindung. Ein Türblatt 41 weist
eine von seinem unteren Rand ausgehende Nut auf. Im Bereich dieser Nut ist über Wälzlager
45 ein Führungselement 44 in Form einer Umlenkrolle befestigt, das um eine nicht dargestellte
vertikale Achse drehbar ist. Das Führungselement 44 besteht im wesentlichen aus einem
Bandführungsabschnitt 44.1, einer unteren Endplatte 44.2 und einem oberen Abschnitt
44.3 im Bereich der Wälzlager 45. Ein Band 43, dessen Bandbreite sich in vertikaler
Richtung erstreckt, läuft um den Bandführungsabschnitt 44.1 des Führungselementes
44. Der Bandführungsabschnitt 41 bildet zwischen der Endplatte 44.2 und dem oberen
Abschnitt 44.3 eine nutartige Vertiefung an der Oberfläche des Führungselements 44.
Diese Vertiefung bildet eine Führungsstruktur für das Band, die für eine seitliche
Führung des Bandes 43 bei einem Umlauf des Bandes 43 um das Führungselement 44 sorgt.
[0036] Die Fig. 5A und 5B zeigen eine weitere Variante der erfindungsgemässen Türe, mit
einem Türblatt 61. Fig. 5A zeigt das Türblatt 61 in einer ersten Lage, Fig. 5B in
einer zweiten Lage, in der das Türblatt 61 gegenüber der ersten Lage um eine Strecke
A verschoben ist. Die Führungsmittel umfassen ein offenes Band 63 und zwei Führungselemente
64, 65 am Türblatt 61. Das erste Führungselement 64 ist eine Längsführung für ein
erstes Bandende 63.1, die sich in der Verschiebungsrichtung des Türblattes 61 erstreckt.
Das zweite Führungselement 65 ist ein Umlenkelement bzw. eine Umlenkrolle. Das Band
63 ist mit seinem zweiten Bandende 63.2 am oder im Bereich des nicht dargestellten
Rahmens befestigt.
[0037] Es können Federelemente eingesetzt werden, die eine Anpressdruck des Bandes in Richtung
der Führungsfläche gewährleisten und/oder die eine Vorspannung des Bandes erzeugen.
[0038] Statt Umlenkrollen, die sich um eine Achse drehen, können andere Formen von Führungselementen
eingesetzt werden. Besonders geeignet sind zum Beispiel Nylon-Führungselemente oder
teflonbeschichtete Elemente, die ein Gleiten des Bandes ermöglichen.
[0039] Gemäss Erfindung können die einzelnen Aspekte der verschiedenen Ausführungsformen
miteinander kombiniert werden. Auch kann das Band in verschiedenster Form geführt
und umgelenkt werden.
[0040] Als Alternative zu der in Fig. 4 dargestellten Möglichkeit, das Band bei einer Verschiebung
des Türblattes seitlich zu führen, gibt es die Variante, eine Führungsstruktur zur
seitlichen Führung des Bandes an der Führungsfläche selbst auszubilden. Diese Variante
ist in Fig. 6 dargestellt. In Fig. 6 ist ein längs einer Führungsfläche 78 verschiebbares
Türblatt 71 in einem Querschnitt senkrecht zur Verschiebungsrichtung des Türblatts
dargestellt. Am Türblatt ist ein Führungselement 74 befestigt, um das ein Band 73,
das einen an der Führungsfläche 78 flach anliegenden Bandabschnitt umfasst, bei einer
Verschiebung der Türblattes bewegt wird. Die Führungsstruktur für das Band 73 ist
in Form einer Nut 79 ausgebildet, die den seitlichen Bewegungsspielraum des Bandes
73 senkrecht zur Bewegungsrichtung des Türblatts 71 auf der Führungsfläche 78 einengt.
[0041] In einer Weiterentwicklung dieser Variante kann eine einseitig oder beidseitig wirkende
seitliche Führungsstruktur für eines der offenbarten Bänder auch dadurch geschaffen
werden, dass ein Führungselement für das Band und/oder die zugehörige Führungsfläche
auf einer oder beiden Seiten des Bandes geeignet strukturiert werden, um den Bewegungsspielraum
des Bandes quer zur Bewegungsrichtung des Türblattes zu beschränken.
[0042] Im Rahmen der Erfindung bestehen verschiedene Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich
der Materialwahl für das Band und der Präparation der jeweiligen Oberflächen des Bandes,
die mit einer der Führungsflächen bzw. einem der Führungselemente in Kontakt gebracht
werden sollen. Bei einem starr an einem Türblatt befestigten Führungselement für das
Band soll die dem Führungselement zugewandte Seite des Bandes über das Führungselement
gleiten, damit das Band erfindungsgemäss um das Führungselement bewegbar ist, wenn
dass Türblatt entlang der Führungsfläche verschoben wird. In diesem Fall ist es vorteilhaft,
das Band als Schichtstruktur aus mehreren Schichten mit unterschiedlicher Materialzusammensetzung
auszubilden. Beispielsweise kann eine mit dem Führungselement in Kontakt zu bringende
Schicht aus einem Material gefertigt sein, dass eine geringe Gleitreibung zwischen
Band und Führungselement garantiert. Das Material für eine andere Schicht kann so
gewählt sein, dass das Band eine grosse Reissfestigkeit aufweist, insbesondere bei
Belastungen in der Verschiebungsrichtung des Türblatts. Eine mit der Führungsfläche
in Kontakt zu bringende Schicht könnte aus einem gegen Verschmutzungen unempfindlichen
und/oder verschleissunempfindlichen Material hergestellt sein oder so optimiert sein,
dass eine optimale Abdichtung an der Führungsfläche erreicht wird. Eine gute Abdichtung
gewährleistet beispielsweise eine Lamellenstrukur mit Lamellen, die längs der Verschiebungsrichtung
des Türblattes orientiert sind, insbesondere wenn die Lamellenstruktur aus einem elastischen
Material gebildet ist und somit die Voraussetzung geschaffen ist, dass die Lamellen
unter der Wirkung eines geringen Anpressdrucks einen lückenlosen Kontakt mit der Führungsfläche
bilden.
[0043] Im Falle des Führungselements 44, das um eine Achse senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Türblatts drehbar ist - oder allgemein Führungselementen, die bei einer Verschiebung
des Türblatts zusammen mit dem am Führungselement anliegenden Bandabschnitt bewegbar
sind, kann es dagegen von Vorteil sein, wenn die am Führungselement anliegende Seite
des Bandes aus einem Material besteht, das eine grosse Haftreibung bezüglich der Oberfläche
des Führungselements gewährleistet. So ist bei einer Verschiebung des Türblatts der
Transport des Bandes um das Führungselement gut kontrollierbar.
[0044] Die Erfindung bietet die Möglichkeit, die Beschaffenheit der Grenzflächen zwischen
Führungselement und dem anliegenden Band optimal aufeinander abzustimmen unabhängig
von der Beschaffenheit der Führungsfläche. Die Erfindung ist auch anwendbar auf gerade
oder gekrümmte Türblätter, die längs einer gekrümmten Führungsfläche geführt werden.
1. Türe (10) mit einem in einer Verschiebungsrichtung (12; 22; 32) entlang einer Führungsfläche
(18; 28; 38.1, 38.2) der Tür (10) verschiebbaren Türblatt (11; 21; 31; 41; 61), mit
mindestens einem Element zwischen dem Türblatt (11; 21; 31; 41; 61) und der Führungsfläche
(18; 28; 38.1, 38.2), welches Element ein Führungsteil (14, 15; 24, 25; 34.1, 34.2,
35.1, 35.2; 44.1, 44.2, 44.3; 64, 65) zum Führen eines Abschnitts eines beweglichen
Bandes (13; 23; 33.1, 33.2; 43; 63) aufweist, welcher Abschnitt während einer Verschiebung
des Türblatts (11; 21; 31; 41; 61) mit der Führungsfläche (18; 28; 38.1, 38.2) in
Kontakt steht, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsteil (14, 15; 24, 25; 34.1, 34.2, 35.1, 35.2; 44.1, 44.2, 44.3; 64, 65)
in seiner länglichen Ausdehnung im wesentlichen parallel zu einer Ebene des Türblatts
(11; 21; 31; 41; 61) und parallel zur Führungsfläche (18; 28; 38.1, 38.2) angeordnet
ist.
2. Türe (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (18; 28; 38.1, 38.2;) sich im Bereich eines Türrahmens (19) oder
einer Türzarge befindet.
3. Türe nach Anspruche 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elemente im Bereich eines Türrahmens oder einer Türzarge angeordnet sind und
sich die Führungsfläche im Bereich der Kante des Türblattes befindet.
4. Türe (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (13; 23; 33; 43;63) elastische Eigenschaften aufweist.
5. Türe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie eine weitere Führungsfläche (38.1), ein weiteres Band (33.2) und weitere Führungsteile
(34.2, 35.2) aufweist.
6. Türe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Führungsteil (14, 15; 24, 25; 34.1, 35.1, 34.2, 35.2; 44.1, 44.2,
44.3; 65) als Rolle ausgebildet und drehbar befestigt ist.
7. Türe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (13; 23; 33.1, 33.2; 43; 63) auf die Führungsfläche hin zustellbar ist.
8. Türe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (13; 23; 33.1, 33.2; 43; 63) neben einer Führungsfunktion auch eine Dichtfunktion
ausübt.
9. Türe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (43, 73) seitlich geführt ist mittels einer Führungsstruktur (44.2, 44.3,79),
welche an mindestens einem der Führungsteile (44) und/oder der Führungsfläche (78)
ausgebildet ist.
10. Türe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band eine Schichtstruktur aufweist.
11. Aufzugsanlage mit einer Türe gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Türe eine
Schachttüre oder eine Kabinentüre ist.