(19)
(11) EP 1 406 468 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.08.2010  Patentblatt  2010/31

(21) Anmeldenummer: 03020770.8

(22) Anmeldetag:  12.09.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H04R 25/00(2006.01)

(54)

Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem mit einem Taktgenerator

Hearing-aid device or hearing-aid system with a clock signal generator

Prothèse auditive ou système de prothèse auditive avec un générateur de signal d'horloge


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 30.09.2002 DE 10245556

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
07.04.2004  Patentblatt  2004/15

(73) Patentinhaber: Siemens Audiologische Technik GmbH
91058 Erlangen (DE)

(72) Erfinder:
  • Husung, Kunibert
    91052 Erlangen (DE)
  • Niederdränk, Torsten, Dr.
    91056 Erlangen (DE)

(74) Vertreter: Maier, Daniel Oliver et al
Siemens AG Postfach 22 16 34
80506 München
80506 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 896 435
DE-A1- 19 941 859
WO-A-02/07479
US-B1- 6 411 151
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem sowie ein Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegerätes oder Hörgerätesystems mit wenigstens einem Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Signal, einem A/D-Wandler zur Wandlung des elektrischen Eingangssignals in ein digitales Signal, einer digitalen Signalverarbeitungseinheit zur Verarbeitung des digitalen Signals, einem Taktgenerator zum Erzeugen eines Taktsignals mit vordefinierten Eigenschaften zur Steuerung der digitalen Signalverarbeitungseinheit, einem Ausgangswandler und einer Sende- und/oder Empfangseinheit zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem und einem weiteren Gerät.

    [0002] Ein modernes Hörhilfegerät bietet die Möglichkeit zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät und einem weiteren Gerät, z.B. einem weiteren Hörhilfegerät, einem Programmiergerät oder einem externen Sende- und Empfangsgerät. Zum Senden und/oder Empfangen umfasst das Hörhilfegerät eine Sende- und/oder Empfangseinheit. Es sind aber auch Hörgerätesysteme mit einem Hörhilfegerät und einer Sende- und/oder Empfangseinheit bekannt, bei denen die Sende- und/oder Empfangseinheit als eigenständige, bezüglich des Hörhilfegerätes externe Baueinheit ausgebildet ist, die zum Senden- und/oder Empfangen lösbar mit dem Hörhilfegerät verbunden ist. Vorzugsweise ist die Sende- und oder Empfangseinheit dann auf das Hörhilfegerät aufgesteckt und über Kontakt- und Leitungsmittel elektrisch mit diesem verbunden. Es ist aber auch möglich, dass die Sende- und/oder Empfangseinheit nicht direkt am Hörhilfegerät befestigt ist, sondern als separates Gerät am Körper oder der Kleidung eines Hörgeräteträgers getragen wird. Die Verbindung zum Hörhilfegerät besteht dann lediglich über elektrische Kontakt- und Leitungsmittel.

    [0003] Die Sende- und/oder Empfangseinheiten der betreffenden Geräte sind häufig als sogenannte "FM-Systeme" ausgebildet, so dass das übertragene Signal frequenzmoduliert ist. Eine Modulation des übertragenen Signals ist jedoch nicht notwendigerweise erforderlich und auch nicht auf eine Frequenzmodulation beschränkt.

    [0004] Aus der US 5,721,783 ist ein Hörgerät mit einem entfernt von dem Hörgerät befindlichen Prozessor bekannt, welches eine drahtlose Verbindung zwischen dem Hörgerät und dem Prozessor aufweist.

    [0005] Aus der DE 693 27 951 T2 ist ein Hörgerät bekannt, bei dem zum Ausgleich akustischer Rückkopplungen u.a. ein digitales Rauschsignal zum Mikrofonsignal hinzugefügt wird.

    [0006] Aus der Offenlegungsschrift DE 199 41 859 A1 ist ein netzunabhängig betreibbares medizinisches Gerät bekannt, bei dem die Taktfrequenz wenigstens eines digitalen Bauelements verändert und insbesondere an bestimmte Gegebenheiten angepasst werden kann. Beispielsweise kann die Taktfrequenz bei einer weit fortgeschrittenen Entladung der Spannungsquelle reduziert werden, um die "Restlaufzeit" zu erhöhen.

    [0007] Aus der Patentschrift US 6,411,151 B1 ist eine Schaltung zur Reduzierung von Instabilitäten im Taktsignal (Jitter) bekannt.

    [0008] Aus der Offenlegungsschrift WO 02/07479 A1 ist ein Hörgerätesystem mit zwei am Kopf eines Benutzers tragbaren Hörgeräten zur binauralen Versorgung eines Benutzers bekannt. Durch eines der beiden Hörgeräte wird die Taktfrequenz des Hörgerätesystems vorgegeben und hierzu insbesondere mittels einer Drahtlos-Verbindung auch auf das andere Hörgerät übertragen. Bei modernen Hörhilfegeräten erfolgt die Signalverarbeitung digital. Zur Steuerung der dazu notwendigen digitalen Schaltungen ist ein Taktsignal erforderlich. Das Taktsignal eines digitalen Hörhilfegerätes ist meistens nicht sehr stabil. Schwingquarze zur Stabilisierung des Taktgenerators können wegen ihrer Größe nicht verwendet werden. Folglich ist die Taktfrequenz geringfügig temperatur- und versorgungsspannungsabhängig. Sie ist daher nur quasistabil. Dennoch kann das Taktsignal auch bei einem Hörhilfegerät für einen Betrachtungszeitraum von einigen Minuten als gleichmäßiges, stabiles Signal mit konstanter Periodendauer und Impulsbreite betrachtet werden.

    [0009] Durch den getakteten Betrieb des Hörhilfegerätes geht von dem Hörhilfegerät und insbesondere einer getakteten Endstufe ein elektromagnetisches Störsignal mit eben dieser Taktfrequenz aus. Weiterhin treten auch Störsignale bei Vielfachen dieser Taktfrequenz, auch Oberwellen oder Harmonische genannt, auf. So kann es vorkommen, dass die Empfangseinheit des Hörhilfegerätes oder Hörgerätesystems ein durch Oberwellen hervorgerufenes Signal detektiert, obwohl gar kein reales Empfangssignal für die Empfangseinheit vorhanden ist. Das Frequenzband, in dem das Empfangssignal liegt, ist normalerweise so gewählt, dass in dieses keine Harmonischen der Taktfrequenz hineinfallen. Eine langsam driftende Taktfrequenz des Taktgenerators kann nun dazu führen, dass Harmonische der Taktfrequenz innerhalb des Frequenzbandes des Empfangssignals liegen. Dadurch wird der Empfang durch die Empfangseinheit gestört.

    [0010] Bisher wurde über aufwändige Filterstufen weitgehend unzureichend versucht, die im Hörhilfegerät bereits bestehenden, schmalbandigen Störkomponenten, die sich insbesondere über die harmonischen Komponenten der Endstufengrundfrequenz bis hinein in den Frequenzbereich einiger 100 MHz erstrecken, zu eliminieren bzw. im Hörhilfegerät zu lokalisieren. Dennoch lässt sich eine hochfrequente Abstrahlung nicht vollständig vermeiden, was teilweise zu Störungen beim Betrieb einer Empfangseinheit führt. Weiterhin bringen geeignete Abschirmmaßnahmen am Hörhilfegerät Abhilfe gegenüber dieser hochfrequenten Abstrahlung. Alle genannten Maßnahmen sind jedoch sehr aufwändig und teuer.

    [0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, elektromagnetische Störsignale bei Vielfachen der Taktfrequenz eines Hörhilfegerätes auf einfache und kostengünstige Weise zu vermeiden.

    [0012] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegerätes oder Hörgerätesystems mit wenigstens einem Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Signal, einem A/D-Wandler zur Wandlung des elektrischen Eingangssignals in ein digitales Signal, einer digitalen Signalverarbeitungseinheit zur Verarbeitung des digitalen Signals, einem Taktgenerator zum Erzeugen eines Taktsignals mit vordefinierten Eigenschaften zur Steuerung der digitalen Signalverarbeitungseinheit, einem Ausgangswandler und einer Sende- und/oder Empfangseinheit zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem und einem weiteren Gerät, wobei das Taktsignal, das von dem Taktgenerator ausgeht, durch von einer Jittereinheit erzeugte Frequenzschwankungen in begrenztem Umfang destabilisiert wird.

    [0013] Ferner wird die Aufgabe gelöst durch ein Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem mit wenigstens einem Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Signal, einem A/D-Wandler zur Wandlung des elektrischen Eingangssignals in ein digitales Signal, einer digitalen Signalverarbeitungseinheit, einem Taktgenerator zum Erzeugen eines Taktsignals mit vordefinierten Eigenschaften zur Steuerung der digitalen Signalverarbeitungseinheit zur Verarbeitung des digitalen Signals, einem Ausgangswandler und einer Sende- und/oder Empfangseinheit zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem und einem weiteren Gerät, wobei dem Taktgenerator eine Jitter-Einheit zugeordnet ist zum Erzeugen von Frequenzschwankungen, die das Taktsignal in begrenztem Umfang destabilisieren.

    [0014] Bei dem Hörhilfegerät gemäß der Erfindung handelt es sich beispielsweise um ein hinter dem Ohr tragbares Hörhilfegerät, ein in dem Ohr tragbares Hörhilfegerät, ein implantierbares Hörhilfegerät oder ein Taschenhörhilfegerät. Weiterhin kann das Hörhilfegerät gemäß der Erfindung auch Teil eines mehrere Geräte zur Versorgung eines Schwerhörigen umfassenden Hörgerätesystems sein, z.B. Teil eines Hörgerätesystems mit zwei am Kopf getragenen Hörhilfegeräten zur binauralen Versorgung, Teil eines Hörgerätesystems mit einem am Kopf tragbaren Hörhilfegerät und einer am Körper tragbaren externen Prozessoreinheit, Teil eines ganz oder teilweise implantierbaren Hörgerätesystems mit mehreren Komponenten, Teil eines Hörgerätesystems mit externen Zusatzkomponenten wie Fernsteuereinheit oder externer Mikrofoneinheit, usw.

    [0015] Ein Hörhilfegerät umfasst in der Regel einen oder mehrere Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals. Der Eingangswandler ist beispielsweise als Mikrofon ausgebildet, das ein akustisches Signal aufnimmt und in ein elektrisches Signal wandelt. Als Eingangswandler kommen jedoch auch Einheiten in Betracht, die eine Spule oder eine Antenne aufweisen und die ein elektromagnetisches Signal aufnehmen und in ein elektrisches Signal wandeln. Ferner umfasst ein Hörhilfegerät üblicherweise eine Signalverarbeitungseinheit zur Verarbeitung und frequenzabhängigen Verstärkung des elektrischen Signals. Zur Signalverarbeitung im Hörhilfegerät dient ein vorzugsweise digitaler Signalprozessor (DSP), dessen Arbeitsweise mittels auf das Hörhilfegerät übertragbarer Programme oder Parameter beeinflussbar ist. Dadurch lässt sich die Arbeitsweise der Signalverarbeitungseinheit sowohl an den individuellen Hörverlust eines Hörgeräteträgers als auch an die aktuelle Hörsituation anpassen, in der das Hörhilfegerät gerade betrieben wird. Das so veränderte elektrische Signal ist schließlich einem Ausgangswandler zugeführt. Dieser ist in der Regel als Hörer ausgebildet, der das elektrische Ausgangssignal in ein akustisches Signal wandelt. Jedoch sind auch hier andere Ausführungsformen möglich, z.B. ein implantierbarer Ausgangswandler, der direkt mit einem Gehörknöchelchen verbunden ist und dieses zu Schwingungen anregt.

    [0016] Zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät und einem weiteren Gerät kann das Hörhilfegerät gemäß der Erfindung eine Sende- und/oder Empfangseinheit umfassen. Es kann aber auch Teil eines Hörgerätesystems mit wenigstens einem Hörhilfegerät und einer Sende- und/oder Empfangseinheit sein, die als eigenständige Baueinheit außerhalb des Gehäuses des Hörhilfegerätes angeordnet ist.

    [0017] Zum Betrieb eines digitalen Hörhilfegerätes mit einer digitalen Signalverarbeitungseinheit und einer digitalen Endstufe ist ein Taktgenerator erforderlich, der ein Taktsignal mit vordefinierten Eigenschaften abgibt. Die Erfindung sieht vor, dass das Taktsignal in begrenztem Umfang destabilisiert wird, d.h., auch über einen kurzen Betrachtungszeitraum von wenigen Sekunden treten Veränderungen in dem Taktsignal auf. Es kann damit nicht länger als periodische Folge aufeinanderfolgender, gleicher Taktimpulse betrachtet werden.

    [0018] Zur Veränderung des Taktsignals stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl. So kann z.B. die Periodendauer schwanken oder die Impulsbreite variieren. Weiterhin kann auch die Flankensteilheit der Taktimpulse kurzzeitigen Schwankungen unterworfen sein.

    [0019] Die Destabilisierung des Taktsignals führt dazu, dass sowohl die Energieanteile der in dem Hörhilfegerät erzeugten Störsignale mit der Taktfrequenz als auch deren Harmonische auf ein größeres Frequenzband verteilt werden und damit die frequenzspezifische Energie geringer wird. Dies wiederum bedeutet, dass bei entsprechend bemessenen Schwankungen des Taktsignals die Amplitude eines durch die Harmonischen hervorgerufenen Störsignals unterhalb der Empfangsschwelle der Empfangseinheit liegt. Harmonische der Taktfrequenz führen daher nicht mehr zu Störungen beim drahtlosen Empfang eines Signals von einem externen Gerät. Allgemein bietet die Erfindung dadurch den Vorteil, dass ein Hörhilfegerät in Verbindung mit einem Signalübertragungssystem zur drahtlosen Signalübertragung eine störungsfreie Kommunikation ermöglicht.

    [0020] Eine Ausführungsform der Erfindung sieht eine Jitter-Einheit vor, durch das geringfügige Frequenzschwankungen (Frequenz-Jitter) auf das Taktsignal aufgebracht werden. Zum Erzeugen der Frequenzschwankungen bei dem Taktsignal wird ein stabiles internes Taktsignal des Taktgenerators vorzugsweise mit einem weiteren Signal moduliert, d.h., einem weiteren Signal überlagert. Die Modulation erfolgt vorzugsweise mit einem Sinus- oder Rauschsignal, wobei deren Frequenzkomponenten vorteilhaft deutlich oberhalb des Audiofrequenzbereiches liegen und damit in diesem keine zusätzlichen Verzerrungen oder ein verstärktes Rauschen hervorrufen. Das mit dem internen Taktsignal modulierte Signal wird vorzugsweise so gewählt, dass die Frequenz des entstehenden Taktsignals um eine Mittenfrequenz schwankt. Diese Mittenfrequenz kann damit weiterhin als die Taktfrequenz des Systems betrachtet werden, wobei die reale Taktfrequenz dann in gleitendem Übergang abwechselnd für einige Perioden oberhalb der Mittenfrequenz und für einige Perioden unterhalb der Mittenfrequenz liegt. Vorteilhaft liegt die Frequenz der Taktschwankungen oberhalb des hörbaren Audiofrequenzbereiches, so dass die Taktschwankungen nicht zu hörbaren Verzerrungen bei dem Ausgangssignal des Hörhilfegerätes führen.

    [0021] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Es zeigen:

    Figur 1 das Blockschaltbild eines digitalen Hörhilfegerätes mit einer Jitter-Einheit,

    Figur 2 ein ungestörtes Empfangssignal,

    Figur 3 ein Empfangssignal mit überlagertem Störspektrum,

    Figur 4 das Störspektrum und

    Figur 5 das Störspektrum unter dem Einfluss der Jitter-Einheit.



    [0022] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein Hörhilfegerät gemäß der Erfindung im Blockschaltbild. Zur Schallaufnahme dient ein Mikrofon 1, das ein akustisches Eingangssignal aufnimmt und in ein elektrisches Eingangssignal wandelt. Das elektrische Eingangssignal ist zunächst einer Vorverstärker- und A/D-Wandler-Einheit 2 zugeführt. Diese wandelt das analoge Eingangssignal in ein digitales Eingangssignal. Zur Weiterverarbeitung und frequenzabhängigen Verstärkung des digitalen Eingangssignals dient die digitale Signalverarbeitungseinheit 3. Diese umfasst zur Endverstärkung einen Class-D-Verstärker. Schließlich wird das verarbeitete und verstärkte Signal mittels eines Hörers 4 in ein analoges akustisches Ausgangssignal gewandelt und abgegeben. Zur Spannungsversorgung der Hörgeräte-Komponenten ist eine Batterie 5 vorhanden. Weiterhin ist die digitale Signalverarbeitungseinheit des Hörhilfegerätes mit einem Taktgenerator 6 verbunden. Bei dem Hörhilfegerät im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 ist neben dem Mikrofon 1 als weiterer Signaleingang eine Telefonspule 7 vorgesehen, durch die ein elektromagnetisches Eingangssignal aufgenommen werden kann. Das Hörhilfegerät umfasst weiterhin einen von einem Hörgeräteträger bedienbaren MTO-Schalter 8 zur Wahl des Betriebes über das Mikrofon (Schaltstellung M), über die Telefonspule (Schaltstellung T) oder zum Ausschalten des Hörhilfegerätes (Schaltstellung O). Darüber hinaus umfasst das Hörhilfegerät eine Programmierbuchse 9 zur drahtgebundenen Verbindung mit einem Programmiergerät sowie eine Situationstaste 10 zum Umschalten zwischen verschiedenen Hörprogrammen durch den Hörgeräteträger. Als weiteres Bedienelement ist ein VC-Steller 11 vorhanden, durch den sich die Lautstärke manuell am Hörhilfegerät einstellen lässt.

    [0023] Das Hörhilfegerät gemäß der Erfindung ist zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät und einem weiteren Gerät, z.B. einem weiteren Hörhilfegerät, mit einer Sende- und/oder Empfangseinheit 12 verbunden, die eine Antenne 13 umfasst. Dabei kann die Sende- und/oder Empfangseinheit 12 direkt in das Gehäuse des Hörhilfegerätes integriert und somit Teil des Hörhilfegerätes sein. Die Sende- und/oder Empfangseinheit 12 kann aber auch ein eigenes Gehäuse aufweisen und als eigenständige externe Baueinheit zusammen mit dem Hörhilfegerät ein Hörgerätesystem bilden. Dabei kann zum Betrieb eines derartigen Hörgerätesystems eine Befestigung der externen Sende- und/oder Empfangseinheit an dem Gehäuse des Hörhilfegerätes vorgesehen sein, die externe Sende- und/oder Empfangseinheit kann aber auch separat am Körper, z.B. als Brust- oder Taschengerät, getragen werden und lediglich über elektrische Verbindungsmittel mit dem Hörhilfegerät verbunden sein.

    [0024] Schließlich weist das Hörhilfegerät gemäß der Erfindung eine mit dem Taktgenerator 6 verbundene Jitter-Einheit 14 auf. Die Jitter-Einheit 14 bewirkt einen Frequenz-Jitter des von dem Taktgenerator 6 ausgehenden Taktsignals. Der Frequenz-Jitter kann z.B. durch die Überlagerung eines stabilen internen Taktsignals des Taktgenerators mit einem Sinussignal oder mit einem Rauschsignal hervorgerufen werden. Vorteilhaft liegt dabei die Frequenz des überlagerten Signals oberhalb des Audiofrequenzbereiches, so dass durch die Überlagerungen keine wahrnehmbaren Störungen im Ausgangssignal des Hörhilfegerätes entstehen. Durch die so hervorgerufenen Frequenzschwankungen bei dem Taktsignal wird erreicht, dass sowohl die Energieanteile von Störsignalen mit der Taktfrequenz als auch deren Harmonische auf ein größeres Frequenzband verteilt werden und damit die frequenzspezifische Energie geringer wird. Durch die getaktete Arbeitsweise des Hörhilfegerätes hervorgerufene Störsignale bei der verwendeten Taktfrequenz und deren Harmonische können dadurch zwar weiterhin von der Antenne 13 oder der Telefonspule 7 erfasst werden, sie liegen nun jedoch unter der Eingangsschwelle der Sende- und/oder Empfangseinheit 12 bzw. des Vorverstärkers mit A/D-Wandler 2 und führen somit nicht mehr zu Störungen eines von der Sende- und/oder Empfangseinheit bzw. der Telefonspule 7 empfangenen oder abgegebenen Nutzsignals.

    [0025] Figur 2 zeigt das Frequenzspektrum eines von der Sende- und/oder Empfangseinheit 12 aufgenommenen elektromagnetischen Signals mit einer Trägerfrequenz von 1 MHz. Das empfangene Signal gemäß Figur 2 ist nicht durch ein Taktsignal gestört. Anders hingegen das Signal gemäß Figur 3. Bei diesem Signal ist deutlich sichtbar ein Störsignal überlagert, das sich aus den Harmonischen der Taktfrequenz des Hörhilfegerätes zusammensetzt. Zur Verdeutlichung zeigt Figur 4 das Störspektrum ohne das Empfangssignal. Wird nun bei der zuletzt genannten Ausgangssituation gemäß der Erfindung ein Frequenz-Jitter bei dem Taktsignal erzeugt, so wird, wie in Figur 5 veranschaulicht, das Störspektrum wieder geglättet. Die Störsignale liegen nun wieder unterhalb einer Empfangsschwelle der Sende- und/oder Empfangseinheit 12, wodurch eine störungsfreie Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät und einem weiteren Gerät ermöglicht wird.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegerätes oder Hörgerätesystems mit wenigstens einem Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Signal, einem A/D-Wandler zur Wandlung des elektrischen Eingangssignals in ein digitales Signal, einer digitalen Signalverarbeitungseinheit (3) zur Verarbeitung des digitalen Signals, einem Taktgenerator (6) zum Erzeugen eines Taktsignals mit vordefinierten Eigenschaften zur Steuerung der digitalen Signalverarbeitungseinheit (3), einem Ausgangswandler und einer Sende- und/oder Empfangseinheit (12) zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem und einem weiteren Gerät, dadurch gekennzeichnet, dass das Taktsignal, das von dem Taktgenerator (6) ausgeht, durch von einer Jittereinheit erzeugte Frequenzschwankungen in begrenztem Umfang destabilisiert wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erzeugen der Frequenzschwankungen ein von dem Taktgenerator (6) erzeugtes internes Taktsignal mit einem weiteren Signal moduliert wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das interne Taktsignal mit einem Sinussignal moduliert wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das interne Taktsignal mit einem Rauschsignal moduliert wird.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz des weiteren Signals oberhalb des hörbaren Frequenzbereiches liegt.
     
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz des Taktsignals um eine Mittenfrequenz schwankt.
     
    7. Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem mit wenigstens einem Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Signal, einem A/D-Wandler zur Wandlung des elektrischen Eingangssignals in ein digitales Signal, einer digitalen Signalverarbeitungseinheit (3) zur Verarbeitung des digitalen Signals, einem Taktgenerator (6) zum Erzeugen eines Taktsignals mit vordefinierten Eigenschaften zur Steuerung der digitalen Signalverarbeitungseinheit (3), einem Ausgangswandler und einer Sende- und/oder Empfangseinheit (12) zur drahtlosen Signalübertragung zwischen dem Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem und einem weiteren Gerät,
    dadurch gekennzeichnet, dass dem Taktgenerator (6) eine Jitter-Einheit (14) zugeordnet ist zum Erzeugen von Frequenzschwankungen, die das Taktsignal in begrenztem Umfang destabilisieren.
     
    8. Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erzeugen der Frequenzschwankungen das Taktsignals ein internes Taktsignal des Taktgenerators (6) mit einem weiteren Signal modulierbar ist.
     
    9. Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das interne Taktsignal mit einem Sinussignal modulierbar ist.
     
    10. Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das interne Taktsignal mit einem Rauschsignal modulierbar ist.
     
    11. Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz des weiteren Signals oberhalb des hörbaren Frequenzbereiches liegt.
     
    12. Hörhilfegerät oder Hörgerätesystem nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz des Taktsignals um eine Mittenfrequenz schwankt.
     
    13. Hörhilfegerät nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Sende- und/oder Empfangseinheit (12) in das Hörhilfegerät integriert ist.
     
    14. Hörgerätesystem nach einem der Ansprüche 7 bis 12, gekennzeichnet durch ein Hörhilfegerät und eine externe, mit dem Hörhilfegerät verbundene Sende- und/oder Empfangseinheit (12).
     


    Claims

    1. Method for operating a hearing aid device or hearing device system comprising at least one input converter for receiving an input signal and converting said signal into an electrical signal, an A/D converter for converting the electrical input signal into a digital signal, a digital signal processing unit (3) for processing the digital signal, a clock generator (6) for generating a clock signal with predefined properties for controlling the digital signal processing unit (3), an output converter and a transmit and/or receive unit (12) for wireless signal transmission between the hearing aid device or hearing device system and a further device, characterised in that the clock signal, which emanates from the clock generator (6) is destabilised to a restricted degree by frequency oscillations generated by a jitter unit.
     
    2. Method according to claim 1, characterised in that an internal clock signal generated by the clock generator (6) is modulated with a further signal in order to generate the frequency oscillations.
     
    3. Method according to claim 2, characterised in that the internal clock signal is modulated with a sinusoidal signal.
     
    4. Method according to claim 2, characterised in that the internal clock signal is modulated with a noise signal.
     
    5. Method according to one of claims 2 to 4, characterised in that the frequency of the further signal lies above the audible frequency range.
     
    6. Method according to one of claims 1 to 5, characterised in that the frequency of the clock signal oscillates around an average frequency.
     
    7. Hearing aid device or hearing device system comprising at least one input converter for receiving an input signal and converting said signal into an electrical signal, an A/D converter for converting the electrical input signal into a digital signal, a digital signal processing unit (3) for processing the digital signal, a clock generator (6) for generating a clock signal with predefined properties for controlling the digital signal processing unit (3), an output converter and a transmit and/or receive unit (12) for wireless signal transmission between the hearing aid device or hearing device system and a further device, characterised in that a jitter unit (14) is assigned to the clock generator (6) in order to generate frequency oscillations, which destabilise the clock signal to a restricted degree.
     
    8. Hearing aid device or hearing device system according to claim 7, characterised in that an internal clock signal of the clock generator (6) can be modulated with a further signal in order to generate the frequency oscillations of the clock signal.
     
    9. Hearing aid device or hearing device system according to claim 8, characterised in that the internal clock signal can be modulated with a sinusoidal signal.
     
    10. Hearing aid device or hearing device system according to claim 8, characterised in that the internal clock signal can be modulated with a noise signal.
     
    11. Hearing aid device or hearing device system according to one of claims 8 to 10, characterised in that the frequency of the further signal lies above the audible frequency range.
     
    12. Hearing aid device or hearing device system according to one of claims 7 to 11, characterised in that the frequency of the clock signal oscillates around an average frequency.
     
    13. Hearing aid device according to one of claims 7 to 12, characterised in that the transmit and/or receive unit (12) is integrated into the hearing aid device.
     
    14. Hearing device system according to one of claims 7 to 12, characterised by
    a hearing aid device and an external transmit and/or receive unit (12) connected to the hearing aid device.
     


    Revendications

    1. Procédé pour faire fonctionner une prothèse auditive ou un système de prothèse auditive comprenant au moins un transducteur d'entrée pour l'enregistrement d'un signal d'entrée et sa transformation en un signal électrique, un convertisseur A/N pour la conversion du signal d'entrée électrique en un signal numérique, une unité ( 3 ) numérique de traitement de signal pour traiter le signal numérique, un générateur ( 6 ) de cadence pour produire un signal d'horloge ayant des propriétés définies à l'avance pour la commande de l'unité ( 3 ) numérique de traitement du signal, un transducteur de sortie et une unité ( 12 ) d'émission et/ou de réception pour la transmission sans fil du signal entre la prothèse auditive ou le système de prothèse auditive et un autre appareil, caractérisé en ce que l'on déstabilise, dans une mesure limitée par des fluctuations de fréquence produites par une unité de gigue, le signal d'horloge qui est produit par le générateur ( 6 ) de cadence.
     
    2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que, pour produire les fluctuations de fréquence, on module, par un autre signal, le signal d'horloge interne produit par le générateur ( 6 ) de cadence.
     
    3. Procédé suivant la revendication 2, caractérisé en ce que l'on module le signal d'horloge interne par un signal sinusoïdal.
     
    4. Procédé suivant la revendication 2, caractérisé en ce que l'on module le signal d'horloge interne par un signal de bruit.
     
    5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la fréquence de l'autre signal est supérieure au domaine de fréquence audible.
     
    6. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la fréquence du signal d'horloge fluctue autour d'une fréquence médiane.
     
    7. Prothèse auditive ou système de prothèse auditive ayant au moins un transducteur d'entrée pour l'enregistrement d'un signal d'entrée et sa transformation en un signal électrique, un convertisseur A/N pour la conversion du signal d'entrée électrique en un signal numérique, une unité ( 3 ) numérique de traitement du signal pour le traitement du signal numérique, un générateur ( 6 ) de cadence pour la production d'un signal d'horloge ayant des propriétés définies à l'avance pour la commande de l'unité ( 3 ) numérique de traitement du signal, un convertisseur de sortie et une unité ( 12 ) d'émission et/ou de réception pour la transmission sans fil du signal entre la prothèse auditive ou le système de prothèse auditive et un autre appareil, caractérisée en ce qu'au générateur ( 6 ) de cadence est associé une unité ( 14 ) de gigue pour la production de fluctuations de fréquence, qui déstabilisent le signal d'horloge dans une mesure limitée.
     
    8. Prothèse auditive ou système de prothèse auditive suivant la revendication 7, caractérisée en ce que, pour la production des fluctuations des fréquences, un signal d'horloge interne du générateur ( 6 ) de cadence peut être modulé par un autre signal.
     
    9. Prothèse auditive ou système de prothèse auditive suivant la revendication 8, caractérisée en ce que le signal d'horloge interne peut être modulé par un signal sinusoïdal.
     
    10. Prothèse auditive ou système de prothèse auditive suivant la revendication 8, caractérisée en ce que le signal d'horloge interne peut être modulé par un signal de bruit.
     
    11. Prothèse auditive ou système de prothèse auditive suivant l'une des revendications 8 à 10, caractérisée en ce que la fréquence de l'autre signal est supérieure au domaine de fréquence audible.
     
    12. Prothèse auditive ou système de prothèse auditive suivant l'une des revendications 7 à 11, caractérisée en ce que la fréquence du signal d'horloge fluctue autour d'une fréquence médiane.
     
    13. Prothèse auditive ou système de prothèse auditive suivant l'une des revendications 7 à 12, caractérisée en ce que l'unité ( 12 ) d'émission et/ou de réception est intégrée dans la prothèse auditive.
     
    14. Système de prothèse auditive suivant l'une des revendications 7 à 12, caractérisée par une prothèse auditive et par une unité ( 12 ) d'émission et/ou de réception extérieure, reliée à la prothèse auditive.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente