[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Klassierung von Abfällen mittels einer Siebtrommel
mit einem Siebtrommelkörper, wobei bei der Klassierung auftretende gasförmige und
gegebenenfalls staubhaltige Emissionen über einen Abluftkanal von der Siebtrommel
abgezogen werden, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Zur Klassierung von vorzerkleinerten oder nicht-vorzerkleinerten Abfällen wie zum
Beispiel Hausmüll, Restabfällen, Sortierresten, Gewerbe- und Sperrmüll wird üblicherweise
eine gekapselte Siebtrommel eingesetzt. Die Abfälle fallen durch die Sieblöcher der
Siebtrommel nach unten und werden von einem meist trichterförmigen Abwurfschacht oder
einer Abwurfhaube aufgefangen. Zum Schutz vor gasförmigen und gegebenenfalls staubhaltigen
Emissionen aus der Siebtrommel ist der Abwurfschacht beziehungsweise die Abwurfhaube
meist an ein Be- und Entlüftungssystem der Anlage angeschlossen. Gegebenenfalls mit
abgeführter Staub wird über Abscheider beziehungsweise Filter abgesondert. Da bestimmte
Abfallbestandteile, zum Beispiel flugfähige Folien, nicht durch die Sieblöcher fallen,
ist in der Regel eine weitere Sortierung des Abfalls notwendig. Dies bedeutet, dass
ein zusätzlicher Verfahrensschritt erforderlich ist, wodurch weitere Investitionskosten
verursacht werden.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens so auszugestalten,
dass auf wirtschaftliche Weise auch eine Sortierung von Abfällen ermöglicht wird.
[0004] Diese Aufgabe wird verfahrensseitig erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Siebtrommelkörper
und der Abluftkanal zur Sortierung von Abfallfraktionen eingesetzt werden.
[0005] Die Erfindung basiert auf der Überlegung, eine Sortierung von Abfallfraktionen in
den Verfahrensschritt der Klassierung mittels einer Siebtrommel zu integrieren. Dabei
wird die Siebtrommel gezielt zur Abscheidung von Abfallfraktionen, insbesondere von
flugfähigen Folien, aus dem Abfallstrom genutzt, wobei die Verwirbelung der Abfälle
durch die Drehung der Siebtrommel gezielt ausgenützt wird. Zweckmäßigerweise wird
durch seitlich angeordnete Zuluftdüsen, die geregelt oder ungeregelt betrieben werden
können, eine Begasung des Siebtrommelinneren im wesentlichen quer zur Siebtrommelachse
durchgeführt, so dass die Siebtrommel als Windsichter genutzt wird. Dadurch wird die
Verwirbelung der Abfälle unterstützt. Die flugfähigen Abfallfraktionen, insbesondere
die Folien, werden aus dem Abfallstrom durch die Rotation und Neigung der Siebtrommel
von den anderen Abfallfraktionen getrennt und in einen quasi schwebenden Zustand gebracht.
Mittels eines im oberen Siebtrommelkörper aufrecht erhaltenen im wesentlichen achsenparallel
zur Siebtrommelachse ausgerichteten Gasstroms können die flugfähigen Abfälle in den
Abluftkanal befördert werden. Die in den Abluftkanal geförderten Abfälle werden zweckmäßigerweise
mittels fördertechnischer Einrichtungen, zum Beispiel Transportrollen, in einen vom
Abluftkanal abzweigenden Kanal überführt. Der Kanal leitet die Abfälle schließlich
vorzugsweise in eine Absetzkammer oder einen Zyklon zur Abscheidung der flugfähigen
Abfallbestandteile.
[0006] Beispielsweise durch Zusammenknüllen noch nicht flugfähige Abfallbestandteile werden
gemäß einer Weiterbildung des Erfindungsgedankens durch aufgesetzte Verstärkungen
an der Siebtrommelwand vor einem frühzeitigen Durchfallen durch die Sieblöcher gehindert.
[0007] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die von der Siebtrommel
abgezogene Abluft nach einer Abreinigung zumindest teilweise im Kreislauf zur Siebtrommel
zurückgeführt wird.
[0008] Die Erfindung betrifft femer eine Vorrichtung zur Klassierung von Abfällen mit einer
einen Siebtrommelkörper aufweisenden Siebtrommel, welche mit einem Abluftkanal versehen
ist.
[0009] Die gestellte Aufgabe wird vorrichtungsseitig erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
der Abluftkanal mit Einrichtungen zur Sortierung von Abfällen ausgestattet ist.
[0010] Zweckmäßigerweise ist die Siebtrommel im oberen Siebtrommelkörper mit einer Gaszuführung
zur Erzeugung eines im wesentlichen achsenparallel zur Siebtrommelachse ausgerichteten
Gasstromes versehen. Im unteren Siebtrommelkörper ist gemäß einer Weiterbildung des
Erfindungsgedankens außerdem eine im wesentlichen quer zur Siebtrommelachse ausgerichtete
Gaszuführung angeordnet. Vorzugsweise sind über die gesamte Länge der Siebtrommel
mehrere Gaszuführungen verteilt angeordnet.
[0011] Vorteilhafterweise zweigt vom Abluftkanal ein getrennter Kanal zum Abzug von Abfällen
ab, wobei an der Abzweigung fördertechnische Einrichtungen, zum Beispiel Transportrollen,
zum Überführen der Abfälle in den Kanal angeordnet sind.
[0012] Um ein frühzeitiges Durchfallen von bestimmten Abfallbestandteilen, z.B. noch nicht
flugfähigen Abfällen, zu verhindern, sind gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
an der Siebtrommelwand im Bereich der Sieblöcher Verstärkungen aufgesetzt.
[0013] Vorzugsweise wird durch eine Kreislaufführung eine Wiederverwendung der Abluft erreicht.
Hierzu führt vom Abluftkanal eine Abluftrückführleitung über eine Abreinigungseinrichtung
zur Siebtrommel zurück.
[0014] Die Erfindung eignet sich zur Klassierung und gleichzeitigen Sortierung von allen
möglichen Abfällen, insbesondere von Hausmüll, Restabfällen, Sortierresten, Gewerbe-
und Sperrmüll. Insbesondere wird mit der Erfindung auf wirtschaftliche Weise eine
gezielte Abscheidung von flugfähigen Abfallbestandteilen, zum Beispiel Folien, erreicht.
Diese Abfallbestandteile können somit einer separaten Verwertung zugeführt werden.
Die erfindungsgemäß ausgebildete Siebtrommel kann beispielsweise einer biologischen
und/oder thermischen Abfallbehandlung vorgeschaltet sein. Als biologische Behandlungsstufe
kann beispielsweise eine Abfallvergärung oder Abfallkompostierung vorgesehen sein.
[0015] Im folgenden soll die Erfindung anhand eines in den Figuren schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
[0016] Es zeigen
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Siebtrommel:
- Figur 2
- eine Draufsicht einer Siebtrommel;
- Figur 3
- einen Querschnitt einer Siebtrommel.
- Figur 4
- eine Detailansicht eines Siebloches mit Verstärkung
[0017] In Figur 1 ist eine gekapselte als Polygonsiebtrommel ausgebildete Siebtrommel zur
Klassierung von Abfällen, zum Beispiel von Hausmüll, Restabfällen, Sortierresten,
Gewerbe- und Sperrmüll, gezeigt. Unterhalb der Siebtrommel (1) ist ein trichterförmig
ausgebildeter Abwurfschacht (7) für die klassierten Abfälle angeordnet. Die Siebtrommel
(1) weist darüber hinaus einen Abluftkanal (3) auf, der an das Be- und Entlüftungssystem
der Anlage angeschlossen ist, um die Umgebung der Siebtrommel (1) vor gasförmigen
und gegebenenfalls staubhaltigen Emissionen aus der Siebtrommel zu schützen. Die Siebtrommel
(1) wird gezielt zur Abscheidung von flugfähigen Folien aus dem Abfallstrom im Siebtrommelkörper
genutzt. Dabei wird die Verwirbelung der Abfälle durch die Drehung der Siebtrommel
(1) gezielt ausgenützt und durch seitlich angeordnete Zuluftdüsen (2) unterstützt.
Die Folien werden aus dem Abfallstrom durch die Rotation und die Neigung der Siebtrommel
(1) von den anderen Abfallfraktionen getrennt und in einem quasi schwebenden Zustand
durch einen Längsluftstrom (5) im Oberteil des Siebtrommelkörpers zum Abluftkanal
(3) transportiert. Dort werden die Folien durch Ableitung über einen getrennten Kanal
in eine nicht dargestellte Abscheidevorrichtung, Absetzkammer oder einen Zyklon zur
Abscheidung der Folien geleitet. Durch fördertechnische Einrichtungen, im vorliegenden
Ausführungsbeispiel durch Transportrollen (4), am Eingang in den Abluftkanal wird
die Anreicherung des Luftstromes mit flugfähigen Folien unterstützt. Von der Siebtrommel
(1) abgezogene Abluft wird nach einer Abreinigung vollständig oder als Teilstorm im
Kreislauf zur Siebtrommel (1) zurückgeführt und über eine Luftzufuhreinrichtung (8)
zur Erzeugung des Längsluftstromes (5) wieder verwendet.
[0018] In Figur 2 ist insbesondere die Anordnung der seitlichen Zuluftdüsen (2) zu erkennen.
[0019] Figur 3 zeigt die Siebtrommel im Querschnitt, wobei ebenfalls die seitlichen Zuluftdüsen
(2) und der im oberen Bereich der Siebtrommel (1) angeordnete Abluftkanal (3) zu erkennen
ist.
[0020] Schließlich ist in Figur 4 noch eine Detaildarstellung der Verstärkungen an der Siebtrommelwand
im Bereich der Sieblöcher gezeigt. Diese Verstärkungen dienen dazu, zum Beispiel durch
Zusammenknüllen noch nicht flugfähige Abfallbestandteile oder längliche Abfallbestandteile
vor dem frühzeitigen Durchfallen durch die Sieblöcher (d) zu hindern.
1. Verfahren zur Klassierung von Abfällen mittels einer Siebtrommel (1) mit einem Siebtrommelkörper,
wobei bei der Klassierung auftretende gasförmige und gegebenenfalls staubhaltige Emissionen
über einen Abluftkanal (3) von der Siebtrommel (1) abgezogen werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebtrommelkörper und der Abluftkanal (3) zur Sortierung von Abfallfraktionen
eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass flugfähige Abfallfraktionen mittels eines im oberen Siebtrommelkörper aufrechterhaltenen,
im wesentlichen achsenparallel zur Siebtrommelachse ausgerichteten Gasstroms (5) in
den Abluftkanal (3) befördert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebtrommel (1) durch Zufuhr von Gas (2) im wesentlichen quer zur Siebtrommelachse
als Windsichter genutzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Abluftkanal (3) geförderten Abfälle mittels fördertechnischer Einrichtungen
(4) in einen vom Abluftkanal (3) abzweigenden Kanal überführt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bestimmte Abfallbestandteile durch aufgesetzte Verstärkungen an der Siebtrommelwand
vor einem frühzeitigen Durchfallen durch die Siebtrommellöcher (6) gehindert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Siebtrommel (1) abgezogene Abluft nach einer Abreinigung zumindest teilweise
im Kreislauf zur Siebtrommel (1) zurückgeführt wird.
7. Vorrichtung zur Klassierung von Abfällen mit einer einen Siebtrommelkörper aufweisenden
Siebtrommel (1), welche mit einem Abluftkanal (3) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abluftkanal (3) mit Einrichtungen zur Sortierung von Abfällen ausgestattet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebtrommel (1) im oberen Siebtrommelkörper mit einer Gaszuführung (8) zur Erzeugung
eines im wesentlichen achsenparallel zur Siebtrommelachse ausgerichteten Gasstroms
(5) ausgestattet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebtrommel (1) im unteren Siebtrommelkörper im wesentlichen quer zur Siebtrommelachse
ausgerichtete Gaszuführungen (2) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass vom Abluftkanal (3) ein getrennter Kanal zum Abzug von Abfällen abzweigt und an der
Abzweigung fördertechnische Einrichtungen (4) zum Überführen der Abfälle in dem Kanal
angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an der Siebtrommelwand im Bereich der Siebtrommellöcher (6) Verstärkungen aufgesetzt
sind, die ein frühzeitiges Durchfallen von bestimmten Abfällen verhindern.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass vom Abluftkanal (3) eine Abluftrückführleitung über eine Abreinigungseinrichtung
zur Siebtrommel (1) zurückführt.