Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Injektor nach der Gattung des Patentanspruchs 1.
[0002] Bei einem bekannten Injektor dieser Art (z.B. DE 100 20 867 A1) ist der Steuerkolben
im Injektorgehäuse axial verschiebbar geführt und begrenzt einen Steuerraum. Auf seiner
vom Steuerraum abgewandten Seite weist der Steuerkolben ein Sackloch auf, in dem das
eine Ende einer Druckstange so aufgenommen ist, dass sich die Druckstange relativ
zum Steuerkolben geringfügig neigen kann. Die Druckstange wirkt an ihrem anderen Ende
auf eine axial verschiebbar geführte Ventilnadel, welche die Einspritzöffnungen des
Injektors entweder verschließt oder freigibt, um eine gezielte Einspritzung von mit
Hochdruck beaufschlagtem Kraftstoff in den Brennraum der Kraftmaschine zu ermöglichen.
Vorteile der Erfindung
[0003] Beim erfindungsgemäßen Injektor ist der Einsatz des hochwertigeren Werkstoffes auf
den Kontaktbereich des Steuerkolbens zu seiner Führung beschränkt. Die Druckstange
kann aus einem kostengünstigeren Material bestehen, das die auftretenden Beanspruchungen
ebenfalls aushalten kann. Die Werkstoffauswahl für Steuerkolben und Druckstange kann
individuell auf den jeweiligen Anwendungs- bzw. Belastungsfall erfolgen. Der Steuerkolben
und die Druckstange sind form- bzw. kraftschlüssig oder stoffschlüssig miteinander
verbunden, z.B. miteinander verschraubt, verpresst, verklebt, verschweißt, verlötet,
etc.
[0004] Der erfindungsgemäße Injektor hat insbesondere folgende Vorteile:
- Werkstoffauswahl je nach technischer Anforderung frei wählbar;
- Einsatz unterschiedlicher Fertigungsverfahren für Steuerkolben und Druckstange möglich
(z.B. Kombination von Dreh- und Umformteil, etc.);
- Baukastenprinzip möglich;
- Einsatz ohne Umkonstruktion der restlichen Injektorbauteile möglich;
- Umbau der bisherigen Montagelinien nicht erforderlich;
- Reduzierung der Ausschusskosten durch Aufteilung der Präzisionsarbeitsgänge auf mehrere
Bauteile;
- Größere Auswahlmöglichkeit unter hochspezialisierten Zulieferern für die einzelnen
Bauteile;
- Auslegung des Steuerkolbens als Gelenkkolben möglich;
- Kostenreduzierung.
[0005] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstands der Erfindung sind
der Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0006] Die einzige Figur zeigt schematisch einen Längsschnitt des erfindungsgemäßen Injektors.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0007] Der in der Figur gezeigte Injektor
1 dient zur Einspritzung von Kraftstoff in einem Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine
und weist ein Injektorgehäuse
2 und einen in den Brennraum der Brennkraftmaschine ragenden Düsenkörper
3 auf, der mittels einer Spannmutter
4 unten am Injektorgehäuse
2 befestigt ist.
[0008] Von einem nicht gezeigten zentralen Hochdruckspeicher (Common Rail) wird der Kraftstoff
einem ringförmigen Druckraum
5 des Düsenköpers
3 zugeführt. In einer axialen Führungsbohrung des Düsenkörpers
3 ist eine Ventilnadel
6 verschiebbar gelagert. Die Ventilnadel
6 hat im Bereich des Druckraums
5 eine Druckschulter
7, an welcher der im Druckraum
5 herrschende Kraftstoffdruck im Öffnungssinn (d.h. nach innen) angreift. Das in der
Figur abgeschnitten dargestellte untere Ende der Ventilnadel
6 dient dazu, nicht gezeigte Spritzlöcher des Düsenkörpers
3 zu öffnen oder zu schließen, um eine gezielte Einspritzung von mit Hochdruck beaufschlagtem
Kraftstoff in den Brennraum der Brennkraftmaschine zu ermöglichen.
[0009] Oben am Injektorgehäuse
2 ist ein Ventilstück
8 mit einem zentralen Sackloch
9 befestigt, von dessen Endfläche eine zentrale Ablaufbohrung
10 abgeht. Außerdem mündet in das Sackloch
9 eine zentrale Zulaufbohrung
11. Der Mündungsbereich der beiden Bohrungen
10, 11 des Sacklochs 9 bildet einen Steuerraum
12, der durch die Stirnfläche eines Steuerkolbens
13 begrenzt ist. Der Steuerkolben
13 ist an seinem oberen Ende im Sackloch
9 axial verschiebbar geführt und mit seinem unteren Ende an einer Druckstange
14 (Verbindungsstelle
15) befestigt, die an der oberen Stirnseite der Ventilnadel 6 anliegt.
[0010] Solange die Verbindung der Ablaufbohrung 10 zu einem nicht gezeigten Entlastungsraum
gesperrt ist und der Steuerraum 12 über die Zulaufbohrung 11 mit Hochdruck beaufschlagtem
Kraftstoff gefüllt ist, bleibt der Steuerkolben 13 in seiner unteren Endstellung und
verhindert über die Druckstange 14 das Öffnen der Ventilnadel 6. Wenn der Steuerraum
12 über die Ablaufbohrung 10 mit dem Entlastungsraum verbunden wird, ist der Steuerkolben
13 in seine obere Endstellung verschiebbar, und die Ventilnadel 6 öffnet, wenn der
im Druckraum 5 herrschende Kraftstoffdruck ausreicht, die Ventilnadel 6 gegen die
Wirkung einer Rückstellfeder zu öffnen.
[0011] Der Steuerkolben 13 besteht aus einem hochwertigen Material, um den Verschleiß zwischen
Steuerkolben 13 und Sackloch 9 zu minimieren. Die Druckstange 14 besteht aus einem
kostengünstigeren Material, das die auftretenden Beanspruchungen ebenfalls aushalten
kann. Die Werkstoffauswahl für Steuerkolben 13 und Druckstange 14 kann individuell
auf den jeweiligen Anwendungs- bzw. Belastungsfall abgestimmt werden.
[0012] Der Steuerkolben 13 und die Druckstange 14 sind miteinander form- bzw. kraftschlüssig
oder stoffschlüssig verbunden, wobei die Mittelachsen beider Teile in enger Toleranz
zueinander fluchten müssen. Die beiden Teile können z.B. miteinander verschraubt,
verpresst, verklebt, verschweißt, verlötet etc. sein. Im Falle einer Verpressung kann
das Ende der Druckstange 14 kugelförmig ausgebildet sein, so dass die Druckstange
14 weiterhin noch alle Freiheitsgrade in radialer Richtung besitzt.
1. Injektor (1) zur Einspritzung von Kraftstoff in einem Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine,
mit einer Ventilnadel (6) und einem Steuerkolben (13), die jeweils im Injektor (1)
axial verschiebbar geführt sind, sowie mit einer Druckstange (14), über die der Steuerkolben
(13) auf die Ventilnadel (6) wirkt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerkolben (13) und die Druckstange (14) miteinander starr verbunden sind und
dass der Steuerkolben (13) aus einem hochwertigeren Material als die Druckstange (14)
besteht.
2. Injektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (13) und die Druckstange (14) miteinander kraft- oder formschlüssig
verbunden sind.
3. Injektor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (13) und die Druckstange (14) miteinander verpresst sind.
4. Injektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (13) und die Druckstange (14) miteinander stoffschlüssig verbunden
sind.
5. Injektor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (13) und die Druckstange (14) miteinander verschweißt sind.
6. Injektor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (13) und die Druckstange (14) miteinander verklebt sind.