[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen selbstklebender Etiketten auf
entlang eines Förderweges transportierte flache Gegenstände mittels einer gesteuert
angetriebenen Andruck- und Appliziertrommel.
[0002] Bei der Bearbeitung von flachen Sendungen, insbesondere von Briefen, Postkarten usw.
durch Postbeförderungsunternehmen tritt die Aufgabe einer sicheren und schnellen Aufbringung
von Etiketten auf flache Sendungen auf. Ein Beispiel hierfür ist das automatische
Nachsenden von Sendungen. Hierbei werden Sendungen zur Nachsendung aussortiert und
entsprechend vorgegebenen Daten, die in einer Datenbasis gespeichert sind, adressiert.
Diese Sendungen werden mit einem Etikett beklebt, das sowohl die alte Adresse als
auch einen möglicherweise auf der Sendungsoberfläche aufgebrachten Barcode abdeckt.
Anschließend wird das Etikett mit einem neuen Barcode sowie der entsprechenden neuen
Adresse versehen. Die Aufbringung des Etiketts erfolgt dabei in Vorrichtungen, die
in automatische Briefverteilanlagen integriert sind. Das Sendungsaufkommen für solche
Verteilanlagen ist unterschiedlich in Format, Gewicht und Dicke. Die Sendungen werden
in solchen Anlagen z.B. mit Geschwindigkeiten von 3,6 m/sec befördert, das hohe Anforderungen
an die Geschwindigkeit, mit der die Aufbringung der Etiketten erfolgen muss, sowie
an die exakte Positionierung der Etiketten stellt. Ein generelles Problem stellt darüber
hinaus die Handhabung und insbesondere der Transport der Etiketten zur Sendungsoberfläche
dar, wenn die Etiketten eine selbstklebende Oberfläche besitzen.
[0003] Aus der US-A-5 200 007 ist eine Vorrichtung zum Aufbringen von Etiketten auf flache
Sendungen, die vereinzelt auf einer Kante stehend mit einer Fördervorrichtung entlang
eines Förderweges transportiert werden, beschrieben. Sie besitzt eine Etikettenfördervorrichtung
zur Förderung der auf einem Substrat befindlichen Etiketten, die von einer Sensoreinrichtung
zur Ermittlung der Sendungsvorderkante gesteuert wird.und eine Andruck- bzw. Applikatorvorrichtung
zum Applizieren / Andrücken der Etiketten auf die Sendungsoberfläche. In dieser Vorrichtung
werden die Etiketten mit Verteilinformationen bedruckt. Ein Etikettieren bei hohen
Transportgeschwindigkeiten der Sendungen ist hiermit nicht möglich.
[0004] Bekannt wurde auch eine Etikettiervorrichtung, bei der Adressetiketten mittels einer
runden Appliziertrommel, die in ihrer Oberfläche Öffnungen mit einem steuerbaren Unterdruck
zum zeitweiligen Halten der Etiketten aufweist, auf Sendungen appliziert werden. Die
Zufuhr und das Schneiden der Etikettenbahnen erfolgt so, dass Etiketten ohne Adressen
nicht aufgebracht werden (US 4 421 587).
[0005] In der DE 36 22 502 A1 wird eine Etikettierkopfmaschine beschrieben, bei der die
Etiketten auf dem Etikettierkopf, der die Etiketten auf den Gegenstand drückt, mit
Hilfe von Öffnungen in der Kopfoberfläche, die mit einer Unterdruckquelle verbunden
sind, gehalten werden.
[0006] Kann das Etikett nur im Ruhezustand der Andruck- und Appliziertrommel auf diese geschoben
werden, so muss die Trommel bei jedem Appliziervorgang aus dem Stillstand auf eine
der Transportgeschwindigkeit der flachen Gegenstände entsprechende Umfangsgeschwindigkeit
beschleunigt werden, bei welcher das Etikett auf den an der Andruck- und Appliziertrommel
vorbei transportierten Gegenstand appliziert wird. Anschließend wird die Andruckrolle
und Appliziertrommel so abgebremst, dass sie nach einer Umdrehung wieder in der Ausgangslage
zum Stehen kommt.
[0007] Aufgrund verschiedener Einflüsse, z.B. Riemendehnung eines Deckbandsystems zum Transport
von Briefen, verändert sich ständig die Transportgeschwindigkeit, mit der Briefe an
der Andruck- und Appliziertrommel vorbeitransportiert werden.
[0008] Soll das jeweilige Etikett aber trotz der Geschwindigkeitsschwankungen stets genau
an einer vorgegebenen Stelle des Briefes plaziert werden, so ist dafür ein hoher Steuerungs-
und Regelungsaufwand notwendig.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Aufbringen selbstklebender
Etiketten auf entlang eines Förderweges transportierte flache Gegenstände mittels
einer gesteuert angetriebenen Andruck- und Appliziertrommel zu schaffen, bei dem der
Antrieb der Andruck- und Appliziertrommel mit geringem Aufwand so geregelt wird, dass
jedes Etikett in einem festgelegten Abstand von der Vorderkante des Gegenstandes auf
den jeweiligen Gegenstand appliziert wird.
[0010] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0011] Aufgrund der überraschenden Tatsache, dass die Etiketten in hoher Qualität auf die
Gegenstände auch dann appliziert werden, wenn die Transportgeschwindigkeit und die
Umfangsgeschwindigkeit der Andruck- und Appliziertrommel abweichen (bis zu 50%), wird
die Andruck- und Appliziertrommel mit einer festen Applizier-Umfangsgeschwindigkeit
betrieben, die einer mittleren Transportgeschwindigkeit der Gegenstände entspricht.
Damit auch bei schwankenden Transportgeschwindigkeiten der gewünschte Abstand des
Etiketts von der Vorderkante des Gegenstandes eingehalten wird, muss nur in Abhängigkeit
von der gemessenen Geschwindigkeit und Position der jeweiligen Sendung der Beschleunigungsstartzeitpunkt
entsprechend variiert werden.
[0012] Da die Andruck- und Appliziertrommel stets auf eine einheitliche, der mittleren Transportgeschwindigkeit
entsprechende Umfangsgeschwindigkeit beschleunigt werden muss, wird die Beschleunigungszeit
für einen Beschleunigungsverlauf im Vorfeld unter Berücksichtigung des verfügbaren
Antriebmomentes und des sich konstruktiv ergebenen Trägheitsmomentes der Andruck-
und Appliziertrommel festgelegt und als Konstante bei der Ermittlung des Startzeitpunktes
berücksichtigt.
[0013] Vorteilhaft ist es, den Beschleunigungsverlauf an den Umfang der Andruck- und Appliziertrommel
und die mittlere Transportgeschwindigkeit an die zur Verfügung stehende Beschleunigungszeit
und den Beschleunigungsweg anzupassen. Dazu wird die Andruck- und Appliziertrommel
über die der mittleren Transportgeschwindigkeit entsprechende Umfangsgeschwindigkeit
hinaus beschleunigt und anschließend auf die der mittleren Transportgeschwindigkeit
entsprechende Umfangsgeschwindigkeit abgebremst.
[0014] Vorteilhaft ist es auch, die Bremsphase an Zeitbedingungen anzupassen, indem die
Umfangsgeschwindigkeit kurzzeitig über die Appliziergeschwindigkeit erhöht wird.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird für jeden Transportgeschwindigkeitsbereich
ein anderer Beschleunigungsverlauf definiert.
[0016] Anschließend wird die Erfindung anhand der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert.
[0017] Dabei zeigen
- FIG 1
- eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung zum Aufbringen von selbstklebenden,
trägerlosen Etiketten auf flache Gegenstände,
- FIG 2
- eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung gegenüber der Darstellung in FIG 1
um 90° geschwenkt, mit bestimmten Zeitpunkten während des Transports eines Gegenstandes,
- FIG 3
- den Geschwindigkeits-Zeitablauf für die Antriebe der Vorrichtung zum Etikettieren.
[0018] Ein selbstklebender Etikettenstreifen 1 wird von einer Vorratsrolle 2 durch eine
an sich bekannte Etikettenstreifenabrolleinrichtung 3 in Bandform abgezogen und einer
Etikettenförder- und -schneidevorrichtung 4 zugeführt.
[0019] In der Etikettenförder- und -schneidevorrichtung 4 wird der Etikettenstreifen 1 auf
eine Andruck- und Appliziertrommel 17 senkrecht zur Transportebene der flachen Gegenstände
20 entsprechend der benötigten Länge vorgeschoben und bei stillstehender Andruck-
und Appliziertrommel 17 abgeschnitten. Dazu wird der Etikettenstreifen 1 über eine
geformte Führung 7 geführt, die in Etikettenstreifenvorschubrichtung 5 von einer schwach
gekrümmten oder ungekrümmten Führungsfläche am Eingang in eine der die Etiketten aufnehmenden
Oberfläche der Andruck- und Appliziertrommel 17 angepasste Krümmung aufweisende Führungsfläche
am Ausgang übergeht.
[0020] In der Oberfläche der Führung 7 befinden sich Öffnungen, die mit einer Unterdruckquelle
6 verbunden sind. In die Führung 7 ist ein motorgesteuerter Reibradantrieb, bestehend
aus Reibrad 8 mit Antrieb 9 und Andruckrolle 10, integriert. Damit wird der Etikettenstreifen
1 in Richtung der Etikettiereinrichtung 11, bestehend aus der Andruck- und Appliziertrommel
17, die an dem aufnehmenden Teil ebenfalls an eine Unterdruckquelle 19 angeschlossene
Öffnungen aufweist, einem Trommelantrieb 18 und einer federnd gelagerten Gegenrolle
26, geschoben und selbst in eine Zylinderform überführt.
[0021] Nachdem mit Hilfe des Reibradantriebs der Etikettenstreifen 1 bis zu einer in gewissen
Grenzen frei bestimmbare Höhe 12 oberhalb der Messereinrichtung vorgeschoben wurde,
fährt der Messerantrieb 13 das Messer 14 über den Etikettenstreifen 1 auf das Gegenmesser
15 und schert ein Etikett 16 ab. Das Etikett 16 wird nunmehr nur durch die Andruck-
und Appliziertrommel 17 getragen.
[0022] Auf einem geeigneten, nicht dargestellten Transportmittel, z.B. ein Deckbandsystem
in dem flache Gegenstände eingeklemmt transportiert werden, werden die zu etikettierenden
Gegenstände 20 entlang einer Bahn an der von der Etikettenförder- und -schneidevorrichtung
4 abgewandten Seite an der Etikettiereinrichtung 11 vorbeigeführt.
[0023] Während des Schneidens des Etikettenstreifens 1 bleibt die Andruck- und Appliziertrommel
17 stehen. Danach wird sie mit dem Etikett 16 beschleunigt. Durch eine Steuerung erfolgt,
wie noch näher beschrieben wird, die Regelung des Bewegungsablaufes der Andruck- und
Appliziertrommel so, dass beim Eintreffen des Teils der Andruck- und Appliziertrommel
17 mit dem Etikett 16 an der Gegenstandsbahn eine zielgenaue Übernahme des selbstklebenden
Etikettes 16 durch den Gegenstand 20 möglich ist. Der Mantel der Andruck- und Appliziertrommel
17 ist in einen ersten Bereich und einen zweiten Bereich ausgeformt. Der erste Mantelbereich
besitzt eine kreisförmige Krümmung, wobei der Kreismittelpunkt in der Drehachse liegt.
Beim zweiten Mantelbereich ist die Mantelfläche soweit nach innen verschoben, dass
eine störende Berührung der Gegenstände 20, die beispielsweise in einer zweiten, nachfolgenden
Vorrichtung mit Etiketten versehen werden, in der Ruhelage vermieden wird. Diese Mantelfläche
kann ebenfalls die gleiche kreisförmige Krümmung wie beim ersten Mantelbereich aufweisen,
nur ist der Kreismittelpunkt über die Drehachse hinaus verschoben. Beide Mantelbereiche
sind durch entsprechende Übergangsbereiche verbunden. Dies bewirkt, dass einerseits
die Andruck- und Appliziertrommel 17 in Ruhephasen, z.B. beim Etikettenschneiden oder
bei Applizierpausen nicht in die Gegenstandsbahn ragen kann und damit die Gegenstände
20 oder Teile davon nicht beeinflusst werden können. Anderseits kann beim Applizieren
ein gewisser gleichmäßiger Druck gegen die flachen Gegenstände ausgeübt werden um
das selbstklebende Etikett 16 zu übergeben. Zur Unterstützung der Etikettenübergabe
an die Gegenstände 20 kann durch die mitlaufende Andruckrolle 26 ein Gegendruck erzeugt
werden.
[0024] Dieser durch die unterschiedlichen Mantelbereiche der Andruck- und Appliziertrommel
17 bei räumlich fester Drehachse erzielte Effekt kann auch erreicht werden, wenn die
Andruck- und Appliziertrommel 17 als Kreiszylinder ausgebildet ist, und wenn sie beweglich
in Richtung der Gegenstände 20 gelagert ist. Zum Applizieren wird sie dann so in Richtung
Gegenstand bewegt, dass das Etikett angedrückt werden kann, und beim Nichtapplizieren
wird sie so zurückbewegt, dass eine Berührung mit den Gegenständen 20 vermieden wird.
Diese Ausführung ist in der Zeichnung nicht dargestellt, kann aber von einem Fachmann
aufgrund seines Fachkönnens ohne weiteres realisiert werden.
[0025] Eine Etikettiervorrichtung für Briefe ist schematisch in FIG 2 dargestellt.
[0026] Der Etikettiervorgang läuft stets in folgenden Schritten ab:
1. Etikettvorschub;
2. Etikett schneiden;
3. aktuelle Geschwindigkeit messen, Startzeitpunkt für die Andruck- und Appliziertrommel
17 bestimmen und Trommel zum berechneten Zeitpunkt starten, dabei ist der Bewegungsablauf
ein komplexer Vorgang, der sich aus wiederholten Beschleunigungs-, Brems- und Konstantgeschwindigkeitsphasen
zusammensetzt;
4. Etikett applizieren;
5. Trommel abbremsen und in Ausgangsposition stoppen.
[0027] Die folgende Darstellung beschreibt den prinzipiellen Etikettiervorgang.
[0028] Die Abläufe des Etikettvorgangs werden durch den Brieflauf gesteuert. Die im folgenden
angegebenen Zeitpunkte t
i variieren mit der Dynamik aufeinanderfolgender Etikettiervorgänge.
1. Zum Zeitpunkt t0 (durch das Lettertracking der Maschinensteuerung bestimmt) sendet die übergeordnete
Maschinensteuerung eine sendungsbezogene Botschaft an die Etikettiersteuerung mit
folgenden Informationen:
- Brief Id,
- Etikett/kein Etikett,
- Etiketthöhe.
2. Das Passieren der Sendungsvorderkante t1 an Lichtschranke LB1 startet den Etikettenvorschub. Erfolgt der Etikettenvorschub am Ende des vorherigen
Appliziervorganges, dann muss sichergestellt werden, dass die Andruck- und Applizier-Trommel
die Ausgangsposition vor dem Beginn des schneidens erreicht hat.
3. Start des Messerantriebes zum Zeitpunkt t2. Die Bewegung des Messers wird so synchronisiert, dass der Schnitt erst nach Abschluss
des Etikettenvorschubes beginnt. Der Messerantrieb vollführt bei jedem Schnitt einen
360° Umlauf, die Endlage wird durch einen Positionsgeber überwacht.
4. Messung der aktuellen Sendungsgeschwindigkeit mit den Lichtschranken LB2 und LB3.
Aus der gemessenen Laufzeit t4 - t3, die ein Maß für die aktuelle Geschwindigkeit ist, wird der Startzeitpunkt t5 für die Andruck- und Appliziertrommel 17 berechnet. Diese Messung gewährleistet eine
höhere Genauigkeit gegenüber einer üblichen indirekten Messung der Geschwindigkeit
über den Bandtakt, da das Band Schwingungen unterworfen ist.
Es wurde überraschenderweise festgestellt, dass eine Differenzgeschwindigkeit zwischen
Brieflauf und Andruck- und Appliziertrommel 17 in weiten Grenzen (<50%) unkritisch
für den Etikettier-Applikations-Vorgang ist. Davon ausgehend wird für bestimmte Bandgeschwindigkeitsbereiche
jeweils eine konstante Andruck- und Appliziertrommel-Geschwindigkeit in der Konzeption
zugrunde gelegt. Die bandgeschwindigkeitsabhängige Korrektur der horizontalen Etikettenposition
erfolgt über die Variation des Startzeitpunktes der Trommel in Bezug auf die Sendungsvorderkante.
5. Start der Appliziertrommel t5. Der Beschleunigungsvorgang findet nach einer vorher (off-line) bestimmten Trajektorie
statt und gewährleistet die entsprechende horizontale Positioniergenauigkeit. Dabei
trifft die Etikettenvorderkante zum Zeitpunkt t6 mit dem Brief zusammen (Merge Point).
6. Nach dem Ende der Applikation t7 erfolgt zum Zeitpunkt t8 der Beginn der Bremsphase, bis die Andruck- und Appliziertrommel 17 sich wieder in
der Ausgangsposition befindet.
7. Nach dem Applizieren des Etiketts auf der Sendung wird die Andruck- und Appliziertrommel
in die Ausgangsposition gefahren. Diese Position wird durch einen Positionsgeber überwacht.
8. Ein Etikettüberprüfer besteht aus einem Farbmarkensensor und einer Referenzlichtschranke
für die Brief-Vorderkante. Die Brief-Vorderkante wird zum Zeitpunkt t7 und die Etikettvorderkante zum Zeitpunkt t8 bestimmt. Die Differenz repräsentiert bei der aktuellen gemessenen Geschwindigkeit
vi die Etikettposition auf der Sendung. Sendungen mit fehlenden Etiketten bzw. zu großen
Positionierabweichungen des Labels werden rejektiert. Systematische Positionsabweichungen
werden zur Langzeit-Nachregelung der Applikator-Steuerung genutzt.
9. Nach t8 wird eine Ergebnis-Mitteilung an die übergeordnete Maschinensteuerung mit folgendem
Inhalt geschickt:
- Brief Id (0 representiert, Phantom Mailpiece'),
- Etikett-Status (O.k., Failed),
- Etikett-Position (bezogen auf die Sendungsvorderkante).
[0029] In FIG 3 ist der Geschwindigkeits-Zeit-Ablauf für die unmittelbar für den Etikettiervorgang
zuständigen Antriebe dargestellt.
- Der Zyklus wird durch eine Start-Mitteilung ausgelöst und beginnt mit dem Etikettvorschub
(t11). Während des Vorschubes wird die Sendungsgeschwindigkeit gemessen und der Messerantrieb
gestartet (t12),
- Schnitt nach Abschluss des Vorschubes (t12a, t12b),
- Trommelstart (t15) nach dem Schnittende (t12b),
- Das Etikett trifft zum Zeitpunkt t16 mit der Sendung zusammen und wird danach auf die Sendung abgerollt,
- Der folgende Etikettzyklus beginnt schon vor dem Erreichen Ausgangsposition der Etikett-Trommel
(t20),
- Erreichen der Trommel-Ausgangsposition (t19),
- Um die Abbremszeit der Andruck- und Appliziertrommel zu verkürzen, wird diese noch
einmal kurz über die Appliziergeschwindigkeit beschleunigt und dann abgebremst.
[0030] Dabei bedeuten:
- t10
- Sendungs-Id-Message von der übergeordneten Steuerung
- t11
- Start Etikettenvorschub
- t12
- Start Messerantrieb
- T12a, t12b
- Beginn, Ende Etiketten-Schnitt
- T15
- Start Andruck- und Appliziertrommel
- T16
- Beginn der Etikett-Applikation (Mergepoint)
- T17
- Ende der Applikation
- T18
- Beginn der Bremsphase
- T20
- Start Etikettenvorschub des nächsten Etikettenzyklus
- T19
- Erreichen der Trommel-Ausgangsposition
[0031] Im Normalbetrieb laufen die Antriebsbänder mit einer konstanten Geschwindigkeit.
Die aktuelle Sendungsgeschwindigkeit wird durch eine Laufzeitmessung zwischen den
Messlichtschranken LB2 und LB3 bestimmt.
[0032] Die aktuelle Sendungsgeschwindigkeit wird über die Messung der Sendungslaufzeit t
9 zwischen den Messlichtschranken LB2 an der Position x
3 und LB3 an der Position x
4 bestimmt. Dabei wird kurzzeitig eine konstante Sendungsgeschwindigkeit zwischen der
Lichtschranke LB2 und der Andruck- und Appliziertrommel 17 vorausgesetzt..

[0033] Nachdem die sendung die 2. Messlichtschranke bei x
4 passiert hat, kann die Laufzeit (t
64) zum Mergepoint (x
6) hochgerechnet werden.

[0034] Das Steuerungskonzept geht davon aus, dass für einen festgelegten Bereich der Bandgeschwindigkeit
die Andruck- und Appliziertrommel 17 immer mit der selben Geschwindigkeits-Trajektorie
beschleunigt wird und daher stets die gleiche Zeit vom Start bis zum Mergezeitpunkt
benötigt. Damit ist die Trommel-Beschleunigungszeit T
Tr ein konstanter Parameter von dem Bandgeschwindigkeitsbereich. Der auf t
4 bezogene Startzeitpunkt t
5 der Trommel ergibt sich dann aus (III).

1. Verfahren zum Aufbringen selbstklebender Etiketten auf entlang eines Förderweges transportierte
flache Gegenstände mittels einer gesteuert angetriebenen Andruck- und Appliziertrommel
(17), wobei das jeweilige Etikett (16) im Ruhezustand der Andruck- und Appliziertrommel
(17) auf diese geschoben und mittels Unterdruck auf ihr gehalten wird, wobei danach
die Andruck- und Appliziertrommel (17) so beschleunigt wird, dass die Umfangsgeschwindigkeit
des auf der Andruck- und Appliziertrommel (17) befindlichen Etikettes (16) beim Aufbringen
für bestimmte Transportgeschwindigkeitsbereiche stets einer festgelegten, mittleren
Transportgeschwindigkeit der flachen Gegenstände (20) entspricht und wobei die Andruck-
und Appliziertrommel (17) nach dem Aufbringen des Etikettes (26) so abgebremst wird,
dass sie nach einer Umdrehung wieder in der Ausgangslage zum Stehen kommt, mit den
Schritten:
- Ermitteln der Beschleunigungszeiten der jeweils in den bestimmten Transportgeschwindigkeitsbereichen
gleichen Beschleunigungsverläufe vom Startzeitpunkt der Andruck- und Appliziertrommel
(17) bis zu der der festgelegten, mittleren Transportgeschwindigkeit der Gegenstände
(20) entsprechenden Umfangsgeschwindigkeit des die Etiketten (16) aufnehmenden Mantelbereiches
offline vor den Appliziervorgängen,
- Messen der Zeitpunkte des Passierens der Vorderkante des jeweiligen Gegenstandes
(20) zweier hintereinander in der Transportstrecke vor der Andruck- und Appliziertrommel
(17) befindlicher Sensoreinrichtungen (LB2,LB3) und Ermitteln des Startzeitpunktes
der Andruck- und Appliziertrommel (17) nach der Beziehung.

mit
x3 Position der ersten Sensoreinrichtung (LB2) in Transportrichtung,
x4 Position der zweiten Sensoreinrichtung (LB3) in Transportrichtung,
x6 Position der Zusammenführung von Etikettvorderkante und Gegenstand,
t3 Zeitpunkt: Gegenstandsvorderkante an x3,
t4 Zeitpunkt: Gegenstandsvorderkante an x4,
t5 Startzeitpunkt der Andruck- und Appliziertrommel,
TTr Beschleunigungszeit der Andruck- und Appliziertrommel auf eine der jeweiligen mittleren
Transportgeschwindigkeit der Gegenstände entsprechende Umfangsgeschwindigkeit des
die Etiketten aufnehmenden Mantelbereiches.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Andruck- und Appliziertrommel (17) im Beschleunigungsverlauf
auf eine über der mittleren Transportgeschwindigkeit entsprechende Umfangsgeschwindigkeit
beschleunigt und dann auf die der mittleren Transportgeschwindigkeit entsprechende
Umfangsgeschwindigkeit abgebremst wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei nach Applizieren des Etikettes die Andruck- und Appliziertrommel
kurz über die Appliziergeschwindigkeit beschleunigt und erst dann abgebremst wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei für jeden gewählten Transportgeschwindigkeitsbereich
ein anderer Beschleunigungsverlauf definiert wird.
1. Method for the application of self-adhesive labels to flat objects transported along
a conveying path, by means of a pressure and applicator drum (17) driven under control,
the respective label (16) being pushed onto the pressure and applicator drum (17)
when the latter is at rest and held on it by means of vacuum, the pressure and applicator
drum (17) then being accelerated in such a way that the peripheral speed of the label
(16) on the pressure and applicator drum (17) during application for specific transport
speed ranges always corresponds to a defined, average transport speed of the flat
objects (20) and, following the application of the label (26), the pressure and applicator
drum (17) being braked in such a way that it comes to a standstill again in the initial
position after one revolution, the method comprising the steps:
- off-line, before the application procedures, determining the acceleration times
of the acceleration profiles, respectively the same in the specific transport speed
ranges, from the starting time of the pressure and applicator drum (17) as far as
the peripheral speed, corresponding to the defined, average transport speed of the
objects (20), of the circumferential region accommodating the labels (16),
- measuring the times at which the front edge of the respective object (20) passes
two sensor devices (LB2, LB3) located one after another in the transport path before
the pressure and applicator drum (17) and determining the starting time of the pressure
and applicator drum (17) in accordance with the relationship

where
x3 is the position of the first sensor device (LB2) in the transport direction,
x4 is the position of the second sensor device (LB3) in the transport direction,
x6 is the position at which the front edge of the label and object are led together,
t3 is the time: front edge of the object at x3,
t4 is the time: front edge of the object at x4,
t5 is the starting time of the pressure and applicator drum,
TTr is the acceleration time of the pressure and applicator drum to a peripheral speed,
corresponding to the respective average transport speed of the objects, of the circumferential
region accommodating the labels.
2. Method according to Claim 1, the pressure and applicator drum (17) being accelerated
in the acceleration profile to an appropriate peripheral speed above the average transport
speed and then being braked to the peripheral speed corresponding to the average transport
speed.
3. Method according to Claim 1, following the application of the label, the pressure
and applicator drum being accelerated briefly above the application speed and only
then being braked.
4. Method according to Claim 1, a different acceleration profile being defined for each
selected transport speed range.
1. Procédé d'application d'étiquettes autocollantes sur des objets plats transportés
le long d'un parcours d'acheminement, au moyen d'un tambour (17) de pression et d'application
à entraînement commandé,
dans lequel, lorsque le tambour (17) de pression et d'application est en position
de repos, l'étiquette (16) concernée est placée sur ce dernier par glissement et y
est maintenue par dépression, que le tambour (17) de pression et d'application étant
ensuite accéléré de telle sorte que la vitesse circonférentielle de l'étiquette (16)
située sur le tambour (17) de pression et d'application correspond, à l'instant de
l'application, toujours, pour des plages de vitesse d'acheminement données, à une
vitesse d'acheminement moyenne définie des objets (20) plats, et le tambour (17) de
pression et d'application étant ralenti, après l'application de l'étiquette (16),
de telle sorte qu'il s'immobilise à nouveau en position de départ après un tour de
rotation, le procédé comprenant les étapes suivantes :
- détermination, hors-ligne (« off line »), avant les opérations d'application, des
temps d'accélération des processus d'accélération identiques à chaque fois dans les
plages de vitesse d'acheminement données, de l'instant de démarrage du tambour (17)
de pression et d'application, jusqu'à la vitesse circonférentielle de la zone d'enveloppe
accueillant les étiquettes (16), correspondant à la vitesse d'acheminement moyenne
définie des objets (20),
- mesure des instants de passage du bord avant de l'objet (20) concerné devant deux
dispositifs (LB2, LB3) de détection, situés l'un après l'autre sur le parcours d'acheminement
avant le tambour (17) de pression et d'application, et détermination de l'instant
de démarrage du tambour (17) de pression et d'application d'après la relation :

où
x3 est la position de la première installation (LB2) de détection dans le sens d'acheminement,
x4 est la position de la deuxième installation (LB3) de détection dans le sens d'acheminement,
x6 est la position de convergence du bord avant de l'étiquette et de l'objet,
t3 est l'instant où le bord avant de l'objet est en x3,
t4 est l'instant où le bord avant de l'objet est en x4,
t5 est l'instant de démarrage du tambour de pression et d'application,
TTr est le temps d'accélération du tambour de pression et d'application pour atteindre
une vitesse circonférentielle de la zone d'enveloppe accueillant les étiquettes correspondant
à la vitesse d'acheminement moyenne concernée des objets.
2. Procédé suivant la revendication 1, sachant que le tambour (17) de pression et d'application,
au cours du processus d'accélération, est accéléré pour atteindre une vitesse circonférentielle
supérieure à la vitesse d'acheminement moyenne, puis ralenti à la vitesse circonférentielle
correspondant à la vitesse d'acheminement moyenne.
3. Procédé suivant la revendication 1, sachant que, à la suite de l'application de l'étiquette,
le tambour de pression et d'application est accéléré brièvement au-delà de la vitesse
d'application, pour ensuite seulement être ralenti.
4. Procédé suivant la revendication 1, sachant qu'un processus d'accélération différent
est défini pour chaque plage de vitesse d'acheminement sélectionnée.