[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneideeinrichtung für Umreifungsgeräte zur Umreifung
von Packgut mit einem Band, insbesondere wenn das Umreifungsgerät eine mit einem Spannantrieb
wirkverbundene Spanneinrichtung zum Spannen des Bandes, eine Verschlusseinrichtung
zum Verschliessen von zwei Bandenden eines Bandes und/oder mehrere Rücklaufsperren
zur Fixierung des Bandes im Umreifungsgerät, aufweist. Weiterhin betrifft die Erfindung
ein Schneidwerkzeug für eine solche Schneideeinrichtung sowie ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Schneidwerkzeuges.
[0002] Die Erfindung bezieht sich in erster Linie auf tragbare, mobile, d.h. nicht stationäre
und fest installierte, Umreifungsgeräte, die vorzugsweise elektrisch angetrieben sind.
[0003] Zur Erläuterung des Standes der Technik wird zunächst einmal auf ein Umreifungsgerät
nach der EP-A-0 997 377 hingewiesen. Das Schneidgerät wird nämlich typischerweise
in einem solchen oder ähnlichen Umreifungsgerät eingesetzt werden. Die Ausführungen
der EP-A-0 997 377 dienen also als Hinweis für den Fachmann zu den - hier nicht betroffenen
- Details eines Umreifungsgerät. Der Offenbarungsgehalt der EP wird folglich durch
Referenznahme vollumfänglich in diese Beschreibung übernommen, soweit nicht Details
bezüglich der Scheideeinrichtung verbessert werden sollen.
[0004] Bei derartigen Geräten wie in der EP-A-0 997 377 wird üblicherweise eine Scheideeinrichtung
mit einem Werkzeug verwendet, wie in Figur 1 dargestellt ist. Das Messer hat dort
eine in etwa kammartige Zahnstruktur, bei dem die Zähne einen Öffnungswinkel von 70.5°
aufweisen. Ein solches Messer wird hergestellt durch das Fräsen mit einem 90°-Fräser
an einer um 45° geneigten Fläche. Dadurch entsteht ein relativ stumpfer Zahn, der
in beiden Schneidrichtungen die gleichen Kräfte auf das zu schneidende Band überträgt.
Die Flächen der Schneidzähne erzeugen dabei eine Kraftkomponente, die das Band vom
Messer wegstösst. Ein ähnliches Schneidwerkzeug gemäss dem hier beschriebenen Stand
der Technik ist aus der EP-A-1106338 bekannt.
[0005] Es hat sich beim Einsatz eines solchen Schneidmessers herausgestellt, dass ein solcher,
relativ stumpfer Zahn das Band teilweise kratzt, anstatt es zu schneiden. Dies ist
nachteilig.
[0006] In der DE-A-10026198 wird eine Vorrichtung zum Spannen und Verschliessen von Kunststoff-Umreifungsbändern
offenbart, bei der die Profilierung aus ersten etwa in Achsrichtung des Spannrades
verlaufenden Quer-Profilrillen und aus zweiten in Umfangsrichtung verlaufenden Umfangs-Profilrillen
besteht, wobei die Quer-Profilrillen eine geringere Nuttiefe aufweisen, als die Umfangs-Profilrillen.
Durch diese Anordnung sollen am Umfang des Spannrades Spannzähne ausgebildet werden,
die schon bei geringer Anstellkraft zwischen Spannplatte und Spannrad bis zur Tiefe
der Quer-Profilrillen in das Band eindringen und eine Übertragung hoher Spannkräfte
gewährleisten soll, die vorstehend bereits umrissene Aufgabe der vorliegenden Erfindung
wird durch die Offenbarung der DE-A-10026198 - wie auch durch die Offenbarung der
CH-643771, bei der eine Haltebacke und eine Schwingbacke mit einer Verzahnung versehen
ist und bei der vorgeschlagen wird, mit einem feststehenden Messer durch Bewegung
der Schwingbacke zu schneiden - aber nicht gelöst.
[0007] Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, ein Umreifungsgerät mit einer Schneideeinrichtung
zu versehen, die die vorstehend genannten Nachteile des Standes der Technik vermeidet.
Eine solche Schneidevorrichtung soll insbesondere ein Wegstossen des Bandes vermeiden.
[0008] Diese Aufgabe wird nach der vorliegenden Erfindung dadurch gelöst, dass bei einem
eingangs erwähnten Umreifungsgerät ein Schneidmesser gemäss Anspruch 1 zum Einsatz
kommt. Dabei haben die Massnahmen der Erfindung zunächst einmal zur Folge, dass das
obere Band sauber durchtrennt werden kann, während das untere Band nicht verletzt
wird. Dies geschieht dadurch, dass die Schneidzähne des Schneidwerkzeuges jeweils
eine in etwa senkrecht zur Schneidkante und eine dazu geneigte Schneidfläche aufweisen.
Die geneigte Schneidfläche schneidet das Band, wenn sich das Messer gegen das Gehäuse
bewegt und zieht daher das Band gegen den Anschlag am Gehäuse.
[0009] Es hat sich als günstig erwiesen, wenn es beibehalten wird, die Verzahnung unter
einem Winkel von ca. 45° zu fräsen, wobei mit einem 30°-Fräser eine in etwa senkrechte
Schneidkante sowie eine mit einem Winkel von ca. 37° bis 42°, vorzugsweise von ca.
39,2° geneigte Schneidfläche entsteht.
[0010] Die Erfindung betrifft zudem ein Schneidwerkzeug für eine Schneideeinrichtung gemäss
dem vorstehend Beschriebenen. Ein solches Werkzeug hat die beschriebenen Vorteile
beim Einsatz in einer Schneideeinrichtung für ein Umreifungsgerät.
[0011] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Werkzeuges.
[0012] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
[0013] Die vorgenannten sowie die beanspruchten und in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
beschriebenen, erfindungsgemäss zu verwendenden Elemente unterliegen in ihrer Grösse,
Formgestaltung, Materialverwendung und technischen Konzeption keinen besonderen Ausnahmebedingungen,
so dass die in dem jeweiligen Anwendungsgebiet bekannten Auswahlkriterien uneingeschränkt
Anwendung finden können.
[0014] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der dazugehörigen Zeichnungen, in denen -
beispielhaft - eine Vorrichtung und ein dazugehöriger Verfahrensablauf zur vorliegenden
Erfindung erläutert wird.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schneidwerkzeug gemäss der vorliegenden Erfindung in Ansicht von hinten;
- Fig. 2
- das Schneidwerkzeug gemäss Fig. 1 von der Seite;
- Fig. 3
- das Schneidwerkzeug nach Fig. 1 von vorne;
- Fig. 4
- eine Ansicht auf die Schneidkante des Schneidwerkzeuges nach den Fig. 1 bis 3;
- Fig. 5
- eine Detailzeichnung zu Fig. 4 in vierfacher Vergrösserung;
- Fig. 6
- eine erste perspektivische Darstellung des Schneidwerkzeuges nach Fig. 1 bis 5 als
Teilansicht;
- Fig. 7
- eine vergrösserte Detailzeichnung nach Fig. 6;
- Fig. 8
- eine zweite perspektivische Detailzeichnung des Schneidwerkzeuges nach Fig. 1 bis
5 als Teilansicht;
- Fig. 9
- eine dritte perspektivische Detailzeichnung des Schneidwerkzeuges nach Fig. 1 bis
5 in Gesamtdarstellung;
- Fig. 10
- eine Vorderansicht des Werkzeuges nach dem Stand der Technik;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht des Werkzeuges nach dem Stand der Technik nach Fig. 10;
- Fig. 12
- eine Ansicht auf die Schneidkante des Schneidwerkzeuges gemäss dem Stand der Technik
nach den Fig. 10 und 11;
- Fig. 13
- eine perspektivische Darstellung des Schneidwerkzeuges gemäss dem Stand der Technik
nach den Fig. 10 bis 12 als Teilansicht;
- Fig. 14
- eine Darstellung eines typischen Fräswerkzeuges zur Herstellung des Schneidwerkzeugs
nach Figur 1 bis 9;
- Fig. 15
- eine Vergrösserung eines Ausschnittes aus Figur 14.
[0016] Zur Erläuterung des bevorzugten Ausführungsbeispieles soll zunächst einmal auf ein
Umreifungsgerät nach der EP-A-0 997 377 hingewiesen werden. Das Schneidgerät wird
nämlich typischerweise in einem solchen oder ähnlichen Umreifungsgerät eingesetzt
werden. Die Ausführungen der EP-A-0 997 377 dienen also als Hinweis für den Fachmann
zu den - hier nicht betroffenen - Details eines Umreifungsgerät. Der Offenbarungsgehalt
der EP-A-0 997 377 wird folglich durch Referenznahme vollumfänglich in diese Beschreibung
übernommen, soweit nicht Details bezüglich der Scheideeinrichtung verbessert werden
sollen.
[0017] In Figur 1 ist das erfindungsgemässe Schneidwerkzeug als Ganzes mit 100 bezeichnet.
Es weist im oberen Teil einen Block 10 auf, an den sich im unteren Teil - wenn man
das Schneidwerkzeug 100 von hinten betrachtet - die Schneidkante 20 anschliesst. Im
oberen Teil ist eine Hilfseinrichtung 110 zum Einspannen des Schneidwerkzeuges dargestellt.
[0018] Die Schneidkante 20 weist bei einer Betrachtung von hinten - wie in Fig. 1 dargestellt
- Schneidzähne 30 auf, deren eine Projektion 22 im Wesentlichen senkrecht zur Schneidkante
20 ausgebildet ist, während die andere Projektion 24 einen Winkel von α
1 = 39,2° zur Schneidkante 20 einnimmt.
[0019] In Figur 2 ist das Schneidwerkzeug 100 von der Seite dargestellt. Hier ist zu erkennen,
dass der Block 10 sich zum Bereich der Schneidkante 20 hin kreisbogenförmig mit einer
Einbuchtung 120 verjüngt. Die Projektion der Schneidzähne 30 in Richtung parallel
zu der Schneidkante 20 weist im Ausführungsbeispiel einen Winkel von α
2 = 30° auf.
[0020] Die Vorderseite des Schneidwerkzeuges ist in Fig. 3 dargestellt. Wiederum ist die
eine Projektion 22 der Schneidzähne 30 im Wesentlichen senkrecht zur Schneidkante
20 ausgebildet, während die andere Projektion 24 einen Winkel von α
1 = 39,2° zur Schneidkante 20 einnimm§t. In dieser Darstellung ist zu erkennen, dass
die Schneidzähne 30 auch Flächen aufweisen, die nicht parallel zur Projektionsebene
- nach vorn oder nach hinten - verlaufen.
[0021] In Figur 4 und Figur 5 ist eine Aufsicht auf die Schneidkante 20 des vorliegenden
Ausführungsbeispiels dargestellt. Um die Geometrie des vorliegenden Ausführungsbeispiels
besser verstehen zu können, sind in Figur 6 bis 9 perspektivische Darstellungen des
Schneidwerkzeuges 100 dargestellt.
[0022] In Figur 10 ist ein Schneidwerkzeug 200 gemäss dem Stand der Technik dargestellt,
wobei die Darstellung Figur 3 des erfinderischen Schneidwerkzeuges entspricht. Der
Abstand der Schneidzähne 230 ist beim Stand der Technik u = 0,75 mm und die - symmetrischen
- Schneidzähne öffnen sich unter einem Winkel ε von 70,5°. Der Block 210 des Schneidwerkzeuges
200 gemäss dem Stand der Technik entspricht dem Block 10 des erfinderischen Schneidwerkzeuges
100. In Figur 11 ist dementsprechend das Schneidwerkzeug 200 mit einer Draufsicht
auf die Zahnreihe und in Fig. 12 eine Seitenansicht des Schneidwerkzeuges 200 dargestellt,
wobei dort der Winkel, mit dem die Zähne verjüngt sind, β
2 = 45° anstelle von α
2 = 30° gemäss der vorliegenden Erfindung ist. Eine perspektivische Darstellung des
Schneidwerkzeuges gemäss dem Stand der Technik ist in Figur 13 gezeigt.
[0023] In Figur 14 ist ein typischer Mehrscheibenfräser 300 zur Herstellung des Schneidwerkzeuges
100 gemäss dem Ausführungsbeispiel zur vorliegenden Erfindung gezeigt. Dieser Fräser
wird um einen Winkel δ von 45° gedreht benutzt, um das Schneidwerkzeug zu fräsen.
Die Fräselemente 310 sind hier um z =0,8 mm entfernt und als Sägezahnelemente mit
einem spitzen Winkel von γ = 30° ausgebildet. Diese Details sind in Figur 15 gezeigt.
1. Umreifungsgerät zur Umreifung von Packgut mit einem Band, insbesondere wenn das Umreifungsgerät
eine mit einem Spannantrieb wirkverbundene Spanneinrichtung zum Spannen des Bandes,
eine Verschlusseinrichtung zum Verschliessen von zwei Bandenden eines Bandes und/oder
mehrere Rücklaufsperren zur Fixierung des Bandes am Umreifungsgerät, aufweist, wobei
das Umreifungsgerät eine Schneideeinrichtung zum Abschneiden des Bandendes nach dem
Umreifungsvorgang umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Schneideeinrichtung des Umreifungsgerätes ein Schneidwerkzeug mit einer, an
seiner Schneidfläche nebeneinander angeordnete Vielzahl von Schneidzähnen aufweist,
bei dem die Projektion der Schneidzähne auf eine Ebene senkrecht zur Schneidkante
des Schneidwerkzeuges eine im Wesentlichen zur Schneidkante des Schneidwerkzeuges
senkrechte Schneidfläche sowie eine unter einem Winkel (α1) von 30° bis 50° geneigte Schneidfläche, vorzugsweise von 37° bis 42° und höchst
vorzugsweise von ca. 39,2° aufweist.
2. Schneideeinrichtung, vorzugsweise zum Einsatz in einem Umreifungsgerät zur Umreifung
von Packgut mit einem Band, insbesondere wenn das Umreifungsgerät eine mit einem Spannantrieb
wirkverbundene Spanneinrichtung zum Spannen des Bandes, eine Verschlusseinrichtung
zum Verschliessen von zwei Bandenden eines Bandes und/oder mehrere Rücklaufsperren
zur Fixierung des Bandes am Umreifungsgerät, aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Schneideeinrichtung ein Schneidwerkzeug mit einer an seiner Schneidfläche nebeneinander
angeordnete Vielzahl von Schneidzähnen aufweist, bei dem die Projektion der Schneidzähne
auf eine Ebene senkrecht zur Schneidkante des Schneidwerkzeuges eine im Wesentlichen
zur Schneidkante des Schneidwerkzeuges senkrechte Schneidfläche sowie eine unter einem
Winkel (α1) von 30° bis 50° geneigte Schneidfläche, vorzugsweise von 37° bis 42° und höchst
vorzugsweise von ca. 39,2° aufweist.
3. Schneidwerkzeug für eine Schneideinrichtung, die vorzugsweise in einem Umreifungsgerät
zur Umreifung von Packgut mit einem Band eingesetzt wird, insbesondere wenn das Umreifungsgerät
eine mit einem Spannantrieb wirkverbundene Spanneinrichtung zum Spannen des Bandes,
eine Verschlusseinrichtung zum Verschliessen von zwei Bandenden eines Bandes und/oder
mehrere Rücklaufsperren zur Fixierung des Bandes am Umreifungsgerät aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Schneidwerkzeug eine nebeneinander angeordnete Vielzahl von Schneidzähnen aufweist,
bei dem die Projektion der Schneidzähne auf eine Ebene senkrecht zur Schneidkante
des Schneidwerkzeuges eine im Wesentlichen zur Schneidkante des Schneidwerkzeuges
senkrechte Schneidfläche sowie eine unter einem Winkel (α1) von 30° bis 50° geneigte Schneidfläche, vorzugsweise von 37° bis 42° und höchst
vorzugsweise von ca. 39,2° aufweist.
4. Verfahren zum Herstellen eines Schneidwerkzeuges, insbesondere eines Schneidwerkzeuges
nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem eine nebeneinander angeordneten Vielzahl
von Schneidzähnen eine Schneidkante ausbilden, wobei die Projektion der Schneidzähne
auf eine Ebene senkrecht zur Schneidkante des Schneidwerkzeuges eine im Wesentlichen
zur Schneidkante des Schneidwerkzeuges senkrechte Schneidfläche sowie eine unter einem
Winkel (α1) von 30° bis 50° geneigte Schneidfläche, vorzugsweise von 37° bis 42° und höchst
vorzugsweise von ca. 39,2° aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verzahnung mit einem Winkel (γ) von ca. 30° und einem Fräswinkel (δ) von ca. 45°
mit einem Scheibenfräser gefräst wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenfräser ein mehrteiliger Scheibenfräser ist.
6. Verfahren zum Durchtrennen eines Bandes in einem Umreifungsgerät zur Umreifung von
Packgut mit einem solchen Band, insbesondere wenn das Umreifungsgerät eine mit einem
Spannantrieb wirkverbundene Spanneinrichtung zum Spannen des Bandes, eine Verschlusseinrichtung
zum Verschliessen von zwei Bandenden eines Bandes und/oder mehrere Rücklaufsperren
zur Fixierung des Bandes am Umreifungsgerät, aufweist, wobei das Umreifungsgerät eine
Schneideeinrichtung zum Abschneiden des Bandendes nach dem Umreifungsvorgang umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Durchtrennen mit einer Schneideeinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche
durch Hin- und Herbewegen des Schneidwerkzeuges quer zur Bandlaufrichtung im Wesentlichen
parallel zur Schneidkante des Schneidwerkzeuges durchgeführt wird.