[0001] Die Erfindung betrifft einen Erdanker, welcher zum Verankern eines Zugelementes in
den Boden einschraubbar ist, mit einem Ankerteil, an welchem ein bodenseitiges Ende
des Zugelementes befestigbar ist und welches eine Ankerspitze und mindestens einen
Schraubflügel aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Herstellen
eines Erdankers mit einem Zugelement sowie ein Verfahren zum Verankern eines Zugelementes
im Boden mittels eines Erdankers, bei dem das Zugelement an einem Ankerteil des Ankers
befestigt und mittels diesem in den Boden eingeschraubt wird.
[0002] Ein gattungsgemäßer Stand der Technik geht beispielsweise aus der US 4,316,350 hervor.
Bei diesem bekannten Erdanker ist ein einstückiges Ankerteil mit einer Gewindebohrung
vorgesehen, in welche ein stangenförmiges Zugelement einschraubbar ist. Das Ankerteil
umfasst eine Spitze mit einer sich daran anschließenden Schraubwendel. Über ein hülsenförmiges
Einbauteil wird das Zugelement zusammen mit dem Ankerteil in den Boden bis zu einer
gewünschten Tiefe eingeschraubt. Anschließend wird das tütenförmige Einbauteil von
den Ankerteilen gelöst und aus dem Boden herausgezogen.
[0003] Gegenüber sogenannten Injektionsankern, bei welchen das Zugelement durch Injizieren
einer aushärtbaren Suspension im Boden verankert wird, bestehen die Vorteile eines
sogenannten Schraubankers zum einen in dem relativ einfachen Einbau des Schraubankers
durch Eindrehen und zum anderen der sofortigen Belastbarkeit des Zugelementes nach
dem Einbau. Allerdings wird die Festigkeit einer Schraubverankerung maßgeblich von
der Form der Schraubwendeln oder Schraubflügeln bestimmt. In Abhängigkeit von den
jeweils vorliegenden Bodeneigenschaften, insbesondere der gegebenen Bodenfestigkeit,
ist es erforderlich, Erdanker mit unterschiedlicher Form und Größe einzusetzen, um
bei der jeweiligen Verankerung die gewünschte Belastbarkeit zu erreichen. Es muss
also eine Vielzahl unterschiedlichster Ankerteile vorgehalten werden, was zu einem
entsprechenden Lager- und Kostenaufwand führt. Zudem sind die unterschiedlichen Erdanker
relativ teuer in der Herstellung. Dies führt zu einem Kostennachteil des Verfahrens,
da die Erdanker nur einmal verbaut werden und im Boden verbleiben.
[0004] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, einen Erdanker und ein Verfahren anzugeben, mit welchen ein kostengünstiges
Verankern von Zugelementen möglich ist. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, ein
Herstellungsverfahren für einen solchen Erdanker anzugeben.
[0005] Die jeweilige Aufgabe wird durch einen Erdanker mit den Merkmalen des Anspruchs 1,
ein Verfahren zum Herstellen eines Erdankers nach Anspruch 14 bzw. ein Verfahren zum
Verankern eines Zugelementes gemäß Anspruch 15 gelöst.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Erdanker ist vorgesehen, dass das Ankerteil modular aufgebaut
ist und ein Ankerspitzenmodul und wenigstens ein separates Schraubmodul aufweist.
Vorzugsweise sind mehrere Schraubflügelmodule vorgesehen.
[0007] Ein Grundgedanke der Erfindung ist die Trennung des Ankerteiles in einzelne Funktionsmodule.
Für die Festigkeit einer Schraubverankerung ist vor allem die Form und Länge der Schraubflügel
maßgeblich. Nach der Erfindung ist ein Schraubflügel-Grundsegment vorgesehen, welches
entsprechend der Anforderung an die Verankerung in nahezu beliebiger Anzahl an einem
Ankerspitzenmodul in Reihe angeordnet werden kann. Es können so in einfacher Weise
verschiedenste Arten von Erdankern mit unterschiedlichsten Verankerungseigenschaften
bedarfsgerecht im Baukastenprinzip zusammengesetzt werden. Die einzelnen Module können
dabei in großer Stückzahl und somit kostengünstig hergestellt werden.
[0008] Eine weitere Erhöhung der Vielfalt der herzustellenden Schraubanker wird nach der
Erfindung dadurch erreicht, dass zwischen einzelnen Schraubflügelmodulen oder Gruppen
von Schraubflügelmodulen hülsenförmige Abstandsmodule angeordnet sind. Die zusätzliche
Verwendung von Abstandsmodulen basiert auf der erfindungsgemäßen Erkenntnis, dass
eine möglichst große Erhöhung der Verankerungsfestigkeit bei Verwendung mehrerer Schraubflügelmodule
gerade dann erreicht wird, wenn größere Bodenpartien zwischen den einzelnen Schraubflügelmodulen
oder aus Gruppen von Schraubflügelmodulen aus zwei, drei oder mehr Schraubflügelmodulen
verbleibt. Eine besonders große Festigkeitssteigerung bei zugleich möglichst geringer
axialer Länge des Ankerteiles wird nach Erkenntnis der Erfindung dadurch erreicht,
dass die Länge des Abstandsmoduls etwa dem dreifachen Außendurchmesser der Schraubflügelwindung
entspricht.
[0009] Eine weitere Vereinfachung in Herstellung und Montage des Erdankers wird nach der
Erfindung dadurch erreicht, dass die einzelnen Module über eine gleich ausgebildete
Modulverbindung miteinander verbunden sind. Die gleiche Modulverbindung ist dabei
an allen Modulen vorgesehen, auch wenn diese unterschiedliche Funktionen oder Größe
besitzen. Dies erlaubt eine hohe Kombinationsvielfalt.
[0010] Diese erfindungsgemäße Ausführung ist in bevorzugter Weise dadurch weitergebildet,
dass zum Bilden der Modulverbindung eine Seite eines Moduls eine erste Verbindungsseite
aufweist, während die gegenüberliegende Seite des angrenzenden Moduls eine zweite
Verbindungsseite aufweist, welche form- und/oder kraftschlüssig mit der ersten Verbindungsseite
verbindbar ist. Beispielsweise kann an der einen Seiten des Moduls ein Schraubbolzen
vorgesehen sein, während an der anderen Seite des Moduls eine entsprechende Gewindebohrung
vorgesehen ist. Die Schraubflügelmodule können so in beliebiger Weise mit dem Abstandsmodul
kombiniert und aufgereiht werden. Das Ankerspitzenmodul weist an der der Ankerspitze
gegenüberliegenden Seite entsprechend nur eine Verbindungsseite auf, an welche ein
Abstandsmodul oder ein Schraubflügelmodul anschließbar sind. Selbstverständlich sind
noch andere Modulformen, etwa mit Injektionsöffnungen oder mit speziellen zusätzlichen
Verankerungskomponenten möglich.
[0011] Für einen schnellen Zusammenbau des Erdankers ist es nach der Erfindung bevorzugt,
dass die Modulverbindung als eine axiale Steckverbindung ausgebildet ist. Die axiale
Steckverbindung erlaubt dabei eine drehsteife Verbindung der einzelnen Module zumindest
in der Einschraub-Drehrichtung. Die Steckverbindung kann beispielsweise aus Vier-
oder Mehrkantbolzen an einer Verbindungsseite und entsprechenden eckigen Aufnahmelöchern
an der anderen Verbindungsseite des Modules bestehen.
[0012] Eine weitere Vereinfachung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die erste
Verbindungsseite und die zweite Verbindungsseite gleich ausgebildet sind. Dies wird
vorzugsweise dadurch erzielt, dass an beiden Verbindungsseiten Ausnehmungen und Klauen
korrespondierend zueinander ausgebildet sind. Die drehfeste Verbindung der einzelnen
Module wird sozusagen ähnlich einer Klauenkupplung hergestellt.
[0013] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform besteht nach der Erfindung darin, dass ein
Einbauteil vorgesehen ist, welches beim Einschrauben zur Drehmomentübertragung mit
dem Ankerteil über eine lösbare Verbindung verbunden ist, dass dieses bei Erreichen
einer vorgegebenen Position des Ankerteils von diesem lösbar und aus dem Boden entfernbar
ist und dass die lösbare Verbindung zwischen dem Ankerteil und dem Einbauteil der
Modulverbindung entspricht. Es ist somit kein besonderes Kupplungsteil erforderlich,
um das Drehmoment von dem hülsenförmigen Einbauteil auf das Ankerteil während des
Einschraubens zu übertragen. Vielmehr kann das Einbauteil direkt mit einem Schraubflügelmodul
oder einem Abstandsmodul in Verbindung stehen.
[0014] Für eine besonders gute Drehmomentübertragung ist das Einbauteil als eine rohrförmige
Hülse ausgebildet. Innerhalb der rohrförmigen Hülse ist das Zugelement angeordnet,
welches sich vom Ankerteil bis zur Bodenoberfläche hin erstreckt.
[0015] Für einen möglichst flexiblen baukastenartigen Aufbau des Erdankers ist es erfindungsgemäß,
dass das Schraubflügelmodul mindestens einen Schraubflügel mit einer viertel, halben
oder ganzen Schraubenwindung aufweist. Aus diesen Segmenten können auch Elemente mit
mehreren Schraubflügelwindungen zusammengesetzt werden, wobei die Schraubflügel der
einzelnen Module in der zusammengesetzten Anordnung bündig aneinander anschließen.
Es können auch Module mit Schraubflügeln unterschiedlicher Form und Anzahl miteinander
kombiniert werden.
[0016] Für ein schonendes Einschrauben des Zugelementes in den Boden ist es von Vorteil,
dass das zusammengesetzte Ankerteil und das Einbauteil einen innenliegenden Kanal
umschließen, in welchem das Zugelement angeordnet ist. Das Zugelement kann eine starre
Zugstange oder eine sogenannte Zuglitze sein, welche auf einer Trommel aufgerollt
werden kann. Durch den Kanal kann aber auch grundsätzlich eine aushärtbare Suspension
oder ein anderes strömungsfähiges Medium in den Boden eingeleitet werden.
[0017] Dabei ist es bevorzugt, dass die Ankerspitze eine Öffnung aufweist, in welcher der
Kanal mündet. Auf diese Weise kann ein zusätzlich injiziertes Medium im Bereich der
Ankerspitze aus dem Kanal austreten und so eine zusätzliche Festigungssteigerung bewirken.
[0018] Betreffend das Verfahren zum Herstellen eines Erdankers mit einem Zugelement ist
es erfindungsgemäß, dass ein bodenseitiges Ende des Zugelementes an einem Ankerspitzenmodul
befestigt wird und dass das Ankerspitzenmodul mit mindestens einem Schraubflügelmodul
verbunden wird. Dieses Herstellungsverfahren basiert insbesondere auf der Verwendung
eines zuvor beschriebenen Erdankers mit den einzelnen Erdankermodulen. Der Erdanker
kann dabei vom Hersteller selbst zusammengesetzt und als ein fertiges Erzeugnis veräußert
oder unmittelbar von dem Anwender selbst aus den einzelnen Modulen zusammengesetzt
werden. In beiden Fällen ergibt sich ein entsprechender Kostenvorteil bei der Herstellung
und damit beim Einsatz des Erdankers.
[0019] Weiter ist das erfindungsgemäße Verfahren zum Verankern eines Zugelementes im Boden
dadurch gekennzeichnet, dass das Ankerteil entsprechend einer geforderten Festigkeit
der Verankerung aus einem Ankerspitzenmodul und einem oder mehreren Schraubflügelmodulen
zusammengesetzt wird. Bei diesem Verfahren wird zunächst die Form und Größe des zusammenzustellenden
Erdankers anhand der vom Zugelement aufzunehmenden Belastung und den gegebenen Bodeneigenschaften
bestimmt. Vor einem Einschrauben des Erdankers wird dann das Ankerteil aus dem Ankerspitzenmodul
und der zuvor bestimmten Anzahl von Schraubflügelmodulen und gegebenenfalls weiteren
Modulen, wie etwa Abstandsmodulen, zusammengesetzt. Anschließend wird der so zusammengesetzte
Erdanker unter Verwendung eines Einbauteiles in den Boden eingeschraubt.
[0020] Zur Erhöhung der Festigkeit der Verankerung ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, dass
über einen Kanal in dem Ankerteil und einem Einbauteil ein strömungsfähiges Medium,
wie Sand oder eine aushärtbare Suspension, eingeleitet wird. Durch Einleiten von Sand
werden gegebenenfalls vorhandene Hohlräume in den hülsenförmigen Modulen aufgefüllt,
wobei auch nach Entfernen des hülsenförmigen Einbauteils bestehende Bodenöffnungen
weitgehend verfüllt sind. Dies stellt eine zuverlässige und langlebige Funktionsweise
des verankerten Zugelementes sicher.
[0021] Bei der Verwendung einer drahtähnlichen, flexiblen Litze als Zugelement kann dieses
während des Einbaus in einfacher Weise von einer Seiltrommel im Bereich des Drehantriebes
abgerollt werden. Diese Litzen können maßgenau über eine Schneideinrichtung abgelängt
werden. Die Verwendung derart aufgerollter Litzen zusammen mit dem modulartig aufgebauten
erfindungsgemäßen Erdanker erlaubt eine kostengünstige und besonders vielfältige Verwendung
eines Schraubankers.
[0022] Die Erfindung wird weiter anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels beschrieben,
welches schematisch in den beigefügten Zeichnungen dargestellt ist. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Erdankers und
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht des erfindungsgemäßen Erdankers gemäß dem Schnitt A von Figur
1.
[0023] Der in den Figuren 1 und 2 dargestellte erfindungsgemäße Erdanker 10 umfasst ein
mittiges, stangenförmiges Zugelement 5, zu dessen Mittenachse das bodenseitige Ankerteil
12 und das sich nach oben anschließende Einbauteil 16 koaxial angeordnet sind. Erfindungsgemäß
ist das Ankerteil 12 aus einzelnen Modulen zusammengesetzt. Ein Ankerspitzenmodul
20 mit einer plattenartigen, sich keilförmig nach unten verjüngenden Ankerspitze 14
weist in einer zylindrischen Basisscheibe 24 eine konische Bohrung auf, durch welche
das bodenseitige Ende des Zugelementes 5 hindurchragt. Über einen Klemmkegel 7 kann
das darin angeordnete bodenseitige Ende des Zugelementes 5 im Zusammenwirken mit der
konischen Bohrung mit dem Ankerspitzenmodul 20 verkeilt werden. Auf diese Weise kann
eine zuverlässige Verbindung zwischen dem Ankerspitzenmodul 20 und dem Zugelement
5 bei einer Zugbelastung sichergestellt werden.
[0024] Im Anschluss an das Ankerspitzenmodul 20 sind zwei Schraubflügelmodule 30 mit jeweils
einem hülsenförmigen Grundkörper angeordnet, an dessen Außenseiten jeweils zwei Schraubflügel
32a, 32b um 180° zueinander versetzt ausgebildet sind. Die Schraubflügel 32a, 32b
erstrecken sich jeweils um eine halbe Windung entlang des hülsenförmigen Grundkörpers
38. Durch die Anordnung von zwei Schraubflügelmodulen 30 wird also eine ganze Schraubflügelwindung
erreicht.
[0025] Im Anschluss an die erste Gruppe von zwei Schraubflügelmodulen 30 ist ein hülsenförmiges
Abstandsmodul 40 vorgesehen, dessen axiale Länge ungefähr dem Dreifachen des Außendurchmessers
der Schraubflügel 32a, 32b der Schraubflügelmodule 30 entspricht. Die Schraubflügelmodule
30 dienen sowohl zur Erzeugung des Vortriebes beim Eindrehen des Erdankers in den
Boden durch einen nicht dargestellten Drehantrieb über das als eine Hülse 18 ausgebildete
Einbauteil 16 sowie zur Verankerung des Erdankers 10 im Boden. Es ist eine Erkenntnis
der Erfindung, dass eine axiale Länge des Abstandsmoduls 40 von etwa dem Dreifachen
des Außendurchmessers der Schraubflügel 32a, 32b sowohl eine gute Einschraubfunktion
als auch eine feste Verankerung gewährleistet.
[0026] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine zweite Gruppe von gleich ausgebildeten
Schraubflügelmodulen 30 am oberen Ende des Abstandsmoduls 40 vorgesehen, wobei sich
an das obere Schraubflügelmodul 30 das nur abschnittsweise dargestellte hülsenförmige
Einbauteil 16 anschließt. Nach der Erfindung können jedoch auch noch weitere Gruppen
von Schraubflügelmodulen 30 oder einzelne Schraubflügelmodule 30 in gleicher oder
unterschiedlicher Form und Größe zum Bilden des Ankerteiles 12 vorgesehen sein.
[0027] Um ein beliebiges Zusammensetzen der einzelnen Module im Sinne eines Baukastens zu
ermöglichen, weisen alle Module die gleiche Verbindungseinrichtung auf. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist dies eine Art Klauenkupplung, bei welchen an den zylindrischen
Enden Ausnehmungen 34 und Klauen 36 an den gegenüberliegenden Verbindungsseiten korrespondierend
zueinander vorgesehen sind, so dass sich eine einfach steckbare, drehfeste Verbindung
zwischen den einzelnen Modulen ergibt. Auch das Einbauteil 16 weist an seinem zum
Boden gerichteten Ende eine entsprechende Verbindungseinrichtung auf, so dass dieses
mit einem beliebigen Modul verbindbar ist. Zur axialen Sicherung ist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel auch das hülsenförmige Einbauteil 16 mittels eines Klemmkegels
7 am oberen Ende des Zugelementes 5 in der Weise verklemmt, welche bereits im Zusammenhang
mit der Verbindung des Zugelementes 5.mit dem Ankerspitzenmodul 20 beschrieben worden
ist.
[0028] Zum Verankern wird der dargestellte Erdanker 10 mittels einer grundsätzlich bekannten
Drehvorrichtung in den Boden eingeschraubt. Die Ankerspitze 14 dient dabei als eine
Bohrspitze, wobei das Bodenmaterial im Bereich der Bohrung im Wesentlichen in den
umgebenden Bodenbereich verdrängt wird. Die Schraubflügel 32a, 32b unterstützen ein
Umsetzen der Drehbewegung in einen Vorschub, so dass der Erdanker ähnlich wie eine
Bohrschnecke in den Boden eindringen kann. Nach Erreichen der gewünschten Position
des Ankerteiles 12 kann über einen innenliegenden Kanal 19, welcher durch das Einbauteil
16 und die hülsenförmigen Module 30, 40 Sand oder ein anderes strömungsfähiges Medium
in den Erdanker 10 injiziert wird. Der Sand oder das Medium kann über einen Durchbruch
oder eine Öffnung 22 in der plattenförmigen Ankerspitze 14 im Bereich der Erdankerspitze
in den umliegenden Boden eindringen und so für eine weitere Verfestigung der Verankerung
sorgen. Abschließend kann die obere Verkeilung durch Entfernen des Klemmkegels 7 gelöst
und das Einbauteil 16 aus dem Boden rückgezogen werden. Das Einbauteil 16 kann dann
beim Einschrauben weiterer Erdanker 10 eingesetzt werden.
1. Erdanker, welcher zum Verankern eines Zugelementes (5) in den Boden einschraubbar
ist, mit
einem Ankerteil (12), an welchem ein bodenseitiges Ende des Zugelementes (5) befestigbar
ist und welches eine Ankerspitze (14) und mindestens einen Schraubflügel (32) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ankerteil (12) modular aufgebaut ist und ein Ankerspitzenmodul (20) und mindestens
ein separates Schraubflügelmodul (30) aufweist.
2. Erdanker nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Schraubflügelmodule (30) vorgesehen sind.
3. Erdanker nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen einzelnen Schraubflügelmodulen (30) oder Gruppen von Schraubflügelmodulen
(30) hülsenförmige Abstandsmodule (40) angeordnet sind.
4. Erdanker nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die einzelnen Module (20, 30, 40) über eine gleich ausgebildete Modulverbindung miteinander
verbunden sind.
5. Erdanker nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden der Modulverbindung eine Seite eines Moduls (20, 30, 40) eine erste Verbindungsseite
aufweist, während die gegenüberliegende Seite des angrenzenden Moduls (20, 30, 40)
eine zweite Verbindungsseite aufweist, welche form- und/oder kraftschlüssig mit der
ersten Verbindungsseite verbindbar ist.
6. Erdanker nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Modulverbindung als eine axiale Steckverbindung ausgebildet ist.
7. Erdanker nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Verbindungsseite und die zweite Verbindungsseite gleich ausgebildet sind.
8. Erdanker nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den beiden Verbindungsseiten Ausnehmungen (34) und Klauen (36) korrespondierend
zueinander ausgebildet sind.
9. Erdanker nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Einbauteil (16) vorgesehen ist, welches beim Einschrauben zur Drehmomentübertragung
mit dem Ankerteil (12) über eine lösbare Verbindung verbunden ist,
dass das Einbauteil bei Erreichen einer vorgegebenen Position des Ankerteils (12) von
diesem lösbar und aus dem Boden entfernbar ist und
dass die lösbare Verbindung zwischen dem Ankerteil (12) und dem Einbauteil (16) der Modulverbindung
entspricht.
10. Erdanker nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Einbauteil (16) eine rohrförmige Hülse (18) aufweist.
11. Erdanker nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schraubflügelmodul (30) mindestens einen Schraubflügel (32) mit einer viertel,
halben oder ganzen Schraubenwindung aufweist.
12. Erdanker nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zusammengesetzte Ankerteil (12) und das Einbauteil (16) einen innenliegenden
Kanal (19) umschließen, an welchem das Zugelement (5) angeordnet ist.
13. Erdanker nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ankerspitze (14) eine Öffnung aufweist, in welche der Kanal (19) mündet.
14. Verfahren zum Herstellen eines Erdankers (10) mit einem Zugelement (5),
dadurch gekennzeichnet,
dass ein bodenseitiges Ende des Zugelementes (5) an einem Ankerspitzenmodul (20) befestigt
wird und
dass das Ankerspitzenmodul (20) mit mindestens einem Schraubflügelmodul (30) verbunden
wird.
15. Verfahren zum Verankern eines Zugelementes (5) im Boden mittels eines Erdankers (10),
insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
bei dem das Zugelement (5) an einem Ankerteil (12) des Erdankers (10) befestigt und
mit diesem in den Boden eingeschraubt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ankerteil (12) entsprechend einer geforderten Festigkeit der Verankerung aus
einem Ankerspitzenmodul (20) und einem oder mehreren Schraubflügelmodulen (30) zusammengesetzt
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass über einen Kanal (19) in dem Ankerteil (12) und einem Einbauteil (16) ein strömungsfähiges
Medium, wie Sand oder eine aushärtbare Suspension, eingeleitet wird.