[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur nachträglichen Ertüchtigung von Betonmasten
- Ertüchtigung meint zum einen eine nachträgliche Verstärkung des Betonmastes, die
beispielsweise zweckmäßig ist, wenn der Betonmast höheren Beanspruchungen ausgesetzt
wird. Dabei soll zweckmäßigerweise die Mastbelastbarkeit sowohl bezüglich Biegung
(relativ zur Mastlängsachse) als auch bezüglich Torsion erhöht werden. Ertüchtigung
meint im Rahmen der Erfindung zum anderen eine Sanierung von schadhaften Betonmasten.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise zur nachträglichen Ertüchtigung von
Betonmasten für Mittel- und Hochspannungsleitungen eingesetzt.
[0002] Die aus der Praxis bekannten Betonmasten weisen in der Regel Stahlarmierungen, beispielsweise
in Form eines Bewehrungskorbes auf. Die Stahlarmierung übernimmt die im Betrieb auftretenden
Zugspannungen und der Beton des Mastes nimmt die im Betrieb auftretenden Druckspannungen
auf. Als Belastungen der Betonmaste treten insbesondere Biegebeanspruchungen einerseits
in Seilrichtung durch Differenzseilzüge auf und andererseits quer zur Seilrichtung
durch auf den Mast und die Leiterseile einwirkenden Wind auf. Wenn nachträglich an
bereits vorhandene Betonmasten höhere Anforderungen gestellt werden, beispielsweise
aufgrund von größeren Seilquerschnitten oder höheren äußeren mechanischen Belastungen,
wie Windbelastungen, ist es erforderlich, die Betonmaste nachträglich zu ertüchtigen
bzw. zu verstärken. Bei einer Mittel- oder Hochspannungsleitung muss in der Regel
eine Vielzahl von Betonmasten ertüchtigt werden. Damit eine wirtschaftliche Ertüchtigung
möglich ist, müssen die Ertüchtigungsmaßnahmen an Ort und Stelle zügig und möglichst
ohne vorheriges exaktes Vermessen jedes einzelnen Betonmastes möglich sein.
[0003] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten
Art anzugeben, mit dem auf einfache und zügige Weise eine effektive und zugleich wirtschaftliche
Ertüchtigung von Betonmasten möglich ist.
[0004] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung ein Verfahren zur nachträglichen
Ertüchtigung von Betonmasten,
wobei zumindest zwei Längsprofile unter Zwischenschaltung zumindest eines Klebers
mit der Maßgabe auf der Betonmastoberfläche aufgeklebt werden, dass die Längsprofile
in Längsrichtung des Betonmastes orientiert sind
und wobei an die Längsprofile zumindest ein den Zwischenraum zwischen den Längsprofilen
überbrückendes Querelement anschließt.
[0005] Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird mit Längsprofilen aus Stahl und/oder
aus einem faserverstärkten Kunststoff gearbeitet. Vor dem Aufkleben der Längsprofile
wird die Betonmastoberfläche zweckmäßigerweise gereinigt, insbesondere durch maschinelles
Strahlen wie Sandstrahlen und/oder Wasserstrahlen. Anschließend wird der Kleber auf
die gereinigte Betonmastoberfläche aufgebracht. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass der Kleber aus einem Kunstharz, insbesondere aus einem Epoxidharz besteht. Nach
bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird mit einem Kleber auf Epoxidharzbasis
und vorzugsweise mit einem Epoxidharzmörtel als Kleber gearbeitet. Zweckmäßigerweise
handelt es sich bei dem Kleber um eine thixotrope Substanz. Nach einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Betonmast mit einer Rüttelvorrichtung mit
der Maßgabe bearbeitet, dass der Kleber sich zwischen Längsprofil und Betonmastoberfläche
gleichmäßig verteilt, so dass das Längsprofil anschließend unter Zwischenschaltung
des Klebers eng an dem Betonmast anliegt. Vorzugsweise wird dabei das Längsprofil,
das auf dem Kleber aufliegt, mit der Rüttelvorrichtung beaufschlagt.
[0006] Dass die Längsprofile in Längsrichtung des Betonmastes orientiert werden, meint im
Rahmen der Erfindung insbesondere, dass die Längsprofile in ihrem aufgeklebten Zustand
parallel zur Längsachse des Betonmastes oder zumindest im Wesentlichen parallel zur
Längsachse des Betonmastes angeordnet sind. Zweckmäßigerweise wird mit einer Mehrzahl
von Längsprofilen gearbeitet, die über den Umfang des Betonmastes verteilt werden.
So kann beispielsweise eine Mehrzahl von Längsprofilen über den Umfang eines im Querschnitt
runden Betonmastes verteilt werden, wobei die Längsprofile vorzugsweise gleiche Abstände
voneinander aufweisen.
[0007] Nach sehr bevorzugter Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird an einem
mehreckigen Betonmast an zumindest zwei Mastecken, vorzugsweise an jeder Mastecke
jeweils zumindest ein Längsprofil, bevorzugt ein winkelförmiges Längsprofil aufgeklebt.
Grundsätzlich können die Längsprofile auch in Form von Flacheisen an den Mastecken
angeklebt werden. Vorzugsweise handelt es sich bei diesem Längsprofil aber um ein
Winkelprofil, mit dem eine Mastecke gleichsam überdeckt wird. Es liegt im Rahmen der
Erfindung, dass an einer Mastecke des Betonmastes mehrere Längsprofile übereinander
entlang des Betonmastes angeordnet werden. Bei einem rechteckförmigen Betonmast werden
vorzugsweise Längsprofile an allen vier Mastecken vorgesehen. Für Mittel- und Hochspannungsleitungen
sind unter anderem Betonmaste mit einem Doppel-T-Querschnitt üblich. Zweckmäßigerweise
werden bei diesen Betonmasten Längsprofile an allen vier äußeren Mastecken angeklebt.
[0008] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass eine Mehrzahl von Längsprofilen vertikal übereinander
angeordnet wird, so dass sich mehrere aneinander gereihte Längsprofile entlang des
Betonmastes erstrecken. Wenn der Betonmast zum Beispiel eine Höhe von 30 m hat, können
fünf Längsprofile, die jeweils eine Länge von 6 m haben, beispielsweise entlang einer
Mastecke des Betonmastes übereinander aufgeklebt werden. Vorzugsweise werden zwei
übereinander angeordnete Längsprofile miteinander verbunden bzw. aneinander befestigt.
Zweckmäßigerweise sind dazu Befestigungselemente an den Enden der Längsprofile fixiert.
Nach bevorzugter Ausführungsform werden an den Enden dieser Längsprofile Bolzen, insbesondere
Gewindebolzen als Befestigungselemente aufgeschweißt. Diese Bolzen bzw. Gewindebolzen
können auf einfache und zügige Weise mit einem Bolzenschweißgerät an den Längsprofilenden
aufgeschweißt werden. Die übereinander angeordneten Längsprofile werden vorzugsweise
mit Hilfe von Laschen verbunden, die Befestigungsöffnungen aufweisen. Die Befestigungsöffnungen
sind den an den Längsprofilenden fixierten Befestigungselementen zugeordnet und im
verbundenen Zustand durchfassen die Befestigungselemente, insbesondere die Bolzen
bzw. Gewindebolzen die Befestigungsöffnungen der Laschen. Grundsätzlich liegt es im
Rahmen der Erfindung, dass Bolzen bzw. Gewindebolzen zunächst vorzugsweise mit einem
Bolzenschweißgerät an den Längsprofilenden aufgeschweißt werden und erst danach die
Laschen mit der Maßgabe aufgebracht werden, dass die Bolzen bzw. Gewindebolzen die
Befestigungsöffnungen der Laschen durchfassen. Nach einer bevorzugten Ausführungsform
wird eine Lasche zunächst auf die beiden zu verbindenden Längsprofilenden aufgelegt
und dann werden durch die Befestigungsöffnungen die Bolzen bzw. Gewindebolzen auf
den Längsprofilenden aufgeschweißt. Wenn aufgeschweißte Gewindebolzen an den Längsprofilenden
vorhanden sind, kann anschließend ein Aufschrauben entsprechender Muttern erfolgen.
- Die erfindungsgemäß aufgeklebten Längsprofile können auf sehr effektive Weise die
Biegebelastbarkeit des Betonmastes verstärken.
[0009] Nach einer sehr bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird zumindest ein Spannband
als Querelement um den Betonmast mit den aufgeklebten Längsprofilen gewickelt und
anschließend gespannt. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass ein Spannband biegsam
bzw. flexibel ausgebildet ist. Ein Spannband besteht zweckmäßigerweise aus Metall,
vorzugsweise aus Edelstahl. Es können aber auch Spannbänder in Form von verzinkten
oder beschichteten Profilbändern eingesetzt werden. Das Spannen eines Spannbandes
erfolgt mit einer geeigneten Spannvorrichtung. Beim Spannen wird das Spannband zweckmäßigerweise
stramm an den Betonmast angezogen. Die gespannten Spannbänder drücken die unter ihnen
angeordneten Längsprofile gleichsam gegen den Betonmast. Diese Spannbänder können
auf effektive Weise Zugkräfte aufnehmen und die Torsionswiderstandsmomente des Betonmastes
wirksam erhöhen. Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird ein Spannband horizontal
oder im Wesentlichen horizontal um den Betonmast gewickelt. Das Spannband ist dann
orthogonal oder im Wesentlichen orthogonal zu den Längsprofilen angeordnet. Horizontal
orientierte Spannbänder können beispielsweise in einem Höhenabstand von 1 bis 2 Metern
an einem Betonmast vorgesehen werden. - Dass ein Spannband als Querelement um den
Betonmast gewickelt wird, meint im Rahmen der Erfindung vorzugsweise, dass das Spannband
zumindest einmal um den gesamten Umfang des Betonmastes gewickelt wird. Das ist aber
nicht zwingend erforderlich. Ein Spannband kann sich im Rahmen der Erfindung auch
über lediglich einen Teil des Umfanges des Betonmastes erstrecken.
[0010] Nach einer sehr bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
ein Spannband schraubenwendelförmig um den Betonmast gewickelt. Die beiden Enden dieses
schraubenwendelförmig gewickelten Spannbandes werden an dem Betonmast oder an den
Längsprofilen fixiert. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass zumindest ein erstes
Spannband schraubenwendelförmig um den Betonmast gewickelt wird und dass zumindest
ein zweites Spannband mit im Vergleich zu dem ersten Spannband entgegengesetztem Drehsinn
schraubenwendelförmig um den Betonmast gewickelt wird. Auf diese Weise wird eine effektive
Verstärkung des Betonmastes bezüglich Torsionsbelastung in zwei Richtungen erreicht.
[0011] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass ein Spannband an den Längsprofilen befestigt
wird. Vorzugsweise wird ein Spannband an mehreren Längsprofilen und bevorzugt an allen
Längsprofilen, die es überdeckt, befestigt. Die Befestigung kann grundsätzlich durch
Verklebung und/oder Verschweißung und/oder Verlötung und/oder Verschraubung und/oder
Vernietung erfolgen. Nach sehr bevorzugter Ausführungsform weist das Spannband Befestigungsöffnungen
auf und wird das Spannband mit die Befestigungsöffnungen durchgreifenden Befestigungselementen
an einem Längsprofil befestigt. Zweckmäßigerweise werden die Befestigungselemente
durch die Befestigungsöffnungen des bereits auf dem Längsprofil aufliegenden Spannbandes
an dem Längsprofil fixiert, bevorzugt aufgeschweißt. Bei einem Befestigungselement
handelt es sich vorzugsweise um einen einfachen Bolzen (zylinderförmiger Stift) oder
um einen Gewindebolzen oder um einen Pilzkopfbolzen. Vorzugsweise werden die Befestigungselemente
mit einem Bolzenschweißgerät an den Längsprofilen aufgeschweißt. Dieses Aufschweißen
hat sich bewährt und kann auf einfache und zügige Weise erfolgen. Mit einfachen Bolzen
kann zumindest eine Seitenbewegung des Spannbandes verhindert werden. Wenn das Befestigungselement
ein Gewindebolzen ist, kann das Spannband auch radial fixiert werden, indem beispielsweise
eine Mutter aufgeschraubt wird. Auch ein Pilzkopfbolzen bewirkt eine solche radiale
Fixierung des Spannbandes. Nach sehr bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist
der Abstand der Befestigungsöffnungen in dem Spannband geringer als die Breite eines
Längsprofils, an dem das Spannband befestigt werden soll. - Grundsätzlich liegt es
auch im Rahmen der Erfindung, das Spannband mit Hilfe von Schussnägeln, die mit einem
geeigneten Schussgerät in Spannband und Längsprofil eingetrieben werden, zu befestigen.
[0012] Nach einer weiteren sehr bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden zumindest
zwei Längsprofile durch zumindest einen Verbindungsstab, vorzugsweise durch einen
diagonal angeordneten Verbindungsstab als Querelement miteinander verbunden. Bei einem
Verbindungsstab handelt es sich zweckmäßigerweise um ein starres lineares oder im
Wesentlichen lineares stabförmiges bzw. stangenförmiges Profil. Diagonal angeordnet
meint im Rahmen der Erfindung, dass der Verbindungsstab bezüglich der Betonmastlängsachse
schräg bzw. diagonal angeordnet ist. Zweckmäßigerweise verbindet ein Verbindungsstab
zwei an den Mastecken angeordnete Längsprofile. Bei rechteckigen oder vieleckigen
Betonmasten können zur Aufnahme der Torsionsmomente die Längsprofile also durch diagonale
Verbindungsstäbe miteinander verbunden werden. Hervorzuheben ist, dass die diagonalen
Verbindungsstäbe neben Zugkräften insbesondere auch Druckkräfte aufnehmen können.
Insoweit wirken die diagonalen Verbindungsstäbe an einem Betonmast gleichsam als Druckstäbe,
die effektiv Druckkräfte aufnehmen können. Die Verbindungsstäbe können als Alternative
zu einem Spannband bzw. zu Spannbändern vorgesehen sein. Es liegt aber auch im Rahmen
der Erfindung, dass ein Verbindungsstab bzw. Verbindungsstäbe mit einem Spannband
bzw. Spannbändern kombiniert werden können.
[0013] Nach bevorzugter Ausführungsform weist ein Verbindungsstab Befestigungsöffnungen
auf und wird dieser Verbindungsstab mit die Befestigungsöffnungen durchgreifenden
Befestigungselementen an einem Längsprofil befestigt. Grundsätzlich liegt es im Rahmen
der Erfindung, dass zuerst die Befestigungselemente an den Längsprofilen befestigt
werden, insbesondere aufgeschweißt werden und dass anschließend ein Verbindungsstab
mit der Maßgabe aufgebracht wird, dass die Befestigungselemente die Befestigungsöffnungen
des Verbindungsstabes durchgreifen. Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, dass
die Befestigungselemente durch die Befestigungsöffnungen des bereits aufgelegten Verbindungsstabes
auf den Längsprofilen fixiert, bevorzugt aufgeschweißt werden. Bei einem Befestigungselement
für die Befestigung eines Verbindungsstabes handelt es sich zweckmäßigerweise um einen
einfachen Bolzen oder um einen Gewindebolzen oder um einen Pilzkopfbolzen. Nach sehr
bevorzugter Ausführungsform werden die Befestigungselemente mit einem Bolzenschweißgerät
auf die Längsprofile aufgeschweißt und dadurch ist eine sehr einfache und zügige Arbeitsweise
möglich.
[0014] Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden zwei Längsprofile
durch zumindest ein Verbindungsblech als Querelement miteinander verbunden. Diese
Verbindungsbleche werden vorzugsweise an Längsprofilen fixiert, die an Betonmasten
mit doppel-T-förmigem Querschnitt aufgeklebt sind. Diese Betonmasten weisen normalerweise
über ihre Höhe verteilte fensterartige Öffnungen auf und die Verbindungsbleche sind
zweckmäßigerweise direkt unterhalb dieser Öffnungen an dem Betonmast bzw. an den Längsprofilen
fixiert. Ein Verbindungsblech ist bevorzugt rechteckförmig ausgebildet und ist vorzugsweise
5 bis 30 cm, insbesondere 10 bis 20 cm hoch (im montierten Zustand in Bezug auf die
vertikale Höhe des Betonmastes). Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass ein Verbindungsblech
Befestigungsöffnungen aufweist und dass das Verbindungsblech mit die Befestigungsöffnungen
durchgreifenden Befestigungselementen an einem Längsprofil befestigt wird. Vorzugsweise
wird ein Verbindungsblech ebenso wie ein oben beschriebener Verbindungsstab mit einem
Längsprofil verbunden. Insoweit kann auf die obigen Erläuterungen zur Verbindung eines
Verbindungsstabes mit einem Längsprofil verwiesen werden. - Die erfindungsgemäßen
Verbindungsbleche tragen effektiv zur Verwindungssteifigkeit des Betonmastes bei bzw.
erhöhen wirksam das Torsionswiderstandsmoment des Betonmastes.
[0015] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
eine sehr effektive und zugleich funktionssichere Ertüchtigung bzw. nachträgliche
Verstärkung von Betonmasten möglich ist. Die erfindungsgemäßen Verfahrensmaßnahmen
sind einfach und wenig aufwendig durchführbar. Mit dem Verfahren kann eine relativ
hohe Anzahl von Betonmasten zügig und damit kostengünstig bzw. wirtschaftlich ertüchtigt
werden. Zu betonen ist insbesondere, dass aufwendige exakte Vermessungsarbeiten für
die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht erforderlich sind.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ertüchtigten Betonmastes
in einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den Gegenstand nach Fig. 1,
- Fig. 3
- den Gegenstand gemäß Fig. 1 in einer zweiten Ausführungsform,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch den Gegenstand nach Fig. 3,
- Fig. 5
- einen Schnitt durch den Gegenstand nach Fig. 1 im Bereich der Längsprofile
- Fig. 6
- einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 3 in perspektivischer Darstellung und
- Fig. 7
- den Gegenstand nach Fig. 1 in einer weiteren Ausführungsform.
[0017] Die Figuren zeigen einen mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ertüchtigten Betonmast
1. Zur Ertüchtigung sind Längsprofile 2 unter Zwischenschaltung eines Klebers 3 auf
die Betonmastoberfläche aufgeklebt worden. Die Längsprofile 2 sind in Längsrichtung
des Betonmastes 1 orientiert und erstrecken sich entweder parallel oder im Wesentlichen
parallel zur Längsachse des Betonmastes 1. An die Längsprofile 2 sind dem Zwischenraum
zwischen den Längsprofilen 2 überbrückende und unten näher beschriebene Querelemente
angeschlossen. Die Längsprofile 2 bestehen im Ausführungsbeispiel aus Stahl.
[0018] Fig. 1 und 2 zeigen einen im Querschnitt runden bzw. kreisrunden Betonmast 1. Hier
sind Flacheisen als Längsprofile über den Umfang des Betonmastes 1 verteilt angeordnet
bzw. auf die Betonmastoberfläche aufgeklebt worden. Die Längsprofile 2 sind hier in
gleichen Abständen voneinander angeordnet. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 sind
Spannbänder 4 als Querelemente um den Betonmast 1 mit den aufgeklebten Längsprofilen
2 gewickelt und gespannt worden. Die Spannbänder 4 liegen also auf den Längsprofilen
2 auf und drücken die Längsprofile 2 gleichsam auf die Betonmastoberfläche. Vorzugsweise
und im Ausführungsbeispiel handelt es sich bei den Spannbändern 4 um biegsame bzw.
flexible Bänder aus Edelstahl. Im oberen Bereich des Betonmastes 1 in Fig. 1 ist zunächst
ein erstes Spannband 4 erkennbar, das horizontal um den gesamten Umfang des Betonmastes
1 gewickelt ist und somit orthogonal zu den Längsprofilen 2 angeordnet ist. Außerdem
sind zwei weitere Spannbänder 4 erkennbar, die schraubenwendelförmig um den Betonmast
1 gewickelt sind und zwar mit entgegengesetztem Drehsinn. In dem vergrößerten Ausschnitt
der Fig. 1 ist erkennbar, dass die Spannbänder 4 an den Längsprofilen 2 befestigt
sind und zwar vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel mit einem Gewindebolzen 5, der
auf das Längsprofil 2 aufgeschweißt wurde. Der Gewindebolzen 5 durchgreift eine Befestigungsöffnung
6 und auf den Gewindebolzen 5 wurde im Ausführungsbeispiel eine Mutter 7 aufgeschraubt.
[0019] Die Fig. 3 und 4 zeigen einen Betonmast 1 mit Doppel-T-förmigem Querschnitt (Fig.
4). Hier sind als Winkelprofile ausgebildete Längsprofile 2 an den vier äußeren Mastecken
13 des Betonmastes 1 aufgeklebt. An jeder Mastecke 13 wurden mehrere Längsprofile
2 übereinander angeordnet (Fig. 3). Die jeweils übereinander angeordneten Längsprofile
2 sind mit Hilfe von Laschen 8 miteinander verbunden. Das zeigt insbesondere der vergrößerte
Ausschnitt in Fig. 6. Zur Herstellung dieser Verbindung werden an den Enden der Längsprofile
2 Gewindebolzen 5 zweckmäßigerweise mit einem Bolzenschweißgerät aufgeschweißt. Diese
Befestigung der Gewindebolzen 5 kann so durchgeführt werden, dass das Aufschweißen
bei bereits auf die Längsprofile 2 aufgelegter Lasche 8 durch die Befestigungsöffnungen
9 der Lasche 8 erfolgt. Anschließend können dann zur Befestigung Muttern 7 auf die
Gewindebolzen 5 aufgeschraubt werden. In Fig. 6 ist erkennbar, dass vorzugsweise und
im Ausführungsbeispiel bei einem winkelförmigen Längsprofil 2 beide abgewinkelten
Flächen des Längsprofils 2 jeweils mit einer Lasche 8 verbunden werden.
[0020] In der Fig. 3 ist erkennbar, dass sich der Betonmast 1 mit Doppel-T-förmigem Querschnitt
nach oben hin verjüngt. Folglich sind die Längsprofile 2 nicht exakt parallel zur
Längsachse des Betonmastes 1 angeordnet. Im oberen Bereich des Betonmastes der Fig.
3 sind zwei Spannbänder 4 als Querelemente um den Betonmast 1 mit den aufgeklebten
Längsprofilen 2 gewickelt und diese Spannbänder 4 sind mit einem geeigneten Spanngerät
gespannt worden. Beide Spannbänder 4 sind schraubenwendelförmig um den Betonmast 1
gewickelt und zwar mit entgegengesetztem Drehsinn. In dem unteren Bereich des in Fig.
3 dargestellten Betonmastes 1 sind die Längsprofile 2 durch diagonale starre Verbindungsstäbe
10 miteinander verbunden. Diese Verbindungsstäbe 10 wirken gleichsam als Druckstäbe
bzw. können neben Zugkräften insbesondere auch Druckkräfte aufnehmen. In Fig. 3 verbindet
jeder Verbindungsstab 10 zwei Längsprofile 2 miteinander. Die Verbindungsstäbe 10
sind zweckmäßigerweise wie die Spannbänder 4 an den Längsprofilen 2 befestigt. Vorzugsweise
werden also Befestigungselemente, insbesondere Gewindebolzen 5 an den Längsprofilen
2 fixiert, insbesondere aufgeschweißt. Die Verbindungsstäbe 10 weisen entsprechende
Befestigungsöffnungen 6 auf, die von den Befestigungselementen bzw. Gewindebolzen
5 im befestigten Zustand eines Verbindungsstabes 10 durchfasst werden. Auch ein Verbindungsstab
10 kann durch Aufschrauben einer Mutter 7 fixiert werden.
[0021] Fig. 5 zeigt im Schnitt drei Möglichkeiten der Befestigung eines Spannbandes 4 an
einem Längsprofil 2. Im oberen Bereich der Fig. 5 ist das Spannband 4 mit Hilfe eines
Pilzkopfbolzens 11 an dem Längsprofil 2 befestigt. Zweckmäßigerweise wird dieser Pilzkopfbolzen
11 im bereits auf das Längsprofil 2 aufgelegten Zustand des Spannbandes 4 durch eine
Befestigungsöffnung 6 des Spannbandes 4 auf dem Längsprofil 2 aufgeschweißt. - Im
mittleren Bereich ist das Spannband 4 mit einem einfachen zylinderförmigen Bolzen
ohne Gewinde an dem Längsprofil 2 fixiert. Auch dieser einfache zylinderförmige Bolzen
12 kann im Wege des Aufschweißens durch die Befestigungsöffnung 6 an dem Längsprofil
2 befestigt werden. Der einfache Bolzen 12 sichert das Spannband 4 im Wesentlichen
gegen eine seitliche Verschiebung. - Im unteren Bereich der Fig. 5 wird das Spannband
mit Hilfe eines Gewindebolzens 5 befestigt. Dieser Gewindebolzen 5 wurde zweckmäßigerweise
bei aufgelegtem Spannband 4 durch die Befestigungsöffnung 6 am Längsprofil 2 angeschweißt.
Anschließend ist zur Fixierung des Spannbandes 4 eine Mutter 7 auf den Gewindebolzen
5 aufgeschraubt worden. - Zum Aufschweißen der vorgenannten Befestigungselemente bzw.
Bolzen wird sehr bevorzugt ein Bolzenschweißgerät verwendet, mit dem im Rahmen des
erfindungsgemäßen Verfahrens eine sehr einfache und zügige Montage der Ertüchtigungselemente
möglich ist.
[0022] Die Fig. 7 zeigt eine Seitenansicht eines Betonmastes 1 mit doppel-T-förmigem Querschnitt.
Hier sind die Längsprofile 2 durch Verbindungsbleche 14 als Querelemente miteinander
verbunden. Die Verbindungsbleche 14 sind vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel rechteckförmig
ausgebildet und zweckmäßigerweise orthogonal zu den Längsprofilen 2 angeordnet. Es
liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Verbindungsbleche 14 direkt unterhalb von
nicht näher dargestellten fensterartigen Öffnungen des Betonmastes 1 angeordnet sind.
Die Verbindungsbleche weisen Befestigungsöffnungen 6 auf und sind mit die Befestigungsöffnungen
6 durchgreifenden Befestigungselementen an den Längsprofilen 2 befestigt. Insoweit
werden die Verbindungsbleche 14 analog zu den Verbindungsstäben 10 bzw. den Spannbändern
4 an den Längsprofilen 2 fixiert und es kann auf die obigen Ausführungen verwiesen
werden. Die Verbindungsbleche 14 tragen effektiv zur Verwindungssteifigkeit des Betonmastes
1 bei.
1. Verfahren zur nachträglichen Ertüchtigung von Betonmasten (1),
wobei zumindest zwei Längsprofile (2) unter Zwischenschaltung zumindest eines Klebers
(3) mit der Maßgabe auf der Betonmastoberfläche aufgeklebt werden, dass die Längsprofile
(2) in Längsrichtung des Betonmastes (1) orientiert sind
und wobei an die Längsprofile (2) zumindest ein den Zwischenraum zwischen den Längsprofilen
(2) überbrückendes Querelement anschließt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei mit Längsprofilen (2) aus Stahl und/oder aus einem
faserverstärkten Kunststoff gearbeitet wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei mit einem Kleber (3) auf Epoxidharzbasis,
vorzugsweise mit einem Epoxidharzmörtel gearbeitet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei an einem mehreckigen Betonmast (1)
an zumindest zwei Mastecken (13), vorzugsweise an jeder Mastecke (13) jeweils zumindest
ein Längsprofil (2), bevorzugt ein winkelförmiges Längsprofil (2) aufgeklebt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei zumindest ein Spannband (4) als
Querelement um den Betonmast (1) mit den aufgeklebten Längsprofilen (2) gewickelt
wird und gespannt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Spannband (4) schraubenwendelförmig um den Betonmast
(1) gewickelt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei ein Spannband (4) an den Längsprofilen
(2) befestigt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei das Spannband (4) Befestigungsöffnungen (6) aufweist
und wobei das Spannband (4) mit die Befestigungsöffnungen (6) durchgreifenden Befestigungselementen
an einem Längsprofil (2) befestigt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei zwei Längsprofile (2) durch zumindest
einen Verbindungsstab (10), vorzugsweise durch einen diagonal angeordneten Verbindungsstab
(10) als Querelement miteinander verbunden werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei ein Verbindungsstab (10) Befestigungsöffnungen aufweist
und wobei der Verbindungsstab (10) mit die Befestigungsöffnungen durchgreifenden Befestigungselementen
an einem Längsprofil (2) befestigt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei zwei Längsprofile (2) durch zumindest
ein Verbindungsblech (14) als Querelement miteinander verbunden werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei ein Verbindungsblech (14) Befestigungsöffnungen
aufweist und wobei das Verbindungsblech (14) mit die Befestigungsöffnungen durchgreifenden
Befestigungselementen an einem Längsprofil (2) befestigt wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Verfahren zur nachträglichen Ertüchtigung von Betonmasten (1),
wobei zumindest zwei Längsprofile (2) unter Zwischenschaltung zumindest eines Klebers
(3) mit der Maßgabe auf der Betonmastoberfläche aufgeklebt werden, dass die Längsprofile
(2) in Längsrichtung des Betonmastes (1) orientiert sind,
wobei an die Längsprofile (2) zumindest ein den Zwischenraum zwischen den Längsprofilen
(2) überbrückendes Querelement anschließt,
wobei zumindest ein Spannband (4) als Querelement um den Betonmast mit den aufgeklebten
Längsprofilen (2) gewickelt wird und gespannt wird und/oder
wobei zwei Längsprofile (2) durch zumindest einen Verbindungsstab (10) oder ein Verbindungsblech
(14) als Querelemente miteinander verbunden werden,
wobei das Querelement (4, 10, 14) Befestigungsöffnungen (6) aufweist und
wobei das Querelement (4, 10, 14) mit die Befestigungsöffnungen (6) durchgreifenden
Befestigungselementen an einem Längsprofil (2) befestigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei mit Längsprofilen (2) aus Stahl und/oder aus einem
faserverstärkten Kunststoff gearbeitet wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei mit einem Kleber (3) auf Epoxidharzbasis,
vorzugsweise mit einem Epoxidharzmörtel gearbeitet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei an einem mehreckigen Betonmast
(1) an zumindest zwei Mastecken (13), vorzugsweise an jeder Mastecke (13) jeweils
zumindest ein Längsprofil (2), bevorzugt ein winkelförmiges Längsprofil (2) aufgeklebt
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Spannband (4) schraubenwendelförmig
um den Betonmast (1) gewickelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei ein Spannband (4) an den Längsprofilen
(2) befestigt wird.