[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Aus der DE 694 09 485 T2 ist ein elektromagnetischer Ventiltrieb bekannt. Der Ventiltrieb
besteht im wesentlichen aus einem axial verschieblichen Stellglied, das auch als Anker
bezeichnet werden kann, und das eine Ankerplatte aufweist. Das Stellglied ist zur
Betätigung eines Einlass- bzw. Auslassventils vorgesehen. Das Stellglied wird mittels
zwei Druckfedern in einer Neutralstellung gehalten. Die eine Druckfeder ist auf der
ventilnahen Seite der Ankerplatte angeordnet. Die andere Feder ist auf der ventilfernen
Seite der Ankerplatte angeordnet. Zur Betätigung des Stellglieds bzw. des Ventils
sind beiden Seiten der Ankerplatte jeweils ein Elektromagnet angeordnet, die in Verschieberichtung
beabstandet voneinander sind. Der eine Elektromagnet ist zum Öffnen, der andere zum
Schließen des Ventils vorgesehen. Die beiden Federn sind durch eine in ein Gehäuseelement
eingeschraubte Verstellschraube vorgespannt. Die Verstellschraube drückt unmittelbar
gegen ein Ende einer der beiden Federn. Durch Verdrehen der Verstellschraube kann
einerseits die Vorspannung der beiden Federn verändert werden. Zum anderen kann die
Neutrallage, die die Ankerplatte zwischen den beiden Elektromagneten einnimmt, verstellt
werden. Die Verstellung erfolgt durch Verdrehen der Verstellschraube. Die Verstellschraube
ist durch eine Kontermutter gegen selbsttätiges Losdrehen gesichert.
[0003] Eine Kontermutter ist zwar eine relativ zuverlässige Losdrehsicherung. Ein wesentlicher
Nachteil besteht jedoch darin, dass zum Anziehen bzw. Losdrehen der Kontermutter der
Zylinderkopfdeckel, unter dem sich die gesamte Anordnung befindet, entfernt werden
muss. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass zum Ansetzen eines Schraubenschlüssels
an die Kontermutter relativ viel Montageraum erforderlich ist. Dies ist insbesondere
bei V-Motoren problematisch. Bei V-Motoren sind die Zylinderköpfe zur Seite hin geneigt
und es steht relativ wenig Montageraum im Bereich zwischen dem Zylinderkopf und der
Vorderbauwand zur Verfügung. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass für jedes Ventil
bzw. für jedes Stellglied eine separate Losdrehsicherung in Form einer Kontermutter
vorgesehen sein muss.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung mit
einer verbesserten Losdrehsicherung für die Verstellschraube zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0006] Das Grundprinzip der Erfindung besteht in einer Verstellschraube, die außen, z.B.
an ihrem Außenumfang, eine Profilierung aufweist. Ferner ist ein federblechartiges
Verdrehsicherungselement vorgesehen, das im montierten Zustand gegen die Profilierung
der Verstellschraube vorgespannt ist und das kraftschlüssig und/oder formschlüssig
ein selbsttätiges Losdrehen der Verstellschraube verhindert.
[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist das Federblech einen Federblecharm auf,
dessen eines Ende an einem Halteelement befestigt ist und dessen anderes Ende mittels
einer Spannschraube, oder genauer gesagt durch den Kopf der Spannschraube, derart
aufgebogen wird, dass das Federblech von außen gegen die Profilierung drückt. Zum
Verstellen der Verstellschraube braucht also lediglich die Spannschraube gelockert
werden. Durch Lockern der Spannschraube nimmt man den Anpressdruck mit dem das Federblech
gegen die Profilierung drückt, weg. Die Verstellschraube kann dann mühelos verdreht
werden.
[0008] Vorzugsweise hat das Federblech die Form eines Blechstreifens, wobei die Querrichtung
des Blechstreifens im wesentlichen parallel zum Schaft der Spannschraube ist.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist der Blechstreifen einen schrägen Abschnitt
auf, der sich in einen Bereich unterhalb des Schraubenkopfes erstreckt. Dieser schräge
Abschnitt fällt zum freien Ende des Schraubenschaftes ab. Beim Anziehen der Spannschraube
drückt der Spannschraubenkopf von oben auf den schrägen Abschnitt. Beim weiteren Festschrauben
weicht der schräge Abschnitt seitlich aus, was dazu führt, dass das Federblech aufgebogen
wird und von außen gegen die Profilierung drückt.
[0010] Vorzugsweise können für zwei Ventile oder genauer gesagt für die Verstellschrauben
zweier Ventile ein gemeinsames zweiarmiges Verdrehsicherungselement vorgesehen sein.
Vorzugsweise hat das Verdrehsicherungselement die Form eines U und ist im Bereich
zwischen den beiden Verstellschrauben angeordnet. Die Spannschraube ist im Bereich
zwischen den Schenkeln des U-förmigen Verdrehsicherungselements angeordnet. Beim Anziehen
der Spannschraube werden die Schenkel durch den Spannschraubenkopf auseinandergedrückt.
Die Schenkel des U-förmigen Verdrehsicherungselementes werden also aufgebogen und
gegen die zugeordnete Verstellschraube gedrückt.
[0011] Die Profilierung kann beispielsweise eine Rändelung sein. Vorzugsweise ist die Verstellschraube
eine Innensechskantschraube, was eine sehr kompakte Bauweise und eine einfache Montage
ermöglicht. Beispielsweise kann im Zylinderkopfdeckel eine Verstellbohrung vorgesehen
sein, über die ein Sechskantschlüssel zum Lösen bzw. Anziehen der Innensechskantschraube
und ein Verdrehwerkzeug für die Verstellschraube eingeführt werden kann, ohne dass
der Zylinderkopfdeckel abgenommen werden muss.
[0012] Im folgenden wird die Erfindung im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- Eine perspektivische Darstellung einer elektromagnetischen Ventiltriebvorrichtung
mit zwei Ventileinheiten;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf die beiden Ventileinheiten; und
- Figur 3
- einen Querschnitt im Bereich der Spannschraube des Verdrehsicherungselementes.
[0013] Figur 1 zeigt zwei Ventileinheiten 1, 2 einer elektromagnetischen Ventiltriebvorrichtung.
Jede der beiden Ventileinheiten 1, 2 weist eine Verstellschraube 3, 4 mit einem Innensechskant
5, 6 auf, der zum Ansetzen eines Verstellwerkzeugs vorgesehen ist. Anstatt eines Innensechskant
kann auch eine andere Form, wie z.B. eine Dreiecksform, gewählt werden.
[0014] Die Verstellschrauben 3, 4 sind jeweils in ein Aktuatorgehäuse 7 eingeschraubt. Im
Innern des Aktuatorgehäuses 7 sind die zur Ansteuerung der Ventile vorgesehenen Stellanker
untergebracht. Jeder der beiden Stellanker kann in bekannter Weise durch zugeordnete
Elektromagneten vor- bzw. zurückverschoben werden, was ein Öffnen bzw. Schließen der
Ventile ermöglicht. Dies ist ausführlich in der oben genannten DE 694 09 485 T2 beschrieben,
auf die in vollem Umfang Bezug genommen wird. Im stromlosen Zustand der Elektromagneten
werden die Stellanker durch in Verschieberichtung hintereinander angeordnete, in entgegengesetzte
Richtungen wirkende Druckfedern in ihrer jeweiligen Neutralstellung gehalten. Ein
Ende einer Druckfeder eines jeden Druckfederpaares wird durch die zugeordnete Verstellschraube
3, 4 abgestützt. Durch Verdrehen der Verstellschraube kann die Vorspannung des zugeordneten
Druckfederpaares sowie die Lage der Neutralstellung des Ankers einjustiert werden.
Dies geschieht in der Werkstatt.
[0015] Nach Einjustierung der Neutralstellung durch die Verstellschrauben 3, 4 müssen diese
gegen selbsttätiges Losdrehen gesichert werden. Hierzu ist ein U-förmiges Verdrehsicherungselement
8 vorgesehen. Das Verdrehsicherungselement 8 hat hier eine symmetrische Form. Genauer
gesagt handelt sich hier um ein U-förmiges Federblech. Die Federblechebene oder genauer
gesagt eine "Querrichtung" des Federblechs ist im wesentlichen parallel zu den Schaftrichtungen
der beiden Verstellschrauben 3, 4. Das U-förmige Federblech ist im Verbindungsbereich
seiner beiden Schenkel 9, 10 mittels einer Befestigungsschraube 11 am Aktuatorgehäuse
7 befestigt. Die freien Enden der Schenkel 9, 10 sind nach außen aufgebogen. Die freien
Enden weisen in ihrem unteren Bereich jeweils einen nach innen gebogenen schrägen
Abschnitt 12, 13 auf, was besser aus den Figuren 2, 3 ersichtlich ist. Ferner ist
im Bereich der freien Enden der Schenkel 9, 10 eine Spannschraube vorgesehen, die
einen Spannschraubenkopf 14 und einen Schaft 15 aufweist. Die Befestigungsschraube
11 und die Spannschraube 14 weisen hier ebenfalls jeweils einen Innensechskant auf.
[0016] Wie am besten aus Figur 3 ersichtlich ist, fallen die schrägen Abschnitte, 12, 13
der Schenkel 9, 10 zum freien Ende des Spannschraubenschaftes 15 hin ab. Die schrägen
Abschnitte 12, 13 ragen in einen Bereich unterhalb des Spannschraubenkopfes 14. Beim
Festschrauben der Spannschraube setzt die Unterseite des Spannschraubenkopfes 14 dann
auf den schrägen Abschnitten auf und drückt die Schenkel 9, 10 des Verdrehsicherungselementes
8 auseinander. Die Außenseiten der Schenkel 9, 10 werden somit gegen den Umfang der
Verstellschrauben 3, 4 gedrückt.
[0017] Am Umfang der Verstellschrauben 3, 4 ist eine Profilierung bzw. eine Rändelung 16,
17 vorgesehen. Zusätzlich können auch die Außenseiten der Schenkel 9, 10 profiliert
bzw. gerändelt sein. Die Schenkel 9, 10 greifen somit kraftschlüssig und/oder formschlüssig
an den Verstellschrauben an und verhindern ein selbsttätiges Losdrehen und somit eine
selbsttätige Verstellung der Federvorspannung und der Neutrallage der Stellgliedanklerplatte.
1. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung für einen Verbrennungsmotor mit einem axial
verschieblichen Stellglied zum Öffnen bzw. Schließen eines Ventils,
zwei in Verschieberichtung hintereinander angeordneten Federn, welche das Stellglied
in einer Neutralstellung halten,
einer Verstellschraube (3, 4), mittels der die Vorspannung der Federn und die Lage
der Neutralstellung des Stellglieds veränderbar ist, und
einem Verdrehsicherungselement (8), das von außen an der Verstellschraube (3, 4) angreift
und eine selbsttätige Verdrehung der Verstellschraube (3, 4) verhindert,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellschraube (8) an ihrer Außenseite eine Profilierung (16, 17) aufweist
und dass das Verdrehsicherungselement ein Federblech ist, das von außen gegen die
Profilierung drückt.
2. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Federblech (8)
eine entsprechende Gegenprofilierung aufweist, die formschlüssig in die Profilierung
eingreift.
3. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Federblech
einen Federblecharm (9, 10) aufweist, dessen eines Ende an einem Halteelement (7)
befestigt ist und dessen anderes Ende durch Festschrauben einer Spannschraube (14,
15) durch einen Kopf (14) der Spannschraube derart aufbiegbar ist, dass das Federblech
(8) von außen gegen die Profilierung (16, 17) drückt.
4. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
das Federblech die Form eines Blechstreifens hat.
5. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach Anspruch 4, wobei eine Querrichtung
des Blechstreifens im wesentlichen parallel zum Schaft (15) der Spannschraube (14,
15) ist.
6. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach einem Ansprüche 4 oder 5, wobei der
Blechstreifen einen schrägen Abschnitt (12, 13) aufweist, der sich in einen Bereich
unterhalb des Schraubenkopfes (14) erstreckt, wobei der schräge Abschnitt (12, 13)
zum freien Ende des Schraubenschaftes (15) hin abfällt, so dass der Schraubenkopf
(14) bei angezogener Spannschraube (13, 14) an dem schrägen Abschnitt (12, 13) anliegt
und das Federblech (8) derart aufbiegt, dass es von außen gegen die Profilierung (16,
17) drückt.
7. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei
zwei nebeneinander angeordnete Ventileinheiten (1, 2) vorgesehen sind, wobei jeder
Ventileinheit (1, 2) jeweils eine solche Verstellschraube (3, 4) zugeordnet ist und
dass im Bereich zwischen den beiden Ventileinheiten (1, 2) ein zweiarmiges Verdrehsicherungselement
(8) angeordnet ist, das von außen gegen die Profilierungen (16, 17) der Verstellschrauben
(3, 4) der Ventileinheiten (1, 2) drückt.
8. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei
das Verdrehsicherungselement die Form eines U hat und die Spannschraube (14, 15) im
Bereich der freien Enden der Schenkel (9, 10) des U-förmigen Verdrehsicherungselementes
(8) angeordnet ist.
9. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach Anspruch 8, wobei im Bereich zwischen
den beiden Schenkeln (9, 10) des U-förmigen Verdrehsicherungselements (8) das Verdrehsicherungselement
(8) mittels einer Befestigungsschraube (11) an dem Halteelement (7) befestigt ist.
10. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei
die Profilierung eine Rändelung ist.
11. Elektromagnetische Ventiltriebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei
die Verstellschraube (3, 4) und die Spannschraube (14, 15) jeweils Innensechskantschrauben
sind.