[0001] Die Erfindung betrifft ein Splittergeschoß.
[0002] Splittergeschosse sind beispielsweise aus der DE 196 26 660 C2 bekannt. Dabei handelt
es sich um Vollkalibergeschosse, die jeweils eine Geschoßhülle besitzen, welche einen
vorderseitigen mit Schwermetallsplittern gefüllten Hohlraum umfaßt. Im Inneren der
Geschoßhülle ist ferner eine Sprengladung vorgesehen, die zu einem vorgegebenen Zeitpunkt
zur Detonation gebracht wird und die Splitter z.B. in Zielrichtung beschleunigt.
[0003] Derartige Splittergeschosse weisen den Nachteil auf, daß sie relativ ineffektiv sind,
weil der die Splitterwirkung verursachende Massenanteil, bezogen auf das Geschoßgewicht,
gering ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kostengünstig herstellbares Splittergeschoß
anzugeben, welches eine für die Zielbekämpfung ausreichende Splitterverteilung im
Zielgebiet aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere,
besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
[0006] Die Erfindung beruht im wesentlichen auf dem Gedanken, bei dem Splittergeschoß auf
die Verwendung von Sprengstoff zu verzichten und den für den Sprengstoff benötigten
Raum mit Splittern zu füllen. Das Ausstoßen der Splitter zu einem vorgegebenen Zeitpunkt
erfolgt dann durch eine relativ wenig Raum einnehmende pyrotechnische Ausstoßladung.
[0007] Abgesehen von der kostengünstigeren Herstellung derartiger Geschosse entfällt auch
die bei herkömmlichen Splittergeschossen bestehende Problematik der Abschußsicherheit
des Sprengstoffes.
[0008] Um den bei Vollkalibergeschossen auftretenden, relativ starken Geschwindigkeitsabfall
des Geschosses und damit auch der Splitter während des Fluges zu vermeiden, hat es
sich als vorteilhaft erwiesen, das Splittergeschoß als unterkalibriges Geschoß auszubilden.
Derartige Geschosse besitzen eine wesentlich höhere Mündungsgeschwindigkeit und weisen
einen wesentlich geringeren Geschwindigkeitsabfall während des Fluges auf. Außerdem
kann bei flügelstabilisierten Geschossen das Leitwerk starr an dem Geschoß angeordnet
werden. Dadurch ergeben sich gegenüber Vollkalibergeschossen, bei denen üblicherweise
Klappleitwerke verwendet werden müssen, die weiteren Vorteile einer zusätzlichen Kostenreduzierung
und einer Verbesserung der Treffleistung.
[0009] Zwar steht bei einem unterkalibrigen Geschoß weniger Raum für die Splitter zur Verfügung,
doch reicht der vorhandene Raum aufgrund des Fehlens der Sprengladung für eine effektive
Zielbekämpfung (z.B. Bedrohung durch Pz-Abwehrwaffen in Schützenstellung oder leicht
gepanzerte Fahrzeuge) in der Regel aus.
[0010] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden anhand
einer Figur erläuterten Ausführungsbeispiel.
[0011] In der Fig. ist mit 1 ein flügelstabilisiertes unterkalibriges Splittergeschoß bezeichnet,
welches von einem an sich bekannten segmentierten Treibkäfig 2 aus Aluminium umgeben
ist und beispielsweise aus einer Panzerkanone mit einem Kaliber von 120 mm verschossen
werden kann.
[0012] Das Splittergeschoß 1 umfaßt eine Geschoßhülle 3, innerhalb derer eine Packung von
Kugelsplittern 4 aus Wolfram-Schwermetall (WSM) angeordnet ist. Außerdem befindet
sich innerhalb der Geschoßhülle 3 eine Ausstoßladung 5 und ein programmierbarer Zeitzünder
6.
[0013] Bei dem bestimmungsgemäßen Einsatz des erfindungsgemäßen Splittergeschosses 1 wird
nach Verlassen des nicht dargestellten Waffenrohres zunächst der Treibkäfig 2 abgeworfen
und das Geschoß 1 fliegt auf seiner Flugbahn bis in die Nähe des Zielgebietes. Dort
zündet zu einem vorgegebenen Zeitpunkt der Zeitzünder 6 die Ausstoßladung 5. Diese
drückt die Kugelsplitter 4 vorderseitig aus dem Geschoß 1.
[0014] Um dabei ein reproduzierbares Ausstoßen der Kugelsplitter 4 zu gewährleisten, sind
im Bereich der Geschoßspitze 7 in der Fig. nicht dargestellte Sollbruchstellen vorgesehen.
[0015] Nach dem Aufbrechen der Geschoßspitze 7 verlangsamt das Restgeschoß aufgrund des
großen Luftwiderstandes schlagartig seine Geschwindigkeit. Die relativ schweren Kugelsplitter
4 fliegen hingegen etwa mit der Geschwindigkeit des Geschosses zum Zeitpunkt des Ausstoßvorganges
in das Zielgebiet weiter.
[0016] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. So können beispielsweise statt Kugelsplitter auch andere Splitterformen
benutzt werden. Als Material für die Splitter kann statt WSM auch ein anderes Schwermetall
verwendet werden. Ferner kann es sich bei dem Splittergeschoß auch um ein drallstabilisiertes
Geschoß handeln. Schließlich kann der Zeitzünder auch durch einen Annäherungszünder
ersetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0017]
- 1
- Splittergeschoß, Geschoß
- 2
- Treibkäfig
- 3
- Geschoßhülle
- 4
- Kugelsplitter, Splitter
- 5
- Ausstoßladung
- 6
- Zeitzünder
- 7
- Geschoßspitze
1. Splittergeschoß mit den Merkmalen:
a) das Splittergeschoß (1) besitzt eine einen Hohlraum umschließende Geschoßhülle
(3), der mindestens teilweise mit aus Schwermetall bestehenden Splittern (4) gefüllt
ist;
b) das Splittergeschoß (1) umfaßt eine Ausstoßladung (5), welche die Splitter (4)
zu einem vorgegebenen Zeitpunkt während des Fluges des Geschosses (1) aus der Geschoßhülle
(3) ausstößt.
2. Splittergeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Splittergeschoß (1) um ein mit einem Treibkäfig (2) versehenes unterkalibriges
Geschoß handelt.
3. Splittergeschoß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den Splittern (4) um kugelförmige Splitter aus einem Wolfram-Schwermetall
handelt.
4. Splittergeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Splittergeschoß (1) zur Zündung der Ausstoßladung (5) mit einem Zeit- oder einem
Annäherungszünder (6) versehen ist.