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EP 1 412 110 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.09.2005 Patentblatt 2005/38 |
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Anmeldetag: 07.05.2002 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B22D 11/12 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/AT2002/000139 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2002/090018 (14.11.2002 Gazette 2002/46) |
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VERFAHREN UND ANLAGE ZUM VERTIKALEN STRANGGIESSEN EINES STAHLBANDES
METHOD AND APPARATUS FOR THE VERTICAL CONTINUOUS CASTING OF A STEEL STRIP
PROCEDE ET DISPOSITIF DE COULEE CONTINUE VERTICALE D'UN FEUILLARD D'ACIER
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Benannte Vertragsstaaten: |
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FR GB IT |
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Priorität: |
07.05.2001 AT 7232001
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.04.2004 Patentblatt 2004/18 |
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Patentinhaber: Hulek, Anton, Dipl.-Ing. |
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A-4040 Linz (AT) |
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Erfinder: |
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- Hulek, Anton, Dipl.-Ing.
A-4040 Linz (AT)
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Vertreter: Hübscher, Helmut et al |
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Patentanwaltskanzlei Hübscher
Postfach 411 4010 Linz 4010 Linz (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 329 639 US-A- 4 962 808
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US-A- 4 951 734 US-A- 5 339 887
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Anlage zum vertikalen Stranggießen
eines Stahlbandes, wobei zunächst in einer mitlaufenden Kokille ein Strang mit einem
parallelogrammförmigen Querschnitt gegossen und dann von diesem Ausgangsquerschnitt
mit durcherstarrten Längsrändern und flüssigem Kern in ein Band mit planparallelem
Querschnitt überführt wird, indem eine bereits erstarrte, durch Kühlung fortschreitend
dicker werdende Schale des Stranges in einer Verformungseinrichtung ohne Stauchung
der durcherstarrten Längsränder in Gießrichtung zunehmend zusammengedrückt wird.
Stand der Technik
[0002] Beim vertikalen Stranggießen von Stahlbändern ist es bekannt (EP 0 329 639 B1), den
mit parallelogrammförmigem Querschnitt gegossenen Strang in einer mitlaufenden Kokille
bei gleichbleibendem Querschnitt abzukühlen, bis sich eine feste, im Bereich der Längsränder
des Stranges aufgrund des parallelogrammförmigen Querschnittes bereits durcherstarrte
Schale bildet, bevor der Strang weiter abgekühlt und mit zunehmender Erstarrung fortschreitend
zu einem flachen Vorband verformt und zusammengepreßt wird. Die Verformung des mit
einem parallelogrammförmigen Querschnitt gegossenen Stranges zu einem planparallelen
Vorband erfolgt somit erst nach der Ausbildung einer ausreichend dicken Schale. Das
Überführen des parallelogrammförmigen Querschnittes des Stranges in einen planparallelen
Querschnitt erfolgt dabei in einer Verformungseinrichtung, die aus mehreren einander
bezüglich des Bandes gegenüberliegenden Längsbalken zusammengesetzt ist, die zwischen
sich einen Formspalt mit einem parallelogrammförmigen Zulaufquerschnitt und einem
planparallelen Ablaufquerschnitt bilden, und zwar mit Hilfe von in den Längsbalken
gelagerten Formwalzen. Da die Längsbalken zulaufseitig schwenkbar gelagert sind und
im Sinne eines gegenseitigen Verschwenkens einer Druckbeaufschlagung unterworfen werden,
ergibt sich unter der Voraussetzung einer gleichförmigen Kühlung eine von der Durchlaufgeschwindigkeit
des Stranges durch die Kokille und die Verformungseinrichtung abhängige Dicke für
das im Bereich der Verformungseinrichtung durcherstarrte Vorband, wenn die Schalen
gegeneinander gepreßt werden. Das Ausmaß der Erstarrung, die die Banddicke bestimmt,
hängt von der Kühldauer ab, die eine Funktion der Durchlaufgeschwindigkeit des Bandes
durch die Kokille und die Verformungseinrichtung ist. Dies bedeutet, daß für eine
einheitliche, gleichbleibende Banddicke für eine konstante Gießgeschwindigkeit zu
sorgen ist.
[0003] Eine konstante Gießgeschwindigkeit hat aber im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit
einem vorgelagerten Stahlwerk und der möglichen unmittelbaren Weiterverarbeitung des
Vorbandes in einem anschließenden Walzwerk betriebliche Nachteile, weil sowohl im
Stahlwerk als auch im Walzwerk Umstände auftreten können, die eine Änderung der Gießgeschwindigkeit
bzw. der Gießleistung erforderlich machen. Abgesehen davon ist mit Temperaturschwankungen
der Stahlschmelze zu rechnen, was ebenfalls Dickenschwankungen des Vorbandes nach
sich zieht.
[0004] Um die Dickenreduktion von stranggegossenen Stahlbändern zu vereinfachen, ist es
bekannt (DE 41 35 214 A1), eine Rollverformung des gegossenen Stranges vorzunehmen,
bevor der flüssige Kern durcherstarrt ist. Diese Rollverformung setzt eine bereits
in ausreichender Dicke erstarrte Schale voraus, die unter einer Quetschung des flüssigen
Kerns durch die Rollen ohne Stauchung zusammengedrückt, im Randbereich jedoch gestaucht
wird. Diese randseitige Stauchung ist zwangsläufig mit einer Streckung oder seitlichen
Ausbuchtungen verbunden, was zu einer Randwellung des gegossenen und auf diese Weise
reduzierten Stahlbandes bzw. zu Spannungen und einer Rißgefahr im Randbereich führt.
Daran ändert sich durch eine an die Dickenreduktion anschließende, zur Durcherstarrung
des Kernes vorgesehene, verformungsfreie Führung des Bandes zwischen Führungsrollen
mit einem konstanten Spalt nichts.
Darstellung der Erfindung
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden und
ein Verfahren der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, daß trotz auftretender
Änderungen hinsichtlich der Gießgeschwindigkeit und der Temperatur des Flüssigstahls
eine konstante Banddicke ohne Gefahr einer Randwellung bzw. Rißbildung sichergestellt
werden kann.
[0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß der Strang nach dem Zusammendrücken
zu einem Band mit noch flüssigem Kern während des Durcherstarrens des Kernes lediglich
in einem Formspalt mit konstanter, der Dicke der durcherstarrten Längsränder entsprechenden
Weite geführt und dabei kalibriert wird.
[0007] Da zum Kalibrieren des Bandes das Zusammenführen der Schalen beendet ist, bevor sich
die einander gegenüberliegenden Schalen berühren, und die Dicke des Formspaltes während
des Durcherstarrens des dabei verbliebenen flüssigen Kernes in Abhängigkeit von kühlungsbedingten
Schrumpfungen konstant gehalten wird, wird die definitive Banddicke durch die Formspaltabmessungen
und nicht durch die Gießgeschwindigkeit bestimmt. Der im Bereich des verbliebenen
flüssigen Kernes wirksame ferrostatische Druck sorgt ja für eine Anlage der Schalen
an den die Spaltgeometrie vorgebenden Formelementen. Sich zufolge unterschiedlicher
Gießgeschwindigkeiten ergebende unterschiedliche Dicken des flüssigen Kernes können
daher zu keinen unterschiedlichen Banddicken führen, wenn nur darauf geachtet wird,
daß der Kern im Bereich der konstanten Dicke des Formspaltes völlig erstarrt. Wesentlich
dabei ist, daß im Randbereich keine mit einer Streckung verbundene Stauchung des Bandes
auftreten kann. Dies wird dadurch sichergestellt, daß der Formspalt eine der Dicke
der durcherstarrten Längsränder entsprechende Weite aufweist. Da die Schale des Stranges
nach dem Gießen in einer mitlaufenden Kokille in der Venformungseinrichtung aus einem
parallelogrammförmigen Querschnitt in einen planparallelen Querschnitt überführt wird,
ohne die durcherstarrten Längsränder der Schale zu stauchen, bestimmen diese durcherstarrten
Längsränder des parallelogrammförmigen Querschnittes auch die spätere Dicke des durcherstarrten
Bandes, so daß es zu keiner mit einer Streckung verbundenen Stauchung des Längsrandes
kommt, bevor das Band völlig durcherstarrt ist.
[0008] Wegen der Durcherstarrung des Kernes ohne Streckwirkung auf das Band kann im wesentlichen
ein Gußgefüge erwartet werden. Nach der Durcherstarrung des Bandes kann allerdings
die Banddicke unter gleichzeitigem Strecken vorzugsweise mittels kraft- und weggesteuerter
Rollen geringfügig reduziert werden, was zu einer entsprechenden Gefügeverbesserung
führt.
[0009] Um besonders dünne Vorbänder für die weitere Verarbeitung in einem Walzwerk zur Verfügung
stellen zu können, kann das durcherstarrte Band nach dem Kalibrieren durch ein kontinuierliches
Walzen in seiner Dicke zusätzlich reduziert werden, was den Walzaufwand im Walzwerk
erheblich verringern kann.
[0010] Zur Durchführung der erfindungsgemäßen Kalibrierung des stranggegossenen Stahlbandes
kann von einer Stranggießanlage ausgegangen werden, die aus einer mit dem zu gießenden
Strang mitlaufenden Kokille mit einem parallelogrammförmigen Formspaltquerschnitt
und aus einer anschließenden Verformungseinrichtung mit mehreren einander bezüglich
des Stranges gegenüberliegenden, zwischen sich einen Formspalt mit einem parallelogrammförmigen
Zulauf- und einem planparallelen Ablaufquerschnitt bildenden Rollen besteht. Es muß
dafür gesorgt werden, daß an die Verformungseinrichtung eine Kalibriereinrichtung
mit einem vorgegebenen Formspaltverlauf anschließt, der zumindest zulaufseitig einen
Abschnitt mit konstanter Formspaltdicke aufweist, so daß die vollständige Durcherstarrung
des Bandes im Abschnitt des Formspaltes mit konstanter Dicke erfolgt. Je nach der
Gießgeschwindigkeit wird sich der Punkt der Durcherstarrung des Bandes entlang des
Formspaltes einstellen. Bei verminderter Gießgeschwindigkeit kann somit mit einer
Durcherstarrung des Bandes in einem Anfangsabschnitt, also im oberen Bereich, und
bei erhöhter Gießgescliwindigkeit in einem Endabschnitt, also im unteren Bereich des
Formspaltes der Kalibriereinrichtung gerechnet werden.
[0011] Günstige Verhältnisse ergeben sich, wenn die Kalibriereinrichtung den Formspalt begrenzende,
zur Einstellung des Formspaltvertaufes anstellbare Kalibrierwalzen aufweist. Zwischen
diesen Kalibrierwalzen kann nicht nur die Dicke des Bandes während seiner Durchstarrung
in vorteilhafter Weise festgelegt, sondern auch ein Vorschub erzielt werden, wenn
diese Kalibrierwalzen angetrieben werden. Wegen der fortgeschrittenen Erstarrung des
Bandes bedarf es keiner durchgehenden Bandführung, so daß zwischen den Kalibrierwalzen
Kühlflüssigkeit auf das Band aufgebracht werden kann.
[0012] Nach der Erstarrung des flüssigen Restkernes kann über die verbleibenden auslaufseitigen
Kalibrierwalzen eine Dickenreduktion, beispielsweise in der Größenordnung von 1 bis
5%, zur Gefügeverbesserung durchgeführt werden, was einen entsprechend voreingestellten
Formspaltverlauf erfordert.
[0013] Die Kalibriereinrichtung kann auch weit in den Gießbogen hineinreichen, was eine
Reduzierung der Bauhöhe erlaubt.
[0014] Um eine zusätzliche größere Dickenreduktion des Bandes zu erreichen, kann auf der
Ablaufseite der Kalibriereinrichtung zusätzlich ein Reduziergerüst vorgesehen sein,
mit dessen Hilfe einem angeschlossenen Walzwerk vergleichsweise dünne Vorbänder zugeführt
werden können.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0015] Anhand der Zeichnung wird das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Stranggießanlage zum Stranggießen in einem schematischen Längsschnitt,
- Fig. 2
- einen vereinfachten Querschnitt der Kalibriereinrichtung in einem größeren Maßstab,
die
- Fig. 3 bis 5
- die wesentlichen Querschnittsveränderungen eines nach dem Stand der Technik gegossenen
Stranges während seiner Umformung zu einem Band und die
- Fig. 6 bis 9
- eine den Fig. 3 bis 5 entsprechende Darstellung der Querschnittsveränderungen eines
nach der Erfindung gegossenen Stranges während seiner Umformung zu einem Band.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0016] Gemäß der Fig. 1 weist die dargestellte Stranggießanlage zum vertikalen Stranggießen
eines Stahlbandes 1 eine mitlaufende Kokille 2, eine daran über eine Strangführung
3 anschließende Verformungseinrichtung 4 und eine Kalibriereinrichtung 5 auf, von
der das Band 1 in einen Gießbogen 6 austritt, um von einem vertikalen in einen horizontalen
Verlauf umgelenkt zu werden. Die Kalibriereinrichtung 5 kann sich zumindest teilweise
in den Bereich des Gießbogens 6 erstrecken, was eine niedrigere Bauhöhe erlaubt.
[0017] Die mitlaufende Kokille 2 besteht aus zwei einander gegenüberliegenden, endlos umlaufenden
Plattenketten 7, die einen gleichbleibenden Formspalt zwischen sich einschließen,
in den ein an einen Gießbehälter angesetztes Gießrohr 8 mündet. Die einander paarweise
zugeordneten Platten der Plattenketten 7 bilden einen Formspalt mit einem parallelogrammförmigen
Querschnitt, so daß der in den Formspalt der mitlaufenden Kokille 2 durch das Gießrohr
8 eingegossene Flüssigstahl im Bereich der Plattenketten 7 gekühlt wird und mit fortschreitender
Kühlung eine dicker werdende, erstarrte Schale 9 bildet, die im Bereich der Längsränder
10 aufgrund der gegen die Längsränder 10 hin abnehmenden Strangdicke durcherstarrt
sind, wie dies den Fig. 3 und 4 bzw. 6 und 7 entnommen werden kann, die den Strang
11 im Bereich der mitlaufenden Kokille 2 zunächst mit noch dünner Schale 9 und dann
mit zunehmender Schalendicke zeigen. Wegen der durcherstarrten Längsränder 10 ist
eine Weiterführung des gegossenen Stranges 11 über die Strangführung 3 in die Verformungseinrichtung
4 ohne weiteres möglich, deren Formspalt von einem parallelogrammförmigen Zulaufquerschnitt
allmählich in einen planparallelen Ablaufquerschnitt übergeht. Zu diesem Zweck weist
die Verformungseinrichtung 4 mehrere einander bezüglich des Stranges 11 gegenüberliegende,
zwischen sich den Formspalt bildende Längsbalken 12 auf, die zulaufseitig um Achsen
13 schwenkbar gelagert sind und im Sinne einer gegenseitigen Verschwenkung über Druckzylinder
14 beaufschlagt werden. Der Formspalt wird dabei durch Formwalzen 15 begrenzt.
[0018] Wie der Fig. 5 entnommen werden kann, werden gemäß dem Stand der Technik in dieser
Verformungseinrichtung 4 die Schalen 9 unter einer Verdrängung des flüssigen Kernes
nach oben gegeneinander geführt, bis sie aneinander angedrückt werden und ein durchgehend
erstarrtes Band bilden, dessen Dicke bei gleichbleibenden Kühlbedingungen von der
Gießgeschwindigkeit bzw. von der Temperatur der Stahlschmelze abhängt. Im Gegensatz
dazu werden die Schalen 9 in der Verformungseinrichtung 4 nur zu einem planparallelen
Querschnitt mit einem noch flüssigen Kern 16 zusammengeführt, wie dies in der Fig.
8 dargestellt ist. Dabei muß darauf geachtet werden, daß die Längsränder 10 keiner
mit einer Streckung verbundenen Stauchung unterworfen werden. Die Durcherstarrung
des flüssigen Kernes 16 erfolgt erst in der Kalibriereinrichtung 5, die zumindest
einlaufseitig einen Formspalt konstanter Dicke aufweist, in dessen Bereich der flüssige
Kern 16 durcherstarrt, bis gemäß der Fig. 9 ein Band 1 konstanter Dicke erhalten wird.
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, daß durch den ferrostatischen Druck
im Bereich des flüssigen Kernes 16 die Schalen 9 gegen die Kalibriereinrichtung 5
gedrückt werden, so daß die vorgegebene Formspaltweite die Banddicke unabhängig von
der Gießgeschwindigkeit bzw. der Dicke des flüssigen Kernes 16 bestimmt. Die Formspaltweite
muß allerdings entsprechend der Dicke der durcherstarrten Längsränder 10 gewählt werden,
damit eine randseitige Streckung des Bandes 1 vermieden wird.
[0019] Die Kühlung, die Durchlaufgeschwindigkeit des Stranges 11 durch die Kokille 2 und
die Verformungseinrichtung 4 sowie die Länge der Kokille 2 und der Verformungseinrichtung
4 sind aufeinander so abgestimmt, daß der Strang 11 beim Austritt aus der Verformungseinrichtung
4 noch einen flüssigen Kern 16 aufweist, weil ja die Durcherstarrung des Bandes 1
erst in der Kalibriereinrichtung 5 erfolgen soll. Die Kalibrierwalzen 17 der Kalibriereinrichtung
5 werden über Stellzylinder 18 auf einen für den Kalibriervorgang vorgegebenen Formspaltverlauf
eingestellt. Da im Bereich des flüssigen Kernes 16 ein erheblicher ferrostatischer
Druck herrscht, werden die Schalen 9 des Bandes 1 im Bereich der Kalibriereinrichtung
5 gegen die Kalibrierwalzen 17 nach außen gedrückt, was den angestrebten Kalibriereffekt
sicherstellt, wobei die jeweilige Dicke des flüssigen Kerns 16 beim Eintritt des Bandes
1 in die Kalibriereinrichtung 5 variieren kann.
[0020] Da in der Kalibriereinrichtung 5 bereits von einem planparallelen Bandquerschnitt
ausgegangen wird, laufen die Kalibrierwalzen 17 über die Bandbreite durch, wie das
der Fig. 2 entnommen werden kann. Der schematisch angedeutete Antrieb 19 der Kalibrierwalzen
17 unterstützt die Bandförderung und eignet sich auch für eine geringe Walzleistung
nach dem Durcherstarren des flüssigen Kerns 16, so daß im Anschluß an die vollständige
Durcherstarrung des Bandes 1 die Kalibrierwalzen 17 für eine geringfügige Dickenreduktion
unter einer Streckwirkung herangezogen werden können. Um stärkere Dickenreduktionen
vornehmen zu können, kann der Kalibriereinrichtung 5 ein Walzgerüst 20 unmittelbar
nachgeordnet werden. Dieses Walzgerüst 20 kann aber auch im Anschluß an den Gießbogen
6 vorgesehen sein, wie dies in der Fig. 1 strichpunktiert angedeutet ist.
1. Verfahren zum vertikalen Stranggießen eines Stahlbandes, wobei zunächst in einer mitlaufenden
Kokille (2) ein Strang (11) mit einem parallelogrammförmigen Querschnitt gegossen
und dann von diesem Ausgangsquerschnitt mit durcherstarrten Längsrändern (10) und
flüssigem Kern in ein Band (1) mit planparallelem Querschnitt überführt wird, indem
eine bereits erstarrte, durch Kühlung fortschreitend dicker werdende Schale (9) des
Stranges (11) in einer Verformungseinrichtung (4) ohne Stauchung der durcherstarrten
Längsränder (10) in Gießrichtung zunehmend zusammengedrückt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Strang (11) nach dem Zusammendrücken zu einem Band (1) mit noch flüssigem Kern
(16) während des Durcherstarrens des Kernes lediglich in einem Formspalt mit konstanter,
der Dicke der durcherstarrten Längsränder (10) entsprechenden Weite geführt und dabei
kalibriert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (1) unmittelbar nach dem Durcherstarren unter gleichzeitigem Strecken in
seiner Dicke reduziert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das durcherstarrte Band (1) nach dem Kalibrieren durch Walzen in seiner Dicke reduziert
wird.
4. Stranggießanlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bestehend aus einer mit dem zu gießenden Strang (11) mitlaufenden Kokille (2) mit
einem parallelogrammförmigen Formspaltquerschnitt und aus einer anschließenden Verformungseinrichtung
(4) mit mehreren einander bezüglich des Stranges (11) gegenüberliegenden, zwischen
sich einen Formspalt mit einem parallelogrammförmigen Zulauf- und einem planparallelen
Ablaufquerschnitt bildenden Rollen (15), dadurch gekennzeichnet, daß an die Verformungseinrichtung (4) eine Kalibriereinrichtung (5) mit einem vorgegebenen
Formspaltverlauf anschließt, der zumindest zulaufseitig einen Abschnitt mit konstanter
Formspaltweite aufweist.
5. Stranggießanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalibriereinrichtung (5) den Formspalt begrenzende, zur Einstellung des Formspaltverlaufes
anstellbare Kalibrierwalzen (17) aufweist.
6. Stranggießanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalibriereinrichtung (5) sich zumindest teilweise im Bereich eines Gießbogens
(6) befindet.
7. Stranggießanlage nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Ablaufseite der Kalibriereinrichtung (5) ein Walzgerüst (20) vorgesehen ist.
1. Method for the vertical continuous casting of a steel strip, wherein a strand (11)
having a parallelogram-shaped cross-section is first cast in a revolving chill mould
(2) and is then converted from this initial cross-section having completely solidified
longitudinal edges (10) and a liquid core into a strip (1) having a plane-parallel
cross-section, in that an already solidified shell (9) of the strand (11), which becomes
progressively thicker by cooling, is increasingly compressed in the casting direction
in a deforming device (4) without upsetting deformation of the completely solidified
longitudinal edges (10), characterised in that after compression to a strip (1) the strand (11) with a core (16), which is still
liquid, is guided during the complete solidification of the core merely in a forming
gap having a constant width corresponding to the thickness of the completely solidified
longitudinal edges (10) and is thus calibrated.
2. Method as claimed in Claim 1, characterised in that the strip (1) is reduced in terms of its thickness directly after complete solidification
with simultaneous stretching.
3. Method as claimed in Claim 1 or 2, characterised in that the completely solidified strip (1) is reduced in terms of its thickness after calibration
by rollers.
4. Continuous casting installation for implementing the method as claimed in any one
of Claims 1 to 3, consisting of a chill mould (2) which revolves with the strand (11)
to be cast and has a forming gap cross-section in the shape of a parallelogram, and
of a downstream deforming device (4) having several rollers (15) which lie opposite
one another with respect to the strand (11) and form between them a forming gap having
a parallelogram-shaped inlet cross-section and a plane-parallel outlet cross-section,
characterised in that a calibrating device (5) having a predetermined forming gap progression is located
downstream of the deforming device (4), said forming gap progression comprising, at
least on the inlet-side, a section having a constant forming gap width.
5. Continuous casting installation as claimed in Claim 4, characterised in that the calibrating device (5) comprises calibrating rollers (17) which delimit the forming
gap and are adjustable to set the forming gap progression.
6. Continuous casting installation as claimed in Claim 5, characterised in that the calibrating device (5) is located at least partly in the region of a casting
arc (6).
7. Continuous casting installation as claimed in any one of Claims 4 to 6, characterised in that a rolling frame (20) is provided on the outlet-side of the calibrating device (5).
1. Procédé de coulée continue verticale d'un feuillard d'acier, où d'abord, en une coquille
(2) à mouvement conjoint, un tronçon (11), à section transversale en forme de parallélogramme,
est coulé et, ensuite, de cette section transversale initiale ayant des bords longitudinaux
(10) s'étant solidifiés dans la masse et ayant un noyau liquide, étant effectuée une
transformation en un feuillard (1) à section transversale plan-parallèle, en ce qu'une
coquille (9), devenant progressivement plus épaisse du fait du refroidissement et
déjà solidifiée, du tronçon (11) est de plus en plus comprimée en direction de la
coulée dans un dispositif de déformation (4), sans écrasement des bords longitudinaux
(10) solidifiés dans la masse, caractérisé en ce que le tronçon (11), après la compression en un feuillard (1) à noyau (16) encore liquide,
pendant la solidification dans la masse du noyau, est uniquement guidé dans un interstice
de formage à ouverture constante, correspondant à l'épaisseur des bords longitudinaux
(10) solidifiés dans la masse, et est alors calibré.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le feuillard (1) est réduit à son épaisseur directement après la solidification dans
la masse, ceci s'accompagnant d'un étirement simultané.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le feuillard (1) solidifié dans la masse est soumis à une réduction d'épaisseur après
calibrage, par utilisation de cylindres.
4. Installation de coulée continue pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des
revendications 1 à 3, formée d'une coquille (2) à mouvement conjoint à celui du tronçon
(11) à couler et ayant une section transversale d'intervalle de formage en forme de
parallélogramme et formé d'un dispositif de déformation (4) raccordé, comprenant une
pluralité de rouleaux (15) opposés les uns les autres par rapport au tronçon (11),
formant entre eux un intervalle de formage à section transversale d'arrivée en forme
de parallélogramme et section transversale de départ à forme plan-parallèle, caractérisée en ce qu'au dispositif de déformation (4) est raccordé un dispositif de calibrage (5) ayant
une allure d'intervalle de formage prédéterminée et présentant au moins, côté arrivée,
un tronçon à ouverture d'intervalle de formage constante.
5. Installation selon la revendication 4, caractérisée en ce que le dispositif de calibrage (5) présente des cylindres de calibrage (17), délimitant
l'intervalle de formage et susceptible d'être appliqués dans le but de régler l'allure
de l'intervalle de formage.
6. Installation selon la revendication 5, caractérisée en ce que le dispositif de calibrage (5) se trouve au moins partiellement dans la zone d'un
coude de coulée (6).
7. Installation selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisée en ce qu'un bâti ou cage de laminoir (20) est prévu(e) du côté sortie du dispositif de calibrage
(5).