[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn,
insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
und eine Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 3. Ein Verfahren
und eine Wickelmaschine dieser Art sind aus der
US 5931406 bekannt.
[0002] Verfahren und Wickelmaschinen der hier angesprochenen Art sind beispielsweise aus
der
europäischen Patentschrift EP 0 483 092 B1 oder aus der
PCT-Offenlegungsschrift WO 98/52858 A1 die als nächstliegender Stand der Technik angesehen wird hinlänglich bekannt und
werden insbesondere in Maschinen zur Herstellung oder zur Veredelung von Materialbahnen,
wie beispielsweise Papier oder Karton, benutzt.
[0003] Bei modernen Wickelkonzepten werden heutzutage Anpresseinrichtungen an den Tragtrommeln
und an den Tambouren (Wickelrollen) eingesetzt, die hydraulische oder pneumatische
Anpresseinheiten aufweisen. Die verwendeten Anpresseinheiten neigen insbesondere bei
bestimmten Betriebszuständen zur Erzeugung von Systemschwingungen, die sich negativ
auf die erreichbaren Wickelqualitäten auswirken. Weiterhin kann beim Einsatz dieser
Art von Anpresseinrichtungen nicht immer sichergestellt werden, dass aufgrund von
Unebenheiten in der Oberflächenkontur der Wickelrolle einerseits eine genaue Regelung/Steuerung
des Verlaufs der Linienkraft zwischen Tragtrommel und Wickelrolle möglich ist und
andererseits keine Lufteinschlüsse zwischen den einzelnen Lagen der Wickelrolle entstehen.
Überdies entstehen auch erhebliche Probleme bei der beabsichtigten Aufrechterhaltung
der "eingewickelten" Bahnspannung, um so auch im äußeren Bereich der Wickelrolle die
gewünschte Wickelqualität gewährleisten zu können.
[0004] Die dabei entstehenden Probleme werden um so größer, je schneller die Wickelmaschinen
betrieben werden (Größenordnung 1.500 bis 2.500 m/min) und je größer die hergestellten
Durchmesser der Wickelrollen (Fertigtamboure) sind (Größenordnung 2,5 bis 4,5 m).
[0005] Aus dem
US-Patent 6,036,137 und aus der
PCT-Offenlegungsschrift WO 00/41959 sind Wickelmaschinen mit einer starr gelagerten Tragtrommel (Pope-Roller) und/oder
mit einem verlagerbaren Tambour (Wickelrolle) bekannt. Die Wickelrolle ist dabei endseitig
auf je einer Schlitteneinheit, die mittels mindestens einer hydraulischen Zylindereinheit
horizontal verfahrbar ist, gelagert und sie ist mittels separater Klemmeinrichtungen
ortsfest, jedoch drehbar auf den Schlitteneinheiten fixiert. Die Steuerung der Linienkraft
zwischen der Tragtrommel und der Wickelrolle wird jeweils durch das Verfahren der
Wickelrolle bewerkstelligt.
[0006] Weiters zeigt die
PCT-Offenlegungsschrift WO 00/17081 eine Wickelmaschine mit einer Tragtrommel und mit einem Tambour (Wickelrolle), wobei
mindestens eine Rolle endseitig auf je einer Schlitteneinheit, die wiederum mittels
mindestens einer hydraulischen Zylindereinheit horizontal verfahrbar ist, gelagert
ist. Zur Grobsteuerung der Linienkraft zwischen der Tragtrommel und der Wickelrolle
wird die Schlitteneinheit entsprechend verfahren. Eine Feinsteuerung der Linienkraft
erfolgt durch ein elastisches Element, welches Energie zu speichern vermag und in
den Lagerungen mindestens einer beiden Rollen in Wirkrichtung der Linienkraft angeordnet
ist. Die Steuerung der Linienkraft besteht also prinzipiell aus einem Zusammenspiel
der Grobsteuerung und der Feinsteuerung.
[0008] Es ist also Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Wickelmaschine der eingangs
genannten Art derart zu verbessern, dass unabhängig vom Betriebszustand weitestgehend
keinerlei Systemschwingungen erzeugt werden und dass trotz eventuell auftretender
Unebenheiten in der Oberflächenkontur der Wickelrolle einerseits eine genaue Einstellung,
vorzugsweise Regelung/Steuerung, des Verlaufs der Linienkraft zwischen Tragtrommel
und Wickelrolle möglich ist und andererseits keine Lufteinschlüsse zwischen den einzelnen
Lagen der Wickelrolle entstehen. Weiterhin soll die "eingewickelte" Bahnspannung während
des annähernd gesamten Wickelvorgangs aufrecht erhalten bleiben.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Der Vorteil dieser elektromechanischen Anpresseinheit besteht primär darin, dass
sie die eventuelle Erzeugung von Systemschwingungen weitestgehend vollständig unterdrückt,
wobei sie überdies aufgrund ihrer konstruktiven Eigenschaften und Massen auch schnell
auf Unstetigkeiten im Wickelprozess, wie beispielsweise durch den Wickelspalt laufende
Batzen und dergleichen, reagiert.
[0011] Die genannte Regelung/Steuerung mittels verlagerbarer Tragtrommel besitzt den Vorteil,
dass insgesamt weniger Masse verlagert werden muss und somit eine genauere und schnellere
Regelung/Steuerung möglich ist.
[0012] Unter wickeltechnischen Aspekten im Hinblick auf die erzielbare Wickelqualität wird
weiters vorgeschlagen, dass die Linienkraft auf einem jeweils vorgebbaren Wert konstant
gehalten wird. Der Wert liegt in Abhängigkeit von den Wickelparametern im Bereich
von 0,05 kN/m bis 15 kN/m, vorzugsweise von 0,1 kN/m bis 6 kN/m. Dadurch wird insbesondere
das qualitative Wickeln von höherwertigen Tissuesorten, wie beispielsweise "Toilet-Tissue",
"Facial-Tissue", Serviettenpapier und/oder dergleichen, ermöglicht, wobei die im Wickelspalt
erzeugte Linienkraft zweckmäßiger kleiner oder gleich 0,8 kN/m, insbesondere kleiner
oder gleich 0,5 kN/m und vorzugsweise kleiner oder gleich 0,2 kN/m gewählt wird.
[0013] Diese Aufgabe wird bei einer Wickelmaschine der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
durch die Kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 3 gelöst.
[0014] Der Vorteil dieser elektromechanischen Anpresseinheit besteht primär darin, dass
sie die eventuelle Erzeugung von Systemschwingungen weitestgehend vollständig unterdrückt,
wobei sie überdies auch schnell auf Unstetigkeiten im Wickelprozess, wie beispielsweise
durch den Wickelspalt laufende Batzen und dergleichen, reagiert. Auch werden die weiteren
Anforderungen der Aufgabenstellung vorzüglich gelöst.
[0015] Unter funktionalen und kostenmäßigen Gesichtspunkten ist es vorteilhaft, wenn die
Anpresseinheit aus mindestens zwei an der beidseitigen Aufnahme oder an den beiden
Enden der Tragtrommel angreifenden Linearantrieben und/oder Drehspindelantrieben gebildet
ist, wobei der Linearantrieb erfindungsgemäß aus einer mechanischen Lineareinheit
mit einem mechanischen Antriebselement, insbesondere einem Gewindekegeltrieb oder
einem Zahnriementrieb, und der Drehspindelantrieb erfindungsgemäß aus einer Drehspindel
mit einem Spindelhubgetriebe besteht. Beide Antriebe haben sich in der Praxis bereits
vielfach bewährt, soviel hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und Runnability als auch
ihrer Wartung und Reinigung.
[0016] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn die Anpresseinheit einen Anpresshub im Bereich
von 50 mm bis 2.000 mm, vorzugsweise von 150 mm bis 1.500 mm, aufweist, da dieser
Hubbereich in der Praxis prozesssicher zu beherrschen ist und überdies hinsichtlich
seiner Größe derzeit völlig ausreichend ist.
[0017] Die Anpresseinheit weist überdies eine Anpresskraft im Bereich von 0,1 kN bis 50
kN, vorzugsweise von 1 kN bis 25 kN, auf. Dieser Kraftbereich deckt die heutigen Anforderungen
eines modernen Wickelsystems hinsichtlich der Erzeugung der Linienkraft ab.
[0018] Die Einrichtung zur Regelung/Steuerung der im Wickelspalt herrschenden Linienkraft
besteht erfindungsgemäß aus mindestens einer, vorzugsweise mindestens je einer beidseitig
angebrachten Messeinrichtung samt Messleitungen, mindestens einer Reglereinheit, mindestens
einem Sollwertgeber und mindestens einer Steuereinheit samt Steuerleitungen. Diese
Art der Einrichtung hat sich in verschiedenen Anwendungsfällen in der Papier- oder
Kartonindustrie bereits vielfach bewährt, sowohl hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeit
als auch ihrer Zuverlässigkeit und Runnability.
[0019] Die Messeinrichtung besteht in erster Ausführung aus einer Kraftmessdose, die in
der mechanischen Lineareinheit der Anpresseinheit integriert ist, und weist eine Nennkraft
von bis zu 50 kN, vorzugsweise von bis zu 25 kN, auf.
[0020] In zweiter Ausführung besteht sie aus einer Drehmomentmesswelle, die in der Drehspindel
der Anpresseinheit integriert ist, und weist ein Nenndrehmoment von bis zu 20 Nm,
vorzugsweise von bis zu 10 Nm, auf.
[0021] Auch diese beiden Ausführungsarten haben sich in verschiedenen Anwendungsfällen in
der Papier- oder Kartonindustrie bereits vielfach bewährt.
[0022] Um eine möglichst hohe Sicherheitsnorm zu erfüllen, weist die Aufnahme für die Tragtrommel
mindestens ein Sicherheitselement in Form einer Rückstellfeder mit einstellbarer Losbrechkraft
auf, welches in der Lagerung der Tragtrommel eingebracht ist und vorzugsweise in Kraftrichtung
der Linienkraft wirkt. Durch dieses Sicherheitselement können plötzlich auftretende
Kräfte, die mit Sicherheit der Anpresseinrichtung einen Schaden zufügen würden, zuverlässig
aufgefangen und ganzheitlich eliminiert werden. Überdies ist ein solches Sicherheitselement
günstig zu erwerben.
[0023] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Zeichnung.
[0024] Es zeigen
- Figur 1:
- eine schematische Seitenansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Wickelmaschine
zum Aufwickeln einer Materialbahn auf einen Tambour;
- Figur 2:
- eine schematische Draufsicht auf die Wickelmaschine der Fig. 1; und
- Figur 3:
- eine weitere stark schematische Teilseitenansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Wickelmaschine.
[0025] Die Figur 1 zeigt in rein schematischer Seitenansicht eine beispielhafte Ausführungsform
einer Wickelmaschine 10 zum Aufwickeln einer Materialbahn 12 auf einen Tambour 14.
Bei der Materialbahn 12 kann es sich insbesondere um eine Papier- oder Kartonbahn
handeln. Die Wickelmaschine 10 kann insbesondere am Ende einer Papier- oder Streichmaschine
vorgesehen sein.
[0026] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, ist die Materialbahn 12 zunächst über eine
Bahnleitwalze 16 geführt, durch diese vertikal nach oben umgelenkt und anschließend
über eine Tragtrommel 18 geführt, die mit dem Tambour 14 beziehungsweise mit der entstehenden
Wickelrolle 20 einen Wickelspalt 22 bildet. Über die Mantelfläche der Tragtrommel
18 ist die Materialbahn 12 im vorliegenden Fall mit einem Umschlingungswinkel von
etwa 180° (Teilbereich) geführt. Die Tragtrommel 18 und die entstehende Wickelrolle
20 werden während des Wickelvorganges weitestgehend miteinander in Kontakt gehalten,
um diesen Wickelspalt 22 aufrechtzuerhalten.
[0027] In einer Primärlagerung 24 wird bereits ein nächster, noch leerer Tambour 14' bereitgehalten.
Die Primärlagerung 24 umfasst im vorliegenden Fall zwei um eine Achse 26 schwenkbare
Hebel 28, von denen in Figur 1 lediglich einer zu erkennen ist. Mittels der Hebel
28 kann der Tambour 14' entlang einer ersten Führungsbahn 30 verlagert werden, die
beim vorliegenden Ausführungsbeispiel durch einen Teil einer Kreisbahn gebildet ist.
Der Mittelpunkt des betreffenden Kreises liegt auf der Achse 26.
[0028] Der Tambour 14' ist durch einen Primärantrieb 32 beaufschlagbar, durch den er in
der Primärlagerung 24 in Drehung versetzt werden kann. Der Primärantrieb 32 kann entlang
der ersten Führungsbahn 30 verlagert werden.
[0029] Die Wickelmaschine 10 umfasst zudem eine Sekundärlagerung 34, die zum Beispiel eine
auf einer nicht dargestellten Linearführung verfahrbare Transporteinrichtung 36 aufweisen
kann. Diese Transporteinrichtung 36 dient zur Halterung und Führung eines jeweiligen
Tambours 14. Überdies können Schienen 38 vorgesehen sein, von denen in Figur 1 lediglich
eine zu erkennen ist.
[0030] Die Schienen 38 sind parallel zur Horizontalen angeordnet und an einem Maschinengestell
40 befestigt. Somit kann ein mit Lagerzapfen versehener Tambour 14 auf den Schienen
38 abgelegt werden, was bedeutet, dass das Gewicht dieses Tambours 14 beziehungsweise
der entstehenden Wickelrolle 20 von diesen Schienen 38 aufgenommen wird.
[0031] Zum Verfahren der Wickelrolle 20 mit dem zugeordneten Tambour 14 ist eine Antriebseinrichtung
42 vorgesehen, die zwei die beiden Tambourenden beaufschlagende, jeweils von einem
zugeordneten Elektromotor 44 angetriebene Gewindespindeln 46 (gestrichelt) umfasst.
[0032] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel wird die entstehende Wickelrolle 20 zusammen
mit dem zugeordneten Tambour 14 beispielsweise durch die Transporteinrichtung 36 entlang
einer zweiten Führungsbahn 48 verfahren, die im wesentlichen horizontal verläuft.
und in einer gedachten, zur Plattebene senkrechten ersten Ebene E1 liegt.
[0033] Der Tambour 14 ist durch einen Sekundärantrieb 50 beaufschlagbar, der als Zentrumsantrieb
ausgebildet und entlang der zweiten Führungsbahn 48 verlagerbar ist.
[0034] Die mittels eines lediglich angedeuteten Zentrumsantriebs antreibbare Tragtrommel
18 dient im vorliegenden Fall als Anpresstrommel, wobei sie beispielsweise von einem
Führungsschlitten 52 gehalten wird, der auf einer im wesentlichen parallel zu den
Schienen 38 der Sekundärlagerung 34 angeordneten Führung 54 verfahrbar ist. Der Mittelpunkt
der hier als verfahrbare Anpresstrommel dienenden Tragtrommel 18 liegt auf einer gedachten
ersten Geraden G1, die parallel zur zweiten Führungsbahn 48 verläuft. Im vorliegenden
Fall ist der vertikale Abstand zwischen der Tragtrommel 18 und den Schienen 38 somit
konstant.
[0035] In der in Figur 1 dargestellten Wickelphase bildet die Tragtrommel 18 mit der von
der Transporteinrichtung 36 geführten Wickelrolle 20 den Wickelspalt 22.
[0036] Der nächste, noch leere Tambour 14' ist gemäß Figur 1 schräg oberhalb in die Primärlagerung
24 eingebracht. Durch Verschwenken der Hebel 28 kann der Tambour 14' anschließend
entlang der ersten Führungsbahn 50 von einer Anwickelposition in eine Übergabeposition
überführt werden, wie dies in Figur 1 am Ende der Führungsbahn 50 durch gestrichelte
Linien angedeutet ist. Ausgehend von dieser Übergabeposition wird die entstehende
Wickelrolle 20 mit dem zugeordneten Tambour 14 dann entlang der zweiten Führungsbahn
48 in die in durchgezogenen Linien dargestellte Fertigwickelposition und im Anschluss
daran in eine wider durch gestrichelte Linien angedeutete Ausbringposition überführt,
von der die fertige Wickelrolle 20 dann beispielsweise mittels eines Krans aus der
Wickelmaschine 10 ausgebracht werden kann.
[0037] Nach einem Trennen der Materialbahn 20 kann das betreffende Bahnende auf den neuen,
noch leeren Tambour 14' aufgewickelt werden. Bei dem Tambourwechsel wird der noch
leere Tambour 14' vor der Überführung der Materialbahn 12 von dem Primärantrieb 32
beschleunigt und auf die Laufgeschwindigkeit der Materialbahn 12 gebracht. Zur Überführung
der kontinuierlichen Materialbahn 12 auf den leeren Tambour 14' kann die Fahrgeschwindigkeit
der die Wickelrolle 20 führenden Transporteinrichtung 36 beispielsweise erhöht werden.
Dabei bleibt die Tragtrommel 18 in ständigem Kontakt mit der Wickelrolle 20, was bedeutet,
dass auch in dieser Phase die Tragtrommel 18 entsprechend nachgeführt und die Linienkraft
im Wickelspalt 22 konstant gehalten wird.
[0038] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, nimmt der in die Primärlagerung 24 eingebrachte
leere Tambour 14' vor einem Verschwenken der Hebel 28 nach unten zunächst eine durch
die horizontale Gerade G2 angedeutete Position ein, in der der vertikale Abstand zwischen
dieser horizontalen Geraden G2 und der durch den Mittelpunkt der Tragtrommel 18 verlaufenden
horizontalen Geraden G1 geringer ist als die Summe der Radien der Tragtrommel 18 und
des leeren Tambours 14'. Demzufolge kommt die nach rechts verfahrene Tragtrommel 18
schließlich auch mit dem noch leeren Tambour 14' in Kontakt. In dem Moment, in dem
auch zwischen der Tragtrommel 18 und dem noch leeren Tambour 14' ein Wickelspalt gebildet
wird, wird der Tambourwechsel ausgelöst. Bei diesem Tambourwechsel wird die Materialbahn
12 mittels einer nicht gezeigten Trenneinrichtung abgetrennt, auf den Tambour 14'
überführt und angewickelt. Im Moment des Tambourwechsels, dass heisst noch vor dem
Trennen und Überführen der Materialbahn 12 auf den leeren Tambour 14', kann die Wickelrolle
20 noch mit der Tragtrommel 18 in Kontakt stehen. In diesem Fall wird sie erst nach
dem Anwickeln des Tambours 14' vollständig von der Tragtrommel 18 abgehoben. Grundsätzlich
ist es jedoch auch möglich, dass im Moment des Tambourwechsels bereits ein Zwischenraum
zwischen der Wickelrolle 20 und der Tragtrommel 18 gebildet ist. Nach dem Anwickeln
des Tambours 14' wird dieser dann durch Verschwenken der Hebel 28 der Primärlagerung
24 um die Achse 26 im Uhrzeigersinn entlang der ersten Führungsbahn 30 in die gestrichelt
angedeutete Übergabeposition überführt. Dabei wird der Tambour 14' ständig von dem
Primärantrieb 32 angetrieben. Auch dieser Primärantrieb 32 wird somit entlang der
ersten Führungsbahn 30 verlagert.
[0039] Während der Überführung des Tambours 14' von der in Figur 1 mit durchgezogenen Linien
dargestellten Anwickelposition in die mit gestrichelten Linien angedeutete Übergabeposition
wird die Tragtrommel 18 durch die zugeordnete Anpresseinrichtung 56 entlang der Geraden
G1 verlagert, wobei die Linienkraft im Wickelspalt während der gesamten Überführung
auf dem jeweils gewünschten Wert gehalten wird.
[0040] Nachdem die fertige Wickelrolle 20 mit dem Tambour 14 in die durch gestrichelte Linien
angedeutete rechte Ausbringposition verlagert wurde, können die Transporteinrichtung
36 und der Sekundärantrieb 50 zur Übernahme des angewickelten Tambours 14' von der
Primärlagerung 24 in die Übernahmeposition verlagert werden. Während die Transporteinrichtung
36 den angewickelten Tambour 14' von den Hebeln 28 der Primärlagerung 24 übernimmt,
wird der Sekundärantrieb 50 an den angewickelten Tambour 14' angekuppelt, so dass
vorübergehend beide Antriebe 32, 50 am Tambour 14' angekuppelt sind. Danach wird der
Primärantrieb 32' vom Tambour 14' abgekuppelt und entlang der ersten Führungsbahn
30 entgegen dem Uhrzeigersinn in die Anwickelposition zurückverlagert. Während der
Überführung des Tambours 14' aus der Anwickelposition in die Übergabeposition entlang
der ersten Führungsbahn 30 wird die Zunahme des Wickeldurchmessers über die der Tragtrommel
18 zugeordnete Anpresseinrichtung 56 durch eine entsprechende Verlagerung der Tragtrommel
18 kompensiert. Dagegen wird die Zunahme des Wickeldurchmessers während einer Überführung
der entstehenden Wickelrolle 20 entlang der zweiten Führungsbahn 48 von der Übergabeposition
in die Fertigwickelposition über die dem Tambour 14 zugeordnete Antriebseinrichtung
32 durch eine entsprechende Verlagerung des Tambours 14 bzw. der entstehenden Wickelrolle
20 kompensiert.
[0041] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass die im Wickelspalt 22 herrschende Linienkraft
LK mittels einer Anpresseinrichtung 56 in Form einer elektromechanischen Anpresseinheit
56.1, die eine beidseitige Aufnahme 58 für die Tragtrommel 18 aufweist, geregelt oder
gesteuert erzeugt wird, wobei die Linienkraft LK im Wickelspalt 22 über die verlagerbare
Tragtrommel 18 eingestellt wird und die Linienkraft LK vorzugsweise auf einem jeweils
vorgebbaren Wert konstant gehalten wird.
[0042] In Figur 1 ist hierfür die Anpresseinheit 56.1 unter anderem aus zwei an der beidseitigen
Aufnahme 58 der Tragtrommel 18 angreifenden Linearantrieben 60 gebildet. Die beiden
Linearantriebe 60 können jedoch auch direkt an den beiden Enden der Tragtrommel 18
angreifen. Die Linearantriebe 60 bestehen in weiterer Ausgestaltung vorzugsweise aus
einer mechanischen Lineareinheit mit einem mechanischen Antriebselement, insbesondere
einem Gewindekegeltrieb oder einem Zahnriementrieb.
[0043] Selbstverständlich kann die Anpresseinheit 56.1 auch aus zwei Drehspindelantrieben
62 gebildet sein, wobei die Antriebe 60, 62 auch an dem Tambour 14 angeordnet sein
können. Beispielhaft sind hierfür zwei Drehspindelantriebe 62 an dem Tambour 14 in
gestrichelter Darstellung dargestellt. Die Drehspindelantriebe 62 bestehen in weiterer
Ausgestaltung vorzugsweise aus einer Drehspindel mit einem Spindelhubgetriebe.
[0044] Die jeweilige Anpresseinheit 56.1 weist einen Anpresshub AH im Bereich von 50 mm
bis 1.000 mm, vorzugsweise von 150 mm bis 750 mm, und eine Anpresskraft AK (Pfeil)
im Bereich von 0,1 kN bis 50 kN, vorzugsweise von 1 kN bis 25 kN, auf.
[0045] Weiters ist in Figur 1 erkennbar, dass eine Messeinrichtung 64 in Form einer Kraftmessdose
64.1 in den Linearantrieb 60 der Anpresseinheit 56.1 integriert ist, wobei die Kraftmessdose
64.1 eine Nennkraft von bis zu 50 kN, vorzugsweise von bis zu 25 kN, aufweist.
[0046] Bei Verwendung eines Drehspindelantriebs 62 als Anpresseinheit 56.1 ist als Messeinrichtung
64 eine in der Drehspindel der Anpresseinheit 56.1 integrierte Drehmomentmesswelle
64.2 vorgesehen, wobei die Drehmomentmesswelle 64.2 ein Nenndrehmoment von bis zu
20 Nm, vorzugsweise von bis zu 10 Nm, aufweist.
[0047] Die erfindungsgemäße Wickelmaschine 1 eignet sich insbesondere auch für das qualitative
Wickeln von höherwertigen Tissuesorten, wie beispielsweise "Toilet-Tissue", "Facial-Tissue",
Serviettenpapier und/oder dergleichen, ermöglicht, wobei die im Wickelspalt erzeugte
Linienkraft zweckmäßiger kleiner oder gleich 0,8 kN/m, insbesondere kleiner oder gleich
0,5 kN/m und vorzugsweise kleiner oder gleich 0,2 kN/m gewählt wird. Weiterhin ist
bei dieser Wickelmaschine 1 von Vorteil, dass die Tissuebahn über eine Tragtrommel
geführt und im Anschluss daran auf einen Tambour aufgewickelt wird, wobei vorzugsweise
sowohl der Tragtrommel als dem Tambour jeweils ein Antrieb, vorzugsweise ein Zentrumsantrieb,
zugeordnet ist. Dadurch ist ein optimales Aufwickeln der Tissuebahn gewährleistet,
ohne das spezifische Volumen (bulk) der produzierten Tissuebahn zu zerstören. So ist
mit der Verwendung zweier Antriebe, insbesondere zweier Zentrumsantriebe, für die
Tragtrommel und den Tambour bzw. die Wickelrolle insbesondere eine Reduzierung der
im Wickelspalt erzeugten Linienkraft möglich.
[0048] In Figur 2 sind in rein schematischer Draufsicht die der Tragtrommel 18 der Anpresseinrichtung
56 zugeordnete erfindungsgemäße Einrichtung 65 zur Regelung oder zur Steuerung der
im Wickelspalt 22 herrschenden Linienkraft LK dargestellt.
[0049] Dabei umfasst die erfindungsgemäße Einrichtung 65 mindestens zwei Messeinrichtungen
64 für die Linienkraft, die in Figur 2 in dem Linearantrieb 60 der Anpresseinheit
56.1 als Kraftmessdose 64.1 integriert ist. Die Messeinrichtungen 64, 64.1 sind über
Messleitungen 66 mit einer Regeleinheit 68, der wiederum mit einem Sollwertgeber 70
und einer Steuereinheit 72 verbunden ist, verbunden und liefern diesem einen entsprechenden
Ist-Wert I (Pfeil). Der Sollwertgeber 70 liefert dem Regler 68 über eine Leitung 74
den jeweiligen Sollwert S (Pfeil). Die Regeleinheit 68 ist über eine Leitung 76 wieder
mit der Steuereinheit 72 verbunden, über die beiden Anpresseinheiten 56.1 entsprechend
über eine Steuerleitung 78 angesteuert werden.
[0050] Selbstverständlich kann die Anpresseinheit 56.1 in Figur 2 auch als Drehspindelantrieb
mit einer vorzugsweise in der Drehspindel integrierten Drehmomentmesswelle ausgebildet
sein. Weiters kann die Anpresseinheit 56.1 auch an dem Tambour 14 wirken oder auch
an beiden Einheiten.
[0051] Die Anpresseinrichtung 56 ist somit ein Teil eines Regelkreises, der die Linienkraft
LK selbsttätig auf einen gewünschten Wert einstellt bzw. auf dem gewünschten Wert
hält. Durch die Verlagerung der Tragtrommel 18 mittels der Anpresseinheit 56.1 können
Schwankungen der Linienkraft sicher ausgeglichen bzw. vermieden werden, so dass kontinuierlich
die jeweils gewünschte Wickelhärte erzielt werden kann. Der größer werdende Durchmesser
der Wickelrolle 20 wird durch eine entsprechende Verlagerung dieser Wickelrolle 20
in Richtung des Pfeils 80, dass heisst in Figur 1 nach rechts, ausgeglichen.
[0052] Die verfahrbare Tragtrommel 18 wird durch die zugeordnete Anpresseinrichtung 56 entsprechend
nachgeführt, wodurch der Wickelspalt 22 aufrechterhalten und die Linienkraft LK in
diesen Wickelspalt 22 auf einem jeweils vorgebbaren Wert konstant gehalten wird.
[0053] Die Figur 3 zeigt eine weitere stark schematische Teilseitenansicht einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Wickelmaschine 10.
[0054] Erfindungsgemäß ist nunmehr vorgesehen, dass die Aufnahme 58 der Tragtrommel 18 mindestens
ein Sicherheitselement 82, insbesondere eine Rückstellfeder mit einstellbarer Losbrechkraft,
aufweist, welches in der Lagerung 84 der Tragtrommel 18 eingebracht ist und vorzugsweise
in Kraftrichtung der Linienkraft LK wirkt. Das Sicherheitselement 82 kann jedoch in
weiterer Ausgestaltung jede beliebige konstruktive Gestalt und jeden Funktionsmechanismus
annehmen. Die Anpresseinrichtung 56 ist lediglich schematisch dargestellt, wobei das
Sicherheitselement 82 auch direkt im Bereich der Anpresseinheit 56.1 angeordnet sein
kann.
[0055] Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die Erfindung ein Verfahren und eine
Wickelmaschine der eingangs genannten Arten derart verbessert werden, dass unabhängig
vom Betriebszustand weitestgehend keinerlei Systemschwingungen erzeugt werden und
dass trotz eventuell auftretender Unebenheiten in der Oberflächenkontur der Wickelrolle
einerseits eine genaue Einstellung, vorzugsweise Regelung, des Verlaufs der Linienkraft
zwischen Tragtrommel und Wickelrolle möglich ist und andererseits keine Lufteinschlüsse
zwischen den einzelnen Lagen der Wickelrolle entstehen. Weiterhin soll die "eingewickelte"
Bahnspannung während des annähernd gesamten Wickelvorgangs aufrecht erhalten bleiben.
Bezugszeichenliste
[0056]
- 10
- Wickelmaschine
- 12
- Materialbahn
- 14
- Tambour
- 14'
- Leerer Tambour
- 16
- Bahnleitwalze
- 18
- Tragtrommel
- 20
- Wickelrolle
- 22
- Wickelspalt
- 24
- Primärlagerung
- 26
- Achse
- 28
- Hebel
- 30
- Erste Führungsbahn
- 32
- Primärantrieb
- 34
- Sekundärlagerung
- 36
- Transporteinrichtung
- 38
- Schiene
- 40
- Maschinengestell
- 42
- Antriebseinrichtung
- 44
- Elektromotor
- 46
- Gewindespindel
- 48
- Zweite Führungsbahn
- 50
- Sekundärantrieb
- 52
- Führungsschlitten
- 54
- Führung
- 56
- Anpresseinrichtung
- 56.1
- Anpresseinheit
- 58
- Aufnahme
- 60
- Linearantrieb
- 62
- Drehspindelantrieb
- 64
- Messeinrichtung
- 64.1
- Kraftmessdose
- 64.2
- Drehmomentmesswelle
- 65
- Einrichtung
- 66
- Messleitung
- 68
- Regeleinheit
- 70
- Sollwertgeber
- 72
- Steuereinheit
- 74, 76
- Leitung
- 78
- Steuerleitung
- 80
- Pfeil
- 82
- Sicherheitselement
- 84
- Lagerung
- AH
- Anpresshub
- AK
- Anpresskraft (Pfeil)
- E1
- Horizontale Ebene
- G1
- Gerade
- G2
- Gerade
- I
- Ist-Wert (Pfeil)
- L
- Bahnlaufrichtung
- LK
- Linienkraft
- S
- Sollwert (Pfeil)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn (12), insbesondere einer
Papier- oder Kartonbahn, auf einen verlagerbaren Tambour (14) zu einer Wickelrolle
(20), bei dem die Materialbahn (12) über einen Teilbereich einer Mantelfläche einer
verlagerbaren Tragtrommel (18) geführt und zwischen der Tragtrommel (18) und dem Tambour
(14) während des Wickelvorgangs ein Wickelspalt (22) bei Erzeugung einer Linienkraft
(LK), welche durch mindestens eine an der Tragtrommel (18) wirkende Anpresseinrichtung
(56) erzeugt wird, gebildet wird sowie die Tragtrommel (18) und die entstehende Wickelrolle
(20) während des Wickelvorgangs weitestgehend miteinander in Kontakt gehalten werden,
wobei
die im Wickelspalt (22) herrschende Linienkraft (LK) mittels einer elektromechanischen
Anpresseinheit (56.1), die eine beidseitige Aufnahme (58) für die Tragtrommel (18)
aufweist, geregelt oder gesteuert erzeugt wird und die Linienkraft (LK) im Wickelspalt
(22) über die verlagerbare Tragtrommel (18) geregelt/gesteuert wird und
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufnahme (58) mindestens ein Sicherheitselement (82) in form einer Ruckstellfeder
mit einstellbarer Losbrechkraft aufweist, welches in der Lagerung (84) der Tragtrommel
(18) eingebracht ist und vorzugsweise in Kraftrichtung der Linienkraft (LK) wirkt.
2. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Linienkraft (LK) auf einem jeweils vorgebbaren Wert konstant gehalten wird.
3. Wickelmaschine (10) zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn (12), insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, auf einen verlagerbaren Tambour (14) zu einer Wickelrolle
(20), mit einer verlagerbaren Tragtrommel (18), die mit der Wickelrolle (20) während
des Wickelvorgangs weitestgehend einen Wickelspalt (22) bei Erzeugung einer Linienkraft
(LK), welche durch mindestens eine an der Tragtrommel (18) wirkende Anpresseinrichtung
(56) erzeugt ist, bildet, wobei
die Anpresseinrichtung (56) eine elektromechanische Anpresseinheit (56.1) mit einer
beidseitigen Aufnahme (58) für die Tragtrommel (18) und mit mindestens einer Einrichtung
(65) zur Regelung/Steuerung der im Wickelspalt (22) herrschenden Linienkraft (LK)
ist und die Linienkraft (LK) im Wickelspalt (22) über die verlagerbare Tragtrommel
(18) geregelt/gesteuert wird und
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufnahme (58) mindestens ein Sicherheitselement (82) in form einer Ruckstellfeder
mit einstellbarer Losbrechkraft aufweist, welches in der Lagerung (84) der Tragtrommel
(18) eingebracht ist und vorzugsweise in Kraftrichtung der Linienkraft (LK) wirkt.
4. Wickelmaschine (10) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anpresseinheit (56.1) aus mindestens zwei an der beidseitigen Aufnahme (58) oder
an den beiden Enden der Tragtrommel (18) angreifenden Linearantrieben (60) und/oder
Drehspindelantrieben (62) gebildet ist.
5. Wickelmaschine (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Linearantrieb (60) aus einer mechanischen Lineareinheit mit einem mechanischen
Antriebselement, insbesondere einem Gewindekegeltrieb oder einem Zahnriementrieb,
besteht.
6. Wickelmaschine (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Drehspindelantrieb (62) aus einer Drehspindel mit einem Spindelhubgetriebe besteht.
7. Wickelmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anpresseinheit (56.1) einen Anpresshub (AH) im Bereich von 50 mm bis 2.000 mm,
vorzugsweise von 150 mm bis 1.500 mm, aufweist.
8. Wickelmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anpresseinheit (56.1) eine Anpresskraft (AK) im Bereich von 0,1 kN bis 50 kN,
vorzugsweise von 1 kN bis 25 kN, aufweist.
9. Wickelmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einrichtung (65) zur Regelung/Steuerung der im Wickelspalt (22) herrschenden
Linienkraft (LK) aus mindestens einer, vorzugsweise mindestens je einer beidseitig
angebrachten Messeinrichtung (64, 64.1, 64.2) samt Messleitungen (66), mindestens
einer Regeleinheit (68), mindestens einem Sollwertgeber (70) und mindestens einer
Steuereinheit (72) samt Steuerleitungen (78) besteht.
10. Wickelmaschine (10) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (64) aus einer Kraftmessdose (64.1), die in der mechanischen
Lineareinheit der Anpresseinheit (56.1) integriert ist, besteht.
11. Wickelmaschine (10) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kraftmessdose (64.1) eine Nennkraft von bis zu 50 kN, vorzugsweise von bis zu
25 kN, aufweist.
12. Wickelmaschine (10) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (64) aus einer Drehmomentmesswelle (64.2), die in der Drehspindel
der Anpresseinheit (56.1) integriert ist, besteht.
13. Wickelmaschine (10) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehmomentmesswelle (64.2) ein Nenndrehmoment von bis zu 20 Nm, vorzugsweise
von bis zu 10 Nm, aufweist.
1. Method for the continuous winding of a web of material (12), in particular a paper
or board web, onto a displaceable spool (14) to form a wound reel (20), in which the
web of material (12) is guided over a subregion of a circumferential surface of a
displaceable carrier drum (18) and, between the carrier drum (18) and the spool (14),
during the winding operation, a winding nip (22) is formed with the production of
a line force (LK), which is produced by at least one pressure device (56) acting on
the carrier drum (18), and also the carrier drum (18) and the wound reel (20) produced
are kept in contact with each other to the greatest possible extent during the winding
operation, wherein the line force (LK) prevailing in the winding nip (22) is produced
in a regulated or controlled manner by means of an electromechanical pressing unit
(56.1), which has a holder (58) on both sides for the carrier drum (18), and the line
force (LK) in the winding nip (22) is regulated/controlled via the displaceable carrier
drum (18), and characterized in that the holder (58) has at least one safety element (82) in the form of a return spring
with adjustable breakaway force, which safety element is inserted into the support
(84) of the carrier drum (18) and preferably acts in the force direction of the line
force (LK).
2. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the line force (LK) is kept constant at a respectively predefinable value.
3. Winding machine (10) for the continuous winding of a web of material (12), in particular
a paper or board web, onto a displaceable spool (14) to form a wound reel (20), having
a displaceable carrier drum (18) which, with the wound reel (20), during the winding
operation, to the greatest possible extent forms a winding nip (22) with the production
of a line force (LK) which is produced by at least one pressure device (56) acting
on the carrier drum (18), wherein the pressure device (56) is an electromechanical
pressing unit (56.1) having a holder (58) on both sides for the carrier drum (18)
and having at least one device (65) for regulating/controlling the line force (LK)
prevailing in the winding nip (22), and the line force (LK) in the winding nip (22)
is regulated/controlled via the displaceable carrier drum (18), and characterized in that the holder (58) has at least one safety element (82) in the form of a return spring
with adjustable breakaway force, which safety element is inserted into the support
(84) of the carrier drum (18) and preferably acts in the force direction of the line
force (LK).
4. Winding machine (10) according to Claim 3, characterized in that the pressing unit (56.1) is formed from at least two linear drives (60) and/or rotary
spindle drives (62) acting on the holder (58) on both sides or on the two ends of
the carrier drum (18).
5. Winding machine (10) according to Claim 4, characterized in that the linear drive (60) comprises a mechanical linear unit having a mechanical drive
element, in particular a threaded conical pulley drive or a toothed belt drive.
6. Winding machine (10) according to Claim 4, characterized in that the rotary spindle drive (62) comprises a rotary spindle with a spindle displacement
mechanism.
7. Winding machine (10) according to one of Claims 3 to 6, characterized in that the pressing unit (56.1) has a pressure stroke (AH) in the range from 50 mm to 2000
mm, preferably from 150 mm to 1500 mm.
8. Winding machine (10) according to one of Claims 3 to 7, characterized in that the pressing unit (56.1) has a pressing force (AK) in the range from 0.1 kN to 50
kN, preferably from 1 kN to 25 kN.
9. Winding machine (10) according to one of Claims 3 to 8, characterized in that the device (65) for regulating/controlling the line force (LK) prevailing in the
winding nip (22) comprises at least one measuring device (64, 64.1, 64.2), preferably
at least one measuring device fitted on each side, together with measuring lines (66),
at least one closed-loop control unit (68), at least one set point generator (70)
and at least one open-loop control unit (72) together with control lines (78).
10. Winding machine (10) according to Claim 9, characterized in that the measuring device (64) comprises a force measuring capsule (64.1), which is integrated
in the mechanical linear unit of the pressing unit (56.1).
11. Winding machine (10) according to Claim 10, characterized in that the force measuring capsule (64.1) has a nominal force of up to 50 kN, preferably
up to 25 kN.
12. Winding machine (10) according to Claim 9, characterized in that the measuring device (64) comprises a torque measuring shaft (64.2) which is integrated
in the rotary spindle of the pressing unit (56.1).
13. Winding machine (10) according to Claim 12, characterized in that the torque measuring shaft (64.2) has a nominal torque of up to 20 Nm, preferably
up to 10 Nm.
1. Procédé pour l'enroulement en continu d'une bande de matériau (12), notamment d'une
bande de papier ou de carton, sur un tambour déplaçable (14) pour former une bobine
(20), dans lequel la bande de matériau (12) est guidée sur une région partielle d'une
surface d'enveloppe d'un cylindre porteur (18) déplaçable, et dans lequel, pendant
l'opération d'enroulement, une fente d'enroulement (22) est formée entre le cylindre
porteur (18) et le tambour (14) avec génération d'une force linéaire (LK), qui est
produite par au moins un dispositif de pressage (56) agissant sur le cylindre porteur
(18), et dans lequel le cylindre porteur (18) et la bobine formée (20) sont maintenus
essentiellement en contact pendant l'opération d'enroulement, la force linéaire (LK)
s'exerçant dans la fente d'enroulement (22) étant produite de manière régulée ou commandée
au moyen d'une unité de pressage électromécanique (56.1) qui présente un logement
bilatéral (58) pour le cylindre porteur (18), et la force linéaire (LK) dans la fente
d'enroulement (22) étant régulée/commandée par le biais du cylindre porteur (18) déplaçable,
et caractérisé en ce que le logement (58) présente au moins un élément de sécurité (82) sous la forme d'un
ressort de rappel avec une force de décollage ajustable, lequel est monté dans le
support sur palier (84) du cylindre porteur (18) et agit de préférence dans la direction
de la force linéaire (LK).
2. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la force linéaire (LK) est maintenue constante à une valeur respective prédéfinissable.
3. Bobineuse (10) pour l'enroulement en continu d'une bande de matériau (12), notamment
d'une bande de papier ou de carton, sur un tambour déplaçable (14) pour former une
bobine (20), comprenant un cylindre porteur (18) déplaçable, qui forme avec la bobine
(20) pendant l'opération d'enroulement, essentiellement une fente d'enroulement (22)
avec génération d'une force linéaire (LK), qui est produite par au moins un dispositif
de pressage (56) agissant sur le cylindre porteur (18), le dispositif de pressage
(56) étant une unité de pressage électromécanique (56.1) avec un logement bilatéral
(58) pour le cylindre porteur (18) et avec au moins un dispositif (65) pour la régulation
ou la commande de la force linéaire (LK) s'exerçant dans la fente d'enroulement (22),
et la force linéaire (LK) dans la fente d'enroulement (22) étant régulée/commandée
par le biais du cylindre porteur (18) déplaçable, et caractérisée en ce que le logement (58) présente au moins un élément de sécurité (82) sous la forme d'un
ressort de rappel avec une force de décollage ajustable, lequel est monté dans le
support sur palier (84) du cylindre porteur (18) et agit de préférence dans la direction
de la force linéaire (LK).
4. Bobineuse (10) selon la revendication 3,
caractérisée en ce que
l'unité de pressage (56.1) se compose d'au moins deux entraînements linéaires (60)
et/ou entraînements à broches rotatives (62) venant en prise avec le logement bilatéral
(58) ou avec les deux extrémités du cylindre porteur (18).
5. Bobineuse (10) selon la revendication 4,
caractérisée en ce que
l'entraînement linéaire (60) se compose d'une unité mécanique linéaire avec un élément
d'entraînement mécanique, en particulier un entraînement conique fileté ou un entraînement
à courroie dentée.
6. Bobineuse (10) selon la revendication 4,
caractérisée en ce que
l'entraînement à broche rotative (62) se compose d'une broche rotative avec un mécanisme
de course à broche.
7. Bobineuse (10) selon l'une quelconque des revendications 3 à 6,
caractérisée en ce que
l'unité de pressage (56.1) présente une course de pressage (AH) de l'ordre de 50 mm
à 2 000 mm, de préférence de 150 mm à 1500 mm.
8. Bobineuse (10) selon l'une quelconque des revendications 3 à 7,
caractérisée en ce que
l'unité de pressage (56.1) présente une force de pressage (AK) de l'ordre de 0,1 kN
à 50 kN, de préférence de 1 kN à 25 kN.
9. Bobineuse (10) selon l'une quelconque des revendications 3 à 8,
caractérisée en ce que
le dispositif (65) pour la régulation/commande de la force linéaire (LK) s'exerçant
dans la fente d'enroulement (22) se compose d'au moins un dispositif de mesure (64,
64.1, 64.2), de préférence respectif et au moins disposé de part et d'autre avec des
lignes de mesure (66), d'au moins une unité de régulation (68), d'au moins un générateur
de valeur de consigne (70) et d'au moins une unité de commande (72) avec des lignes
de commande (78).
10. Bobineuse (10) selon la revendication 9,
caractérisée en ce que
le dispositif de mesure (64) se compose d'une boîte dynamométrique (64.1) qui est
intégrée dans l'unité mécanique linéaire de l'unité de pressage (56.1).
11. Bobineuse (10) selon la revendication 10,
caractérisée en ce que
la boîte dynamométrique (64.1) présente une force nominale allant jusqu'à 50 kN, de
préférence jusqu'à 25 kN.
12. Bobineuse (10) selon la revendication 9,
caractérisée en ce que
le dispositif de mesure (64) se compose d'un arbre de mesure de couple (64.2) qui
est intégré dans la broche rotative de l'unité de pressage (56.1).
13. Bobineuse (10) selon la revendication 12,
caractérisée en ce que
l'arbre de mesure de couple (64.2) présente un couple nominal allant jusqu'à 20 Nm,
de préférence jusqu'à 10 Nm.