[0001] Die Erfindung betrifft einen Rundschalttisch, der als Teil einer Abfüllanlage zum
Befüllen von Behältnissen mit pulvrigen Materialien dient. Die Behältnisse können
beispielsweise Kapseln sein, die mit pulvrigen Arzneimitteln befüllt werden. Je nach
Art des Medikamentenwirkstoffes können die in der Kapsel eingefüllten Arzneimittel
mehr oder weniger pulvrig oder grobkörniger sein. Regelmäßig werden in jeweils einem
Behältnis eine Kombination von verschiedenen medikamentösen Komponenten vorhanden
sein.
STAND DER TECHNIK
[0002] Es ist bekannt, auf Rundschalttischen der eingangs genannten Art Behältnisse in Form
von Kapseln, dabei insbesondere in Form von Hartgelatinekapseln, mit beispielsweise
Medikamentenwirkstoffen oder dergleichen zu befüllen. Derartige Behältnisse und dabei
auch die bekannten Hartgelatinekapseln bestehen aus einem Oberteil und einem Unterteil,
die in ihrer zusammengesteckter Position das im Inneren der Kapsel jeweils eingefüllte
Pulver dicht verschließen.
[0003] Rundschalttische besitzen einen Drehantrieb zum getakteten Weitertransport der mit
Pulver zu befüllenden Behältnisse wie beispielsweise besagter Kapseln. Im geschlossenen
Zustand werden die Kapseln in entsprechende Aufnahmen des Rundschalttisches gegeben.
Mittels Vakuum wird das Oberteil dann vom Unterteil gelöst und die das Oberteil und
das Unterteil jeweils haltenden Aufnahmen in Umlaufrichtung des Tisches voneinander
getrennt, indem die Aufnahme mit dem Unterteil in Umlaufrichtung des Rundschalttisches
im Unterschied zu der das Oberteil haltenden Aufnahme vorbewegt wird. Es kann dann
in das von oben offene Unterteil das gewünschte Pulver in einer oder in mehreren aufeinander
folgenden Arbeitsstationen eingefüllt werden. Anschließend wird das Oberteil im Unterschied
zum Unterteil in Umlaufrichtung des Rundschalttisches vorbewegt, so dass es wieder
seine Position über dem Unterteil einnimmt. Anschließend wird das Oberteil in Richtung
zum Unterteil abgesenkt und dadurch die beiden Teile wieder ineinander gesteckt. Anschließend
wird die mit Pulver gefüllte Kapsel aus dem Bereich des Rundschalttisches ausgestoßen
und eine neue, leere Kapsel dem Rundschalttisch zugeführt. Es folgt dann das Öffnen,
Befüllen und Schließen der Kapsel in der gleichen Weise. In der oder den Füllstationen,
der oder die neben dem Rundschalttisch positioniert sind, ist der Raumbedarf für die
gerätemäßigen Vorrichtungen zum Einfüllen von Pulver in die bereitstehenden Unterteile
durch die seitlich und oberhalb des oder der Unterteile vorhandenen, die Oberteile
haltenden Aufnahmen stark eingeschränkt. Die dadurch bedingten konstruktiven Schwierigkeiten
sind umso größer, je dichter Aufnahmen am Umfang des Rundschalttisches angeordnet
werden. Dies hat Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit entsprechender Abfüllanlagen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Ausgehend von diesem vorbekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, einen Rundschalttisch anzugeben, mit dem eine technisch und wirtschaftlich
verbesserte Handhabung von zu befüllenden Kapseln möglich ist.
[0005] Diese Erfindung ist durch den Rundschalttisch gemäß Anspruch 1 gegeben. Sinnvolle
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von sich daran anschließenden weiteren
Ansprüchen.
[0006] Erfindungsgemäß zeichnet sich der Rundschalttisch insbesondere dadurch aus, dass
die Aufnahmen mit dem Oberteil in eine Position gebracht werden können, die - bezogen
auf die Drehebene des Rundschalttisches - niveaumäßig nicht oberhalb des dem betreffenden
Oberteil zugehörigen Unterteils und dessen Aufnahme liegt. Dadurch wird nicht nur
der unmittelbare Bereich oberhalb eines Unterteils, sondern auch der obere, seitliche
Bereich von Unterteilen frei von irgendwelchen konstruktiven Teilen der das dem Unterteil
zugehörigen Oberteil haltenden Aufnahme. Dies schafft einen großen Freiraum oberhalb
der zu befüllenden Unterteile im Bereich des Rundschalttisches, was die konstruktive
Auslegung der Füllgerätschaften stark vereinfacht. Dies ermöglicht vergleichbar kleine
Bauweisen von Rundschalttischen.
[0007] Nach einem wesentlichen Merkmal der Erfindung werden die Oberteile und Unterteile
der zu befüllenden Behältnisse in der Dreh-Ruhephase des Rundschalttisches relativ
zueinander verstellt. Dies ermöglicht beispielsweise einen einzigen motorischen Antrieb
für den Rundschalttisch und für das Verstellen der Ober- beziehungsweise Unterteile,
was den konstruktiven Aufwand eines solchen Rundschalttisches günstig beeinflusst.
[0008] Um die entsprechende relative Wegbewegung der Ober- und Unterteile auf möglichst
einfache Weise zu bewerkstelligen, können die das Oberteil und das Unterteil haltenden
beiden Aufnahmen relativ zueinander längs einer ersten Bewegungsrichtung und in der
dazu Gegenrichtung verstellbar ausgebildet sein. In dieser Bewegungsrichtung beziehungsweise
in der dazu Gegenrichtung können das Oberund Unterteil, die ineinander gesteckt vorhanden
sind, voneinander gelöst werden. In der entsprechenden Gegenrichtung kann das Oberteil
und das Unterteil wieder zusammengefügt beziehungsweise zusammengesteckt werden. Die
das Oberteil und das Unterteil haltenden Aufnahmen können ferner längs einer zweiten
Bewegungsrichtung und in der dazu Gegenrichtung verstellt werden, um die bereits getrennten
Ober- und Unterteile in die gewünschte Position zu bringen, in der - bezogen auf die
Drehebene - das Oberteil und dessen Aufnahme nicht niveaumäßig über dem Unterteil
und dessen Aufnahme positioniert ist. Diese zweite Bewegungsrichtung und die dazu
Gegenrichtung ist vorzugsweise eine Schwenkbewegung mit zusätzlicher Linearbewegung
in der vorstehend erwähnten ersten Bewegungsrichtung beziehungsweise in der dazu Gegenrichtung.
Die Verstellungen in der vorstehend erwähnten ersten Bewegungsrichtung und in der
dazu Gegenrichtung können also auch in der voneinander verschwenkten Stellung von
Oberteil und Unterteil vorgesehen werden, um die für das Oberteil und dessen Aufnahme
erforderliche Absenkung auf das Niveau des Unterteils und dessen Aufnahme zu ermöglichen.
Gemäß einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel wird die das Oberteil
haltende Aufnahme entsprechend bewegt und die das Unterteil haltende Aufnahme nicht
bewegt, jeweils relativ betrachtet zum Rundschalttisch.
[0009] In der voneinander getrennten Stellung von Oberteil und Unterteil haben die beiden
Teile eine unterschiedliche radiale Stellung und/oder eine unterschiedliche Drehwinkelstellung.
Die jeweilige Art der unterschiedlichen Stellungen hängt davon ab, wo die vom einen
Teil, wie beispielsweise die vom Unterteil wegbewegte Lage des anderen Teils, wie
beispielsweise des Oberteils am Rundschalttisch sein soll; im radialen kleineren oder
auch größeren Abstand zum Unterteil oder auch mit gleichem radialen Abstand in Umlaufrichtung
des Rundschalttisches vor oder hinter dem Unterteil. Die jeweilige Stellung hängt
von der geometrischen Anordnung der Unter- und Oberteile und ihrer Aufnahmen am Rundschalttisch
ab und auch davon, ob in Umlaufrichtung vor oder hinter der den betreffenden Aufnahmen
Raum zum Positionieren der entsprechenden Gegen-Aufnahme vorhanden ist.
[0010] Zur Leistungssteigerung des Rundschalttisches können mehrere Oberteile und mehrere
Unterteile jeweils durch eine entsprechende Aufnahme zusammengefasst gehalten werden.
[0011] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich durch die in den Ansprüchen
ferner angegebenen Merkmalen sowie durch das nachstehende Ausführungsbeispiel.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0012] Die Erfindung wird im Folgenden anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische schematische Ansicht eines Rundschalttisches nach der Erfindung,
- Fig. 1a
- einen Schnitt durch eine vom Rundschalttisch nach Fig. 1 zu handhabende Hartgelatinekapsel,
- Fig. 2 bis 8
- in Teilschnitten ausschnittsweise dargestellte, verfahrensmäßig aufeinander folgende
Zustände der mehreren, am Rundschalttisch umfangsmäßig angeordneten Aufnahmen für
ein Unterteil und Oberteil.
WEGE ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG
[0013] Ein Rundschalttisch 10 ist Teil einer Abfüllanlage, mit der Hartgelatinekapseln mit
Pulver befüllt werden können.
[0014] Der Rundschalttisch 10 besitzt einen in der Zeichnung nicht dargestellten motorischen
Antrieb, mittels dessen er um eine zentrale Drehachse 12 taktweise in Umdrehungsrichtung
14 gedreht werden kann. Mit seiner oberen Geräteplattform 13, die eine Drehebene 16
darstellt, auf der die Drehachse 12 senkrecht steht, sind umfangsmäßig verteilt mehrere
obere und untere Aufnahmen 18, 20 angeordnet. In den jeweiligen oberen Aufnahmen 18
können drei Oberteile 22 und den in den entsprechenden unteren Aufnahmen 20 jeweils
drei Unterteile 24 einer Hartgelatinekapsel 26 eingelagert werden. Jeweils leere,
noch nicht mit Pulver gefüllte Hartgelatinekapseln 26 werden in ihrem jeweiligen zusammengesteckten
Zustand, wie er in Fig. 1a für eine Hartgelatinekapsel 26 dargestellt ist, in Aufnahmen
18, 20 eingesteckt. Anschließend werden die Oberteile 22 und die Unterteile 24 voneinander
getrennt und Pulver in die offenen Unterteile 24 eingefüllt. Anschließend wird jedes
Oberteil 22 wieder auf sein Unterteil 24 aufgesteckt und die mit Pulver gefüllten
und verschlossenen Hartgelatinekapseln 26 aus dem Rundschalttisch 10 ausgeworfen.
[0015] Die obere Aufnahme 18 für im vorliegenden Beispielsfall drei Oberteile 22 besitzt
eine Welle 30, deren Wellenachse 32 parallel zur Drehachse 12 ausgerichtet ist. Der
radiale Abstand 34 der Welle 30 von der Drehachse 12 ist kleiner als der radiale Abstand
36 der zugeordneten unteren Aufnahme 20 zur Aufnahme von entsprechend dem Oberteil
22 ebenfalls drei Unterteilen 24.
[0016] Am oberen Ende der Welle 30 besitzt diese einen Kragarm 40 der rechtwinklig von der
Welle wegsteht. Im Endbereich 42 des Kragarms 40 sind drei Hülsen 44 vorhanden, die
zur Aufnahme von entsprechenden drei Oberteilen 22 ausgelegt sind.
[0017] Jede untere Aufnahme 20 besitzt drei Buchsen 50, die in ihrer gegenseitigen geometrischen
Anordnung wie die drei Hülsen 44 der oberen Aufnahme 18 angeordnet sind. In jede der
drei Buchsen 50 kann ein Unterteil 24 eingesteckt gehalten werden.
[0018] Die Welle 30 kann nach oben, in Richtung 52 und nach unten, in Richtung 54, jeweils
parallel zur Drehachse 12 bewegt werden. Eine entsprechende Bewegung macht dann auch
der Endbereich 42 mit den drei Hülsen 44 mit.
[0019] Außerdem kann die Welle 30 auch um ihre Wellenachse 32 im Uhrzeigersinn 56 sowie
im Gegenuhrzeigersinn 58 verschwenkt werden. Aus diesen zusammengesetzten Bewegungen
können in den verschiedenen Arbeitsstationen des Rundschalttisches 10 leere Kapseln
26 geöffnet, mit Pulver gefüllt und wieder verschlossen werden. Dies erfolgt auf folgende
Weise:
[0020] In der Station 1 ist die obere Aufnahme 18 auf der unteren Aufnahme 20 so vorhanden,
dass die in diesen Teilen 18, 20 vorhandenen drei Kapseln 26 geschlossen einerseits
in den drei Hülsen 44 und andererseits in den drei Buchsen 50 jeweils gehalten vorhanden
sind. In einer in der Umfangsrichtung 14 folgenden Station 2 ist eine obere Aufnahme
18 in Bewegungsrichtung 52 nach oben verschoben. Dadurch haben sich die drei Oberteile
22, die in der oberen Aufnahme 18 gehalten werden, von ihren drei Unterteilen 24 getrennt;
die Teile 22, 24 sind voneinander weggezogen worden durch die Bewegung 52 der Welle
30. In allen Stationen des Rundschalttisches 10 sind der besseren Übersichtlichkeit
halber die in den Aufnahmen 18, 20 jeweils einsitzenden Kapseln 26 beziehungsweise
ihre Oberund Unterteile nicht eingezeichnet.
[0021] In einer weiteren Station 3 ist die obere Aufnahme 18 in einer Position 18a, in der
sie niveaumäßig nicht über das Niveau der Unterteile der unteren Aufnahme 20 vorhanden
ist. Die Aufnahme 18 gelangt in ihrer Position 18a über die in der Station 2 dargestellte
Zwischenposition 18b. Das Oberteil wird also ausgehend von der Station 1 nach oben
in Richtung 52 verschoben, erreicht dadurch seine Position 18b, die genau über der
unteren Aufnahme 20 ist. Anschließend wird die Aufnahme 18b im Uhrzeigersinn 56 verschwenkt
und in Richtung 54 wieder nach unten bewegt, bis die obere Aufnahme 18 neben der unteren
Aufnahme 20 ihre niveaumäßig gewünschte abgesenkte Position 18a eingenommen hat.
[0022] In der Station 3 und in den darauffolgenden Stationen 4, 5, 6 befindet sich die obere
Aufnahme 18 in der abgesenkten Position 18a. In diesen Stationen 3, 4, 5, 6 kann also
Pulver in die frei zugänglichen Unterteile 24 eingefüllt werden. Der Raum oberhalb
des Rundschalttisches 10 etwa links von der in Fig. 1 dargestellten Linie 60 ist für
Füllorgane frei zugänglich.
[0023] Im Anschluss an die Station 6 werden in den Stationen 7 und 8 die Oberteile 22 wieder
auf die Unterteile 24 gesteckt und dadurch die nunmehr mit Pulver gefüllten Kapseln
26 wieder geschlossen. Dazu wird, ausgehend von der Station 6, die Welle 30 in Bewegungsrichtung
52 nach oben bewegt, anschließend im Gegenuhrzeigersinn 58 über die untere Aufnahme
20 geschwenkt (Station 8). Anschließend wird die obere Aufnahme 18 in Bewegungsrichtung
54 wieder nach unten bewegt (Station 9). Anschließend wird die mit Pulver gefüllte
Kapsel 26 ausgeworfen, was in der Zeichnung nicht näher dargestellt ist. In einer
weiteren Station 9.1 werden die Hülsen 44 und Buchsen 50 und damit die Aufnahmen 18,
20 gereinigt, um anschließend wieder drei dem Rundschalttisch 10 zugeführte neue,
leere Kapseln 26 aufnehmen zu können. Beginnend von der Station 1 wird dann diese
Gruppe von drei Kapseln 26 in vergleichbarer Weise mit Pulver gefüllt.
[0024] In Fig. 2 ist die Stellung der Aufnahmen 18 und 20 in der Station 1 schematisiert
dargestellt. Jede Hülse 44 einer oberen Aufnahme 18 sitzt fluchtend auf einer unter
ihr vorhandenen Buchse 50 einer dieser oberen Aufnahmen 18 zugehörenden unteren Aufnahmen
20. Dadurch wird eine mit ihrem Oberteil in der Hülse 44 und gleichzeitig mit ihrem
Unterteil in der Buchse 50 einsitzende Kapsel, die in dieser Figur und in den folgenden
Figuren nicht dargestellt ist, durch die Aufnahmen 18 und 20 gehalten.
[0025] In Fig. 3 ist die Station 2 dargestellt. Durch Hochbewegen der Welle 30 in Bewegungsrichtung
52 hat sich die Hülse 44 nach oben von der Buchse 50 wegbewegt. Anschließend wird
die Welle 30 in dieser Station 2 im Uhrzeigersinn 56 verschwenkt (Fig. 4), so dass
die Hülse 44 in radialem kleineren Abstand zur Drehachse 12 vorhanden ist als die
unverändert vorhandene Buchse 50 (Fig. 1). Anschließend wird, wie Fig. 5 zeigt, die
Welle 30 ebenfalls noch in der Station 2 nach unten, in Bewegungsrichtung 54, abgesenkt,
damit die Hülse 54 eine Position einnehmen kann, in der sie sich nicht oberhalb eines
durch die Buchse 50 vorgegebenen, oberen Niveaus 70 befindet. Das Niveau 70 verläuft
parallel zur Drehebene 16 (Fig. 1).
[0026] In der Fig. 6 sind eine obere Aufnahme 18 und eine untere Aufnahme 20 gemäß den in
Fig. 1 dargestellten Stationen 3, 4, 5, 6 dargestellt. In diesen Stationen kann Pulver
(Pfeile 72) in die jeweiligen, in den Buchsen 50 einsitzenden Unterteile eingefüllt
werden.
[0027] In Fig. 7 ist die Situation gemäß der Arbeitsstation 7 dargestellt. In dieser Arbeitsstation
wird die Welle 30 rückwärts, nach oben in Bewegungsrichtung 52 hoch bewegt und anschließend
in der Arbeitsstation 8 im Gegenuhrzeigersinn 58 zurückverschwenkt, bis die Hülse
44 wieder oberhalb der ihr zugehörigen Buchse 50 positioniert ist. Anschließend wird
dann die Welle 30 wieder in ihre in Fig. 2 dargestellte Ausgangslage abgesenkt. Anschließend
wird die mit Pulver gefüllte Hülse aus den beiden Aufnahmen, d.h. aus der Hülse 44
und der Buchse 50 ausgestoßen. In einer anschließenden Arbeitsstation, beispielsweise
der Station 9.1, werden die Hülsen 44 und die Buchsen 50 gereinigt, so dass dieselben
wieder zur Aufnahme drei neuer, noch geschlossener und leerer Kapseln 26 bereitstehen.
[0028] Das Bewegen der oberen Aufnahme 18 mit den - im vorliegenden Beispielsfall - drei
Hülsen 44 erfolgt während der Dreh-Ruhelage des taktmäßig angetriebenen Rundschalttisches
10. Dadurch ist es möglich, einen einzigen motorischen Antrieb zu verwenden, der energiemäßig
entweder zum Drehantrieb des Rundschalttisches 10 oder zum verstellen der oberen Aufnahmen
18 benutzt werden kann. Einerseits kann der motorische Antrieb dadurch gegenüber dem
Stand der Technik geringer dimensioniert werden; andererseits ist die technologische
Ausbildung der beiden Antriebsstränge einfach und damit kostensparend zu bewerkstelligen.
[0029] Wie die schematisierte Darstellung der Fig. 1 zeigt, können die unteren Aufnahmen
sehr dicht beieinander positioniert werden, dichter noch, als es in der Fig. 1 dargestellt
ist. Auch können statt der drei Buchsen beziehungsweise der drei Hülsen auch mehr
Buchsen und Hülsen in entsprechenden Aufnahmen angeordnet werden. So können beispielsweise
statt jeweils drei Buchsen und drei Hülsen auch sechs Buchsen und sechs Hülsen in
entsprechenden Aufnahmen 20, 18 vorgesehen werden. Dadurch kann ein Formatwechsel
der Buchsen und Hülsen beziehungsweise ihrer entsprechenden Aufnahmen sehr einfach
ermöglicht werden.
1. Rundschalttisch (10) zum Befüllen von Behältnissen (26) mit Pulver,
- mit Behältnissen (26), die jeweils ein topfartiges Unterteil (24) und ein Oberteil
(22) aufweisen, die im voneinander getrennten Zustand das Einfüllen von Pulver in
das Unterteil (24) ermöglichen und die im fest aneinander gesetzten Zustand das jeweils
durch sie gebildete und mit Pulver gefüllte Behältnis (26) dicht verschließen,
- mit einem Drehantrieb zum getaketen Weitertransport der Behältnisse (26) in einer
Drehebene (16), von Arbeitsstation zu Arbeitsstation,
- mit mehreren ersten Aufnahmen (18) für jeweils zumindest ein Oberteil (22),
- mit mehreren zweiten Aufnahmen (20) für das einem Oberteil (22) jeweils zugeordnete
zumindest eine Unterteil (24),
- wobei jeweils zumindest ein ein Behältnis (26) bildendes Oberteil (22) und Unterteil
(24) so relativ zueinander verstellbar sind, dass Pulver in das jeweils zumindest
eine offene Unterteil (24) einfüllbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- jeweils zumindest ein ein Behältnis (26) bildendes Oberteil (22) und Unterteil (24)
so relativ zueinander verstellbar (52, 54, 56, 58) sind, dass dass Oberteil (22) niveaumäßig
(70) in eine Position (18a) bringbar ist, die - bezogen auf die Drehebene (16) - niveaumäßig
nicht oberhalb des dem Oberteil (22) zugehörigen Unterteils (24) liegt.
2. Rundschalttisch nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Behältnis (26) bildende Oberteile (22) und Unterteile (24) in der Dreh-Ruhephase
des Rundschalttisches (10) relativ zueinander verstellbar sind.
3. Rundschalttisch nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die beiden Aufnahmen (18, 20) relativ zueinander längs einer ersten Bewegungsrichtung
(52) und in der dazu Gegenrichtung (54) verstellbar sind, um ein Oberteil (22) von
einem Unterteil (24) zu trennen und um das Oberteil (22) und das Unterteil (24) zu
einem Behältnis (26) wieder zusammenzusetzen,
- die beiden Aufnahmen (18, 20) relativ zueinander längs einer zweiten Bewegungsrichtung
(56) und in der dazu Gegenrichtung (58) verstellbar sind, um das von ihnen gehaltene
Oberteil (22) und Unterteil (24) in zueinander
- bezogen auf die Drehachse (12) des Rundschalttisches - unterschiedliche radiale
Stellungen (34, 36) und/oder unterschiedliche Drehwinkelstellungen zu bringen.
4. Rundschalttisch nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zumindest eine (18) der beiden Aufnahmen auskragend an einer hin und her drehbaren
Welle (30) befestigt ist,
- die Wellenachse (32) dieser Welle (30) parallel zur ersten Bewegungsrichtung (52)
ausgerichtet ist,
- der radiale Abstand (34) der Wellenachse (32) von der Drehachse (12) des Rundschalttisches
(10) unterschiedlich ist zum radialen Abstand (36) des von der jeweils anderen Aufnahme
(20) gehaltenen Teils (24) des Behältnisses (26),
- die Welle (30) in Richtung ihrer Wellenachse (32) hin und her bewegbar ist.
5. Rundschalttisch nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Aufnahme (18) auskragend an einer hin und her drehbaren Welle (30) befestigt
ist,
- die Wellenachse (32) dieser Welle (30) parallel zur ersten Bewegungsrichtung (52)
ausgerichtet ist,
- der radiale Abstand (34) der Wellenachse (32) von der Drehachse (12) des Rundschalttisches
(10) unterschiedlich ist zum radialen Abstand (36) des von der zweiten Aufnahme (20)
gehaltenen Unterteils (24),
- die Welle (30) in Richtung ihrer Wellenachse (32) hin und her bewegbar ist.
6. Rundschalttisch nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der radiale Abstand (34) der Wellenachse (32) von der Drehachse (12) kleiner ist
als der radiale Abstand (36) der zweiten Aufnahme (20) mit ihrem zumindest einen Unterteil
(24).
7. Rundschalttisch nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- mehrere Oberteile (22) und mehrere Unterteile (24) jeweils durch eine erste und
eine zweite Aufnahme (18, 20) haltbar sind.
8. Rundschalttisch nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Oberteile (22) und die Unterteile (24) jeweils Kapseloberteile beziehungsweise
Kapselunterteile von Kapseln, insbesondere von Hartgelatinekapseln (26) sind.
9. Rundschalttisch nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein einziger motorischer Antrieb zum Drehantreiben des Rundschalttisches (10) und
zum relativen gegenseitigen Verstellen von Oberteilen (22) und Unterteilen (24) vorhanden
ist.