[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum ein- oder beidseitigen materialabtragenden
Bearbeiten von Bausteinen, insbesondere Ziegelsteinen oder Ziegelformlingen, nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Gattungsgemäße Vorrichtungen finden beispielsweise Verwendung, um gebrannte Ziegelformlinge,
das heißt Ziegelsteine oder ungebrannte Ziegelformlinge, auf ein genau vorgegebenes
Maß zu schleifen, wobei gleichzeitig eine im Wesentlichen ebene Oberfläche erzielt
werden soll. Aus der DE 100 51 253 A1 ist eine gattungsgemäße Vorrichtung bekannt,
die eine Fördereinrichtung zum Transport der Bausteine durch die Vorrichtung und eine
Bearbeitungsstation mit beidseitig der Fördereinrichtung angeordneten, einander im
Wesentlichen gegenüberliegenden Bearbeitungswerkzeugen aufweist. Die Bearbeitungswerkzeuge
sind dabei rechtwinklig zur Förderrichtung beziehungsweise zur Bearbeitungsebene zustellbar,
wodurch Bausteine unterschiedlicher Breite in der Vorrichtung bearbeitet werden können.
Die dort beschriebene Fördereinrichtung wird von jeweils zwei von oben und unten an
den Ziegelsteinen zur Anlage bringbaren Förderbändern gebildet, die sich parallel
zueinander in Förderrichtung erstrecken. Auch die Förderbänder können quer zur Förderrichtung
verstellt werden, um den Abstand zwischen den Förderbändern zu verkleinern beziehungsweise
zu vergrößern. Der Abstand zwischen den Förderbändern wird dabei auf die Breite des
jeweils zu bearbeitenden Bausteintyps optimiert.
[0003] Nachteilig an den bekannten Vorrichtungen ist es, dass die Flexibilität der Bearbeitbarkeit
von unterschiedlich breiten Bausteinen dadurch begrenzt wird, dass eine bestimmte
Mindestbreite der Bausteine nicht unterschritten werden kann. Diese Mindestbreite
wird im Wesentlichen durch die Breite der nebeneinander angeordneten Förderbänder
bestimmt. Denn liegen die nebeneinander angeordneten Förderbänder seitlich aneinander
an, so dass im Ergebnis kein Abstand mehr zwischen den beiden nebeneinander angeordneten
Förderbändern vorhanden ist, so kann die in der Vorrichtung verarbeitbare Breite der
Bausteine nicht mehr weiter verringert werden, da ansonsten die Förderbänder durch
die Bearbeitungswerkzeuge beschädigt würden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine neue Vorrichtung zum Bearbeiten
von Bausteinen vorzuschlagen, mit der die Flexibilität bei der Verarbeitung von unterschiedlich
breiten Bausteinen weiter erhöht werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach der Lehre des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt insbesondere darin, dass zumindest
eines der Förderelemente, die gemeinsam die Fördereinrichtung bilden, auch vertikal
zur Förderrichtung verstellbar gelagert ist. Das heißt, dieses Förderelement kann
dann nicht nur, wie bereits aus dem Stand der Technik bekannt, quer zur Förderrichtung
verstellt werden, sondern auch nach oben beziehungsweise unten. Durch diese Verstellung
vertikal zur Förderrichtung ist es möglich, dieses Förderelement aus dem Kontaktbereich
mit dem Baustein, was der normalen Arbeitsposition des Förderelements entspricht,
zu entfernen. Das vertikal verstellbar gelagerte Förderelement wird dabei so weit
nach oben beziehungsweise unten verstellt, bis ein zumindest geringfügiger vertikaler
Versatz zwischen den Förderelementen vorhanden ist, so dass eine weitere horizontale
Zustellung der Förderelemente gegeneinander nicht mehr behindert wird. Im Ergebnis
ist es dann dadurch möglich, die Bearbeitungswerkzeuge bis zu einer Mindestbreite
zuzustellen, die nur noch etwas größer ist als die Breite des breitesten Förderelements,
so dass die Flexibilität der Vorrichtung bei der Verarbeitung von Bausteinen unterschiedlicher
Breite zusätzlich erhöht wird.
[0008] In welcher Art die Förderelemente zum Transport der Bausteine durch die Vorrichtung
ausgebildet sind, ist grundsätzlich beliebig. Nach einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Förderelemente in der Art von umlaufend antreibbaren Förderbändern, insbesondere
Zahnriemen, ausgebildet.
[0009] In welcher Weise die Verstellung der Förderelemente erfolgt, ist grundsätzlich beliebig.
Beispielsweise ist auch eine Handverstellung der Förderelemente denkbar. Ein besonders
schneller Wechsel in der Produktion zwischen Bausteinen unterschiedlicher Breite wird
jedoch dann ermöglicht, wenn die Förderelemente durch fernsteuerbare Antriebseinrichtungen
verstellt werden können.
[0010] Eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in den Zeichnungen schematisch
dargestellt und wird nachfolgend beispielhaft erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung beim Bearbeiten von Bausteinen großer Breite im Querschnitt quer
zur Förderrichtung;
- Fig. 2
- die Vorrichtung gemäß Fig. 1 beim Bearbeiten von Bausteinen mittlerer Breite im Querschnitt
quer zur Förderrichtung;
- Fig. 3
- die Vorrichtung gemäß Fig. 1 beim Bearbeiten von Bausteinen kleiner Breite im Querschnitt
quer zur Förderrichtung.
[0012] Die in
Fig. 1 dargestellte Vorrichtung 01 zum beidseitigen materialabtragenden Bearbeiten von Bausteinen
02 weist zwei Bearbeitungsstationen 03 und 04 mit jeweils einem Antriebsmotor 05 beziehungsweise
06 und jeweils einer von den Antriebsmotoren 05 und 06 angetriebenen Schleifscheibe
07 beziehungsweise 08 auf. Zur Bearbeitung der Bausteine 02 werden die Schleifscheiben
07 beziehungsweise 08 entsprechend dem gewünschten Breitenmaß quer zur Förderrichtung
aufeinander zugestellt, so dass die Bausteine 02 durch den Kontakt mit den Schleifscheiben
07 beziehungsweise 08 an den Seiten plan auf Maß geschliffen werden.
[0013] Um die Bausteine 02 in Förderrichtung zwischen den Arbeitsstationen 03 und 04 hindurch
fördern zu können, ist eine Fördereinrichtung vorgesehen, die aus zwei oberen Förderbändern
09 und 10 und zwei unteren Förderbändern 11 und 12 gebildet ist. Die Förderbänder
09 bis 12 werden durch nicht dargestellte Antriebseinrichtungen umlaufend angetrieben
und kommen mit ihrer unteren beziehungsweise oberen Seite von oben beziehungsweise
unten an den Bausteinen 02 zur Anlage. Durch Reibschluss wird die Förderbewegung der
Förderbänder 09 bis 12 auf die Bausteine 02 übertragen, so dass diese in Förderrichtung
zwischen den Arbeitsstationen 03 und 04 hindurch gefördert werden. Die beiden oberen
Förderbänder 09 und 10 sind etwas breiter als die beiden unteren Förderbänder 11 und
12. In der dargestellten Ausführungsform sind die oberen Förderbänder 09 und 10 jeweils
circa 60 mm breit, wohingegen die unteren Förderbänder 11 und 12 jeweils circa 50
mm breit sind.
[0014] In
Fig. 2 ist die Vorrichtung 01 bei der Bearbeitung von Bausteinen 13 dargestellt, wobei die
Breite der Bausteine 13 geringer ist als die Breite der Bausteine 02. Um die Bausteine
13 in der Vorrichtung 01 bearbeiten zu können, werden zunächst die unteren Förderbänder
11 und 12 soweit quer zur Förderrichtung zusammengefahren, bis sie mit den Seitenkanten
der Bausteine 13 fluchten. Die beiden oberen Förderbänder 09 und 10 werden quer zur
Förderrichtung so weit zusammengefahren, bis sie seitlich aneinander zur Anlage kommen.
Danach werden die beiden Arbeitsstationen 03 und 04 so weit quer zur Förderrichtung
zusammengefahren, bis das gewünschte Breitenmaß bei der Bearbeitung der Bausteine
13 eingestellt ist. Man erkennt, dass die beiden Außenkanten der Förderbänder 09 und
10 bei der in
Fig. 2 dargestellten Einstellung nur noch wenig Abstand zu der von den Schleifscheiben 07
und 08 gebildeten Bearbeitungsebene aufweisen, so dass bei nebeneinander angeordneten
Förderbändern 09 und 10 eine weitere Zustellung der beiden Arbeitsstationen 03 und
04 zur Verarbeitung noch schmalerer Bausteine nicht mehr möglich ist.
[0015] Um in der Vorrichtung 01 auch noch Bausteine 14 verarbeiten zu können, die noch schmaler
als die Bausteine 13 sind, wird dazu, wie in
Fig. 3 dargestellt, das Förderband 10 vertikal nach oben verfahren und wird dadurch aus
dem Kontaktbereich des Bausteins 14 so weit entfernt, bis ein vertikaler Versatz 15
zwischen der Unterkante des Förderbandes 10 und der Oberkante des Förderbandes 09
vorhanden ist. Durch entsprechende horizontale Verstellung des Förderbandes 10 ist
es dann möglich, die Förderbänder 09 und 10 miteinander fluchtend übereinander anzuordnen.
Die beiden unteren Förderbänder 11 und 12 werden so weit horizontal verfahren, bis
sie aneinander zur Anlage kommen. Durch diese Einstellung ist es möglich, die beiden
Arbeitsstationen noch weiter zusammenzufahren und dadurch Bausteine 14 bearbeiten
zu können, deren Breite lediglich geringfügig größer sein muss als die Summe der Breite
der beiden unteren Förderbänder 11 und 12.
[0016] Eine weitere Verringerung der Bearbeitungsbreite zwischen den beiden Arbeitsstationen
03 und 04 wäre dann noch möglich, wenn auch eines der beiden unteren Förderbänder
11 und 12 vertikal nach unten verfahren wird, so dass im Ergebnis alle vier Förderbänder
09 bis 12 miteinander fluchtend übereinander angeordnet werden könnten. In diesem
Fall wäre die Mindestbreite der zu verarbeitenden Bausteine nur noch durch die Breite
des breitesten Förderbandes, im vorliegenden Falle also des Förderbandes 09, begrenzt.
1. Vorrichtung (01) zum ein- oder beidseitigen materialabtragenden Bearbeiten von Bausteinen
(02, 13, 14), insbesondere Ziegelsteinen oder Ziegelformlingen, mit einer Fördereinrichtung
(09, 10, 11, 12) zum Transport der Bausteine (02, 13, 14) durch die Vorrichtung (01),
mindestens einer Bearbeitungsstation (03, 04) mit einseitig oder beidseitig neben
der Fördereinrichtung angeordneten Bearbeitungswerkzeugen (07, 08), wobei die Bearbeitungswerkzeuge
(07, 08) im Wesentlichen rechtwinklig zur Förderrichtung zustellbar sind, wobei die
Fördereinrichtung (09, 10, 11, 12) aus zumindest zwei Förderelementen (09, 10, 11,
12) gebildet ist, die sich nebeneinander parallel zueinander in Förderrichtung erstrecken
und von unten und/oder oben an den Bausteinen (02, 13, 14) kraftübertragend zur Anlage
bringbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Förderelement (10) vertikal zur Förderrichtung verstellbar gelagert
ist, wobei ein zumindest geringfügiger vertikaler Versatz (15) zwischen den Förderelementen
(09, 10) einstellbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Förderelement (09, 10, 11, 12) horizontal zur Förderrichtung verstellbar
gelagert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Förderelemente (09, 10, 11, 12) in der Art von umlaufend antreibbaren Förderbändern,
insbesondere Zahnriemen, ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Vorrichtung (01) zwei obere Förderbänder (09, 10) und zwei untere Förderbänder
(11, 12) vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden oberen Förderbänder (09, 10) breiter als die beiden unteren Förderbänder
(11, 12) ausgebildet sind, wobei das eine obere Förderband (10) vertikal nach oben
verstellbar gelagert ist und aus dem Kontaktbereich mit den Bausteinen (14) heraus
verstellt werden kann.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das vertikal nach oben verstellbar gelagerte Förderband (10) auch horizontal zur
Förderrichtung verstellbar gelagert ist und durch geeignete Verstellung mit dem zweiten
oberen Förderband (09) fluchtend oberhalb des zweiten oberen Förderbandes (09) anordenbar
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die oberen Förderbänder (09, 10) eine Breite von circa 60 mm aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die unteren Förderbänder (11, 12) eine Breite von circa 50 mm aufweisen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Verstellung der Förderelemente (09, 10, 11, 12) quer zur Förderrichtung und/oder
nach oben bzw. unten fernsteuerbare Antriebseinrichtungen vorgesehen sind.