[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Wasch- oder Reinigungsmittel, das einen wasserlöslichen
Builder enthält, wobei der Builder eine bestimmte Korngrößenverteilung aufweist, bei
der Korngrößen von 0,2 mm bis unter 0,4 mm ausgenommen sind.
[0002] Builder oder Cobuildersysteme gehören zu den wichtigsten Stoffklassen für den Aufbau
von Wasch- oder Reinigungsmitteln. Sie erfüllen in den Wasch- oder Reinigungsmitteln
verschiedene Aufgaben, die unter anderem die Wasserenthärtung, die Verstärkung der
Waschwirkung, eine Vergrauungsinhibierung und die Schmutzdispergierung sind. Darüber
hinaus sollen die Builder zu der für den Waschprozess notwendigen Alkalität beitragen,
ein hohes Aufnahmevermögen für Tenside und/oder andere Waschmittelzusätze zeigen,
die Wirksamkeit von Tensiden verbessern, außerdem können sie einen Beitrag zu positiven
Eigenschaften von Feststoffprodukten in Pulverform liefern, zum Beispiel Strukturbildung
und Kontrolle der Staubproblematik. In manchen Fällen lassen sich die unterschiedlichen
Anforderungen mit nur einer Builderkomponente allein nicht erfüllen, so dass in diesen
Fällen auf ein System von Buildern und Cobuildern zurückgegriffen wird.
[0003] Frühere wasserlösliche Builder auf Basis von Phosphor und/oder Stickstoff sind aus
ökologischen Gründen in die Kritik geraten, woraufhin ein Wandel zu dreidimensional
vernetzten, wasserunlöslichen Buildern, z. B. Zeolithen, erfolgte. Bei wasserunlöslichen
Buildern tritt jedoch in erhöhtem Maße das Phänomen der unerwünschten Inkrustation
auf, die die Mitverwendung von Cobuildern erforderte. Beispielsweise werden heute
zusammen mit Zeolithen häufig polymere Polycarboxylate, insbesondere Copolymere auf
Basis von (Meth)acrylsäure und Maleinsäure gemeinsam mit Soda eingesetzt. Außerdem
werden häufig Komplexbildner verwendet.
[0004] Zeitgleich mit der Entwicklung des Zeolith NaA als Builder wurde vorgeschlagen, ausgewählte
wasserlösliche amorphe Natriumsilicatverbindungen als Buildersubstanzen in Wasch-
oder Reinigungsmitteln einzusetzen. Beispielhaft können hier die US-Patentschriften
3,912,649, 3,956,467, 3,838,193 und 3,879,527 genannt werden. Hierin sind amorphe
Natriumsilicatverbindungen als Buildersubstanzen beschrieben, die durch Sprühtrocknung
wässriger Wasserglaslösungen, anschließendes Mahlen und Verdichten unter zusätzlichem
Wasserentzug des Mahlgutes hergestellt werden.
[0005] Die EP-A-0 444 415 beschreibt ein Waschmittel mit 0,5 bis 60 Gew.-% eines Gerüststoffes,
5 bis 50 Gew.-% eines Tensides und weiteren üblichen Waschhilfsstoffen, wobei der
Gerüststoff ein amorphes wasserarmes Natriumdisilicat mit einem Wassergehalt von 0,3
bis 6 Gew.-% darstellt. Die Herstellung dieser hochentwässerten amorphen Disilicate
erfolgt in einem Mehrstufenverfahren, das zunächst die Herstellung eines pulverförmigen
amorphen Natriumsilicats mit einem Wassergehalt von 15 bis 23 Gew.-% vorsieht. Dieses
Material wird in einem Drehrohrofen mit Rauchgas bei Temperaturen von 250 bis 500°C
behandelt. Das aus dem Drehrohrofen austretende Natriumdisilicat wird mit Hilfe eines
mechanischen Brechers auf Korngrößen von 0,1 bis 12 mm zerkleinert und anschließend
auf Korngrößen von 2 bis 400 µm zermahlen.
[0006] Die Patentanmeldungen WO 96/20269 und WO 97/34977 beschreiben beide amorphe Alkalisilicate,
die mit Inhaltsstoffen von Wasch- oder Reinigungsmitteln beaufschlagt sind, insbesondere
Inhaltsstoffe (z. B. Tenside) in flüssiger Form. In beiden Anmeldungen wird durch
das Beaufschlagen und ein Granulieren der Silicate eine relativ hohe Schüttdichte
erreicht.
[0007] Die Anmeldung WO 00/37595 beschreibt ein Verfahren zur gemeinsamen Verarbeitung von
amorphen Natriumsilicaten mit anderen Inhaltsstoffen aus Wasch- oder Reinigungsmitteln,
bei dem wässrige Zubereitungen von amorphem Natriumsilicat und einem polymeren Carboxylat
gemeinsam mit anderen Wasch- und/oder Reinigungsmitteln Inhaltsstoffen in einer Trockeneinrichtung
versprüht werden, wobei gleichzeitig mit der Trocknung eine Granulation stattfinden
kann, und das sich ergebende basische Waschmittel wird anschließend, ggf. nach Zumischung
weiterer Inhaltsstoffe, kompaktiert. Die so hergestellten Waschmittel weisen bei vergleichbarem
Primärwaschverhalten ein verbessertes sekundäres Waschvermögen auf.
[0008] Das sich aus verschiedenen Waschmittelzusammensetzungen ergebende Problem der Inkrustation
oder das Problem verbleibender Waschmittelrückstände auf gewaschenen Textilien wurde
bisher aus verschiedenen Richtungen angegangen. So spielt beispielsweise der pH der
Waschflotte für das Ausfallen von Silicaten eine wesentliche Rolle, so dass bei herkömmlichen
Waschmitteln eine gewisse Alkalität für ein gutes Waschergebnis notwendig ist. Bevorzugt
liegt der pH-Bereich in herkömmlichen Waschflotten bei Vollwaschmitteln über pH 10,
bei Fein- und Colorwaschmitteln zwischen pH 9 und 10. Ein anderer Ansatz, dem Ausfallen
der Builderstoffe entgegenzuwirken, war bisher der Einsatz einer größeren Menge von
Cobuildern, z. B. polymere Polycarboxylate.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein Waschmittel bereitzustellen, das
auf ökologisch und ökonomisch verbesserte Weise eine geringere Inkrustation, bzw.
verminderte Waschmittelrückstände aufweist.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend einen
wasserlöslichen Builder, dadurch gekennzeichnet, dass der Builder eine Korngrößenverteilung
aufweist, die Korngrößen von 0,2 bis unter 0,4 mm ausschließt.
[0011] In bisherigen Waschmitteln wurden wasserlösliche Builder in einer Korngrößenverteilung
eingesetzt, wie sie durch den Herstellungsprozess des Builders vorgegeben war. Die
Korngrößenverteilung des eingesetzten Builders wurde im bisherigen Stand der Technik
nicht weiter betrachtet, insbesondere wurde die Korngröße nicht mit der immer wieder
festgestellten Ausfällung von Silicaten in der Waschflotte, und damit einhergehenden
Waschmittel rückständen auf dem Waschgut in Zusammenhang gebracht.
[0012] Es wurde jedoch überraschenderweise festgestellt, dass ein sehr viel besseres Waschmittelergebnis
erzielt werden kann, wenn ein bestimmter Korngrößenbereich, der zwischen 0,2 und 0,4
mm Korngröße liegt, aus dem in das Waschmittel eingesetzten Builderpulver oder Buildergranulat
entfernt wird. Ohne an die folgende Theorie gebunden werden zu wollen, kann das Phänomen,
dass die Staubanteile (0,2 mm Partikelgröße und kleiner), bzw. die gröberen Partikel
(0,4 mm und größer) einen wesentlich geringeren Niederschlag auf dem Waschgut erzeugen
damit erklärt werden, dass die Auflösekinetik dieser Partikel zu einer geringeren
lokalen Builderkonzentration führt, als die Auflösekinetik der mittleren Partikelgröße
(0,2 bis unter 0,4 mm). Durch die geringere lokale Konzentration des gelösten wasserlöslichen
Builders neigt dieser weniger dazu, in Form unlöslichen Niederschlages auszufallen.
[0013] Ein bevorzugter Korngrößenbereich für den Einsatz des Builders im Waschmittel ist
entweder ein Korngrößenbereich von bis zu 0,2 mm Korngröße, oder aber ein Korngrößenbereich
von 0,4 bis 3 mm, wobei diese beiden Korngrößenfraktionen in dem Waschmittel auch
gleichzeitig auftreten können.
[0014] Für den Einsatz als wasserlösliche Builder ist grundsätzlich jede Art von bisher
beschriebenem wasserlöslichen Builder geeignet, insbesondere amorphe Alkalisilicate,
Schichtsilicate, Cogranulate aus Silicaten mit polymeren Polycarboxylaten, Carbonat/Silicat-Compounds,
Cogranulate aus Schichtsilikaten / nicht neutralisierten Polycarboxylaten.
[0015] Die wasserlöslichen Builder können allein, oder zusammen mit anderen Builder-/Cobuilderstoffen
eingesetzt werden, wobei die Builderstoffe in der Weise optimiert sein können, dass
sie eine hohe Bindekapazität für zweiwertige Ionen aufweisen, wie z.B. Calciumionen
und Magnesiumionen.
[0016] Da Builderstoffe einerseits als Komplexbildner, andererseits in Form eines Ionenaustauschers
wirken, kann die Calciumionen-Konzentration, wie auch die Magnesiumionen-Konzentration
in der Waschflotte durch den Einsatz geeigneter Builderstoffe verringert werden. Löst
sich der wasserlösliche Builder, z. B. Silicat, in der Waschflotte bei niedrigem pH
allzu schnell auf, so kann es zu Niederschlägen von unlöslichem Calcium- oder Magnesiumsilicat
kommen, das sich auf dem Waschgut absetzt. Aus diesem Grund wurde bisher - wie schon
oben erwähnt - der pH in der Waschflotte im deutlich alkalischen Bereich gehalten,
außerdem wurde bisher eine hohe Builder/Cobuilder-Konzentration im Waschmittel eingesetzt.
[0017] Als geeignete Cobuilder, die ggf. auch als Compounds mit den wasserlöslichen Builderstoffen
eingesetzt werden können, sind beispielsweise polymere Polycarboxylate aus Polyacrylsäure
oder Poly(meth)acrylsäure, bzw. Copolymere dieser beiden mit beliebigen Molmassen,
insbesondere jedoch mit Molmassen über 10.000 g/mol, bevorzugt Molmassen von 20.000
bis 120.000 g/mol, besonders bevorzugt mit 30.000 bis 80.000 g/mol. Außerdem geeignete
copolymere Carboxylate sind solche der Acrylsäure oder (Meth)acrylsäure mit Maleinsäure.
Als besonders geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen,
die 50 bis 90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative
Molekülmasse, bezogen auf freie Säuren, beträgt im Allgemeinen 2.000 bis 70.000 g/mol,
vorzugsweise 20.000 bis 55.000 g/mol und insbesondere 30.000 bis 40.000 g/mol (gemessen
gegen Polyacrylsäurestandard). Die Anwesenheit von polymeren Polycarboxylaten ist
entsprechend der Erfindung nicht zwingend notwendig, jedoch liegt in einer Ausführungsform
der Builder als Partikel vor, der Silicat und polymeres Polycarboxylat umfasst. Ein
solcher Builder wird durch gemeinsames Versprühen einer wässrigen Lösung von Wasserglas/Soda
mit polymerem Polycarboxylat in einem Sprühturm und anschließendes Trocknen erhalten.
In einer anderen Verfahrensvariante kann auch wasserlösliches Alkalisilicat zusammen
mit dem Polymer versprüht und getrocknet werden. Der Builder und der Cobuilder können
jedoch auch einzeln vorliegen, also nicht als Compound, werden jedoch gemäß einer
weiteren Ausführungsform der Erfindung nebeneinander in das Wasch- oder Reinigungsmittel
eingesetzt. Das aus dem Sprühturm erhaltene Primärgut (Builder oder Builder/Cobuilder-Compound)
kann entweder direkt weiterverarbeitet werden, oder ggf. z.B. in einem Kompaktor granuliert
und anschließend z.B. in einer Hammermühle auf die gewünschte Korngröße gemahlen werden,
wobei anschließend an das Herstellungsverfahren eine Korngröße von 0,2 bis unter 0,4
mm aus dem so hergestellten Produkt ausgesiebt wird, bevor dieses in das Wasch- oder
Reinigungsmittel eingesetzt wird.
[0018] Der Zusatz von Polymer verbessert das Schmutztragevermögen des Wasch- oder Reinigungsmittels,
außerdem trägt dieses zusätzlich zur Verringerung von Niederschlägen auf dem Waschgut
bei. Als weitere Cobuilder können in das Waschmittel beispielsweise Copolymere aus
α-Olefinen und Maleinsäure, Polyasparaginsäure, Iminodisuccinate oder Carboxymethylinuline
eingesetzt werden.
[0019] Als zusätzliche anorganische Builder können feinkristalliner, synthetischer und gebundenes
Wasser enthaltender Zeolith, vorzugsweise Zeolith A, X, Y und/oder P, sowie kristalline
Schichtsilicate eingesetzt werden, die bevorzugt ebenfalls nur in geringen Mengen
vorliegen. Geeignete Zeolithe sind auch Mischungen aus A, X, Y und/oder P. Als Zeolith
P wird beispielsweise MAP (z. B. Doucil A24®, Handelsprodukt der Firma Ineos) besonders
bevorzugt. Von besonderem Interesse ist auch ein cokristallisiertes Natrium/Kalium-Aluminiumsilicat
aus Zeolith A und Zeolith X, welches als VEGOBOND AX® (Handelsprodukt der Firma Condea
Augusta S.p.A.) im Handels erhältlich ist. Der Zeolith kann als sprühgetrocknetes
Pulver oder auch als ungetrocknete, von ihrer Herstellung noch feuchte, stabilisierte
Suspension zum Einsatz kommen. Für den Fall, dass der Zeolith als Suspension eingesetzt
wird, kann diese geringe Zusätze an nichtionischen Tensiden als Stabilisatoren enthalten,
beispielsweise 1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf Zeolith, an ethoxylierten C
12-C
18-Fettalkoholen mit 4 bis 5 Ethylenoxidgruppen oder ethoxylierten Isotridecanolen.
Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 10 µm (Volumenverteilung;
Messmethode: Coulter Counter) auf und enthalten vorzugsweise 10 bis 22 Gew.-% an gebundenem
Wasser.
[0020] Neben den Zeolithen können auch kristalline, schichtförmige Natriumsilicate entsprechend
der allgemeinen Formel NaMSi
xO
2x+1·yH
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind, in den Mitteln
enthalten sein. Derartige kristalline Schichtsilicate werden beispielsweise in der
europäischen Patentanmeldung EP-A-0 164 514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilicate
der angegebenen Formel sind solche, in denen M für Natrium steht6 und x die Werte
2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl β- als auch δ-Natriumdisiliate Na
2Si
2O
5·yH
2O bevorzugt.
Außerdem können auch phosphathaltige Builder eingesetzt werden,
[0021] Sowohl Zeolithe als auch kristalline Schichtsilicate und phosphathaltige Builder
sind in den erfindungsgemäßen Mitteln jedoch nur von untergeordneter Bedeutung. In
bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung sind von diesen Substanzen insgesamt weniger
als 5 Gew.-% enthalten. Dabei kann es sogar bevorzugt sein, wenn sie ganz fehlen,
wobei insbesondere Zeolithe häufig auch als Abpuderungsmittel auf zugemischten Granulaten
verwendet werden, und so in den Mitteln zu einem geringen Anteil enthalten sein können,
obwohl ihr Einsatz als Builder nicht beabsichtigt wurde.
[0022] Weiterhin enthalten die erfindungsgemäßen Mittel in bevorzugten Ausführungsformen
auch Alkalicarbonate, insbesondere Natriumcarbonat, sowie Alkalihydrogencarbonate
und deren Mischsalze (Sesquicarbonat). Dabei ist es für die Ausführung der Erfindung
vorteilhaft, wenn das Gewichtsverhältnis von Alkalicarbonat zu amorphem Natriumsilicat
im Bereich 1:100 bis 10:1, bevorzugt 1:50 bis 5:1, liegt. In erfindungsgemäßen Ausführungsformen
kann es dabei besonders vorteilhaft sein, wenn das Gewichtsverhältnis von Alkalicarbonat
zu amorphem Natriumsilicat kleiner 1 ist.
[0023] Neben den polymeren Polycarboxylaten können in den erfindungsgemäßen Mitteln weitere
organische Buildersubstanzen enthalten sein. Brauchbare organische Gerüstsubstanzen
sind beispielsweise die in Form ihrer Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren,
wobei unter Polycarbonsäuren solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine
Säurefunktion tragen. Beispielsweise sind dies Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure,
Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren,
Nitrilotriessigsäure (NTA), Methylglycindiacetat(MGDA), sofern ein derartiger Einsatz
aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte
Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure,
Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus diesen. Auch die Säuren an
sich können eingesetzt werden. Die Säuren besitzen neben ihrer Builderwirkung typischerweise
auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und dienen somit auch zur Einstellung
eines niedrigeren und milderen pH-Wertes von Wasch- oder Reinigungsmitteln. Insbesondere
sind hierbei Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Gluconsäure
und beliebige Mischungen aus diesen zu nennen. Weitere geeignete Buildersubstanzen
sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche
5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen aufweisen, beispielsweise wie in
der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 280 223 beschrieben, erhalten werden können.
Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd
sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure
erhalten. Weitere geeignete organische Buildersubstanzen sind Dextrine, beispielsweise
Oligomere bzw. Polymere von Kohlenhydraten, die durch partielle Hydrolyse von Stärken
erhalten werden können, Die Hydrolyse kann nach üblichen, beispielsweise säure- oder
enzymkatalysierten Verfahren durchgeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich um
Hydrolyseprodukte mit mittleren Molmassen im Bereich von 400 bis 500.000 g/mol. Dabei
ist ein Polysaccharid mit einem Dextrose-Äquivalent (DE) im Bereich von 0,5 bis 40,
insbesondere von 2 bis 30 bevorzugt, wobei DE ein gebräuchliches Maß für die reduzierende
Wirkung eines Polysaccharids im Vergleich zu Dextrose, welche ein DE von 100 besitzt,
ist. Brauchbar sind sowohl Maltodextrine mit einem DE zwischen 3 und 20 und Trockenglucosesirupe
mit einem DE zwischen 20 und 37 als auch sogenannten Gelbdextrine und Weißdextrine
mit höheren Molmassen im Bereich von 2.000 bis 30.000 g/mol. Ein bevorzugtes Dextrin
ist in der britischen Patentanmeldung 94 19 091 beschrieben. Bei den oxidierten Derivaten
derartiger Dextrine handelt es sich um deren Umsetzungsprodukte mit Oxidationsmitteln,
welche in der Lage sind, mindestens eine Alkohol funktion des Saccharidrings zur Carbonsäurefunktion
zu oxidieren. Derartige oxidierte Dextrine und Verfahren ihrer Herstellung sind beispielsweise
aus den europäischen Patentanmeldungen EP-A-0 232 202, EP-A-0 427 349, EPO-A-0 472
042 und EP-A-0 542 496 sowie den internationalen Patentanmeldungen WO 92/18542, WO
93/08251, WO 93/16110, WO 94/28030, WO 95/07303. WO 95/12619 und WO 95/20608 bekannt.
Ebenfalls geeignet ist ein oxidiertes Oligosaccharid gemäß der deutschen Patentanmeldung
DE-A-196 00 018. Ein an C
6 des Saccharidrings oxidiertes Produkt kann besonders vorteilhaft sein. Auch Oxydisuccinate
und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat, sind weitere
geeignete Cobuilder. Dabei wird Ehtylendiamin-N,N'-disuccinat (EDDS), dessen Synthese
beispielsweise in US 3,158,615 beschrieben wird, bevorzugt in Form seiner Natrium-
oder Magnesiumsalze verwendet. Weiterhin bevorzugt sind in diesem Zusammenhang auch
Glycerindisuccinate und Glycerintrisuccinate, wie sie beispielsweise in den US-amerikanischen
Patenschriften US 4,524,009, US 4,639,325, in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0
150 930 und der japanischen Patentanmeldung JP 93/339896 beschrieben werden. Geeignete
Einsatzmengen liegen in zeolithhaltigen und/oder silicathaltigen Formulierungen bei
3 bis 15 Gew.-%. Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte
Hydroxycarbonsäuren bzw. deren Salze, welche ggf. auch in Lactonform vorliegen können
und welche mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal
zwei Säuregruppen enthalten. Derartige Cobuilder werden beispielsweise in der internationalen
Patentanmeldung WO 95/20029 beschrieben.
[0024] Eine weitere Substanzklasse mit Cobuildereigenschaften stellen die Phosphonate dar.
Dabei handelt es sich insbesondere um Hydroxyalkan- bzw. Aminoalkanphosphonate. Unter
den Hydroxyalkanphosphonaten ist das 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP) von besonderer
Bedeutung als Cobuilder. Es wird vorzugsweise als Natriumsalz eingesetzt, wobei das
Dinatriumsalz neutral und das Tetranatriumsalz alkalisch (pH 9) reagiert. Als Aminoalkanphosphonate
kommen vorzugsweise Ethylendiamintetramethylenphosphonat (EDTMP), Diethylentriaminpentamethylenphosphonat
(DTPMP) sowie deren höhere Homologe in Frage. Sie werden vorzugsweise in Form der
neutral reagierenden Natriumsalze, z. B. als Hexanatriumsalz der EDTMP bzw. als Hepta-
und Octa-Natriumsalz der DTPMP, eingesetzt. Als Builder wird dabei aus der Klasse
der Phosphonate bevorzugt HEDP verwendet. Die Aminoalkanphosphonate besitzen zudem
ein ausgeprägtes Schmermetallbindevermögen. Dementsprechend kann es, insbesondere
wenn die Mittel auch Bleiche enthalten, bevorzugt sein, Aminoalkanphosphonate, insbesondere
DTPMP, einzusetzen, oder Mischungen aus den genannten Phosphonaten zu verwenden. Darüber
hinaus können alle Verbindungen, die in der Lage sind, Komplexe mit Erdalkaliionen
auszubilden, als Cobuilder eingesetzt werden. Derartige organische Cobuilder können
in den erfindungsgemäßen Mitteln insgesamt mit einem Anteil von bis zu 10 Gew.-%,
bevorzugt jedoch zu maximal 5 Gew.-%, enthalten sein.
[0025] Die erfindungsgemäßen Wasch- und Reinigungsmittel können außer den genannten Buildersubstanzen
im Prinzip alle bekannten und in derartigen Mitteln üblichen Inhaltsstoffe enthalten.
Insbesondere enthalten die Mittel 10 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 15 bis 35 Gew.-%, Tenside,
wobei diese Tenside aus den folgenden Gruppen ausgewählt sind.
[0026] Eine erste Gruppe stellen die Anionentenside dar, die wenigstens in Mengen von 0,5
Gew.-% in den erfindungsgemäßen Mitteln bzw. erfindungsgemäß hergestellten Mitteln
enthalten sein sollten. Hierzu zählen insbesondere Sulfonate und Sulfate, aber auch
Seifen.
[0027] Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen vorzugsweise C
9-C
13-Akylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d. h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-bis C
18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht.
[0028] Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
10-C
18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden.
[0029] Geeignet sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), z. B. die α-sulfonierten
Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, die durch α-Sulfonierung
der Methylester von Fettsäuren pflanzlichen und/oder tierischen Ursprungs mit 8 bis
20 C-Atomen im Fettsäuremolekül und nachfolgende Neutralisation zu wasserlöslichen
Mono-Salzen hergestellt werden, in Betracht. Vorzugsweise handelt es sich hierbei
um die α-sulfonierten Ester der hydrierten Kokos-, Palm-, Palmkern- oder Talgfettsäuren,
wobei auch Sulfonierungsprodukte von ungesättigten Fettsäuren, beispielsweise Ölsäure,
in geringen Mengen, vorzugsweise in Mengen nicht oberhalb etwa 2 bis 3 Gew.-%, vorhanden
sein können. Insbesondere sind α-Sulfofettsäurealkylester bevorzugt, die eine Alkylkette
mit nicht mehr als 4 C-Atomen in der Estergruppe aufweisen, beispielsweise Methylester,
Ethylester, Propylester und Butylester. Mit besonderem Vorteil werden die Methylester
der α-Sulfofettsäuren (MES), aber auch deren verseifte Disalze eingesetzt.
[0030] Weitere geeignete Anionentenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester, welche Mono-,
Di- und Triester sowie deren Gemische darstellen, wie sie bei der Herstellung durch
Veresterung durch ein Monoglycerin mit 1 bis 3 mol Fettsäure oder bei der Umesterung
von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 mol Glycerin erhalten werden.
[0031] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
10-C
18-Fettalkohole beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlänge bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechni schem Interesse sind C
10-C
16-Alkylsulfate und C
10-C
15-Alkylsulfate sowie C
12-C
15-Alkylsulfate insbesondere bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise
gemäß den US-Patentschriften 3,234,258 oder 5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte
der Shell Oil Company unter dem Namen DAN® erhalten werden können, sind geeignete
Aniontenside.
[0032] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-C
21-Alkohole, wie 2-Methylverzweigte C
9-C
11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 mol Ethylenoxid (E0) oder C
12-C
18-Fettalkohole mit 1 bis 4 E0, sind geeignet. Sie werden in Waschmitteln aufgrund ihres
hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen von
1 bis 5 Gew.-% eingesetzt.
[0033] Bevorzugte Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure, die auch
als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und die Monoester
und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise Fettalkoholen
und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten C
8- bis C
18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
[0034] Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkoholreste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen, sowie Ethersulfate (Alkylenoxidsulfate)
mit C
10-18 und 1-7E0.
[0035] Als weitere anionische Tenside kommen Fettsäure-Derivate von Aminosäuren, beispielsweise
von N-Methyltaurin (Tauride) und/oder von N-Methylclycin (Sarkoside) in Betracht.
Insbesondere bevorzugt sind dabei die Sarkoside bzw. die Sarkosinate und hier vor
allem Sarkosinate von höheren und ggf. einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren
wie Oleylsarkosinat.
[0036] Als weitere anionische Tenside kommen insbesondere Seifen, vorzugsweise in Mengen
von 0,2 bis 5 Gew.-% in Betracht. Geeignet sind insbesondere gesättigte Fettsäureseifen,
wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, hydrierten
Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren, z. B. Kokos-,
Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische. Zusammen mit diesen Seifen
oder als Ersatzmittel für Seifen können auch die bekannten Alkenylbernsteinsäuresalze
eingesetzt werden.
[0037] Die anionischen Tenside (und Seifen) können in Form ihrer Natrium-, Kalium- oder
Ammoniumslaze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin,
vorliegen. Vorzugsweise liegen anionische Tenside in Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze,
insbesondere in Form ihrer Natriumsalze vor.
[0038] Die anionischen Tenside sind in den erfindungsgemäßen Mitteln bzw. werden in dem
erfindungsgemäßen Verfahren vorzugsweise in Mengen von 1 bis 30 Gew.-% und insbesondere
in Mengen von 5 bis 25 Gew.-% eingesetzt.
[0039] Neben den anionischen Tensiden und den kationischen, zwitterionischen und amphoteren
Tensiden sind vor allem nichtionische Tenside bevorzugt.
[0040] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 mol Ethylenoxid (E0) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Akoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 10 bis 18 C-Atomen, z. B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 E0 pro mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-C
14-Alkohole mit 3 E0 oder 4 E0, C
9-C
11-Alkohole mit 7 E0, C
13-C
15-Alkohole mit 3 E0, 5 E0, 7 E0 oder 8 E0, C
12-C
18-Alkohole mit 3 E0, 5 E0 oder 7 E0 und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-C
14-Alkohol mit 3 E0 und C
12-C
18-Alkohol mit 7 E0. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können - wie
oben beschrieben - auch Fettalkohole mit mehr als 12 E0 eingesetzt werden. Beispiele
hierfür sind (Talg-) Fettalkohole mit 14 E0, 16 E0, 20 E0, 25 E0, 30 E0 oder 40 E0.
[0041] Zu den nichtionischen Tensiden zählen auch Alkylglykoside der allgemeinen Formel
RO(G)
x, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten, insbesondere in 2-Stellung
methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen
bedeutet und G für eine Glykoseeinheit mit 5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose,
steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden
angibt, ist eine beliebige Zahl - die als analytisch zu bestimmende Größe auch gebrochene
Werte annehmen kann - zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0042] Ebenfalls geeignet sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (I), in der R
1CO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
2 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht:

[0043] Vorzugsweise leiten sich die Polyhydroxyfettsäureamide von reduzierenden Zuckern
mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere von der Glucose ab. Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide
gehören auch Verbindungen der Formel (II),

in der R
3 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12 Kohlenstoffatomen,
R
4 für einen linearen, verzweigten oder cylcischen Alkylenrest oder einen Arylenrest
mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
5 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht; wobei C
1-C
4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind, und [Z] für einen Polyhydroxyalkylrest, dessen
Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder alkoxylierte,
vorzugsweise ethoxylierte oder propoxylierte Derivate dieses Restes steht. [Z] wird
auch hier vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines Zuckers wie Glucose, Fructose,
Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose erhalten. Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten
Verbindungen können dann beispielsweise nach der Lehre der internationalen Patentanmeldung
WO 95/07331 durch Umsetzung mit Fettsäuremethylestern in Gegenwart eines Alkoxids
als Katalysator in die gewünschten Polyhydroxyfettsäureamide überführt werden.
[0044] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden,
insbesondere zusammen mit alkoxylierten Fettalkoholen und/oder Alkylglykosiden, eingesetzt
werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte und propoxylierte
Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette,
insbesondere Fettsäuremethylester, wie sie beispielsweise in der japanischen Patentanmeldung
JP 58/217598 beschrieben sind oder die vorzugsweise nach dem in der internationalen
Patentanmeldung WO-A-90/13533 beschriebenen Verfahren hergestellt wurden. Als Niotenside
sind C
12-C
18-Fettsäuremethylester mit durchschnittlich 3 bis 15 E0, insbesondere mit durchschnittlich
5 bis 12 E0 bevorzugt, während als Bindemittel - wie oben beschrieben - vor allem
höher ethoxylierte Fettsäuremethylester vorteilhaft sind. Insbesondere C
12-C
18-Fettsäuremethylester mit 10 bis 12 E0 können sowohl als Tenside als auch als Bindemittel
eingesetzt werden.
[0045] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanol-amide können
geeignet sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht
mehr als die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte
davon.
[0046] Als weitere Tenside kommen sogenannte Gemini-Tenside in Betracht. Hierunter werden
im Allgemeinen solche Verbindungen verstanden, die zwei hydrophobe Gruppen pro Molekül
besitzen. Diese Gruppen sind in der Regel durch einen sogenannen "Spacer" voneinander
getrennt. Dieser Spacer ist in der Regel eine Kohlenstoffkette, die lang genug sein
sollte, dass die hydrophilen Gruppen einen ausreichenden Abstand haben, damit sie
unabhängig voneinander agieren können. Derartige Tenside zeichnen sich im Allgemeinen
durch eine ungewöhnlich geringe kritische Micellkonzentration und die Fähigkeit, die
Oberflächenspannung des Wassers stark zu reduzieren, aus. In Ausnahmefällen werden
jedoch unter dem Ausdruck Gemini-Tenside nicht nur dimere, sondern auch trimere Tenside
verstanden.
[0047] Geeignete Gemini-Tenside sind beispielsweise sulfatierte Hydroxymischether gemäß
der deutschen Patentanmeldung DE-A-43 21 022 oder Dimeralkohol-bis- und Trimeralkohl-tris-sulfate
und -ethersulfate gemäß der deutschen Patentanmeldung DE-A-195 03 061. Endgruppenverschlossene
dimere oder trimere Mischether gemäß der deutschen Patentanmeldung DE-A-195 13 391
zeichnen sich insbesondere durch ihre Bi- und Multifunktionalität aus. So besitzen
die genannten endgruppenverschlossenen Tenside gute Netzeigenschaften und sind dabei
schaumarm, so dass sie sich insbesondere für den Einsatz in maschinellen Wasch- oder
Reinigungsverfahren eignen.
[0048] Eingesetzt werden können aber auch Gemini-Polyhydroxyfettsäureamide oder Poly-Polyhydroxyfettsäureamide,
wie sie in den internationalen Patentanmeldungen W0-A-95/19953, W0-A-95/19954 und
W0-A-95/19955 beschrieben werden.
[0049] Neben Tensiden und Buildern können in den erfindungsgemäßen Mitteln alle in Wasch-
oder Reinigungsmitteln üblichen Inhaltsstoffe vorkommen.
[0050] Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben Natriumperboratmonohydrat bzw. -tetrahydrat und Natriumpercarbonat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Peroxypyrophosphate,
Peroxophthalate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure, Phthalimidoperoxohexansäure (PAP), oder Diperdodecandisäure.
Auch Salze der Persäuren, wie z.B. Peroxomonosulfat können eingesetzt werden. Der
Gehalt der Mittel an Bleichmitteln beträgt 0 bis 30 Gew.-% und insbesondere 5 bis
25 Gew.-%, wobei vorteilhafterweise Perboratmonohydrat, -tetrahydrat, Percarbonat
oder PAP eingesetzt wird.
[0051] Um beim Waschen bei Temperaturen von 60°C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung
zu erreichen, können Bleichaktivatoren in die Präparate eingearbeitet werden. Beispiele
hierfür sind mit H
2O
2 organische Persäuren bildende N-Acyl- bzw. O-Acyl-Verbindungen, vorzugsweise mehrfach
acylierte Alkylendiamine wie N,N'-tetraacylierte Diamine, acylierte Glukolurile, insbesondere
Tetraacetylglykoluril, N-acylierte Hydantoine, Hydrazide, Triazole, Triazine, Urazole,
Diketopiperazine, Sulfurylamide und Cyanurate, außerdem Carbonsäureester wie p-(Alkanoyl)-benzolsulfonat,
insbesondere Natriumisononanoyloxybenzolsulfonat, und der p-(Alkenoyloxy)benzolsulfonate,
ferner Caprolactam-Derivate, Carbonsäureanhydride wie Phthalsäureanhydrid und Ester
von Polyolen wie Glucosepentaacetat. Weitere bekannte Bleichaktivatoren sind acetylierte
Mischungen aus Sorbitol und Mannitol, wie sie beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung
EP-A-0 525 239 beschrieben werden, und acetyliertes Pentaerythrit. Der Gehalt der
bleichmittelhaltigen Mittel an Bleichaktivatoren liegt in dem üblichen Bereich, vorzugsweise
zwischen 1 und 10 Gew.-% und insbesondere zwischen 3 und 8 Gew.-%.
[0052] Besonders bevorzugte Bleichaktivatorne sind N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin (TAED),
1,5-Diacetyl-2,4-dioxo-hexahydro-1,3,5-triazin (DADHT) und actylierte Sorbitol-Mannitol-Mischungen
(SORMAN). Der Bleichaktivator kann in bekannter Weise mit Hüllsubstanzen überzogen
oder, ggf. unter Einsatz von Hilfsmitteln, insbesondere Methylcellulosen und/oder
Carboxymethylcellulosen, granuliert oder extrudiert /pelletiert worden sein und gewünschtenfalls
weitere Zusatzstoffe, beispielsweise Farbstoff, enthalten. Vorzugsweise enthält ein
derartiges Granulat über 70 Gew.-%, insbesondere von 80 bis 99 Gew.-% Bleichaktivator.
Vorzugsweise wird ein Bleichaktivator eingesetzt, der unter Waschbedingungen Peressigsäure
bildet. Auch quarternisierte Aminoalkylnitrile, bzw. Acetonitrilderivate können als
Bleichaktivatoren eingesetzt werden. Ein weiterer bevorzugter Bleichaktivator ist
ein Morpholinonitrilquat, bzw. ein quarterniertes Glycinnitril, wie es in der EP 0
941 299 beschrieben ist.
[0053] Zusätzlich zu den oben aufgeführten konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren
Stelle können auch die aus den europäischen Patentschriften EP 0 446 982 und EP 0
453 003 bekannten Sulfonimine und/oder bleichverstärkende Übergangsmetallsalze bzw.
Übergangsmetallkomplexe als sogenannte Bleichkatalysatoren enthalten sein. Zu den
in Frage kommenden Übergangsmetallverbindungen gehören insbesondere die aus der deutschen
Patentanmeldung DE 195 29 082 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder
Molybdän-Salenkomplexe und deren aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 20 267 bekannte
N-Analogverbindungen, die aus der deutschen Patentanmeldung DE 195 36 082 bekannten
Mangan-, Eisen, Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Carbonylkomplexe, die in der deutschen
Patentanmeldung DE 196 05 688 beschriebenen Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium-,
Molybdän-, Titan-, Vanadium- und Kupfer-Komplexe mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden,
die aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 20 411 bekannten Cobalt-, Eisen-, Kupfer-
und Ruthenium-Amminkomplexe, die in der deutschen Patentanmeldung DE 44 16 438 beschriebenen
Mangan-, Kupfer- und Cobalt-Komplexe, die in der europäischen Patentanmeldung EP 0
272 030 beschriebenen Cobalt-Komplexe, die aus der europäischen Patentanmeldung EP
0 693 550 bekannten Mangan-Komplexe, die aus der europäischen Patentschrift EP 0 392
592 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt- und Kupfer-Komplexe und/oder die in der europäischen
Patentschrift EP 0 443 651 oder den europäischen Patentanmeldungen EP 0 458 397, EP
0 458 398, EP 0 549 271, EP 0 549 272, EP 0 544 490 und EP 0 544 519 beschriebenen
Mangan-Komplexe, Kombinationen aus Bleichaktivatoren sind beispielsweise aus der deutschen
Patentanmeldung DE 196 13 103 und der internationalen Patentanmeldung WO 95/27775
bekannt. Bleichverstärkende Übergangsmetallkomplexe, insbesondere mit den Zentralatomen
Mn, Fe, Co, Cu, Mo, V, Ti und/oder Ru, werden in üblichen Mengen, vorzugsweise in
einer Menge bis zu 1 Gew.-%, insbesondere von 0,0025 Gew.-% bis 0,25 Gew.-% und besonders
bevorzugt von 0,01 Gew.-% bis 0,1 Gew.-%, jeweils bezogen auf gesamtes Mittel, eingesetzt.
[0054] Zu den in erfindungsgemäßen Mitteln ggf. enthaltenen Enzymen gehören Proteasen, Amylasen,
Pullulanasen, Cellulasen, Cutinasen und/oder Lipasen, beispielweise Proteasen wie
Properase®, Alcalase®, BLAP® , Optimase® , Opticlean® , Maxacal® , Maxapem® , Durazym®
, Purafect® OxP, Esperase® und/oder Savinase® , Amylasen wie Termamyl® , Amylase-LT®
, Maxamyl® , Duramyl® , Purastar® , Kenzym® , Purastar® Ox Am, Cellulasen wie Celluzyme®
, Carezyme® , KAC® und/oder die aus den internationalen Patentanmeldungen WO 96/34108
und WO 96/34092 bekannten Cellulasen und/oder Lipasen wie Lipolase® , Lipomax® , Lumafast®
, Lipoprime® , Lipex® und/oder Lipozym® . Die verwendeten Enzyme können, wie z. B.
in den internationalen Patentanmeldungen WO 92/11347 oder WO 94/23005 beschrieben,
an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen
vorzeitige Inaktivierung zu schützen. Sie sind in erfindungsgemäßen Wasch- und Reinigungsmitteln
vorzugsweise in Mengen bis zu 10 Gew.-%, insbesondere von 0,05 Gew.-% bis 5 Gew.-%
enthalten, wobei besonders bevorzugt gegen oxidativen Abbau stabilisierte Enzyme,
wie sie z. B. aus den internationalen Patentanmeldungen WO 94/02597, WO 94/02618,
WO 94/18314, WO 94/23053 oder WO 95/07350 bekannt sind, eingesetzt werden.
[0055] Zusätzlich können die Mittel auch Komponenten enthalten, welche die Öl- und Fett-Auswaschbarkeit
aus Textilien positiv beeinflussen. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn ein
Textil verschmutzt wird, das bereits vorher mehrfach mit einem erfindungsgemäßen Waschmittel,
das diese öl- und fettlösende Komponente enthält, gewaschen wurde. Zu den bevorzugten
öl- und fettlösenden Komponenten zählen beispielsweise nichtionische Celluloseether
wie Methylcellulose und Methylhydroxypropylcellulose mit einem Anteil an Methoxy-Gruppen
von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropoxyl-Gruppen von 1 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen
auf den nichtionischen Celluloseether, sowie die aus dem Stand der Technik bekannten
Polymere der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure bzw. von deren Derivaten, insbesondere
Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder Polyethylenglykolterephthalaten oder anionisch
und/oder nichtionisch modifizierten Derivaten von diesen. Besonders bevorzugt von
diesen sind die sulfonierten Derivate der Phthalsäure- und der Terephthalsäure-Polymere.
[0056] Beim Einsatz in maschinellen Waschverfahren kann es von Vorteil sein, den Mitteln
übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren eignen sich beispielsweise
Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, ggf. silanierter Kieselsäure
sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit silanierter
Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid. Mit Vorteilen werden auch Gemische aus verschiedenen
Schauminhibitoren verwendet, z. B. solche aus Siliconen, Paraffinen oder Wachsen.
[0057] Vorzugsweise sind die Schauminhibitoren, insbesondere silicon- und/oder paraffinhaltige
Schauminhibitoren, an eine granulare, in Wasser lösliche bzw. dispergierbare Trägersubstanz
gebunden. Insbesondere sind dabei Mischungen aus Paraffinen und Bistearylethylendiamiden
bevorzugt.
[0058] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Faser abgelösten Schmutz in
der Flotte suspendiert zu halten und so das Wiederaufziehen des Schmutzes zu verhindern.
Hierzu sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise
die wasserlöslichen Salze polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren
oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern
der Cellulose oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide
sind für diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich lösliche Stärkepräparate und
andere als die oben genannten Stärkeprodukte verwenden, z. B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken
usw.. Vergrauungsinhibitoren, werden üblicherweise in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%,
bezogen auf die Mittel, eingesetzt.
[0059] Als weiteren zusätzlichen Bestandteil kann die erfindungsgemäße Textilwaschmittelformulierung
übliche Farbübertragungsinhibitoren in den hierfür üblichen Mengen (etwa 0,1 bis 2
Gew.-%) enthalten.
[0060] Als Farbübertragungsinhibitoren werden beispielsweise Homo- und Copolymere des Vinylpyrrolidons,
des Vinylimidazols, des Vinyloxazolidons und des 4-Vinylpyridin-N-oxids mit Molmassen
von 15.000 bis 100.000 sowie vernetzte feinteilige Polymere auf Basis dieser Monomeren
eingesetzt. Die hier genannte Verwendung solcher Polymere ist bekannt, vgl. DE-B 22
32 353, DE-A 28 14 287, DE-A 28 14 329 und DE-A 43 16 023.
[0061] Bevorzugt ist in den erfindungsgemäßen Mitteln der Einsatz von Polyvinylpyrrolidon,
insbesondere in Form von PVP-Granulaten. Weiterhin bevorzugt werden Celluloseether,
wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether,
wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose
und deren Gemische.
[0062] Die Mittel können als optische Aufheller Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten. Geeignet sind z. B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, z. B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)diphenyls, oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)diphenyls.
Auch Gemische der vorgenannten Aufheller können verwendet werden.
[0063] Außer den genannten Inhaltsstoffen können die Mittel auch andere bekannte, in Wasch-,
Spül- oder Reinigungsmitteln üblicherweise eingesetzten Zusatzstoffe, beispielsweise
geringe Mengen an neutralen Füllsalzen sowie Farb- und Duftstoffe und Trübungsmittel
enthalten.
[0064] Die übrigen Wasch-, Reinigungs- und weiteren Inhaltsstoffe des Waschmittels können
als Pulver, Granulat oder Cogranulat eingesetzt werden, wobei deren Partikelgröße
in einem Bereich von 1 bis 2500 µm, bevorzugt von 5 bis 1000 µm liegt, oder sie können
als Flüssigkomponente zudosiert werden.
[0065] Das erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittel kann als Pulver, als Granulat oder
als Kompaktat vorliegen, außerdem kann das Wasch- oder Reinigungsmittel in Form eines
gepressten Formkörpers bereitgestellt werden.
[0066] Die Verwendung eines Builder-/Cobuilderstoffes mit einer bestimmten Partikelgrößenverteilung,
wie sie in der vorliegenden Anmeldung beschrieben ist, hat den Vorteil, dass kein
Niederschlag, bzw. geringe Waschmittelrückstände auf dem Waschgut nach Beendigung
des Waschvorgangs zu finden sind. Dies ist auch insbesondere dann der Fall, wenn die
Waschflotte einen pH unter pH 10 aufweist. Ein bevorzugter pH-Bereich für den Einsatz
der Builder mit der hier beschriebenen Korngrößenverteilung ist ein Bereich von pH
8 bis pH 12.
[0067] Darüber hinaus wird durch ein besseres "Abfangen" von zweiwertigen Ionen, insbesondere
Ca
2+ und Mg
2+, durch die Builder der erfindungsgemäßen Korngrößenverteilung die Enzymleistung der
eingesetzten Proteasen deutlich verbessert, so dass auch diesbezüglich eine Verbesserung
des Waschergebnisses erzielt wird.
[0068] Daher hat der Einsatz von Builderstoffen mit der in dieser Anmeldung aufgezeigten
Korngrößenverteilung einen wesentlich breiteren Einsatzbereich, als es bisher möglich
war. Auch kann eine wesentlich breitere Bandbreite verschiedener Waschmittelzusammensetzungen
verwendet werden, z. B. führte ein zu hoher Gehalt an Hydrogencarbonat bisher zu Niederschlägen
von SiO
2, während der Einsatz der Builderstoffe in Korngrößenbereichen, wie sie in der vorliegenden
Anmeldung angegeben sind, weitgehend unabhängig von der Hydrogencarbonat(H
2CO
3)-Zugabe zu erwünschten Waschergebnissen führen.
[0069] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung und deren Wirkung näher erläutern, ohne
dass sich die Erfindung lediglich auf die hier dargestellten Zusammensetzungen beschränkt.
Beispiele
Beispiel 1:
Waschmittelformulierungen: Zusammensetzung
Beispiel 2
[0071] Säckchentest mit Waschmittelformulierungen, enthaltend unterschiedliche Builderfraktionen
gemäß Beispiel 1
Beschreibung des Säckchentestes:
[0072] In einem dunklen Frotteesäckchen (20*20cm / blau / schwarz) wird das Waschpulver
eingenäht. Folgende Dosierung wird eingesetzt: HBII / normal verschmutzt, anschließend
wird das Säckchen mit 3,7 kg Ballastwäsche im Normalprogramm bei 30°C gewaschen. Die
Wasserhärte des Leitungswasser beträgt 15°dH. Nach dem Waschen wird das Frotteesäckchen
aufgeschnitten, auf links gedreht und die Menge der Rückstände visuell betrachtet.
Beispiel 3
[0074] Wolltest: Proteolytische Wirksamkeit in Abhängigkeit der Builderleistung: Eine Protease
ist um so wirksamer, je effektiver die Ca2+ und Mg2+ - Ionen aus der Waschflotte entfernt
sind. Je besser ein Builder wirkt, desto effektiver werden diese Ionen aus der Waschflotte
entfernt.
Prinzip:
[0075] Bei dieser Methode wird sich der molekulare Aufbau der Wolle zunutze gemacht. Der
Faserstoff Wolle zählt zu den sogenannten - Keratinen, die im wesentlichen durch Cystein
- Disulfidbrücken vernetzte Proteine darstellen. Die Grundbausteine der Wolle sind
Aminosäuren, die über Peptidbindungen miteinander verbunden sind. Somit kann die Wolle
als Substrat für die Protease angesehen werden. Die Abbauleistung der peptidspaltenden
Enzyme wird gravimetrisch bestimmt und spiegelt indirekt die Aktivität der Protease
wieder. Die Proteaseaktivität wird stark durch die Builderleistung beeinflusst. Je
besser der Builder wirkt, umso schneller und stärker wird die Wolle von der Protease
zersetzt.
Reagenzien:
10*10cm IWS- Wolle
[0076] Produkte mit definierter Proteasekonzentration ohne Bleichmittel. Das Bleichmittel
hemmt die Proteasewirksamkeit, was dazu führt, dass der Test zu lange dauern würde.
Geräte:
[0077] Der Test wird im Linitest (Labortester) durchgeführt, der mit acht Probenbehältern
ausgestattet ist.
Durchführung:
[0078] Je Produkt wird ein 10*10cm Wollgewebe geschnitten und beschriftet. Die Beschriftung
der Wolle erfolgt mit einem aufgenähten proteasestabilen Baumwollgewebestück. Die
Wolle wird mit 200ml Wasser (HBII) und 1g Testprodukt gewaschen. Dieser Vorgang wird
so oft wiederholt, bis in der Wolle Löcher zu erkennen sind. Zudem wird die Wolle
nach der 5, 10, 15 und 20. Wäsche im trockenen Zustand gewogen, und der Masseverlust
im Vergleich zum jeweiligen Ausgangswert in % bestimmt. Sobald eine gute Differenzierung
möglich ist, kann aufgehört werden zu waschen. In diesem Test wurde bei allen Testprodukten
1% Everlase 12.0 T von Novo zugesetzt.
Auswertung:
[0079] Das Produkt, das den höchsten Masseverlust bewirkt, zeigt die beste Builderleistung.
Kommentar & Fazit:
[0080] Die Formulierungen mit den bevorzugten Builderfraktionen zeigen eine höhere proteolytische
Wirksamkeit und damit die effektivere Entfernung von Ca/Mg 2+ - Ionen im Waschvorgang
(siehe Tabelle).

Beispiel 4
Waschmittelformulierungen: Zusammensetzungen
[0081] Verschiedene Waschmittelformulierungen mit dem Schwerpunkt: unterschiedliche Konzentrationen
der übrigen Ingredienzien.

Beispiel 5
[0082] Säckchentest mit Waschmittelformulierungen gemäß Beispiel 4
