[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Fensterbankabschlusses
mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Fensterbankabschlüsse sind als Seitenabschlüsse für metallische oder für Kunststoff-Außenfensterbänke
erforderlich. Sie bilden den Übergang zwischen den seitlichen Fensterbankenden und
der Fensterlaibung. Dieser Übergang soll einerseits ästhetisch ansprechend sein und
andererseits die Verbindung zur Fensterlaibung schaffen. Dabei ist es erforderlich,
das Eindringen von Feuchtigkeit in den Putz bzw. das Mauerwerk zu vermeiden und die
Längenausdehnungen der Fensterbank auszugleichen, die infolge von Temperaturschwankungen
hervorgerufen werden. Da die Fensterbank zum Ausgleich der Längenausdehnungen in den
Fensterbankabschlüssen gleitet, werden derartige Fensterbankabschlüsse auch als Gleit-Endstücke
bezeichnet.
[0003] Die Fensterbankabschlüsse wurden bisher entweder als Kunststoffteil ausgebildet oder
im Aluminium-Druckguss-Verfahren hergestellt. Bekannt ist auch die Herstellung aus
einem flachen Blechzuschnitt in einem mehrstufigen Abkant-, Rollverformungs- und einem
abschließenden Tiefziehvorgang gemäß der DE 100 52 252 A1.
[0004] Nachteilig ist hierbei, dass die Herstellungskosten für die bekannten Fensterbankabschlüsse
(auch Bordstücke für Fensterbänke genannt) verhältnismäßig hoch sind.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, die Herstellungskosten
für derartige Fensterbankabschlüsse zu senken.
[0006] Diese Aufgabe wird überraschenderweise dadurch gelöst, dass die bekannten Herstellungsverfahren
(Kunststoff-Spritzguss-Verfahren oder Alminium-Druckguss-Verfahren bzw. das kombinierte,
mehrstufige Umformverfahren) nicht etwa weiterentwickelt, sondern verlassen werden.
Stattdessen schlägt die Erfindung vor, dass der gewünschte Fensterbankabschluss sozusagen
durch ein wesentlich vereinfachtes Umformverfahren hergestellt wird, wobei als Ausgangsmaterial
ein einfaches Winkelprofil aus Metall gewählt wird.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst insbesondere folgende Schritte:
a) es wird als Ausgangsmaterial ein einfaches Winkelprofil aus Metall mit rechteckiger
Grundplatte, äußerem Begrenzungssteg und innen liegendem Doppelsteg gewählt, wobei
die Grundplatte in ihrer Breite über den Doppelsteg so weit übersteht wie der spätere
vertikale Abschnitt des fertigen Fensterbankabschlusses;
b) das Winkelprofil wird zu Abschnitten abgelängt, welche in ihrer Länge der Summe
von Länge und Breite des späteren horizontalen Abschnittes zuzüglich der Länge des
späteren vertikalen Abschnittes entsprechen;
c) die im Endzustand im wesentlichen L-förmige Grundplatte wird durch Entfernen eines
ersten Materialabschnitts von der rechteckigen Grundplatte derart gebildet, dass ein
Abschnitt des Begrenzungssteges als freier Stegabschnitt vorliegt und dass sich eine
vordere Kante ergibt, die mit der Profillängsachse einen ersten Winkel (α) einschließt,
sowie durch Entfernen eines zweiten Materialabschnitts von der ursprünglich rechteckigen
Grundplatte, nämlich einerseits entlang dem Doppelsteg und andererseits derart, dass
sich eine zweite Kante im Abstand zu der vorderen Kante ergibt, die mit der Profillängsachse
einen zweiten Winkel (ß) einschließt;
d) der freie Stegabschnitt wird um den ersten Winkel (α) gebogen und als Begrenzungssteg
entlang der vorderen Kante mit der L-förmigen Grundplatte unlösbar verbunden.
[0008] Das Ablängen des Metallprofils kann dabei beispielsweise durch Sägen erfolgen, wobei
die die Grundfläche des Fensterbankabschlusses bildende Grundplatte des Metallprofils
gleichzeitig bezüglich der Stege hinterschnitten werden kann.
[0009] Das Entfernen des ersten Materialabschnitts kann beispielsweise durch Abstanzen erfolgen.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
[0011] Die durch die Grundplatte des Metallprofils gebildete Grundfläche des erfindungsgemäßen
Fensterbankabschlusses soll im wesentlichen L-förmig sein, wobei die Schenkel des
L nicht unbedingt rechtwinklig zueinander verlaufen müssen, sondern auch andere Winkel
zwischen sich einschließen können. Die Schenkel der L-förmigen Grundfläche können
dann im wesentlichen parallel zu den Schenkeln des abgewinkelten ersten Steges verlaufen.
[0012] Der abgewinkelte erste Steg ist vorzugsweise im Bereich einer äußeren Seitenkante
der Grundfläche angeordnet, beispielsweise derart, dass er eine Seitenwand der L-förmigen
Grundfläche bildet.
[0013] Der zweite Steg ist üblicherweise zur Auflage auf einem Mauersims vorgesehen und
kann höher als der erste Steg ausgebildet sein.
[0014] Weiterhin ist vorgesehen, dass zwischen einem Schenkel des abgewinkelten ersten Steges
und dem zweiten Steg ein dritter Steg so angeordnet ist, dass der zweite und dritte
Steg einen Doppelsteg zur Führung und Aufnahme eines Fensterbandendes bilden.
[0015] Besonders günstig gestalten sich die Herstellungkosten, wenn als Metallprofil ein
(stranggepresstes) Aluminiumprofil gewählt wird.
[0016] Je nach Einsatzzweck und nach verwendeter Fensterbank kann der Fensterbankabschluss
noch einer Oberflächenbehandlung unterzogen werden, beispielsweise einem Eloxier-
bzw. Pulverbeschichtungsverfahren.
[0017] Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fensterbankabschlusses, der durch das
erfindungsgemäße Verfahren herstellbar ist, wird anhand der Zeichnungen noch näher
erläutert.
[0018] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht eines Aluminiumprofils, das als Ausgangsmaterial für die erfindungsgemäße
Herstellung eines Fensterbankabschlusses verwendet wird; und
Fig. 2 eine Vorderansicht auf den Gegenstand von Fig. 1 und
Fig. 3 eine Draufsicht auf einen noch nicht vollständig fertiggestellten Fensterbankabschluss,
wie er aus dem Aluminiumprofil gemäß den Figur 1 und 2 zu gewinnen ist.
[0019] Das in den Figuren 1 und 2 dargestellte Aluminiumprofil weist einen ersten Steg 1,
einen zweiten Steg 2 und einen dritten Steg 3 auf, welche allesamt in Richtung der
Profillängsachse verlaufen und senkrecht von einer Grundplatte 4 ausgehen. Der zweite
Steg 2 ist höher als der dritte Steg 3, mit dem er ansonsten einen Doppelsteg 2/3
bildet. Der dritte Steg 3 entspricht in seiner Höhe dem ersten Steg 1. Aus diesem
Aluminiumprofil lässt sich der in Figur 3 dargestellte, noch nicht vollständig fertiggestellte
Fensterbankabschluss in folgenden Schritten gewinnen.
[0020] In Figur 3 sind ein erster Materialabschnitt 5 und ein zweiter Materialabschnitt
6 der Grundplatte 4 des Metallprofils teilweise mit einer gestrichelten Linie wiedergeben,
um damit anzudeuten, dass dieser erste Materialabschnitt 5 und dieser zweite Materialabschnitt
6 entfernt werden, was beispielsweise durch einen Stanzvorgang erfolgen kann. Dadurch
werden eine erste Grundflächenkante 8 sowie ein freier Abschnitt oder erster Schenkel
11 des ersten Steges 1 gebildet, der dazu vorgesehen ist, um einen ersten Winkel α,
bezogen auf die Grundflächenkante 8, gebogen zu werden, wie dies durch den Pfeil 7
angedeutet ist. Der Winkel α beträgt hier etwa 85°.
[0021] Der zweite Materialabschnitt 6 wird im dargestellten Fall unmittelbar benachbart
zum zweiten Steg 2 derart entfernt, dass sich eine zweite Grundflächenkante 16 parallel
zu der ersten Grundflächenkante 8 ergibt. Diese zweite Grundflächenkante 15 und die
Profillängsachse bzw. der zweite Steg 2 schließen einen Winkel ß ein, der bei diesem
Ausführungsbeispiel etwa 95° beträgt.
[0022] Durch das Entfernen des ersten Materialabschnitts 5 und des zweiten Materialabschnitts
6 wird die Grundplatte 4 auf eine im wesentlichen L-förmige Grundfläche reduziert,
die eine erste Teilfläche 13 und eine zweite Teilfläche 14 aufweist. Der in Figur
3 dargestellte Fensterbankabschluss wird dadurch fertiggestellt, dass der freie Abschnitt
oder erste Schenkel 11, nach dem Umbiegen in geeigneter Weise an der zweiten Teilfläche
14 der Grundfläche befestigt wird. Dies kann durch eine Punktverschweißung im sog.
Wig- oder auch Mig-Verfahren erfolgen, welche bekannt sind und als geeignet gelten,
Aluminium haltbar zu verschweißen.
[0023] Sowohl der zweite Steg 2 als auch der dritte Steg 3 sind bezogen auf die erste Grundflächenkante
8 derart verkürzt, dass sich zwischen dem Endabschnitt 9 des zweiten Steges 2 wie
auch dem Endabschnitt 10 des dritten Steges 3 und der ersten Grundflächenkante 8 ein
Abstand ergibt, durch den sich ein abgewinkelter Abschnitt einer Fensterbank im montierten
Zustand erstrecken kann.
[0024] Im dargestellten Fall sind der feste Abschnitt oder zweite Schenkel 12 des ersten
Steges 1 und der dritte Steg 3 im Bereich des Endabschnitts, d. h. in Bezug auf die
Endkante 16 des Fensterbankabschlusses etwas verkürzt. Dasselbe gilt hier auch für
den zweiten Steg 2. Der so gebildete Freiraum kann von der (hinteren) Aufkantung einer
hier nicht dargestellten Fensterbank samt deren Dichtung eingenommen werden.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- erster Steg
- 2
- zweiter Steg
- 3
- dritter Steg
- 2/3
- Doppelsteg
- 4
- Grundplatte
- 5
- erster Materialabschnitt
- 6
- zweiter Materialabschnitt
- 7
- Pfeil
- 8
- erste Grundflächenkante, vordere Kante
- 9
- Endabschnitt des zweiten Steges
- 10
- Endabschnitt des dritten Steges
- 11
- erster Schenkel des ersten Steges
- 12
- zweiter Schenkel des ersten Steges
- 13
- erste Teilfläche (der Grundfläche)
- 14
- zweite Teilfläche (der Grundfläche)
- 15
- zweite Grundflächenkante, zweite Kante
- 16
- Endkante
- α
- erster Winkel
- β
- zweiter Winkel
1. Verfahren zur Herstellung eines Fensterbankabschlusses mit einem - im eingebauten
Zustand - etwa horizontal verlaufenden Abschnitt, an den sich nach unten ein vorderer,
etwa vertikal verlaufender Abschnitt anschließt, wobei die Abschnitte von einer im
wesentlichen L-förmigen Grundplatte mit einem oberen und sich daran fortlaufend anschließenden
vorderen Begrenzungssteg gebildet sind und wobei an der unteren Kante des horizontalen
Abschnittes ein Doppelsteg zur Aufnahme des Endes einer Fensterbank (ggf. mitsamt
einer Dichtung) vorgesehen ist, welcher sich so weit erstreckt, dass zwischen ihm
und dem vorderen Begrenzungssteg wie auch der hinteren Kante noch Raum für die Aufnahme
des ab- bzw. aufgekanteten Endes der Fensterbank verbleibt,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
a) es wird als Ausgangsmaterial ein einfaches Winkelprofil aus Metall mit rechteckiger
Grundplatte, äußerem Begrenzungssteg und innen liegendem Doppelsteg gewählt, wobei
die Grundplatte in ihrer Breite über den Doppelsteg so weit übersteht, wie der spätere
vertikale Abschnitt des fertigen Fensterbankabschlusses;
b) das Winkelprofil wird zu Abschnitten abgelängt, welche in ihrer Länge der Summe
von Länge und Breite des späteren horizontalen Abschnittes zuzüglich der Länge des
späteren vertikalen Abschnittes entsprechen;
c) die im Endzustand im wesentlichen L-förmige Grundplatte wird durch Entfernen eines ersten Materialabschnitts von der rechteckigen Grundplatte derart
gebildet, dass ein Abschnitt des Begrenzungssteges als freier Stegabschnitt vorliegt
und dass sich eine vordere Kante ergibt, die mit der Profillängsachse einen ersten
Winkel (α) einschließt, sowie durch Entfernen eines zweiten Materialabschnitts von der ursprünglich rechteckigen Grundplatte,
nämlich einerseits entlang dem Doppelsteg und andererseits derart, dass sich eine
zweite Kante im Abstand zu der vorderen Kante ergibt, die mit der Profillängsachse
einen zweiten Winkel (ß) einschließt;
d) der freie Stegabschnitt wird um den ersten Winkel (α) gebogen und als Begrenzungssteg
entlang der vorderen Kante mit der L-förmigen Grundplatte unlösbar verbunden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Winkel (α) im Bereich von 45° bis 135° gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Winkel (α) in einer Größe von ungefähr 85° gewählt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (β) im Bereich von 45° bis 135° gewählt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (β) in einer Größe von ungefähr 95° gewählt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbinden des freien Stegabschnittes mit der L-förmigen Grundplatte mittels eines
Punktschweißverfahrens erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Punktschweißverfahren das Wig- oder Mig-Verfahren gewählt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Metallprofil ein Aluminiumprofil gewählt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fensterbankabschluss einer Oberflächenbehandlung unterzogen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenbehandlung ein Eloxieren bzw. Pulverbeschichten umfasst.