[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Drehsperre und ein Verfahren zum
Betreiben einer Drehsperre gemäß Oberbegriff der Ansprüche 1 und 10.
[0002] Drehsperren zur Zugangskontrolle sind seit langem bekannt. Sie lassen sich einteilen,
in Drehsperren, bei welchen in jeder Stellung ein Sperrarm in den zu versperrenden
Durchgang absteht und diesen somit blockiert und in Drehsperren, die eine Position
einnehmen können, in welcher keiner der Sperrarme in den Durchgang ragt. Letztere
sind beispielsweise aus der WO 97/18379 und der EP 961.005 A2 bekannt.
[0003] Die WO 97/18379 offenbart eine Drehsperre die in ihrer Grundstellung mittels eines
Sperrarms einen Durchgang blockiert und nach Detektieren einer zutrittsberechtigten
Person den Durchgang freigibt. Das Durchschreiten des Durchgangs wird von der Sperre
erkannt und ein Sperrarm wieder in den Durchgang bewegt wodurch dieser wieder blockiert
ist.
[0004] Die EP 961.005 A2 offenbart eine Drehsperre, welche in einer Grundstellung einen
Durchgang blockiert, jedoch in eine Alarmstellung überführbar ist, in welcher kein
Sperrarm in den Durchgang ragt, wodurch es im Notfall möglich ist in kürzester Zeit
viele Personen durch einen im Normalfall nur mittels Zugangsberechtigung passierbaren
Durchgang zu schleusen.
[0005] Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bekannte Drehsperren in ihrer Grundstellung
verriegelt sind, um einen Durchgang zu versperren. Erst nach Detektieren einer Zugangsberechtigung
lassen sich die Drehsperren durch die Kraft der durchgehenden Person oder motorisch
weiterdrehen und geben so den Durchgang für eine Person frei. Als Zugangsberechtigung
kommen dabei unterschiedliche Möglichkeiten in betracht, beispielsweise Magnetkartenleser,
Barcodeleser oder aber berührungslose Distanzleser. Drehsperren bekannter Bauart dienen
dazu, eine eindeutige Trennung zwischen berechtigten, einzeln durchtretenden Personen
zu schaffen. Sie behindern und verlangsamen jedoch den Personenfluss.
[0006] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung Drehsperren bzw. ein Verfahren
zum Betreiben einer Drehsperre vorzusehen, welche den Personenfluss nicht behindern
aber gleichzeitig eine effektive Zugangskontrolle samt Personenvereinzelung ermöglichen.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 erreicht.
[0008] Durch den vorgesehenen ständigen Betrieb der Drehsperre in einer Grundstellung, die
den Durchgang freigibt, ist der Personenfluss nicht behindert. Gleichzeitig erfolgt
aber eine effektive Zugangskontrolle, da bei Detektieren einer Person, die den Durchgang
passieren will und welche aber keine Zugangsberechtigung aufweist, der Durchgang sofort
durch verschwenken des Drehsterns blockiert wird.
[0009] Um ein rechtzeitiges Blockieren des Durchgangs zu ermöglichen ist es erforderlich
die Sensoren zur Detektierung der Personen bzw. der Zugangsberechtigung in einem Abstand
vor der Drehsperre anzuordnen. In der Praxis hat sich dabei ein Abstand wie in Anspruch
2 beschrieben bewährt.
[0010] Durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 3 ist sichergestellt, dass beim
Versuch einer Person, den Durchgang ohne Zugangsberechtigung zu passieren, die Drehsperre
nach dem Blockieren des Durchgangs erst wieder in ihre den Durchgang freigebende Grundstellung
gedreht wird, nachdem der Personensensor keine Person im Bereich der Drehsperre detektiert
hat. Dies ist erforderlich um jener unberechtigten Person, die sich nach dem Blockieren
der Drehsperre möglicherweise noch im Bereich des Personensensors aufhält, den Durchgang
zu verwehren.
[0011] Falls sich die nichtberechtigte Person jedoch nicht mehr im Bereich des Personensensors
befindet, dafür aber andere berechtigte Personen vor der Drehsperre im Bereich des
Personensensors anstehen, ist vorgesehen, dass die Drehsperre auf bekannte Art und
Weise eingesetzt wird, nämlich den Durchgang blockierend und nur nach Nachweis der
Zugangsberechtigung den Durchgang einzeln freigebend. Dies ist erforderlich, um zu
verhindern, dass die anstehenden Personen, die sich im Bereich des Personensensors
befinden, aus dem Personensensorbereich herausbewegen müssen, um die Drehsperre wieder
in ihrer den Durchgang freigebenden Grundstellung zu betreiben. Erst wenn der Personensensor
keine Person mehr in seinem Bereich detektiert, wird gemäß dem kennzeichnenden Merkmal
des Anspruchs 4 die Drehsperre wieder in ihre den Durchgang freigebende Grundstellung
bewegt und nach dem neuen Verfahren betrieben.
[0012] Das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 5 beschreibt eine bevorzugte Ausführungsform
des Zugangsberechtigungslesers.
[0013] Durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 6 ist gewährleistet, dass eine Person
ohne Zugangsberechtigung, die versucht, den Durchgang laufend zu passieren, durch
die sich in Blockadestellung drehende Drehsperre nicht verletzt wird.
[0014] Die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 7 bis 9 beschreiben ein bevorzugte Ausführungsformen
der Drehsperre.
[0015] Die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 10 bis 12 beschreiben ein erfindungsgemäßes
Verfahren zum Betreiben einer Drehsperre mit den oben beschrieben Vorteilen.
[0016] Im Anschluss erfolgt nun eine detaillierte Beschreibung der Erfindung anhand von
Zeichnungen. Dabei zeigt:
- Fig.1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Drehsperre in Grundstellung
- Fig.2
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Drehsperre in Grundstellung
- Fig.3
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Drehsperre in blockierter
Stellung
- Fig.4
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäßen Drehsperre in blockierter Stellung
- Fig.5
- ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Verfahrens
[0017] Fig.1 zeigt eine Person 1 mit gültiger Zugangsberechtigung. Die Person 1 nähert sich
dem mit Sperrarmen 3 versehenen Drehstern 2. Diese ist von der Art, dass eine Stellung
möglich ist, in welcher keiner der Sperrarme 3 in den Durchgang 8 ragt und diesen
blockiert (siehe Fig.2). Vorzugsweise beidseitig der Drehsperre 9 sind Personensensor(en)
4 und Zugangsberechtigungsleser 5 angeordnet. Letzterer ist bevorzugterweise als berührungsloser
Langdistanzleser ausgeführt. Im vorliegenden Beispiel sind Personensensor(en) 4 und
Zugangsberechtigungsleser 5, sowie die Drehsperre 9 selbst an einer Tragkonstruktion
6 angeordnet. Die Person 1 wird aufgrund der Bewegung in Pfeilrichtung 7 von den Personensensoren
4 (beispielsweise klassische Infrarot Bewegungssensoren) detektiert. Kurz vorher bzw.
gleichzeitig detektiert der oder die Zugangsberechtigungsleser 4 die Zugangsberechtigung,
welche von der Person 1 getragen wird. Die Sensoren 4 und der oder die Leser 5 liefern
ein entsprechendes Signal an die Steuerung (nicht gezeichnet), welche in diesem Fall
die Drehsperre 2 in ihrer Grundstellung wie aus Fig.1 und 2 ersichtlich, in welcher
keiner der Sperrarme 3 den Durchgang 8 blockiert, belässt.
[0018] Anders in den Fig. 3 und 4. Auch dort wird eine Person 1 von dem oder den Personensensoren
4 detektiert. Der oder die Zugangsberechtigungsleser 5 können jedoch keine Zugangsberechtigung
detektieren. Die Steuerung erkennt das fehlende Zugangsberechtigungssignal obwohl
die Personensensoren 4 die Anwesenheit einer Person gemeldet haben, wodurch die Steuerung
sofort die Drehsperre 2 über einen Motor (nicht gezeichnet) weiterdreht, wodurch wiederum
ein Sperrarm 3 den Durchgang 8 blockiert (siehe Fig.4).
[0019] Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die nichtberechtigte Person noch im Bereich der
Personensensoren 4. Dadurch kann der Drehstern 2 nicht wieder in ihre den Durchgang
8 freigebende Grundstellung bewegt werden. Dies ist erst wieder möglich, nachdem keine
Person von den Personensensoren 4 erfasst wird. In der Zwischenzeit, um zu verhindern,
dass bereits vor dem Drehstern 2 anstehende Personen den Personensensorenbereich wieder
verlassen müssen, wird die Drehsperre auf bekannte Art betrieben, dass heißt der Drehstern
2 öffnet für jede berechtigte Person einzeln und blockiert den Durchgang 8 nach Passieren
der Person wieder.
1. Drehsperre (9) mit einem mittels eines über eine Steuerung gesteuerten Motors antreibbaren
Drehstern (2) mit mindestens einem Sperrarm (3) zur Blockade eines Durchgangs (8)
und einem Zugangsberechtigungsleser (5), der mit der Steuerung verbunden ist und nach
Prüfung der Berechtigung ein passieren des Durchgangs (8) ermöglicht, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrarm (3) in seiner Grundstellung den Durchgang (8) freigibt und ein Personensensor
(4) vorgesehen ist und bei Detektieren einer Person durch den Personensensor (4) bei
im wesentlichen gleichzeitig fehlendem Detektionssignal einer Zugangsberechtigung
durch den Zugangsberechtigungsleser (5) die Steuerung die Drehung des Sperrarms (3)
in den Durchgang (8) zur Blockierung desselben veranlasst.
2. Drehsperre (9) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Personensensor (4) und der Zugangsberechtigungsleser (5) in einem Abstand vor
dem Drehstern (2) angeordnet sind.
3. Drehsperre (9) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Blockieren des Durchgangs (8) durch den Sperrarm (3) aufgrund einer nichtberechtigten
Person der Drehstern (2) den Durchgang (8) mittels Sperrarm (3) verschlossen hält
und nur nach Erfassen einer Zugangsberechtigung durch den Zugangsberechtigungsleser
(5) die Steuerung die Drehung des Sperrarms (3) in die Freigabestellung veranlasst,
um den Durchgang (8) für eine einzelnen Person zu öffnen und dann wieder zublockieren.
4. Drehsperre (9) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Nichterfassen von Personen durch den Personensensor (4), die Steuerung den Sperrarm
(3) wieder in seine den Durchgang (8) freigebende Grundstellung bewegt.
5. Drehsperre (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugangsberechtigungsleser (5) ein berührungsloser Langdistanzleser ist.
6. Drehsperre (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrarme (3) mit einem weichen, stoßdämpfenden Material überzogen sind.
7. Drehsperre (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse des Drehsterns (2) gegen die Horizontale um ca. 45° geneigt ist und
die Sperrarme (3) mit der Drehachse eine Winkel von ca. 135° einschließen.
8. Drehsperre (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Sperrarme (3) vorgesehen sind, die einen Winkel von 120° oder 240° miteinander
einschließen.
9. Drehsperre (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehstern (2) um eine lotrechte Achse drehbar ist und zwei Sperrarme (3) vorgesehen
sind, die einen Winkel von 180° miteinander einschließen.
10. Verfahren zum Betreiben einer Drehsperre (9), welche einen Durchgang (8) wahlweise
freigibt oder blockiert, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgang (8) in einer Grundstellung stets freigegeben ist und die Annäherung
einer Person (1) an den Drehstern (2) sowie deren Zugangsberechtigung detektiert wird
und bei Nichtberechtigung der Drehstern (1) den Durchgang (8) blockiert.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach Blockieren des Durchgangs (8) dessen Freigabe jeweils einzeln für jede nachgewiesene
Zugangsberechtigung erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei Nichtdetektieren einer Person der Durchgang (8) wieder freigegeben wird und die
Drehsperre (2) in der Grundstellung betrieben wird.