[0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzbekleidung für den Einsatz bei Verkehrsunfällen,
mit einem Signalelemente aufweisenden Oberkörperabschnitt, der den Oberkörper eines
Helfers zumindest teilweise bedeckt.
[0002] Verkehrsunfälle geschehen häufig bei schlechten Sichtverhältnissen wie bei Nacht
oder bei schlechtem Wetter. Dies bedeutet, dass auch an eine Unfallstelle kommende
Ersthelfer aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse durch nachfolgenden Verkehr gefährdet
sind. In diesem Zusammenhang wurde bereits vorgeschlagen, für derartige Notfälle eine
Schutzweste im Fahrzeug mitzuführen, die von einem Fahrzeuginsassen bei seiner Tätigkeit
als Ersthelfer getragen werden kann. Derartige Schutzwesten sind aus signalfarbenem
Material, insbesondere einem leuchtend orange und werden außerdem noch mit lichtreflektierendem
Material besetzt. Dadurch wird ein Ersthelfer, der eine derartige Weste trägt, leichter
für den nachfolgenden Verkehr erkennbar und seine Gefährdung wird herabgesetzt.
[0003] Es hat sich aber herausgestellt, dass damit zwar eine Hemmschwelle beseitigt wird,
an einer Unfallstelle Erste Hilfe zu leisten. Es ist aber weiterhin noch die Problematik,
dass eine an eine Unfallstelle kommende Person befürchtet, sich als Ersthelfer beim
Leisten von Erster Hilfe zu beschmutzen oder zu infizieren.
[0004] Ein erster Schritt, um auch diese Hemmschwelle zu beseitigen, ist das Vorsehen von
sogenannten "Aids-Handschuhen" in jedem Verbandkasten. Aber auch damit wird die Angst
eines Ersthelfers, sich zu beschmutzen, nicht vollständig überwunden.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Schutzbekleidung wie oben angegeben
derart weiterzuentwickeln, dass ein Ersthelfer, der diese Schutzbekleidung trägt,
auch vor einer Beschmutzung geschützt wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass an den Oberkörperabschnitt
zumindest an seiner Vorderseite eine nach unten reichende Verlängerung angebracht
wird.
[0007] Durch diese Verlängerung erzielt man eine Art Schürze, wodurch die Bekleidung eines
Ersthelfers sicher vor Verschmutzung geschützt wird, wenn Erste Hilfe geleistet wird.
Gleichzeitig wird durch den Signalelemente aufweisenden Oberkörperabschnitt aber weiterhin
die optische Wahrnehmbarkeit des Ersthelfers gewährleistet und damit für diesen die
gewünschte erhöhte Sicherheit.
[0008] Vorzugsweise ist der Oberkörperabschnitt mit Ärmeln etc. jackenförmig ausgebildet
und die Verlängerung läuft einen Mantel bildend an diesem jackenförmigen Oberkörperabschnitt
um.
[0009] Auf diese Weise wird für einen Ersthelfer auch noch ein zusätzlicher Wetterschutz
gewährleistet und auch die Gefahr einer Bekleidungsverschmutzung wird weiter verringert.
[0010] Da es sich bei einer derartigen Schutzbekleidung vorzugsweise um ein sogenanntes
Einwegprodukt handeln soll, das in großen Stückzahlen herzustellen und in jedem Fahrzeug
mitzuführen ist, ergibt sich das Problem, dass normalerweise für unterschiedlich große
Personen unterschiedlich große Schutzbekleidungen vorzusehen sind. Dabei ist bei einem
Mantel die besondere Problematik, dass er eine Stolperfalle darstellen kann, falls
er für eine ihn tragende Person zu lang ist. Dies stellt eine zusätzliche Gefährdung
eines Helfers dar.
[0011] Um hier eine Anpassbarkeit der Schutzbekleidung an eine sie tragende Person zu erreichen,
wird vorgeschlagen, die vorgesehene Verlängerung mit wenigstens einem unteren abtrennbaren
Abschnitt zu versehen. Durch Abtrennung dieses Abschnittes wird eine Schutzbekleidung
entsprechend verkürzt und kann somit keine Stolperfalle mehr bilden.
[0012] Es ist dabei auch im Rahmen der Erfindung, mehrere untereinander angeordnete abtrennbare
Abschnitte vorzusehen. Damit kann auch eine stufenweise Anpassung des Mantels an unterschiedliche
Zwischengrößen bzw. -längen erreicht werden.
[0013] Vorteilhafterweise ist der Abschnitt dabei über eine Perforation abtrennbar. Dies
ist eine preiswerte und funktionssichere Möglichkeit.
[0014] Grundsätzlich sind aber auch andere Abtrennmöglichkeiten denkbar. Hier sind insbesondere
Reißverschlüsse, Druckknöpfe oder auch ein Haftband ("Klettband") denkbar.
[0015] Eine weiter bevorzugte Ausführungsform weist außer dem abtrennbaren Abschnitt am
unteren Ende des Mantels auch noch eine im wesentlichen quer verlaufende Weitenverstellung
im unteren Bereich des Oberkörperabschnittes auf.
[0016] Hierfür kann sowohl ein Gummizug verwandt werden als auch entsprechende Knopf- oder
Druckknopfanordnungen bzw. wiederum Haftband.
[0017] Eine bevorzugte Ausführungsform weist auch entsprechende Möglichkeiten der Längenverstellung
im Oberarmbereich des Oberkörperabschnittes auf. Hierbei wird insbesondere vorgeschlagen,
einen um den Oberarm umlaufenden Gummizug zu verwenden, unter den eine überflüssige
Länge des Ärmels eingeschlagen werden kann, so dass der Ärmel auf eine gewünschte
Länge einzustellen ist.
[0018] Bei einer weiter bevorzugten Ausführungsform ist weiterhin der Ärmel am Handgelenkbereich
mit einem weitenverstelfbaren, Bündchen versehen. Hier kann beispielsweise ein Gummizug
verwandt werden als aber auch wiederum entsprechende Konstruktionen mit (Druck-)Knöpfen
oder Haftband.
[0019] Um den Träger eines derartigen Schutzmantels vor Wetter zu schützen, weist der Mantel
vorzugsweise auch noch eine angesetzte Kapuze auf. Diese kann um das Gesicht herum
mit einem Kordel- oder wiederum einem Gummizug versehen sein.
[0020] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzmantels hat
sowohl auf den Ärmelaußenseiten als auch entlang der Körperseiten lichtreflektierende
Streifen. Diese von der Seite zu erkennenden, entlang des Körpers verlaufenden Reflektionsstreifen
geben insbesondere bei einer seitlichen Anstrahlung deutlich die Körperhaltung der
den Schutzmantel tragenden Person wieder. Hierdurch kann von dem Führer eines sich
nähernden Fahrzeugs sehr schnell erkannt werden, in welcher Position eine den Schutzmantel
tragende Person ist bzw. welche Bewegung sie zur Zeit oder aber auch als nächstes
ausführen wird. Hierdurch kann eine erhebliche Erhöhung der Sicherheit der die Schutzbekleidung
tragenden Person erreicht werden.
[0021] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels. Dabei zeigt
- Figur 1
- die Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Schutzbekleidung
[0022] In Figur 1 erkennt man die Vorderansicht einer Schutzbekleidung für den Einsatz bei
Verkehrsunfällen. Diese Schutzbekleidung weist einen Oberkörperabschnitt 1 auf, der
den Oberkörper eines Helfers bedeckt, der die Schutzbekleidung trägt.
[0023] Dieser Oberkörperabschnitt weist außer einer Leuchtfarbe als Signalelement auch lichtreflektierende
Streifen 2, 3 auf, die in Querrichtung über die Brust oder über den (hier nicht dargestellten)
Rückenbereich verlaufen (Streifen 3) oder aber in Längsrichtung über den Schulterbereich
(Streifen 2). - Selbstverständlich sind auch andere Anbringungsstellen für lichtreflektierende
Streifen möglich, wie es beispielsweise in der Norm EN 4711 für Schutzkleidung vorgeschlagen
wird.
[0024] Der Oberkörperabschnitt 1 ist im hier dargestellten Beispiel mit Ärmeln 4, 5 jackenförmig
ausgebildet und weist außerdem eine nach unten reichende Verlängerung 6 auf, durch
die die Schutzbekleidung zu einem Mantel wird.
[0025] Dieser Schutzmantel Wird im hier dargestellten Beispiel mit Knöpfen oder Druckknöpfen
7 verschlossen. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, einen Reißverschluss oder
Haftband zu verwenden.
[0026] Der Mantel ist von seiner Länge her auf eine sehr große Person ausgelegt. Damit eine
kleinere Person, die den Mantel trägt, nicht über Unterkante 8 des Mantels stolpert,
ist die Verlängerung 6 in ihrem unteren Bereich mit einem abtrennbaren Abschnitt 9
versehen. Dieser Abschnitt 9 kann entlang einer Perforation 10 von der Verlängerung
6 abgerissen werden, wodurch sich der dargestellte Schutzmantel entsprechend verkürzt.
Wesentlich ist dabei, dass die Perforation 10 unterhalb eines im unteren Bereich der
Verlängerung 6 verlaufenden Lichtreflektionssteifens 11 verläuft.
[0027] Durch Abtrennen des Abschnittes 9 von der Verlängerung 6 verbleibt der Lichtreflektionsstreifen
11 somit an der Verlängerung 6 und gewährleistet damit weiterhin die notwendige Sicherheit
für den Träger eines derartigen Schutzmantels.
[0028] Damit eine Person, die die Schutzkleidung trägt, den Mantel auch im übrigen relativ
eng am Körper haben kann, so dass der Mantel eine Bewegung nicht unnötig erschwert,
weist der hier dargestellte Schutzmantel im unteren Bereich des Oberkörperabschnitts
1 etwa im Taillenbereich eine Weitenverstellung 12 auf, die im hier dargestellten
Beispiel durch einen umlaufenden leichten Gummizug erreicht wird. Der Gummizug muss
dabei keine hohen Kräfte aufbringen, da er lediglich dazu dient, das Material der
Schutzbekleidung etwas zu raffen.
[0029] Auch am Oberarm weist der hier dargestellte Schutzmantel eine entsprechende Längenverstellung
13 auf. Diese wird im hier dargestellten Beispiel realisiert durch einen quer über
den Oberarm umlaufenden Gummizug, unter den eine zu große Ärmellänge untergeschlagen
werden kann, um somit den Ärmel auf eine benötigte Länge zu verkürzen.
[0030] Ein weiterer Gummizug findet sich bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel noch
an den Ärmelbündchen 14, die dazu dienen, dass die Ärmel 4, 5 eng am Arm einer den
Mantel tragenden Person enden und dort auch relativ fest und damit verrutschsicher
sitzen.
[0031] Um dem Träger eines derartigen Schutzmantels zusätzlichen Schutz vor Wetter zu geben
ist der hier dargestellte Mantel außerdem noch mit einer Kapuze 15 versehen, die um
den Gesichtsbereich herum ebenfalls mit einem Kordel- oder Gummizug verschließbar
ist.
[0032] Es soll an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass das Material des Schutzmantels
ein leichtes Einwegmaterial ist, vorzugsweise Polypropylen. Ein Mantel aus einem derartigen
Material ist sehr klein zusammenlegbar und ist auch verrottungsfest. Ein derartiger
Mantel eignet sich somit insbesondere, um für einen Notfall in einem Pkw mitgeführt
zu werden, in dem nur wenig Stauraum für derartige Notfallprodukte zur Verfügung steht.
[0033] Dabei ist das Polypropylen als Material auch relativ günstig, so dass ein derartiger
Schutzanzug preiswert angeboten werden kann und nach einer eventuell erfolgten Beschmutzung
ohne weiteres weggeworfen wird.
[0034] Des weiteren hat eine entsprechende Schutzbekleidung aus Polypropylen den Vorteil,
dass sie atmungsaktiv ist, so dass eine sie tragende Person einerseits vor Schmutz,
Feuchtigkeit etc. geschützt wird, andererseits aber eine ausreichende Ablüftung gewährleistet
ist, um ein Schwitzen der Person zu verhindern.
[0035] Als letztes sei bei der hier dargestellten Ausführungsform noch darauf hingewiesen,
dass auf den Ärmelaußenseiten und entlang der Körperseiten Lichtreflektionsstreifen
16 vorgesehen sind. Diese sind im Bereich der Weitenverstellung 12 bzw. der Längenverstellung
13 unterbrochen, um hier keine Behinderung der Verstellungen darzustellen.
[0036] Diese im wesentlichen bei einer Seitenansicht der den Schutzmantel tragenden Person
zu erkennenden Lichtreflektionsstreifen signalisieren die Haltung und Körperspannung
des Mantelträgers, woraus beispielsweise durch den Fahrer eines sich nähernden Fahrzeuges
nicht nur zu erkennen ist, welche Körperhaltung die erkannte Person zur Zeit hat,
sondern es kann auch intuitiv erkannt werden, welche Bewegung die von dem Fahrer erkannte
Person als nächstes machen wird. Dies führt zu einer erhöhten Sicherheit aufgrund
der damit zusätzlich vermittelten Signale.
[0037] Zusammenfassend stellt der hier beschriebene Schutzmantel eine Schutzbekleidung dar,
die es einem Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall ermöglicht, geschützt vor Verschmutzungen
etc., sowie gut sichtbar für nachfolgenden Verkehr Erste Hilfe zu leisten, wobei aufgrund
der spezifischen Details gewährleistet ist, dass der beschriebene Mantel von Personen
unterschiedlicher Größe getragen werden kann, ohne diese in ihrer Bewegung zu behindern.
[0038] Damit eignet sich diese Schutzbekleidung insbesondere dazu, als Teil einer Erste
Hilfe-Ausrüstung in einem Kraftfahrzeug verwandt zu werden.
1. Schutzbekleidung für den Einsatz bei Verkehrsunfällen, mit einem Signalelement (2,
3) aufweisenden Oberkörperabschnitt (1), der den Oberkörper eines Helfers zumindest
teilweise bedeckt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oberkörperabschnitt (1) zumindest an seiner Vorderseite eine nach unten reichende
Verlängerung (6) aufweist.
2. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oberkörperabschnitt (1) jackenförmig ausgebildet ist und die Verlängerung (6)
einen Mantel bildend an dem Oberkörperabschnitt (1) umläuft.
3. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verlängerung (6) wenigstens einen unteren abtrennbaren Abschnitt (9) aufweist.
4. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abschnitt (9) über eine Perforation (10) abtrennbar ist.
5. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oberkörperabschnitt (1) im unteren Bereich wenigstens eine im wesentlichen quer
verlaufende Weitenverstellung (12) aufweist.
6. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Weitenverstellung ein im Taillenbereich angeordneter und umlaufender Gummizug
(12) ist.
7. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oberkörperabschnitt (1) im Oberarmbereich eine Längenverstellung (13) aufweist.
8. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ärmel (4, 5) mit einer Umfangsverstellung für die Bündchen (14) versehen sind.
9. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine angesetzte Kapuze (15) aufweist.
10. Schutzbekleidung gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bekleidung auf den Außenseiten der Ärmel (4, 5) und entlang der Körperseiten
Lichtreflektiönsstreifen (16) aufweist.