[0001] Die Erfindung betrifft eine Kälteanlage mit wenigstens zwei parallel geschalteten
Verdichtem, die über jeweils eine Saugleitung aus wenigstens einem den Verdichtern
vorgeschalteten Saugsammelrohr das zu verdichtende Medium ansaugen und die über wenigstens
eine Ölausgleichsleitung miteinander verbunden sind.
[0002] Bei Kälteanlagen stellt die betriebssichere Ölversorgung der Verdichter, die in einem
gemeinsamen (Kältemittel)Kreislauf arbeiten, ein Problem dar. Zur Gewährleistung einer
betriebssicheren Ölversorgung werden bisher unterschiedliche Ölstandsreguliersysteme,
wie beispielsweise Ölspiegelregulatoren, verwendet. Diese unterliegen jedoch einem
Verschleiss und erfordern bei anderen Systemen Einstellarbeiten am Ölsystem während
der Inbetriebnahme. Zudem kann bei diesen Systemen überschüssiges Öl, das den Verdichtern
über das angesaugte Gas zugeführt wird, nicht ausgeglichen werden.
[0003] Aus DE-OS 198 23 525 ist eine Verbund(kälte)anlage mit wenigstens zwei Verdichtern
bekannt, bei der zwischen den Verdichtergehäusen eine Ölausgleichsleitung dergestalt
angeordnet ist, dass die Unterkante der an den Verdichtergehäusen vorgesehenen Anschlüsse
der Ölausgleichsleitung über den Niveaus der Mindestölstände der Verdichter liegt.
Nachteilig hierbei ist jedoch, dass bei unterschiedlichen Drücken in den Verdichtern
aufgrund der dadurch entstehenden Strömungen zwischen den Verdichtem ein Gas- und
Ölaustausch stattfindet. Dies hat zur Folge, dass sich in Abhängigkeit von der Betriebsdauer
bzw. der Stillstandszeiten der Verdichter unterschiedliche Ölstände in den Verdichtern
ausbilden können.
[0004] Aus der DE-OS 100 15 603 ist eine gattungsbildende Verbund(kälte)anlage bekannt.
Bei dieser Kälteanlage werden erstmals getrennte Leitungen für den Öl- sowie den Druckausgleich
zwischen den einzelnen Verdichtern bzw. Verdichtergehäusen vorgesehen. Somit kann
der Ölausgleich über die Ölausgleichsleitung erfolgen, während der Druckausgleich
über das Saugsammelrohr bzw. die das Saugsammelrohr und die Verdichtergehäuse verbindenden
Leitungen erfolgt. Eine derartige Kälteanlage bringt jedoch einen apparativen Mehraufwand
mit sich.
[0005] Den bekannten Kälteanlagen, die ein Ölreguliersystem aufweisen, ist gemein, dass
sie lediglich Ölmangel, nicht jedoch Ölüberschuss im Verdichter ausgleichen können.
Auch Systeme, bei denen sowohl Öl- als auch Gasausgleichsleitungen zur Anwendung kommen,
können nur bei Stillstand all derjenigen Verdichter, zwischen denen ein Ölausgleich
stattfinden soll, die Ölstände ausgleichen. Des Weiteren haben diese Systeme den Nachteil,
dass über die Gasausgleichsleitungen - abhängig von der Druckdifferenz zwischen dem
oder den laufenden und dem oder den stehenden Verdichtern - aus dem oder den stehenden
Verdichtern Öl abgesaugt wird. Da dabei das Öl auch bis unter die Minimalmarke abgesaugt
werden kann, kann es beim Wiederanfahren eines derart "leergesaugten" Verdichters
zu erheblichen Problemen - bis hin zu einer Zerstörung des Verdichters - kommen.
[0006] Im Gegensatz dazu führen zu hohe Ölstände innerhalb eines Verdichters zu einem erhöhten
und unerwünschten Ölwurf des Verdichters, woraus ein verschlechterter Wirkungsgrad
des Verdichters und damit der gesamten Kälteanlage resultiert.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine Kälteanlage anzugeben, bei der die erwähnten
Nachteile vermieden werden.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Kälteanlage vorgeschlagen, die sich dadurch auszeichnet,
dass zumindest jedem der Verdichter, zwischen denen ein Ölausgleich möglich sein soll,
in der Ölausgleichsleitung eine, einen mittels einer Schwimmkugel verschließbaren
Durchgang aufweisende Verschließvorrichtung derart zugeordnet ist, dass der verschließbare
Durchgang auf der gewünschten Ölstandshöhe in dem zugehörigen Verdichter liegt.
[0009] Die erfindungsgemäße Kälteanlage sowie weitere Ausgestaltungen derselben seien anhand
der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0010] Die
Figur 1 zeigt einen Verdichtersatz, bestehend aus drei Verdichtern V1 bis V3 sowie ein, den
Verdichtern V1 bis V3 vorgeschaltetes Saugsammelrohr S. Prinzipiell kann eine beliebige
Anzahl von Verdichtem vorgesehen werden, wobei nicht zwangsläufig zwischen allen Verdichtern
ein Ölausgleich möglich sein muss.
[0011] Das zu verdichtende Medium wird über Leitung 1, die in zwei Leitungen 2 und 2' aufgeteilt
wird, dem Saugsammelrohr S zugeführt. Aus dem Saugsammelrohr S wird das zu verdichtende
Medium über die Saugleitungen 3, 3' und 3" den Verdichtern V1 bis V3 zugeführt. Über
die Leitungen 1, 2 und 2' mitgerissenes und dem Saugsammelrohr S zugeführtes Öl sammelt
sich am Boden des Saugsammelrohres S an.
[0012] Das verdichtete Medium wird aus den Verdichtern V1 bis V3 über die Druckleitungen
4, 4' und 4" in eine Drucksammelleitung 5 und über diese beispielsweise einer oder
mehrerer, in der Figur 1 nicht dargestellter Kühlstellen zugeführt.
[0013] Die Verdichter V1 bis V3, die auf einer Ebene angeordnet sind, bzw. deren Gehäuse
sind über eine Ausgleichsleitung 7, die über die Leitungen 8, 8' und 8" mit den Verdichtergehäusen
V1 bis V3 in Wirkverbindung steht, miteinander verbunden.
[0014] Zwischen dem Saugsammelrohr S und der Ausgleichsleitung 7 ist eine Verbindungsleitung
6 angeordnet, die der Überführung von in dem Saugsammelrohr S angesammelten, überflüssigen
Öl in die Ausgleichsleitung 7 dient.
[0015] Der in der Figur 1 eingekreiste Bereich X sei anhand der Figur 2 näher erläutert.
[0016] Die
Figur 2 zeigt einen Teilbereich des Sumpfes des Verdichters V1, dem-wie auch den Verdichtern
2 und 3 - eine Verschließvorrichtung 9 zugeordnet ist. Die Verschließvorrichtung 9
sowie der Sumpf des Verdichters V1 sind über die Leitung 8 verbunden. Innerhalb der
Verschließvorrichtung 9 ist ein verschließbarer Durchgang 11 angeordnet, der mittels
der Schwimmkugel 10 verschlossen werden kann. Der verschließbare Durchgang 11 liegt
hierbei auf der gewünschten Ölstandshöhe des Verdichters V1.
[0017] Bei normalem Ölstand schwimmt die Schwimmkugel 10 auf dem Öl und lässt somit den
Durchgang 11 unverschlossen, so dass ein Ölausgleich in beiden Richtungen - also sowohl
in den als auch aus dem Verdichter - möglich ist. Wird der Verdichter V1 betrieben
und füllt er sich über den Sauggasvolumenstrom mit Öl, so wird der Durchgang 11 durch
ein Aufschwimmen der Schwimmkugel 10 verschlossen. Dies hat zur Folge, dass über die
Leitung 8 kein Öl mehr in den Verdichter V1 gelangen bzw. aus dem Verdichter V1 abfließen
kann. Somit kann aus stehenden Verdichtern, die in ihren Kurbelgehäusen einen höheren
Druck aufweisen, kein Öl mehr in den Verdichter V1 geführt werden.
[0018] Wird der Verdichterlauf gewechselt, so kann aus einem zuvor laufenden Verdichter
überschüssiges Öl so lange zu dem oder den aktuell laufenden Verdichtern ausgeglichen
werden, bis durch die Schwimmkugel 10 wiederum der Durchgang 11 verschlossen wird.
Werden die Verdichter gleichzeitig betrieben, so schwimmt die Kugel im Falle eines
Druckausgleiches in der Mittelstellung.
[0019] Die erfindungsgemäße Kälteanlage ermöglicht die Realisierung eines zuverlässigen
Ölausgleiches zwischen zwei oder mehr Verdichtern in beiden Richtungen auch während
des Teillastbetriebes. Es ist somit möglich, Kälteanlagen mit angepasster Ölfüllung,
also ohne Ölüberschuss zu betreiben, so dass das Problem des unerwünschten Ölwurfes
vermieden werden kann. Eine Ölrückführung über den saugseitigen Volumenstrom kann
ebenfalls wirkungsvoll vermieden werden. Ferner kommt es nun nicht mehr zu einem Überschreiten
der maximalen Ölstände in den Verdichtem.
1. Kälteanlage mit wenigstens zwei parallel geschalteten Verdichtem, die über jeweils
eine Saugleitung aus wenigstens einem den Verdichtern vorgeschalteten Saugsammelrohr
das zu verdichtende Medium ansaugen und die über wenigstens eine Ölausgleichsleitung
miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest jedem der Verdichter (V1, V2, V3), zwischen denen ein Ölausgleich möglich
sein soll, in der Ölausgleichsleitung (7, 8, 8', 8") eine, einen mittels einer Schwimmkugel
(10) verschließbaren Durchgang (11) aufweisende Verschließvorrichtung (9) derart zugeordnet
ist, dass der verschließbare Durchgang (11) auf der gewünschten Ölstandshöhe in dem
zugehörigen Verdichter (V1, V2, V3) liegt.
2. Kälteanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölausgleichsleitung (7, 8, 8', 8") über wenigstens eine zusätzliche Leitung (6)
mit dem Saugsammelrohr (S) verbunden ist.
3. Kälteanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlassöffnungen der aus dem Saugsammelrohr (S) zu den Verdichtern (V1, V2, V3)
führenden Saugleitungen (3, 3', 3") im oberen Bereich des Saugsammelrohres (S) angeordnet
sind.