[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Beschlag für Fernsehsessel, der zur Steuerung
der Neigung der Rückenlehne und der Sitzfläche sowie vorzugsweise einer Fußauflage
ausgebildet ist, wobei die Steuerung durch Druck auf die Rückenlehne gegen die Kraft
einer Feder erfolgt.
[0002] Fernsehsessel bieten dem Benützer die Möglichkeit, eine Stellung beim Fernsehen oder
auch sonst einzunehmen, die ihm am bequemsten ist oder erscheint. Dabei soll die Bedienung
möglichst einfach sein, die Umwandlung in die verschiedenen Stellungen soll auf einfache
Weise vom Sessel aus erfolgen können. Dies ist bei jenen bekannten Beschlägen möglich,
bei denen die Steuerung durch Druck auf die Rückenlehne erfolgen kann. Dabei muß die
Kraft einer Feder überwunden werden.
[0003] Nachteilig bei den bekannten Beschlägen bzw. Fernsehsesseln ist, daß die zum Überwinden
der Federkraft erforderliche Kraft unabhängig vom Benützer gleich bleibt. Nun hat
jedoch nicht jeder Benützer das gleiche Kraftvermögen, eine zarte Dame wird weniger
aufwenden können als ein kräftiger Mann. Dies kann aber auch umgekehrt sein, es gibt
zweifellos kräftige Frauen und schwache Männer.
[0004] Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Beschlag zu schaffen, der eine
Anpassung an den jeweiligen Benützer ermöglicht. Erreicht wird dies bei einem Beschlag
der eingangs genannten Art dadurch, daß die Vorspannung der Feder veränderbar ist.
Bei einem erfindungsgemäßen Beschlag wird bei geringerer Vorspannung der Feder eine
kleinere Kraft zur Steuerung aufzubringen sein und umgekehrt.
[0005] Bei einem bekannten Beschlag, bei dem eine Zugfeder zwischen zwei gegeneinander schwenkbaren
Armen eingehängt ist, kann die Erfindung dadurch verwirklicht werden, daß wenigstens
eine Einhängstelle in Richtung der Federachse verschiebbar ist.
[0006] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform ist dabei die Feder am Ende einer Schraube
eingehängt, die in einer Führung gelagert ist und mittels einer Mutter in verschiedenen
Stellungen feststellbar ist.
[0007] Bei dem obgenannten bekannten Beschlag ist es aber zur Verwirklichung der Erfindung
auch möglich, mehrere Einhängestellen nebeneinander anzuordnen. Durch Einhängen in
die eine oder andere Einhängestelle wird die Vorspannung der Feder verändert.
[0008] Nachstehend ist die Erfindung anhand zweier in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben, ohne auf diese Beispiele beschränkt zu sein. Dabei zeigen:
Fig. 1 in Seitenansicht einen bekannten Fernsehsessel, wobei eine Seitenwand abgenommen
ist;
Fig. 2 eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Beschlages, der bei einem Fernsehsessel
nach Fig. 1 verwendet werden kann;
Fig. 3 eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Beschlages.
[0009] Der Fernsehsessel nach Fig. 1 weist eine Sitzfläche 1 und eine Rückenlehne 2 auf.
Sowohl die Sitzfläche 1 als auch die Rückenlehne 2 sind ohne eine Polsterung dargestellt.
Die Sitzfläche 1 und die Rückenlehne 2 sind über einen Beschlag 3 miteinander verbunden,
der es ermöglicht, diese beiden Teile in verschiedene Neigungen, insbesondere eine
Sitzstellung und in eine Liegestellung zu bringen.
[0010] Wesentliche Teile dieses Beschlages sind ein mit der Rückenlehne 2 fest verbundener
Arm 4 und ein an der Rückenlehne 2 schwenkbar gelagerter Arm 5. Zwischen beiden Armen
4 und 5 ist eine Zugfeder 6 eingehängt. Am Arm 4 ist ein mit der Sitzfläche 1 verbundener
Arm 7 schwenkbar gelagert und am Arm 5 ist ein Arm 8 angelenkt, der am anderen Ende
mit dem Arm 7 verbunden ist.
[0011] Der Fernsehsessel ist überdies mit einer Fußauflage 9 versehen, die an einem Gestänge
10 befestigt ist, durch das eine Verschwenkung der Fußauflage 9 möglich ist.
[0012] Diese Fußauflage 9 samt ihrem an sich bekannten Bewegungsmechanismus ist jedoch nicht
Gegenstand der Erfindung und wird daher auch nicht weiter beschrieben.
[0013] In Fig. 1 ist die Sitzstellung des Fernsehsessels dargestellt. Möchte der Benützer
eine mehr liegende Stellung einnehmen, drückt er mit dem Rücken gegen die Rückenlehne
2, sodaß diese im Sinne des Pfeiles P verschwenkt wird. Dabei muß die Kraft der Feder
6 überwunden werden, die bei dieser Bewegung mehr gespannt wird. Der Arm 4 hebt den
Arm 7 und damit die Sitzfläche 1. Bei den bekannten Fernsehsesseln gemäß Fig. 1 ist
die zum Verstellen erforderliche Kraft immer gleich.
[0014] Beim erfindungsgemäßen Beschlag nach Fig. 2 kann die Feder 6 am Arm 5 in verschiedene
Einhängestellen 5
1, 5
2, 5
3 eingehängt werden. Dadurch ergibt sich ein jeweils anderer Federweg und die erforderliche
Verstellkraft ist verschieden und kann dem Benützer angepaßt werden, eventuell schon
beim Kauf des Fernsehsessels.
[0015] In Fig. 2 ist eine Zwischenstellung des Beschlages 3 gezeigt. In der Liegestellung
würde, so wie in Fig. 3, eine Nase 11 an der Unterkante des Armes 4 anliegen. In der
Sitzstellung wie in Fig. 1 liegt der ausgebogene Teil 8' des Armes 8 an dem winkelig
abgebogenen Teil 7' an, der die Sitzfläche 1 aufnimmt.
[0016] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist der dem Arm 5 nach Fig. 2 entsprechende
Arm 15 winkelig gebogen und an ihm ist eine Führung 16 für eine Schraube 17 schwenkbar
gelagert. Die Einhängestelle für die Feder 6 ist am Ende der Schraube 17 an einem
verbreiterten Teil 18 angeordnet. Mittels einer Mutter 19 kann die Schraube 17 in
der Führung 16 festgelegt werden, sodaß die Einhängestelle im verbreiterten Teil 18
der Schraube 17 in Richtung der Achse der Feder 6 verschiebbar ist. Dadurch ist die
Vorspannung der Feder 6 veränderbar, und die zum Verstellen der Lage von Sitzfläche
1 und Rückenlehne 2 erforderliche Kraft kann den Bedürfnissen der Benützer angepaßt
werden. Die Verstellung der Mutter 19 könnte z.B. über eine flexible Welle erfolgen,
sodaß eine solche Verstellung bequem vom Benützenden durchgeführt werden kann.
[0017] Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Abänderungen möglich. So könnten auch beide
Einhängestellen der Feder 6 verändert werden. Auch eine motorische Verstellung der
Federspannung wäre möglich, wobei nur ein kleiner Elektromotor erforderlich wäre.
1. Beschlag für Fernsehsessel, der zur Steuerung der Neigung der Rückenlehne (2) und
der Sitzfläche (1) sowie vorzugsweise einer Fußauflage (9) ausgebildet ist, wobei
die Steuerung durch Druck auf die Rückenlehne (2) gegen die Kraft einer Feder (6)
erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannung der Feder (6) veränderbar ist.
2. Beschlag nach Anspruch 1, bei dem eine Zugfeder (6) zwischen zwei gegeneinander schwenkbaren
Armen (4, 5) eingehängt ist, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Einhängstelle in Richtung der Federachse verschiebbar ist.
3. Beschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (6) am Ende einer Schraube (17) eingehängt ist, die in einer Führung (16)
gelagert ist und mittels einer Mutter (19) in verschiedenen Stellungen feststellbar
ist.
4. Beschlag nach Anspruch 1, bei dem eine Zugfeder (6) zwischen zwei gegeneinander schwenkbaren
Armen (4, 5) eingehängt ist, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Einhängestellen (51, 52, 53) nebeneinander angeordnet sind.