Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Elektrohandwerkzeugmaschine, insbesondere Elektrohandkreissägmaschine,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei Elektrohandwerkzeugmaschinen wird die für die Kühlung des Elektromotors erforderliche
Luft von einem auf der Abtriebswelle des Elektromotors drehfest sitzenden Lüfterrad
über Einlaßschlitze im Maschinengehäuse angesaugt und über Austrittsschlitze im Maschinengehäuse
wieder ausgeblasen. Dabei strömen die Lüfterflügel des Lüfterrads die Austrittskanten
der Austrittsschlitze mit hoher Geschwindigkeit an, was eine starke Geräuschentwicklung
in einem unangenehm hohen Frequenzbereich zur Folge hat.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße Elektrohandwerkzeugmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs
1 hat den Vorteil, daß durch die Abführung der dem Elektromotor verlassenden Abluft
über den hohlen Zusatzhandgriff einerseits die Luftgeräusche gedämpft werden, insbesondere
der unangenehme hohe Frequenzbereich abgesenkt wird, und andererseits die Abluft weg
vom Bediener nach außen geführt wird, so daß dieser beim Arbeiten mit der Maschine
nicht angeblasen wird.
[0004] Durch die in den weiteren Ansprüche aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Elektrohandwerkzeugmaschine möglich.
[0005] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist im Maschinengehäuse ein
mit einer Lufteintrittsöffnung für die Motorabluft versehener Luftkanal ausgeformt,
der im Einlaß des Zusatzgriffs mündet. Durch diesen geschlossenen Luftkanal wird die
Strecke zwischen den Lüfterflügeln des auf der Motorwelle sitzenden Motorlüfters und
dem Einlaß des Zusatzgriffs überbrückt und dadurch bereits eine gute Dämpfung der
Strömungsgräusche erzielt.
[0006] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Luftkanal schnecken-
oder spiralförmig mit einem zum Einlaß des hohlen Zusatzgriffs hin stetig zunehmenden
lichten Durchmesser ausgebildet. Dadurch wirkt der Kanal als Entspannungsraum, wodurch
eine hohe Luftmenge mit reduzierter Strömungsgeschwindigkeit transportiert werden
kann, was die Geräuschentwicklung nochmals erheblich mindert. Die schneckenförmige
Ausbildung ist vorteilhaft für die Fälle, in denen die Rotationsrichtung des Elektromotors
und damit die des Motorlüfters gegenläufig zu der des Werkzeugs ist.
[0007] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Zusatzgriff oder
ein einen Auslaß des Zusatzgriffs umschließender Auslaßstutzen schwenkbar ausgebildet.
Damit kann die Ausströmrichtung der Motorabluft so eingestellt werden, daß sie bei
keinem Arbeitsfall den Bediener unangenehm anströmt. Der schwenkbare und in der eingestellten
Schwenkposition einrastbare Zusatzgriff ermöglicht zusätzlich durch Anpassung an individuelle
Greifgewohnheiten des Bedieners eine individuelle Optimierung der Ergonomie der Maschine.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der hohle Zusatzgriff
als Bügelgriff ausgebildet, der bei Elektrohandwerkzeugmaschinen mit einer das rotierende
Werkzeug zumindest teilweise abdeckenden Schutzhaube mit seinem einen Griffende an
der Schutzhaube ansetzt und an oder nahe seinem anderen Griffende an einem den Elektromotor
aufnehmenden Gehäuseteil des Maschinengehäuses festgelegt ist, wobei sein Einlaß unterhalb
der Schutzhaube liegt. Dadurch wird eine solide, mechanische Anbindung des Zusatzgriffs
an das Maschinengehäuse erreicht und infolge des einem Bügelgriff immanenten großen
Griffbereichs eine sichere Handhabung der Maschine sowohl für Links- als auch für
Rechtshänder ermöglicht, die auch eine flexible Greifposition bei unterschiedlichen
Arbeitsfällen erlaubt.
Zeichnung
[0009] Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen in perspektivischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Ansicht einer Elektrohandkreissägemaschine,
- Fig. 2
- eine Draufsicht der Elektrohandkreissägemaschine gemäß Fig. 1 ohne Auflageplatte,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der Elektrohandkreissägemaschine gemäß Fig. 2 nach Entfernung von
Schutzhaube und Kreissägeblatt,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Elektrohandkreissägemaschine gemäß Fig. 1 bei entfernter Schutzhaube
für das Kreissägeblatt.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0010] Die in der Zeichnung in verschiedenen Ansichten zu sehende Elektrohandkreissägemaschine
als Ausführungsbeispiel für eine allgemeine Elektrohandwerkzeugmaschine zur spanenden
oder schleifenden Bearbeitung von Werkstücken weist ein zweischaliges Maschinengehäuse
10 mit einem angeformten Handgriff 11 zum Führen und Handhaben der Maschine und einem
angesetzten Motorgehäuse 12 auf, in dem ein luftgekühlter Elektromotor aufgenommen
ist. Der Elektromotor treibt über ein hier nicht zu sehendes, einstufiges Getriebe
eine Antriebswelle 13 an, auf dem ein Kreissägeblatt 14 festgespannt ist. Das Kreissägeblatt
14 ist im oberen Bereich von einer Schutzhaube 15 abgedeckt, die auf das Maschinengehäuse
10 aufgeschraubt ist. Die Schutzhaube 15 reicht bis zu einer mit dem Maschinengehäuse
10 verbundenen Auflageplatte 16, mit welcher die Maschine beim Sägevorgang auf das
Werkstück aufgesetzt wird. Das Kreissägeblatt 14 ragt durch die Auflageplatte 16 hindurch
und steht je nach gewünschter Schnittiefe über diese mehr oder weniger nach unten
vor. Zum Einstellen der Schnittiefe der Maschine ist die Auflageplatte 16 um eine
in Arbeitsrichtung vor dem Kreissägeblatt 14 am Maschinengehäuse 10 festgelegte Schwenkachse
schwenkbar, wobei die gewählte Schwenkstellung mittels einer Einstellvorrichtung fixiert
wird. Eine auf der Auflageplatte 16 angeordnete, weitere Einstellvorrichtung 17 ermöglicht
durch Schwenken der Auflageplatte 16 um eine sich parallel zur Sägeblattebene erstreckende
Schwenkachse eine Schnittwinkeleinstellung der Maschine.
[0011] Für eine beidhändige Führung der Maschine beim Sägen ist noch ein Zusatzgriff 21
vorgesehen, der als Bügelgriff ausgebildet und in Arbeitsrichtung der Maschine gesehen
vor der Antriebswelle 13 des Kreissägeblatts 14 nahe dessen vorderen Bereichs an dem
Maschinengehäuse 10 angeordnet ist. Der im folgenden als Bügelgriff 21 bezeichnete
Zusatzgriff setzt mit einem Griffende an der Schutzhaube 15 an, verläuft mit einem
zur Rotationsachse des Kreissägeblatts 14 im wesentlichen parallelen Griffbereich
211 oberhalb der Auflageplatte 16 im Abstand von dieser und ist mit seinem anderen
Griffende am Motorgehäuse 12 festgelegt. Dadurch ist eine sehr solide mechanische
Anbindung des Bügelgriffs 21 an dem Maschinengehäuse 10 gewährleistet. Mit Hilfe des
Bügelgriffs 21 kann die Maschine sehr exakt plan auf das Werkstück aufgesetzt und
beim Sägen beidhändig sehr gut gehalten und geführt werden, wobei der große Greifbereich
des Bügelgriffs 21 eine ergonomische und sichere Handhabung der Maschine in allen
Arbeitsfällen sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder sicherstellt. Außerdem ist
es möglich, die Maschine mittels des Bügelgriffs 21 in ihrem Schwerpunkt zu tragen.
[0012] Der Bügelgriff 21 ist hohl ausgebildet und weist einen zum Innern der Schutzhaube
15 hin offenen Einlaß 22 (Fig. 3 und 4) und einen hinter dem Griffbereich 211 angeordneten
Auslaß 23 (Fig. 1 und 2) auf, der vorzugsweise an oder nahe dem von dem Einlaß 22
abgekehrten Griffende des Bügelgriffs 21 liegt. Der Auslaß 23 ist von einem Auslaßstutzen
24 umschlossen, der vorteilhafterweise schwenkbar ausgebildet sein kann. Für die Luftkühlung
des Elektromotors weist das Motorgehäuse 12 Lufteintrittsschlitze 25 (Fig. 2) auf,
durch die hindurch ein auf der Abtriebswelle des Elektromotors drehfest sitzendes
Lüfterrad (hier nicht dargestellt) Luft ansaugt. Die den Elektromotor durchströmende
Luft wird von dem Lüfterrad als wärmeabführende Motorabluft ausgeblasen und so geführt,
daß sie in den Einlaß 22 des hohlen Bügelgriffs 21 einströmt. Hierzu ist im Maschinengehäuse
10 ein Luftkanal 26 ausgebildet, der sich zum Einlaß 22 des Bügelgriffs 21 hin erweitert
und in dem Einlaß 22 mündet (Fig. 3). Die Luft wird von dem Lüfterrad aus dem Innern
des Elektromotors in eine in Fig. 3 verdeckte Lufteintrittsöffnung des Luftkanals
26 eingeblasen. Die Motorabluft strömt, wie durch den Pfeil 27 in Fig. 3 symbolisiert
ist, durch den Luftkanal 26 und den hohlen Bügelgriff 21 und tritt an dem vom Auslaßstutzen
24 umschlossenen Auslaß 23 im Bügelgriff 21 ins Freie. Der Auslaßstutzen 24 ist so
ausgerichtet, daß die Ausblasrichtung der hier ausströmenden Motorabluft vom Bediener
der Maschine wegweist. Ist der Auslaßstutzen 24 schwenkbeweglich ausgeführt, so kann
der Bediener die ihm genehme oder an den Arbeitsfall angepaßte Luftausströmrichtung
individuell einstellen.
[0013] Da, wie vorstehend erwähnt, zwischen dem Elektromotor und der Antriebswelle 13 des
Kreissägeblatts 14 ein einstufiges Getriebe angeordnet ist, sind die Drehrichtungen
von Rotor des Elektromotors und Kreissägeblatt 14 invers. Die Rotationsrichtung des
Kreissägeblatts 14 ist in Fig. 4 durch den Pfeil 28 gekennzeichnet. Damit die den
Elektromotor verlassende Motorabluft strömungsgünstig über den Luftkanal 26 in den
Bügelgriff 21 geleitet wird, ist der Luftkanal 26 geschlossen und schneckenförmig
ausgeführt, wie dies teilweise in Fig. 3 zu sehen ist, verläuft also von seiner Lufteintrittsöffnung
bis hin zum Einlaß 22 des Bügelgriffs 21 als eine sich axial ausdehnende Spirale,
wobei der lichte Durchmesser des Luftkanals 26 vorzugsweise stetig zunimmt.
[0014] Das zweischalige Maschinengehäuse 10 ist aus Kunststoff gespritzt, wobei zumindest
der Handgriff 11, und der Luftkanal 26 gleich mit angeformt werden. Der Bügelgriff
21 ist als Einlegeteil ausgeführt, kann u. U. aber auch mit angeformt werden. Der
schneckenförmige, sich zum Einlaß 22 des Bügelgriffs 21 hin erweiternde Luftkanal
26 ist in Teilen an beiden Schalen angeformt, die sich beim Zusammensetzen der Schalen
zu dem Luftkanal 26 ergänzen.
[0015] In einer Modifizierung der beschriebenen Elektrohandkreissägemaschine ist der Bügelgriff
21 um seinen Einlaß 22 schwenkbar ausgebildet und in der jeweiligen eingestellten
Schwenkstellung verrastbar ausgebildet, wodurch neben der Möglichkeit der Einstellung
der Geräuschabstrahlrichtung noch ein Ergonomieeffekt erzielt wird.
[0016] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebene Elektrohandkreissägemaschine beschränkt.
Sie kann bei allen handgeführten Elektrowerkzeugen wie z.B. Mauernutfräsen, Steinsägen,
Winkelschleifer, Trennschleifer, Betonschleifer, Exzenterschleifer, Bandschleifer,
Bohrmaschine, Bohrhammer, Heckenschere, Sticksäge, Schwingschleifer u. ä. verwendet
werden. In den Fällen, in denen die Elektrohandwerkzeugmaschine nicht über eine Schutzhaube
für das Werkzeug verfügt, wird der hohle Zusatzgriff nahe dem vorderen Ende des Maschinengehäuses
angesetzt und der Luftkanal vom Motorgehäuse bis zum Einlaß des hohlen Zusatzgriffs
im Maschinengehäuse entsprechend geführt.
1. Elektrohandwerkzeugmaschine, insbesondere Elektrohandkreissägemaschine, mit einem
Maschinengehäuse (10), das einen luftgekühlten Elektromotor aufnimmt, mit einem vom
Elektromotor antreibbaren Werkzeug (14), mit einem Handgriff (11) und mit einem Zusatzgriff
(21) für eine beidhändige Führung der Maschine, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatzgriff (21) hohl ausgebildet und als Abluftkanal für die den Elektromotor
verlassende Abluft genutzt ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatzgriff (21) schwenkbar und in mindestens einer Schwenkstellung verrastbar
ausgebildet ist.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatzgriff (21) einen am gehäusefernen Griffende angeordneten Auslaß (23) und
einen zum Maschinengehäuse (10) hin offenen Einlaß (22) aufweist, der so angeordnet
ist, daß die Motorabluft in den Einlaß (22) des Zusatzgriffs (21) einströmt.
4. Maschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaß (23) von einem Auslaßstutzen (24) umschlossen ist, der vorzugsweise schwenkbar
ausgebildet ist.
5. Maschine nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Maschinengehäuse (10) ein mit einer Lufteintrittsöffnung für die Motorabbluft
versehener Luftkanal (26) ausgeformt ist, der im Einlaß (22) des Zusatzgriffs (21)
mündet.
6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Luftkanal (26) zum Einlaß (22) des Zusatzgriffs (21) hin erweitert.
7. Maschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei inverser Drehrichtung von Elektromotor und rotierendem Werkzeug (14) der die
Motorabluft führende Luftkanal (26) schneckenförmig ausgebildet ist.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 5 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß das angetriebene Werkzeug (14) von einer Schutzhaube (15) zumindest teilweise abgedeckt
ist, daß der Einlaß (22) des Zusatzgriffs (21) in der Schutzhaube (15) angeordnet
ist und daß der Luftkanal (26) in der Schutzhaube (15) unmittelbar am Einlaß (22)
des Zusatzgriffs (21) mündet.
9. Maschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der hohle Zusatzgriff (21) als Bügelgriff ausgebildet ist, der mit einem Griffende
an der Schutzhaube (15) angesetzt und an oder nahe seinem anderen Griffende an einem
den Elektromotor aufnehmenden Gehäuseteil (12) des Maschinengehäuses (10) festgelegt
ist.