[0001] Die Erfindung betriff eine Heftvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zum Heften von blattförmigem Material, insbesondere Papier, Karton oder dergleichen
werden Maschinen mit sogenannten Heftköpfen verwendet, die in der Lage sind, aus einem
von einer Vorratsrolle gelieferten Draht eine benötigte Länge abzutrennen, das abgetrennte
Stück zu einer Heftklammer zu formen, diese in das zu heftende Material einzutreiben
und durch Umbiegen der Klammerenden die endgültige Klammerform nach dem Eintreiben
herzustellen.
[0003] Derartige Heftköpfe werden beispielsweise in sogenannten Sammelheftern eingesetzt,
die eine Sammel- und Transporteinheit aufweisen, mit denen das zu heftende Material
zusammengestellt und der Heftung zugeführt wird. Ein Heftschlitten mit zwei oder mehreren
Heftköpfen ist in einem Abschnitt der Sammel- und Transporteinheit beweglich angebracht
und heftet das zu heftende Material zusammen, während die Sammel- und Transporteinheit
weiterläuft, das heißt der Heftschlitten bewegt sich während der Heftung synchron
mit dem zu heftenden Material das somit nicht aus der Transportbewegung gestoppt wird,
sondern in der Bewegung geheftet wird.
[0004] Je nach Art und Größe des zu heftenden Materials ist hierbei ein unterschiedlicher
Abstand der Heftköpfe erforderlich. Bei bekannten Sammelheftern (vgl. z.B. DE 197
50 143 A1) wird bislang der Abstand der Heftköpfe manuell vor der Inbetriebnahme der
Maschine eingestellt, wobei die Halterung der Heftköpfe hierzu aus dem Heftschlitten
entnommen wird.
[0005] Die Umrüstung einer solchen Sammelheftmaschine bringt damit einen entsprechenden
Stillstand der Maschine und gegebenenfalls einen entsprechenden Personalaufwand mit
sich.
[0006] Das gleiche Problem stellt sich auch bei Heftmaschinen, bei denen das zu heftende
Material in eine stillstehende Heftvorrichtung gefördert, dort geheftet und anschließend
abtransportiert wird.
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik hat die Erfindung die Aufgabe, eine Heftvorrichtung
zum Einsatz in Heftmaschinen vorzusehen, mittels der die für verschiedene Produkte
erforderliche Umrüstung erleichtert wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch
dessen kennzeichnende Merkmale gelöst.
[0009] Durch die in den Unteransprüchen genannten Maßnahmen sind vorteilhafte Ausführungen
und Weiterbildungen der Erfindung möglich.
[0010] Dementsprechend zeichnet sich die Erfindung dadurch aus, dass die Heftköpfe gegeneinander
verschiebbar angeordnet sind und eine Antriebseinheit zur Einstellung des Heftkopfabstandes
vorgesehen ist.
[0011] Hierdurch wird die Verstellung des Heftkopfabstandes erheblich erleichtert, wodurch
zum einen die Umrüstzeiten deutlich verkleinert und eine Entnahme von Teilen nicht
erforderlich ist.
[0012] In einer besonderen Ausführung der Erfindung wird auch die Einstellung der Klinscher
entsprechend mit wenigstens einem verschiebbaren Klinscher durch eine Antriebseinheit
vorgenommen. An dem Klinscher wird das Klammerende nach dem Durchstoßen des zu heftenden
Materials umgebogen. Daher ist eine Positionierung des Klinschers zusammen mit der
Positionierung des Heftkopfes erforderlich. Dies kann grundsätzlich durch die Montage
des Heftkopfes und des Klischers auf einem gemeinsamen verschiebbaren Wagen bewerkstelligt
werden.
[0013] In einer anderen vorteilhaften Ausführungsform wird jedoch die Führung für den bzw.
die verschiebbaren Klinscher und den bzw. die verschiebbaren Heftköpfe voneinander
getrennt ausgebildet. In diesem Fall wird vorteilhafterweise der Antrieb für die Verschiebung
eines Klinschers mit dem Antrieb für den zugehörigen Heftkopf beispielsweise mechanisch
oder gegebenenfalls auch elektrisch bzw. elektronisch gekoppelt, so dass die Klinscherposition
stets der Heftkopfposition angepasst ist. Diese letztgenannte Ausführungsform bietet
den Vorteil, dass der Raum zwischen Heftkopf und Klinscher von mechanischen Elementen
vollkommen frei und so besser für die Transporteinheit für das zu heftende Material
nutzbar ist.
[0014] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird die Antriebseinheit für die
Heftköpfe und/oder Klinscher ansteuerbar ausgebildet. Eine solche Ansteuerung wird
bevorzugt elektrisch oder elektronisch vorgenommen, sie kann jedoch auch auf andere
Weise, z.B. pneumatisch oder hydraulisch realisiert werden. Grundsätzlich ergibt sich
durch eine ansteuerbare Antriebseinheit bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung der
Vorteil, die Abstandsänderung der Heftköpfe und/oder Klinscher automatisch vorzunehmen.
Eine solche Heftvorrichtung kann dabei in einem Vollautomat eingesetzt werden, der
beispielsweise bei Beschickung mit unterschiedlich zu heftendem Material je nach Bedarf
die Heftung selbsttätig steuert.
[0015] Zur verschiebbaren Ausgestaltung der Heftköpfe und/oder Klinscher wird bevorzugt
eine Führung vorgesehen, an der die Heftköpfe und/oder Klinscher in ihrer Bewegung
geführt werden. Eine solche Führung wird in einer vorteilhaften Ausführungsform als
Linearführung ausgebildet. Eine Linearführung entspricht zum einen der zur Abstandsänderung
erforderlichen Bewegungsart und ist zum anderen z.B. im Vergleich mit Schwenk- oder
Hebelmechanismen mit geringem Aufwand bei hoher Präzision und Stabilität zu realisieren.
[0016] Eine solche Linearführung kann darüber hinaus starr mit der entsprechenden Heftkopfeinheit
verbunden sein, so dass sich eine gegenseitige Wechselwirkung zur Verbesserung der
Stabilität ergibt. So wird durch die Linearführung die Stabilität der Heftkopfeinheit
und umgekehrt durch die Heftkopfeinheit die Stabilität der Linearführung durch die
starre Verbindung verbessert.
[0017] Zur Steigerung dieses Effekts wird die Linearführung vorteilhafterweise im Wesentlichen
über die gesamte Länge an der Heftkopfeinheit abgestützt. Durch die hierdurch mögliche
Stabilitätssteigerung ergibt sich weiterhin die Möglichkeit, die Linearführung und
somit die gesamte Heftvorrichtung durch entsprechende konstruktive Maßnahmen zur Materialeinsparung
oder durch eine entsprechende Materialauswahl leichter zu gestalten.
[0018] Eine leichtere Heftkopfeinheit bietet insbesondere in Verbindung mit den oben genannten
Sammelheftern, in denen die Heftkopfeinheit als sogenannter Heftschlitten beweglich
ausgebildet ist, große Vorteile, da sie einfacher zu beschleunigen und abzubremsen
ist und dementsprechend weniger Aufwand beim Antrieb und dessen Steuerung erfordert.
[0019] Als Antriebseinheit für die Einstellung des Heftkopfabstandes und/oder des Klinscherabstands
wird bevorzugt eine Spindel verwendet. Mit Hilfe einer Spindel kann der Abstand ohne
größeren konstruktiven Zusatzaufwand mit Hilfe eines Motors bewerkstelligt werden,
der die Spindel in Drehung versetzt. Bei Auswahl eines entsprechenden Spindelgewindes
lässt sich die Verstellung darüber hinaus mit hoher Präzision und bei Bedarf entsprechend
hohen Stellkräften bewerkstelligen. Eine Spindel bringt weiterhin den Vorteil mit
sich, dass der Antrieb selbsthemmend ausgebildet werden kann, d.h. der Motor muss
nur für die Bewegung bestromt werden.
[0020] Sofern ein Bedarf hierzu besteht, kann jedoch auch im Falle einer Spindel eine Fixierung
der Heftkopf- und/oder Klinscherposition durch entsprechende Ausgestaltung des Motors
z.B. in Form eines Schrittmotors mit Haltemoment vorgenommen werden.
[0021] In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung mit Spindelantrieb wird nur ein
Heftkopf und/oder nur ein Klinscher über eine Spindel verschiebbar angetrieben, während
ein weiterer Heftkopf und/oder Klinscher bezüglich der Heftkopfeinheit statisch angeordnet
ist. Mit zwei Spindelantrieben können auch zwei Heftköpfe und/oder zwei Klinscher
unabhängig voneinander nahezu beliebig positioniert werden. Grundsätzlich können beispielsweise
durch eine Spindel mit Links- und Rechtsgewinde und entsprechenden Spindelmuttern
die Heftköpfe und/oder Klinscher so angetrieben werden, dass zwei Heftköpfe bzw. zwei
Klinscher zur Einstellung des gewünschten Abstands zwischen den Heftköpfen bzw. zwischen
den Klinschern in entgegengesetzter Richtung anzutreiben sind.
[0022] Sofern mehr als zwei Heftköpfe oder Klinscher vorgesehen werden, so kann der gewünschte
Abstand durch den Einsatz von zwei oder mehreren Spindeln oder aber auch durch Spindelabschnitte
mit unterschiedlichen Steigungen eingestellt werden.
[0023] Vorzugsweise wird der Antrieb zur Heftkopfeinstellung und/oder Klinschereinstellung
elektrisch ausgebildet, was beispielsweise in der Kombination eines Spindelantriebs
mit Elektromotor wie oben angeführt möglich ist.
[0024] Grundsätzlich sind jedoch auch andere Antriebsmöglichkeiten, z.B. pneumatisch oder
hydraulisch mit entsprechenden Motoren oder Zylindern möglich.
[0025] In einer weiterbildung der Erfindung wird zudem ein Positionserkennungssensor für
wenigstens eine Heftkopfposition und/oder wenigstens eine Klinscherposition vorgesehen.
[0026] Diese eine Heftkopfposition und/oder Klinscherposition kann beispielsweise eine Referenzposition
darstellen, aus der heraus die Einstellung der Sollposition jeweils vorgenommen wird.
Damit kann sichergestellt werden, dass das Anfahren der Sollposition jeweils unter
den gleichen Bedingungen, insbesondere aus der gleichen Richtung heraus vorgenommen
wird, so dass ein mechanisches Spiel in der Antriebs- oder auch Getriebeeinheit stets
einen reproduzierbaren und damit bei der Positionseinstellung zu berücksichtigenden
Effekt hervorruft.
[0027] Auch die Vermeidung unerwünschter Extrempositionen, die gegebenenfalls mit dem Auflaufen
eines Heftkopfes oder Klinschers auf andere Komponenten verbunden sein könnte, kann
mit Hilfe einer solchen Positionserkennungssensors in der Funktion eines Endschalters
realisiert werden.
[0028] Noch größere Vorteile bietet eine kontinuierliche Positionserkennung über einen gewissen
Bereich der von dem Heftkopf bzw. den Heftköpfen und/oder dem Klinscher bzw. den Klinschern
einzunehmenden Stellungen. Zum einen kann hierdurch die tatsächlich eingestellte Heftkopf-
und/oder Klinscherposition kontrolliert werden. Zum anderen kann die Erfassung der
IST-Position auch für eine Lageregelung verwendet werden. Mit einem entsprechenden
Regelkreis lässt sich somit zuverlässig die jeweilige Position einstellen. Der Aufwand
für die Verwirklichung der Antriebs- und der Einstelleinheit kann dabei verringert
werden, da mit einer Lageregelung die gewünschte Sollposition auch dann gefunden wird,
wenn die Reproduzierbarkeit der Position durch Toleranzen der Antriebs- und Einstelleinheit
gewisse Schwankungen aufweist.
[0029] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird eine zusätzliche
Arretierungsvorrichtung vorgesehen, mittels der die eingestellte Position des Heftkopfes
bzw. der Heftköpfe und/oder des Klinschers bzw. der Klinscher fixiert wird. Eine solche
zusätzliche Arretierungseinheit ist insbesondere bei bewegten Heftschlitten der oben
angeführten Art von Vorteil, da hier hohe Beschleunigungen aufzunehmen sind, die sich
nicht in der Heftkopf- und/oder Klinscherposition niederschlagen sollten. Bei Verwendung
einer zusätzlichen Arretierungsvorrichtung müssen diese Kräfte nicht oder zumindest
nur teilweise über die Antriebseinheit und die Verstelleinheit aufgenommen werden.
[0030] Vorzugsweise wird weiterhin ein Antrieb, bevorzugt ein ansteuerbarer Antrieb für
den Betrieb der Arretierungsvorrichtung vorgesehen, um weiterhin den weitgehend automatisierten
Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu ermöglichen.
[0031] Die Arretierungseinheit wird in einer besonderen Ausführungsform als Klemmvorrichtung
ausgebildet. Eine Klemmvorrichtung lässt sich gut lösbar gestalten und kann darüber
hinaus über eine bestimmte Weglänge in unterschiedlichen Positionen jederzeit eingesetzt
werden.
[0032] Der Antrieb für die Arretierungsvorrichtung kann dabei elektrisch, pneumatisch und/oder
hydraulisch ausgebildet sein. Gegebenenfalls können für Betätigung der Arretierung
zwischengeschaltete Transmissionselemente z.B. ein Bondenzug, ein Gestänge oder dergleichen
vorgesehen werden.
[0033] Die Klemmvorrichtung wird beispielsweise dadurch realisiert, dass ein bezüglich der
Heftkopfeinheit bewegliches und ein bezüglich der Heftkopfeinheit ortsfestes Klemmelement
vorgesehen wird. Durch Betätigung des beweglichen Klemmelementes wird dabei die gewünschte
Arretierungswirkung erzielt.
[0034] Bevorzugt wird ein bewegliches Klemmelement mit dem Heftkopf und/oder verschiebbar
ausgebildet bzw. mit diesem verbunden. Eine solche Ausgestaltung erleichtert die verklemmung
des Heftkopfes und/oder Klinschers in unterschiedlichen Positionen, wobei grundsätzlich
auch ein sich über den gesamten Verstellbereich erstreckendes Klemmelement, beispielsweise
in Form einer Klemmschiene oder dergleichen denkbar wäre, um den Heftkopf bzw. die
Heftköpfe und/oder den Klinscher bzw. die Klinscher in unterschiedlichen Stellungen
zu fixieren.
[0035] Das bezüglich der Heftkopfeinheit ortsfeste Klemmelement wird insbesondere im Falle
einer Linearführung bevorzugt separat von der Führung ausgebildet. Hierdurch lässt
sich eine zusätzliche Belastung der Heftkopf- bzw. Klinscherführung vermeiden.
[0036] Zur Betätigung des beweglichen Klemmelementes wird weiterhin vorteilhafterweise ein
Druck- und/oder Zugelement vorgesehen, das nach Möglichkeit senkrecht zur Verschiebungsrichtung
wirkt. Durch diese senkrechte Krafteinwirkung des vorgesehenen Druck- und/oder Zugelementes
wird verhindert, dass bei Betätigung der Klemmvorrichtung bzw. des Druckund/oder Zugelementes
eine unerwünschte Verschiebung des Heftkopfes und/oder des Klinschers in seiner Führung
verursacht wird.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein Druckstempel als bewegliches
Klemmelement vorgesehen. Ein solcher, beispielsweise pneumatischer oder hydraulischer
Druckstempel kann problemlos an einem beweglichen Heftkopf und/oder einem beweglichen
Klinscher angebracht und in unterschiedlichen Positionen zur Betätigung angesteuert
werden.
[0038] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn ein Klemmantrieb mit Kraftübersetzung zur Betätigung
des beweglichen Klemmelementes vorgesehen ist. Auf diese Weise kann der Antrieb trotz
der Anwendung hoher Klemmkräfte klein dimensioniert und somit der Aufwand verringert
werden. Als Klemmantrieb mit Kraftübersetzung sind beispielsweise Kniehebel und/oder
Keilrollen einsetzbar.
[0039] Die Klemmung kann nach der Betätigung mechanisch z.B. durch Federkraft verriegelt
oder aber auch durch das entsprechende Betätigungsmedium, beispielsweise Druckluft
oder Hydraulikflüssigkeit aufrecht erhalten werden. Wesentlich ist lediglich, dass
die Arretierungsvorrichtung zuverlässig verriegelt ist, wenn die gewünschte Heftkopf-
und/oder Klinscherposition eingestellt ist und ein Betrieb aufgenommen wird, bei dem
die erfindungsgemäße Heftvorrichtung bewegt und dabei entsprechenden Beschleunigungskräften
ausgesetzt wird.
[0040] Bevorzugt wird eine erfindungsgemäße Heftvorrichtung in Verbindung mit einem Heftschlitten
einer Sammelheftmaschine gemäß Anspruch 24 eingesetzt. Diese Sammelheftmaschinen zeichnen
sich dadurch aus, dass ein Heftschlitten oder Heftwagen während des Heftvorgangs mit
dem in der Sammel- und Transporteinheit bewegten zu heftenden Blattstapel mitbewegt
wird, so dass die Heftung während des Transports des zu heftenden Materials stattfindet.
Das zu heftende Material muss demnach zum Heften nicht stillgesetzt beziehungsweise
abgebremst und anschließend für den Weitertransport wieder beschleunigt werden. Dafür
ist allerdings der Heftschlitten oder Heftwagen entsprechenden Brems- und Beschleunigungsbewegungen
ausgesetzt, um die Synchronbewegung während des Heftvorgangs einerseits auszuführen
und andererseits für den nächsten Blattstapel wieder in die Startposition zu gelangen.
[0041] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand
der Figuren nachfolgend näher erläutert.
[0042] Im Einzelnen zeigen
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung schräg von vorne
betrachtet und
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung der Vorrichtung schräg von hinten betrachtet.
[0043] Die Heftvorrichtung 1 gemäß Figur 1 umfasst eine Heftkopfeinheit in Form eines beweglichen
Heftschlittens 2, der auf einer Linearführung 3 verschiebbar gelagert ist. Der Heftschlitten
ist synchron mit einer Sammel- und Transporteinheit zum Sammeln und Transportieren
des zu heftenden Materials bewegbar und somit in einem sogenannten Sammelhefter einsetzbar.
[0044] In dem Heftschlitten 2 sind zwei Heftköpfe 4, 5 in Richtung des Doppelpfeils P verschiebbar
angebracht. Die Heftköpfe 4, 5 sind hierbei an jeweils einem Heftkopfwagen 6, 7 montiert.
Die Heftkopfwagen 6, 7 umgreifen zwei Linearführungen 8, entlang der die Verschiebung
in Richtung des Doppelpfeils P stattfindet.
[0045] Für den Antrieb der Verschiebung ist jeweils eine Spindel 9, 10 vorgesehen. Die Spindel
9 steht hierbei mit einem nicht näher gekennzeichneten Innengewinde des Heftkopfwagens
6 in Eingriff, während die Spindel 10 mit einem entsprechenden, ebenfalls nicht näher
gekennzeichneten Innengewinde des Heftkopfwagens 7 in Eingriff steht. Dementsprechend
durchsetzt die Spindel 9 den Heftkopfwagen 7 ohne Kraftschluss, während die Spindel
10 den Heftkopfwagen 6 ohne Kraftschluss durchsetzt.
[0046] Der Antrieb der Spindel 9 erfolgt über eine Zahnriemenscheibe 11 auf einer Seite
des Heftschlittens 2, während auf der anderen Stirnseite der Antrieb der Spindel 10
über eine weitere Zahnriemenscheibe 12 bewerkstelligt wird.
[0047] Unterhalb der Heftköpfe 4, 5 sind zwei sogenannte Klinscher 13, 14 auf zugehörigen
Klinscherwagen 15, 16 montiert. Die Klinscher 13, 14 dienen zum Umbiegen der Heftklammern
nach dem Einstoßen in das zu heftende Gut. Die Klinscherwagen 15, 16 sind in Linearführungen
17, 18 geführt und werden über zwei Spindeln 19, 20 entsprechend den Heftkopfwagen
6, 7 angetrieben, so dass die Klinscherwagen 15, 16 mit darauf befindlichen Klinschern
13, 14 eine synchrone Bewegung mit den Heftkopfwagen 6, 7 ausführen.
[0048] Stirnseitig ist erkennbar, dass der Antrieb der Spindeln 19, 20 über zwei weitere
Zahnriemenscheiben 21, 22 erfolgt, wobei der Antrieb über ein Zahnradgetriebe 23,
24 (vgl. Figur 2) mit dem Riemenantrieb der Heftkopfwagen 6, 7 zwangsgekopppelt ist.
[0049] Die Klinscher 13, 14 sind ebenso wie die Zwischenstücke 25, 26, mit denen die Klinscher
13, 14 an den jeweiligen Klinscherwagen 15, 16 befestigt sind, verschraubt und somit
austauschbar. Dies ist beim Umrüsten auf andere Klammergrößen und im Wartungs- oder
Reparaturfall von Vorteil.
[0050] In Figur 2 sind zwei Längsschlitze 27, 28 in einer Art Zwischenwand 29 erkennbar,
die von jeweils zwei Bolzenhalterungen 30, 31, 32, 33 durchsetzt sind. Die Bolzenhalterungen
30, 31, 32, 33 sind auf der gegenüberliegenden Seite der zwischenwand 29 mit den Heftkopfwagen
6, 7 fest verbunden.
[0051] Jeweils zwei Druckstempel 34, 35, 36, 37 stützen sich im Seitenbereich der Schlitze
27, 28 an der Zwischenwand 29 ab und verklemmen somit den jeweiligen Heftkopfwagen
6, 7 an der Zwischenwand 29. Zur Spannung der Druckstempel 34, 35, 36, 37 ist jeweils
ein Kniehebelmechanismus 38, 39 vorgesehen. Der Kniehebelmechanismus 38, 39 kann beispielsweise
federgespannt oder aber auch pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch verspannt und
lösbar sein. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind zwei Pneumatikzylinder 40, 41
zum Lösen federgespannter Kniehebelmechanismen 38, 39 vorgesehen. Hierdurch ist eine
pneumatische Ansteuerung nur während des Verstellvorgangs erforderlich.
[0052] Die Kniehebelmechanismen 38, 39 mit den Druckstempeln 34, 35, 36, 37 fixieren die
Heftkopfwagen 6, 7 in der gewünschten Position durch eine Verklemmung an der Zwischenwand
29. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die gesamte Vorrichtung 1 als Heftschlitten
2 eingesetzt wird, der entlang der Linearführung 3 mit dem zu heftenden Material synchron
mitbewegt wird. Für jede Heftung muss die Heftvorrichtung 1 in diesem Fall beschleunigt,
gestoppt, zurückgefahren, erneut gestoppt und wieder beschleunigt werden. Die hierbei
auftretenden Beschleunigungskräfte müssen in der vorliegenden Ausführungsform nur
teilweise von den Spindelantrieben 9, 10 aufgenommen werden. Der überwiegende Teil
der Beschleunigungskräfte wird über die Klemmvorrichtung mittels der Druckstempel
34, 35, 36, 37 und der Zwischenwand 29 aufgefangen.
[0053] Weiterhin ist in Figur 2 rückseitig erkennbar, dass die Linearführung 8 mit äquidistanten
Befestigungsschrauben 42 im Wesentlichen über ihre gesamte Länge mit dem Heftschlitten
2 verschraubt ist. Hierdurch wird die Stabilität der Linearführung sowie des Gehäuses
des Heftschlittens 2 verbessert, wodurch durch entsprechende Materialeinsparung oder
Materialauswahl seitens der Linearführung oder des Gehäuses Gewicht eingespart werden
kann.
[0054] In Figur 2 ist ebenfalls durch die Ausnehmungen 43 und 44 die Anordnung der beiden
Antriebsmotoren 45, 46 für den Antrieb der Heftwagen 6, 7 bzw. der Klinscherwagen
15, 16 erkennbar. Die Antriebsmotoren 45, 46 sind im Innern des Gehäuses des Heftschlittens
2 untergebracht, so dass sie keinen außenseitigen Überstand bilden.
[0055] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Arretierungs- bzw. Klemmvorrichtung
nur für die Fixierung der Heftköpfe, nicht jedoch für die Klinscher vorgesehen. Je
nach Ausführungsform kann jedoch auch für die Klinscher eine entsprechende Arretierung
vorgesehen werden.
Bezugszeichenliste:
[0056]
- 1
- Heftvorrichtung
- 2
- Heftschlitten
- 3
- Linearführung
- 4
- Heftkopf
- 5
- Heftkopf
- 6
- Heftkopfwagen
- 7
- Heftkopfwagen
- 8
- Linearführung
- 9
- Spindel
- 10
- Spindel
- 11
- Zahnriemenscheibe
- 12
- Zahnriemenscheibe
- 13
- Klinscher
- 14
- Klinscher
- 15
- Klinscherwagen
- 16
- Klinscherwagen
- 17
- Linearführung
- 18
- Linearführung
- 19
- Spindel
- 20
- Spindel
- 21
- Zahnriemenscheibe
- 22
- Zahnriemenscheibe
- 23
- Zahnradgetriebe
- 24
- Zahnradgetriebe
- 25
- Zwischenstück
- 26
- Zwischenstück
- 27
- Schlitz
- 28
- Schlitz
- 29
- Zwischenwand
- 30
- Bolzenhalterung
- 31
- Bolzenhalterung
- 32
- Bolzenhalterung
- 33
- Bolzenhalterung
- 34
- Druckstempel
- 35
- Druckstempel
- 36
- Druckstempel
- 37
- Druckstempel
- 38
- Kniehebelmechanismus
- 39
- Kniehebelmechanismus
- 40
- Pneumatikzylinder
- 41
- Pneumatikzylinder
- 42
- Befestigungsschraube
- 43
- Ausnehmung
- 44
- Ausnehmung
- 45
- Antriebsmotor
- 46
- Antriebsmotor
1. Heftvorrichtung mit wenigstens zwei auf einer Heftkopfeinheit befestigten Heftköpfen
zum Heften von blattförmigem Material, insbesondere Papier, Karton oder dergleichen,
wobei der Abstand der wenigstens zwei Heftköpfe zueinander einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Heftkopf (4, 5) verschiebbar ist und eine Antriebseinheit (9, 10,
45, 46) zur Einstellung des Abstands zwischen den Heftköpfen (4, 5) vorgesehen ist.
2. Heftvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Klinscher (13, 14) vorhanden sind, wobei wenigstens ein Klinscher
(13, 14) verschiebbar ist, und eine Antriebseinheit (19, 20, 45, 46) zur Einstellung
des Abstandes zwischen den Klinschern (13, 14) vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Heftköpfe (4, 5) und/oder Klinscher (13, 14) in einer Führung (8, 17, 18) verschiebbar
gelagert sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (9, 10, 19, 20, 45, 46) zur Einstellung des Abstandes zwischen
den Heftköpfen (4, 5) und/oder Klinschern (13, 14) elektrisch, elektronisch, pneumatisch
und/oder hydraulisch ansteuerbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (12) für einen Heftkopf (4, 5) mit dem Antrieb (22) eines Klinschers
(13, 14) gekoppelt ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (8, 17, 18) für die Heftköpfe und/oder Klinscher als Linearführung ausgebildet
ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (8) mit der Heftkopfeinheit (2) starr verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführung (8) im Wesentlichen über ihre gesamte Länge an der Heftkopfeinheit
(2) abgestützt ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb zur Einstellung des Abstandes der Heftköpfe (4, 5) und/oder der Klinscher
(14, 15) als Spindelantrieb (9, 10, 19, 20) ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Positionssensor für wenigstens eine Heftkopfposition und/oder wenigstens eine
Klinscherposition vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Referenzposition für wenigstens einen Heftkopf bzw. Klinscher vorgesehen ist,
aus der heraus die Einstellung der Sollposition vorzunehmen ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lageregelung vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kollisionssensor zur Vermeidung von Kollisionen bei der Einstellung der Heftkopfposition
und/oder der Klinscherposition vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zusätzliche Arretierungsvorrichtung (34, 35, 36, 37) für wenigstens einen Heftkopf
(4, 5) und/oder wenigstens einen Klinscher vorgesehen ist.
15. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Antrieb zur Betätigung der Arretierungsvorrichtung vorgesehen ist.
16. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb für die Arretierungsvorrichtung elektrisch, pneumatisch und/oder hydraulisch
ansteuerbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungsvorrichtung als Klemmvorrichtung ausgebildet ist.
18. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmvorrichtung ein bezüglich dem Heftschlitten (2) ortsfestes Klemmelement
(29) umfasst.
19. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein bewegliches Klemmelement (34, 35, 36, 37) mit dem Heftkopf (4, 5) und/oder dem
Klinscher verbunden ist.
20. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmvorrichtung von der Führung (8) zur Verschiebung der Heftköpfe separat ausgebildet
ist.
21. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmvorrichtung ein Druckund/oder Zugelement (34, 35, 36, 37) umfasst, das seine
Kraft senkrecht zur Verschiebungsrichtung des entsprechenden Heftkopfes und/oder Klinschers
ausübt.
22. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Druckstempel (34, 35, 36, 37) als Klemmelement vorgesehen ist.
23. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kraftübersetzung (38, 39) für den Klemmantrieb des beweglichen Klemmelementes
vorgesehen ist.
24. Sammelheftmaschine mit Sammel- und Transporteinheit zum Sammeln und Transportieren
des zu heftenden Materials und mit einer Heftkopfeinheit in Form eines Heftschlittens,
der zumindest während des Heftvorgangs mit dem zum heftenden Material bewegbar ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Heftvorrichtung (1) gemäß einem der vorgenannten Ansprüche vorgesehen ist.
25. Verfahren zum Heften von blattförmigem Material, insbesondere Papier, Karton oder
dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Heftvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 21 oder eine Sammelheftmaschine
nach Anspruch 22 verwendet wird.