[0001] Die Erfindung betrifft ein Taschenfalzwerk für eine Falzmaschine mit wenigstens einer
Falztasche, die mehrere nebeneinander in einer Ebene im Abstand zueinander angeordnete
Taschenstabeinrichtungen aufweist, die jeweils zwei Taschenstäbe umfassen, die zur
Bildung eines Stabspaltes zwischen ihnen im Abstand zueinander angeordnet sind, wobei
die Taschenstäbe in ihrer dem Stabspalt zugewandten Seite eine Innenaussparung aufweisen,
eine in Längsrichtung der Taschenstabeinrichtungen verschiebbare und quer zu den Taschenstabeinrichtungen
angeordnete Bogenanschlageinrichtung, die durch die in einer Ebene liegenden Stabspalte
der nebeneinander angeordneten Taschenstabeinrichtungen hindurchgeht, und die Bogenanschlageinrichtung
mehrere jeweils zwischen benachbarten Taschenstabeinrichtungen angeordnete Anschläge
aufweist.
[0002] In Fig. 3 ist ein Querschnitt eines bekannten Taschenfalzwerks gezeigt, das eine
Falztasche 110 mit mehreren nebeneinander angeordneten Taschenstabeinrichtungen 112
aufweist, wobei jede Taschenstabeinrichtung 112 von zwei im vertikalen Abstand zueinander
angeordneten Taschenstäben 114, 116 gebildet wird. Zwischen den Taschenstäben 114,
116 ist ein Stabspalt gebildet, in den ein zu falzender Bogen einläuft. Durch die
Stabspalte der benachbarten Taschenstabeinrichtungen 112, die zusammen einen Taschenspalt
bilden, geht ein Bogenanschlag 122 hindurch, dessen Breite b dem Abstand zwischen
den Taschenstäben 114, 116, das heißt der Höhe des Stabspaltes, entspricht. Der Bogenanschlag
122 ist in Längsrichtung der Taschenstabeinrichtungen 112 verschiebbar, damit die
Falztasche 110 auf die erforderliche Bogenlänge eingestellt werden kann. Da der Bogenanschlag
122 eine konstante Breite aufweist und durch die Stabspalte hindurchgeht, hat der
Bogenanschlag 122 eine große durchgehende Bogenanschlagfläche, wodurch auch bei hoher
Leistung des Taschenfalzwerkes kein Einreißen der Bogenvorderkanten auftritt.
[0003] Da die Breite b des Bogenanschlags 122 der Höhe der Stabspalte entspricht, kann jedoch
der Abstand der Taschenstäbe 114, 116 und somit die Höhe des Stabspaltes, nicht eingestellt
werden. Eine solche Einstellung ist jedoch erforderlich, um abhängig von der Bogendicke
und Falzart eine Wellenbildung der Bogen beim Anschlagen zu minimieren, damit nur
geringe Längsfalzdifferenzen auftreten.
[0004] Aus diesem Grund hat es sich durchgesetzt, eine Falztasche 210 einzusetzen, wie sie
in Fig. 4 gezeigt ist. Die Falztasche 210 weist einen Bogenanschlag 222 auf, der eine
sich unterhalb der Taschenstabeinrichtungen 212 in Längsrichtung der Taschenstäbe
214, 216 befindliche verstellbare Grundplatte 224 umfasst, von deren freiem Ende sich
Anschläge 226 in den Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Taschenstabeinrichtungen
212 über die Höhe der Stabspalte 218 hinaus erstrecken. Hierdurch wird die Möglichkeit
geschaffen, die Höhe des Stabspaltes 218 durch Verstellung des oberen oder unteren
Taschenstabes 214, 216 auf die Beschaffenheit eines Bogens einzustellen. Es besteht
jedoch der Nachteil, dass keine durchgehende Bogenanschlagfläche gebildet wird, da
die Anschläge 226 im Abstand angeordnet sind. Dies kann bei einer hohen Leistung des
Taschenfalzwerkes zu einem Einreißen der Bogenvorderkante führen, wodurch wiederum
Längsfalzdifferenzen auftreten können.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit konstruktiv einfachen Mitteln ein Taschenfalzwerk
zu schaffen, das auch bei hoher Leistung ein Falzen mit nur geringen Längsfalzdifferenzen
und ohne Einreißen der Bogenvorderkante ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Taschenfalzwerk mit den Merkmalen des
Patentanspruchs gelöst.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Taschenfalzwerk bildet die Bogenanschlageinrichtung eine
weitgehend durchgehende Bogenanschlagfläche, die nur im Bereich der sehr kurzen Verbindungsstege
unterbrochen ist. Da die Breite der Verbindungsstege senkrecht zur Ebene der Stabspalte
geringer ist, als die Höhe des Stabspaltes, ist es möglich, die Höhe des Stabspaltes
der Beschaffenheit der einlaufenden Bögen entsprechend einzustellen, wodurch eine
Wellenbildung der Bögen beim Anschlagen sowie ein Einreißen der anschlagenden Bogenvorderkante
verhindert wird.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend an Hand von Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Teillängsschnitt durch eine Falztasche eines Taschenfalzwerks,
Fig. 2 den Schnitt II-II von Fig. 1,
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine erste bekannte Falztasche eines Taschenfalzwerkes,
Fig. 4 einen Querschnitt durch eine zweite bekannte Falztasche eines Taschenfalzwerkes.
[0009] Die in Fig. 1 gezeigte Falztasche 10 weist mehrere in gleichmäßigem Abstand zueinander
in einer Ebene angeordnete parallele Taschenstabeinrichtungen 12 auf. Jede Taschenstabeinrichtung
12 umfasst einen oberen Taschenstab 14 und einen unteren Taschenstab 16, die übereinander
parallel im Abstand zueinander angeordnet sind, wodurch zwischen den Taschenstäben
14, 16 ein Stabspalt 18 mit der Höhe h gebildet wird. Die Stabspalte 18 der nebeneinander
angeordneten Taschenstabeinrichtungen bilden zusammen den Taschenspalt der Falztasche
10. Jeder Taschenstab 14, 16 wird von einem U-förmigen Biegeprofil aus Metall gebildet,
wobei die freien Schenkel 36, 38, die dem Stabspalt 18 zugewandt sind, an ihren Enden
zu Bildung einer Krümmung 40 nach innen gebogen sind.
[0010] An dem in Fig. 1 linken Ende jeder Taschenstabeinrichtung 12 ist ein Bogeneinlauf
21 für den Einlauf eines zu falzenden Bogens 20 in den Stabspalt 18 vorgesehen.
[0011] Die Falztasche 10 weist darüber hinaus eine in Längsrichtung der Taschenstabeinrichtungen
12 verstellbare Bogenanschlageinrichtung 22 auf. Die Bogenanschlageinrichtung 22 umfasst
eine unterhalb der unteren Taschenstäbe 16 angeordnete Grundplatte 24. Die Grundplatte
24 erstreckt sich quer zur Längsrichtung der Taschenstabeinrichtungen 12 parallel
und im Abstand zu den unteren Taschenstäben 16. Auf ihrer dem Bogeneinlauf abgewandten
Seite ist die Grundplatte 24 an einem in Längsrichtung der Taschenstabeinrichtungen
12 verschiebbar geführten Führungsblock 28 mittels einer Schraubverbindung 30 befestigt.
Von dem dem Bogeneinlauf 21 zugewandten Seitenrand 25 der Grundplatte 24, der im rechten
Winkel zur Längsrichtung der Taschenstabeinrichtungen 12 verläuft, erstrecken sich
Außenanschläge 26 senkrecht jeweils in den Zwischenraum zwischen zwei benachbarten
Taschenstabeinrichtungen 12 nach oben. Die Außenanschläge 26 sind im Wesentlichen
rechteckig, wobei sich die obere parallel zur Grundplatte 24 verlaufende Kante 27
oberhalb der Stabspalte 18 befindet. Die senkrecht zur Grundplatte 24 verlaufenden
Seitenränder 29 verlaufen angrenzend an die Taschenstäbe 14, 16.
[0012] Innerhalb der Taschenstabeinrichtungen 12 ist eine zusätzliche Innenanschlagsfläche
32 vorgesehen. Die Innenanschlagfläche 32 hat die Form einer rechteckigen Platte und
ist in der Ebene der Außenanschlagsflächen 26 angeordnet. Der obere und der untere
Rand der Innenanschlagfläche 32 erstrecken sich in den Innenraum 33 des oberen Taschenstabes
14 beziehungsweise des unteren Taschenstabes 16. Die senkrecht zur Grundplatte 24
verlaufenden Seitenränder der Innenanschlagfläche 32 sind auf Höhe des Stabspalts
18 jeweils über einen sich parallel zur Grundplatte 24 erstreckenden Verbindungssteg
34 mit dem zugewandten Seitenrand der benachbarten Außenanschlagfläche 26 verbunden.
Die Breite b der Verbindungsstege 34 senkrecht zu der durch die Stabspalte 18 verlaufenden
Ebene ist geringer, als die Höhe h der Stabspalte 18, wodurch es möglich ist, die
Höhe h des Stabspaltes 18 einzustellen. Durch die Innenanschlagflächen 32 und die
Außenanschlagflächen 26 wird eine im wesentlichen durchgehende Anschlagfläche gebildet,
die lediglich durch die Verbindungsstege 34 unterbrochen ist. Darüber hinaus kann
die Höhe h der Stabspalte 18 eingestellt werden, wobei das Mindestmaß der Höhe durch
die Dicke b der Verbindungsstege 34 bestimmt wird.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Taschenfalzwerkes beträgt die Dicke b der
Verbindungsstege 34 1 mm und die Höhe h der Stabspalte 18 1 mm ≤ h≤ 3,5mm.
1. Taschenfalzwerk für eine Falzmaschine mit wenigstens einer Falztasche (10), die mehrere
nebeneinander in einer Ebene im Abstand zueinander angeordnete Taschenstabeinrichtungen
(12) aufweist, die jeweils zwei Taschenstäbe (14, 16) umfassen, die zur Bildung eines
Stabspaltes (18) zwischen ihnen im Abstand zueinander angeordnet sind, wobei
- die Taschenstäbe (14,16) in ihrer dem Stabspalt (18) zugewandten Seite eine Innenaussparung
(33) aufweisen,
- eine in Längsrichtung der Taschenstabeinrichtungen (12) verschiebbare und quer zu
den Taschenstabeinrichtungen (12) angeordnete Bogenanschlageinrichtung (22) durch
die in einer Ebene liegenden Stabspalte (18) der nebeneinander angeordneten Taschenstabeinrichtungen
(12) hindurchgeht,
- die Bogenanschlageinrichtung (22) mehrere jeweils zwischen benachbarten Taschenstabeinrichtungen
(12) angeordnete Außenanschläge (26) und mehrere innerhalb der Taschenstabeinrichtungen
(12) angeordnete Innenanschläge (34) aufweist, wobei sich die Innenanschläge (34)
jeweils in die Innenaussparungen (33) der Taschenstäbe (14, 16) erstrecken, und
- die Innenanschläge (34) mit den benachbarten Außenanschlägen (26) über einen Verbindungssteg
(34) verbunden sind, dessen Breite (b) senkrecht zur Ebene der Stabspalte (18) geringer
ist als die Höhe des Stabspaltes (18).