[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 beziehungsweise
eine Vorrichtung gemäß Anspruch 7.
[0002] Pneumatisch arbeitende Fadenspleißvorrichtungen sind in der Textilindustrie, beispielsweise
im Zusammenhang mit sogenannten Kreuzspulautomaten, seit langem bekannt.
Auf den Arbeitsstellen dieser bekannten und weitverbreiteten Textilmaschinen werden
Spinnkopse, die beispielsweise auf Ringspinnmaschinen gefertigt wurden, zu großvolumigen
Kreuzspulen umgespult.
Während des Umspulens wird der ablaufende Faden gleichzeitig auf eventuelle Garnfehler
hin überprüft. Ermittelte Garnfehler werden herausgeschnitten und die dabei entstehenden
Fadenenden durch die Fadenspleißvorrichtungen neu verbunden.
Mit den bekannten Fadenspleißvorrichtungen lassen sich dabei Spleißverbindungen erzielen,
die bezüglich ihrer Qualität (Festigkeit und Aussehen) sehr nahe an die Werte des
regulären Fadens herankommen.
Die Festigkeit und das Aussehen der Spleißverbindung wird dabei im wesentlichen durch
das Einstellen und Einhalten von an die zu verspleißenden Fäden angepaßten Spleißparametern
bestimmt, insbesondere durch den Druck der eingeblasenen Spleißluft.
[0003] Es ist zum Beispiel durch die DE 30 33 050 C2 bekannt, den Druck der der Spulmaschine
zugeführten Druckluft zu überwachen und bei Unterschreiten eines Mindestdruckes die
Spleißvorrichtung außer Betrieb zu setzen und/oder eine Alarmvorrichtung auszulösen.
[0004] In der DE-OS 33 23 890 A1 ist eine Fadenspleißeinrichtung für Textilmaschinen beschrieben,
bei der die Spleißköpfe der einzelnen Arbeitsstellen jeweils über eine Zweigleitung
an eine Druckluft-Sammelleitung angeschlossen sind.
In die Zweigleitung ist dabei, wie üblich, jeweils ein definiert ansteuerbares Druckluftdosierventil
eingeschaltet. Außerdem ist an die gemeinsame Druckluft-Sammelleitung eine druckluftmengenabhängige
Flüssigkeitsdosiervorrichtung und ein Druckwächter angeschlossen, der sowohl die Flüssigkeits-
als auch die Druckluftzufuhr zur Sammelleitung steuert.
[0005] Durch die DE 195 34 114 A1 ist des weiteren ein Verfahren bekannt, bei dem bei jedem
Spleißvorgang der Druckaufbau, der sich nach einem Öffnungssignal in der Leitung zwischen
Spleißkammer und Spleißventil einstellt, erfaßt und mit einem Referenzwert verglichen
wird.
Bei Abweichungen zwischen dem gemessenen Wert und dem Referenzwert, die eine vorgegebene
Größe übersteigen, wird ein Fehlersignal ausgelöst.
Bei diesen bekannten Verfahren wird dabei von der Erkenntnis ausgegangen, daß Fehlfunktionen
des Spleißventils Ursache für Qualitätsfehler der Spleißverbindung sein können.
[0006] Nachteilig bei dieser bekannten Einrichtung ist allerdings ihr relativ hoher technischer
Aufwand, da an jeder der zahlreichen Fadenspleißvorrichtungen des Kreuzspulautomaten
ein eigener Druckwertaufnehmer notwendig ist.
[0007] Es ist auch bekannt (DE 39 42 864 A1), die Funktion der Spleißvorrichtungen mittels
einer den einzelnen Spleißvorrichtungen der Spulstellen zustellbaren Prüfvorrichtung
zu überwachen.
Diese Prüfvorrichtungen enthalten ein Meßrohr, das an der Spleißkammer einer Spleißvorrichtung
angeschraubt wird und das Mittel zum Erfassen von Druck, Strömungsgeschwindigkeit
und Temperatur des Spleißgases enthält.
Diese Mittel sind an einen als Auswerteeinrichtung dienenden Rechner angeschlossen,
der einen Vergleich der gemessenen Werte mit Referenzwerten, die an einer Spleißvorrichtung
gewonnen wurden, die einwandfreie Spleißverbindungen liefert, durchführt.
Dieses bekannte Meß- oder Prüfverfahren ist sehr zeit- und kostenintensiv und oft
relativ ungenau.
[0008] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren beziehungsweise eine Vorrichtung zu entwickeln, das/die eine zuverlässige
Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Elektromagnetventile von pneumatisch arbeitenden
Fadenspleißvorrichtungen ermöglicht.
Der technische und zeitliche Aufwand einer Prüfung soll dabei jedoch auf ein Minimum
reduziert werden.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, wie es im Anspruch
1 beschrieben ist, beziehungsweise durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 5.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der Vorrichtung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann auf einfache und sichere Art und Weise
nacheinander die Funktionsfähigkeit der Elektromagnetventile der zahlreichen Fadenspleißvorrichtungen
eines Kreuzspulautomaten überprüft werden.
Im Gegensatz zum Stand der Technik, wo bei Betätigung eines Elektromagnetventils der
hinter dem Ventil stattfindende Druckaufbau erfaßt wird und daher jedem Elektromagnetventil
ein eigener Druckwertaufnehmer zugeordnet ist, wird bei der erfindungsgemäßen Einrichtung
der bei Betätigung eines Ventils in einer gemeinsamen Druckluft-Verteilerleitung auftretende
Druckabfall durch einen Druckwertaufnehmer überwacht.
Das heißt, sowohl bei der Funktionsprüfung der sogenannten Spleißventile als auch
bei der Funktionsprüfung der Elektromagnetventile zur Druckluftbeaufschlagung der
Auflöseröhrchen findet lediglich eine Überwachung des Druckluftabfalls in der jeweiligen
Druckluft-Verteilerleitung statt.
Bei der Erfindung wird dabei von der Erkenntnis ausgegangen, daß Fehlfunktionen der
Elektromagnetventile, die oft Ursache für einen Qualitätsfehler der Spleißverbindungen
sind, entweder durch Druckluft verursacht wird, die der Fadenspleißvorrichtung zugeführt
wurde und die noch Verunreinigungen, Feuchtigkeit oder Öl in einem nicht zulässigen
Maße enthielt oder durch Verschleiß von Ventilbauteilen, zum Beispiel im Bereich der
Ventilstößel, entsteht.
Ein völliger Ausfall der Elektromagnetventile ist dabei weniger kritisch, da dann
keine Spleißverbindung entsteht, so daß das Bedienpersonal den Fehler sofort feststellt.
[0012] Kritischer ist es jedoch, wenn ein fehlerhaftes Elektromagnetventil ein verzögertes
und/oder nicht vollständiges Öffnungsverhalten aufweist.
In einem solchen Fall wird nicht nur die Druckkennlinie in der Spleißkammer stark
verändert, was zu einer durch das Bedienpersonal nicht erkennbaren Beeinträchtigung
der Spleißqualität führt, sondern auch der Druckabfall in der Druckluft-Verteilerleitung,
was durch einen entsprechenden Drucksensor detektiert und angezeigt wird.
[0013] Da mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auf einfache Weise eine zuverlässige Kontrolle
der empfindlichsten Bauteile der Fadenspleißvorrichtungen durchführbar ist, werden
fehlerhafte Spleißverbindungen, die bislang oft erst bei der Weiterverarbeitung in
der Weberei oder Strickerei aufgrund vermehrter Fadenbrüche erkannt wurden, weitestgehend
vermieden.
[0014] Wie im Anspruch 2 dargelegt, findet eine Einzelüberprüfung aller Elektromagnetventile
der Fadenspleißeinrichtungen der Textilmaschine statt.
Das heißt, es werden nacheinander alle Elektromagnetventile überprüft, die jeweils
an eine gemeinsame Druckluft-Verteilerleitung angeschlossen sind.
Zur Überprüfung werden die Elektromagnetventile im Sinne "Öffnen" angesteuert und
gleichzeitig der in der zugehörigen Druckluft-Verteilerleitung auftretende Druckabfall
erfaßt und ausgewertet.
Es wird dabei sowohl die ordnungsgemäße Funktion der als Spleißventile fungierenden
Elektromagnetventile überwacht, als auch der Elektromagnetventile, über die Druckluft
in die Auflöseröhrchen eingeblasen wird.
[0015] Da schadhafte Elektromagnetventile anhand eines zu geringen Druckabfalls zweifelsfrei
erkennbar sind, kann auf diese Weise erfolgreich vermieden werden, daß fehlerhafte
Fadenspleißvorrichtungen "Out-of-Standard"- Spleißverbindungen erstellen, die durch
das Bedienpersonal nicht erkennbar sind.
[0016] Wie vorstehend bereits angedeutet, ist gemäß Anspruch 3 vorgesehen, daß bei Betätigung
eines der Elektromagnetventile der in der zugehörigen Druckluft-Verteilerleitung kurzfristig
auftretende Druckabfall erfaßt und das Nichterreichen eines vorbestimmten Druckabfalls
als Anzeichen für das Vorliegen einer Funktionsstörung des betreffenden Elektromagnetventiles
gewertet wird.
Um zu vermeiden, daß auf der betreffenden Arbeitsstelle weiter Garn umgespult wird,
dessen Verbindungsstellen in ihrer Festigkeit und/oder bezüglich ihrer Optik "Out-of-Standard"
sind, wird daher eine Fehlermeldung abgesetzt.
[0017] In vorteilhafter Ausführungsform wird die betreffende Arbeitsstelle, wie im Anspruch
4 dargelegt, sofort stillgesetzt und außerdem optisch und/oder akustisch kenntlich
gemacht.
Das Bedienpersonal kann auf diese Weise sofort feststellen, daß an der betreffenden
Arbeitsstelle ein Problem besteht und helfend, beispielsweise durch Auswechseln des
betreffenden Elektromagnetventils, eingreifen.
Das heißt, durch das optische und/oder akustische Anzeigen einer solchen Störung kann
das Bedienpersonal schnell eingreifen, so daß in der Regel längere Stillstandszeiten
der Arbeitsstellen, die stets Produktionsausfall bedeuten, vermieden werden können.
[0018] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist vorteilhafterweise, wie im Anspruch 5 dargelegt,
wenigstens eine Druckluft-Verteilerleitung mit Zweigleitungen auf, in die Elektromagnetventile
eingeschaltet sind sowie einen Drucksensor, der einen in der Druckluft-Verteilerleitung
auftretenden Druckabfall in ein proportionales, elektrisches Signal umsetzt.
Der Drucksensor ist dabei über eine entsprechende Signalleitung an eine Steuereinrichtung
angeschlossen, die eine Auswerteeinrichtung zum Verarbeiten und Beurteilen des vom
Drucksensor gelieferten Signals besitzt.
[0019] Das heißt, bei Betätigung eines der Elektromagnetventile wird durch den Drucksensor
der in der zugehörigen Druckluft-Verteilerleitung kurzfristig auftretende Druckabfall
erfaßt, ein elektrisches Signal generiert und dieses an die Steuereinrichtung weitergeleitet.
Die in der Steuereinrichtung vorhandene Auswerteeinrichtung beurteilt dann anhand
des ermittelten Druckabfalls bzw. des hierzu proportionalen elektrischen Signals die
Funktionsfähigkeit des betreffenden Elektromagnetventils.
Ein zu geringer Druckabfall, der auf ein fehlerhaftes Elektromagnetventil hindeutet,
wird angezeigt.
[0020] Wie im Anspruch 6 dargelegt, ist in einer bevorzugten Ausführungsform der Drucksensor
temporär in eine der Druckluft-Verteilerleitungen eingeschaltet und an eine tragbare
Steuereinrichtung angeschlossen.
Der etwa mittig in der jeweiligen Druckluft-Verteilerleitung der Spulmaschinensektion
positionierte Drucksensor reagiert dabei auf jede Druckänderung in der Druckluft-Verteilerleitung.
[0021] Das heißt, der bei Betätigung eines der Elektromagnetventile kurzfristig auftretende
Druckabfall, der als entsprechendes elektrisches Signal an die tragbare Steuereinrichtung
übertragen wird, wird in der Steuereinrichtung verarbeitet, registriert und, zum Beispiel
auf einem Monitor der Steuereinrichtung, angezeigt oder als automatisch erstellter
Prüfbericht generiert.
[0022] In einer alterativen Ausführungsform, die im Anspruch 7 beschrieben ist, weist jede
der Druckluft-Verteilerleitungen einen stationären Drucksensor auf.
Die Drucksensoren sind in diesem Fall über entsprechende Signalleitungen an die Zentralsteuereinheit
der Textilmaschine angeschlossen.
Auch bei dieser Ausführungsform wird der bei Betätigung eines der Elektromagnetventile
kurzfristig auftretende Druckabfall erfaßt und, wie vorstehend erläutert, ausgewertet.
Das heißt, ein zu geringer Druckabfall wird als schadhaftes Elektromagnetventil gedeutet,
mit der Folge, daß die betreffende Arbeitsstelle vorzugsweise sofort stillgesetzt
wird.
Die stillgesetzte Arbeitstelle wird dabei außerdem optisch und/oder akustisch kenntlich
gemacht.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
[0024] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, mit einer tragbaren Steuereinrichtung
und einem temporär in einer der Druckluft-Verteilerleitungen positionierten Drucksensor,
- Fig. 2
- eine alternative Ausführungsform der Erfindung, mit stationär angeordneten Drucksensoren,
die an die Zentralsteuereinheit der Textilmaschine angeschlossen sind.
[0025] In den Zeichnungen ist jeweils schematisch ein pneumatischer Schaltplan zur Ansteuerung
der Fadenspleißvorrichtungen einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine dargestellt,
mit einer erfindungsgemäßen Einrichtung zur Überwachung der Funktionsfähigkeit der
Elektromagnetventile der Fadenspleißvorrichtungen.
[0026] Fig. 1 zeigt dabei eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, das heißt, in eine
der Druckluft-Verteilerleitungen ist temporär ein Drucksensor eingeschaltet, der mit
einer tragbaren Steuereinrichtung verbunden ist.
[0027] Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführungsform der Erfindung. Bei dieser Ausführungsform
sind in den Druckluft-Verteilerleitungen stationäre Drucksensoren installiert, die
an die Zentralsteuereinheit der Textilmaschine angeschlossen sind.
[0028] Wie in den Figuren angedeutet, weist jede der zahlreichen, mit A, B, usw. gekennzeichneten
Arbeitsstellen eines Kreuzspulautomaten eine eigene Fadenspleißvorrichtung auf, die
jeweils insgesamt mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnet ist. Derartige Fadenspleißvorrichtungen
1, die wie vorstehend bereits erläutert, in der Praxis dazu verwendet werden, um während
des Spulprozesses notwendig werdende Fadenverbindungen herzustellen, verfügen jeweils
über pneumatisch beaufschlagbare Vorbereitungs- oder Auflöseröhrchen 2 sowie einen
ebenfalls pneumatisch beaufschlagbaren Spleißkopf 3.
[0029] Die Auflöseröhrchen 2 der einzelnen Arbeitsstellen A, B, usw. sind dabei jeweils
über eine Zweigleitung 4, in die ein definiert ansteuerbares Elektromagnetventil 5
eingeschaltet ist, an eine gemeinsame Druckluft-Verteilerleitung 6 angeschlossen,
die ihrerseits über einen Druckregler 7 und eine Pneumatikleitung 8 mit einer Druckluftquelle
9 verbunden ist.
Außerdem ist im Bereich der Druckluft-Verteilerleitung 6, vorzugsweise etwa mittig
zu einer Spulmaschinensektion, eine beispielsweise über ein Rückschlagventil 10 gesicherte
Anschlußstelle 11 vorgesehen.
An diese Anschlußstelle 11 kann temporär ein Drucksensor 12 angeschlossen werden.
[0030] Die Spleißköpfe 3 der einzelnen Fadenspleißvorrichtungen 1 sind über entsprechende
Zweigleitungen 13, in die ebenfalls definiert ansteuerbare Elektromagnetventile 14
eingeschaltet sind, mit einer weiteren Druckluft-Verteilerleitung 15 verbunden.
Auch die Druckluft-Verteilerleitung 15 weist eingangsseitig einen Druckregler 16 auf,
der über eine Pneumatikleitung 17 an die Druckluftquelle 9 angeschlossen ist. Des
weiteren ist auch bei der Druckluft-Verteilerleitung 15, wie bei von der Druckluft-Verteilerleitung
6 bekannt, eine Anschlußstelle 11 vorgesehen, an die bei Bedarf ein Drucksensor 12
angeschlossen werden kann.
[0031] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist der temporär installierte Drucksensor 12 über eine
Signalleitung 18 mit einer tragbaren Steuereinrichtung 19, die eine (nicht dargestellte)
Auswerteeinheit besitzt, verbunden.
Die einzelnen Arbeitsstellen A, B usw. verfügen des weiteren, wie üblich, jeweils
über einen Arbeitsstellenrechner 20, der, zum Beispiel über eine Busleitung 21, an
eine Zentralsteuereinheit 22 der Textilmaschine angeschlossen ist und über Steuerleitungen
23 bzw. 24 mit den Elektromagnetventilen 5 bzw. 14 der Fadenspleißvorrichtung 1 in
Verbindung steht.
[0032] Die Ausführungsform gemäß Fig.2 unterscheidet sich vom Ausführungsbeispiel gemäß
Fig.1 im wesentlichen dadurch, daß in den Druckluft-Verteilerleitungen 6 und 15 stationäre
Drucksensoren 12A bzw. 12B installiert sind.
Die Drucksensoren 12A bzw. 12B sind in diesem Fall über Signalleitungen 18A und 18B
an die Zentralsteuereinheit 22 der Textilmaschine angeschlossen.
Funktion der Einrichtung:
[0033] Im Zuge eines Spulprozesses werden, wie bekannt, auf jeder zahlreichen Arbeitsstellen
A, B,...X der Kreuzspuelen herstellenden Textilmaschine nacheinander mehrere sogenannte
Spinnkopse abgespult und zu einer großvolumigen, zylindrischen oder konischen Kreuzspule
aufgewickelt. Während des Umspulens wird der Faden außerdem auf Fadenfehler hin überwacht.
[0034] Das heißt, festgestellte Fadenfehler werden herausgeschnitten und die entstehenden
Fadenenden mittels der Fadenspleißvorrichtungen 1 jeweils neu verbunden.
Ebenso wird der Fadenanfang eines neuen Spinnkopses mit dem Fadenende des bereits
auf die Kreuzspule aufgewickelten Fadens verbunden.
Damit die entstehenden Fadenverbindungen nahezu garngleiches Aussehen und Haltbarkeit
aufweisen, muß, wie eingangs bereits angedeutet, sichergestellt sein, daß die Fadenspleißvorrichtungen
1 ordnungsgemäß arbeiten.
[0035] Das heißt, nach einem Reinigerschnitt werden die beiden Fadenenden z.B. zunächst
durch bekannte und nicht dargestellte Mittel in den Bereich der Fadenspleißvorrichtung
1 befördert und in den Spleißkanal 26 des Spleißkopfes 3 eingelegt.
Die zu verbindenden Fadenenden werden vor dem Verspleißen außerdem in den sogenannten
Auflöseröhchen 2 vorbereitet, wobei die Fadenenden aufgelöst und von überflüssigen
Fasern befreit werden.
Zum Verspleißen werden die Fadenenden anschließend in den Spleißkanal 26 zurückgezogen
und liegen dort, bei entgegengesetzter Spitzenausrichtung, etwa parallel.
Durch einen in den Spleißkanal 26 eingeblasenen Druckluftimpuls werden die Fasern
der zu verbindenden Fadenenden dann miteinander vermischt, wobei auch eine Drehung
in die Spleißverbindung eingeleitet wird.
[0036] Um die Qualität der Spleißverbindung bezüglich Festigkeit und Aussehen zu optimieren
ist es vorteilhaft, wenn vor Beginn der Spulprozesse Spleißparameter festgelegt werden,
die unter anderem von der vorliegenden Garnpartie abhängig sind.
[0037] Zum Beispiel wird die Dauer des Blasimpulses sowie die Höhe des Druckes eingestellt.
[0038] Das Einleiten des Blasimpulses in den Spleißkanal 26 erfolgt durch Öffnen eines elektromagnetischen
Spleißventils 14, das in einer Zweigleitung 13 zwischen Druckluft-Verteilerleitung
15 und Spleißkopf 3 angeordnet ist.
Der Beginn und das Ende des Einblasens von Druckluft in den Spleißkanal 26 wird dabei
von einer Steuereinrichtung, insbesondere einem Arbeitsstellenrechner 20, gesteuert.
Das heißt, der Arbeitsstellenrechner 20 sorgt über die Steuerleitung 24 dafür, daß
während der Blaszeit eine Spannung an das elektromagnetische Spleißventil 14 angelegt
wird, so daß dieses während der gewünschten Blaszeit entgegen der Wirkung einer Feder
27 in die Öffnungsstellung gebracht wird.
[0039] Um die Spleißventile 14 auf ihre ordnungsgemäße Funktion hin zu überwachen, wird
routinemäßig von Zeit zu Zeit in die Druckluft-Verteilerleitung 15 ein Drucksensor
12 eingeschaltet.
Dieser temporär angeordnete Drucksensor 12 erfaßt den nach dem Öffnen eines der Spleißventile
14 in der Druckluft-Verteilerleitung 15 kurzfristig auftretenden Druckabfall und produziert
daraus ein dem Druckabfall proportionales elektrisches Signal i.
Das dem Druckabfall entsprechende Signal i des Drucksensors 12 wird über eine Signalleitung
18 an eine tragbare Steuereinrichtung 19 übertragen, die eine Auswerteeinrichtung
zur Verarbeitung des Signals i enthält. Das heißt, die vom Drucksensor 12 ermittelten
Werte werden in der Auswerteeinrichtung beispielsweise mit Referenzwerten verglichen.
[0040] Die ermittelten Werte werden registriert und/oder auf einem Monitor 28 der Steuereinrichtung
19 sichtbar gemacht.
[0041] Die Überprüfung der Elektromagnetventile 5, über die die Auflöseröhrchen 2 betätigt
werden, erfolgt entsprechend.
Der Drucksensor 12 ist in diesem Fall allerdings in die Druckluft-Verteilerleitung
6 eingeschaltet.
[0042] Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 sind die Drucksensoren 12A bzw. 12B stationär
in den Druckluft-Verteilerleitungen 6 bzw. 15 angeordnet und über Signalleitungen
18A bzw. 18B an die Zentralsteuereinheit 22 der Textilmaschine angeschlossen. Auch
bei diesem Ausführungsbeispiel wird ein durch das Öffnen eines Elektromagnetventils
5 bzw. 14 initiierter Druckabfall in einer der Druckluft-Verteilerleitungen 6 bzw.
15 von den Drucksensoren 12A bzw. 12B erfaßt und in ein entsprechendes elektrisches
Signal i umgesetzt. Das elektrische Signal i wird über Signalleitungen 18A bzw. 18B
an die Zentralsteuereinheit 22 der Textilmaschine weitergeleitet und dort in einer
Auswerteeinrichtung bearbeitet.
Das heißt, wenn der erfaßte Wert des Druckabfalles, der beispielsweise mit Referenzwerten
verglichen wird, ein vorher festzulegendes Fenster verläßt, wird ein Fehlersignal
ausgelöst.
Dieses Fehlersignal führt vorzugsweise zum Stillsetzen der betreffenden Arbeitsstelle
sowie zu einem optischen und/oder akustisches Warnsignal.
1. Verfahren zum Überprüfen der Funktionsfähigkeit von Elektromagnetventilen, wie sie
an Arbeitsstellen von Kreuzspulen herstellenden Textilmaschinen zur Ansteuerung von
pneumatisch arbeitenden Fadenspleißvorrichtungen zum Einsatz kommen,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Betätigung eines der Elektromagnetventile (5,14) der in einer zugehörigen
Druckluft-Verteilerleitung (6, 15) kurzfristig auftretende Druckabfall durch einen
Drucksensor (12; 12A, 12B) erfaßt, in ein dem Druckabfall proportionales elektrisches
Signal (i) umgewandelt und an eine Steuereinrichtung (19; 22) weitergeleitet wird,
die anhand des Signals (i) sowie entsprechender Vergleichswerte eine Beurteilung der
Funktionsfähigkeit des betreffenden Elektromagnetventils (5, 14) vornimmt und das
Ergebnis sichtbar macht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die an eine gemeinsame Druckluft-Verteilerleitung (6 oder 15) angeschlossenen Elektromagnetventile
(5 oder 14) der Fadenspleißvorrichtungen (1) nacheinander betätigt und dabei jeweils
einzeln auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Nichterreichen eines vorbestimmten Druckabfalls in der betreffenden Druckluft-Verteilerleitung
(6, 15) als Indiz für das Vorliegen einer Funktionsstörung des betätigten Elektromagnetventils
(5, 14) gewertet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Arbeitsstelle A, B, ...., an der ein Elektromagnetventil (5, 14) mit einer Funktionsstörung
festgestellt wird, stillgesetzt und ein optisches und/oder akustisches Alarmsignal
ausgelöst wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Drucksensor (12; 12A, 12B) vorgesehen ist, durch den der bei Betätigung
eines der Elektromagnetventile (5, 14) in der zugehörigen Druckluft-Verteilerleitung
(6, 15) auftretende Druckabfall erfaßbar und in ein dem Druckabfall proportionales
elektrisches Signal (i) umwandelbar ist,
daß der Drucksensor (12, 12A, 12B) über eine Signalleitung (18; 18A, 18B) an eine
Steuereinrichtung (19, 22) angeschlossen ist und
daß die Steuereinrichtung (19; 22) eine Auswerteeinrichtung aufweist, die eine Verarbeitung
des vom Drucksensor (12; 12A, 12B) gelieferten Signales (i) derart ermöglicht, daß
durch Gegenüberstellen mit Vergleichswerten eine Funktionsstörung des betreffenden
Elektromagnetventils (5, 14) der Fadenspleißeinrichtung (1) erkennbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Drucksensor (12) an eine tragbare Steuereinrichtung (19) angeschlossen und über
eine Schnittstelle (11) temporär in eine der Druckluft-Verteilerleitungen (6, 15)
einschaltbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Drucksensoren (12A, 12B) vorhanden sind, die stationär in die Druckluft-Verteilerleitungen
(6, 15) eingeschaltet und über Signalleitungen (18A, 18B) an eine Zentralsteuereinheit
(22) der Textilmaschine angeschlossen sind.