[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Drehwerksbremse eines Krandrehwerks mit einem
Bremsanker und einem Bremsrotor, die mittels einer Vorspann-, insbesondere Federvorrichtung
aufeinander zu in ihre reibschlüssig bremsende Stellung vorgespannt und mittels eines
elektromagnetischen Bremsaktors entgegen der Vorspannung der Vorspannvorrichtung bewegbar
und voneinander lösbar sind, sowie einer Windfreistellvorrichtung zum dauerhaften
Lösen der Bremse im Nichtbetrieb des Krans, wobei die Windfreistellvorrichtung einen
Freistellantrieb zum Auseinanderfahren von Bremsrotor und Bremsanker sowie eine Haltevorrichtung
zum Halten von Bremsrotor und Bremsanker in der auseinander gefahrenen Stellung aufweist.
[0002] Um eine unnötig hohe oder gar gefährliche Belastung eines Krans, insbesondere Turmdrehkrans,
bei aufkommendem Wind bzw. Sturm auszuschließen, wird während der Zeit, in der der
Kran außer Betrieb ist, die Drehwerksbremse dauerhaft gelöst. Der Kranausleger kann
dann frei im Wind drehen und bietet somit eine geringstmögliche Windangriffsfläche.
[0003] Es wurde bereits eine Drehwerksbremse vorgeschlagen, bei der ein Handbügel mit dem
Bremsaktor bzw. dem Bremsanker gekoppelt war, um die Bremse durch Betätigen des Handbügels
lüften zu können. Dabei wurde bereits vorgeschlagen, den Handbügel mittels eines Hubspindelmotors
zu betätigen, wobei die gelüftete Position durch die Selbsthemmung des Hubspindelmotors
gehalten wurde. Zur Positionierung des Antriebs waren zwei Mikroschalter an der Hubspindel
angebracht. Hierdurch hing die Funktion und die Lebensdauer der Windfreistellung jedoch
im wesentlichen von der präzisen Einstellung der Mikroschalter ab. Falsch eingestellte
Mikroschalter verursachten eine Fehlfunktion oder aber Dauerbrüche in den kraftübertragenden
Teilen. Weiterhin war die gesamte Anordnung mit dem Hubspindelmotor relativ aufwendig.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Drehwerksbremse
der eingangs genannten Art zu schaffen, die Nachteile des Standes der Technik vermeidet
und letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Vorzugsweise soll eine einfache
und zuverlässig funktionierende Windfreisfellvorrichtung geschaffen werden, die einfach
zu bedienen ist und eine montage- und wartungsfreundliche Konstruktion besitzt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Drehwerksbremse nach Anspruch 1 gelöst.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Erfindungsgemäß ist also bei der Drehwerksbremse der eingangs genannten Art vorgesehen,
daß der Freistellantrieb von dem Bremsaktor selbst gebildet ist und die Haltevorrichtung
eine Riegelvorrichtung zur Verriegelung des Bremsaktors und/oder des Bremsankers bzw.
-rotors in der auseinander gefahrenen Stellung sowie einen Riegelaktor zur Betätigung
der Riegelvorrichtung aufweist. Die Haltevorrichtung ist formschlüssig ausgebildet
und mittels des Riegelaktors durch Fremdenergie betätigbar, so daß die Windfreistellung
vollständig automatisch, insbesondere elektrisch bewerkstelligt werden kann. Da der
Bremsaktor nicht nur als Bremsaktor, d.h. zur Steuerung der Bremskraft, also der Anpreßkraft
des Aktors auf den Rotor bis zum vollständigen Lösen dieser beiden Bauteile, genutzt
wird, sondern auch gleichzeitig als Freistellantrieb verwendet wird, kann auf einen
separaten Freistellantrieb beispielsweise in Form eines Hubspindelantriebs verzichtet
werden. Die Konstruktion der Drehwerksbremse vereinfacht sich hierdurch beträchtlich.
Der Montage- und Wartungsaufwand der Windfreistellvorrichtung wird reduziert. Sind
der Bremsanker und der Bremsrotor entgegen ihrer Vorspannung durch den Bremsaktor
auseinander gefahren, wird die Bremse in dieser Stellung durch die formschlüssige
Haltevorrichtung verriegelt. Sodann kann der Bremsaktor deaktiviert werden. Die Windfreistellung
wird sodann von der formschlüssigen Haltevorrichtung bewirkt, auch wenn der Bremsaktor
deaktiviert wird. Durch das Blockieren der Beweglichkeit von Bremsanker und Bremsrotor
relativ zueinander kann die Vorspannvorrichtung den Bremsanker nicht mehr auf den
Bremsrotor drücken. Der Kran kann frei im Wind drehen.
[0007] In Weiterbildung der Erfindung kann die Windfreistellvorrichtung nicht nur elektrisch,
sondern auch von Hand betätigt werden, z. B. dann, wenn die Aktorbetätigung ausfällt,
oder auch dann, wenn bei einem unten drehenden Turmdrehkran die Drehwerksbremse bzw.
die Windfreistellvorrichtung gerade im Griffbereich eines Bedieners liegt. Um die
Handbedienung zu ermöglichen, besitzt die Windfreistellvorrichtung zusätzlich zu dem
vom Bremsaktor gebildeten Freistellantrieb eine Handbetätigungsvorrichtung zum händischen
Lösen von Bremsaktor und Bremsrotor voneinander, wobei vorteilhafterweise der Handbetätigungsvorrichtung
eine Vorspann-, insbesondere Federvorrichtung zugeordnet ist, die die Handbetätigungsvorrichtung
zu ihrer die Bremse lösenden Stellung vorspannt. Die Vorspann- bzw. Federvorrichtung
drückt die Handbetätigungsvorrichtung auch bei motorischer Betätigung der Windfreistellung
in ihre Aus-Stellung, so daß die Handbetätigungsvorrichtung stets mit bewegt wird.
Zudem unterstützt die Vorspannvorrichtung das Lösen der Bremse entgegen der Vorspannung
der Bremse durch die Bremsfedern. Schließlich wird auch eine Dämpfung erreicht, wenn
die Windfreistellvorrichtung durch motorische Betätigung durch den Bremsaktor schlagartig
bewegt wird. Es versteht sich, daß die Vorspannkraft der Vorspannvorrichtung für die
Handbetätigungsvorrichtung kleiner ist als die Vorspannkraft, die den Bremsaktor auf
den Bremsrotor drückt, da ein ungewolltes Lösen der Bremse selbstverständlich nicht
gewollt ist.
[0008] Vorzugsweise kann die Riegelvorrichtung zur Verriegelung der Windfreistellung der
Handbetätigungsvorrichtung zugeordnet sein. Letztere kann einen von der Riegelvorrichtung
verriegelbaren Betätigungshebel aufweisen, der in der Stellung verriegelt werden kann,
die der zum Zwecke der Windfreistellung gelösten Bremse entspricht. Insofern als die
Handbetätigungsvorrichtung vorteilhafterweise einen entsprechenden Hebelarm besitzt
und die zum Lösen von Bremsanker und Bremsrotor notwendigen Kräfte untersetzt, kann
dies auch für die Riegelvorrichtung genutzt werden, die so geringeren Kräften ausgesetzt
ist.
[0009] Um die gewünschte Kraftuntersetzung zu erreichen, kann die Handbetätigungsvorrichtung
einen Schwenkhebel aufweisen, dessen Griffabschnitt einen größeren Hebelarm besitzt
als ein Anlenkabschnitt des Schwenkhebels, an dem ein Anlenkstück, das mit dem Bremsanker
mittelbar oder unmittelbar verbunden ist, angelenkt ist. Hierdurch wird eine Kraftübersetzung
erreicht, die die Vorspannung der Bremse in ihre bremsende Stellung leichter überwinden
läßt.
[0010] Die Riegelvorrichtung kann zur Betätigung als Riegelaktor einen Elektromagneten aufweisen.
In Weiterbildung der Erfindung können zwei auf gegenüberliegenden Seiten eines Riegels
angeordnete Elektromagneten vorgesehen sein, so daß der Riegel durch Betätigung des
einen Elektromagneten in die eine Richtung und durch Betätigung des anderen Elektromagneten
in die andere Richtung gefahren werden kann. Vorzugsweise besitzt die Riegelvorrichtung
einen translatorisch verschieblichen Riegel, der eine Schiebeachse quer zur Bewegungsachse
des zu verriegelnden Freistellantriebselements, vorzugsweise quer zur Wirkachse des
Bremsaktors besitzt.
[0011] Um im Notfall auch einen Handbetrieb der Haltevorrichtung zu ermöglichen, weist diese
eine Nothandbetätigungsvorrichtung auf. Vorzugsweise ist am Riegelaktor ein entsprechender
Greif- oder Betätigungsabschnitt vorgesehen. Insbesondere können die Elektromagneten
an ihren Enden Druckflächen besitzen, so daß der verschiebliche Magnetaktor eingedrückt
werden kann, um den Riegel entsprechend zu verschieben.
[0012] Um eine kompakte Anordnung der Drehwerksbremse zu erreichen, kann die Handbetätigungsvorrichtung
auf der dem Bremsanker gegenüberliegenden Seite des Bremsaktors angeordnet sein. Vorzugsweise
ist der Betätigungshebel der Handbetätigungsvorrichtung über mehrere Zugstangen, die
sich durch den Bremsaktor hindurch und/oder an dem Bremsaktor vorbei erstrecken, mit
dem Bremsanker verbunden, um den Bremsanker relativ zu dem Bremsrotor entgegen seiner
Vorspannung zu bewegen. Darüber hinaus erlaubt die Anordnung der Handbetätigungsvorrichtung
auf der dem Bremsanker gegenüberliegenden Seite des Bremsaktors eine einfache Montage
der Windfreistellvorrichtung. Sie kann nachträglich auf die Bremseinheit bestehend
aus Bremsrotor, Bremsanker und Bremsaktor aufgesetzt werden.
[0013] Um die Windfreistellvorrichtung vor äußeren Einflüssen wie Eis, Schnee oder Schmutz
zu schützen, kann die Haltevorrichtung und/oder der Freistellantrieb von einer Abdeckhaube
abgedeckt sein. Vorzugsweise ist die Windfreistellvorrichtung insgesamt in einem topfförmigen
Gehäuse angeordnet, durch dessen Wandung lediglich der Betätigungshebel der Handbetätigungsvorrichtung
sowie die Notbetätigungsabschnitte der Riegelvorrichtung hindurch treten.
[0014] Die Stellung der Bremse wird zweckmäßigerweise mit einem geeigneten Sensor überwacht,
der ein Windfreistellsignal abgibt, je nach dem, ob die Bremse in ihre Windfreistellstellung
gefahren ist oder nicht. Um Ungenauigkeiten bei der Überwachung auszumerzen, ist der
Sensor, insbesondere ein Mikroschalter, unmittelbar dem Bremsanker und/oder dem Bremsrotor
zugeordnet, um unmittelbar den Luftspalt zwischen dem Bremsanker und dem Bremsrotor
zu erfassen. Ein solcher Mikroschalter zur Überwachung des Luftspaltes zwischen Bremsanker
und Bremsrotor erfaßt die Windfreistellung ohne den Hub eines Spindelmotors oder eines
anderen Freistellantriebs, d.h. ohne die dazwischen liegenden Ungenauigkeiten.
[0015] Vorzugsweise ist der Sensor zur Erfassung bzw. Überwachung des Luftspaltes zwischen
Bremsanker und Bremsrotor außerhalb der Abdeckung der Windfreistellvorrichtung angeordnet.
[0016] Um das von der Drehwerksbremse bewirkte Bremsmoment verstellen zu können, ist der
Vorspann-, insbesondere Federvorrichtung zur Vorspannung von Bremsanker und Bremsrotor
eine Einstellvorrichtung zugeordnet. Beispielsweise kann der Vorspannvorrichtung eine
Einstellschraube bzw. Einstellmutter zugeordnet sein, die vorteilhafterweise ohne
die Montage der Windfreistellvorrichtung betätigbar ist.
[0017] Um die Windfreistellvorrichtung sowie den Bremsaktor zu kühlen sowie ggf. bei eindringender
Feuchtigkeit wieder auszutrocknen, ist die Drehwerksbremse vorteilhafterweise koaxial
zu dem Drehwerksmotor des Krandrehwerks zwischen dem Drehwerksmotor und einem Fremdlüfter
für den Drehwerksmotor angeordnet. Auch durch starke Temperaturschwankungen entstandenes
Kondenswasser kann hierdurch relativ schnell herausgetrocknet werden. Zudem wird das
Risiko des Einfrierens der Windfreistellmechanik auf ein Minimum begrenzt.
[0018] Um auch bei großer Kälte einen unbehinderten Betrieb zu gewährleisten, besitzen die
beweglichen Bauteile der Windfreistellvorrichtung, insbesondere die Drehpunkte bzw.
Schiebepunkte der Haltevorrichtung und der Handbetätigungsvorrichtung ungeschmierte
Gleitlager. Hierdurch wird vermieden, daß durch die hohe Viskosität von Schmierstoffen
bei großer Kälte die Reibmomente erhöht werden.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles und
zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1:
- eine Gesamtansicht eines Drehwerksantriebs eines Turmdrehkrans, der eine Drehwerksbremse
mit automatischer Windfreistellvorrichtung nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung
aufweist,
- Figur 2:
- eine Teilansicht des Drehwerkantriebs aus Figur 1, die dessen Antriebsmotor, die Drehwerksbremse
mit Windfreistellvorrichtung und den darüber angeordneten Fremdlüfter zeigt,
- Figur 3:
- eine schematische, perspektivische Darstellung der Drehwerksbremse mit Windfreistellvorrichtung
aus den vorhergehenden Figuren, wobei deren Anordnung zwischen dem Drehwerksantriebsmotor
und dem Fremdlüfter schematisch angedeutet ist,
- Figur 4:
- eine perspektivische Ansicht der Drehwerksbremse und der Windfreistellvorrichtung
in der gelösten Stellung, in der die Reibelemente der Bremse auseinander gefahren
sind und die Windfreistellvorrichtung verriegelt ist,
- Figur 5:
- eine vergrößerte Teilansicht der Verriegelung der Windfreistellvorrichtung aus Figur
4,
- Figur 6:
- eine Seitenansicht der Drehwerksbremse mit Windfreistellvorrichtung aus den vorhergehenden
Figuren, wobei die Windfreistellvorrichtung in der deaktivierten Stellung und die
Drehwerksbremse in ihrer bremsenden Stellung gezeigt ist, und
- Figur 7:
- eine im Vergleich zu Figur 6 um 90° gedrehte Seitenansicht der Drehwerksbremse, ebenfalls
in der bremsenden Stellung.
[0020] Der in Figur 1 gezeigte Drehwerksantrieb 1 eines Turmdrehkrans umfaßt den Antriebsmotor
2, der über eine Getriebestufe 3, die als mehrstufiges Planetengetriebe ausgebildet
sein kann, ein Antriebsritzel 4 antreibt. Das Antriebsritzel 4 kämmt mit einem Drehkranz
5. Wie Figur 1 zeigt, erstreckt sich der gesamte Drehwerksantrieb 1 entlang einer
im wesentlichen vertikalen Achse.
[0021] Wie Figur 2 zeigt, sitzt auf dem Antriebsmotor 2 eine Drehwerksbremse 6, um den Drehwerksantrieb
und damit das gesamte Drehwerk zu bremsen. Auf der eigentlichen Bremseinheit der Drehwerksbremse
6 sitzt eine Windfreistellvorrichtung 7, mit der die Drehwerksbremse 6 dauerhaft für
den Nichtbetrieb des Krans gelöst werden kann, so daß der Kran frei im Wind nach Art
einer Windfahne drehen kann. Über der Windfreistellvorrichtung 7 sitzt ein Fremdlüfter
8, der die Drehwerksbremse 6 sowie den Antriebsmotor 2 kühlt. Der Antriebsmotor 2,
die Drehwerksbremse 6 einschließlich der Windfreistellvorrichtung 7 und der Fremdlüfter
8 sitzen koaxial ausgerichtet zueinander übereinander.
[0022] Wie Figur 3 zeigt, umfaßt die Drehwerksbremse 6 einen Bremsrotor 9, der drehfest
mit der Motorwelle des Antriebsmotors 2 verbunden ist, sowie einen Bremsanker 10,
der rotatorisch feststehend auf dem Gehäuse des Antriebsmotors befestigt ist. Der
gesamte rotatorisch feststehende Teil der Drehwerksbremse 6 ist mittels Schraubbolzen
11 auf dem Drehwerksantriebsmotor 2 befestigt.
[0023] Der Bremsrotor 9 sowie der Bremsanker sind jeweils als Reibscheiben ausgebildet und
übereinander angeordnet. Der Bremsanker 10 ist axial verschieblich gelagert und mittels
einer nicht näher gezeichneten Bremsfedervorrichtung gegen den Bremsrotor 9 gespannt.
Durch die Bremsfedervorrichtung wird also ein Reibschluß zwischen Bremsanker 10 und
Bremsrotor 9 bewirkt, der das Bremsmoment bewirkt.
[0024] Über dem Bremsanker 10 ist ein Bremsaktor 12 in Form einer Elektromagnetenvorrichtung
vorgesehen. Mit Hilfe des Bremsaktors 12 kann der Bremsanker 10 von dem Bremsrotor
9 weggezogen werden, um die Vorspannung der Bremsfedervorrichtung zu verringern bzw.
gänzlich zu lösen. Der Bremsaktor 12 wird von einer Steuervorrichtung 13, die Teil
der Kransteuerung ist, angesteuert. Dabei kann der Bremsaktor 12 eine variable Kraft
auf den Bremsanker 10 ausüben, so daß die von der Bremsfedervorrichtung bewirkte Anpreßkraft
variabel verändert und das Bremsmoment entsprechend gesteuert werden kann. Bei voller
Bestromung des Bremsaktors 12 wird der Bremsanker 10 völlig von dem Bremsrotor 9 abgehoben
und gelüftet, so daß die Bremse außer Kraft gesetzt ist.
[0025] Auf der dem Bremsanker 10 gegenüberliegenden Seite des Bremsaktors 12, also oberhalb
desselben, ist der restliche Teil der Windfreistellvorrichtung 7 angeordnet, und zwar
auf einer starr mit dem Bremsaktor 12 verbundenen Grundplatte 15. Wie Figur 4 zeigt,
ist ein Schwenkhebel 16 um eine zur Wirkachse des Bremsaktors 12 quer verlaufenden
Schwenkachse schwenkbar gelagert. An einem Anlenkabschnitt 17 des Schwenkhebels 16,
der relativ nahe bei dessen Schwenkachse liegt, sind Zugstangen 18 schwenkbar angelenkt,
und zwar über Gabelgelenke 19, so daß keine Drehmomente zwischen den Zugstangen 18
und dem Schwenkhebel 16 übertragen werden können. Die Zugstangen 18 sind mit ihrem
anderen Ende mit dem Bremsanker 10 verbunden, wie dies die Figuren 6 und 7 zeigen.
Die Zugstangen 18 erstrecken sich dabei an dem Bremsaktor 12 vorbei und sind mit dem
Bremsanker 10 verschraubt. Durch Schwenken des Schwenkhebels 16 nach oben kann also
der Bremsanker 10 ebenfalls nach oben bewegt werden, um von dem Bremsrotor 9 abgehoben
zu werden. Wie Figur 4 zeigt, ist an dem Schwenkhebel 16 eine Betätigungsstange 20
mit entsprechendem Betätigungsabschnitt 21 befestigt, mittels derer der Schwenkhebel
16 leichter verschwenkt werden kann. Die Betätigungsstange 20 ist entsprechend lang
ausgebildet, um einen längeren Hebelarm zu erreichen.
[0026] Wie Figur 4 zeigt, ist der Schwenkhebel 16 federbeaufschlagt. Die entsprechende Federvorrichtung
22 umfaßt mehrere Druckfedern 23, die über Bolzen geschoben sind, die mit dem Schwenkhebel
16 verbunden sind. Wie Figur 4 zeigt, stützen sich die Druckfedern 23 einerseits an
dem Schwenkhebel 16 und andererseits an der Grundplatte 15 ab, so daß der Schwenkhebel
16 zu seiner die Bremse lösenden Stellung hin gedrückt wird. Selbstverständlich sind
die Druckfedern 23 schwächer als die Bremsfedervorrichtung. Die Druckfedern 23 dienen
hauptsächlich dazu, den Schwenkhebel 16 von alleine nach oben zu drücken, wenn der
Bremsanker 10 durch den Bremsaktor 12 gelöst wird.
[0027] Ferner umfaßt die Windfreistellvorrichtung 7 eine formschlüssig wirkende Haltevorrichtung
24, die den Schwenkhebel 16 in seiner den Bremsanker 10 lösenden Stellung halten kann.
Wie Figur 4 zeigt, ist die Haltevorrichtung 24 als Riegelvorrichtung mit einem Riegel
25 ausgebildet, der unter einen entsprechenden Schwenkhebelabschnitt 26 geschoben
werden kann. Der Riegel 25 ist längsverschieblich auf der Grundplatte 15 geführt,
und zwar entlang einer zur Schwenkachse des Schwenkhebels 16 parallelen Schiebeachse.
Wie Figur 5 zeigt, ist der Riegel 25 zwischen zwei Anschlägen 27 und 28 geführt und
kann somit zwischen zwei Stellungen hin und her bewegt werden. Zur Betätigung des
Riegels 25 sind als Riegelaktoren 29 zwei Stellmagnete 20 vorgesehen, die auf gegenüberliegenden
Stirnseiten des Riegels 25 angeordnet und ebenfalls an der Grundplatte 15 befestigt
sind. Durch Bestromung des einen Stellmagneten kann der Riegel 25 in seine verriegelnde
Stellung und durch Bestromung des anderen Stellmagneten 30 in seine entriegelnde Stellung
bewegt werden.
[0028] Wie Figur 5 zeigt, ist der Riegel 25 als Bolzen mit unterschiedlichen Durchmesserabschnitten
ausgebildet. Wenn der Riegel 25 mit seinem Durchmesserabschnitt großen Durchmessers
unter den Schwenkhebel 26 gefahren wird, kann der Schwenkhebel 16 nicht mehr in seine
niedergedrückte, d.h. die Bremse nicht lösende Stellung bewegt werden. Wird hingegen
der Durchmesserabschnitt kleinen Durchmessers unter den Schwenkhebelabschnitt 26 gefahren,
kann der Schwenkhebel 16 bewegt werden, so daß die Bremse in ihre bremsende Stellung
gebracht werden kann, wenn der Bremsaktor 12 nicht bestromt ist.
[0029] Die Stellung des Bremsankers 10 relativ zu dem Bremsrotor 9 wird durch einen Mikroschalter
32 überwacht, der unmittelbar an dem Bremsanker 10 befestigt sein kann. Wie Figur
4 zeigt, liegt er unterhalb der Windfreistellvorrichtung 7 an der Mantelfläche des
Bremsaktors 12. Er erfaßt unmittelbar den Luftspalt zwischen dem Bremsanker 10 und
dem Bremsrotor 9.
[0030] Wie Figur 3 zeigt, ist der Sensor bzw. Mikroschalter 32 mit der Steuervorrichtung
13 verbunden. Die Steuervorrichtung 13 ist ferner sowohl mit den Riegelaktoren 29
als auch mit dem Bremsaktor 12 verbunden, um diese anzusteuern.
[0031] Um das Eindringen von Schmutz in die Windfreistellvorrichtung 7 zu verhindern, ist
diese mit einer Abdeckhaube 33 abgedeckt, die zusammen mit der Grundplatte 15 ein
Windfreistellvorrichtungsgehäuse bildet. Lediglich der Betätigungsabschnitt 21 der
Betätigungsstange 20 sowie die Stirnseiten der Stellmagnete 30 sind von außerhalb
der Abdeckhaube 33 zugänglich. Die Stirnseiten der Stellmagnete 30 bilden nämlich
Handdruckflächen 34 zur händischen Betätigung der Riegelaktoren, wenn diese ausfallen
bzw. bei Stromausfall nicht betätigbar sind.
[0032] Die Drehwerksbremse 6 arbeitet folgendermaßen:
[0033] Im normalen Arbeitsbetrieb des Krans ist der Schwenkhebel 16 der Windfreistellvorrichtung
7 unverriegelt, d.h. der Durchmesserabschnitt kleinen Durchmessers des Riegels 25
ist unter den Schwenkhebelabschnitt 26 gefahren, so daß der Schwenkhebel 16 beweglich
ist. Durch entsprechende Ansteuerung des Bremsaktors 12 kann die von der Bremsfedervorrichtung
effektiv aufgebrachte Bremskraft und damit das Bremsdrehmoment gesteuert werden.
[0034] Soll die Drehwerksbremse 6 in die Windfreistellung gebracht werden, wird folgendermaßen
vorgegangen:
[0035] Zunächst steuert die Steuervorrichtung 13 den Bremsaktor 12 mit maximalem Ansteuerstrom
an, so daß der Bremsaktor 12 den Bremsanker 10 vom Bremsrotor 9 abhebt. Der Mikroschalter
32 erfaßt den entstehenden Luftspalt zwischen dem Bremsanker 10 und dem Bremsrotor
9 und gibt ein entsprechendes Signal an die Steuervorrichtung 13.
[0036] Beim Anheben des Bremsankers 10 bewegt sich auch der Schwenkhebel 16 entsprechend:
Er wird dabei von der Federvorrichtung 22 nach oben gedrückt.
[0037] Um die Windfreistellvorrichtung 7 zu verriegeln, steuert sodann die Steuervorrichtung
13 den entsprechenden Stellmagnet 30 an, um den Riegel 25 zu verschieben, so daß dessen
Durchmesserabschnitt mit großem Durchmesser unter dem Schwenkhebelabschnitt 26 liegt,
wie dies Figur 5 zeigt. Hierdurch kann der Schwenkhebel 16 sich nicht mehr zurückbewegen.
Der Bremsanker 10 ist in seiner gelösten Stellung gehalten. Die Steuervorrichtung
13 kann den Bremsaktor 12 deaktivieren, da die Haltevorrichtung 24 die Bremse in der
gelösten Stellung hält. Der Kran kann abgestellt werden und ist frei drehbar, um sich
im Wind auszurichten.
[0038] Um die Windfreistellung wieder zu deaktivieren, wird zunächst von der Steuervorrichtung
13 der Bremsaktor 12 wieder voll bestromt, sodann drückt der zweite Stellmagnet 30
den Riegel 25 wieder zurück und schließlich kann der Bremsaktor 12 wieder zurückgefahren
werden, bis der Bremsanker 10 wieder gegen den Bremsrotor 9 drückt.
[0039] Sollte der Strom ausgefallen sein oder eines der aktiven Bauteile defekt sein, kann
die Windfreistellvorrichtung 7 dennoch betätigt werden. Hierzu braucht lediglich zunächst
die Betätigungsstange 20 nach oben gezogen werden, um den Schwenkhebel 16 zu betätigen.
Über die Zugstangen 18 wird der Bremsanker 10 vom Bremsrotor 9 abgehoben. In der gelüfteten
Stellung kann dann ebenfalls von Hand der entsprechende Stellmagnet 30 betätigt werden.
Hierzu braucht lediglich auf die Handdruckfläche 24 gedrückt werden, wodurch sich
der Riegel 25 verschiebt.
1. Drehwerksbremse eines Krandrehwerks mit einem Bremsanker (10) und einem Bremsrotor
(9), die mittels einer Vorspann-, insbesondere Federvorrichtung aufeinander zu in
ihre reibschlüssig bremsende Stellung vorgespannt und mittels eines elektromagnetischen
Bremsaktors (12) entgegen der Vorspannvorrichtung bewegbar und voneinander lösbar
sind, sowie einer Windfreistellvorrichtung (7) zum dauerhaften Lösen der Bremse im
Nichtbetrieb des Krans, wobei die Windfreistellvorrichtung (7) einen Freistellantrieb
zum Auseinanderfahren von Bremsrotor (9) und Bremsanker (10) sowie eine Haltevorrichtung
zum Halten von Bremsrotor (9) und Bremsanker (10) in der auseinander gefahrenen Stellung
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Freistellantrieb von dem Bremsaktor (12) gebildet ist und die Haltevorrichtung
(24) eine Riegelvorrichtung (25) zum Verriegeln des Bremsaktors (12) und/oder des
Bremsankers (10) in der auseinandergefahrenen Stellung sowie einen Riegelaktor (29)
zur Betätigung der Riegelvorrichtung (25) aufweist.
2. Drehwerksbremse nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Windfreistellvorrichtung
(7) zusätzlich zum Freistellantrieb (12) eine Handbetätigungsvorrichtung (35) zum
händischen Lösen von Bremsanker (10) und Bremsrotor (9) aufweist, wobei der Handbetätigungsvorrichtung
(35) eine Vorspann-, insbesondere Federvorrichtung (22) zugeordnet ist, die die Handbetätigungsvorrichtung
zu ihrer die Bremse lösenden Stellung vorspannt.
3. Drehwerksbremse nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Riegelvorrichtung (25)
der Handbetätigungsvorrichtung (35) zugeordnet ist, die einen von der Riegelvorrichtung
(25) verriegelbaren Betätigungshebel (16) aufweist.
4. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Handbetätigungsvorrichtung
(35) einen Schwenkhebel (16) aufweist, dessen Griffabschnitt (21) einen größeren Hebelarm
als ein Anlenkabschnitt (17) des Schwenkhebels (16) besitzt, an dem ein Anlenkstück
(18), das mit dem Bremsanker (10) verbindbar ist, angelenkt ist.
5. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Handbetätigungsvorrichtung
(35) und/oder die Haltevorrichtung (24) auf der dem Bremsanker (10) gegenüberliegenden
Seite des Bremsaktors (12) angeordnet ist, vorzugsweise über mehrere Zugstangen (18),
die sich durch den Bremsaktor (12) hindurch und/oder an diesem vorbei erstrecken,
mit dem Bremsanker (10) verbunden ist.
6. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Riegelvorrichtung
einen quer zur Wirkachse des Bremsaktors (12) und/oder quer zur Bewegungsachse des
Bremsankers (10) bzw. -rotors (9) verschieblichen Riegel (25) aufweist.
7. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Riegelaktor (29)
von zumindest einem Elektromagneten (30) gebildet ist.
8. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Haltevorrichtung
(24) eine Nothandbetätigungsvorrichtung aufweist, vorzugsweise der Riegelaktor (29)
eine Greif- und/oder Betätigungsfläche (34) aufweist.
9. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Haltevorrichtung
(24) und/oder der Freistellantrieb von einer Abdeckhaube (33) abgedeckt sind, insbesondere
die Windfreistellvorrichtung (7) in einem topfförmigen Gehäuse (15, 33) angeordnet
ist.
10. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Zensor, vorzugsweise
ein Mikroschalter (32), zur Überwachung eines Lüftspalts zwischen Bremsanker (10)
und Bremsrotor (9) und Bereitstellung eines entsprechenden Signals an eine Kransteuerung
vorgesehen ist, insbesondere unmittelbar den Lüftspalt überwacht.
11. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Vorspann-, insbesondere
Federvorrichtung zur Vorspannung von Bremsanker (10) und Bremsrotor (9) eine Einstellvorrichtung
zur Verstellung des Bremsmoments zugeordnet ist.
12. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sie koaxial zum Drehwerksmotor
(2) des Krandrehwerks angeordnet ist, vorzugsweise zwischen dem Drehwerksmotor (2)
und einem Fremdlüfter (8) für den Drehwerksmotor (2) angeordnet ist.
13. Drehwerksbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei bewegliche Bauteile
der Windfreistellvorrichtung (7), insbesondere der Haltevorrichtung (24) und/oder
der Handbetätigungsvorrichtung (35), ungeschmierte Gleitlager aufweisen.