[0001] Die Erfindung betrifft eine Verwendung einer Sprühkompaktierungsanlage zur Erzeugung
einer Schicht und ein Schichtsystem, das mittels einer Sprühkompaktierungsanlage herstellbar
ist und ein Schichtsystem mit einer Schicht mit Hinterschneidungen gemäß den Ansprüchen
1, 2 und 3.
[0002] Beschichtungen von Bauteilen, wie z.B. Bondschichten oder Wärmedämmschichten von
hochtemperaturbelasteten Bauteilen, wie z.B. Gasturbinenbauteilen, werden oft mittels
Plasmaspritzen beschichtet, wie es in der US-PS 3,839,618 oder US-PS 4,447,466 beschrieben
ist.
[0003] Ein Sprühkompaktierungsverfahren ist aus der US-PS 4,418,124 bekannt, bei dem massive
Körper hergestellt werden.
[0004] Sprühkompaktierungsverfahren, bei dem ein geschmolzenes Metall verdüst wird und in
eine Form gespritzt wird um massive dichte Bauteile herzustellen, sind in dem Artikel
"Microstructure and properties of spray cast Cu-Zr-alloys", Materials Science and
Engineering A145(1991), Seite 243-255 von R.P. Singh beschrieben.
[0005] Die Herstellungsbedingungen von massiven dichten Bauteilen mittels einem Sprühkompaktierungsverfahren
sind in dem Artikel "Impingement Behavior of a Spray Cast Aluminum Alloy" in dem Proceedings
Conference "Solidification 1993 in San Antonia, Texas, Februar 15-19, 1998 von D.P.
M Matson" beschrieben.
[0006] In der US-PS 6,444,331 ist beschrieben, dass eine poröse Bondschicht, die mittels
Plasmaspritzen hergestellt wird, zur besseren Haftung dient.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, auf vereinfachte Art und Weise Schichten
mit verbesserter Haftung, insbesondere dicke Schichten, herstellen zu können.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch die Verwendung einer Sprühkompaktierungsanlage gemäß
Anspruch 1 und ein Schichtsystem gemäß Anspruch 2 und Anspruch 3.
[0009] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Schichtsystems
beschrieben.
[0010] Es zeigen
Figur 1 vereinfacht eine Sprühkompaktierungsanlage zwecks Verwendung zur Erzeugung
einer Beschichtung auf einem Bauteil,
Figur 2 ein erfindungsgemäßes Schichtsystem und
Figur 3 ein weiteres erfindungsgemäßes Schichtsystem.
[0011] Figur 1 zeigt eine Sprühkompaktierungsanlage 1, die verwendet wird, um zumindest
eine erfindungsgemäße Schicht 16 (Figur 2) auf einem Substrat 30 (Figur 2) zu erzeugen,
wobei die Schicht 16, die auch eine Zwischenschicht 16 sein kann, auf dem Substrat
30 haften soll.
[0012] In der Sprühkompaktierungsanlage 1 wird beispielsweise aus einer Düse 4 aufgeschmolzenes,
bspw. metallisches, Material ausgedüst, so dass ein Materialstrom aus zumindest teilweise
flüssigen Teilchen 7 entsteht, die auf die Oberfläche 13 eines Bauteils 10 auftreffen
und dort eine Schicht 16, 19 (Fig. 2, 3) erzeugen.
[0013] Im Gegensatz zu den herkömmlichen Sprühkompaktierungsanlagen werden die geschmolzenen
Teilchen 7 nicht in eine Form eingedüst, wo sie einen massiven Körper bilden sollen,
sondern bilden eine Schicht 16 auf einem Bauteil 10.
[0014] Insbesondere können mit dieser Beschichtungsmethode einfach, kostengünstig und sehr
schnell dicke Schichten auf einem Bauteil 10 hergestellt werden.
[0015] Die Mikrostruktur der Schicht kann durch die Verfahrensparameter der Sprühkompaktierungsanlage
eingestellt werden. So können die Porosität und/oder Hinterschneidungen gezielt eingestellt
werden.
[0016] Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch ein Schichtsystem 28 eines Bauteils 1, das
in einer Sprühkompaktierungsanlage 1 hergestellt worden ist.
[0017] Auf dem Bauteil 1 ist eine Zwischenschicht 16 vorhanden, die mittels Sprühkompaktierung
hergestellt worden ist.
[0018] Die Zwischenschicht 16 kann dicht sein aber auch durch entsprechende Variation der
Verfahrensparameter eine poröse Struktur ggf. auch mit Hinterschneidungen 22 aufweisen,
die eine bessere Verankerung einer auf der Schicht 16 aufgebrachten Schicht 19 gegenüber
einer Schicht ohne Hinterschneidungen und/oder Poren ermöglichen.
Die verbesserte Haftung wird nicht nur durch die Hinterschneidungen 22 erreicht, sondern
auch durch die vergrößerte Kontaktfläche zwischen der Schicht 16 und 19.
[0019] Solche Schichten 16 mit Hinterschneidungen 22 können auch mit anderen Methoden (Plasmaspritzen,
CVD; PVD) hergestellt werden.
[0020] Die Schicht 19 kann, muss aber nicht in einer Sprühkompaktierungsanlage 1 hergestellt
worden sein.
[0021] Beispielsweise ist das Bauteil 10 eine Turbinenschaufel oder allgemein ein Bauteil
10, das hochtemperaturbelastet ist, und dessen Substrat 30 beispielsweise aus einer
nickel- oder kobaltbasierten Superlegierung besteht.
Die Schicht 16 ist eine so genannte Zwischenschicht der Zusammensetzung MCrAlY, wobei
M für ein Element der Gruppe Eisen, Nickel oder Cobalt steht.
Die Schicht 19 kann eine Verankerungsschicht oder keramische Wärmedämmschicht sein.
[0022] Figur 3 zeigt ein Schichtsystem 28, das nur eine Schicht 16 aufweist.
Die Schicht 16 hat eine geringe Porosität und ist beispielsweise mindestens 0,5 mm
dick.
Solche dicken Schichten lassen sich besonders gut mittels in einer Sprühkompaktierungsanlage
1 herstellen.
1. Verwendung einer Sprühkompaktierungsanlage zur Erzeugung zumindest einer auf einem
Substrat (30) haftenden Schicht (16, 19).
2. Schichtsystem,
bestehend aus
einem Substrat (30),
und zumindest einer Schicht (16) auf dem Substrat (30), wobei zumindest eine Schicht
(16) in einer Sprühkompaktierungsanlage (1) hergestellt ist.
3. Schichtsystem, bestehend aus
einem Substrat (30),
einer Zwischenschicht (16)
und zumindest einer Schicht (19) auf der Zwischenschicht (16),
wobei die Zwischenschicht (16) Hinterschneidungen (22) und/oder Poren aufweist.
4. Schichtsystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zwischenschicht (16) in einer Sprühkompaktierungsanlage hergestellt ist.
5. Schichtsystem nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schicht (16, 19) mindestens 0,3mm dick ist.