[0001] Die Erfindung betrifft ein Geruchverschluss zum Filtern von Abgasen, insbesondere
in einem Kanalschacht eines Abwasserkanals.
[0002] Abwasserkanäle dienen zum Ableiten von Abwasser, welches Regenwasser sowie Brauchwasser
sein kann. Das Abwasser wird üblicherweise einem Klärwerk zugeführt, wo es wieder
aufbereitet wird. Derartige Abwasserkanäle sind nach oben hin offen ausgebildet, damit
Regenwasser einlaufen kann. In jedem Abwasserkanal bilden sich Ablagerungen, von denen
unangenehmer Geruch ausgeht, welcher über die Kanalschächte und die Einläufe ins Freie
gelangen kann. Bei Abwasserkanälen, die auch Brauchwasser ableiten, kommt zusätzlich
noch der Geruch von Fäkalien sowie Wasch- und Spülwasser hinzu.
[0003] Aus der DE 198 17 898 A1 ist ein Geruchverschluss für einen Straßenkanal bekannt,
welcher einen Grundkörper und einen hierin axial verstellbar gehaltenen Schwimmkörper
mit einem Filterelement aufweist. Der Grundkörper bildet einen Ringraum zum Zwischenspeichern
von Regenwasser. Der Schwimmkörper schwimmt auf dem Abwasser, so daß nachfließendes
Regenwasser abfließen kann, wobei gleichzeitig der zwischen Schwimmkörper und Grundkörper
gebildete Spalt durch das Abwasser abgedichtet wird. Ist kein Regenwasser im Ringraum
vorhanden, sitzt der Schwimmkörper dichtend auf einer kegeligen Dichtfläche des Grundkörpers
auf. Aus dem Abwasserkanal nach oben entweichendes Gas strömt durch den im Schwimmkörper
oberhalb des Abwasserspiegels angeordneten Aktivkohlefilter. Hier werden die unangenehmen
Gerüche absorbiert, so dass den aus dem Kanalschacht strömenden Gasen der Geruch genommen
ist.
[0004] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Geruchverschluss
zum Filtern von Abgasen, insbesondere für einen Kanalschacht eines Abwasserkanals,
vorzuschlagen, welcher gute Filtereigenschaften aufweist und gleichzeitig einfach
aufgebaut und somit kostengünstig herstellbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch einen Geruchverschluss zum Filtern von Abgasen, insbesondere
für einen Kanalschacht eines Abwasserkanals, gelöst, welcher
- einen Grundkörper zum Einsetzen in einen Kanalschacht, wobei der Grundkörper eine
umlaufende Außenwand, die eine erste Öffnung des Grundkörpers bildet, eine Boden sowie
eine zur Außenwand mit Abstand angeordnete umlaufende Innenwand, die eine zweite Öffnung
des Grundkörpers bildet, aufweist, wobei zwischen der Innenwand, dem Boden und der
Außenwand ein Ringraum zum Zwischenspeichern von Abwasser gebildet ist,
- ein rohrförmiges Einsatzelement mit einer Wandung, einer Durchgangsbohrung und einer
die Durchgangsbohrung verschließenden Filtereinheit zum Absorbieren von Gasgerüchen,
wobei das Einsatzelement zwischen der Innenwand und der Außenwand auf dem Boden des
Grundkörpers aufsitzt, wobei ferner eine zwischen der Außenwand des Grundkörpers und
der Wandung des Einsatzelements gebildete äußere Ringkammer und eine zwischen der
Wandung des Einsatzelements und der Innenwand des Grundkörpers gebildete innere Ringkammer
miteinander zum Durchtritt von Abwasser verbunden sind, sowie
- ein Deckelelement, das die erste Öffnung des Grundkörpers verschließt und zum Auffangen
von Partikeln dient, das ferner einen zentralen Abschnitt, der das Filterelement abdeckt
sowie außerhalb des zentralen Abschnitts Durchbrüche zur äußeren Ringkammer aufweist,
umfasst. Dieser Geruchverschluss hat den Vorteil, dass er einfach aufgebaut und daher
kostengünstig herstellbar ist. In die äußere Ringkammer gelangendes Abwasser kann
in die innere Ringkammer einströmen und bildet gleichzeitig eine Dichtung gegenüber
aus dem Kanalschacht strömender Gase. Diese müssen zwingend durch die Filtereinheit
strömen, wo die Gerüche absorbiert werden. Dadurch, dass das Einsatzelement auf dem
Boden des Grundkörpers aufsitzt, können Fertigungstoleranzen grob gehalten werden,
wodurch die Herstellkosten gering bleiben.
[0006] Vorzugsweise ist die Außenwand des Grundkörpers axial länger als das Einsatzelement
und das Einsatzelement ist axial länger ist als die Innenwand des Grundkörpers. Insgesamt
wird hierdurch eine flache Bauweise ermöglicht, so dass der Grundkörper oberhalb von
Steigeisen eines Kanalschachts angeordnet werden und somit den gesamten Querschnitt
des Kanalschachts ausfüllen kann.
[0007] Die Außenwand, die Innenwand und das Einsatzelement sind - im Querschnitt betrachtet
- vorzugsweise rund ausgebildet und insofern an die meisten handelsüblichen Kanalschächte
angepasst. Das Wirkprinzip und die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Geruchsperre
sind jedoch auch mit einem von einer Kreisform abweichenden Querschnitt realisierbar.
Beispielsweise können Außenwand, Innenwand und Einsatzelement über einen Teil der
Höhe Abflachungen aufweisen, um für im Kanalschacht angebrachte Steigeisen oder Messsonden
Raum zu lassen.
[0008] In bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die äußere Ringkammer und die innere
Ringkammer mittels Durchtrittsöffnungen verbunden sind, welche in der Wandung des
Einsatzelements nahe zum Boden des Grundkörpers angeordnet sind. Dabei verläuft die
Wandung - auf die Abwicklung des Einsatzelements schauend - im Bereich der Öffnung
vorzugsweise wellenförmig. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass die Wandung des
Einsatzelements einfach durch Trennen einer rechteckigen Platte als Halbzeug hergestellt
werden kann, wobei die wellenförmige Kontur erzeugt wird. Nach einer alternativen
Ausgestaltung können die Durchtrittsöffnungen auch von axialen Erhebungen und Senkungen
im Boden des Grundkörpers gebildet sein. Die durch die Summe der Durchtrittsöffnungen
gebildete Durchtrittsfläche ist vorzugsweise größer als die Gesamtdurchtrittsfläche,
die durch die Summe von Durchbrüchen im Deckelelement gebildet ist. So kann stets
mehr Abwasser durch die zweite Öffnung des Grundkörpers abfließen als durch das Deckelelement
in den Grundkörper einströmt.
[0009] Es ist ferner vorgesehen, dass die Filtereinheit einen Auflagekörper, welcher zumindest
mittelbar mit der Wandung verbunden ist, und einen auf dem Auflagekörper aufliegenden
Aktivkohlefilter umfasst. Dabei ist der Auflagekörper vorzugsweise gitterförmig aus
einem säurefesten Werkstoff, beispielsweise VA-Stahl oder Kunststoff, gestaltet. Nach
einer bevorzugten Ausgestaltung ist zwischen dem Auflagekörper und dem Aktivkohlefilter
eine gasdurchlässige Verteilermatte vorgesehen, welche aus einem aufgeschäumten Kunststoff
besteht. Diese gewährleistet, dass das durchströmende Gas gleichmäßig über die gesamte
zur Verfügung stehende Querschnittsfläche verteilt wird.
[0010] Nach einer ersten Ausführungsform ist der Grundkörper einteilig hergestellt. Alternativ
hierzu kann der Grundkörper auch zweiteilig hergestellt sein, wobei die Innenwand
nachträglich mit einer Baueinheit bestehend aus dem Boden und der Außenwand verbunden
wird. Als Herstellungsverfahren kommt insbesondere Tiefziehen in Frage, da hiermit
große Lose einfach und kostengünstig zu fertigen sind. Der Grundkörper ist dabei vorzugsweise
aus Polyethylen (PE), Glasfaserkunststoff (GFK), Polypropylen (PP) oder Polyphenylensulfid
(PPS) hergestellt. Zum Erhöhen der Steifigkeit des Grundkörpers weist die Außenwand
zumindest eine in einer auf der Längsachse senkrechten Ebene umlaufende Verstärkungsrippe
auf.
[0011] Um den Grundkörper einfach in einen genormten Kanalschacht einsetzen zu können, hat
der Grundkörper axial im Bereich der ersten Öffnung eine Mehrzahl von regelmäßig über
den Umfang verteilten radialen Vorsprüngen, die in entsprechende Ausnehmungen des
Kanalschachts eingreifen können. Gleichzeitig bilden die radialen Vorsprünge des Grundkörpers
Ausnehmungen, in die das Deckelelement mit einer entsprechenden Mehrzahl radialer
Vorsprünge eingreifen kann. Dabei überdeckt das Deckelelement in eingesetztem Zustand
den Grundkörper zumindest teilweise axial.
[0012] Die Durchbrüche des Deckelelements sind vorzugsweise in Form von regelmäßig über
den Umfang verteilten Schlitzen gestaltet. Ferner hat das Deckelelement einen dem
Grundkörper zugewandten und koaxial zur Längsachse verlaufenden zylindrischen Abschnitt,
dessen Durchmesser größer ist als der Außendurchmesser des Einsatzelements, wobei
die Durchbrüche radial außerhalb des zentralen Abschnitts angeordnet sind. Dabei ist
vorgesehen, dass der zylindrische Abschnitt in eingesetztem Zustand des Deckelelements
in den Grundkörper das Einsatzelement zumindest teilweise axial überdeckt. Das durch
die Durchbrüche, welche axial oberhalb des zentralen Abschnitts angeordnet sind, fließende
Abwasser wird auf diese Weise an die Außenfläche des zylindrischen Abschnitts geführt
und tropft dann an die Außenwand des Grundkörpers, wo es weiter nach unten in die
äußere Ringkammer abfließt.
[0013] Bevorzugte Ausführungsbeispiele werden anhand der nachstehenden Zeichnung erläutert.
Hierin zeigt .
- Fig. 1
- einen Geruchverschluss im Längsschnitt mit einstückig hergestelltem Grundkörper;
- Fig. 2
- ein Halbzeug zum Herstellen eines Einsatzelements in Draufsicht und
- Fig. 3
- einen Geruchsverschluss im Längsschnitt in einer zweiten Ausführungsform.
[0014] Figur 1 zeigt einen Geruchverschluss 1, der zum Einsetzen in einen Kanalschacht dient
und einen Grundkörper 2 mit einer Längsachse X, ein Einsatzelement 3 und ein Deckelelement
4 aufweist.
[0015] Der Grundkörper 2 hat eine kegelstumpfförmige Außenwand 5, die eine obere erste Öffnung
6 bildet, einen scheibenförmigen Boden 7 sowie eine koaxial innerhalb der Außenwand
5 angeordnete zylinderrohrförmige Innenwand 8. Zwischen der Innenwand 8, dem Boden
7 und der Außenwand 5 ist ein Ringraum 9 gebildet, welcher zum Zwischenspeichern von
Abwasser, insbesondere von Regenwasser oder Oberflächenwasser, dient. Die Innenwand
8 hat eine geringere Höhe als die Außenwand 5 des Grundkörpers 2. Bei stetig, beispielsweise
aufgrund von Niederschlag, nachfließendem Abwasser, steigt der Abwasserpegel im Ringraum
9 an, bis er in einer Ebene mit der Stirnfläche der zylinderrohrförmigen Innenwand
8 ist. Fließt weiteres Abwasser in den Ringraum 9 nach, so übersteigt das Abwasser
die obere Kante der Innenwand 8 und fließt durch die so gebildete untere zweite Öffnung
11 des Grundkörpers 2 in einen nicht dargestellten Kanalschacht ab. Der Grundkörper
2 hat eine Höhe über alles von in etwa 320 mm und die obere erste Öffnung hat einen
äußeren Durchmesser von in etwa 625 mm.
[0016] Das Einsatzelement 3 ist rohrförmig ausgebildet und in den Grundkörper 2 lose eingesetzt.
Das Einsatzelement 3 umfasst ein Rohr 12 mit einer Wandung 13, ein mit dem Rohr 12
fest verbundenes Gitter 14 als Auflagekörper, eine auf dem Gitter 14 aufliegende Verteilermatte
15 sowie einen auf der Verteilermatte 15 aufliegenden Aktivkohlefilter 16. Das Gitter
14 ist beispielsweise über Nieten mit dem Rohr 12 befestigt und besteht aus einem
säurefesten Werkstoff, wie zum Beispiel VA-Stahl oder Kunststoff. Das Gitter 14, die
Verteilermatte 15 und der Aktivkohlefilter 16 sind dem runden Querschnitt des Rohres
12 angepasst und schließen es nach oben hin ab. Auf diese Weise wird sichergestellt,
dass durch die untere zweite Öffnung 11 des Grundkörpers 2 aus dem Kanalschacht austretende
Gase durch das Gitter 14 hindurchtreten können, sich anschließend in der Verteilermatte
15 gleichmäßig über den gesamten Querschnitt verteilen, bevor sie dann durch den Aktivkohlefilter
16 strömen, wo die Gasgerüche absorbiert werden. In der Regel herrschen im Kanalschacht
höhere Temperaturen, so dass die Kanalgase zum einen mehr Feuchtigkeit aufnehmen können
und zum anderen einen Drang haben, nach oben aufzusteigen. Im Kanalgas enthaltener
und beim Aufsteigen kondensierender Abwasserdampf kann sich am Gitter 14 oder an der
Verteilermatte 15 niederschlagen und abtropfen und setzt sich somit nicht in dem Aktivkohlefilter
16 fest, wodurch dessen Gasdurchlässigkeit beeinträchtigt wäre.
[0017] Das Einsatzelement 3 hat einen größten Außendurchmesser D
E, der in etwa dem kleinsten Innendurchmesser d
G der Außenwand des Grundkörpers 2 entspricht. So wird das Einsatzelement 3 beim Einsetzen
automatisch in etwa koaxial zum Grundkörper 2 ausgerichtet, so dass es einer Zentrierung
nicht bedarf. Zum anderen ist die gebildete Querschnittsfläche des Einsatzelements
und damit auch des Aktivkohlefilters 16 möglichst groß, so dass auch der Gasmassenstrom
maximal ist, welcher durch die Filtereinheit hindurchströmt.
[0018] Das Einsatzelement 3 teilt den im Grundkörper 2 gebildeten Ringraum in eine äußere
Ringkammer 17, die zwischen der Außenwand 5 und dem Boden 7 des Grundkörpers 2 sowie
der Wandung 13 des Einsatzelements 3 gebildet ist, sowie eine innere Ringkammer 18,
die zwischen der Wandung 13 des Einsatzelements 3 und dem Boden 7 sowie der Innenwand
8 des Grundkörpers 2 gebildet ist. Dabei sind die äußere Ringkammer 17 und die innere
Ringkammer 18 mittels Durchtrittsöffnungen 19 miteinander verbunden, durch die Abwasser
hindurchfließen kann.
[0019] Die Durchtrittsöffnungen 19 sind durch eine - in Draufsicht auf die Abwicklung betrachtet
- wellenförmige Kante gebildet, wie aus Figur 2 ersichtlich. Als Ausgangsmaterial
wird eine dünnwandige rechteckige Platte 21 aus Kunststoff, beispielsweise Polyethylen
(PE), Glasfaserkunststoff (GFK), Polypropylen (PP) oder Polyphenylensulfid (PPS) verwendet.
Diese Platte 21 wird zunächst mittels eines bekannten Trennverfahrens, beispielsweise
Sägen oder Schneiden, in zwei Teilplatten 22, 22' geteilt, wobei eine wellenförmige
Trennkante 23, 23' erzeugt wird. Nach dem Trennvorgang werden die beiden entgegengerichteten
geraden Kanten 24, 25; 24', 25' jeder der beiden Teilplatten 22, 22' miteinander mittels
eines herkömmlichen Verfahrens, beispielsweise Schweißen oder Kleben verbunden, so
dass jeweils ein Rohr 12 entsteht. Auf diese Weise werden aus einer rechteckigen Platte
21 als Halbzeug zwei Rohre 12 mit einem wellenförmigen Profil an einem Ende hergestellt.
[0020] Ein solches Rohr 12 bildet, wie oben bereits beschrieben, einen Teil des Einsatzelements
3, wobei es mit dem Ende mit wellenförmigen Profil auf den Boden 7 des Grundkörpers
2 aufsitzt. Dabei ist vorgesehen, dass die durch das wellenförmige Profil gebildeten
Durchtrittsöffnungen 19 zwischen der äußeren und der inneren Ringkammer 17, 18 eine
Gesamtdurchtrittsfläche bilden, die größer ist als die Gesamtdurchtrittsfläche, die
durch die Summe von Durchbrüchen 26 des Deckelelements 4 gebildet ist, damit mehr
Abwasser abfließen als einströmen kann. Der Grundkörper 2 füllt sich stets nur bis
zur oberen Kante der Innenwand 8 mit Abwasser, so dass der Aktivkohlefilter trocken
und damit funktionsfähig bleibt.
[0021] Das Deckelelement 4, welches die erste Öffnung 6 des Grundkörpers 2 nach oben hin
zu einem nicht dargestellten Kanaldeckel verschließt, dient als Sieb zum Auffangen
von Schmutz, beispielsweise Abfälle und Laub, und zum gleichzeitigen Durchlassen von
Abwasser, insbesondere von Regenwasser. Das Deckelelement 4 ist - in Draufsicht betrachtet
- im wesentlichen rund und hat vier regelmäßig über den Umfang verteilte radiale Vorsprünge
28, 28', 28", welche in entsprechende radiale Ausnehmungen 29, 29' in der Außenwand
5 des Grundkörpers 2 eingreifen. Auf diese Weise ist das Deckelelement 4 drehfest
in den Grundkörper 2 eingehängt. Ein diagonal zwischen zwei einander gegenüberliegenden
Vorsprüngen verlaufender und mit dem Deckelelement 4 fest verbundener Steg 31 dient
als Griff, um das Deckelelement 4 leicht aus dem Grundkörper 2 herausziehen und darin
angesammelten Schmutz entfernen zu können. Das Deckelelement 4 weist ferner einen
- in Draufsicht betrachtet - kreisförmigen zentralen Abschnitt 32 und einen radial
außen mit dem zentralen Abschnitt 32 verbundenen koaxial zur Längsachse X verlaufenden
zylindrischen Abschnitt 33 auf. Der zylindrische Abschnitt 33, welcher einen kleinsten
Innendurchmesser d
D hat, der größer ist als der größte Außendurchmesser D
E des Einsatzelements 3, überdeckt das Einsatzelement 3 in montiertem Zustand zumindest
im Bereich der Filtereinheit axial. Das durch die Durchbrüche, welche in Form von
axialen Schlitzen 26 gestaltet und axial oberhalb des zentralen Abschnitts 32 angeordnet
sind, fließende Abwasser wird somit an die Außenfläche des zylindrischen Abschnitts
33 geführt und tropft dann an die Außenwand 5 des Grundkörpers. Hierfür ist vorgesehen,
dass ein zwischen dem zylindrischen Abschnitt 33 des Dekkelelements 4 und der Außenwand
5 des Grundkörpers 2 gebildeter Ringspalt 34 eine möglichst geringe radiale Erstreckung
aufweist. So wird das Abwasser zwingend an die Außenwand 5 der äußeren Ringkammer
17 geleitet und kommt nicht mit dem Aktivkohlefilter 16 in Kontakt.
[0022] Damit das Volumen im Ringraum zwischen Außenwand 5, Boden 7 und Innenwand 8 möglichst
groß ist, sind die axialen Baulängen von Deckelelement 4, Grundkörper 2 mit Innenwand
8 sowie dem Einsatzelement 3 so aufeinander abgestimmt, dass der zwischen dem Aktivkohlefilter
16 und der Unterseite des zentralen Abschnitts 32 gebildete Axialspalt sowie der zwischen
der Oberkante der Innenwand 8 und dem Gitter 14 gebildete Axialspalt möglichst klein
sind. Sie betragen in etwa 10 bis 15 mm. Durch diese Ausgestaltung wird erreicht,
dass die Durchtrittsöffnungen 19 auch nach einer längeren Verdunstungszeit noch unterhalb
des Abwasserpegels angeordnet sind. Aufsteigende Kanalgase müssen zwingend durch die
Filtereinheit mit dem Aktivkohlefilter 16 strömen, wo die Gerüche absorbiert werden.
[0023] Sinkt der Abwasserstand darüber hinaus, kann der Kanalschacht zwar durch die Durchtrittsöffnungen
19 und die Schlitze 26 unter Umgehung der Filtereinheit 27 mit der Atmosphäre kommunizieren.
Tatsächlich steigen die Gase aufgrund der im Kanalschacht herrschenden höheren Temperaturen
jedoch nach oben und durchströmen die Filtereinheit 27. Dabei wird, wie in Figur 1
durch die Pfeile dargestellt ist, kältere Luft aus der Umgebung durch die Schlitze
der Deckeleinheit und durch die Durchtrittsöffnungen 19 im Einsatzelement 3 angesaugt
und tritt zusammen mit den aufsteigenden Gasen aus dem Kanal durch die Filtereinheit
27 hindurch.
[0024] Figur 3 zeigt eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Geruchsperre. Diese
Variante entspricht hinsichtlich ihrem Aufbau im wesentlichen der Geruchssperre gemäß
Figur 1, auf deren Beschreibung insofern Bezug genommen wird. Gleiche Bauteile sind
mit gleichen Bezugszeichen versehen. Unterschiedliche Bauteile sind mit um 100 erhöhten
Bezugsziffern versehen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Grundkörper
2 gemäß der dargestellten Ausführungsform zweiteilig aus einer Baueinheit aus Außenwand
105 und Boden 107 sowie einem Rohr als Innenwand 108 hergestellt ist. Dabei wird die
Baueinheit 107, 105 zunächst separat durch Tiefziehen gefertigt, wobei die untere
zweite Öffnung 11 bereits vorgesehen ist. Anschließend wird das ebenfalls separate
Rohr als Innenwand 108 mittels einem üblichen Verbindungsverfahren, beispielsweise
Schweißen, mit der Baueinheit 107, 105 verbunden.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- . Geruchverschluss
- 2
- Grundkörper
- 3
- Einsatzelement
- 4
- Deckelelement
- 5, 105
- Außenwand
- 6
- erste Öffnung
- 7, 107
- Boden
- 8, 108
- Innenwand
- 10
- Verstärkungsrippe
- 11
- zweite Öffnung
- 12
- Rohr
- 13
- Wandung
- 14
- Auflagekörper, Gitter
- 15
- Verteilermatte
- 16
- Aktivkohlefilter
- 17
- äußere Ringkammer
- 18
- innere Ringkammer
- 19
- Durchtrittsöffnung
- 20
- radialer Vorsprung
- 21
- Platte
- 22,22'
- Teilplatte
- 23, 23'
- wellenförmige Kante
- 24, 24'
- gerade Kante
- 25, 25'
- gerade Kante
- 26
- Durchbruch, Schlitz
- 27
- Filtereinheit
- 28,28',28"
- radialer Vorsprung
- 29, 29'
- Ausnehmung
- 31
- Steg
- 32
- zentraler Abschnitt
- 33
- zylindrischer Abschnitt
- 34
- Ringspalt
- dG
- Innendurchmesser
- dD
- Innendurchmesser
- DE
- Außendurchmesser
- X
- Längsachse
1. Geruchverschluss zum Filtern von Abgasen, insbesondere für einen Kanalschacht eines
Abwasserkanals, umfassend
- einen Grundkörper (2) zum Einsetzen in einen Kanalschacht, wobei der Grundkörper
(2) eine umlaufende Außenwand (5), die eine erste Öffnung (6) des Grundkörpers bildet,
einen Boden (7,107) sowie eine zur Außenwand mit Abstand angeordnete umlaufenden Innenwand
(8,108), die eine zweite Öffnung (11) des Grundkörpers (2) bildet, aufweist, wobei
zwischen der Innenwand (8,108), dem Boden (7,107) und der Außenwand (5,105) ein Ringraum
zum Zwischenspeichern von Abwasser gebildet ist,
- ein rohrförmiges Einsatzelement (3) mit einer Wandung (13), einer Durchgangsbohrung
und einer die Durchgangsbohrung verschließenden Filtereinheit (27) zum Absorbieren
von Gasgerüchen, wobei das Einsatzelement (3) zwischen der Innenwand (8,108) und der
Außenwand (5,105) auf dem Boden des Grundkörpers (2) aufsitzt, wobei ferner eine zwischen
der Außenwand (5,105) des Grundkörpers (2) und der Wandung (13) des Einsatzelements
(3) gebildete äußere Ringkammer (17) und eine zwischen der Wandung (13) des Einsatzelements
(3) und der Innenwand (8, 108) des Grundkörpers (2) gebildete innere Ringkammer (18)
miteinander zum Durchtritt von Abwasser verbunden sind,
- ein Deckelelement (4), das die erste Öffnung (6) des Grundkörpers verschließt und
zum Auffangen von Schmutz dient, das ferner einen zentralen Abschnitt (32), der die
Filtereinheit (27) abdeckt sowie außerhalb des zentralen Abschnitts (32) Durchbrüche
(26) zur äußeren Ringkammer (17) aufweist.
2. Geruchverschluss nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Außenwand (5,105) des Grundkörpers (2) axial länger ist als das Einsatzelement
(3) und dass das Einsatzelement (3) axial länger ist als die Innenwand (8, 108) des
Grundkörpers (2).
3. Geruchverschluss nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die äußere Ringkammer (17) und die innere Ringkammer (18) mittels Durchtrittsöffnungen
(19) verbunden sind, welche in der Wandung (13) des Einsatzelements (3) nahe zum Boden
(7) des Grundkörpers (2) angeordnet sind.
4. Geruchverschluss nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die durch die Summe der Durchtrittsöffnungen (19) gebildete Durchtrittsfläche größer
ist als die Gesamtfläche, die durch die Summe von Durchbrüchen (26) im Deckelelement
(4) gebildet ist.
5. Geruchverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Filtereinheit (27) einen Auflagekörper (14), welcher zumindest mittelbar mit
der Wandung (13) verbunden ist, und einen auf dem Auflagekörper (14) aufliegenden
Aktivkohlefilter (16) umfasst.
6. Geruchverschluss nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Auflagekörper (14) und dem Aktivkohlefilter (16) eine gasdurchlässige
Verteilermatte (15) vorgesehen ist, welche aus einem aufgeschäumten Kunststoff besteht.
7. Geruchverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Grundkörper (2) axial im Bereich der ersten Öffnung (6) eine Mehrzahl von regelmäßig
über den Umfang verteilten radialen Vorsprüngen (20) zum Eingreifen in entsprechende
Ausnehmungen eines genormten Kanalschachts aufweist.
8. Geruchverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Deckelelement (4) eine Mehrzahl radialer Vorsprünge (28) zum Eingreifen in eine
entsprechende Anzahl von Ausnehmungen (29) des Grundkörpers (2) aufweist, wobei das
Deckelelement (4) in eingesetztem Zustand den Grundkörper (2) zumindest teilweise
axial überdeckt.
9. Geruchverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Deckelelement (4) einen dem Grundkörper (2) zugewandten und koaxial zur Längsachse
(X) verlaufenden zylindrischen Abschnitt (33) aufweist, dessen Durchmesser (dD) größer ist als der Außendurchmesser (DE) des Einsatzelements (3), wobei die Durchbrüche (26) radial außerhalb des zentralen
Abschnitts (32) angeordnet sind.
10. Geruchverschluss nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zylindrische Abschnitt (33) in eingesetztem Zustand des Deckelelements (4) in
den Grundkörper (2) das Einsatzelement (3) zumindest teilweise axial überdeckt.