[0001] Die Erfindung betrifft ein Fertigbauteil für die Bautechnik in Form einer Platte,
bei der zwei Scheiben aus Stahlbeton durch mehrere Gitterträger im Abstand voneinander
gehalten sind. Der jeweilige Gitterträger ist in der oberen und unteren Scheibe einbetoniert.
Der Raum zwischen den Scheiben ist mit Dämmaterial ausgefüllt. Weiterhin betrifft
die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Fertigbauteils.
[0002] Aus der EP-A-1 106 745 derselben Anmelderin ist ein Fertigbauteil nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bekannt. Zwischen den beiden Stahlbeton-Scheiben ist der Raum mit
geschäumtem Polyurethan ausgefüllt. Ein solches Fertigbauteil ist als Deckenelement
im Fertighausbau einsetzbar. Diese Deckenelemente können als Fertigbauteile großformatig
hergestellt werden und lassen sich relativ einfach und schnell auf einer Baustelle
montieren. Aufwendige Betonierarbeiten werden somit vermieden. Auf der Baustelle wird
auf die obere Betonscheibe Estrich in Form einer Schicht aus Mörtel oder Gußasphalt
von einigen Zentimetern Dicke aufgetragen. Dieser Estrich dient als Fußbodenkonstruktion
und kann mit einem Bodenverlag versehen werden. Der Estrich wird in Handarbeit verlegt.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Fertigbauteil für die Bautechnik und ein Herstellungsverfahren
hierzu anzugeben, das bei einer einfachen Herstellung verbesserten technischen Anwendungen
bringt und die Wirtschaftlichkeit erhöht.
[0004] Diese Aufgabe wird für ein Fertigbauteil eingangsgenannter Art dadurch gelöst, dass
die obere Scheibe aus Stahlbeton in Beton eingebettete Heizleitungen einer Fußbodenheizung
enthält.
[0005] Bei der Erfindung wird in die Platte, die als Deckenelement, Bodenplatte oder als
Kellerdecke verwendet werden kann, sogleich eine Fußbodenheizung als integrale Baueinheit
einbezogen. Auf diese Weise kann ein bei einer herkömmlichen Platte noch in Handarbeit
erforderliches Aufbringen von Estrich und ein gegebenenfalls erforderliches Einbetten
der Heizleitungen in diesen Estrich entfallen. Die so gefertigte Platte als Fertigbauteil
hat eine hohe Wirtschaftlichkeit. Die insgesamt erforderlichen Arbeitsschritte sind
reduziert, da bei der Montage vor Ort das Aufbringen von Estrich entfällt. Außerdem
hat eine solche Platte für den Nutzer eines Fertighauses einen hohen Komfort.
[0006] Durch die Integration der Heizung in die obere Betonplatte wird ein doppelter technischer
Effekt erreicht. Zum einen dient sie dem Komfort für den Menschen durch Erwärmung
des Fußbodens. Zum anderen dient die durch die Aufheizung der oberen Betonscheibe
vorhandene Wärme dazu, dass Dämmaterial im Zwischenraum trocken bleibt und eingedrungene
Feuchtigkeit unkritisch ist.
[0007] Weiterhin wird gemäß der Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines Fertigbauteils
für die Bautechnik in Form einer Platte angegeben. Bei diesem Herstellungsverfahren
wird auf der glatten Oberfläche einer Stahlplatte eine Randschalung errichtet. Innerhalb
dieser Randschalung wird eine Gitterträgerlage sowie die notwendige Längs- und Querbewehrung
angeordnet. Durch Einfüllen von Beton in die Randschalung und Aushärten des Betons
wird eine untere Scheibe aus Stahlbeton gefertigt. Anschließend werden oberhalb der
Gitterträger Heizleitungen für eine Fußbodenheizung auf der vorgefestigten Längs-
und Querbewehrung befestigt. Auf der glatten Oberfläche derselben Stahlplatte oder
einer weiteren Stahlplatte wird sodann eine Randschalung für die obere Betonscheibe
angeordnet. Innerhalb der Randschalung wird Beton aufgeschüttet. Die zuvor gefertigte
untere Betonscheibe wird um 180° gedreht in den flüssigen Beton eingetaucht und dieser
ausgehärtet. Die beiden Betonscheiben sind in einem Abstand voneinander mit Zwischenraum
ausschließlich durch die Gitterträger gehalten. Weitere Abstandhalter, die statische
Kräfte zur Aufrechterhaltung des Abstandes zwischen den beiden Betonscheiben aufnehmen,
sind nicht erforderlich.
[0008] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung erläutert.
Darin zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen perspektivisch dargestellten Aufbau einer Bodenplatte,
und
Fig. 2 den Verfahrensablauf in Form eines Flußdiagramms beim Herstellen des Fertigbauteils.
[0009] Fig. 1 zeigt in einer schematischen, perspektivischen Darstellung einen Querschnitt
durch ein Fertigbauteil, das als Bodenplatte, Geschoßdecke oder Kellerdecke verwendet
werden kann. Das Fertigbauteil 10 hat eine untere Betonscheibe 12, sowie eine obere
Betonscheibe 14, die im Allgemeinen dicker, als die untere Betonscheibe 12 ist. In
die untere Betonscheibe 12 sind die Endabschnitte von Gitterträgern 16 zusammen mit
einer mit einem Querstab 18 angedeuteten Bewehrung einbetoniert. Weitere Bewehrungsstäbe
sind aus Übersichtsgründen nicht eingezeichnet.
[0010] Endabschnitte derselben Gitterträger 16 sind auch in die obere Betonscheibe 14 zusammen
mit einer Bewehrung, angedeutet durch einen Querstab 20 einbetoniert. Oberhalb der
Gitterträger 16 liegen auf der Bewehrung 20 Heizleitungen 22 einer Fußbodenheizung
auf. Sie sind ebenfalls in die obere Betonscheibe 14 mit einbetoniert. Die Gitterträger
16 halten die beiden Betonscheiben 12, 14 in einem Abstand voneinander. Zusätzliche
Abstandhalter sind nicht erforderlich.
[0011] In den Zwischenraum zwischen den Betonscheiben 12, 14 ist Dämmaterial 24 eingefüllt.
Als Dämmaterial wird beispielsweise bei der Herstellung Polyurethan-Ortschaum eingefüllt
und ausgehärtet. Der ausgehärtete PU-Schaum kann in einem gewissen Maße die Stabilität
des gesamten Fertigbauteils 10 mit unterstützen. Alternativ kann als Dämmaterial auch
Polysterol-Kügelchen, Zellulose-Flocken und/oder Mineralwolle-Flocken verwendet werden.
Das lose Dämmaterial kann geschüttet, eingeblasen oder eingesaugt werden.
[0012] Die nach außen weisende Oberfläche 26 ist glatt ausgebildet, so dass auf dieser Oberfläche
26 direkt ein Bodenbelag aufgebracht werden kann. Als Bodenbelag können z. B. Fliesen,
Parkettboden oder Kunststoffboden verwendet werden.
[0013] Typische Abmessungen für das Fertigbauteil sind z. B. für die Länge I etwa 5 m bis
13 m und für die Breite b 2,5 m bis 3,5 m. Die untere Betonscheibe 12 kann eine typische
Dicke d3 von 40 mm bis 60 mm, vorzugsweise von etwa 50 mm haben; der Abstand d2 zwischen
den beiden Betonscheiben 12, 14 und damit die Dicke des Raums für das Dämmaterial
liegt im Bereich von 130 mm bis 170 mm, vorzugsweise bei etwa 150 mm; die Dicke d1
der oberen Betonscheibe 14 liegt im Bereich von 80 mm bis 100 mm, vorzugsweise bei
etwa 90 mm.
[0014] Weitere Einzelheiten zum Aufbau der Platte 10 sind der EP-A- 1 106 745 derselben
Anmelderin zu entnehmen, beispielsweise Angaben über die Bewehrung sowie andere Befestigungselemente.
Der Inhalt dieser Patentanmeldung wird hiermit durch Bezugnahme in den Offenbarungsgehalt
der vorliegenden Anmeldung einbezogen.
[0015] Fig. 2 zeigt den Verfahrensablauf beim Herstellen eines Fertigbauteils nach Fig.
1 in Form eines Ablaufdiagramms. Im Schritt S1 wird eine Stahlpalette einer Palettenumlaufanlage
bereitgestellt. Im nachfolgenden Schritt S2 wird auf der glatten Oberfläche der Stahlpalette
eine Randschalung errichtet.
[0016] Im Schritt S3 werden innerhalb der Randschalung Gitterträger und gegebenenfalls die
untere Bewehrung angeordnet und miteinander verbunden.
[0017] Im Schritt S4 wird in die Randschalung Beton eingefüllt, so dass die unteren Endabschnitte
der Gitterträger und die untere Bewehrung in Beton eingebettet sind.
[0018] Im nächsten Schritt S5 wird die Palette in einen Trockenofen gefördert und der Beton
ausgehärtet. Somit ist die untere Scheibe aus Stahlbeton fertiggestellt.
[0019] Im nächsten Schritt S6 werden auf die Gitterträger die obere Bewehrung und die Heizleitungen
für eine Fußbodenheizung befestigt. Diese Bewehrungslage dient als Trägerebene für
die Fixierung der Heizleitungen.
[0020] In einem weiteren Schritt S7 wird auf der glatten Oberfläche der Stahlplatte einer
weiteren Palette eine Randschalung für die obere Betonscheibe angeordnet.
[0021] Im nächsten Schritt S8 wird innerhalb dieser Randschalung Beton aufgeschüttet.
[0022] Die zuvor gefertigte Betonscheibe wird um 180° gedreht, so dass die einbetonierten
Gitterträger mit ihren nach außen stehenden Endabschnitten in den flüssigen Beton
eingetaucht werden können (Schritt S9).
[0023] Anschließend wird im Schritt S10 die Palette in den Trockenofen gefördert und der
Beton ausgehärtet. Es entsteht somit eine Platte, bei der die beiden Betonscheiben
in einem Abstand voneinander mit Zwischenraum durch die Gitterträger gehalten sind.
[0024] In den Zwischenraum kann nun durch Einfüllen, Einblasen oder Einsaugen loses Dämmaterial,
wie beispielsweise Polysterol-Kügelchen, Zellulose-Flocken oder Mineralwolle-Flocken
eingefüllt werden. Alternativ kann auch PU-Schaum eingefüllt und ausgehärtet werden.
Ebenso ist es möglich, dass nach dem Fertigen der unteren Betonscheibe PU-Schaum aufgefüllt
und dieser ausgehärtet wird. Erst danach erfolgen die weiter oben im Schritt S6 genannten
Arbeitsschritte.
1. Fertigbauteil für die Bautechnik in Form einer Platte,
bei der zwei Scheiben (12, 14) aus Stahlbeton durch mehrere Gitterträger (16) im Abstand
(d2) voneinander gehalten sind,
der jeweilige Gitterträger (16) in der oberen und unteren Scheibe (12, 14)einbetoniert
ist,
und bei der der Raum zwischen den Scheiben (12, 14) mit Dämmaterial (24) ausgefüllt
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Scheibe (14) in Beton eingebettete Heizleitungen (22) einer Fußbodenheizung
enthält.
2. Fertigbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Scheiben, vorzugsweise beide Scheiben (12, 14), eine Bewehrung
aus Stahl (18, 20) enthält.
3. Fertigbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Dämmaterial PU-Schaum verwendet wird.
4. Fertigbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Dämmaterial Polystyrol-Kügelchen, Zellulose-Flocken und/oder Mineralwolle-Flocken
vorgesehen sind.
5. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (26) der oberen Betonscheibe (14) so ausgebildet ist, dass auf ihr
direkt ein Bodenbelag aufgebracht werden kann.
6. Fertigbauteil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Bodenbelag Fliesen, Tseppichboden, Parkettboden oder Kunststoffboden verwendet
wird.
7. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es als Deckenelement verwendet wird.
8. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es in Häusern ohne Keller als Bodenplatte verwendet wird.
9. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es als Kellerdecke verwendet wird.
10. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Breite von 2,5 m bis 3,5 m hat.
11. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Länge von 5 m bis 13 m hat.
12. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die obere Scheibe (14)
mit den Heizleitungen (22) dicker als die untere Scheibe (12) ist.
13. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Scheibe (12) eine Dicke von 40 mm bis 60 mm, vorzugsweise etwa 50 mm hat.
14. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Scheibe (14) eine Dicke von 80 mm bis 100 mm, vorzugsweise etwa 90 mm hat.
15. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (d2) zwischen den beiden Scheiben im Bereich von 130 mm bis 170 mm, vorzugsweise
bei etwa 150 mm liegt.
16. Fertigbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizleitungen (22) auf der oberen Bewehrung (20) für die obere Scheibe (14) aufliegen.
17. Verfahren zum Herstellen eines Fertigbauteils für die Bautechnik in Form einer Platte,
bei dem auf der glatten Oberfläche einer Stahlplatte eine Randschalung errichtet wird,
innerhalb der Randschalung Gitterträger (16) angeordnet werden,
durch Einfüllen von Beton in die Randschalung und Aushärten eine untere Scheibe (12)
aus Stahlbeton gefertigt wird,
oberhalb der Gitterträger (16) Heizleitungen (22) für eine Fußbodenheizung befestigt
werden,
auf einer glatten Oberfläche einer Stahlplatte eine Randschalung für die obere Betonscheibe
(14) angeordnet wird,
innerhalb der Randschalung Beton aufgeschüttet wird,
und bei dem die untere Betonscheibe (12) um 180° gedreht in den flüssigen Beton eingetaucht
und dieser ausgehärtet wird,
wobei die beiden Betonscheiben (12, 14) in einem Abstand (d2) voneinander mit Zwischenraum
durch die Gitterträger (16) gehalten werden.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Gitterträger (16) im unteren Bereich und/oder im oberen Bereich mit einer Bewehrung
(18, 20) aus Stahl versehen sind.
19. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Betonieren und Aushärten der unteren Betonscheibe (12) auf diese PU-Schaum
aufgetragen und dieser ausgehärtet wird.
20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Betonieren der unteren und der oberen Betonscheibe (12, 14) Dämmaterial
in den Zwischenraum zwischen den beiden Betonscheiben (12, 14) eingebracht wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass als Dämmaterial Polysterol-Kügelchen, Zellulose-Flocken, Mineralwolle-Flocken oder
PU-Schaum eingebracht wird.
22. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fertigbauteil als Deckenelement, als Bodenplatte oder als Kellerdecke verwendet
wird.
23. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Oberfläche (26) der oberen Betonscheibe (14) direkt ein Bodenbelag aufgebracht
wird.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass als Bodenbelag Fliesen, Teppichboden, Parkettboden oder Kunststoffboden verwendet
wird.
25. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlplatte Teil einer Palette ist, die in einer Palettenumlaufanlage transportiert
wird.
26. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Palettenumlaufanlage die Palette einem Trockenofen zuführt, in der Beton gehärtet
und getrocknet wird.