[0001] Die Erfindung betrifft einen Unterstempel für eine Tablettiermaschine, der einen
Unterstempelschaft aufweist, auf dem mindestens ein Unterstempeleinsatz angeordnet
ist.
[0002] Derartige Teile eines Tabtettierwericzeugs darstellende Unterstempel sind bekannt
und werden in Tablettiermaschinen zur Herstellung von Tabletten verwendet. Der Unterstempeleinsatz
des Unterstempels wirkt hierbei mit einer Matrize zusammen, die ortsfest an der Tablettiermaschine
angeordnet, ist. Bei der Tablettenherstellung, insbesondere bei der Herstellung von
Pellets, mittels eines derartigen Tablettierwerkzeugs, tritt bei Unterstempeleinsätzen
mit kleinen Durchmessern oder mit filigranen Formen das Problem auf, daß das bei der
Produktion der Tabletten am Unterstempelschaft auftretende Drehmoment von den vorgenannten
bekannten Unterstempeleinsätzen nicht mehr auf die Matrize übertragen werden kann,
ohne daß die Unterstempeleinsätze hierbei brechen. Aus diesem Grund ist bei den bekannten
Unterstempein eine Paßfeder vorgesehen, die in einer Unterstempelführung der Tablettiermaschine
geführt wird und derart ein Verdrehen des Unterstempels und das damit einhergehende
Drehmoment und/oder eine Biegebelastung des Unterstempels unterbindet. Eine Solche
Tablettiermaschine ist vom Dokument DE 94 16 227 U bekannt.
[0003] Eine Vielzahl von Tablettiermaschinen, insbesondere von im asiatischen Raum gebräuchlichen
Tablettiermaschinen, weisen aber keine derartige Unterstempelführung auf, so daß es
bei derartigen Maschinen in nachteiliger Art und Weise zur Zeit nicht möglich ist,
empfindliche Unterstempeleinsätze oder Unterstempeleinsätze mit filigranen Formen
und/oder geringem Durchmesser zu verwenden.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Unterstempel der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, daß auch bei einer Tablettiermaschine ohne Unterstempelführung
Unterstempeleinsätze mit geringem Durchmesser und/oder mit einer filigranen Form verwendbar
sind.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Unterstempelschaft eine
außermittig angeordnete und in axialer Richtung verlaufende Führungsbohrung aufweist,
in die ein Führungsstift eintaucht, der in einer mit dem Unterstempel zusammenwirkenden
Matrize lagefixiert angeordnet ist, so daß der Führungsstift den sich auf- und abbewegenden
Unterstempel während dieser Hubbewegung führt.
[0006] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen wird in vorteilhafter Art und Weise ein Unterstempel
für eine Tablettiermaschine, insbesondere eine Tablettierpresse, geschaffen, der in
vorteilhafter Art und Weise auch in Tablettiermaschinen und insbesondere Tablettierpressen
einsetzbar ist, die keine eigene Unterstempelführung aufweisen. Die erfindungsgemäßen
Maßnahmen besitzen den Vorteil, daß die gesamte erfindungsgemäße Unterstempelführung,
nämlich die im Inneren des Unterstempelschaftes angeordnete Führungsbohrung und der
mit ihr zusammenwirkende Führungsstift, in radialer Richtung im wesentlichen vollständig
im Inneren des Unterstempels angeordnet ist, so daß zur Aufnahme des erfindungsgemäßen
Unterstempels in bekannte, keine eigene Unterstempelführung aufweisende Tablettiermaschinen
keinerlei Umbaumaßnahmen erforderlich sind. Dies besitzt den Vorteil, daß in vorteilhafter
Art und Weise auch bereits existierende, bekannte Tablettiermaschinen mit dem erfindungsgemäßen
Unterstempel ausgerüstet werden können. Die erfindungsgemäße Ausführung des Unterstempels
erlaubt es somit, auch bei derartigen bekannten Tablettiermaschinen ohne eigene Unterstempelführung
nun Tablettierwerkzeuge, die empfindliche Einsätze aufweisen, zu verwenden.
[0007] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß in den Unterstempelschaft
eine den mindestens einen Unterstempeleinsatz tragende Einsatzhalterung, insbesondere
eine Unterstempellochplatte, eingesetzt ist, und daß diese Einsatzhalterung eine Durchtrittsöffnung
für den den Unterstempelschaft führenden Führungsstift aufweist, welche im eingesetzten
Zustand mit der Führungsbohrung des Unterstempelschafts fluchtet. Eine derartige Maßnahme
besitzt den Vorteil, daß in den erfindungsgemäßen Unterstempeischaft des Unterstempels
unterschiedliche Unterstempeleinsätze eingesetzt werden können, indem einfach die
die Unterstempeleinsätze tragende Einsatzhalterung ausgetauscht wird.
[0008] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind dem Ausführungsbeispiel zu entnehmen,
das im folgenden anhand der Figuren beschrieben wird. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Ausführungsbeispiel des Unterstempels zusammen mit einer Matrize und einem Oberstempel,
und
- Figur 2
- eine vergrößerte Darstellung des Unterstempels und der Matrize der Figur 1, teilweise
im Schnitt.
[0010] In Figur 1 ist nun ein an und für sich bekanntes und daher nur auszugweise beschriebenes
Tabtettierwerkzeug 1 dargestellt, welches sich in bekannter Art und Weise in einen
Oberstempel 2, einen Unterstempel 3 und eine Matrize 4 gliedert. Die Matrize 4 ist
wiederum in an und für sich bekannter Art und Weise fest in einer nicht gezeigten,
das Tablettierwerkzeug 1 verwendenden Tablettiermaschine befestigt, während sich der
Oberstempel 2 und der Unterstempel 3 während des Herstellvorgangs von Tabletten, Pellets
oder ähnlicher Komprimate auf- und abbewegen. Hierzu ist vorgesehen, daß der Unterstempel
3 und der Oberstempel 2 in entsprechenden Führungen der Tablettiermaschine angeordnet
sind, wobei der Oberstempel 2 im hier gezeigten Fall eine Paßfeder 2' aufweist, die
mit der Oberstempelführung der Tablettiermaschine zusammenwirkt und verhindert, daß
beim Herstellungsvorgang ein Drehmoment und/oder eine Biegebelastung auftreten können,
welche dazu führen würden, daß der oder die Oberstempeleinsätze 2a des Oberstempels
2, von denen in der Figur 1 nur ein einziger gezeigt ist, beschädigt würden.
[0011] Da - wie bereits eingangs erwähnt - eine Vielzahl von Tablettiermaschinen keine ein
Verdrehen des Unterstempels 3 verhindemde eigene Unterstempelführung aufweisen, war
es bisher bei derartigen Maschinen nicht möglich, Unterstempel 3 mit ein oder mehreren
Unterstempeleinsätzen 6, von denen in den Figuren 1 und 2 wiederum nur ein einziger
gezeigt ist, zu verwenden. Um es jedoch auch bei derartigen Tablettiermaschinen zu
ermöglichen, Unterstempel 3 mit empfindlichen Unterstempeleinsätzen 6 zu verwenden,
ist bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel des Unterstempels 3 vorgesehen, daß
im Unterstempelschaft 10 des Unterstempels 3 des Tablettierwerkzeugs 1 eine exzentrisch
angeordnete und in axialer Richtung A des Unterstempels 3 verlaufende Führungsbohrung
11 vorgesehen ist, in die ein Führungsstift 12 eintaucht, der - wie insbesondere aus
Figur 2 ersichtlich ist - in der Matrize 4 fixiert ist. Der Unterstempelschaft 10
des Unterstempels 3 wird somit bei einer Auf- und Abbewegung durch den in der Matrize
4 fixierten Führungsstift 12 geführt, so daß ein "Ausnicken" des die Unterstempeleinsätze
6 tragenden Unterstempelschafts 10, welches zu einer unerwünschten Biegebelastung
der Unterstempeleinsätze 6 führen würde, verhindert oder ihm zumindest entgegengewirkt
wird. Die exzentrische, also außermittige Anordnung der Führungsbohrung 11 bewirkt
im Zusammenwirken mit dem an der Matrize 4 fixierten Führungsstift 12, daß - da die
Matrize 4 ihrerseits fest mit der Tablettiermaschine verbunden ist - der Unterstempelschaft
10 sich bei der Auf- und Abbewegung nicht verdrehen kann, also keine Drehbewegung
um seine Achse ausführen kann, so daß das Auftreten einer Drehmomentbelastung, hervorgerufen
durch eine Verdrehung um die Achse des Unterstempelschafts 10, an den Unterstempeleinsätzen
6 verhindert wird.
[0012] Wie am besten aus Figur 2 ersichtlich ist, ist bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
des Unterstempels 3 vorgesehen, daß die in Bohrungen 4b der Matrize 4 eintauchenden
Unterstempeleinsätze 6 nicht unmittelbar am Unterstempelschaft 10 angeordnet sind,
sondern auf einer - hier als Unterstempellochplatte 7 ausgebildeten - Einsatzhalterung
8 angeordnet sind, die ihrerseits am Unterstempelschaft 10 befestigt ist. Hierbei
ist vorgesehen, daß der Unterstempelschaft 10 eine Aufnahmebohrung 10a aufweist, in
die ein Führungseinsatz 7a der Unterstempellochplatte 7 eingreift, welcher durch geeignete
Mittel im Unterstempelschaft 10 fixiert ist.
[0013] Die Unterstempellochplatte 7 weist hierbei eine Durchtrittsöffnung 14 für den Führungsstift
12 auf, welche fluchtend zu der eine Entlüftungsöffnung 18 aufweisenden Führungsbohrung
11 des Unterstempelschafts 10 angeordnet ist, so daß der Führungsstift 12 durch die
Durchtrittsöffnung 14 in die Führungsbohrung 11 des Unterstempelschafts 10 einschiebbar
ist.
[0014] Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, daß bevorzugt wird, daß der
Führungsstift 12 in der Matrize 4 in einer Aufnahmebohrung 16 aufgenommen gelagert
ist und mittels eines Arretierelements 17 in der Matrize 4 lagefixiert ist. Es ist
aber auch grundsätzlich möglich, daß der Führungsstift 12 als ein integraler Bestandteil
der Matrize 4 ausgebildet ist, wobei aber die erstgenannte Ausbildungsmöglichkeit
bevorzugt wird, da hierdurch in einfacher Art und Weise ein Austauschen des Führungsstifts
12, z. b. bei einem Defekt, ermöglicht wird und außerdem auch bekannte, bereits vorhandene
Matrizen leicht nachgerüstet werden können, indem in sie die Aufnahmebohrung 16 eingebracht
wird.
[0015] Zusammenfassend ist festzuhalten, daß es die beschriebenen Maßnahmen in vorteilhafter
Art und Weise ermöglichen, auch bei bereits vorhandenen Tablettiermaschinen, die über
keine eigene Unterstempelführung verfügen, nunmehr Unterstempel mit empfindlichen
Unterstempeleinsätzen zu verwenden, was in nachteiliger Art und Weise bis jetzt nicht
möglich war. Da die gesamten technischen Maßnahmen innerhalb des Unterstempelschafts
10 angeordnet sind, ist es in vorteilhafter Art und Weise nicht erforderlich, daß
bei den bekannten Tablettiermaschinen Umrüstungsmaßnahmen im Bereich ihrer Unterstempelführungen
durchgeführt werden müssen.
1. Unterstempel für eine Tablettiermaschine, der einen Unterstempelschaft (10) aufweist,
auf dem mindestens ein Unterstempeleinsatz (6) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterstempelschaft (10) eine außermittig angeordnete und in axialer Richtung
verlaufende Führungsbohrung (11) aufweist, in die ein Führungsstift (12) eintaucht,
der in einer mit dem Unterstempel (3) zusammenwirkenden Matrize (4) lagefixiert angeordnet
ist, so daß der Führungsstift (12) den sich auf- und abbewegenden Unterstempel (3)
während dieser Hubbewegung führt.
2. Unterstempel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterstempel (3) eine mindestens einen Untilfslempeleinsatz (6) tragende Einsatzhalterung
(8) aufweist, und daß diese Einsatzhalterung (8) eine Durchtrittsöffnung (14) aufweist,
die mit der Führungsbohrung (11) des Unterstempelschafts (10) im montierten Zustand
fluchtet.
3. Unterstempel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterstempelschaft (10) eine Aufnahmebohrung (10a) aufweist, in die ein Führungseinsatz
(7a) der Einsatzhalterung (8) einsetzbar ist.
4. Unterstempel nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einsatzhalterung (8) als eine Unterstempellochplatte (7) ausgebildet ist.
5. Unterstempel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbohrung (11) des Unterstempelschafts (10) eine Entlüftungsöffnung (18)
aufweist.
1. Lower punch for a tabletting machine, having a lower punch shaft (10), in which at
least one lower punch insert (6) is arranged, characterized in that the lower punch shaft (10) has an excentrically arranged guidance opening (11) running
in an axial direction, in which a guide pin (12) enters, which is fixed on a die (4)
co-acting with the lower punch (3), so that the guide pin (12) is leading the lower
punch (3) during its up- and down movement.
2. Lower punch according to claim 1, characterized in that the lower punch (3) has at least one insert clamping means (8) bearing the lower
punch insert (6), and that this insert clamping means (8) has a through opening (14),
which is aligned with the guidance opening (11) of the lower punch shaft (10).
3. Lower punch according to claim 2, characterized in that the lower punch shaft (10) has a receiving opening (10a), in which a guide insert
(7a) of the insert clamping means (8) can be inserted
4. Lower punch according to claim 2 or 3, characterized in that the insert clamping means (8) is a lower punch clamping plate (7).
5. Lower punch according to one of the previous claims, characterized in that the guidance opening (11) of the lower punch shaft (10) has a ventilation opening
(18).
1. Poinçon inférieur pour machine à fabriquer des comprimés, qui présente une tige (10)
de poinçon inférieur, sur laquelle est disposée au moins une insertion (6) de poinçon
inférieur, caractérisé en ce que la tige (10) du poinçon inférieur présente un alésage de guidage (11) disposé de
manière excentrée et s'étendant en direction axiale, dans lequel est inséré un goujon
de guidage (12), qui est dans une position fixe dans une matrice (4) agissant conjointement
avec le poinçon inférieur (3), de sorte que le goujon de guidage (12) guide le poinçon
inférieur (3) montant et descendant lors de ce mouvement de levage.
2. Poinçon inférieur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le poinçon inférieur (3) présente une attache d'insertion (8) supportant au moins
une insertion (6) de poinçon inférieur, et en ce que cette attache d'insertion (8) présente une ouverture de passage (14), qui s'aligne
avec l'alésage de guidage (11) de la tige (10) du poinçon inférieur à l'état monté.
3. Poinçon inférieur selon la revendication 2, caractérisé en ce que la tige (10) du poinçon.inférieur présente un alésage de réception (10a), dans lequel
peut être insérée une insertion de guidage (7a) de l'attache d'insertion (8).
4. Poinçon inférieur selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que l'attache d'insertion (8) est conçue sous la forme d'un plateau perforé (7) de poinçon
inférieur.
5. Poinçon inférieur selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'alésage de guidage (11) de la tige (10) du poinçon inférieur présente une ouverture
d'aération (18).