[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Aufzugsystem und eine Aufzugsteuerung.
Das Aufzugsystem weist eine Aufzugkabine auf, die durch eine Antriebseinheit entlang
einer mit Schachttüren versehenen Aufzugschachtwand bewegt wird, wobei diese Schachtwand
Teil eines rundum durch Schachtwände geschlossenen oder auf einer oder mehreren Seiten
ganz oder teilweise offen ausgeführten Aufzugschachts sein kann.
[0002] Aus der Patentschrift US 4,898,263 ist eine Überwachungseinrichtung für Aufzugsysteme
bekannt, die gemäss einem Selbstdiagnose-Verfahren jeweils eine spezifische Reaktion
für konkrete Störfälle generiert, um insbesondere die Geschwindigkeit einer Aufzugkabine
zu reduzieren oder um sie zu stoppen.
Es ist auch, beispielsweise aus der Patentschrift WO 00/51929, bekannt, in derartigen
Systemen verschiedene redundant arbeitende Sensoren, Umschalter und Mikroprozessoren
sowie einen Datenbus einzusetzen.
US 4 505 360 offenbart ein Aufzugssystem gemäss dem Oberbegriff der Ansprüche 1-3.
[0003] Da solche Systeme ziemlich komplex sind, erweisen sie sich als relativ aufwendig
und teuer. Es ist daher Aufgabe der Erfindung ein Aufzugsystem zu schaffen, das mit
verhältnismässig wenig Aufwand eine höhere Betriebssicherheit und Verfügbarkeit gewährleistet.
[0004] Diese Aufgabe wird in vorteilhafter Weise erfindungsgemäss durch ein Aufzugsystem
nach Patentanspruch 1 und durch eine Aufzugsteuerung nach Anspruch 13 gelöst.
[0005] Andere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen abhängigen
Ansprüchen.
[0006] Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise an Hand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Aufzugschachts mit einer Steuerung, die
über individuelle Leitungen mit verschiedenen Elementen des Aufzugsystems verbunden
sind,
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Aufzugschachts mit einer Steuerung, an
die über mindestens einen Bus verschiedene Elemente des Aufzugsystems angeschlossen
sind,
Fig. 3 ein Flussdiagramm zur Erläuterung der Arbeitsweise einer Ausführung des Aufzugsystems
nach der Erfindung,
Fig. 4 ein Blockschaltbild einer Aufzugsteuerung mit mehreren Modulen zu einem solchen
Aufzugsystem.
[0007] Ein erstes Aufzugsystem gemäss der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 1 gezeigt.
Das gezeigte Aufzugsystem umfasst eine Aufzugkabine 2 mit mindestens einer Kabinentüre
9 und eine Antriebseinheit 7 zum Bewegen der Aufzugkabine 2 entlang einer mit Schachttüren
3 versehenen Aufzugschachtwand 1.1 eines Aufzugschachts 1. Eine Steuerung 6 ist zum
Ansteuern der Antriebseinheit 7 vorgesehen. Auf jedem Stockwerk gibt es im Bereich
der Schachttüre 3 Erfassungsmittel 5, die mit der Steuerung 6 über individuelle Leitungen
51, 52 und 53 in Verbindung stehen. Auch an der Aufzugkabine 2 - vorzugsweise im Bereich
der Kabinentüre 9 - sind solche Erfassungsmittel 8 angebracht. Die Erfassungsmittel
5 stellen der Steuerung 6 über die Leitungen 51, 52 und 53 Störungsinformation zur
Verfügung, und die Erfassungsmittel 8 stellen der Steuerung 6 über die Leitung 55
Störungsinformation zur Verfügung. Im Fall einer Störung im Bereich einer der Schachttüren
3 oder der Kabinentüre 9, steht der Steuerung 6 zum Beispiel Störungsinformation über
die Störungsart und über die Position (z.B. Stockwerk 2) der Störung zur Verfügung.
Das erfindungsgemässe Aufzugsystem umfasst weiterhin eine Zustandserfassungseinheit
(nicht in Fig. 1 gezeigt), welche die momentane Position und die Geschwindigkeit der
Aufzugkabine 2 erfassen kann. Die Zustandserfassungseinheit steht mit der Steuerung
6 über eine Leitung in Verbindung (nicht in Fig. 1 gezeigt). Durch diese Leitung steht
der Steuerung 6 Information über die momentane Position und über die Geschwindigkeit
der Aufzugkabine 2 zur Verfügung. Vorzugsweise stellt die Zustandserfassungseinheit
auch Information zur Bewegungsrichtung der Aufzugkabine 2 zur Verfügung.
[0008] Gemäss der vorliegenden Erfindung, ermittelt die Steuerung 6 unter Berücksichtigung
der Störungsart, der Position der Störung und der Zustandsinformation eine situationsabhängige,
sichere Reaktion. Damit wird trotz Störung eine gewisse Restverfügbarkeit der Aufzugkabine
2 gewährleistet.
Somit kann die generelle Verfügbarkeit des Aufzugsystems verbessert werden.
[0009] Wie in Fig. 1 gezeigt, können weitere Erfassungsmittel 4 am offen oder geschlossen
ausgeführten Schacht 1 vorhanden sein, die über eine Leitung 54 mit der Steuerung
6 in Verbindung stehen. Durch solche weitere Erfassungsmittel 4, kann der Steuerung
6 zusätzliche Information zur Verfügung gestellt werden, die beim Ermitteln einer
geeigneten Reaktion Berücksichtigung finden kann.
[0010] Die Erfassungsmittel 5 sind nicht Teil eines konventionellen Sicherheitskreises,
da ein solcher Sicherheitskreis bei dem Auftreten einer Störung den Betrieb der Aufzugkabine
2 unmittelbar unterbrechen würde. Eine situationsabhängige, sichere Reaktion wäre
dann in einem solchen Fall nicht möglich.
[0011] Der Begriff Erfassungsmittel umfasst unter anderem Sensoren, Schalter (z.B. magnetische
Schalter), Umschalter, Türkontakte, Lichtschranken, Bewegungs- und Berührungssensoren,
Näherungssensoren, Relais, und andere Elemente, die eingesetzt werden können, um die
Schachttüren, die Umgebung der Schachttüren, die Kabinentüre(n) und den Aufzugschacht
zu überwachen, deren Zustand zu prüfen, bzw. irgendwelche Störungen im Schachttürbereich
und/oder im Kabinentürbereich zu erkennen. Insbesondere handelt es sich bei den Erfassungsmitteln,
die in den erfindungsgemässen Systemen zum Einsatz kommen, um sicherheitsrelevante
Mittel. Die Erfassungsmittel können auch aus einer Kombination von mehreren der genannten
Elementen bestehen.
[0012] In der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform stehen die Erfassungsmittel 5 und 8 unmittelbar
mit der Steuerung über Leitungen 51 - 53, bzw. 55 in Verbindung. Die Erfassungsmittel
5 und 8 können entweder von der Steuerung 6 aus abgefragt werden, oder die Erfassungsmittel
5 und 8 senden selbstständig Information an die Steuerung 6.
[0013] Ein weiteres Aufzugsystem gemäss der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 2 gezeigt.
Das gezeigte Aufzugsystem umfasst eine Aufzugkabine 12 mit mindestens einer Kabinentüre
131 und eine Antriebseinheit 17 zum Bewegen der Aufzugkabine 12 entlang einer mit
Schachttüren 13 versehenen Aufzugschachtwand 11.1 eines Aufzugschachts 11. Es ist
eine Steuerung 16 zum Ansteuern der Antriebseinheit 17 vorgesehen. Auf jedem Stockwerk
gibt es im Bereich der Schachttüren 13 Erfassungsmittel 20, die mit der Steuerung
16 über einen Bus 15 in Verbindung stehen. Die Erfassungsmittel 20 stellen der Steuerung
16 über Stockwerkknoten 10 und den Bus 15 Störungsinformation zur Verfügung. In oder
an der Aufzugkabine 12 sind im Bereich der Kabinentüre 131 Erfassungsmittel 18 angebracht.
Die Erfassungsmittel 18 stehen vorzugsweise mit der Steuerung 16 über einen Knoten
101 und einen Bus 151 in Verbindung. Das gezeigte Aufzugsystem umfasst weiterhin eine
Zustandserfassungseinheit (nicht in Fig. 2 gezeigt), welche die momentane Position
und die Geschwindigkeit der Aufzugkabine 12 erfassen kann. Auch die Zustandserfassungseinheit
steht vorzugsweise mit der Steuerung 16 über einen Knoten und einen Bus in Verbindung
(nicht in Fig. 2 gezeigt). Durch den Bus, der entweder ein separater Bus ist, der
nur der Zustandserfassungseinheit zugeordnet ist, oder bei dem es sich um den von
den Erfassungsmitteln 18 verwendeten Bus 151 handelt, steht der Steuerung 16 Information
über die momentane Position und über die Geschwindigkeit der Aufzugkabine 12 zur Verfügung.
Im Fall einer Störung im Bereich einer der Schachttüren 13 oder im Bereich der Kabinentüre
131, steht der Steuerung 16 somit zum Beispiel Störungsinformation über die Störungsart
und über die Position der Störung zur Verfügung.
[0014] Vorzugsweise stellt die Zustandserfassungseinheit auch Information zur Bewegungsrichtung
der Aufzugkabine 12 zur Verfügung.
[0015] Wie in Fig. 2 gezeigt, können weitere Erfassungsmittel 14 am Schacht 11 vorhanden
sein, die über einen Knoten 19 und den Bus 15 mit der Steuerung 16 in Verbindung stehen.
Durch solche weitere Erfassungsmittel 14 kann der Steuerung 16 zusätzliche Information
zur Verfügung gestellt werden, die beim Ermitteln einer geeigneten Reaktion Berücksichtigung
finden kann.
[0016] Die Störungsinformation muss der Steuereinheit sicher zur Verfügung gestellt werden,
um gewährleisten zu können, dass das gesamte Aufzugsystem in jeder Situation und unter
allen Umständen betriebssicher ist. Zu diesem Zweck kann die Störungsinformation zum
Beispiel sicher über den Bus übertragen werden. Hierzu gibt es verschiedenste Realisierungsmöglichkeiten,
die hier nicht im Detail beschrieben sind, da diese dem Fachmann hinlänglich bekannt
sind. Übertragungsfehler können durch geeignete Massnahmen verhindert werden, oder
falls diese nicht zu vermeiden sind, müssen Übertragungsfehler zumindest detektierbar
und damit auch behebbar sein.
[0017] Um eine sichere Übertragung der Störungsinformation zu ermöglichen, können verschiedene
an sich bekannte Konzepte aus der Kommunikationstechnik zur Anwendung kommen. In einer
vorteilhaften Ausführungsform handelt es sich bei dem Bus 15 und/oder bei dem Bus
151 um einen sogenannten Sicherheitsbus, wie er auch in anderen Aufzugsystemen zum
Einsatz kommt.
[0018] Wie im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2 beschrieben, befindet sich eine Zustandserfassungseinheit
vorzugsweise in oder an der Aufzugkabine 2 bzw. 12. Vorzugsweise ist die Zustandserfassungseinheit
über den Kabinenbus (z.B. den Kabinenbus 151) mit der Steuerung 16 verbunden. Üblicherweise
wird ein Sicherheitsbus als Kabinenbus eingesetzt.
[0019] Vorzugsweise umfasst ein erfindungsgemässes Aufzugsystem Stockwerkknoten 10, die
derart ausgelegt sind, dass an Eingängen des Stockwerkknotens 10 Signale von den Erfassungsmitteln
20 des jeweiligen Stockwerks bereit gestellt werden, wobei die Stockwerkknoten 10
diese Signale verarbeiten, um der Steuerung 16 entsprechende Störungsinformation zur
Verfügung stellen zu können. Dasselbe gilt auch für den Kabinenknoten 101, der Signale
von den Erfassungsmitteln 18 erhält und diese verarbeitet, um der Steuerung 16 entsprechende
Störungsinformation zur Verfügung stellen zu können. Die Stockwerkknoten 10 und der
Kabinenknoten 101 können auch mit einer gewissen Intelligenz, z.B. in Form eines softwaregesteuerten
Prozessors, ausgestattet sein, um lokal Entscheidungen treffen und eventuell sogar
gewisse Steuerungsfunktionen übernehmen zu können.
[0020] Eine weitere Ausführungsform eines Aufzugsystems zeichnet sich dadurch aus, dass
die Erfassungsmittel 20 bzw. 18 und/oder die Zustandserfassungseinheit über einen
Sicherheitsbus mit der Steuerung 16 in Verbindung stehen.
[0021] Idealerweise erfolgt eine permanente Erfassung des Zustandes der Aufzugkabine 2 bzw.
12. Wenn es sich um eine digitale Ausführung handelt, werden die Erfassungsmittel
und/oder die Zustandserfassungseinheit häufig gesampelt, um eine quasi kontinuierliche
Informations- und Zustandserfassung gewährleisten zu können. Damit ist die Steuerung
6 bzw. 16 jederzeit über die Position, Geschwindigkeit und je nach Ausführungsform
auch über die Fahrtrichtung der Aufzugkabine 2 bzw. 12 informiert. Bei der in der
Patentschrift US 4,898,263 beschriebenen Überwachungseinrichtung hingegen, sind Mittel
am Schacht vorgesehen, die mit Mitteln an der Aufzugkabine wechselwirken, sobald sich
die Kabine einem Stockwerk nähert. Es liegt nach der Patentschrift US 4,898,263 also
keine permanente bzw. quasi kontinuierliche Erfassung vor.
[0022] Ein weiteres Aufzugsystem, gemäss der vorliegenden Erfindung, ist so ausgelegt, dass
durch die Erfassungsmittel 5 bzw. 20 speziell feststellbar ist, ob ein durch eine
nicht richtig geschlossene Schachttüre 3 bzw. 13 gebildeter Spalt wesentlich oder
unwesentlich ist. Falls ein unwesentlicher Spalt an einer Schachttüre detektiert wird,
so kann beispielsweise eine der sechs folgenden situationsabhängigen Reaktionen ausgelöst
werden:
- Heranfahren der Aufzugkabine hinter die betroffene Schachttüre. Öffnen und Schliessen
der Schachttüre indem man die Kabinentüre öffnet und schliesst. Überprüfen, ob der
unwesentliche Spalt weiterhin besteht. Falls ja, Serviceruf auslösen.
- Überprüfen, ob die von den Erfassungsmitteln im Bereich der betroffenen Schachttüre
gelieferte Information zu dem Vorhandensein eines unwesentlichen Spalts plausibel/richtig
ist. Dies kann zum Beispiel erfolgen, indem im Erfassungsmittel redundant ausgeführte
Sensoren abgefragt werden. Falls die gelieferte Information plausibel/richtig ist,
kann die Aufzugkabine hinter die betroffene Schachttüre gefahren werden, die Schachttüre
geöffnet und geschlossen werden, indem man die Kabinentüre öffnet und schliesst, und
es kann überprüft werden, ob der unwesentliche Spalt weiterhin besteht. Falls ja,
wird ein Serviceruf ausgelöst.
- Serviceruf auslösen, unabhängig davon, was eine Überprüfung der zur Verfügung gestellten
Information ergibt, oder unabhängig davon, ob eine solche Überprüfung überhaupt durchgeführt
wurde.
- Im dem Bereich, in dem alle Schachttüren in Ordnung sind (als erlaubte Zone bezeichnet),
den Verkehr weiter abwikkeln. Wird eine Fahrt ausserhalb der erlaubten Zone verlangt,
bei der die betreffende Schachttüre passiert werden müsste, Durchgeben einer akustischen
Mitteilung, dass das gewünschte Stockwerk momentan nicht angefahren werden kann. Neue
Stockwerkauswahl von Passagieren abwarten, oder Passagiere aussteigen lassen und Serviceruf
auslösen. Das Stockwerk, bei dem die Störung im Bereich der Schachttüre erfasst wurde,
wird gefährdete Zone oder unerlaubte Zone genannt, wobei im Falle eines unwesentlichen
Spalts eigentlich keine unmittelbare Gefährdung vorliegt.
- Zum gewünschten Stockwerk fahren, wenn dabei die betroffene Schachttüre bzw. die unerlaubte
Zone nicht passiert werden muss. Ansonsten zum nächstmöglichen Stockwerk fahren, Passagiere
aussteigen lassen und Serviceruf absetzen.
- Serviceruf absetzten und normal weiter fahren.
[0023] Liegt ein wesentlicher Spalt an einer der Schachttüren vor, so können zum Beispiel
eine oder mehrere der folgenden situationsabhängigen Reaktionen ausgelöst werden:
- Aufrechterhalten des Betriebs der Aufzugkabine, vorzugsweise bei reduzierter Geschwindigkeit,
so dass die Aufzugkabine kontrolliert zu einem der nächstliegenden Stockwerke bewegt
werden kann, ohne dabei die unerlaubte Zone zu befahren.
- Notruf auslösen bei Liftstillstand oder Serviceruf absetzen, wenn der Aufzug weiterbetrieben
werden kann.
- Befindet sich die Aufzugkabine auf dem Stockwerk mit der Schachttürstörung, dann wird
durch Öffnen und Schliessen der Kabinentüre die Schachttüre erneut geöffnet und geschlossen.
Bleibt der Fehler bestehen, wird ein Serviceruf abgesetzt. Die Aufzugkabine wird nicht
in Bewegung gesetzt. Die Passagiere werden zum Aussteigen aufgefordert und gegebenenfalls
zum Benutzen einer benachbarten Aufzugkabine aufgefordert.
- Die Steuerung des Aufzugs verhindert, dass Personen gefährdet werden, indem die Aufzugkabine
unmittelbar unter die gestörte Schachttüre gefahren und dort angehalten wird. Damit
kann unter Umständen verhindert werden, dass eine Person die Schachttüre ganz öffnet
und in den Aufzugschacht stürzt. Falls der Spalt gross ist, kann es auch passieren,
dass sich eine Person durch den Spalt zwängt. Auch in diesem Fall wird ein Sturz in
den Aufzugschacht verhindert.
- Eine andere, weiterführende Reaktion ist: die Aufzugkabine fährt auf das betroffene
Stockwerk hinter die betroffene Schachttüre, z.B. im Kriechgang und ohne Passagiere.
Die Passagiere sind vorher auf einem nicht betroffenen Stockwerk ausgestiegen.
- Die Steuerung kann die gestörte Schachttüre durch wiederholtes Betätigen zu schliessen
versuchen. Falls dieser Versuch gelingt, kann das Aufzugsystem in den Normalbetriebszustand
überführt werden.
- Normalerweise wird der Aufzug stillgesetzt, falls der wesentliche Spalt bestehen bleibt.
[0024] Bei den situationsabhängigen Reaktionen können je nachdem, ob sich die Aufzugkabine
in Ruhe befindet, oder ob sich diese bewegt, verschiedene Reaktionen ausgelöst werden.
Wird bei einer ruhenden Aufzugkabine ein Problem im Bereich der Schachttüre entdeckt,
auf deren Stockwerk sich die Aufzugkabine gerade befindet, so wird gar nicht erst
angefahren, sondern die Kabinentüre wird zusammen mit der Schachttüre erneut geöffnet
und dann wieder geschlossen, um zu versuchen, den Fehler zu beheben.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform können Erfassungsmittel vorgesehen sein, mit denen
man feststellen kann, ob die Kabinentüre 9, bzw. 131 einen wesentlichen oder unwesentlichen
Spalt aufweist. Falls ein unwesentlicher Spalt an einer Kabinentüre detektiert wird,
so kann beispielsweise eine der folgenden situationsabhängigen Reaktionen ausgelöst
werden:
- Aufrechterhalten des Betriebs der Aufzugkabine, so dass die Aufzugkabine weiter bewegt
werden kann.
Öffnen und Schliessen der Kabinentüre beim nächsten Halt.
Überprüfen, ob der unwesentliche Spalt weiterhin besteht.
Falls ja, Serviceruf auslösen.
- Überprüfen, ob die von den Erfassungsmitteln im Bereich der Kabinentüre gelieferte
Information zu dem Vorhandensein eines unwesentlichen Spalts plausibel/richtig ist.
Dies kann zum Beispiel erfolgen, indem im Erfassungsmittel redundant ausgeführte Sensoren
abgefragt werden. Falls Die gelieferte Information plausibel/richtig ist, wird die
Kabinentüre geöffnet und geschlossen, um zu überprüfen, ob der unwesentliche Spalt
weiterhin besteht. Falls ja, Serviceruf auslösen.
- Serviceruf auslösen, unabhängig davon, was eine Überprüfung der zur Verfügung gestellten
Information ergibt, oder unabhängig davon, ob eine solche Überprüfung überhaupt durchgeführt
wurde.
- Eingeschränkter Fahrbetrieb mit reduzierter Geschwindigkeit bis Fehler behoben ist.
- Serviceruf absetzen und normal weiter fahren.
[0026] Liegt ein wesentlicher Spalt an der Kabinentüre vor, so kann zum Beispiel die folgende
situationsabhängige Reaktion ausgelöst werden:
- Aufrechterhalten des Betriebs der Aufzugkabine, vorzugsweise bei reduzierter Geschwindigkeit,
so dass die Aufzugkabine kontrolliert zu einem der nächstliegenden Stockwerke bewegt
werden kann.
- Notruf auslösen.
- Befindet sich die Aufzugkabine in Ruhe, dann wird die Kabinentüre erneut geöffnet
und geschlossen. Bleibt der Fehler bestehen, wird ein Serviceruf abgesetzt. Die Aufzugkabine
wird nicht in Bewegung gesetzt. Die Passagiere werden zum Aussteigen aufgefordert
und gegebenenfalls zum Benutzen einer benachbarten Aufzugkabine aufgefordert.
- Normalerweise wird der Aufzug stillgesetzt, falls der wesentliche Spalt bestehen bleibt.
[0027] Es können je nachdem, ob sich die Aufzugkabine in Ruhe befindet, oder ob sich diese
bewegt, unterschiedliche Reaktionen ausgelöst werden.
[0028] Bei einem erfindungsgemässen Aufzugsystem kann zum Beispiel im Fall einer Störung
im Bereich einer der Schachttüren die situationsabhängige Reaktion einen Betrieb der
Aufzugkabine nur zwischen den erlaubten Stockwerken zulassen, um zu verhindern, dass
das Stockwerk angefahren oder passiert wird, an dessen Schachttüre die Störung aufgetreten
ist.
[0029] Bei einem weiteren Aufzugsystem gemäss der vorliegenden Erfindung, wird der Zustand
einer nicht richtig geschlossenen Schachttüre oder Kabinentüre automatisch überprüft,
indem entweder zusätzlich vorhandenen Sensoren abgefragt werden, oder indem man durch
erneutes Öffnen und Schliessen versuch den Fehler zu beheben.
[0030] Die bisher beschriebenen Aufzugsysteme können eine Aufzugsteuerung umfassen, wie
sie im Folgenden beschrieben wird. Ein Beispiel einer solchen Aufzugsteuerung 26 als
Teil eines Aufzugsystems 40 ist in Fig. 4 gezeigt. Eine solche Aufzugsteuerung 26
dient dem Ansteuern einer Antriebseinheit 27, die eine Aufzugkabine 28 mit mindestens
einer Kabinentüre entlang einer Aufzugschachtwand eines Aufzugschachts mit mehreren
Stockwerken und Schachttüren bewegt. Zu diesem Zweck weist die Aufzugsteuerung 26
die folgenden Elemente/Komponenten auf:
- Erfassungsmittel 30.1 - 30.n, die jeweils im Bereich der Schachttüren angebracht sind
und mit der Aufzugsteuerung 26 in Verbindung stehen, damit der Aufzugsteuerung 26
Störungsinformation über den Zustand der Schachttüren zur Verfügung steht;
- Zusätzliche Erfassungsmittel 34 an der Aufzugkabine 28 und/oder der (den) Kabinentüre(n)
(gleich oder ähnlich ausgeführt wie die Erfassungsmittel im Bereich der Schachttüren).
Die Erfassungsmittel 34 stehen mit der Aufzugsteuerung 26 in Verbindung, damit der
Aufzugsteuerung 26 Störungsinformation über den Zustand der Kabinentüre(n) zur Verfügung
steht;
- eine Zustandserfassungseinheit 33 (vorzugsweise in oder an der Aufzugkabine 28 angebracht),
die mit der Aufzugsteuerung 26 in Verbindung steht, damit der Aufzugsteuerung 26 Zustandsinformation
über die Position und die Geschwindigkeit der Aufzugkabine 28 zur Verfügung steht.
Die Erfassungsmittel 30.1 - 30.n und 28 übermitteln im Fall einer Störung im Bereich
einer der Schachttüren oder der Kabinentüre(n) der Aufzugsteuerung 26 Störungsinformation
über Störungsart und Position der Störung.
[0031] Wie in Fig. 4 schematisch dargestellt, weist jedes der Erfassungsmittel 30.1 - 30.n
eine Schnittstelle 31.n auf, die eine Verbindung/Verknüpfung mit einem Bus 25 herstellt.
[0032] In dem gezeigten Beispiel handelt es sich um einen sternförmig angelegten Bus 25.
Am Beispiel des Erfassungsmittels 30.n ist gezeigt, dass ein solches Erfassungsmittel
30.n mehrere Elemente/Komponenten 32.1 - 32.3 umfassen kann.
[0033] Die Erfassungsmittel 34 sind über eine Schnittstelle 23 mit dem Bus 25 verbunden.
Die Erfassungsmittel 34 stellen der Aufzugsteuerung 26 über den Bus 25 Störungsinformation
zur Verfügung. Zusätzlich zu diesen Erfassungsmitteln 34, umfasst die Aufzugkabine
28 Anzeigeelemente 24.1, welche die Fahrtrichtung der Kabine 28 anzeigen, Anzeigeelemente
24.3, die das momentane Stockwerk anzeigen, und Bedienelemente 24.2. Diese Elemente
24.1 - 24.3 sind auch über die Schnittstelle 23 mit dem Bus 25 verknüpft.
[0034] Die Zustandserfassungseinheit 33 kann über eine eigene Schnittstelle (nicht gezeigt)
mit dem Bus 25 verbunden. Die Zustandserfassungseinheit 33 kann verschiedenste Elemente
und Sensoren aufweisen, die zum Erfassen der Kabinengeschwindigkeit, Position und
gegebenenfalls Fahrtrichtung dienen.
[0035] Die Kommunikation und insbesondere die Übertragungssicherheit zwischen den einzelnen
Komponenten des Aufzugsystems 40 können zum Beispiel durch eine spezielle Kommunikationseinheit
29 geregelt und organisiert werden. Die Kommunikationseinheit 29 kann aber auch dazu
dienen, die Kommunikation mit anderen Systemen zu ermöglichen. Zum Beispiel kann man
über die Kommunikationseinheit 29 einen Serviceruf absetzen, der dann über ein externes
Netzwerk weitergeleitet wird.
[0036] Die Kommunikation innerhalb des Systems 40 kann aber auch über ein Kommunikationsmodul
abgewickelt werden, dass in die Steuerung 26 integriert ist.
[0037] Die Aufzugsteuerung 26 kann unter Berücksichtigung der Störungsart, der Position
der Störung und der Zustandsinformation eine situationsabhängige, sichere Reaktion
auslösen, um trotz der Störung eine Restverfügbarkeit der Aufzugkabine zu gewährleisten.
[0038] Das Aufzugsystem gemäss der Erfindung funktioniert in der Weise, dass im Fall einer
Störung im Bereich einer der Schachttüren oder der Kabinentüre(n) mindestens eine
der weiter oben beschriebenen situationsabhängigen, sicheren Reaktionen ausgelöst
wird.
[0039] Störungen eines Aufzugsystems treten teilweise im Bereich der Schachttüren auf. Insbesondere
die Schachttüren 3 bzw. 13 selbst, aber auch die Türkontakte an den Schachttüren 3
bzw. 13 sind störanfällig. Durch die erfindungsgemässen intelligenten Systemreaktionen
kann die Verfügbarkeit des gesamten Aufzugsystems erhöht werden, so dass bei gewissen
Störungen im Bereich der Schachttüren verhindert wird, dass Personen in der Aufzugkabine
2 oder 12 eingeschlossen bleiben.
[0040] Das Aufzugsystem kann Erfassungsmittel 5, 20, 30.1 - 30.n aufweisen, um festzustellen,
ob ein durch eine nicht richtig geschlossene Schachttüre 3 bzw. 13 gebildeter Spalt
"wesentlich" oder "unwesentlich" ist. Als "wesentlich" und damit sicherheitsgefährdend
kann ein Spalt betrachtet werden, wenn er beispielsweise grösser als 10 mm ist. Ist
der Spalt nicht wesentlich und damit also nicht sicherheitsgefährdend, so können -
wie weiter oben beschrieben - andere Reaktionen ausgelöst werden. Beim nächsten Stopp
am betroffenen Stockwerk kann dann der Zustand der Schachttüre 3 bzw. 13 durch Öffnen
und Schliessen der Schachttüre 3 bzw. 13 überprüft werden. Durch ein solches Öffnen
und Schliessen der Schachttüre kann ein derartiger Fehler häufig behoben werden.
[0041] Bleibt der Spalt nach dem Öffnen und Schliessen der Schachttüre 3 bzw. 13 bestehen,
so kann ein Serviceruf ausgelöst werden. Der Aufzug kann unter Umständen weiter betrieben
werden, wobei eventuell mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren wird. Dies gilt insbesondere,
wenn der Spalt durch die Erfassungsmittel 5, 20, 30.1 - 30.n als "unwesentlich" eingestuft
wurde.
[0042] Falls festgestellt wird, dass der Spalt schon vor dem Abfahren der Aufzugkabine 2
bzw. 12 "wesentlich" ist, so wird die Schachttüre 3 bzw. 13 mindestens einmal geöffnet
und wieder geschlossen, indem die Aufzugkabine hinter die Schachttüre gefahren und
die Kabinentüre geöffnet und geschlossen wird. Sollte der "wesentliche" Spalt dadurch
nicht zu beseitigen sein, wird die Aufzugkabine vorzugsweise nicht in Bewegung versetzt.
Es kann eine Durchsage erfolgen oder eine Anzeige aufleuchten, um die Passagiere aufzufordern,
die Aufzugkabine 2, 12, 28 zu verlassen.
[0043] Im Folgenden geht es um geöffnete oder nicht ganz geschlossene Kabinentüren. Als
Ausgangslage für das Flussdiagramm nach Fig. 3 wird nun bei A eine plötzliche Meldung
der Erfassungsmittel 8, 18 bzw. 34 betrachtet, die lautet: "Kabinentüre offen". Eine
durch einen Diskriminator (Decision Block) D0 dargestellte virtuelle Entscheidungsstufe
stellt dann die Frage: Fährt die Aufzugkabine 2, 12 bzw. 28? Wie eingangs beschrieben,
steht der Steuerung 6, 16 oder 26 Zustandsinformation zur Verfügung, die unter anderem
eine Aussage über die momentane Position und Geschwindigkeit der Aufzugkabine 2, 12
bzw. 28 zulässt.
[0044] Falls die Aufzugkabine 2, 12 bzw. 28 noch fährt (Antwort: ja), wird eine situationsabhängige
Reaktion R0 ausgelöst, wobei die Steuerung 6, 16 oder 26 einen schnellen Stoppvorgang
einleitet und ausführt. Zudem kann unabhängig davon, ob die Antwort bei der Entscheidungsstufe
D0 ja oder nein war, beispielsweise durch eine Reaktion R1 im Rahmen eines Plausibilitätstests
kontrolliert werden, ob die Kabinentüre 3 bzw. 13 tatsächlich offen ist. Dieser Test
kann von dem Türantrieb ausgeführt werden, wobei die Erfassungsmittel 8, 18, 34 überprüfen,
ob die Kabinentüre 3 bzw. 13 erfolgreich geschlossen werden konnte. Zusätzliche Aussagen
können getroffen werden, wenn man gleichzeitig auch die Information berücksichtigt,
die durch die Erfassungsmittel 5, 20, 30.1 - 30.n im Bereich der Schachttüre geliefert
werden, auf deren Etage sich die Aufzugkabine 2, 12 bzw. 28 gerade befindet.
[0045] Danach fragt in dem gezeigten Beispiel eine Entscheidungsstufe D1 über die
Erfassungsmittel 8, 18, 34 ab, ob die Kabinentüre 3 bzw. 13 offen ist. Lautet die
Antwort der Entscheidungsstufe D1 nein, so gilt die Vermutung, dass die Kabinentüre
3 bzw. 13 geschlossen, der Schliesskontakt der besagten Kabinentüre 3 bzw. 13 jedoch
offen sei. In diesem Fall wird die Kabine 2, 12 bzw. 28 durch eine weitere Reaktion
R2 mit reduzierter Geschwindigkeit auf das nächste Stockwerk gefahren. Da am Anfang
bei der Entscheidungsstufe D0 die Antwort nein (Kabine steht nicht) war, wird auf
jeden Fall durch eine Reaktion R3 die Kabinentüre 3 bzw. 13 geöffnet (eventuell wird
die Kabinentüre 3 bzw. 13 nur eine Spalt breit geöffnet) und ein wiederholtes Betätigen
der Kabinentüre 3 bzw. 13 eingeleitet, um zu versuchen, auf diese Weise die Störung
zu beheben. Die weitere Frage, ob der Schliesskontakt in Ordnung ist, kann durch eine
nächste Entscheidungsstufe D2 entschieden werden: wenn der Schliesskontakt in Ordnung
ist, dann wird das Aufzugsystem durch eine Reaktion R4 an den Normalbetrieb übergeben.
Je nach Ausführungsform kann zusammen mit einem Serviceruf eine Fehlermeldung an eine
Servicestelle gesendet werden. Wenn der Schliesskontakt nicht in Ordnung zu sein scheint,
dann wird durch eine weitere Reaktion R5 das Aufzugsystem ausser Betrieb gesetzt,
und es geht eine entsprechende Meldung an die Servicestelle.
[0046] War bei der Entscheidungsstufe D1 die Antwort: "die Kabinentüre ist offen", so wird
als Reaktion R10 versucht, die Kabinentüre 3 bzw. 13 zu schliessen. Danach wird in
D20 wiederum gefragt, ob die Kabinentüre 3 bzw. 13 offen ist: Wenn nein, wird durch
eine Reaktion R20 der Normalbetrieb wieder hergestellt und zugleich eine Meldung an
die Servicestelle ausgelöst; wenn ja, wird durch eine Reaktion R21 ein Plausibilitätstest
ausgeführt. Danach wird durch eine weitere Entscheidungsstufe D30 wiederum gefragt,
ob die Kabinentüre 3 bzw. 13 offen ist. Wenn ja ergeht als Reaktion R31 zum Beispiel
eine Warnmeldung: "Tür wird geöffnet", und der Plausibilitätstest wird wiederholt.
[0047] Eine nachträgliche Frage bei einer Entscheidungsstufe D40 bewirkt als situationsabhängige
Reaktion R41, falls die Kabinentüre 3 bzw. 13 offen ist, dass das Aufzugsystem ausser
Betrieb gesetzt und ein Notruf an die Servicestelle ausgelöst wird. War hingegen die
Antwort der Entscheidungsstufe D40, dass die Kabinentüre 3 bzw. 13 zu ist, so wird
der Normalbetrieb eingeschaltet und eine Meldung an die Servicestelle ausgelöst. Lautet
daher bei der Entscheidungsstufe D30 oder 40 die Antwort, dass die Kabinentüre 3 bzw.
13 nicht offen ist, so muss dies so ausgelegt werden, dass die Kabinentüre 3 bzw.
13 zwar geschlossen, der Schliesskontakt jedoch offen ist; dies entspricht der Antwort
der Entscheidungsstufe D1, und die "Nein"-Meldung der Entscheidungsstufe D30 oder
D40 wird als Reaktion R2 durchgeführt.
[0048] War jedoch bei der Entscheidungsstufe D0 die Antwort: "die Aufzugkabine steht", so
können die Reaktionen R21 und R31 derart ausgeschaltet werden, dass schliesslich nur
eine der vier situationsabhängigen Reaktionen R20, R41, R4 oder R5 ausgeführt wird.
[0049] Sobald das Aufzugsystem feststellt, dass eine Schachttüre offen ist, können Reaktionen
in ähnlicher Art, wie in Fig. 3 gezeigt, ausgelöst werden, wobei jedoch zu beachten
ist, dass Schachttüren passive Türen sind, die nur durch die Kabinentüre oder durch
eine spezielles Werkzeug geöffnet bzw. geschlossen werden können. Um eine Schachttüre
automatisch öffnen und schliessen zu können, muss also erst die Aufzugkabine hinter
die entsprechende Schachttüre gefahren werden. Wenn eine Schachttüre einmal durch
die Kabinentüre geschlossen und durch den Riegel der Schachttüre verriegelt wurde,
ist es eher unwahrscheinlich, dass es nach dem Verlassen des entsprechenden Stockwerks
durch die Aufzugkabine zu Störungen bzw. Problemen mit der Schachttüre kommt.
[0050] Schlecht funktionierende Schachttüre und/oder Kabinentüre (n) :
Durch Öffnen und Schliessen können die Schachttüren 3 bzw. 13 und/oder Kabinentüre(n)
9, 113 auf ihre Funktionalität hin getestet werden. Dazu kann das Aufzugsystem systematisch
beispielsweise die Kraft, die zum Öffnen oder zum Schliessen nötig ist, durch die
Erfassungsmittel 5, 20 oder 30.1 - 30.n, oder durch die Erfassungsmittel 8, 18, 34
überprüfen. Da die Schachttüren passiv sind und durch die Kabinentüre(n) bewegt werden,
ist es wichtiger, dass die Erfassungsmittel 8, 18, 34 die Kabinentüre(n) überwachen.
Es kann auch der Kabinentürantrieb überwacht werden, um z.B. festzustellen, ob eine
erhöhte Kraft nötig ist, um die Kabinentüre und die Schachttüre gemeinsam zu bewegen.
Stellen beispielsweise die Erfassungsmittel 8, 18, 34 fest, dass bei einem bestimmten
Stockwerk eine höhere Kraft notwendig ist als in anderen Stockwerken, so kann daraus
geschlossen werden, dass die Schachttüre 3 bzw. 13 in dem betroffenen Stockwerk Probleme
bereitet. So kann zum Beispiel als situationsabhängige Reaktion eine oder mehrere
der folgenden Reaktionen ausgelöst werden:
- einen Serviceruf absetzen;
- das entsprechende Stockwerke als unerlaubte Zone definieren;
- den Betrieb des Aufzugsystems einstellen.
[0051] Der Wert der zum Öffnen bzw. Schliessen notwendigen Kraft kann auch von Zeit zu Zeit
gespeichert werden. Damit ist ein Vergleich aktueller Kräfte mit den bisher erforderlichen
Kräften möglich. Auch mit diesem Ansatz können Probleme im Bereich der Schacht- bzw.
Kabinentüren erkannt werden.
Behandlung weiterer Fehler:
[0052] Das Aufzugsystem kann ebenfalls so ausgestaltet sein, dass auch beim Auftreten anders
gearteter Störungen eine situationsabhängige Reaktion ausgelöst wird. Dabei kann die
Steuerung vorzugsweise zwischen bekannten und unbekannten Störungsarten unterscheiden.
Liegt eine bekannte Störungsart vor, so kann die Steuerung über einen Tabelleneintrag,
einen Entscheidungsbaum oder ähnliche Mittel eine situationsabhängige Reaktion herbeiführen.
Um das Aufzugsystem so sicher wie möglich zu gestalten, sollte bei dem Auftreten einer
unbekannten Störungsart ein unmittelbares Einstellen des Fahrbetriebes erfolgen. Eventuell
kann dann ein Notruf abgesetzt werden.
[0053] Bei der Überwachung anderer Einrichtungen oder Elemente, beispielsweise bei der Überwachung
der Schliessstellungen der Wartungs- und Nottüren oder Wartungsklappen, bzw. bei der
Überwachung der Verriegelung der Notklappen und Notübersteigtüren der Aufzugkabine,
sind unterschiedliche situationsabhängige Reaktionen möglich.
Beispiel einer situationsabhängigen Reaktion: schnelles, antriebsgeregeltes Stoppen
auf dem nächstgelegenen Stockwerk und Aussteigenlassen der Passagiere.
[0054] Ein erfindungsgemässes Aufzugsystem kann eine softwaremässige Überbrückung einzelner
Sensoren und/oder Kontakte oder gesamter Erfassungsmittel ermöglichen, um zum Beispiel
in gewissen Servicesituationen Zustände herbeiführen zu können, die normalerweise
durch die erfindungsgemässe Steuerung unterbunden würden. Es ist wichtig, dass eine
solche softwaremässige Überbrückung automatisch nach einer gewissen Zeit wieder zurück
gesetzt wird, damit ein mögliches Vergessen nicht zu einer Gefahrensituation führen
kann.
[0055] Gemäss einer speziellen Ausführungsform der Erfindung, umfasst die Aufzugsteuerung
26 eine softwaregesteuerte Komponente, welche die über den Bus 25 eingehenden Signale
auswertet und eine der Situation entsprechende Reaktion auslöst. Hierbei kann mit
Tabellen, Entscheidungsbäumen oder anderen ähnlichen Mitteln gearbeitet werden.
[0056] Um den Zustand eines Aufzugsystems und somit auch drohende Gefahren erkennen zu können,
werden als Erfassungsmittel vorzugsweise verteilte Sensoren eingesetzt, wobei jeweils
zwei oder mehr Sensoren zur gegenseitigen Kontrolle oder gegenseitigen Unterstützung
vorgesehen sein könnten. Die zur Durchführung der Reaktionen dienenden Aktuatoren,
Steuerblöcke, Antriebs- oder Stellelemente können indirekt über die Sensoren beobachtet
werden. Sie sind vorzugsweise derart ausgestaltet, dass sie im Fehlerfall in den sicheren
Zustand (fail safe) übergehen, um das Aufzugsystem nicht negativ zu beeinflussen.
[0057] Die Stockwerkknoten und/oder die Aufzugsteuerung können mit zwei oder mehr Prozessoren
versehenen werden, um durch diese Redundanz die Sicherheit des gesamten Systems zu
erhöhen. Die Stockwerkknoten und/oder die Aufzugsteuerung können selbstprüfend sein,
um eine vertrauenswürdige Gesamteinheit zu bilden. Gegebenenfalls kann auch eine dreifache
Modulredundanz (TMR: Triple Modular Redundancy) eingesetzt werden.
[0058] In einer anderen Ausführungsform kann die Funktionalität der Aufzugsteuerung vorzugsweise
auf zwei oder mehrere parallel laufende Knotenrechner verteilt werden, wobei die Steuerung
als Software-Tasks in den Knotenrechnern ausgeführt wird.
[0059] Die verschiedenen erfindungsgemässen Aufzugsysteme erweisen sich als besonders vorteilhaft
bezüglich ihrer hohen Betriebssicherheit, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit, insbesondere,
da Störungen, Ausfälle, Laufzeitfehler, unerwartete Einwirkungen und unentdeckte Entwicklungsfehler
erkannt und rechtzeitig behoben werden können.
1. Aufzugsystem mit einer eine Kabinentüre (9; 131) aufweisenden Aufzugkabine (2; 12;.
28), einer Antriebseinheit (7; 17; 27) zum Bewegen der Aufzugkabine (2; 12; 28) entlang
einer mit Schachttüren (3; 13) versehenen Aufzugschachtwand (1.1; 11.1); einer Steuerung
(6; 16; 26) zum Ansteuern der Antriebseinheit (7; 17; 27); Erfassungsmitteln (5; 20;
30.1 - 30.n; 8; 18; 34), die jeweils im Bereich der Schachttüren (3; 13) und/oder
im Bereich der Kabinentüre (9; 131) angebracht sind und mit der Steuerung (6; 16;
26) in Verbindung stehen, damit der Steuerung (6; 16; 26) Störungsinformation zur
Verfügung steht; und mit einer Zustandserfassungseinheit (33), die mit der Steuerung
(6; 16; 26) in Verbindung steht, damit der Steuerung (6; 16; 26) Zustandsinformation
über die Position und die Geschwindigkeit der Aufzugkabine (2; 12; 28) zur Verfügung
steht, und wobei eines der Erfassungsmittel (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) im Fall
einer Störung im Bereich einer der Schachttüren (3; 13) oder einer Kabinentüre oder
anderer Systeme (9; 131) der Steuerung (6; 16; 26) Störungsinformation über Störungsart
und Position der Störung zur Verfügung stellt, Und die Steuerung (6; 16; 26) unter
Berücksichtigung der Störungsart, der Position der Störung und der Zustandsinformation
eine situationsabhängige, sichere Reaktion auslöst, um trotz der Störung eine Restverfügbarkeit
der Anfzugkabine (2; 12; 28) zu gewährleisten
dadurch gekennzeichnet,
dass im Fall einer Störung im Bereich einer der Schachttüren (3; 13), die Steuerung (6;
16; 26) einen Betrieb der Aufzugkabine (2; 12; 28) zwischen denjenigen Stockwerken
erlaubt, die von der Aufzugkabine erreicht werden können, ohne das Stockwerk zu passieren,
an dessen Schachttüre (3; 13) die Störung aufgetreten ist.
2. Aufzugsystem mit einer eine Kabinentüre (9; 131) aufweisenden Aufzugkabine (2; 12;
28), einer Antriebseinheit (7; 17; 27) zum Bewegen der Auf zugkabine (2; 12; 28) entlang
einer mit Schachttüren (3; 13) versehenen Aufzugschachtwand (1.1; 11.1); einer Steuerung
(6; 16; 26) zum Ansteuern der Antriebseinheit (7; 17; 27); Erfassungsmitteln (5; 20;
30.1 - 30.n; 8; 18; 34), die jeweils im Bereich der Schachttüren (3; 13) und/oder
im Bereich der Kabinentüre (9; 131) angebracht sind und mit der Steuerung (6; 16;
26) in Verbindung stehen, damit der Steuerung (6; 16; 26) Störungsinformation zur
Verfügung steht; und mit einer Zustandserfassungseinheit (33), die mit der Steuerung
(6; 16; 26) in Verbindung steht, damit der Steuerung (6; 16; 26) Zustandsinformation
über die Position und die Geschwindigkeit der Aufzugkabine (2; 12; 28) zur Verfügung
steht, und wobei eines der Erfassungsmittel (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) im Fall
einer Störung im Bereich einer der Schachttüren (3; 13) oder einer Kabinentüre oder
anderer Systeme (9; 131) der Steuerung (6; 16; 26) Störungsinformation über Störungsart
und Position der Störung zur Verfügung stellt, und die Steuerung (6; 16; 26) unter
Berücksichtigung der Störungsart, der Position der Störung und der Zustandsinformation
eine situationsabhängige, sichere. Reaktion auslöst, um trotz der Störung eine Restverfügbarkeit
der Aufzugkabine (2; 12; 28) zu gewährleisten,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Fall einer Störung im Bereich einer der Schachttüren (3; 13), die Steuerung (6;
16; 26) die Aufzugkabine (2; 12; 28), nachdem die Passagiere ausgestiegen sind, in
eine Position unmittelbar unterhalb der Schachttüre (13; 113) desjenigen Stockwerks
bewegt, in dessen Bereich die Störung aufgetreten ist, um zu verhindern, dass eine
Person durch eine offene Schachttüre in den Aufzugschacht (1; 11) stürzen kann.
3. Aufzugsystem mit einer eine Kabinentüre (9; 131) aufweisenden Aufzugkabine (2; 12;
28), einer Antriebseinheit (7; 17; 27) zum Bewegen der Aufzugkabine (2; 12; 28) entlang
einer mit Schachttüren (3; 13) versehenen Aufzugschachtwand (1.1; 11.1); einer Steuerung
(6; 16; 26) zum Ansteuern der Antriebseinheit (7; 17; 27); Erfassungsmitteln (5; 20;
30.1 - 30.n; 8; 18; 34), die jeweils im Bereich der Schachttüren (3; 13) und/oder
im Bereich der Kabinentüre (9; 131) angebracht sind und mit der Steuerung (6; 16;
26) in Verbindung stehen, damit der Steuerung (6; 16; 26) Störungsinformation zur
Verfügung steht; und mit einer Zustandserfassungseinheit (33), die mit der Steuerung
(6; 16; 26) in Verbindung steht, damit der Steuerung (6; 16; 26) Zustandsinformation
über die Position und die Geschwindigkeit der Aufzugkabine (2; 12; 28) zur Verfügung
steht; und wobei eines der Erfassungsmittel (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) im Fall
einer Störung im Bereich einer der Schachttüren (3; 13) oder einer Kabinentüre oder
anderer Systeme (9; 131) der Steuerung (6; 16; 26) Störungsinformation über Störungsart
und Position der Störung zur Verfügung stellt, und die Steuerung (6; 16; 26) unter
Berücksichtigung der Störungsart, der Position der Störung und der Zustandsinformation
eine situationsabhängige, sichere.Reaktion auslöst, um trotz der Störung eine Restverfügbarkeit
der Aufzugkabine (2; 12; 28) zu gewährleisten,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit den Erfassungsmitteln (5; 20; 30.1 -30.n; 8; 18; - 34) feststellbar ist, ob ein
durch eine nicht richtig geschlossene Schachttüre (3; 13) oder Kabinentüre (9; 131)
gebildeter Spalt wesentlich oder unwesentlich ist,
wobei bei Vorliegen eines unwesentlichen Spalts die Kabine ohne Einschränkung weiter
bewegt werden kann und ein Serviceruf abgesetzt wird, und
wobei bei Vorliegen eines wesentlichen Spalts während einer Fahrt die Kabine zu einem
ohne Passieren einer einen wesentlichen Spalt aufweisenden Schachttüre erreichbaren
Stockwerk gesteuert wird, um Passagiere aussteigen zu lassen und/oder ein Notruf abgesetzt
wird.
4. Aufzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungsmittel (20; 30.1 - 30.n) eines Stockwerks über einen Stockwerkknoten
(10) mit einem Bus (15; 25) verbunden sind und/oder die Erfassungsmittel (18; 34),
die im Bereich der Kabinentüre (9; 131) angebracht sind über einen Kabinenknoten (101)
mit einem Bus (25; 151) verbunden sind.
5. Aufzugsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den Stockwerkknoten (10) Signale von den Erfassungsmitteln (20; 30.1 - 30.n) des
jeweiligen Stockwerks bereit gestellt werden, wobei die Stockwerkknoten (10) diese
Signale verarbeiten, um der Steuerung (6; 16; 26) entsprechende Störungsinformation
zur Verfügung stellen zu können.
6. Aufzugsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungsmittel (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) und/oder die Zustandserfassungseinheit
(33) über einen Sicherheitsbus (15; 151; 25) mit der Steuerung (6; 16; 26) in Verbindung
stehen.
7. Aufzugsystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zustand der nicht richtig geschlossenen Schachttüre (3; 13) oder Kabinentüre
(131) automatisch überprüft wird, und dass
- falls weiterhin ein unwesentlicher Spalt besteht, ohne den Betrieb des Aufzugsystems
zu unterbrechen, ein Serviceruf ausgelöst wird,
- falls weiterhin ein wesentlicher Spalt besteht, der Betrieb des Aufzugsystems eingestellt
wird und ein Notruf ausgelöst wird.
8. Aufzugsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung bei Vorliegen eines wesentlichen Spalts die Kabine mit reduzierter
Geschwindigkeit zu einem ohne Passieren einer einen wesentlichen Spalt aufweisenden
Schachttüre erreichbaren Stockwerk steuert.
9. Aufzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustandserfassungseinheit (33) in oder an der Aufzugkabine (2; 12; 28) angebracht
ist.
10. Aufzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen einer Störung im Bereich der Kabinentüre ( 9; 131) zusätzlich zu den
beschriebenen Reaktionen die folgende Reaktion ausgelöst wird:
- Recovery-Versuch durch automatisches Öffnen und Schliessen der Kabinentüre ( 9;
131).
11. Aufzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu den beschriebenen Reaktionen die folgende Reaktion bei Vorliegen einer
Störung im Bereich einer Schachttüre (3; 13) ausgelöst wird:
- Heranfahren der Aufzugkabine (9; 131) hinter die betroffene Schachttüre (3; 13),
- Recovery-Versuch durch Öffnen und Schliessen der betroffenen Schachttüre (3; 13)
durch automatisches Öffnen und Schliessen der Kabinentüre (9; 131).
1. Lift system comprising a lift cabin (2; 12; 28) having a cabin door (9; 131), a drive
unit (7; 17; 27) for moving the lift cabin (2; 12; 28) along a lift shaft wall (1.1;
11.1) provided with shaft doors (3; 13); a controller (6; 16; 26) for controlling
the drive unit (7; 17; 27); detecting means (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) which
are mounted each time in the region of the shaft doors (3; 13) and/or in the region
of the cabin door (9; 131) and which are connected with the controller (6; 16; 26)
so that the controller (6; 16; 26) has fault information available; and a status detecting
unit (33) which is connected with the controller (6; 16; 26) so that the controller
(6; 16; 26) has status information available about the position and the speed of the
lift cabin (2; 12; 28), and wherein one of the detecting means (5; 20; 30.1 - 30.n;
8; 18; 34) in the case of a fault in the region of one of the shaft doors (3; 13)
or a cabin door or other systems (9; 131) makes available to the controller (6; 16;
26) fault information about the kind of fault and the position of the fault, and the
controller (6; 16; 26) with consideration of the kind of fault, the position of the
fault and the status information triggers a situation-dependent, safe reaction in
order to guarantee a residual functionality of the lift cabin (2; 12; 28) notwithstanding
the fault, characterised in that in the case of a fault in the region of one of the shaft doors (3; 13) the controller
(6; 16; 26) permits operation of the lift cabin (2; 12; 28) between those storeys
which can be reached by the lift cabin without having to pass the storey at the shaft
door (3; 13) of which the fault has occurred.
2. Lift system comprising a lift cabin (2; 12; 28) having a cabin door (9; 131), a drive
unit (7; 17; 27) for moving the lift cabin (2; 12; 28) along a lift shaft wall (1.1;
11.1) provided with shaft doors (3; 13); a controller (6; 16; 26) for controlling
the drive unit (7; 17; 27); detecting means (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) which
are mounted each time in the region of the shaft doors (3; 13) and/or in the region
of the cabin door (9; 131) and which are connected with the controller (6; 16; 26)
so that the controller (6; 16; 26) has fault information available; and a status detecting
unit (33) which is connected with the controller (6; 16; 26) so that the controller
(6; 16; 26) has status information available about the position and the speed of the
lift cabin (2; 12; 28), and wherein one of the detecting means (5; 20; 30.1 - 30.n;
8; 18; 34) in the case of a fault in the region of one of the shaft doors (3; 13)
or a cabin door or other systems (9; 131) makes available to the controller (6; 16;
26) fault information about the kind of fault and the position of the fault, and the
controller (6; 16; 26) with consideration of the kind of fault, the position of the
fault and the status information triggers a situation-dependent, safe reaction in
order to guarantee a residual functionality of the lift cabin (2; 12; 28) notwithstanding
the fault, characterised in that in the case of a fault in the region of one of the shaft doors (3; 13) the controller
(6; 16; 26) moves the lift cabin (2; 12; 28), after the passengers have disembarked,
into a position directly behind the shaft door (13; 113) of that storey in the region
of which the fault has occurred in order to prevent a person from being able to fall
through an open shaft door into the lift shaft (1; 11).
3. Lift system comprising a lift cabin (2; 12; 28) having a cabin door (9; 131), a drive
unit (7; 17; 27) for moving the lift cabin (2; 12; 28) along a lift shaft wall (1.1;
11.1) provided with shaft doors (3; 13); a controller (6; 16; 26) for controlling
the drive unit (7; 17; 27); detecting means (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) which
are mounted each time in the region of the shaft doors (3; 13) and/or in the region
of the cabin door (9; 131) and which are connected with the controller (6; 16; 26)
so that the controller (6; 16; 26) has fault information available; and a status detecting
unit (33) which is connected with the controller (6; 16; 26) so that the controller
(6; 16; 26), has status information available about the position and the speed of
the lift cabin (2; 12; 28), and wherein one of the detecting means (5; 20; 30.1 -
30.n; 8; 18; 34) in the case of a fault in the region of one of the shaft doors (3;
13) or a cabin door or other systems (9; 131) makes available to the controller (6;
16; 26) fault information about the kind of fault and the position of the fault, and
the controller (6; 16; 26) with consideration of the kind of fault, the position of
the fault and the status information triggers a situation-dependent, safe reaction
in order to guarantee a residual functionality of the lift cabin (2; 12; 28) notwithstanding
the fault, characterised in that it can be established by the detecting means (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) whether
a gap formed by an incorrectly closed shaft door (3; 13) or cabin door (9; 131) is
substantial or insubstantial, wherein in the case of presence of an insubstantial
gap the cage can be further moved without restriction and a service call is placed
and wherein in the case of a substantial gap during a journey the cage is controlled
to a storey, which can be reached without passing a shaft door having a substantial
gap, in order to let passengers disembark and/or an emergency call is placed.
4. Lift system according to one of claims 1 to 3, characterised in that the detecting means (20; 30.1 - 30.n) of a storey are connected by way of a storey
node (10) with a bus (15; 25) and/or the detecting means (18; 34) mounted in the region
of the cabin door (9; 131) are connected by way of a cabin node (101) with a bus (25;
151).
5. Lift system according to claim 4, characterised in that signals from the detecting means (20; 30.1 - 30.n) of the respective storey are provided
at the storey nodes, wherein the storey nodes (10) process these signals in order
to be able to make corresponding fault information available to the controller (6;
16; 26).
6. Lift system according to claim 4, characterised in that the detecting means (5; 20; 30.1 - 30.n; 8; 18; 34) and/or the status detecting unit
(33) is or are connected with the controller (6; 16; 26) by way of a safety bus (14;
151; 25).
7. Lift system according to claim 3,
characterised in that the state of the incorrectly closed shaft door (3; 13) or cabin door (131) is automatically
checked and that
- if an insubstantial gap continues to exist a service call is triggered without having
to interrupt operation of the lift system and
- if a substantial gap continues to exist the operation of the lift system is stopped
and an emergency call is triggered.
8. Lift system according to claim 3, characterised in that the controller in the case of presence of a substantial gap controls the cage at
reduced speed to a storey which can be reached without passing a shaft door having
a substantial gap.
9. Lift system according to one of claims 1 to 3, characterised in that the status detecting unit (33) is mounted in or at the lift cabin (2; 12; 28).
10. Lift system according to one of claims 1 to 3,
characterised in that in the case of presence of a fault in the region of the cage door (9; 131) the following
reaction is triggered additionally to the described reactions:
- a recovery attempt by automatic opening and closing of the cabin door (9; 131).
11. Lift system according to one of claims 1 to 3,
characterised in that in addition to the described reactions the following reaction is triggered in the
case of presence of a fault in the region of a shaft door (3; 13):
- travel of the lift cabin (9; 131) up to behind the shaft door (3; 13) concerned
and
- a recovery attempt by opening and closing the shaft door (3; 13) concerned through
automatic opening and closing of the cabin door (9; 131).
1. Système d'ascenseur avec une cabine d'ascenseur (2 ; 12 ; 28) pourvue d'une porte
de cabine (9 ; 131), une unité d'entraînement (7 ; 17 ; 27) pour déplacer la cabine
(2 ; 12 ; 28) le long d'une paroi de gaine d'ascenseur (1.1 ; 11.1) qui est pourvue
de portes palières (3 ; 13) ; une commande (6 ; 16 ; 26) pour commander l'unité d'entraînement
(7 ; 17 ; 27) ; des moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18 ; 34) qui sont
prévus dans la zone des portes palières (3 ; 13) et/ou dans la zone de la porte de
cabine (9 ; 131) et qui sont reliés à la commande (6 ; 16 ; 26) pour que celle-ci
dispose d'informations sur une panne ; et une unité de détection d'état (33) qui est
reliée à la commande (6 ; 16 ; 26) pour que celle-ci dispose d'informations d'état
sur la position et la vitesse de la cabine d'ascenseur (2 ; 12 ; 28), étant précisé
que l'un des moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18 ; 34), en cas de panne
dans la zone de l'une des portes palières (3 ; 13) ou d'une porte de cabine ou d'autres
systèmes (9 ; 131), met à la disposition de la commande (6 ; 16 ; 26) des informations
de panne sur le type et la position de la panne, et que la commande (6 ; 16 ; 26),
en tenant compte du type et de la position de la panne et des informations d'état,
déclenche une réaction qui est fonction de la situation et qui est fiable, afin de
garantir malgré la panne une disponibilité résiduelle de la cabine d'ascenseur (2
; 12 ; 28),
caractérisé en ce que dans le cas d'une panne dans la zone de l'une des portes palières (3 ; 13), la commande
(6 ; 16 ; 26) permet un fonctionnement de la cabine (2 ; 12 ; 28) entre les étages
qui peuvent être atteints par celle-ci, sans passer à l'étage sur la porte palière
(3 ; 13) duquel la panne est survenue.
2. Système d'ascenseur avec une cabine d'ascenseur (2 ; 12 ; 28) pourvue d'une porte
de cabine (9 ; 131), une unité d'entraînement (7 ; 17 ; 27) pour déplacer la cabine
(2 ; 12 ; 28) le long d'une paroi de gaine d'ascenseur (1.1 ; 11.1) qui est pourvue
de portes palières (3 ; 13) ; une commande (6 ; 16 ; 26) pour commander l'unité d'entraînement
(7 ; 17 ; 27) ; des moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18 ; 34) qui sont
prévus dans la zone des portes palières (3 ; 13) et/ou dans la zone de la porte de
cabine (9 ; 131) et qui sont reliés à la commande (6 ; 16 ; 26) pour que celle-ci
dispose d'informations sur une panne ; et une unité de détection d'état (33) qui est
reliée à la commande (6 ; 16 ; 26) pour que celle-ci dispose d'informations d'état
sur la position et la vitesse de la cabine d'ascenseur (2 ; 12 ; 28), étant précisé
que l'un des moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18 ; 34), en cas de panne
dans la zone de l'une des portes palières (3 ; 13) ou d'une porte de cabine ou d'autres
systèmes (9 ; 131), met à la disposition de la commande (6 ; 16 ; 26) des informations
de panne sur le type et la position de la panne, et que la commande (6 ; 16 ; 26),
en tenant compte du type et de la position de la panne et des informations d'état,
déclenche une réaction qui est fonction de la situation et qui est fiable, afin de
garantir malgré la panne une disponibilité résiduelle de la cabine d'ascenseur (2
; 12 ; 28),
caractérisé en ce que dans le cas d'une panne dans la zone de l'une des portes palières (3 ; 13), la commande
(6 ; 16 ; 26) amène la cabine (2 ; 12 ; 28), après que les passagers sont sortis,
dans une position située juste au-dessous de la porte palière (13 ; 113) de l'étage
dans la zone duquel la panne est survenue, afin d'empêcher qu'une personne puisse
tomber dans la gaine d'ascenseur (1 ; 11) par une porte palière ouverte.
3. Système d'ascenseur avec une cabine d'ascenseur (2 ; 12 ; 28) pourvue d'une porte
de cabine (9 ; 131), une unité d'entraînement (7 ; 17 ; 27) pour déplacer la cabine
(2 ; 12 ; 28) le long d'une paroi de gaine d'ascenseur (1.1 ; 11.1) qui est pourvue
de portes palières (3 ; 13) ; une commande (6 ; 16 ; 26) pour commander l'unité d'entraînement
(7 ; 17 ; 27) ; des moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18 ; 34) qui sont
prévus dans la zone des portes palières (3 ; 13) et/ou dans la zone de la porte de
cabine (9 ; 131) et qui sont reliés à la commande (6 ; 16 ; 26) pour que celle-ci
dispose d'informations sur une panne ; et une unité de détection d'état (33) qui est
reliée à la commande (6 ; 16 ; 26) pour que celle-ci dispose d'informations d'état
sur la position et la vitesse de la cabine d'ascenseur (2 ; 12 ; 28), étant précisé
que l'un des moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18 ; 34), en cas de panne
dans la zone de l'une des portes palières (3 ; 13) ou d'une porte de cabine ou d'autres
systèmes (9 ; 131), met à la disposition de la commande (6 ; 16 ; 26) des informations
de panne sur le type et la position de la panne, et que la commande (6 ; 16 ; 26),
en tenant compte du type et de la position de la panne et des informations d'état,
déclenche une réaction qui est fonction de la situation et qui est fiable, afin de
garantir malgré la panne une disponibilité résiduelle de la cabine d'ascenseur (2
; 12 ; 28),
caractérisé en ce que l'on peut déterminer à l'aide des moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18
; 34) si un interstice formé à cause d'une porte palière (3 ; 13) ou d'une porte de
cabine (9 ; 131) mal fermée est important ou négligeable, étant précisé que s'il y
a un interstice négligeable, la cabine peut continuer à circuler sans restriction
et qu'un appel de service est enregistré, et que s'il y a un interstice important
pendant un trajet, la cabine est dirigée vers un étage qui est accessible sans passer
par une porte palière présentant un interstice important, afin de faire sortir les
passagers et/ou un appel d'urgence est enregistré.
4. Système d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les moyens de détection (20 ; 30.1-30.n) d'un étage sont reliés par l'intermédiaire
d'un noeud d'étage (10) à un bus (15 ; 25) et/ou les moyens de détection (18 ; 34)
qui sont installés dans la zone de la porte de cabine (9 ; 131) sont reliés par l'intermédiaire
d'un noeud de cabine (101) à un bus (25 ; 151).
5. Système d'ascenseur selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'au niveau des noeuds d'étage (10), des signaux sont fournis par les moyens de détection
(20 ; 30.1-30.n) de l'étage correspondant, les noeuds d'étage (10) traitant ces signaux
pour pouvoir mettre à la disposition de la commande (6 ; 16 ; 26) des informations
de panne correspondantes.
6. Système d'ascenseur selon la revendication 4, caractérisé en ce que les moyens de détection (5 ; 20 ; 30.1-30.n ; 8 ; 18 ; 34) et/ou l'unité de détection
d'état (33) sont reliés par l'intermédiaire d'un bus de sécurité (15 ; 151 ; 25) à
la commande (6 ; 16 ; 26).
7. Système d'ascenseur selon la revendication 3,
caractérisé en ce que l'état de la porte palière (3 ; 13) ou de la porte de cabine (131) mal fermée est
vérifié automatiquement et
en ce que
- au cas où il y a encore un interstice négligeable, sans interrompre le fonctionnement
du système d'ascenseur, un appel de service est enregistré,
- au cas où il y a encore un interstice important, le fonctionnement du système d'ascenseur
est interrompu et un appel d'urgence est déclenché.
8. Système d'ascenseur selon la revendication 3, caractérisé en ce que la commande, en présence d'un interstice important, dirige la cabine à une vitesse
réduite vers un étage qui est accessible sans passer par une porte palière présentant
un interstice important.
9. Système d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'unité de détection d'état (33) est installée dans ou sur la cabine d'ascenseur
(2 ; 12 ; 28).
10. Système d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce qu'en présence d'une panne dans la zone de la porte de cabine (9 ; 131), la réaction
suivante est déclenchée en plus des réactions décrites :
- tentative de reprise grâce à l'ouverture et à la fermeture automatiques de la porte
de cabine (9 ; 131).
11. Système d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce qu'en présence d'une panne dans la zone d'une porte palière (3 ; 13), la réaction suivante
est déclenchée en plus des réactions décrites :
- approche de la cabine d'ascenseur (9 ; 131) derrière la porte palière (3 ; 13) concernée,
- tentative de reprise grâce à l'ouverture et à la fermeture de la porte palière concernée
(3 ; 13) grâce à l'ouverture et à la fermeture automatiques de la porte de cabine
(9 ; 131).